Regietheater und Publikumsumfrage in Zürich

  • Und hier einmal für alle, damit diese auch wirklich wissen worüber sie hier diskutieren, ein kurzer Auszug der Besetzungen der letzten Monate.
    Wer hier Aufführungen mit zum Beispiel: Marina Poplovskaya, Brandon Jovanovitch, Aleksandra Kurzak, Emma Bell, Anja Kampe, Latonia Moore, Bryan Hymel meidet, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen.
    Hier dann aber gar von Fehlbesetzungen zu sprechen, der hat Entweder keine Ahnung oder will auch gar keine haben.
    Ich gehe daher einfach mal davon aus, daß es sich hierbei um pure Stimmungsmache aus der untersten Schublade handelt.
    Ich habe alle diese Sänger ( Bryan Hymel nicht )auf der Bühne erlebt, in Hamburg, San Francisco und New York und weiß daher mal wieder wovon ich Rede.
    Ich hoffe alle anderen, die sich hier geäußert haben, haben den gleichen Hörerfahrungsschatz und wissen daher über wen sie hier positiv bzw. negativ schreiben.
    Ansonsten kann man das Ganze, wie leider in einigen anderen Fällen auch, als hohles Geschwafel ohne Substanz abtun.


    Otello Peter Seiffert
    Desdemona Maria Agresta
    13, 16, 20, 27 Okt
    Serena Farnocchia
    1, 1 Nov
    Jago Zeljko Lucic
    Dirigent: Friedemann Layer


    Il Duca di Mantova Saimir Pirgu
    Rigoletto Andrzej Dobber
    27 Sep; 3 Okt; 12, 18, 24 Jan; 2 Feb
    George Petean
    18, 21 Jun
    Gilda Rosa Feola
    27 Sep; 3 Okt
    Olga Peretyatko
    12, 18, 24 Jan
    Olesya Golovneva
    2 Feb
    Aleksandra Kurzak
    Dirigent: Fabio Luisi


    La Straniera
    Alaide Edita Gruberova
    Isoletta Veronica Simeoni
    Graf Arturo di Ravenstel Dario Schmunck
    Baron Valdeburgo Franco Vassallo
    Dirigent; Fabio Luisi


    Don Giovanni Markus Werba
    Donna Anna Marina Rebeka
    Don Ottavio Pavol Breslik
    Dirigent: Fabio Luisi


    Faust: Pavel Breslik


    Meistersinger
    Eva Emma Bell
    Magdalene Anna Goryachova
    Hans Sachs Jan-Hendrik Rootering
    Walther von Stolzing Roberto Saccà


    Florestan Brandon Jovanovich
    8, 12, 15, 18, 20, 29 Dez; 5, 8, 11 Jan
    Michael Schade
    29 Dez
    Kor-Jan Dusseljee
    1 Jan
    Leonore Anja Kampe
    Rocco Christof Fischesse


    Fiordiligi Marina Rebeka
    Dorabella Anna Stéphany
    Despina Martina Janková
    Ferrando Javier Camarena


    betta di Valois Marina Poplavskaya
    Filippo II René Pape
    Don Carlo Fabio Sartori
    Rodrigo, marchese di Posa Michael Volle
    Dirigent: Fabio Luisi


    Aida Latonia Moore
    Amneris Iano Tamar
    Una sacerdotessa Sen Guo
    Radamès Aleksandrs Antonenko
    Amonasro Andrzej Dobber
    Ramfis Rafal Siwek
    Dirigent: Fabio Luisi


    fliegender Holländer
    Senta Anja Kampe
    Mary Liliana Nikiteanu


    Les Contes d'Hoffmann
    Hoffmann Bryan Hymel
    Olympia Jane Archibald
    Antonia Rachel Harnisch
    Giulietta Veronica Simeoni

  • Eva Emma Bell
    Magdalene Anna Goryachova
    Hans Sachs Jan-Hendrik Rootering

    Soll das jetzt wirklich ein positives Beispiel für eine gelungene Besetzung sein??? ;(


    Etwas "verdächtig" finde ich auch den Umstand, dass bei einer "Holländer"-Besetzung nur die Damen aufgelistet werden (zumal die Mary ja beinahe vernachlässigenswert ist), die Herren aber nicht.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Die Besetzungen sind einem Haus wie Zürich insgesamt nicht angemessen. Vielleicht ist hier und da mal was vieversprechend besetzt, aber das sind seltene Ausnahmen. Und auch Marina Poplavskaya hat an mehreren großen Häusern bewiesen, dass sie alles andere als eine Idealbesetzung für die Elisabetta im Don Carlo ist.
    Eine Gruberova, die auch stimmlich deutlich ihr Karriereende erreicht hat, macht den Braten sicher nicht fett, und das Herr Breslik neuerdings fast überall im Repertoire eingesetzt wird, führt den disparaten Zustand dieser Intendanz deutlich vor Augen. Nicht mal die Bartoli singt die komplette Premierenserie der Alcina. Ein Herr Seiffert als Otello?? - Nein Danke. Und auf das Stimmchen einer Anja Kampe und ein paar anderen No Names verzichte ich gerne!

    Liebe Grüße,
    Figarooo

  • Na ja Figarooo...


    "Verdi in München: sängerisch exzellent


    Otellos 'Otello'



    Nach der Premiere 'Otellos' an der Bayerischen Staatsoper
    (1999) wurde das Dirigat Zubin Mehtas bejubelt. Francesca Zambellos
    Regie nahm sich unspektakulär aus. Das technizistisch stilisierte
    Bühnenbild neigt dem Kunstgewerblichen zu. Teils ist es dysfunktional:
    Beim Besteigen der Rampen verlassen die Sänger seitlich das Blickfeld.
    Eine überzeugende Lösung für Massenszenen hat Zambello nicht gefunden.
    Der (musikalisch tadellose) Chor bewegt sich, nicht nur im Trinklied, an
    der Albernheitsgrenze. Das Blitzlicht-Gewitter der Sturmszene ist vor
    zarter Lächerlichkeit nicht gefeit.


    Nichts spricht dafür, Otello mediterranen Tenören vorzubehalten. Mehr
    als einer ist an der Partie gescheitert. Bekanntester Fall: Pavarotti.
    Darüber hinaus ist Otello, der "Mohr", im venezianisch-zypriotischen
    Umfeld ein Fremder – wie Peter Seiffert, der Musterfall eines deutschen
    und Wagner-Tenors. Seiffert verfügt, noch im fortgeschrittenen Alter,
    über beachtlichen Höhenglanz, zugleich über zarte Töne, sichere
    Stimmführung und Tongebung auf dem Atem. Dass er in jungen Jahren als
    Boxer gewirkt hat, verleiht ihm körperliche Autorität, wie sie dem
    Haudegen Otello nicht schlecht zu Gesicht steht.


    Seiffert war der Star des Abend. Das 'Esultate' stemmte er
    unangestrengt in die Höhe. Breite Mittellage, bruchlos verblendete
    Register, klare italienische Aussprache und dynamische Weite –
    solcherart waren seine stimmlichen Vorzüge. Darstellerisch erbrachte er
    eine konventionelle, aber hinreichend engagierte Leistung.


    In Person Claudio Sguras war Seiffert ein veritabler Heldenbariton
    zur Seite gestellt worden. Dies war dem Gleichgewicht der Partien
    zuträglich. Ein Jago dieses Zuschnitts verlegt sich nicht aufs Säuseln,
    Schmeicheln und listige Grinsen. Sgura gab einen verhaltenen, vornehmen
    Schurken. Im 'Credo' bot er grimmige Ausbrüche. Die große, knorrige
    Stimme war technisch sauber gebildet, wenngleich monochrom, nicht reich
    im mezza voce und an Nuancen. Pavol Breslik erfreute mit sauberem,
    leichtem Tenor: Cassios Arglosigkeit wurde nicht gegen diesen verwandt –
    ein Tor, aber kein Dummkopf.


    Krassimira Stoyanova zeigte Desdemona nicht übermäßig mädchenhaft und
    naiv. Ihr voluminöser, dunkler Sopran wirkt aller Verniedlichung
    entgegen. Expansives Legato, tragendes Piano und sichere Spitzentöne
    ergaben eine stimmlich ansprechende Leistung. An darstellerischer
    Intensität, jenseits opernüblicher Bewegungsschablonen, übertrifft
    Stoyanova die meisten Desdemonas dieser Tage.


    Asher Fish und das Bayerische Staatsorchester boten solide
    Repertoire-Konfektion. Die Tempi nahmen sich (allzu) unaufgeregt aus.
    Der Seesturm stürmte nicht. Immerhin wusste Fish das Orchester zu
    dämpfen. Sänger brauchten nicht zu forcieren. Das Tutti erfreute mit
    unverbrüchlicher, undramatischer klanglicher Milde. Bisweilen schwangen
    sich einzelne Stimmen zu theatraler Beredsamkeit auf. Meist herrschte
    gediegene Gleichförmigkeit. Übertriebene Artikulationsfreude war nicht
    festzustellen. Phrasierungen mangelte Reliefenergie und Plastizität. Das
    technische Niveau war nichtsdestoweniger hoch. Das Blech schmetterte
    saubere, strahlende Fanfaren. Die Holzbläser gefielen mit Schönheit des
    Tons. Nicht alle Einsätze gelangen präzise. Das orchestrale Niveau
    dieses 'Otello' war insgesamt durchschnittlich, das sängerische
    vorzüglich. Peter Seiffert ragte heraus: Dieser 'Otello' gehörte Otello."



    Das zu Deiner Kritik über einen gewissen Herrn Seiffert.



    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Und auf das Stimmchen einer Anja Kampe und ein paar anderen No Names verzichte ich gerne!

    Das kannst du ja gerne, wobei "No Names" häufig besser sind als "Names", die ihre besten Zeiten oft schon hinter sich haben, während "No Names" diese häufig aktuell haben, gerade dann, wenn sie unmittelbar davor stehen, zu "Names" zu werden (natürlich nicht alle, aber einige, und niemand fängt ja als "Name" an, sondern jeder als No Name".


    Das mit dem "Stimmchen" für Frau Kampe ist jetzt doch zu böse, die Senta beherrscht sie schon gut, ebenso die Sieglinde (in beiden Rollen habe ich sie live erlebt, von "Stimmchen" konnte da keine Rede sein!) - und die überzeugenden Senta-Alternativen stehen aktuell nicht gerade Schlange...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Bernward,


    danke für Deine Otello-Besprechung. Macht Appetit auf die Vorstellung. Und da wir gerade beim Appetit sind. Zumindest ich und sicherlich auch andere hungern nach Deien Beiträgen. Du machst Dich rar im Forum. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr wäre, wieder mehr bei uns zu sein und das Forum mit Deinen Beiträgen zu bereichern.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat

    Operus: Zumindest ich und sicherlich auch andere hungern nach Deinen Beiträgen. Du machst Dich rar im Forum. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr wäre, wieder mehr bei uns zu sein und das Forum mit Deinen Beiträgen zu bereichern.


    Mein lieber Hans!


    Da bin ich ganz deiner Meinung! Seit er aus der schönen Lüneburger Heide (Burgdorf, mit einem exzellenten Handball-Verein) verzogen ist, hört man kaum mehr was von ihm. Ich habe mir schon Sorgen gemacht! :jubel:






    Liebe Grüße
    Wolfgang

    W.S.

  • Die Besetzungen sind einem Haus wie Zürich insgesamt nicht angemessen. Vielleicht ist hier und da mal was vieversprechend besetzt, aber das sind seltene Ausnahmen.


    Homoki ist seit Sommer 2012 Intendant. Wie lange im voraus werden Besetzungen disponiert?

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Dami es nicht beim "hohlen Geschwafel" bleibt, will ich mich Sven Godenraths Liste doch auch noch aus meiner Sicht zuwenden, beschränke mich dabei aber nur auf die Vorstellungen, die bis anhin stattgefunden haben (schliesslich kann bis Ende der Saison noch viel geschehen, das Änderungen ergeben kann):
    Zunächst ganz allgemein: Alle Vorstellungen sind übelstes RT (an der Übertragung des Büro-Holländers, der fast so schlimm war, wie derjenige aus Bayreuth konnten dies auch Nicht-Zürcher konstatieren. Nicht einmal der grossartige Terfel konnte dies retten)


    Zu Peter Seiffert als Otello kann eine wohlwollende Kritik von mir aus noch so viel Positives erwähnen! Für mich ist er textlich ungenau, unitalienisch und laut, ohne lyrische Zwischenwerte.
    Weiter was den Rigoletto betrifft, wurden wir bis anhin mit einer Besetzung wie Beczala, Nucci, Mosuc unter Nello Santi verwöhnt. Man vergleiche!
    Edita Gruberova ist an guten Abenden immer noch beeindruckend. Mich aber stört häufig dass sie die vorgeschriebenen Tonhöhen nicht mehr erreicht; wobei ich zugebe, dass mich ihr Repertoire kaum interessiert.
    Was Pavel Breslik betrifft, ist zu sagen dass er mit dem Faust (noch!) hoffnungslos überfordert ist.
    Zu den Meistersingern möchte ich anmerken, dass Rootering vor ca. 20 Jahren ein grossartiger Bass wqar, der aber mittlerweile sehr abgesungen ist und sich weitgehend in nasalen Sprechgesang flüchtet. Roberto Sacca ist weitgehend Geschmacksache, ich finde seinTimbre wenig ansprechend und die Stimme hat keinerlei Strahlglanz. Auch hiervon konnte man sich anhand der viel besser bestzten Salzburger Meistersinger ein Bild machen.
    Brandon Jovanovich ist für mich vor allem eines: Sehr laut. Auch was den Florestan betrifft, wurden wir bis anhin verwöhnt, wenn ich an Sänger, wie Jonas Kaufmann denke.
    Wenn man also die bisher stattgefundenen Vorstellungen überblickt und sie mit den Besetzungen der Pereira-Aera vergleicht, bleibe ich also dabei, dass ein Abstieg stattgefunden hat (von den Inszenierungen muss ich folglich gar nicht erst anfangen).
    Es nützt also Godenrath überhaupt nichts, wenn er versucht die Misere schönzureden, genauso wenig, wie wenn Homoki meint, die lausige Auslastung mit Freikarten beschönigen zu können.

  • Endlich bequemt sich m. joho mal ein paar Fakten zu nennen, statt immer dieses unbestimmte herumgestochere.


    Meine Auflistung stellte jetzt nur einen ungefähren Querschnitt an " zweitklassigen Sängern" dar, die momentan in Zurich auftreten.
    Und Stimmliebhaber über Figarooo sich aufzuregen oder in irgenteiner Form auseinanderzusetzen, daß lohnt sich nicht.
    Man kann doch von jemanden, der nur in seinem kleinen Kämmerlein vor sich hin sinniert und fast alles schlecht schreibt nicht erwarten, daß dieser weiß wie bestimmte Sängerinnen und Sänger auf einer Bühne klingen.
    Das nun etwas zu viel erwartet.
    So hoch sind ja selbst meine Ansprüche hier an bestimmte Personen nicht mehr.


    Und jetzt kann uns m. joho sicherlich noch erklären was eine Elena Mosuc als Gilda besser gemacht hat als eine Aleksandra Kurzak, glücklicherweise kenne ich beide in dieser Rolle.
    Herr Beczala ist meines Wissens erst kürzlich ganz grausam abgeschmiert, leider ist mir jetzt entfallen wo.
    Zudem zählt eine deutliche Wortartikulation beim Singen auch nicht gerade zu seinen Stärken.
    Über das Dauergetröne eines Leo Nucci möchte ich gar nícht erst anfangen zu verhandeln, da fand ich Herrn Petean mit seinem differenzierteren Gesangsstil doch eine Klasse besser.
    Sorry, aber unter verwöhnt verstehe ich etwas anderes

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  • Hallo Sven Godenrath,
    Ich wäre Dir dankbar, wenn Du auch noch auf die anderen von Dir genannten Sänger, die ich nannte, Bezug nehmen würdest, wobei ich zugebe, dass mich die männlichen Gesangsstimmen weit mehr interessiern, als diejenigen der Damen (mit Ausnahmen der Hochdramatischen)!
    Und auch Du wirst nicht bestreiten könenn, dass die von mir bevorzugten Sänger zumindest einen höheren Marktwert haben, als die mittlerweile eingesetzten.
    Wenn man dieselben Eintrittspreise bezahlen müsste, wie in Deutschland, könnte man ja noch drüber reden und ich würde auch gerne neue Stimmen entdecken, aber nicht zum fünffachen der deutschen Preise in RT-Inszenierungen, die ich zudem noch mit hohen Steuern mitfinanziere.

  • Homoki ist seit Sommer 2012 Intendant. Wie lange im voraus werden Besetzungen disponiert?

    Unabhängig von dieser Vorlaufzeit kann ein scheidender Intendant keine gültigen Verträge über seine Vertragsdauer hinaus abschließen, sondern nur Vorverträge, die der neue Intendant entweder bestätigen oder ablehnen kann. Natürlich singen ab der ersten Spielzeit eines neuen Intendanten bestimmte Sänger, die dieser ncht mag oder als zu teuer empfindet, nicht mehr, das war auch in der ersten Spielzeit von Herrn Homoki schon so.


    Und noch etwas: Homoki wurde im September 2008(!) zum Intendanten der Zürcher Oper ab 2012 bestellt. Man darf davon ausgehen, dass er diesen langen Vorlauf dazu nutzte, um diese Besetzungen und Personalien selbst zu klären und abzuschließen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber M. Joho.


    Der Marktwert eines Sängers gibt leider in den seltensten Fällen Auskunft über die Qualität.
    Andrea Bocelli und Paul Potts haben, was Verkaufszahlen anbelangt zeitweise sicherlich eine höheren Marktwert gehabt als z. B. Elena Mosuc oder auch Leo Nucci ( seine zweistellige Anzahl von Soloalben sprechen hier sicherlich für sich ), aber das diese qualitative wirklich besser singen oder sangen, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.
    Der Marktwert eines Sängers hängt meines Wissens heute in erster Linie mit Verträgen der Phonoindustrie zusammen, wer hier hoch im Kurs steht hat auch gute Chancen auf einen entsprechend hohen Marktwert.
    Ausnahmen dürften hier vielleicht noch Christine Schäfer und Anja Harteros sein, um jetzt nur zwei Namen zu nennen.
    Auch der hohe Marktwert einer Hildegard Behrens oder eines Rene Kollos konnten kaum über deren qualitative weniger hochwertigen Gesang hinwegtäuschen.
    Oder willst du das allen ernstes bestreiten.
    Und offengestanden 16 -20 Euro für eine Opernkarte für die Züricher Oper finde ich jetzt auch nicht gerade so überteuert.


  • Herr Beczala ist meines Wissens erst kürzlich ganz grausam abgeschmiert, leider ist mir jetzt entfallen wo.


    Das war als Alfredo an der Mailänder Scala, wobei das Scala-Publikum ein besonderes ist. An der MET und anderswo, auch in Zürich, wird er immer gern gehört.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Zitat

    Zitat von Siegfried: Das war als Alfredo an der Mailänder Scala, wobei das Scala-Publikum ein besonderes ist. An der MET und anderswo, auch in Zürich, wird er immer gern gehört.

    Lieber Siegfried,


    ich habe die Buhs für Herrn Beczala in Mailand, wie schon einmal gesagt, nicht verstehen können. Wahrscheinlich war es auch ein wenig der Abneigung des Publikums und seiner eigenen gegen die (kalt distanzierte) Rolle, die meiner Ansicht nach dem Werk widerspricht und in die ihn der Regisseur nun gepresst hat, zu verdanken. Wir kennen ja seine Einstellung in Bezug auf entstellende Inszenierungen. Das besagt für mich keinesfalls etwas über seine Qualität.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Im Prinzip, Sven Godenrath, bin ich mit Deiner Enschätzung der soeben genannten Sänger einverstanden.
    Was aber die Preise der Zürcher Vorstellungen betrifft, bist Du im Irrtum:
    Die schlechtesten Plätze, die kaum eine Sicht bieten, kosten durchschnittlich 30 Euro, unter 80 Euro hat man kaum einen Hör-, bzw. Sehgenuss, und dann gehen die Preise bis 200 Euro.
    Das ist mir für Nonames im Regietheater schlicht zu teuer.
    Und ich bleibe dabei, dass ich Beczala, Kaufmann, Netrebko, Florez, usw., usw. vermisse.
    Dies bei Subventionen von 70 Millionen Euro. Und dies nur dafür dass Homoki ausschliesslich Regietheater-Vorstellungen bietet und das Geld für Herren wie Baumgarten, Bieito statt für teurere Sänger einsetzt.

  • Dies bei Subventionen von 70 Millionen Euro. Und dies nur dafür dass Homoki ausschliesslich Regietheater-Vorstellungen bietet und das Geld für Herren wie Baumgarten, Bieito statt für teurere Sänger einsetzt.


    Das klingt schon recht eigenartig.


    Meine Rangordnung als Intendant wäre die:


    Sänger
    Orchester und Dirigent
    Bühnenbildner
    Regisseur.


    Heutezutage geht es anders rum:


    Regisseur
    Regisseur
    Regisseur
    Regisseur.


    Missbrauch öffentlicher Mittel?

  • danke für Deine Otello-Besprechung. Macht Appetit auf die Vorstellung. Und da wir gerade beim Appetit sind. Zumindest ich und sicherlich auch andere hungern nach Deien Beiträgen. Du machst Dich rar im Forum. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr wäre, wieder mehr bei uns zu sein und das Forum mit Deinen Beiträgen zu bereichern.

    Ja lieber operus, Du hast ja recht. Aber Augenleiden (schon wieder besser) und Krankenhausaufenthalt (das Herz schlägt leider nicht mehr wie
    ein Uhrwerk...),fordern ihren Tribut: gleichwohl werde ich Deinen Wunsch gerne beherzigen. Heute Abend auf arte Domingo mit Operetten
    und auf Bayern alpha für Fans, nicht für Fanatiker, Fritz Wunderlich. Ich werde viel Spaß haben, beide im Operettenfach zu vergleichen.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Lieber Gerward,
    Kleine Korrektur: die von Dir genannten Sendungen waren für morgen geplant. Allerdings hat arte infolge des Todes von Claudio Abbado das Programm geändert. Wunderlich (Sendung von 2006) bleibt.

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  • Dem schließe ich mich an. Man braucht nur die Besetzungen von Homoki mit denen Perreiras vor ca. 3-4 Jahren vergleichen - ein Unterschied, der so offensichtlich ist, wie Tag und Nacht.
    Homoki versteht von Stimmen leider so viel, wie die Kuh vom Tanzen. Per se habe ich nichts gegen unbekannte Namen, im Gegenteil: ich freue mich, wenn mir nicht bekannte Sänger es schaffen, mich so zu begeistern, dass ich einen Abend über Jahre nicht vergessen werde. Andersherum halten sog. "Stars" oft nicht das, was sie auf dem Papier versprechen. So war die vielgerühmte Starbesetzung bei der Münchner Forza eine große Enttäuschung.
    Aber hier in Zürich wird ja mittlerweile fast ausschliesslich fehlbesetzt. Junge Sänger müssen Partien übernehmen, von denen sie noch Welten entfernt sind (Breslik), ältere Sänger, ihren Partien längst entwachsen, werden genauso engesetzt. Daneben stehen Stimmen, die zu dem Fach, das hier von ihnen erwartet wird, schlicht und einfach nicht passen...Und über all dem blüht das Regietheater in seiner übelsten Form...
    Und auch zu Anja Kampe bleibe ich dabei: egal ob Senta, Sieglinde oder Leonore - die stimmlichen Möglichkeiten, dieser Dame sind begrenzt und mich hat sie noch nie wirklich überzeugt. Vielleicht hat sie in diesem Fach zur Zeit nicht viel Konkurrenz, aber deshalb bleibt sie für mich nach wie vor nicht mehr als gehobenes Mittelmass.


    Zitat

    Und Stimmliebhaber über Figarooo sich aufzuregen WORTSTELLUNGoder in irgent(d)einer Form auseinanderzusetzen, da(ss) lohnt sich nicht.
    Man kann doch von jemandenm DATIV, der nur in seinem kleinen Kämmerlein vor sich hin sinniert und fast alles schlecht schreibt KOMMA nicht erwarten, daß ss dieser weiß KOMMA wie bestimmte Sängerinnen und Sänger auf einer Bühne klingen.


    Na das sagt aber der Richtige! Ein Forum (und einen Blog) mit seiner von hahnebüchernen Fehlern durchzogenen Logorrhoe zuzuspammen und gleichzeitig noch auf Intellektuell zu machen, spricht entweder für eine Unkorrigierbare Fehlbeurteilung der Realität oder für ausufernde Selbstüberschätzung.

    Liebe Grüße,
    Figarooo

  • Eigentlich wollte ich mich raushalten, weil mich Debatten über Regietheater inzwischen so langweilen. Man hört ja von denen, die dafür sind, immer nur dasselbe Geseier ...


    Aber hier ...

    Das "stille Kämmerlein" des Figaros war, als ich ihn das letzte Mal getroffen habe, groß genug, außer ihm und mir auch noch so Stücker 2000 andere Leute, ein komplettes Orchester und eine Bühne zu beherbergen. Und über dem Eingang stand sowas wie "Opernhaus".


    Mein Anliierter hört sich übrigens auch immer interessiert an, was der Figaro über Gesang zu sagen hat. Aber was versteht der schon davon?


    Sycorax
    "Der verdient nur seit ungefähr 40 Jahren seine Brötchen als Sänger ..."

  • Zitat

    Zitat von Figarooo: Ein Forum (und einen Blog) mit seiner von hahnebüchernen Fehlern durchzogenen Logorrhoe zuzuspammen und gleichzeitig noch auf Intellektuell zu machen, spricht entweder für eine Unkorrigierbare Fehlbeurteilung der Realität oder für ausufernde Selbstüberschätzung.

    Lieber Figarooo,


    du brauchst nur einmal unter Google den Namen einzugeben, um zu finden, wie sich ein "Experte für Oper und klassische Musik" dort anpreist, und auch mal in dessen Bilder zu schauen, dann weißt du genug, um dich garnicht mehr darauf einzulassen.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

    Einmal editiert, zuletzt von Gerhard Wischniewski ()

  • Lieber m. joho


    Was mich jetzt einmal interessieren würde ist, wer für dich in die Kategorie "No Names" fällt.
    Sind das Sänger die du nicht kennst, oder solche die andere auch nicht kennen sollten.
    Oder sind das diejenigen, die nicht von der Industrie permanent in den Vordergrund gestellt werden.


    Und Figarooo.
    Selbstverständlich sagt so etwas der Richtige, andere Denken sich dieses wahrscheinlich nämlich schon seit längeren.


    Und lieber Gerhard auf dieser Seite steht nichts unwahres oder etwas wofür ich mich schämen müßte.
    Gewiß andere haben vielleicht spannendere Kriminalromane verfaßt, aber ich bin ja auch nicht andere.
    Falls das Bild allerdings nicht deinem Schönheitsideal entsprechen sollte, damit kann ich leben.
    Vielleicht beruht diese Wertschätzung, das äußere Erscheinungsbild betreffend ja auf Gegenseitigkeit.
    Zudem weiß ich jetzt nicht wieviele Bilder du gesehen willst, in diesem Falle aber empfehle ich dringenst den Gang zum Augenarzt.
    Ich habe es glücklicherweise nicht nötig mich mit fremden Federn zu schmücken, denn das mit der klassischen Musik entsprang deiner eigenen Dichtung, davon steht dort nichts.
    Ich bekenne mich dort lediglich zu dem was ich bin, ein Experte für Opern.

  • Ich bekenne mich dort lediglich zu dem was ich bin, ein Experte für Opern.


    Ganz recht. Ich bekenne mich auch zu dem was ich bin. In meinem Vorleben war ich Napoleon, nun bin ich der Kaiser von China und im nächsten Leben werde ich als Angela Merkel geboren.


    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    Liebe Grüße,
    Figarooo

  • Zitat

    denn das mit der klassischen Musik entsprang deiner eigenen Dichtung, davon steht dort nichts.

    Zitat

    Ich biete

    • Experte auf dem Gebiet der klassischen Musik (Oper
    • Konzert ) Erfahrung mit Gesangsaufnahmen von 1898 bis zum heutigen Tage

    Lieber Sven,


    ehe du hier andere angreifst, darunter manche, denen du das Wasser bei weitem nicht reichen kannst, solltest du deine eigenen Sachen erst einmal richtig betrachten. Ich sprach auch nicht von deinem Porträt, das mich überhaupt nicht interessiert, sondern von deinen Bildern, die zu einem großen Teil aus den hier im Forum angebotenen Avataren bestehen. Was also den Augenarzt betrifft, so solltest du als Erster einmal dahin gehen, damit du richtig lesen und - wie ich und andere es schon ein paarmal angedeutet haben und Figarooo es dir jetzt klar gemacht hat - auch richtig schreiben lernst. Ich bin noch gut versorgt, und ich war erst vor ein paar Tagen beim Augenarzt, der mit meinen Augen sehr zufrieden war.


    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Werter selbsternannter Experte für Opern,
    No Names sind für mich Sängerr, die von der Industrie keinen Namen erhalten haben, der Zürcher Preise rechtfertigen würde.
    Kein, ich betone, kein Weltstar hat seinen Ruf im Opermgesang nur durch Marketing erhalten. Vielleicht gab es wie bei Kollo, Jones keine ernstzunehmende Konkurrenz mehr (Windgassen und Nilsson waren nicht mehr aktiv, bzw. gestorben), vielleicht war das Stimmfach verwaist (Kraus, bzw. Gedda und Bergonzi haben keinen adaequaten Nachfolger gefunden), aber ich weigere mich zu Spitzenpreisen in Zürich, die ich Dir belegt habe, mediokre Sänger zu akzeptieren. Spitzenpreise zahle ich für Spitzensänger, die (selbst in hohem Alter) Nachwuchssängern schon rein durch ihre Erfahrung in der Gestaltung und der Fähigkeit der Stimmfärbung überlegen sind. Ein Spitzenton z.B, von Beczala klingt anders, als einer von Grigolo, obwohl von der Tonhöhe her gesehen die Töne identisch sind. Beide kommen bedauerlichweise an vergangene Sänger nicht andeutungsweise heran.

  • Ich dachte ja bisher immer, ich sei nicht die ultimative Stimm-Expertin. Aber ich schaffe es ganz gut, baritönenden Thomasse zu unterscheiden - vor allem, wenn sie so unterschiedlich klingen wie die Herren Thomas Hampson und Sir Thomas Allen. Ich muss da noch nicht mal aufs Cover einer CD gucken - ich weiß sogar, welcher von den Beiden singt, wenn ich im Radio mitten in was reinschalte. Gut, gell?


    Sycorax
    "Opernexperte Godenrath scheint damit ein kleines Problem zu haben, wie sein Blog beweist. In den Empfehlungen für Aufnahmen von 'Le Nozze' ist er jedenfalls ganz begeistert von Figaro Hampson - dumm nur, dass den bei der Produktion Allen gesungen hat."

  • In diesem edlen Kreis von Experten für dieses und jenes fühle ich mich so richtig wohl, besonders da ich weiß, welche Scherzbolde sich hinter verschiedenen Avataren verbergen!

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

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