La Traviata in Hannover

  • Noch habe ich die für Hannover wirklich ganz ungewöhnlichen Beifallsorkane im Ohr! Die Premiere der Neuinszenierung von Verdis Traviata wurde vom Publikum so enthusiastisch gefeiert, dass man nicht glaubte, im Operhaus der biederen niedersächsischen Landeshauptstadt zu sitzen. Die Begeisterung galt in erster Linie gewiß der Interpretin der Titelpartie aber sicher auch der Inszenierung.


    Viel über die Inszenierung zu schreiben, dürfte gerade in diesem Klassikforum, in dem doch die Mehrzahl der User das sogenannte Regietheater eher verdammt, nicht wirklich einladend wirken. Aber wenn man die Leistung der Nicole Chevalier würdigen will, kommt man nicht daran vorbei, zumindest anzudeuten, was der Regisseur Benedikt von Peter da auf die Bühne und in den Zuschauerraum bringt.
    Er inszeniert nämlich La Traviata als die Tragödie einer unerfüllten Liebe mit einer atemberaubenden Radikalität. Das Orchester sitzt auf der Bühne. Spielfläche ist der davor liegende abgedeckte Orchestergraben. Auf dem stehen nur ganz wenige Requisiten: Türrahmen mit Tür, Garderobenständer Spiegel, Schminktisch - später noch Tisch und zwei Stühle: Und auf dieser Bühne agiert einzig und allein zwei Stunden und zwanzig Minuten lang (Das Werk wir ohne Pause gespielt.) Nicole Chevalier. Der Chor steht auf dem zweiten Rang, alle übrigen Protagonisten und Komprimari singen vom ersten oder zweiten Rang, mal von rechts, mal von der Mitte, dann auch von links. Sie treten als Figuren gar nicht in Erscheinung, sind gleichsam Stimmen, die Violetta hört oder aus ihrer Erinnerung hervorholt oder zu hören sich ersehnt.
    So steht also Violetta in einem Maße im Zentrum der Produktion, wie ich das so noch nie erlebt habe (Und immerhin habe ich im Laufe der Jahrzehnte weit über 100 Aufführungen des Werkes gehört und dabei (die gute Buchführung gibt Auskunft! - 52 Interpretinnen der Partie live genießen können.) Und diese Violetta erlebt und durchlebt alle Stationen ihrer unerfüllten Liebe, sie berauscht sich an den Glücksmomente und erleidet und zerbricht an den Enttäuschungen, sie steigert sich in den Rausch des Genusses und kostet die Intimität und die Wonnen der - vergangenen oder immer nur ersehnten? - Zuwendungen Alfreds aus, sie wird zerrissen zwischen Lebensgier und Leiden am Leben... Die unglaubliche Spannung der Aufführung rührt daher, dass der Zuhörer/Zuschauer ganz intensiv erfährt, wie leidenschaftlich diese Violetta nach der Erfüllung ihrer Liebe verlangt, ja geradezu giert, und zugleich begreift, dass es die Unerfülltheit der Liebe ist, die ihr Kraft gibt und sie davor bewahrt zu einer banalen Figur zu werden. Man erlebt also eine ungewöhnliche Dialektik von Selbstzerstörung und Leben! - Genug der Worte über die Inszenierung. Sie ist absolut sehenswert und auf sie können sich gewiss auch Opern-Enthusiasten einlassen, die sonst nichts mit Regietheater am Hut haben und am liebsten Traviata-Inszenierungen von Zeffirelli oder Sellner besuchen würden.


    Dass der Abend aber ein so sensationeller Erfolg wurde, war gewiss nicht allein Verdienst des Regisseurs (der natürlich von 2 oder 3 Besuchern mit Buhrufen bedacht wurde), sondern nur möglich, weil sein Konzept von der Violetta vollkommen realisiert wurde - und weil die ihre Partie schlichtweg großartig singt! Nicole Chevalier hat hier in den letzten Jahren mit Konstanze, Lucia, Alice und der Contessa di Folleville schon einige wirklich gute gesangliche Leistungen geboten, aber ihre Violetta hat schon noch mal eine andere Qualität. Ihre Stimme ist von der Anlage her lyrisch, klingt rund, weich und warm und das Timbre erinnert oft an die junge Moffo. Die Tiefe ist nicht allzu ergiebig aber wird sicher beherrscht. Aber die Mittellage ist ausgesprochen schön und der Überang zur Höhe ist glänzend beherrscht, die Höhe selbst klingt hell und strahlend. Im ersten Akt - zumal in der Arie - beweist sie eine gute Koloraturtechnik. Mit dem sempre libre hat sie keine Probleme. Auch wenn sie nicht eine Virtuosa im engeren Sinne ist, hat ihr Singen Brillianz und drückt Lebensfreude und Lebensgier gleichermaßen überzeugend aus. Das abschließende hohe Es war brillant! Wirklich erste Klasse aber ist Frau Chevalier in den lyrischen Passagen - vor allem wenn sie im Piano oder Mezzoforte wundervoll intensiv gestaltete Bögen und oft frappierend weiträumig disponierte Linien singt. Für die wenigen dramatischen Ausbrüche, die von Violetta verlangt werden, hat sie genügend Kraft und Fülle. Somit ist sie tatsächlich eine der wenigen Sopranistinnen, die den ja doch sehr verschiedenen Anforderungen der Partie überzeugend gerecht wird. Und sie wird ihnen nicht nur gerecht, sie gibt den Koloratoren genauso Leben und Sinn wie sie die lyrischen oder dramatischen Passagen mit Intensität und Ausdruck füllt. Das Hannöversche Publikum würdigte diese Leistung mit einer Standing Ovation! Recht hatte es. Allerdings hat es damit selbst vermutlich dafür gesorgt, dass dieses Talent nicht mehr lange an der Leine singen wird.


    Alle anderen Partien hatten es natürlich nicht leicht, in dieser Inzenierung, in der sie ja nicht zu sehen sondern nur zu hören sind, Profil zu gewinnen.
    Immerhin sang Philipp Heo den Alfredo sehr kultiviert, mit vielen klug gestalteten lyrischen Bögen und einem vorzüglichen Legato. Die Stimme ist in der Mittellage schön timbriert und sicher beherrscht, bricht aber in der Höhe etwas aus, verliert nicht nur den italienischen Schmelz sondern auch die Intonationssicherheit. Hoffen wir, dass er das in den Griff bekommen kann. Immerhin macht Hoffnung, dass er die heikle Cabaletta durchaus souverän bewältigte und nur mit dem Ansatz des abschließenden Spitzentones Probleme hatte. Vielleicht wird er im italienischen Fach doch eine wertvolle Bereicherung des schmalen Angebots an kultivierten und geschmackvollen Tenören.
    Brian Davies sang Giorgio Germont - wie man das von ihm gewohnt ist - vorzüglich. Nur leider klingt die Stimme inzwischen doch recht knarzig und ungeschmeidig. Und die teils unbequeme, hohe Tessituro brachte das noch mehr heraus als andere Partien.


    Orchester und Chor waren besser als zuletzt in italienischen Werken. Ganz sicher ein Verdienst des Dirigenten Gregor Bühl, der ja Endes des vorherigen Jahrhunderts in Hannover lange 1. Kapellmeister war und nach wie vor immer mal wieder hier auftritt! Nicht genug zu loben ist sicher, dass es ihm gelang, Orchester, Chor und Solisten zusammenzuhalten obwohl die - wie gesagt - im ganzen Opernhaus verteilt waren. Aber ihm gelang auch eine sehr intensive Gestaltung der Partitur, die bei ihm oft bitterer und schmerzvoller klangt als gewohnt!


    Also: Ein Opernabend über den zu reden ist - und über den zu reden lohnt! Sonst hätte ich mir gewiß nicht die Mühe gemacht, darüber zu schreiben!


    Euer Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Ausführliches, sehr interessantes, spannend zu lesendes und - nach meinen Dafürhalten - auch kundiges Feeedback.


    Eine ohne Pausen gespielte Traviata dient sicherlich Aufrechterhaltung von Intensität + Konzentration der Wiedergabe, ob damit nicht u.U. der Stimmen der Solisten zu sehr beansprucht werden, bin ich mir nicht sicher. (Die Jenufa in Hannover wurde auch ohne Pause aufgeführt.)


    Deine Zeilen motivieren sehr, eine Vorstellung dieser musikalischen und szenischen Realisierung zu besuchen.


    Viielen Dank für deine Mühe.


    :hello:

  • Guter Link. Das Feedback von Rainer Wagner liest sich auch sehr wohlwollend.


    Nicht zuletzt deshalb auch gerät dein Feedback verständnisreich und sachkundig, weil einerseits der Gegenstand des sog. „Regietheaters“ in kritischer Distanz berücksichtigt und andererseits vermieden wird, mit so simpel verwendeten Allgemeinplätzen, wie z.B. „Librettotreue“ zu operieren.


    Vielen Dank !
    :hello:

  • Hallo Caruso,
    .
    Ist die Traviata eine Co Produktion mit dem Opernhaus Graz? Die dortige Traviata wird auch ohne Pause gezeigt und die große Chorszene auf dem Fest wurde in Graz gestrichen. Gibt es die denn in Hannover? Die Düsseldorfer Traviata dauert mit 2 Pausen fast 3 Stunden. Aber dafür gibt es ein sehr aufwendiges Bühnenbild.

  • Danke für diese sehr lesenswerte Kritik. Ich war so mit einem Tunnelblick ausgestattet, dass ich meine Zeilen in einen extra Thread einngebracht habe. Vielleicht kann das ja jemand sachkundiges ändern, oder auch nicht. Noch am nächsten Morgeb pochte einem das Herz nach einm so intensiven und spannenden Opernabend. Musiktheater ohne Skandal at its best.


    Wenzeslaus :hello:

  • Ist die Traviata eine Co Produktion mit dem Opernhaus Graz ? Die dortige Traviata wird auch ohne Pause gezeigt und die große Chorszene auf dem Fest wurde in Graz gestrichen. Gibt es die denn in Hannover ? Die Düsseldorfer Traviata dauert mit 2 Pausen fast 3 Stunden. Aber dafür gibt es ein sehr aufwendiges Bühnenbild.


    Das muss wohl eine andere Inszenierung sein. In Hannover wurde ausser der Cabaletta des Germont Père nichts gestrichen. Gerade die Chorszene im dritten Bild war atemberaubend, da ja von allen Seiten gesungen wurde. Gewissermaßen 100-Kanal Surround-Sound!

    ;) - ;) - ;)


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  • Diesen Bericht habe ich ausführlich gelesen, da ich Bezieher der NP bin. Konnte mich bisher trotzdem noch nicht entscheiden, Karten zu bestellen, da die letzten Besuche (schon etwas länger her) mir wegen der jeweiligen Inszenierung missfallen haben. Aber ich überleg's mir noch.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Hallo, Bernward!


    Fangen die in Hannover auch schon mit diesem dämlichen Regietheater an? Da haben wir doch beide schon bessere Zeiten und Aufführungen dort erlebt.



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Hallo Wolfgang,


    die fangen nicht nur an, die sind seit Jahren fleißig dabei. Vor einigen Jahren hat uns die Intendanz von Puhlmann mit diversen Inszenierungen von Bieito "beglückt", jetzt haben wir einen "Ring" von Kosky, und demnächst steht uns das "Trittico" unter der Regie des "Biogashäuser -Täters" Baumgarten ins Haus. Trotzdem überlege auch ich nach Carusos begeistertem Bericht, mir die Traviata anzuschauen, und sei es auch nur wegen der Sängerleistung.


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Die aufregende und anregende Inszenierung von Verdis La Traviata
    ist wieder auf dem Spielplan der Staatsoper Hannover!


    Musikalische Leitung: Benjamin Reiners
    Inszenierung: Benedikt von Peter



    Violetta Valéry: Nicole Chevalier
    Alfredo Germont: Philipp Heo
    Giorgio Germont: Brian Davis


    Chor der Staatsoper Hannover
    Niedersächsisches Staatsorchester Hannover



    Termine
    13.04. Fr 19:30
    19.04. Do 19:30
    13.05. So 18:30
    17.05. Do 18:30
    27.06. Mi 19:30

    ;) - ;) - ;)


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  • Fangen die in Hannover auch schon mit diesem dämlichen Regietheater an?

    Sitzt hier nicht eine der Zentralen? Hannover ist auch in meiner Reichweite, aber von meiner Opernlandschaft gänzlich gestrichen.
    Für die Traviata lohnt es sich nach Magdeburg auszuweichen. Für den Barbiere fahre ich lieber nach Hamburg.

  • Ich kenne die Oper in Hannover noch aus meiner Militärzeit. Da liefen noch wunderbare Opernaufführungen und nicht so ein Schwachsinn! Wer nicht viel auf Qualität wert legt, soll sich das ruhig antun. Gottseidank bin ich noch in der Lage, zwischen Kitsch und Kunst zu unterscheiden.




    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Gottseidank bin ich noch in der Lage, zwischen Kitsch und Kunst zu unterscheiden.


    Das weiß ich an Dir zu schätzen und das ist einer der Gründe warum ich Dich so sehr mag, lieber Wolfgang. Nur mit dem Wort "Kitsch" bist Du heute aber sehr höflich und harmlos. Wir wissen aber beide, was gemeint ist.


    Dir einen schönen Abend und herzliche Grüße
    CHRISSY
    (Sch... ,daß Gladbach gestern vergeigt hat. Habe so sehr auf den Rauswurf der Bayern gehofft !!!)

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Die SFR-Bohème ist ganz klar K.... !!!

    Sollten die ... !!! nach dem K für Kunst stehen, dann ist das zwar richtig, aber trifft es nur teilweise und fast oberflächlich. Diese Boheme ist in ihrer Gesamtheit für mich, und ich betone für mich (!!!), ein "Jahrhundert- Kunstwerk", das Non plus ultra. Aber jeder darf das gerne und selbstverständlich anders sehen...
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Wer nicht viel auf Qualität wert legt, soll sich das ruhig antun.

    Hannover ist auch in meiner Reichweite, aber von meiner Opernlandschaft gänzlich gestrichen.


    Sorry, liebe Freunde, aber das sind nun wirklich bornierte Reaktionen auf eine sehr freundlich gemeinte Einladung, die ich beim besten Willen nicht verstehe.


    Es gibt im Forum zwei Threads zu der Traviata in Hannover, einen habe ich begonnen und einen Wenzeslaus. Beide haben wir versucht darzustellen, dass dies eine szenisch wirklich fesselnde und musikalisch überragende Aufführung ist. Andere haben ähnlich geurteilt. Ich habe die Produktion dreimal erlebt und jedes Mal war das Publikum geradezu gebannt und jedes Mal gab es am Ende im ausverkauften Haus standing Ovations (In Hannover wahrlich eine echte Sensation!).


    Die letzten Aufführungen im Herbst waren durchweg ausverkauft! Es war also schwer, Karten zu bekommen. Jetzt sind wieder einige Aufführungen angesetzt und ich dachte, es wäre nett, darauf hinzuweisen, dass man die Einstudierung nun wieder sehen kann. Und dann kommen so unqualifizierte Reaktionen von Menschen, die überhaupt nicht wissen, worüber sie sich mokieren und was sie aburteilen.
    Es tut mir leid, aber das empfinde ich als ignorant und intransigent!
    (Sorry, lieber Siegfried, dass ich auf Fremdwörter ausweiche, aber ich wollte die ehrenwerten Musikfreunde nicht banausenhaft schimpfen! Die Fremwörte bezeichnen genauer die Verweigerungshaltung, die ich kritisiere, ohne gleich Schimpfworte zu sein!)


    Mich ärgert die Sache so sehr, dass ich darauf verzichte, eine gute Nacht zu wünschen. Ich fürchte, dass ich selber nicht werde einschlafen können!



    Caruso41
    .

    ;) - ;) - ;)


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  • Zitat

    Und dann kommen so unqualifizierte Reaktionen von Menschen, die überhaupt nicht wissen, worüber sie sich mokieren und was sie aburteilen.
    Es tut mir leid, aber das empfinde ich als ignorant und intransigent!

    Es tut mir auch Leid. Aber hattest du dich nicht sogar für Calixte Bieito erwärmen können? Sollte ich mich da irren? Da fällt mir auch nichts zu ein!

    W.S.

  • Mich ärgert die Sache so sehr, dass ich darauf verzichte, eine gute Nacht zu wünschen. Ich fürchte, dass ich selber nicht werde einschlafen können!

    Na das ist aber wirklich etwas übertrieben, oder?



    Zitat

    (Und immerhin habe ich im Laufe der Jahrzehnte weit über 100 Aufführungen des Werkes gehört und dabei (die gute Buchführung gibt Auskunft! - 52 Interpretinnen der Partie live genießen können.)

    Siehst du, Caruso, wenn hier einer schlaflos wäre, dann müsste ich das wohl sein. Und zwar vor purem Neid! Unter diesen 100 Aufführungen waren sicherlich wahre Juwelen drunter - auch und gerade, was die Inszenierung anbetrifft - denn du hast ja mal in einem Thread erwähnt, dass du seit 1953 eifriger Opernbesucher bist.


    Nun ja, wenn ich auf einen solchen Schatz an Aufführungen zurückblicken könnte, dann könnte ich mir vielleicht auch mal Traviata als halbkonzertantes Kammerspiel anschauen, obwohl ich mich an den standing ovations aller Wahrscheinlichkeit nach nur im Bezug auf gute Sänger beteiligen würde. Was aber ist meine Realität? Außer auf DVDs oder im Netz habe ich bisher vielleicht 1 oder 2 Aufführungen erlebt, die wirklich ansehbar waren, und das wird sich durch das Regisseurtheater sobald auch nicht ändern. Unsere Voraussetzungen sind also nicht zu vergleichen.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Hallo,


    als Hannoveraner habe ich die "Traviata" natürlich auch gesehen und stimme Carusos Kritik voll und ganz zu. Eine brillante Sängerin, die wirklich alles gibt und der Partei völlig neue Charakterzüge abgewinnt. Für diejenigen, die die Traviata schon oft gesehen haben, meiner Meinung nach ein absolutes Muß.


    Schöne Grüße
    wega

  • dann könnte ich mir vielleicht auch mal Traviata als halbkonzertantes Kammerspiel anschauen,

    Da ist nichts halbkonzertant! Vielmehr bekommt man ein Theaterereignis, das augesprochen tief in den Stoff, den Text und die Musik hineinlotet!



    als Hannoveraner habe ich die "Traviata" natürlich auch gesehen und stimme Carusos Kritik voll und ganz zu. Eine brillante Sängerin, die wirklich alles gibt und der Partei völlig neue Charakterzüge abgewinnt. Für diejenigen, die die Traviata schon oft gesehen haben, meiner Meinung nach ein absolutes Muß.

    Ganz richtig, lieber Wega: man bekommt auch eine Sängerleistung, die allein schon den Abend lohnen würde - selbst wenn es gar keine Inszenierung gäbe...


    Aber ich fürchte, dass es uns wie Harlekin geht, den Zerbinetta schließlich tröstet "Hübsch gepredigt, aber tauben Ohren!"


    Beste Grüße an alle Nicht-Tauben!


    Caruso41


    .. .. .. :jubel: .. .. ..

    ;) - ;) - ;)


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  • Aber ich fürchte, dass es uns wie Harlekin geht, den Zerbinetta schließlich tröstet "Hübsch gepredigt, aber tauben Ohren!"


    Das war ja wohl umgekehrt (und eigentlich auch kein Trost...)!


    ;)

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Das war ja wohl umgekehrt (und eigentlich auch kein Trost...)!



    Natürlich war es umgekehrt! Aber die Ohren waren halt taub!


    Und Du wirst es uns nicht verübeln, wenn wir es einfach als Trost hören...


    Es ist so schön getröstet zu werden! (Am liebsten von Elisabeth Grümmer "...wie einen seine Mutter tröstet..")

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • LIebe Sognatrice

    Zitat

    Außer auf DVDs oder im Netz habe ich bisher vielleicht 1 oder 2 Aufführungen erlebt, die wirklich ansehbar waren, und das wird sich durch das Regisseurtheater sobald auch nicht ändern.

    Uns unterscheiden etwa 40 Jahre. Da hatte ich ja früher noch das große Glück, anschaubare Aufführungen zu sehen. Und zwar die meisten. Seitdem das Regisseurstheater fast alles verunstaltet, habe ich mich vom Theaterleben fast gänzlich zurückgezogen und schaue nur noch DVD's. Köln, Düsseldorf, Essen wären für mich vielleicht noch Möglichkeiten, ober was gibt es denn da noch Gescheidtes. Was Leverkusen einkauft, kann man inzwischen auch weitgehend vergessen. Also Rückzug auf voller Front.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Uns unterscheiden etwa 40 Jahre. Da hatte ich ja früher noch das große Glück, anschaubare Aufführungen zu sehen. Und zwar die meisten. Seitdem das Regisseurstheater fast alles verunstaltet, habe ich mich vom Theaterleben fast gänzlich zurückgezogen und schaue nur noch DVD's. Köln, Düsseldorf, Essen wären für mich vielleicht noch Möglichkeiten, ober was gibt es denn da noch Gescheidtes. Was Leverkusen einkauft, kann man inzwischen auch weitgehend vergessen. Also Rückzug auf volle Front.


    Da kann ich Dich nur bedauern!


    Solange ich es noch kann, brauche ich den Besuch im Opernhaus und das Live-Erleben!
    Musik- Konserven können für mich kein Ersatz sein!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Lieber Caruso41


    natürlich sind Musikkonserven kein vollwertiger Ersatz. Aber wenn ich im Theater die Oper nur noch ertragen kann, wenn ich sie mit geschlossenen Augen sehen muss, weil das, was da auf der Bühne geschieht, widerlich ist, dann gehe ich lieber ins Konzert oder in die konzertante Aufführung einer Oper oder ich investiere das Geld, über dessen Ausgabe ich mich schwarz ärgern würde, in die DVD. Wobei ich sogar die Chance habe, mir mehr leisten zu können und vieles Unbekannte kennen zu lernen, das ich im Opernhaus wahrscheinlich nie zu sehen bekomme. Du darfst mich eher bedauern, wenn ich in den Schund gehen soll, der heutzutage vielfach geboten wird. Das ist jetzt keine Kritik zu deiner Schilderung der Traviata in Hannover, über die ich hier nicht mitreden möchte.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Zitat: "Man bekommt auch eine Sängerleistung, die allein schon den Abend lohnen würde - selbst wenn es gar keine Inszenierung gäbe..."


    An der Sängerleistung habe ich die wenigsten Zweifel. Für mich macht der Satz eher so einen Sinn: "Der Abend würde alleine lohnen, wenn es keine Inszenierung gäbe!"
    Aber das ist Geschmackssache, so wie z.B. die Stierkopfmasken und alles andere Geschmackssache sind.


    Wer einen anderen Geschmack hat wird fix als "beschränkt" und "unwissend" (ignorant) betitelt. Und "taub" sowieso. Aber da werde ich mich jetzt altersmilde mit abfinden, ohne wirklich "unbeugsam" (intransigent) zu sein. Denn die Meinung des Andersdenkenden... ach, was soll`s.
    Wem die Hannoveraner Traviata gefällt, dem neide ich es. Denn ich habe sie vor der Tür und ich wollte, ich könnte damit was anfangen. Ich wünsche jedem hier, dass er mit seinem Geschmack und der Erfüllung seiner persönlichen Glücksmomente in der Oper erfolg hat. Es liegt mir wirklich fern, jemanden schlaflose Nächte zu bereiten, nur weil ich das Regietheater meide. Obwohl dem Herrn Regiesseur... :pfeif:


    Also bitte wieder lieb sein!

  • Zitat

    Wer einen anderen Geschmack hat wird fix als "beschränkt" und "unwissend" (ignorant) betitelt. Und "taub" sowieso. Aber da werde ich mich jetzt altersmilde mit abfinden, ohne wirklich "unbeugsam" (intransigent) zu sein. Denn die Meinung des Andersdenkenden... ach, was soll`s.


    Hallo, Oranje!


    Das man von bestimmten, allwissenden Leuten so beschimpft wird, daran habe ich mich bald gewöhnt. Da mußt du drüber wegsehen. Davon kannst du nichts anderes erwarten.



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Doch! Ich erwarte anderes. Und ich erwarte gerade hier anderes und gehe weiterhin davon aus, dass Caruso sich aufgrund meiner ersten Äußerung gekränkt gefühlt hat. Obwohl meine Äußerung gar nicht ihm, sondern der Traviata galt. (Es sei denn, er wäre der Regiesseur...). Er hat es sicher auch aus Erfahrung mit anderen Mitgliedern hier im Forum irgendwie persönlich aufgefasst.


    Jegliches Abwatschen, "Mokieren" (noch´n Zitat) oder lästerliches Erniedrigen anderer Geschmäcker oder gar Mitglieder liegt mir ehrlich fern. Das erwarte ich aber auch ganz selbstbewusst von allen anderen, gerade hier. Nichts wäre jedoch erbärmlicher, als dass hier alle die selbe Meinung zu allem und den selben Geschmack hätten und wir das Forum nur noch bräuchten, uns gegenseitig zu bestätigen und lobzuhudeln. Ich mag die verbale Konfrontation bis hin zur Polemik mitunter gerne, aber immer an der Sache, nicht an der Person. Ein Selbstanspruch, dem ich vielleicht nicht immer gerecht werde. Aber ich finde, jeder hat hier auch die Chance, seine Äußerungen zu überdenken und gegebenfalls umzuformulieren, ohne dass ganz Tamino auf dem Sofa sitzt und übel nimmt.



    Editiert: Ich streiche "vielleicht" im vorletzten Satz und ersetze es durch "sicher".