Regietheater - Was bezweckt es eigentlich ??

  • Das ist ein durchschaubarer Versuch, unangenehme Fragen nicht zu beantworten und sich trotzdem aus der Affäre zu ziehen. Na ja. Man kennt sich ...

  • Nun überschätz' dich mal nicht so. "Unangenehme Fragen" sind ganz andere, dies sind banale Fragen, wie ich sie noch aus meiner langjährigen Mitlesezeit von dir kenne und mit denen du dann deine Diskussionspartner aus der Ruhe bringen möchtest. Wird dir bei mir nicht gelingen. Ich weiß, was ich geschrieben habe, ich kenne das Libretto, dieses ist sogar online auf deutsch und italienisch verfügbar und kann von jedem mit ein paar Klicks abgerufen werden. Dort kann selbstverständlich auch das Ende der Oper ("Sie stürzt sich in die Tiefe"(!!) genau nachgelesen werden. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)


  • War dieser Wechsel auf die persönliche Ebene vorhersagbar?


    War diese Trotzreaktion vorhersagbar?


    :hello:


    Nun, genau so vorhersagbar wie deine threadzerstörerischen und vom Thema ablenkenden Aktivitäten... :whistling:
    Aber dieses Schmollen kenne ich nun auch schon sehr gut. Nützt alles nichts. Vor ein paar Seiten habe ich mit Schallundwahn über den historischen Hintergrund der Oper diskutiert. Wir waren/ sind uns über dessen Bedeutung für die regieliche Interpretation desselben nicht einig. Das ist kein Problem, absolut kein Problem. Ich empfand die Diskussion im Großen und Ganzen aber als angenehm, sachlich und beim Thema bleibend. Schallundwahn hat bekundet, gern mit mir zu diskutieren;ein Missverständnis, wie es beim Schreiben nun mal vorkommen kann, wurde ausgeräumt. So, Wolfram, und nur so stelle ich mir eine Diskussion mit unterschiedlichen Standpunkten vor. Für das, was du darunter allerdings verstehst, stehe ich nicht zur Verfügung.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Tatsache ist, dass einige beim Hinterfragen ihrer im vollen Brustton der Überzeugung geäußerten "Meinungen" ganz schnell emotional auf 180 sind. Da frage ich mich: Warum? Wenn sie denn ihre wohlbegründete Meinung haben (die ich ihnen gerne lasse), welchen Grund gibt es dann, alle Grenzen des Anstandes hinter sich zu lassen? Und das in einem Internetforum? Ist es wirklich so ferne liegend, da tiefer liegende Ursachen zu vermuten? Warum da nicht mal auf den Zahn fühlen?


    Deine vermuteten "tiefer liegenden Ursachen" würden mich sehr interessieren, bin ich mehr als gespannt.

    Obiges bis heute nicht beantwortet.


    Das ist ein durchschaubarer Versuch, unangenehme Fragen nicht zu beantworten und sich trotzdem aus der Affäre zu ziehen. Na ja. Man kennt sich ...

    Eben, man kennt sich. So viel zum Thema "unangenehme Fragen nicht beantworten".
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Zitat

    Zitat von Strano Sognator: Für das, was du darunter allerdings verstehst, stehe ich nicht zur Verfügung.

    Liebe Sognatrice,


    mich hat es auch schon gewundert, dass du es solange versucht hast bei jemandem, der Diskussionskultur für sich selbst verlangt, die er selbst am wenigsten beherrscht, der sofort alle Argumente ins Gegenteil verdreht und deinen guten und sachlichen Argumenten nur Schmäh, manchmal auch persönliche Angriffe (die er umgekehrt beanstandet) und Herabwürdigungen entgegenbringt, indem er aus den äußersten Ecken fadenscheinige Argumente hervorsucht, nur um sofort jedem, der anderer Meinung ist, schnell zu widersprechen, selbst Wortklauberei und oberlehrerhaftes Beanstanden von Wortwahl und Tippfehlern nicht scheut, nur um hinter jedem Beitrag möglichst schnell selbstdarstellerisch hervorzutreten und Seiten zu füllen, da ist mir - auch wenn ich darüber nur noch herzlich lachen kann - meine Zeit zu schade. Mit einem Geist, der nur darauf aus ist, allem zu widersprechen, kämpfen Götter selbst vergebens.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen.
    (Henrich Heine)


    Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.
    (Orson Wells)

  • Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen.
    (Henrich Heine)


    Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.
    (Orson Wells)



    Nun ja, Wolfram, zuviel Selbstkritik ist bei dir nun auch nicht gut. Übertreibung schadet nur.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Für S.S.


    Auf dem Weg zur Selbsterkenntnis scheinst Du für mich am Anfang des langen Weges zu stehen.


    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

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  • Liebe, verehrte Sognatrice
    Auf manchen Beitrag zu reagieren, ist es ganz einfach nur schade um die Zeit und die Mühe. Denk´Dir einfach, manch einer hat wieder vergessen seine Medizin zu nehmen.
    Dir ein wunderschönes WE und tanto bene e molto cari saluti
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen.


    Lieber Wolfram,


    ich schätze Dein Wissen (in vielen Threads zu lesen), bewundere Deine Geduld, auf alles eine Antwort zu wissen und sie auch zu schreiben. Aber wenn ich den herrlichen Spruch von Heinrich Heine lese, dann weiß ich nicht so recht, zu welcher Seite ich Dich zuordnen soll. Zweifelsfrei bemerkst Du alles, aber genauso zweifelsfrei trifft zu, daß Du über alles Deine Bemerkungen machst.


    Nun bitte ich Dich aber um Himmels Willen, nicht aufzuhören mit Deinen Antworten. Ich habe an früherer Stelle einmal gesagt, daß Deine Bemerkungen bei mir Heiterkeit und gute Laune verbreiten. Das ist immer noch so. Was kann schöner sein als gute Laune? Dein Fleiß im Forum beweist eigentlich, daß es Dir auch Spaß macht und auch Deine Laune hebt. Und Du sorgst dafür, daß viele, viele Beiträge erscheinen, die ohne Dich nicht erscheinen würden.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Lieber La Roche,


    ich danke Dir für Deine Worte und Deinen freundlichen Hinweis!


    Ein Tamino hatte oder hat in seiner Signatur den Satz stehen "Begib dich in Gesellschaft guter Menschen, und du wirst einer von ihnen" (oder so ähnlich). Vielleicht gilt das ja auch mit umgekehrten Vorzeichen. Man muss jedenfalls aufpassen.


    Wie gesagt: Ich werde mich zurückziehen.


    Danke nochmals für Deinen Hinweis!


    :hello:

  • "Begib dich in Gesellschaft guter Menschen, und du wirst einer von ihnen"


    Na dann, herzlich willkommen, lieber Wolfram. Da bist Du doch bei mir und einigen anderen, trotz manch gegenteiliger Meinung und Ansichten, bestens aufgehoben und aufgenommen.
    In diesem Sinne herzliche Grüße
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Hallo Wolfram,


    wen der Schreiber von Beitrag Nr. 821 mit "manch einer" wohl meint, Dich oder mich? Ungeschickt, sich so unklar auszudrücken.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Zur in diesem Thread erhobenen Frage kommt mir eine zynische Antwort, nachdem ich heute die Auslastungszahlen der Komischen Oper Berlin für das Jahr 2011 gesehen habe. Für 31 Millionen Euro Subventionen gelingt gerade mal eine Auslastung von 58 Prozent! Aber hallo!!!(Die anderen zwei Berliner Operhäuser liegen da doch etliches drüber.)
    Also kann doch die Antwort nur sein: Möglichst viel Geld für wenige Interessierte verjubeln :pfeif: !
    Nun, die Wirtschaftskrise wird's schon richten und gute Nacht Zürich für die nächsten ca. drei Jahre. Bin gespannt auf die Zahlen der Abonnements-Verkäufe für die nächste Saison (hinter den Kulissen wird schon einiges gemunkelt...)!

  • Zur in diesem Thread erhobenen Frage kommt mir eine zynische Antwort, nachdem ich heute die Auslastungszahlen der Komischen Oper Berlin für das Jahr 2011 gesehen habe. Für 31 Millionen Euro Subventionen gelingt gerade mal eine Auslastung von 58 Prozent! Aber hallo!!!(Die anderen zwei Berliner Operhäuser liegen da doch etliches drüber.)
    Also kann doch die Antwort nur sein: Möglichst viel Geld für wenige Interessierte verjubeln :pfeif: !
    Nun, die Wirtschaftskrise wird's schon richten und gute Nacht Zürich für die nächsten ca. drei Jahre. Bin gespannt auf die Zahlen der Abonnements-Verkäufe für die nächste Saison (hinter den Kulissen wird schon einiges gemunkelt...)!


    Nun rate mal, was passieren würde, wenn dieses 31 Millionen Subventionen plötzlich wegfielen.... :pfeif:8-)

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Ich glaube, dem lieben Alfred war es zwischenzeitlich zu ruhig im Forum, dass er all die neuen Regietheater-Threads unters Tamino-Volk geworfen und dann quasi "unhörbar" wie ein Filmregisseur gerufen hat:


    "Uuuuund Äktschen!!!"


    Liebe Grüße


    Willi :D

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Seit geraumer Zeit vermisse ich Diskussionen über Sinn- und Unsinn des Regietheaters. Auch wenn die Diskussion zeitweise unfair gelaufen ist und persönliche Angriffe im anonymen Web für meine Begriffe ein besonderes Foul darstellen undunterbleiben sollten, so hat diese Diskussion auf verschiedenen Seiten mir doch viel gegeben. Vor Allem wurde ich darin bestärkt, nicht aufzuhören, den Theatermachern durch Zuschriften per Brief und Mail, durch Zeitungszuschriften und auch durch Eintragung in Besucherbücher meine Abneigung zum Ausdruck zu bringen.


    Tamino hat mich darin bestärkt, den ich wußte auf einmal, daß ich nicht alleine bin mit meiner Meinung.


    Ist eine Diskussion nicht mehr erwünscht, gibt es einen Maulkorb, hat etwa die Regietheaterlobby Daumenschrauben angesetzt oder sind alle Freunde traditioneller Inszenierungen in Urlaub? Ersteres wäre äußerst schade, denn ich habe immer noch die Hoffnung, die Zeit zumindest auf diesem Gebiet wieder ein Stück zurückdrehen zu können.


    Ich habe unter der Rubrik - Operninszenierungen von gestern und heute - gelesen "unter ausdrücklicher Ausklammerung des Regietheaters". Wenn das so ist, darf ich nicht mehr darüber sinnieren, das mir etwas nicht gefallen hat - weil es durch die Regie zu einer Verunstaltung kam? Bleibt Tamino damit ein Forum, wo ausgesprochene Fachleute (deren Meinung mein Wissen ungemein erweitert haben!!) darüber diskutieren, ob im 34. Takt irgendeines Werkes Karajan oder Kleiber mehr ausgesagt haben? Dann ist Tamino ein Eliteforum, aber nicht mehr von allgemeinen Interesse.


    Vielleicht habe ich auch nur etwas übersehen.


    Freundlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Zitat

    hat etwa die Regietheaterlobby Daumenschrauben angesetzt oder sind alle Freunde traditioneller Inszenierungen in Urlaub?


    Uber den ersten Teil des Satzes musste ich wirklich lachen - und nachdenken zugleich.


    Welcher Gehirrnwäsche wurde das Publikum des "konventionellen Operntheaters" unterzogen, daß man den "Werkverfälschern" solch einen Einfluß zutraut ? Ich muß mich da schon sehr wundern !!!
    Das forsche Auftreten dieser Leute ist Teil ihrer Einschüchterungsstrategie, weil sie wissen daß ihre Macht auf tönernen Beinen steht, soll heissen, daß sie nur solange Einfluß haben , als gewisse Denkweisen im Publikum und in der Politik so verankert sind, daß sie sich ihrere eigenen Urteilskraft unsicher sind.
    Dazu gehören Sätze wie z.B.: "Man will ja nicht, daß das Operntheater museal wird" - Warum eigentlich nicht ?
    Wir übermalen ja auch keine Rembrandts und Rubens, keine Michelangelos - zumindest bis jetzt nicht !!!


    (hier geht es nicht um den zitierten Satz, sondern um die innere Einstellung)
    Man möchte den "professionellen" Theatermachern - auch wenn sie "Schrott" produzieren - nicht widersprechen, fühlt sich "intellektuell unterlegen" Das gilt gleichermaßen für normales Publikum, als auch politische Entscheidungsträger, die ja in den seltensten den Schöngeistern zuzuzählen sind.


    Und hier ist bereits wieder eine weiterer (vorübergehender !!) Teilsieg der Verfremdungstheaterlobby:
    Es ist ihnen gelungen, absoluten Schrott und Stumpfsinn als "intellektuelles Produkt" zu verkaufen - des "Kaisers neue Kleider lassen grüßen" - Es ist hier nicht das Problem,daß jene Leute, die auf Kosten aller Steuerzahler gegen den Publikumsgeschmack inszenieren, mit Methoden, die in der Vergangenheit so erfolgreich waren, das Publikum und die öffentliche Meinung z manipulieren versuchen - das Gefährliche ist hierbei, daß es ihnen immer wieder gelingt.......


    Und solange dies der Fall ist wird sich diese Gruppe über Wasser halten - solange bis alles Geld verbraucht ist - und der Volkszorn (der Opernbesucher) sie auf immer hinwegfegt. Und hier scheinen die Chancen in letzter Zeit doch nicht so schlecht zu sein. Operngrößen wagen den Aufstand, Kritiker vernichten lustvoll entstellende Inszenierungen und das Publikum straft mit "Verweigerung" Diese Entwicklung ist meiner Meinung nach nicht mehr aufzuhalten - und das wissen einige Regisseuere und Intendanten auch. Intendanten müssen volle Häuser bringen, wenn sie in Zukunft "überleben" wollen. Deshalb spricht man bereits gelegentlich versöhnlich von "gemässigt modernen" Inszenierungen - aber dafür ist es meiner Meinung nach zu spät - und es ist vermutlich kein Markt dafür da.
    Die Situation ist ähnlich - aber nicht gleich - wie bei vielen modernen Kompositionen. Niemand möcht als von "gestern" dastehen - aber in der Stunde der Entscheidung greift man dann doch eher zu Mozart, Beethoven oder Brahms ... wobei hier die Situation sicher nicht so zugespitzt ist. Die "Moderne" wird von den "Konservatien" geduldet, weil allem Anschein nach keine Gefahr besteht, daß sie "klassisches" Repertoire verdrängen könnte. Der Widerstand hat schon vor Jahrzehnten begonnen - die Schlacht ist geschlagen.


    Warum es hier im Moment keine RT-Beiträge gibt ?


    Nun - ich vermute, daß hier eine gewisse Ermüdung eingetreten ist - so hat dieser Thread beispielsweise schon 688 Beiträge (!!!)
    Weiters ist eine gewisse Tendenz zu beobachten, daß Regitheaterbefüworter gerne damit argumentieren, das Niveau des Forums sei durch die RT-Threads im Sinken. Darüber kann ich nur lachen - kommt das Argument ausgerechnet von jenen, die die Darstellung exzessiv unsittlicher Handlungen uns sonstiger Unappetitlichkeiten auf der Bühne - und das entgegen dem Libretto - durchaus als zulässig betrachten.
    Wenn aber nichts mehr hilft, dann drohen mir solche Leute, das Forum zu verlassen. Wie bereits die Vergangenheit gezeigt hat, bin ich jedoch nicht erpressbar....


    Die Regietheaterthreads sind ein Mototunseres Forums - aber sicher nicht alles was Tamino zu bieten hat.
    Und wenn die Mehrzahl der User hier - nach intensiver Aktivität - eine Pause einlegen möchte - so mag das verständlich sein.
    Das Thema "REGIETHEATER" - man kann be(un)ruhigt sein - ist für mich deshalb jedoch noch lange nicht vom Tisch....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



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  • Wir übermalen ja auch keine Rembrandts und Rubens, keine Michelangelos - zumindest bis jetzt nicht !!!


    Das wird noch kommen! Und es wird sicherlich Leute geben, die das ernsthaft verteidigen.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Heute erschien in der WAZ ein Interview mit Katharina Wagner, aus dem ich einen Auszug zitiere.
    Frage WAZ: Das Publikum in Bayreuth reagiert teilweise sehr aggressiv. Wie gehen Sie damit um?
    Antwort: Wir haben speziell in Deutschland eine sehr ausgeprägte Buh-Unkultur, und als Regisseur hat man es bald schon im Vertrag drin, dass man ausgebuht wird, das ist eben so.


    Ich persönlich kann das nicht so beurteilen. Ich besuche nie Premieren (aus Kostengründen und aus künstlerischen), daher buhe ich bei Regietheateraufführungen nicht, weil es da die Falschen trifft.
    Die Antwort Katharina Wagners ist für einen Sozialwissenschaftler interessant und typisch. Es handelt sich bei dem Ausdruck "Buh-Unkultur" um das, was man Immunisierungsstrategie nennt. Kritische Einwände werden zurückgewiesen, indem man sie auf den Frager zurückfallen lässt. Diese Haltung ist typisch für Fundamentalisten jeder Art, aber auch bei Politikern und Regisseuren häufig anzutreffen.
    Da wird nicht überlegt, ob die Leute in Teilen vielleicht Recht haben könnten, sondern die haben einfach Spaß am Buhen, weil das Teil ihrer Kultur ist. Dass da Leute buhen, die ihre Opern nicht verhunzt sehen wollen, wird ausgeblendet. Nicht sein kann, was nicht sein darf. Außerdem: früher wurde doch in Deutschland so gut wie gar nicht gebuht. Woher kommt das denn plötzlich?
    Angesichts des 17. Juni 1953 in der DDR sagte Bertolt Brecht damals: "Am besten, die Regierung löst das Volk auf und wählt sich ein neues." Diese Strategie findet in der Oper im Moment auch statt.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Lieber La Roche,


    wohl niemanden sind Daumenschrauben angelegt worden. Wir alle sind weiterhin Gegner des Verunstaltungstheaters. Aber ich glaube auch, dass schon mal - wie Alfred sagt - eine gewisse Ermüdungserscheinung eintritt, weil schon so viele Argumente gegen das sogenannte Regietheater vorgebracht wurden, nach denen dieses eigentlich schon längst tot sein müsste. Aber dessen Verfechter sind zäh, auch wenn sie schon in den letzten Zügen liegen, so zäh, dass man ihre dummen Argumente bei Ihrem Tode noch gesondert totschlagen müsste. Ich habe das Thema "Operninszenierungen gestern und heute" so verstanden, das hier einmal nicht Verunstaltungen, sondern die Inszenierungen mit moderner Bühnentechnik aufgezeigt werden sollten, die noch als werkgetreu und gelungen angesehen werden können. Es gibt ja noch einige seltene Beispiele davon. Da Thema, das ich für am effektivsten halte, ist der "Sammelplatz für absurde und lächerliche Inszenierungen", wo wir anhand von Beispielen den Müll vorführen können, der heutzutage geboten wird (Glücklicherweise wird der Gestank nicht übertragen, aber manchmal hat man wirklich den Eindruck, dass es stinkt!!)
    Ich glaube, dass es bald wieder Anlass genug für das Aufzeigen solchen Schwachsinns geben wird. Lass erst einmal die Salzburger oder die berüchtigten Bayreuther Festspiele anlaufen. Da werden wir noch manches Ekelhafte zu sehen bekommen, über das wir schreiben und das wir der Öffentlichkeit aufzeigen können. Vielleicht verstärkt sich nicht nur die "Buh-Kultur" (bei denen ja die, auch wenn es nicht gefallen hat, schweigen müssen, die Freikarten für die Premiere erhalten haben nach dem Motto "Einem geschenkten Gaul... ". Und das sind ja bei Premieren sehr viele) sondern auch die Abstimmung mit den Füßen. Und vielleicht distanzieren sich auch noch viele weitere Sponsoren von diesem Mist. Vielleicht sieht auch die Politik endlich einmal ein, dass das Geld, mit denen diese Unkultur gefördert wird, an Bedingungen der Vernunft gebunden wird und nicht mehr die Leichtfertigkeit grassiert: "Hier habt ihr das Geld, macht was ihr wollt damit!"
    Manchmal scheinen mir die Regisseure nicht mehr fähig genug, Opern in ihrem Originalgewand zu inszenieren. Auch das müsste in der Ausbildung dieser Leute gefördert werden.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • La Roche: Nur weil im Moment dieses Thema nicht behandelt wird, ist es noch lange nicht abgehandelt, da gebe ich meinen Vorrednern völlig recht. Von Daumenschrauben oder einem Maulkorb kann nun aber wirklich keine Rede sein. Richtig, hier wurde mehrfach gefordert, diesen und ähnlíche Threads zu vernachlässigen, keine neuen zu dem Thema aufzumachen (auch das Wort "Moratorium" tauchte auf) und sich ansonsten auch zurückzuhalten, um ja das "Niveau" des Forums, die "Außenwirkung" usw nicht zu "gefährden". Auch sind zahlreiche Vorwürfe in gemäßigter und weniger gemäßigter Form vorgetragen worden, die uns zu mehr "Differenzierung im Denken" und zum "Aufbrechen alter Denkmuster" bewegen sollten. Nun, dieser oberlehrerhaft erhobene Zeigefinger, mit dem man das "ungezogene" Kind einschüchtern will, dass sich partout nicht regelkonform verhalten möchte, ist ja auch dem RT so immanent. Insofern: Kratzt uns das? Nein, ganz bestimmt nicht! Entlockt uns dies ein Schmunzeln? Oh ja, zumindest insofern, als ich über mich spreche.
    Viele Argumente sind genannt worden. Vieles ist doppelt und dreifach durchgekaut worden. Die Omnipräsenz des RT wurde sowohl von Gegnern als auch Befürworten/Sympathisanten bejaht und bestätigt. Prozentzahlen wie 20 % tauchten mehrfach auf. Ist die Diskussion trotzdem zu Ende? Ganz bestimmt nicht! Insofern: Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, lieber La Roche!


    @ Dr. Pingel: Vielen Dank für den Hinweis auf diesen tollen Artikel , der einen ebenso entlarvenden wie erschreckenden Einblick in die "Logik" einer Katharina Wagner vermittelt. Ja, das staunt Barbie: Komisch, früher wurde doch nicht gebuht. Woher kommt bloß dieses ungezogene Benehmen? Dazu kann ich nur sagen, dass dieses "Was nicht sein kann, das nicht sein darf" jedem Ex-DDR-Bürger in sehr guter, viel zu guter Erinnerung ist und auch bleiben wird. :whistling:

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

    3 Mal editiert, zuletzt von Strano Sognator ()

  • Zitat:


    ... weil schon so viele Argumente gegen das sogenannte Regietheater vorgebracht wurden, nach denen dieses eigentlich schon längst tot sein müsste. Aber dessen Verfechter sind zäh, auch wenn sie schon in den letzten Zügen liegen, so zäh, dass man ihre dummen Argumente bei Ihrem Tode noch gesondert totschlagen müsste.


    Formulierungen wie diese erklären, warum es mir zunehmend schwerer fällt, hier im Forum Fuß zu fassen. Ich kann den Wust ähnlicher Äußerungen, der dieses Forum zu einem wachsenden Prozentsatz charakterisiert, als denkender Mensch nicht länger ignorieren. Zumal der Forumsbetreiber in einer Anhängerschaft solcher Meinungen eine Hauptzielsetzung dieses Forums sieht. Das Zähe und das Dumme sieht offenbar jeder woanders.


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • Auch ich sehe in diesem Thema eine sehr traurige Entwicklung. Ein Großteil der Forumsteilnehmer ärgert sich sehr über moderne Aufführungen. - Das kann ich gut verstehen, meistens ärgere ich mich auch. Aber dass es jetzt zum Hauptthema geworden ist, das gefällt mir gar nicht. Vor allem, weil ich glaube, dass es nichts bewirken wird. Wem es nicht gefällt, der bleibt weg - so wie wohl ein Großteil der Mitglieder sowieso. Ich habe in letzter Zeit viele meiner Meinung nach klassischer Aufführungen gesehen, verstehe demnach das Problem gar nicht wirklich.
    Sollen wir uns also nciht doch wieder einmal der Musik zuwenden?

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Auch ich sehe in diesem Thema eine sehr traurige Entwicklung. Ein Großteil der Forumsteilnehmer ärgert sich sehr über moderne Aufführungen. - Das kann ich gut verstehen, meistens ärgere ich mich auch. Aber dass es jetzt zum Hauptthema geworden ist, das gefällt mir gar nicht.


    Mißstände werden nicht durch Schweigen und Wegsehen beseitigt. Diese Vogel-Strauß-Taktik wird und wurde gerade in Deutschland in vielerlei Hinsicht allzu ausgiebig praktiziert- mit verheerenden Ergebnissen. Und das gefällt mir gar nicht.


    Zitat


    Ich habe in letzter Zeit viele meiner Meinung nach klassischer Aufführungen gesehen, verstehe demnach das Problem gar nicht wirklich.


    Da wäre jetzt zu definieren, was genau du unter "klassisch" verstehst - und ansonsten würde ich gern wissen, wo du diese Aufführungen gesehen hast.


    Zitat

    Sollen wir uns also nciht doch wieder einmal der Musik zuwenden?

    Ist Oper keine Musik? Und hast du einmal in den letzten ca. 10 Tagen die Neuigkeiten-Liste regelmäßig kontrolliert? Wenn du das aufmerksam getan hast, dürfte diese Frage wohl mehr als obsolet sein.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Wir wenden uns seit einigern tagen - ohne daß ich es persönlich beeinflusse - wieder "der Musik" zu. Leider muß gesagt werden , daß hier das Interesse - sowohl von den Mitlesern als auch von dem Mitglieden nicht annähernd so groß ist wie bei den "Reizthemen". Wie man sieht, wiord das Ausbleiben von Regietheaterthreads nun schon beanstandet - man erwartet sie einfach von uns. Ungeachtet dessen werde ich mich in nächster zeit wieder den instrumentalen Threads widmen. Ich verstehe auch nicht die Aufregung um die RT Threads: Das Forum ist groß genug um sich anderen Threads zu widmen....


    mfg aus Wien
    Alfred

    Wenn ich schon als Vorbild nicht tauge - lasst mich wenigstens ein schlechtes Beispiel sein !



  • Auf die Frage wo ich die Aufführugen sehe. In Aachen und Maastricht.
    Was ich als klassisch empfinde? Nun, wenn versucht wird, das ursprüngliche Ambiente darzustellen.

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

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