Regietheater - Was bezweckt es eigentlich ??

  • Das Interesse der Mitleser kann ja evtl. auch daher rühren, dass da Leute mitlesen und denken, was sind das denn für Freaks?

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • ]

    Auf die Frage wo ich die Aufführugen sehe. In Aachen und Maastricht.
    Was ich als klassisch empfinde? Nun, wenn versucht wird, das ursprüngliche Ambiente darzustellen.


    Das sind gerade mal zwei Theater, eins davon im Ausland. Wo sind die "Prestigehäuser" wie Berlin, Hamburg und München?


    Zitat


    Das Interesse der Mitleser kann ja evtl. auch daher rühren, dass da Leute mitlesen und denken, was sind das denn für Freaks?


    Du meinst solche Freaks wie diejenigen, die die "Un-Kultur" des Buhens z.B. in Bayreuth hochhalten und damit Barbie ganz ratlos machen? ^^

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • nun ja, es sind aber genau die zwei Theatar die in meiner Reichweite liegen.

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • nun ja, es sind aber genau die zwei Theatar die in meiner Reichweite liegen.


    Dann ist das schön für dich, aber nicht deutschlandweit repräsentativ und entzieht diesen Threads nicht ihre Berechtigung, ganz im Gegenteil.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Zitat

    Zitat von Klaus 2: Sollen wir uns also nciht doch wieder einmal der Musik zuwenden?


    Zitat

    Zitat von farinelli: Formulierungen wie diese erklären, warum es mir zunehmend schwerer fällt, hier im Forum Fuß zu fassen.

    Auch ich stelle die Frage wie Strano Sognator: Ist Oper etwa keine Musik? Für diejenigen, denen diese Themen nicht gefallen, gibt es sicherlich genug andere Themen, in denen sie mitreden können. Sie müssen sich also nicht an die Themen über das Verunstaltungstheater klammern. Dass man wegen der Regietheaterthemen im Forum nicht Fuß fassen kann, ist mir völlig unverständlich. Niemand ist gezwungen, an diesen Themen teilzunehmen oder gar darin mitzumischen. Man kann ohnehin nicht alle Themen lesen und bewältigen. Wer sich in diesen Themen nicht wohlfühlt, hat sicher eine große Auswahl an anderen Themen, in denen er seine Beiträge einbringen kann.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Mir wurde mal hier im Forum vorgeworfen, ich müsse doch Oper als Gesamtkunstwerk sehen, und das nur weil ich geschrieben habe das ich hauptsächlich wegen der Sänger bzw des Dirigenten und nicht auch der Inszenierung wegen in der Oper gehe. Und es ärgert sich bestimmt keine über gut gemchte moderne Inszenierungen für die ich auch offen bin, sondern nur über schlecht gemachte moderne Inszeneirung, von denen es zur Zeit viel zu viel gibt.

  • Das Interesse der Mitleser kann ja evtl. auch daher rühren, dass da Leute mitlesen und denken, was sind das denn für Freaks?


    Ich kenne einige Mitleser aus meinem Bekanntenkreis und da ist "Freaks" noch das harmloseste, wenn es um die Beurteilung der Regietheater-Threads geht. - Allein, ich habe bisweilen nicht viel zu unserer Verteidigung beizutragen ...

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Zitat

    Allein ich habe bisweilen nicht viel zu unserer Verteidigung beizutragen ...


    Nach "allein" musst Du unbedingt ein Komma machen, sonst machst Du Dich schlecht und es den Regietheater-Verteidigern zu leicht. ;)


    Scherz beiseite; ich glaube nicht, dass wir uns in unseren Ansichten, die sich wohl in einer Mitte - meines Erachtens wirklich vernünftigen Mitte - befinden, sonderlich unterscheiden. Aber ich möchte es dabei belassen, hier nicht als Sekundärinteressent auch noch über ein Minimum hinaus mitzumischen.


    :hello: Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Ich kenne einige Mitleser aus meinem Bekanntenkreis und da ist "Freaks" noch das harmloseste, wenn es um die Beurteilung der Regietheater-Threads geht. -


    Soll man sich dadurch beleidigt fühlen? Da es immer darauf ankommt, wer was zu wem sagt, kann aus einer sogenannten Beleidigung ganz schnell mal ein aufrichtiges Kompliment werden. ;) Das funktioniert natürlich auch umgekehrt bestens.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • Zitat

    Ich kenne einige Mitleser aus meinem Bekanntenkreis und da ist "Freaks" noch das harmloseste, wenn es um die Beurteilung der Regietheater-Threads geht.


    Es hängt natürlich immer vom entsprechenden Bekanntenkreis ab.
    Ich gestehe, dass ich nicht erwarte, dass Regietheaterfreaks, und Artverwandte das Forum "positiv bewerten" - und ich akzeptiere auch, wenn sie uns mit unflätigen oder abwertenden Begriffen bedenken (so war die Aussage ja wohl gemeint ???) Denn gegen derlei sind sie ja durchs Regietheater längst abgestumpft.
    Aber natürlich hat auch die regietheaterfeindliche Gemeinde ihre Sager: z.B. "Wenn ich Gesindel sehen will, wie es derzeit auf Opernbühnen zu sehen ist (gemeint waren die Charaktäre- nicht die Darsteller)- dann brauch ich mich nur in die U-Bahn zu setzen"


    Zwei Weltanschauungen. eh bien


    Was Tamino auszeichnet, ist, daß die Regietheatergegner eine Plattform haben, wo sie - ohne nennenwerte Insultationen - ihrem Unmut Luft machen - und zudem den Grundstein zum Fall dieser Geschmacksverwirrung setzen können.


    Aber - ich erwähne es aus gegebenem Anlass erneut - Er gibt natürlich auch andere Themenkreise bei Tamino - bei bedarf kann man das Theme "Regietheater" auch links liegen lassen.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Die Hauptaufgabe eines guten Forenbetreibers ist: AN ALLEM SCHULD ZU SEIN

    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....


  • So ist es, lieber Alfred, als da z.B. wären die vielen Konzert- und Sinfonie- oder Lieder-Threads, wo man sich wirklich nur über die Musik zu unterhalten braucht. Gottseidank gibt es ja bei Konzerten keine Regisseure, die z.B. auf die Idee kämen: "Im nächsten Konzert machen wir mal etwas ganz Neues und lassen die Musiker in rot-gelb karierten Anzügen(Kleidern) auftreten".


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Na, da bin ich erstmal beruhigt. Es ist allerdings auch nicht unbedingt mein Lieblingsthema, aber die Notwendigkeit zwingt mich immer wieder dazu, auf bestimmte Aufführungen sauer zu sein. Nur deshalb, weil mir eines meiner liebsten Vergnügen gestohlen wurde. Deshalb werde ich auch weiter in meiner Region meinen Unwillen zum Ausdruck bringen und auch im Forum darüber diskutieren. Ich erhalte hier auch Argumente, mit denen ich den Theatermachern meiner Region gegenübertreten kann. Leider kann ich das nicht persönlich, denn unser Intendant weicht öffentlichen Diskussionen aus. Gera ist halt nicht Wien - leider.


    Nur eines werde ich zukünftig stärker beachten als bisher. Ich akzeptiere, daß es auch Opernfreunde gibt, die z.B. die Salzburger Frau ohne Schatten gut finden. Ich sehe keinen Grund, deren Geschmack zu diffamieren, erwarte das aber auch gegenüber meiner Meinung. Sachlich sollten wir alle bleiben. Das sollte uns das Forum wert sein.


    Auf dann, bis zur neuen Spielzeit


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Da hast du ein wahres Wort gelassen ausgesprochenen, lieber La Roche. Sachlichkeit und Toleranz sind zwei Eigenschaften, die nicht alle Taminos auszeichnen. Es ist halt wie im richtigen Leben.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Zitat

    Es hängt natürlich immer vom entsprechenden Bekanntenkreis ab

    Das ist richtig. Ich habe einen großen Bekanntenkreis, von denen viele Opernfreunde sind und Operngänger waren. Nicht ein einziger ist dabei, der nicht über die neumodischen Verunstaltungen schimpft und daher nicht mehr in die Oper geht. Deshalb verwundert es mich auch nicht, wenn es in Anhängerkreisen verunstalteter Inszenierungen anders ist.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)


  • Es hängt natürlich immer vom entsprechenden Bekanntenkreis ab. Ich gestehe, dass ich nicht erwarte, daß Regietheaterfreaks, und Artverwandte das Forum "positiv bewerten" - und ich akzeptiere auch, wenn sie uns mit unflätigen oder abwertenden Begriffen bedenken (so war die Aussage ja wohl gemeint ???) Denn gegen derlei sind sie ja durchs Regietheater längst abgestumpft.


    Ich sehe, ich hätte mich präziser fassen müssen: Tatsächlich beziehen sich die Verwunderungen mir bekannter Außenstehender weniger auf die jeweiligen Grundpositionen der Diskutanten an sich ( frei nach dem Motto: Jedem Tierchen sein Pläsierchen ), sondern eher auf den bisweilen etwas "eigenwilligen" Diskussionsstil ... :hello:

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • ... weil schon so viele Argumente gegen das sogenannte Regietheater vorgebracht wurden, nach denen dieses eigentlich schon längst tot sein müsste. Aber dessen Verfechter sind zäh, auch wenn sie schon in den letzten Zügen liegen, so zäh, dass man ihre dummen Argumente bei Ihrem Tode noch gesondert totschlagen müsste.
    Formulierungen wie diese erklären, warum es mir zunehmend schwerer fällt, hier im Forum Fuß zu fassen. Ich kann den Wust ähnlicher Äußerungen, der dieses Forum zu einem wachsenden Prozentsatz charakterisiert, als denkender Mensch nicht länger ignorieren. Zumal der Forumsbetreiber in einer Anhängerschaft solcher Meinungen eine Hauptzielsetzung dieses Forums sieht. Das Zähe und das Dumme sieht offenbar jeder woanders.


    Nun, werter farinelli,
    Derartiges sollte einen nicht veranlassen, sich von diesem durchaus in vielerlei Hinsicht äußerst ersprießlichen Forum abzuwenden. Vielmehr hilft einem eine ironische Distanz zu solcherlei exquisiten Zurschaustellungen weltanschaulicher Starrsinnigkeit nicht nur dazu, diese recht gelassen zu ertragen. Nein, sie verhilft einem auch dazu, diese netten kleinen Textchen als willkommenen Gegenstand täglicher Erheiterung zu würdigen.
    Ich hoffe, Du kannst die Dinge auch aus einem solchen Blickwinkel (also von einem recht weit entfernten Standpunkt - vertikal gesehen) heraus betrachten und mich und sicher auch viele andere mit Deinen höchst qualitätvollen Beiträgen gleichsam anregen, fordern und auch unterhalten.

    'Architektur ist gefrorene Musik'
    (Arthur Schopenhauer)

  • Das ist richtig. Ich habe einen großen Bekanntenkreis, von denen viele Opernfreunde sind und Operngänger waren. Nicht ein einziger ist dabei, der nicht über die neumodischen Verunstaltungen schimpft und daher nicht mehr in die Oper geht. Deshalb verwundert es mich auch nicht, wenn es in Anhängerkreisen verunstalteter Inszenierungen anders ist.

    Mir geht es ähnlich, aber: Regietheater ist nun mal da und wird auch bleiben, solange Intendanten und Dirigenten (von den mitwirkenden Künstlern ganz zu schweigen) mitmachen. Tamino hat leider nicht dazu beigetragen, dass auch nur eine einzige Aufführung abgesetzt wurde, oder habe ich was verpasst, dann lasst es mich wissen. Gerne. Ansonsten kein Kampf, innerlich verabschiedet habe ich mich von dem Regieunsinn schon lange.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Mir geht es ähnlich, aber: Regietheater ist nun mal da und wird auch bleiben, solange Intendanten und Dirigenten (von den mitwirkenden Künstlern ganz zu schweigen) mitmachen. Tamino hat leider nicht dazu beigetragen, dass auch nur eine einzige Aufführung abgesetzt wurde, oder habe ich was verpasst, dann lasst es mich wissen. Gerne. Ansonsten kein Kampf, innerlich verabschiedet habe ich mich von dem Regieunsinn schon lange.


    LG, Bernward


    Der Wiener Macbeth wurde nach Publikumsprotesten ( zu denen sicherlich auch Tamino zählt) abgesetzt, und zwar noch in der gleichen Spielzeit.... Und es scheinen ja wirklich auch die Vertreter des Verunstaltungstgeaters mitzulesen, wie einige E-Mails an Alfred beweisen...

    Liebe Grüße,
    Figarooo

  • Formulierungen wie diese erklären, warum es mir zunehmend schwerer fällt, hier im Forum Fuß zu fassen. Ich kann den Wust ähnlicher Äußerungen, der dieses Forum zu einem wachsenden Prozentsatz charakterisiert, als denkender Mensch nicht länger ignorieren. Zumal der Forumsbetreiber in einer Anhängerschaft solcher Meinungen eine Hauptzielsetzung dieses Forums sieht. :

    Gott hat das wegen der Abwechslung gemacht, lieber farinelli. Stell Dir mal vor, es gebe nur solche Foren wie das der bösartigen alten Wagner-Männer, die ständig die Regietheaterflagge schwenken oder das Lemminge-Forum, wo jedes Regietheater-Lob als allgemeingültiges Faktum formuliert wird. Tamino ist eine Insel im Regietheater-Haifischbecken.

  • Zitat

    Formulierungen wie diese erklären, warum es mir zunehmend schwerer fällt, hier im Forum Fuß zu fassen. Ich kann den Wust ähnlicher Äußerungen, der dieses Forum zu einem wachsenden Prozentsatz charakterisiert, als denkender Mensch nicht länger ignorieren. Zumal der Forumsbetreiber in einer Anhängerschaft solcher Meinungen eine Hauptzielsetzung dieses Forums sieht. :

    Diese Aussage macht mich in mehrfacher Hinsicht traurig.


    Gerade wenn ein denkender Mensch (und ein solcher ist Farinelli sehr wohl) die Auswüchse des Regietheaters nicht nur akzeptiert - sondern mit solchen Aussagen verteidigt - so ist mir das unverständlich.



    Zitat

    Zumal der Forumsbetreiber in einer Anhängerschaft solcher Meinungen eine Hauptzielsetzung dieses Forums sieht.

    Das ist SO formuliert - NICHT RICHTIG. Richtig sind indes DREI unleugbare Tatsachen.


    1) Ist das Tamino Klassikforum - von Ausnahmen abgesehen - so ziemlich das einzige Medium - welches WIRKUNGSVOLLE Kritik am Regietheater übt - und wo man sich nicht als "ewiggrestrig" oder "geistig unterbelichtet" beschimpfen lassen muß, wenn man seine ablehnende Haltung artikuliert.
    Das führt naturgemäß dazu, daß dieses Medium allmählich zu einem Sammelbecken der RT-Kritik mutiert. Dieses Sammelbecken wäre frequentierter, wenn nicht die restriktiven Mitgliedsbedingungen wären, die ein unkontrolliertes Hinterlassen von Leserbriefen mehr oder weniger unmöglich macht.


    2)ist es nun mal so, daß ein RT-Thread auf mehr Resonanz stösst als wenn ich einen über Haydns Streichquartette oder über Mozarts Sinfonien eröffne. Das mag man für natürlich finden, für erfreulich oder für unerfreulich. Es ist einfach so.


    3)Das ist kein Tamino Mank o- es war immer schon so, daß "aussermusikalische" Themen in Klassikforen auf mehr Resonanz gestossen sind als die eigentlichen Themen, ich erinnere hier nur an "Karajan Bashing" einst hier im Forum, was uns damals fast alle Karajan-Fans - und deren gibt es eine ganze Menge - hier im Forum gekostet hat. Unvergessen auch der Versuch einiger Ex-Mitglieder das Forum als Tribunal für politische und moralische Fragen umzufunktionieren - eine taktisch geradezu selbstmörderische Entscheidung. Und auch der Kuschelkurs der andauernden Geburtstagswünsche ist aus der Sicht eines Lesers dieses Forums eher abschreckend. Es soll Information UND Spannung geboten werden.
    Und Tamino hat doch einige sehr interessante Themen ausserhalb des RT für einige Spezialisten zu bieten.....


    Die Regietheaterthreads indes sind eine Lokomotive, die Freunde und Feinde im Internet gleichermassen interessiert - deswegen werden sie angeboten.
    Ich habe - auf welchem Wege bleibt mein Geheimnis - herausgefunden, daß die vielgeschmähten RT-Threads vorzugsweise - oder zumindest zu einem erheblichen Prozentsatz von einstigen Tamino-Mitgliedern gelesen werden, die es nicht ertragen konnten, allmählich in die Defensive gedrängt zu werden.


    Genau das wird aber dem Regietheater in der Realität passieren, wobei ich mir verschiedene Szenarien vorstellen kann.


    A) Das RT "obsiegt" (vorerst) und tötet das "konventionelle" Operntheater.
    Die Opernhäuser leeren sich allmählich - teils der Inszenierungen wegen, teils wegen anderer Einsparungen, teils wegen sinkendem Lebensstandard. Es gibt immer weniger Opernbesucher, Sponsoren stellen ihre Zahlungen ein, der Staat subventioniert nicht mehr - und stösst kaum mehr auf Widerstand. Oper findet auf DVDs der Vergangenheit statt.....


    B)Noch bevor A (the worst Case) eintritt, steigen einige Intendanten auf die Notbremse und kehren zu "Zeffirelli, Hampe Co" zurück.
    Sollten sie hiemit Erfolg haben nehmen sie den verbleibenden RT-hörigen Häusern Besucher weg, graben ihnen das Wasser ab - und holen sich die Sponsoren und ohnedies knappen Subventionen. Mit etwas Glück findet sich jemand in der Politik, der "Rettet die Deutsche Kultur" als Wahlschlager sieht (wenngleich ich das eher für unwahrscheinlich - aber immerhin möglich halte) - und besiegelt auf diese Weise das Ende einer grauenvollen Epoche, wo ja eigentlich neue (ungustiöse) Stücke nur deswegen besucht werden, weil man sie mit Musik von Mozart, Verdi oder Wagner zwangsverknüpft hat.


    Aber es gibt sicher weitere Szenarien.


    Die allerwahrscheinlichste wäre in meinen Augen ein bedingungsloses Streichen aller subventionierten Kunst und Kultur - nicht aus ideologischen Gründen - sondern weil von Seiten des Staates sowieso kein Geld da ist - und die übergroße Mehrheit der Bevölkerung an "Hochkultur" völlig desinteressiert ist. Oper wird dann - wie in alten Feudalsystemen - zur Privatsache der Superreichen - und ob die ausgerechnet RT-Inszenierungen finanzieren werden - da habe ich ganz ehrlich gesagt meine Zweifel.....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Die Hauptaufgabe eines guten Forenbetreibers ist: AN ALLEM SCHULD ZU SEIN

    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....


  • Was "Regietheater" eigentlich bezweckt - da habe ich weiter oben schon einige Theorien entwickelt - aber es gibt auch andere Mäglichkeiten, die gar nicht so unwahrscheinlich sind.


    Es könnte beispielsweise bezwecken um abstruse Geschichten von Leuten, von denen man gar keine hören möchte, geschickt hinter den Namen berühmter Komponisten und Librettisten zu verstecken - damit überhaupt jemand die Oper besucht. Dann bezeichnet man dieses unerwünschte Machwerk als "Kunst", seine Kritiker und Verächter als "nicht intellektuell" und "rechtsradikal" und bringt so jeden Widerstand zum Erliegen. (funktioniert nicht in Österreich - und vermutlich bald überhaupt nicht mehr) Danach kassiert man die Honorare für eine eigentlich unerwünschte "Leistung" Das ist meiner Meinung nach Motiv genug. Für diese These spricht vor allem mit welchem Druck man auf der Realisierung solcher ungeliebter "Kunstwerke besteht - und mit welcher Vehemenz man Leute mit ablehnender Haltung angreift......


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

    Die Hauptaufgabe eines guten Forenbetreibers ist: AN ALLEM SCHULD ZU SEIN

    Tut er das nicht, dann ist er eigentlich überflüssig....