Präferenzen, Referenzen und Besitzerstolz oder Muss ich die 30. Aufnahme eines Werkes auch noch haben...

  • Je mehr ich besitze, desto weniger Freude habe ich an einzelnen Sachen

    Lieber Klaus
    Auf diese kluge Erkenntnis möchte ich Dir mit einem sehr weisen Spruch antworten und zum Nachdenken anregen:


    Der Mensch wird mit jedem erfüllten Wunsch ärmer !


    Herzliche Grüße
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Zitat

    "Drum lebe mäßig, denke klug, wer nichts gebraucht, der hat genug." W. Busch


    Ich weiß, dass ich nicht alles haben kann, schon gar nicht alles sammeln. Ergo habe ich 2-3 Werke, die mir am Herzen liegen, herausgesucht und sammle da jede Menge Einspielungen. (Eroica, Mahler 9, Brahms KK1)
    Okay, auch ich habe stücka 20 Beethovenzyklen, aber im Ernst: Anhören tue ich mir nur ganz wenige und die anderen höchstens mal zum Vergleich oder nach dem Motto. "Da war doch noch...." Zumal JR Recht hat, dass, wenn man eine Stilrichtung an Interpretationen ausreichend (3-4) hat, dann kann man sich viele andere schenken und lieber andere Interpreationsstile angehen, statt Verfeinerungen immer derselben Masche zu suchen.


    Dazu fällt mir ein:

    Zitat

    Ein Fachidiot ist einer, der über immer weniger immer mehr weiß, bis er schließlich über nichts alles weiß. Ein Generalist ist das Gegenteil.


    Auch habe ich es aufgegeben, irgendeinen Interpreten "vollständig haben" zu wollen. Ich habe zwar "ne Tonne Klemp"und "einen Meter" S. Richter, um den ich aber kein Gedöhns mache, denn da waren ja andere hier im Forum vor.
    Aber ich habe es aufgegeben, jede inzwischen fast schon unbedeutende Edition zu begrüßen. Da höre ich lieber was Neues!


    Gruß aus Kiel

  • Der Mensch wird mit jedem erfüllten Wunsch ärmer !


    sagen wir: mit jedem erfüllten Traum ...


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • Der Mensch wird mit jedem erfüllten Wunsch ärmer ! .......... sagen wir: mit jedem erfüllten Traum ...

    Lieber Farinelli
    Wenn wir das philosophisch und auch psychologisch betrachten wollen, würde ich sagen, zuerst ist der Traum und daraus entsteht (folgerichtig und zwangsläufig?) der Wunsch. Stimmst Du da mit mir überein?
    Herzlichst
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Verzeih ... ein Streit um Worte; ich wollte eigentlich bloß sagen, daß ich ganz bei dir bin und den tiefen Gedanken, den du ausgesprochen hast, voll und ganz nachempfinde.


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • Verzeih ... ein Streit um Worte


    Da gibt es doch nichts zu verzeihen und gestritten haben wir doch auch nicht. Im Gegenteil, ich finde es gut, daß hier jemand philosophisch mitgeht und die Meinung teilt.

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Hallo,
    ob es sich nun um den Traum oder den Wunsch handelt dürfte Nebensache sein. Die hier vertretene Meinung ist aber m. E. nur eine Seite der Medaille; ein Beispiel erklärt, was ich meine:


    Im Herbst 2011 habe ich mir - mit einer Bekannten - einen lang gehegten Traum/Wunsch erfüllt: 2 Wochen Urlaub in einem Spitzenhotel auf Madeira, zumindest was die Lage betraf (auf einem Felsplateau direkt am und hoch über dem Meer mit entspr. Weitblick, auch vom Zimmer aus, hinaus auf den Atlantik) und 1 Woche Mietauto, ich meine, die Insel nun etwas zu kennen (Funchal habe ich dabei ausgespart!).


    Richtig, ich bin nun um einen Wunsch ärmer - aber ich bin zugleich mit Vielem bereichert worden und für mich ist es müßig zu fragen, was denn nun besser ist - und saldieren geht noch weniger.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Ich schlage mich hier natürlich besinnungslos auf die Seite derer, die Stücke sammeln und nicht Interpretationen. Manchmal braucht man allerdings ein paar Versuche, um die ideale Aufnahme zu finden. Und wenn ich die habe, brauche ich keine andere mehr. Ein paar Beispiele: Machaut: Messe de Notre Dame - Deller-Consort und Collegium Aureum. Das spanische siglo de Oro: Jordi Savall. Janacek: Mackerras. Cavalli: René Jacobs. Schütz: die alten Ehmanns und die neuen Herreweghes. Flämische und englische Polyphonie: The 16. Haydn: Hogwood, Immerseel, Freiburger Barockorchester. "Neue" Opern wie Palestrina und Mathis der Maler: Kubelik.
    Alle 5 Jahre höre ich meinen ganzen Bestand durch und scheide auch Aufnahmen aus.
    Opern - CDs kaufe ich eigentlich nicht mehr, ich nehme mir die Oper aus dem Fernsehen auf und sehe dann eine halbe Stunde hinein, bevor sie archiviert oder gelöscht wird.

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • "Müssen" tut man natürlich nicht. Aber wenn es sich aus irgendwelchen Umständen ergibt, bin ich auch nicht abgeneigt. Ich bin generell eher jemand, der in die Höhe als in die Breite sammelt (wobei ich dem entgegenzuwirken versuche).


    Wenn ich mich nicht verzählt habe, listet meine Datenbank z. Zt. z. B. 45 Aufnahmen von Sibelius' 2. Symphonie (im Vergleich "nur" 26 der 7., 24 der 5., 20 der 4., 19 der 1., 17 der 3. und 16 der 6.). Das liegt aber wohl nicht zuletzt daran, daß die 2. mit Abstand am häufigsten und die 6. am seltensten aufgenommen wurde.


    Meine Beethoven-Aufnahmen überblicke ich mittlerweile auch fast gar nicht mehr (ist noch nicht elektronisch erfaßt). Ich gehe von gut zwei bis drei Dutzend Gesamtzyklen und zig zusätzlichen Einzelaufnahmen aus.


    Bei Wagner habe ich tlw. auch sehr viele Aufnahmen einer Oper (Spitzenreiter dürfte mit einiger Sicherheit "Parsifal" sein, wo alleine zwölf Knappertsbusch-Aufnahmen verzeichnet sind), manchmal aber auch nur eine oder zwei (bei den Frühwerken).


    Verzichten würde ich ungern auf irgendeine, auch wenn rational gesehen natürlich nicht so viele nötig gewesen wären.


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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  • Wenn ich von hochgeschätzten Komponisten, wie Beethoven, Schostakowitsch, Khatchaturian, Sibelius, Brahms eine recht grosse Anzahl an Vergleichsaufnahmen angeschafft habe, dann um nicht unbedingt "die Beste" kennenzulernen, sonders die, die mir am meisten liegt ! Das muss ja nicht unbedingt immer die Werkgetreueste sein !


    Es steht für mich bereits jetzt fest, dass ich auf Dauer nur die CD´s/GA behalte, bei denen ich mir ganz sicher bin, dass das für mich die Allerbesten sind und immer bleiben werden. Ich denke da an höchstens 3-4 GA/Zyklen die verbleiben werden. Denn nur diese CD´s will ich auf Dauer auch noch hören. Der Rest, den ich nicht mehr hören will, ist totes Kapital, nimmt Platz weg, liegt nur rum und kann somit abgesetzt werden.


    ;) Man sollte sich mal folgendes durch den Kopf gehen lassen:
    Bei der Riesenanzahl an CD´s kann und wird man warscheinlich nie dazu kommen wirklich alle in Gänze zu hören. Das ist doch bei dem was man alles hören will Zeitverschwendung eine CD aufzulegen, von der man ohnehin nicht mehr überzeugt ist. Da lege ich doch lieber die geschätze Interpretationen auf und erfreue mich daran. Die Anderen können also weg !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Können weg ist gut :|
    Etlich von meinen können auch weg. Sie bleiben aber einfach.
    Woran liegt es? Von manchen weiß ich einfach nichts mehr. Vergessen. Außerdem bestehen ja immer noch Pläne, dass man endlich mal alle 9. von Beethoven mal hinternander hören will oder sonstige abseitige Pläne. Das Zeug liegt wie Blei im Regal, wird ab und zu hin und her sortiert.
    Außerdem habe ich keine Energie übrig, mich bei Ebay zu engagieren und Verpackungen zu besorgen usw.
    Auch sind manche schon sehr gut. Aber der Unterschied ist selten groß genug.
    Also ich glaube, der größte Teil de Sammelei ist einfach irrational und der Bekannte, von dem ich oben schrieb ist nur ein extremes Beispiel. Irgendwie sind wir alle hier wahrscheinlich ein wenig bekloppt.
    :baeh01:
    Klaus

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Viele der hier geäusserten Ansichten waren mal die meinen - eine Zeitlang. Denn sie alle haben bedingt Gültigkeit.


    Zitat

    Aber ich glaube nicht, dass mich Offenbarungen erwarten und ich sehr viel verpassen würde, wenn ich keine einzige neue Beethovenaufnahme mehr anschaffen würde.


    Das mag DERZEIT vermutlich der Wahrheit ensprechen - aber ich hoffe für Dich, daß sich das im Laufe Deines Lebens noch ändern wird.



    Zitat

    Ich würde die in erster Linie anschaffen, um "mitreden" zu können.


    Das wäre immerhin EIN Grund - und vielleicht nicht der Schlechteste. Ich spreche hier aus Erfahrung. Welche Freude aber, wenn - oft sogar nach anfänglichem Widerwillen - sich im neu Erworbenen, dann so manches befindet, was man unter "persönliche Bereicherung" einreihen darf....



    Zitat

    Wenn ich nun diesen Wahnsinn (denn daran grenzt es bereits) in derselben Weise bei anderer Musik, die mich interessiert und die seit den 1920ern breit dokumentiert ist also zB Beethovens Klavier- und Kammermusik, Brahms-Sinfonien, Chopin, treiben würde, könnte ich vermutlich kaum noch andere Musik (zB Bach, Händel, Haydn, Schubert, Schumann usw.) als die genannte mehr hören.


    Das ist absolut richtig.
    Aber "Beethoven" ist ja in diesem Zusammenhang lediglich eine Variable, die jeglichen Namen annehmen kann. Jeder wird diejenigen Werke, Komponisten und Interpreten extrem oft in seiner Sammlung haben, welche ihm persönlich wichtig erscheinen. So ist - allem Anschein nach - die Gefahr, daß meine Sammlung durch Mehrfachbesitz der Werke von Berg, Webern, Schönberg, Boulez, Ligeti, Henze oder Cage aus den Fugen gerät - wesentlich geringer als beispielsweise von Schubert. So regelt sich alles ganz von selbst.....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Viele der hier geäusserten Ansichten waren mal die meinen - eine Zeitlang. Denn sie alle haben bedingt Gültigkeit.




    Das mag DERZEIT vermutlich der Wahrheit ensprechen - aber ich hoffe für Dich, daß sich das im Laufe Deines Lebens noch ändern wird.


    Wieviel "Offenbarungen" hast Du denn in den letzten 25 Jahren erlebt, die Deine Haltung, dass zB bei Mozarts g-moll-Sinfonie Böhm eh das einzig wahre sei, und aktuelle Aufnahmen verzichtbar oder gar hässlich wären, erschüttert hätten?
    Meiner Ansicht nach ist bei Werken wie Beethovens Sinfonien der "Möglichkeitsraum" sinnvoller Interpretationen weitestgehend ausgeschöpft. Natürlich könnte noch jemand daherkommen und die Werke in Minimalbesetzung (a la Schoonderwoerd) oder ultralangsam a la Celibidache (ich kenne dessen Aufnahmen nicht) spielen lassen. Und sicher könnte man viele Details anders machen. Aber mir fehlt tatsächlich die Phantasie, um auf diesem Gebiet irgendwas zu vermissen. (Das mag bei anderen, ebenfalls sehr häufig gespielten Werken, anders sein. Was ich zB bislang an Beethovenschen Klavierwerken auf alten Instrumenten gehört habe, lässt sicher noch einigen Spielraum.)



    Zitat


    Das ist absolut richtig.
    Aber "Beethoven" ist ja in diesem Zusammenhang lediglich eine Variable, die jeglichen Namen annehmen kann. Jeder wird diejenigen Werke, Komponisten und Interpreten extrem oft in seiner Sammlung haben, welche ihm persönlich wichtig erscheinen. So ist - allem Anschein nach - die Gefahr, daß meine Sammlung durch Mehrfachbesitz der Werke von Berg, Webern, Schönberg, Boulez, Ligeti, Henze oder Cage aus den Fugen gerät - wesentlich geringer als beispielsweise von Schubert. So regelt sich alles ganz von selbst.....


    Es regelt sich nicht automatisch von selbst. Bei Ligeti oder Cage (oder Louise Farrenc oder Ferdinand Ries) ist die Anzahl der Aufnahmen so überschaubar, dass wohl keine Sammlung davon aus den Nähten platzen wird. Bei Beethoven oder Verdi muss jeder, der nicht beliebig viel Platz (und Zeit zum Hören) hat, dagegen irgendwo Grenzen ziehen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Bei Ligeti oder Cage (oder Louise Farrenc oder Ferdinand Ries) ist die Anzahl der Aufnahmen so überschaubar, dass wohl keine Sammlung davon aus den Nähten platzen wird.


    Ich denke, wenn Du alle Aufnahmen von Werken Ligetis oder Cages sammeln willst, die jemals veröffentlicht wurden, bist Du auch ziemlich beschäftigt. Aber vergleichsweise ist das natürlich wenig.
    :hello:


  • Ich denke, wenn Du alle Aufnahmen von Werken Ligetis oder Cages sammeln willst, die jemals veröffentlicht wurden, bist Du auch ziemlich beschäftigt. Aber vergleichsweise ist das natürlich wenig.


    Es scheint jedenfalls ein halbwegs machbares Unterfangen.
    Das gilt auch für manch einzelne klassische Werke. Ich habe zumindest die gängigen, auf CD erhältlichen Aufnahmen von Haydns "Pariser Sinfonien" bis auf 4 oder 5 (Ansermet, Karajan, Dutoit, die Naxosaufnahme) alle gehört oder besessen (Dorati, Marriner, Wolf, Goodman, Brüggen, Fischer, Kuijken, Harnoncourt, Fey, Weil). Selbst wenn ich mich diesbezüglich verschätzen sollte, mehr als 25 gibt es ziemlich sicher nicht.
    Demgegenüber war der Observator bei Schuberts C-Dur-Sinfonie bei über 200 und selbst wenn man Radiomitschnitte usw. ausschließt, gibt es vermutlich 80 oder so, bei Beethovens 5. oder Mozarts g-moll sicher noch mehr.


    Das kann ja jeder machen, wie er Spaß hat. Mich interessiert allerdings eben auch noch andere Musik von Beethoven und noch Musik außer Beethoven, teils auch in der Weise, dass ich einige alternative Interpretationen haben möchte. Daher sind für mich 30 Aufnahmen einer oder gar aller Beethovensinfonien nicht erstrebenswert.

    Struck by the sounds before the sun,
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    (Bob Dylan)

  • Meiner Ansicht nach ist bei Werken wie Beethovens Sinfonien der "Möglichkeitsraum" sinnvoller Interpretationen weitestgehend ausgeschöpft.


    Lieber Johannes,


    dachte man dies nicht auch in den Jahren 1963 (nach Karajan II) und 1985 (vor HIP)?


    Ich glaube nicht daran.


    Järvi hat zumindest einen weiteren Winkel des Möglichkeitenraumes ausgeleuchtet. Bei Chailly bin ich mir noch nicht sicher, habe bisher nur die Sinfonien 1+2 mit ihnm gehört.


    :hello:


  • dachte man dies nicht auch in den Jahren 1963 (nach Karajan II) und 1985 (vor HIP)?


    Das weiß ich nicht. 1985 wäre die Idee nicht so abwegig gewesen, da sich seit Anfang der 1960er nicht viel getan hatte, allerdings hätte man vermuten können, dass HIP überschwappt. Ulrich Schreiber findet Ende der 1970er die ersten Versuche mit Kammerorchester (Marriner) und evtl. frühem HIP (Collegium Aureum) wenig aussichtsreich. Jedenfalls haben wir inzwischen mit dem HIP-Spektrum, sowie Interpretationen auf modernen Instrumenten, die von diesem Ansatz beeinflusst sind, objektiv qualitativ mehr unterschiedliche Optionen.



    Zitat

    Järvi hat zumindest einen weiteren Winkel des Möglichkeitenraumes ausgeleuchtet.


    Järvi (ich habe 3+8´) ist m.E. grob gesagt Gardiner auf modernen Instrumenten oder ein verbesserter Zinman mit kleinerem virtuoserem Orchester: superschlank und superschnell. Ich will nicht bestreiten, dass solche "Neuerungen" im Detail möglich sind. Vielleicht eben auch ein "Furtwängler" in moderner Klangtechnik. Wobei ich auch nicht glaube, dass sich solch ein Ansatz ohne weiteres in die heutige Zeit transportieren lässt. Aber es sind für mich eben in aller Regel keine Offenbarungen.


    Wie gesagt, muss das jeder selbst entscheiden. Ich bin der Ansicht, dass ich nicht zu wenige, sondern eigentlich schon viel zu viele Aufnahmen der Beethoven-Sinfonien besitze, nicht zuletzt, weil ich eine Reihe davon noch gar nicht gehört habe.

    Struck by the sounds before the sun,
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    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • nicht zuletzt, weil ich eine Reihe davon noch gar nicht gehört habe


    das wär doch mal ein thread - so wie ungelesene Bücher ungehörte CDs - Platten, die ich nie aufgelegt habe ...


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • das wär doch mal ein thread - so wie ungelesene Bücher ungehörte CDs - Platten, die ich nie aufgelegt habe ...


    Noch weiter quotensteigernd könnten sich auswirken:


    Heute NICHT gehört ...


    Heute NICHT gekauft ...


    Heute NICHT geschenkt bekommen ...


    Tamino 2013 - was hat es mir NICHT gebracht ...


    Die hundert SCHLECHTESTEN Inszenierungen von Otto Schenk ...


    Die Rückkehr der Regietheater-Ritter ...


    :hello:

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  • das wär doch mal ein thread - so wie ungelesene Bücher ungehörte CDs - Platten, die ich nie aufgelegt habe ...


    Welch dunkle Ahnung trieb Dich nur zu dieser vermeintlich scherzhaften Aussage?
    Denn dergleichen gibt es tatsächlich!



    :thumbsup:

    'Architektur ist gefrorene Musik'
    (Arthur Schopenhauer)

  • Die extem selektive Kaufpolitik, welche manche hier betreiben, führt in der Tat zu einer einseitgen Klassiksammlung.
    Denn für Newcomer ist hier nur selten Platz, wer kauft schon eine Aufnahme eines 20 jährigen Jungpianisten (auch wenn er etliche Wettbewerbe gewonnen haben mag) - wenn sich der gegen Brendel, Arrau, Pollini, Haskil, Kempff, Backhaus, Buchbinder oder Gulda behaupten muss?

    Diesem berechtigten und bedenkenswerten Einwand stimme ich selbstkritisch zu. Unbekannte Namen finden sich in meiner Sammlung kaum. Allerdings weiss ich auch nicht, warum ich in Sachen Schuberts Klavierwerke zu anderen, gar unbekannten Aufnahmen greifen sollte, wo ich es doch so hören will und mag, wie es Brendel spielt...



    Aber ich glaube nicht, dass mich Offenbarungen erwarten und ich sehr viel verpassen würde, wenn ich keine einzige neue Beethovenaufnahme mehr anschaffen würde. Ich würde die in erster Linie anschaffen, um "mitreden" zu können.

    Dafür wäre mir persönlich mein Geld auch zu schade. Für einen Menschen, der mit Klassikrezensionen sein Geld verdienen muss, mag es anders aussehen. Aber der muss sich die CDs wahrscheinlich auch nicht selbst kaufen.


    :hello:
    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)

  • Lieber Glockenton!


    Du sagst da etwas Wichtiges, wenn Du von Zufriedenheit mit einer Aufnahme schreibst. Ich finde, dass das eine Sache ist, die man ja auch irgendwie anstrebt, anstatt immer Neues zu suchen (und nie ein Ende zu finden).
    Und wer so etwas gefunden hat, der soll sich glücklich schätzen.


    Tschö
    Klaus

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Ich habe diesen Thread soeben nachgelesen und mich gewundert dass seit dem letzten Eintrag schon sol lange Zeit vergangen ist. Ferner habe ich mich gewundert, daß einige nach längerer oder kürzerer Zeit des Suchen ihre "Idealaufnahme " gefunden haben und sich nunzufrieden zurücklehen. Zufriedenheit ist der Hemmschuh des Fortschritts. Nun ist es ja so, daß es in Sachen Interpretation eingentlich keinen Fortschritt geben kann oder soll. Dennoch gibt es immer wieder Aufnahmen, die neben den ganz großen bestehen könnten, wären da nicht einige Einschränkungen. Wenn ich das am Beispiel Von Karl Böhm und den Mozart- Aufnahmen erläutern darf, das Johannes Roehl weiter oben ins Spiel gebracht hat.
    Die Gesmtaufnahme der Mozart Sinfonien unter Böhm mit den Berliner Philhartmonikern ist zwar sehr gut. aber aufnahmetechnisch allenfalls gehobenes Mittelmaß, die Bässe sind unterbelichtet, die Räumlichkeit nicht ideal. Besser ist hier schon die Wiener Aufnahme, die aber nie vollendet wurde. Böhm wollte die Mozart-Sinfonien unbedingt noch einmal einspielen und hat das Vorhaben nur zögerlich vorangetrieben und immer wieder den Satz von sich gegeben: "Wenn ich es noch erlebe" Leider hat er es nicht erlebt. Auch Bruno Walter war ein hervorragender Mozart Dirigent - Aber er war schon sehr alt als die Stereophonie eingeführt wurde - und er wollte eigentlich keine Aufnahmen mehr machen - somit gibt es keine Gesamtaufnahme. Joseph Krips dirigierte einen strafferen und herberen Mozart als Böhm - Hervorragend - aber leider hat auch er nur eine kleine Auswahl von Sinfonien aufgenommen (für Philips) Die Überspielung auf cd (ich besitze nur eine einzige CD) hat leider nicht die Tonqualität der Langspielplatten) Auch hier ergibt sich das Bild eines Torso in vielerlei Hinsicht. Szell - Er dirigiert einen eindrucksvollen Mozart - aber leider wiederum nicht komplett (ich beziehe mich auf die Sinfonien) Neville Marriner war in den Siebziger Jahren ein Superstar in Sachen Mozart, wird aber heute gelegentlich als zu glatt und harmlos empfunden.
    Wen wundert es da, daß man nach einer "perfekten" Gesamtaufnahe sucht und seine Sammlung immer wieder durch Neuaufnahmen komplettiert ?


    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !