Stimmgewalt aus Trier: PETER ROTH-EHRANG

  • Kürzlich wurde irgendwo hier im Forum bedauert, dass es über den Bassisten Peter Roth-Ehrang so wenig Informationen im Netz gäbe. Da ich sowieso schon lange vorhatte, den Sänger hier vorzustellen, ist dies für mich willkommener Anlaß, diesem Mangel abzuhelfen:


    Roth-Ehrang, Peter, Baß, * 8. Juni 1920 Ehrang (bei Trier), † 28. Dezember 1966 in Hamburg.
    Ursprünglich erlernte Peter Roth aus Ehrang den Beruf des Vermessungstechnikers. Seine Stimm-Begabung fiel dem Leiter des Männerchores auf, bei dem er in der Freizeit mitsang. Daruf wurde er an der Berliner Musikhochschule Schüler von Paul Lohmann und Kurt Prasse.


    Erstmals sang er öffentlich 1950 am Stadttheater von Trier den Eremit im »Freischütz«. 1952-55 wirkte er an den Opernhäusern von Leipzig und Dessau. Zusammen mit Ernst Kozub wirkte er an der Uraufführung der Oper »Wat Tyler« von Alan Bush mit. Wie fast alle Erfolg versprechenden Stimmen der damaligen DDR wurde er nach (Ost)Berlin berufen, wo er 1955-61 große Erfolge, zumal im Wagner-Repertoire, hatte.


    1960-64 sang er bei den Bayreuther Festspielen den Fafner im Ring-Zyklus. Seit 1961 war er Mitglied der Staatsoper Hamburg. Gastspiele an der Wiener Staatsoper, an der Grand Opéra Paris (1963), an der Oper von Lyon und in England. In Hamburg sang er u.a. 1963 in der Uraufführung der Oper »Figaro läßt sich scheiden« von Giselher Klebe.


    Neben seinem Wirken auf der Opernbühne hatte er eine ebenso erfolgreiche Karriere im Konzertsaal.
    Mit dem ebenfalls jung verstorbenen Tenor Fritz Wunderlich machte er in der Frühzeit der Langspielplatte viele Aufnahmen, vorwiegend für das Label „Opera“ der Eur. Buchgemeinschaft.


    Kurz vor seinem frühen Tod mit 46 Jahren wirkte er im Fernsehstudiuo Hamburg noch bei einer Verfilmung der Oper „Ein Maskenball“ mit Sandor Konya, Roberta Peters und Martha Mödl mit.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • In dieser 5-CD-Box von Fritz Wunderlich ist einiges der Gesangskunst von Peter Roth-Ehrang enthalten:



    Es handelt sich um Opern-Querschnitte in deutscher Sprache:


    MADAMA BUTTERFLY
    Aufnahme: 1957, Studio
    Dirigent: Richard Kraus
    Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Chor der Deutschen Oper Berlin
    B. F. Pinkerton: Fritz Wunderlich
    Cio-Cio-San: Trude Eipperle
    Goro: Martin Vantin
    Kate Pinkerton: Helga Hildebrand
    Lo Zio Bonzo: Peter Roth-Ehrang
    Sharpless: Theo Zilliken
    Suzuki: Esther Hilbert


    LA BOHEME
    Aufnahme: 1956, Studio
    Dirigent: Richard Kraus
    Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Chor der Deutschen Oper Berlin, Schönberger Sängerknaben
    Alcindoro: Leopold Clam
    Alcindoro: Heinrich Lindeman
    Colline: Peter Roth-Ehrang
    Marcello: Herbert Brauer
    Mimi: Trude Eipperle
    Musetta: Ruth-Margret Pütz
    Rodolfo: Fritz Wunderlich
    Schaunard: Robert Koffmane


    DIE ZAUBERFLÖTE
    Aufnahme: 1958, Studio
    Dirigent: Arthur Rother
    Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
    Chor der Hamburgischen Staatsoper
    Königin der Nacht: Gisela Vivarelli
    Pamina: Agnes Giebel
    Papagena: Erna-Maria Duske
    Papageno: Horst Günter
    Sarastro: Peter Roth-Ehrang
    Tamino: Fritz Wunderlich


    Ferner gab es in dieser Serie seinerzeit noch einen Freischütz-Querschnitt, Lohengrin sowie Figaros Hochzeit, die allerdings bisher auf CD unveröffentlicht sind.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    Deine Aussagen kann ich nur unterstreichen. Peter Roth-Ehrang hatte eine voluminöse, schallmächtige, dabei aber wohlklingende Stimme. Er war einer der hoffnungsvollsten Sänger für eine große, internationale Karriere. In Bayreuth sang er zusammen mit Gottlob Frick 1960 - 64 in der unvergesslichen Ring-Inszenierung von Wolfgang Wagner. In einem Aufführungs-Jahr sprang Frick für einen Kollegen als Riese ein und mußte den Fasold singen. Roth-Ehrang war der Fafner. Frick passte der Fasold, obwohl es gesanglich die schönere Partie ist, gar nicht, weil er sonst immer der Fafner vom Dienst war. Nach einer Vorstellung saßen wir in Bayreuth in einem Brauhaus mit Roth-Ehrang und Frick zusammen.Die beiden Bassisten mochten sich auf Anhieb. Das war ein lustiger Abend mit viel Blödeln und Lachen. Niemand hat ahnen können, dass Peter Roth Ehrang, ein Baum von einem kraftstrotzenden Mannsbild, dem Lobl an diesem Abend viele Tipps für die Zukunft gab, so rasch für immer von der Bühne abtreten mußte.
    Deshalb ist es schön, dass an diesen Sänger erinnert wird. Viele unserer Tamino-Freunde werden seinen Namen kaum mehr kennen.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat

    Original von Harald Kral


    Roth-Ehrang, Peter, Baß, * 8. Juni 1920 Ehrang (bei Trier), † 28. Dezember 1966 in Hamburg.


    Kurz vor seinem frühen Tod mit 56 Jahren wirkte er im Fernsehstudiuo Hamburg noch bei einer Verfilmung der Oper „Ein Maskenball“ mit Sandor Konya, Roberta Peters und Martha Mödl mit.


    Lieber Harald,


    es waren nur 46 Jahre, nach Deinen Angaben ... Aber ist er nicht am 6. Juni 1925 geboren - und nur 41 Jahre alt geworden (vgl. Hamburger Abendblatt vom 29.12.1966 "Mitten aus dem Schaffen gerissen")?


    Vgl. auch: Lintz, Dieter. - Peter Roth-Ehrang: "Du hast dich ganz und gar ausgegeben" : der Sänger Peter Roth-Ehrang wäre am 8. Juni 2005 80 Jahre alt geworden ; sein früher Tod stoppte eine beginnende Weltkarriere. - In: Ehranger Heimat. - 39 (2007), S. 110-112. - 2007. - 2007. - Ill.. -


    Verlass Dich auf wikipedia ...


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Peter,


    es muß natürlich: "früher Tod mit 46 Jahren" heißen, ich habe das geändert. Nur ein Tippfehler!
    Was den Geburtsjahrgang anbelangt, glaube ich, dass Kutsch-Riemens mit 1920 richtig liegt. Wäre er erst 5 Jahre später geboren, könnte es knapp werden: Berufsausbildung, dann Gesangsausbildung, erste Opernerfahrungen...
    Allerdings: Gerade bei Bässen hat man das schon gesehen, dass 25-jährige die alten Männer singen müssen.


    Ich würde mich da nicht gerne festlegen.


    LG Harald :pfeif:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Unabhängig davon, ob Peter Roth-Ehrang jetzt 1920 oder 1925 geboren ist, um 1960 hat er bei der Kölner Electrola einige Opern-Querschnitte aufgenommen, meist mit Sänger-Stars wie Rudolf Schock und Josef Metternich. Produzent war in Berlin der legendäre Fritz Ganss:



    Verdi: EIN MASKENBALL (Querschnitt in deutscher Sprache)
    Aufnahme: 1959, Studio
    Dirigent: Horst Stein
    Berliner Symphoniker
    Chor der Deutschen Oper Berlin


    Amelia: Marlies Siemeling
    Oscar: Lisa Otto
    Renato (Count Ankarström): Marcel Cordes
    Riccardo (Gustavo III): Rudolf Schock
    Samuel (Count Ribbing): Anton Metternich
    Tom (Count DeHorn): Peter Roth-Ehrang
    Ulrica (Arvidson): Ruth Siewert




    Verdi: AIDA (Querschnitt in deutscher Sprache)
    Aufnahme: 1955, Studio
    Dirigent: Wilhelm Schüchter
    Berliner Symphoniker
    Chor der Deutschen Oper Berlin


    Aida: Leonie Rysanek
    Amneris: Sieglinde Wagner
    Amonasro: Josef Metternich
    Radamés: Rudolf Schock
    Ramfis: Peter Roth-Ehrang




    A.Ch. Adam: Si j'étais roi - Wenn ich König wär
    (Auszüge in dt. Sprache)
    Rudolf Schock, Stina-Britta Melander,
    Thomas Stewart, Georg Völker,
    Ursula Schirrmacher, Karl-Ernst Mercker,
    Peter Roth-Ehrang,
    Leopold Clam
    Chor & Orch. der Städtischen Bühnen Oper Berlin
    Dirigent: Ernst Märzendorfer
    EMI Stereo Studio Rec. 1958


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hier ein Beispiel der sängerischen Tätigkeit von Peter Roth-Ehrang außerhalb der Opernhäuser:



    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Vesperae solennes de confessore KV 339


    Agnes Giebel, Christa Ludwig, Richard Holm,
    Peter Roth-Ehrang,
    Kölner Rundfunkchor, RSO Köln,
    Dirigent: Joseph Keilberth;


    +Klavierkonzert Nr. 17 (Geza Anda)
    Symphonie Nr. 1
    RSO Turin, Hermann Scherchen
    Label: Archipel , ADD/m, 52-56


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hervorragend eine LP mit Loewe-Balladen, begleitet von Martin Mälzer;
    Heinrich der Vogler-Die Uhr-Tom der Reimer-Das Erkennen-Spirito santo-Prinz Eugen.
    Ausgabe des Europäischen Phonoklub Gmbh, Stuttgart


    :hello: Heldenbariton

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
    GB

  • Hallo, Taminos!


    Von Peter Roth-Ehrang habe ich gestern erst einen interessanten "Freischütz" gehört. Mit Liselotte Cloos, Horst Wilhelm und Peter Roth-Ehrang. Ferner singt der Arndt-Chor und es spielt das Orchester der Städtischen Oper Berlin unter der Ltg. von Matthieu Lange.


    Als nächstes werde ich mir Roth-Ehrang mal im Lohengrin-Querschnitt anhören.




    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Was führte denn zu dem allzu frühen Dahinscheiden dieses Sängers?
    Ich finde leider nirgend etwas hierzu.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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  • In der GA von L'Orfeo singt er neben Wunderlich, Krebs, und Horst Günter.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Zunächst eine kleine Korrektur an operus (12.3.2009), der schrieb, daß Gottlob Frick und Peter Roth-Ehrang von 1960 bis 1964 im Wolfgang Wagner-Ring in Bayreuth Fasolt unf Fafner gesungen haben. Während Roth-Ehrang in all den Jahren der Fafner war, wurde Fasolt nur 1964 von Frick gesungen; in den Jahren davor waren es Arnold van Mill (1960), David Ward (1961), Walter Kreppel (1962) und Franz Crass (1963).


    Ich habe Peter Roth-Ehrang bis zu seinem frühen Tode oft in Hamburg und Bayreuth erlebt. Mich hat gewundert, daß er, der doch in der 2. Hälfte der 50er Jahre in Berlin (damalige Städtische Oper) mit dem Procida in der "Sizilianischen Vesper" immerhin eine erste Fachrolle sang (nicht zu vergessen seine Bayreuthpräsenz) in Hamburg eigentlich immer nur das "2. Fach" zu singen bekam, während das "1. Fach" seinen Kollegen Ernst Wiemann und Arnold van Mill vorbehalten war.


    Roth-Ehrangs Rollen waren hier u.a. Ferrando, Melitone, Oberpriester des Baal, Lodovico, Sparafucile, Samuel (alles von Verdi), Varlaam, Köchin in den Prokofiew-Orangen, Herr Reich in den "Lustigen Weibern", Crespel, Mesner, betto von Signa, Timur, Hans Schwarz und vieles mehr an Kleinpartien, in denen er durch seinen dunkel timbrierten, etwas grobkörnigen Baß auffiel.


    Übrigens vergißt der aus Trier stammende Franz Grundheber in Interviews nie zu erwähnen, daß ein gewisser Peter Roth aus Ehrang (einem Mosel-Ort) es war, der ihn zum Singen gebracht hatte. Wenn ich mich recht erinnere, hörte Grundheber den stimmgewaltigen Roth-Ehrang bei einem Konzert des örtlichen Gesangsvereins und beschloß, ihm nachzueifern.

  • Lieber Peter, hervorragend aufgepaßt. Der Hinweis, dass Frick Fasold nur 1964 im Wolfgang Wagner-Rng sang ist zutreffend. Frick hat in den Jahren als diese Inszenierung lief sonst immer nur Hundig und Hagen gesungen.
    Rein zufällig hatte ich gestern ein längeres Telefonat mit Franz Grundheber. Dieser Sänger ist mit 75 Jahren noch im Vollbesitz seiner stimmlichen und darstellerischen Fähigkeiten und feiert an großen Bühnen Triumphe. Zuletzt wurde er in einer Aufführung von "Ariadne" von Publikum und Presse einhellig und stürmisch gefeiert.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat heldenbariton:

    Zitat

    Hervorragend eine LP mit Loewe-Balladen, begleitet von Martin Mälzer;
    Heinrich der Vogler-Die Uhr-Tom der Reimer-Das Erkennen-Spirito santo-Prinz Eugen.
    Ausgabe des Europäischen Phonoklub Gmbh, Stuttgart


    Hallo, Taminos!


    Ich habe mir vorhin noch einmal die "Loewe-Balladen" mit Peter Roth-Ehrang angehört. Man merkt, das Roth-Ehrang auch ein Gespür für Lieder hatte. Mir gefällt besonders sein "Tom, der Reimer".

    W.S.

  • Vorhin in meiner Sammlung gefunden. Eine Platte mit dem Titel "Alt-Heidelberg, du feine". Hier singt Peter Roth-Ehrang mit Walter Hauck Studentenlieder. Der Höhepunkt für mich: Peter Roth-Ehrang mit dem Lied "Im tiefen Keller sitz´ich hier". Es geht hier bei 2 Strophen mit der Stimme so tief hinab, wie ich noch niemals zu meiner Glanzzeit. :stumm:

    W.S.

  • Peter Roth-Ehrang wurde am 8. Juni 1920 geboren und starb am 28. Dezember 1966 leider allzu früh. Zu seinem heutigen Ehrentage habe ich diese Aufnahme ausgesucht:


    Heute wäre Peter Roth-Ehrang 95 Jahre alt geworden.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Das Geburtsjahr von Peter Roth-Ehrang wurde ja in dieser Rubrik schon ausführlich diskutiert. Interessant ist, dass auch Wikipedia inzwischen auf 1925 umgestiegen ist, demnach der Sänger heute 90 Jahre alt geworden wäre.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zitat

    Stimmenliebhaber: Interessant ist, das auch Wikipedia inzwischen auf 1925 umgestiegen ist...


    http://www.bayreuther-festspiele.de
    http://www.imdb.com und
    http://www3.discogs.com


    sind übereinstimmend bei 1920 geblieben. So what?


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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  • Nun gut, die Bayreuther Festspiele haben die Viten seit Jahren nicht aktualisiert, da lebt auch Fritz Hübner noch, der seit 15 Jahren tot ist... Da überzeugen mich die hier von einigen anderen angeführten aktuellen Zeitungsmeldungen weit mehr, aber wie auch immer: im Zweifelsfall (und der war durch den Rubrikverlauf klar) lieber entweder die Jahreszahl ganz weglassen oder auf die verschiedenen Versionen hinweisen - aber durch eine große fette Message wird der Zweifel, der vorher bestanden hat, ja nicht ausgeräumt.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Vielleicht sollten wir uns an das Datum auf dem Grabstein von Peter Roth-Ehrang in Hamburg Ohsdorf halten - dort ist 1925 als Geburtsjahr im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt:



    Seit TAMINO als einziges mir bekanntes Medium den Tod von Nicolai Gedda gemeldet hat (und noch immer meldet - was ich nun wirklich albern und peinlich finde :no: ) und einige von uns - mich eingeschlossen - gutgläubig darauf reingefallen sind, sollten wir zulassen, dass Lebensdaten - wenn sie denn überhaupt von so starkem Interesse sind - auch hinterfragt werden dürfen. In der Tat ist in einigen einschlägigen Nachschlagewerken 1920 als Geburtsjahr von Roth-Ehrang genannt, auch in der neuesten Ausgabe von Kutsch-Riemens. Dieses von mir sehr geschätzte Lexikon irrt gelegentlich, was bei der Fülle der Fakten nicht verwunderlich und also verzeihlich ist. Schließlich haben wir es nicht mit einem wissenschaftlichen Standardwerk zu tun. Fehler werden ja auch gern fortgeschrieben. Wir alle kennen das. Auch die Angabe auf einem Grabstein ist noch kein Beweis.


    Lieber Willi, Du hast Dir mit den täglichen Erinnerungen eine Bürde aufgeladen, die ich nicht tragen möchte. Am Ende erntet man dafür nicht immer den Zuspruch, der verdient ist. :hello: Das weißt Du ja selbst, sonst würdest Du diese Themen nicht so ausgiebig pflegen. Nimm es also gelassen, wenn gelegentlich Einsprüche erhoben werden. Die gehen nach meiner Beobachtung niemals gegen Dich persönlich.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Auch die Angabe auf einem Grabstein ist noch kein Beweis.

    Naja, die Angabe hat zumindest weit stärkeres Gewicht als Kutsch-Riemens etc.


    Wenn da etwas Falsches stehen sollte, würde ich mit Hans Sachs sagen: "Das wunderte mich sehr"! :yes:


    Insofern besten Dank an dich für die Einstellung des Fotos vom Grabstein, der mir als Lösung der Frage nach dem richtigen Geburtsjahr völlig ausreicht. Oder um den Polizeikommissar im "Rosenkavalier" zu zitieren: "Genügt mir!" :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Noch ein Kutsch-Riemens-Fehler in Haralds Eröffnungsbeitrag:

    Wie fast alle Erfolg versprechenden Stimmen der damaligen DDR wurde er nach (Ost)Berlin berufen, wo er 1955-61 große Erfolge, zumal im Wagner-Repertoire, hatte.

    Peter Roth sang in dieser Zeit weder an der Staatsoper noch an der Komischen Oper (Ost)Berlin, sondern an der Städtischen Oper (West)Berlin.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Natürlich habe ich Perter Roth-Ehrang in den 50er Jahren vielmals in der Städtischen Oper Berlin gehört - allerdings eher selten in den großen Rollen.


    In meiner LP-Sammlung finden sich noch ein Querschnitt von "Die Hochzeit des Figaro", auf dem er den Figaro singt - deutsch (in jeder Hinsicht!) - sowie die bereits erwähnte LP mit den Loewe-Balladen. Wenn man diese Balladen mag, wird man sicher an dem unprätentiösen und ganz schnörkellosen Singen seine Freude haben!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich besitze Einiges von Peter Roth-Ehrang. Zu dem oben aufgeführten "Lohengrin" als Querschnitt noch den großen Ausschnitt aus der "Zauberflöte". Dort singt Roth-Ehrang einen grandiosen Sarastro.


    DIE ZAUBERFLÖTE
    Aufnahme: 1958, Studio
    Dirigent: Arthur Rother
    Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
    Chor der Hamburgischen Staatsoper
    Königin der Nacht: Gisela Vivarelli
    Pamina: Agnes Giebel
    Papagena: Erna-Maria Duske
    Papageno: Horst Günter
    Sarastro: Peter Roth-Ehrang
    Tamino: Fritz Wunderlich

    W.S.

  • Lieber Willi, Du hast Dir mit den täglichen Erinnerungen eine Bürde aufgeladen, die ich nicht tragen möchte. Am Ende erntet man dafür nicht immer den Zuspruch, der verdient ist.


    Ich finde es sehr schön, dass Willi so sorgfältig an Sängerinnen und Sänger erinnert, die Geburtstage oder Todestage haben. Da kommen mir oft - zumindest für ein paar Augenblicke - viele Erinnerungen an schöne Hörerlebnisse in den Kopf.
    Und gar nicht so selten lege ich mir dann auch wieder die eine oder andere Aufnahme der Künstler auf.
    Besonders gut gefällt mir, wenn die Notiz von Willi auch genutzt wird, noch mal etwas von dem Jubilar zu berichten oder über ihn und seine Gesangskunst zu diskutieren!
    Also, lieber Willi:

    vielmals Dank für Deine Mühen!


    Beste Grüße
    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich möchte mich für den Zuspruch bedanken, namentlich bei Rüdiger, Wolfgang und Caruso41. Aber auch bei Stimmenliebhaber möchte ich mich nochmal bedanken, dass er hier als "Korrektor" tätig ist. Ich kann diese Angelegenheit ja nicht mehr korrigieren, weil die Zeit dafür schon verstrichen ist hier offenbar verschiedene Quellen existieren und ich den Quellen mit den Übereinstimmungen geglaubt habe.
    Ich kann euch versichern, ihr lLeben, dass ich in meiner Arbeit schon eine Menge von "falschen" Geburts- oder Todestagen gefunden habe, die ich stillschweigende korrigierte, und da ging es auch schon mal um Differenzen von 10 Jahren, also sind 5 Jahre ja "gar nicht so viel".


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Aber auch bei Stimmenliebhaber möchte ich mich nochmal bedanken, dass er hier als "Korrektor" tätig ist. Ich kann diese Angelegenheit ja nicht mehr korrigieren, weil die Zeit dafür schon verstrichen ist hier offenbar verschiedene Quellen existieren und ich den Quellen mit den Übereinstimmungen geglaubt habe.


    Lieber Willi,


    auch ich danke dir für deine unermüdliche Erinnerungsarbeit, die du hier betreibst, die ich interessiert verfolge und deren Beiträge ich häufig lese, wie du an meinen gelegentlichen Reaktionen merkst. Wenn ich dann etwas kritisch anmerke, dann lediglich, um der Wahrheitsfindung in der Sache zu dienen und nicht, um dir persönlich eins auszuwischen - den Fehler mit Berlin Ost aus Harald Eröffnungsbeitrag habe ich ja auch nicht deshalb korrigiert, um etwa dem seligen Harald eins auszuwischen, sondern einfach nur, um das sachlich-faktisch richtig zu stellen. Da ich alle Besetzungszettel der Berliner Staatsoper zwischen 1955 und 1994 schon mindestens einmal in der Hand hatte, wunderte es mich natürlich, dass Peter Roth dort, also in Ost-Berlin viel Wagner gesungen haben sollte (die Komische Oper kam ja für Wagner nicht wirklich in Betracht) und ich seinen Namen auf keinem einzigen Besetzungszettel gelesen habe, also habe ich diesen Kutsch-Riemens-Fehler, der überall fleißig weiterverbreitet wurde, zumindest hier in diesem Forum korrigiert und das Forum m.E. dadurch ein kleines Stück wertvoller gemacht als die vielen Internet-Orte, wo nur einfach unkritisch nachverbreitet wird.


    Hätte ich dir in meiner ersten Antwort nicht bezüglich des Geburtsjahres 1920 widersprochen, hätte "Rheingold1876" womöglich nie das Bild von der Grabplatte eingestellt - auch das war zweifelsfrei eine große Bereicherung dieser Rubrik wie des gesamten Forums!



    In diesem Sinne: Nix für ungut und bis zum nächsten Mal! ;) :yes: :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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