Sonya Yoncheva – aufsteigender Sopranstar aus Bulgarien

  • Sonya Yoncheva wurde am 25. Dezember 1981 in Bulgarien geboren. 2010 gewann sie den Operalia-Wettbewerb (Domingo)


    Inzwischen hatte sie bereits Auftritte am Teatro Real Madrid, Mailänder Scala, Nationaloper Prag, Festival von Monpellier, Alte Oper Frankfurt, Hamburger Staatsoper, London usw.


    Ursprünglich sollte bei den Pfingstfestspielen Baden-Baden Anna Netrebko die Partie der Marguerite singen. Nachdem dann auch Angela Gheorghiu absagte, sprang Sonya Yoncheva ein und erhielt hervorragende Kritiken.


    Zur Zeit singt sie die Traviata an der MET in New York. Dort wird sie auch im Herbst die Saison mit der Desdemona eröffnen.


    Am 13. Februar erscheint ihr erstes Recital:



    :hello:


    Jolanthe

  • Ich habe Frau Yoncheva bisher nur einmal gehört: als Gounods Marguerite neben Calleja, Terfel und Keenlyside.
    Da hat sie für mich einen zwiespätigen Eindruck hinterlassen.
    Keine Frage: die Stimme ist sehr angenehm timbriert und trägt gut.
    Aber: die Koloraturen sind schwergängig und ungelenk und in der Höhe gibt es leider Probleme.


    Vielleicht hat sie das Zeug, ein "Sopranstar" zu werden. Aber da müsste sie doch erst mal noch intensiver arbeiten.
    Ich fürchte nur: sie wird zu früh nach oben gejubelt und deshalb fehlt Ihr die Zeit.
    Immerhin sollte ihr zu denken geben, dass sie in der Aufführung, in der ich sie gehört habe, nach der Juwelenarie keinen Beifall bekam!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Bisher stand sie noch nicht in meiner Geburtstagsdatei, aber jetzt.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich muss gestehen, ich weiß nicht, wie ich den Karriereverlauf von Sonya Yoncheva einschätzen soll. Ihr rasanter Rollen- und Repertoirewechsel ist jedenfalls erstaunlich. Für manche vielleicht auch beunruhigend.


    Vor wenigen Jahren noch sang sie Barockmusik, war Adina im Liebestrank oder Gilda in Rigoletto. Inzwischen singt sie nicht nur Desdemona, sondern auch Elisabetta in Don Carlo oder gar Norma. Von der Tatjana in Eugen Onegin hat sie sich bereits verabschiedet, da die Rolle ihrer Aussage nach vom Charakter als auch vom musikalischen Stil her, ihr nicht mehr steht.


    Demnächst singt sie andere Kaliber wie Luisa Miller und Tosca. Eine rasante Entwicklung jedenfalls. Aber singt die Sängerin zu vieles zu schnell? Sowohl ihre Elisabetta als auch die Norma wurden - gerade wenn man den Hype um die Sopranstin kennt - keineswegs euphorisch aufgenommen. Vor wenigen Tagen sang sie die Mimi in Paris. Kritiker schreiben von einer müden Sängerin. Muss man sich Sorgen um die talentierte Sopranistin machen?


    Ihre Desdemona in New York hat mir sehr gut gefallen. Auch ihre Juliette in Wien vor einigen Jahren war beachtlich.













    Am 02. Februar 2018 wird ihr neues Arien-Recital veröffentlicht, in dem sie sich ausschließlich Giuseppe Verdi widmet. Auf DVD ist kürzlich ihre Norma aus dem Royal Opera House London erschienen.


    Sonya Yoncheva
    The Verdi Album
    Münchner Rundfunkorchester
    Massimo Zanetti



    Il trovatore - Tacea la notte placida ... Di tale amor che dirsi
    Luisa Miller - Tu puniscimi, o signore
    Attila - Liberamente or piangi ... Oh! Nel fuggente nuvolo
    Stiffelio - Tosto ei disse! ... A te ascenda, o Dio clemente
    La forza del destino - Pace! Pace, mio Dio!
    Otello - Ave Maria, piena di grazia
    Simon Boccanegra - Come in quest'ora bruna
    Don Carlo - Tu che le vanità ... Francia, nobile suol
    Nabucco - Anch'io dischiuso un giorno ... Salgo già del trono aurato






    Gregor

  • Zitat

    Vor wenigen Tagen sang sie die Mimi in Paris. Kritiker schreiben von einer müden Sängerin. Muss man sich Sorgen um die talentierte Sopranistin machen?


    Und prompt bekommt man eine Erklärung von der Künstlerin: Yoncheva hat die nächste Boheme-Vorstellung abgesagt. Mit der Begründung, sie leide bereits seit zwei Monaten an einer Bronchitis!


    Böse Zungen behaupten, es könnte aber auch an der Boheme-Inszenierung von Claus Guth liegen, der die Puccini-Oper ja im Weltraum angesiedelt hat. Rodolfo ist ein Astronaut, der mit seinen Freunden in den Weiten des Weltalls in Not gerät. In dieses entschwebt Mimi am Ende der Oper während Rodolfo in seinem Astronauten-Anzug an Sauerstoffmangel stirbt.


    Bilder dazu gibt es hier: https://www.olyrix.com/article…rotemberg-gebauer-basso-o



    Gregor

  • Nach Joseph Calleja hat nun auch Sonya Yoncheva im spanischen Platea Magazin ihre sehr ambitionierten Pläne für die Zukunft verraten:


    An der Mailänder Scala wird sie Fedora singen, an der New Yorker MET Puccini's Manon Lescaut. Sie liebt Puccini, und so soll auch die Madama Butterfly in London in einer Neuproduktion kommen.


    Was Verdi betrifft: sie plant die Trovatore-Leonora und später dann - als für sie natürlicher Schritt danach - die Leonora aus La forza del destino.

    Sie hat Angebote für Abigaille in Nabucco und Odabella in Attila erhalten. Darüber denkt sie jetzt aber noch nicht nach. Aida interessiert sie derzeit nicht.

    Von der Desdemona in Baden Baden sagt sie, dass es wohl ihre letzte war, während sie La traviata noch nicht ganz aufgeben will.


    Interesse hat sie auch am Deutschen Repertoire. Sie plant die Elisabeth in Tannhäuser und die Sieglinde würde sie gerne singen, aber da ist noch nichts entschieden.

    Dennoch will sie auch weiter Barockmusik singen, zu Händel's Giulio Cesare zurückkehren und mit der Theodora des gleichen Komponisten debütieren.


    Vor einigen Jahren erhielt sie das Angebot Salome zu singen, nun denke sie ernsthaft darüber nach, ob das in ein paar Jahren möglich sei.


    Die Medea für die Salzburger Festspiele diesen Sommer musste sie aufgrund ihrer Schwangerschaft übrigens absagen.


    Mit ihren neuesten Partien wie Tosca, Medea und Imogene in Il pirata möchte sie sich noch intensiver beschäftigen und so findet man die Partien auch in ihrer Saison 2019/20:


    November/Dezember 2019 Il pirata Teatro Real Madrid

    Januar 2020 La bohème Covent Garden London

    Februar 2020 Medea Staatsoper unter den Linden Berlin

    März 2020 Tosca Wiener Staatsoper

    April/Mai 2020 Manon Lescaut Metropolitan Opera New York

    Juni 2020 Fedora Mailänder Scala

    Juli 2020 Tosca Bayerische Staatsoper München



    Gregor

  • Ich muss Frau Yoncheva zugestehen, dass sie eine schöne Stimme hat. Ich habe sie als Violetta erlebt, sie hat mich aber überhaupt nicht berührt. Ebensowenig als Élisabeth im Don Carlos aus Paris (TV). Ganz schlimm finde ich sogar, wenn sie "Lascia ch'io pianga" bzw. "Lascia la spina, cogli la rosa" singt. Von Bartoli oder Gemma Bertagnolli oder Ann Hallenberg im Theater dagegen hat mich das durchaus schon das zu Tränen gerührt.

  • Mir gehts bei Frau Yonchevas Gesang genau so wie Souffleur. Ihr sängerisches Können in allen Ehren, aber weiter als bis an meine Ohren dringt ihre Stimme nicht vor. Nichts berührt mich, was sie singt.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Oben in Beitrag #3 habe ich gestanden, dass ich der Stimme von Frau Yoncheva zwar durchaus Einiges abgewinnen kann, aber erhebliche Probleme mit ihrer Technik sehe. Wie schon vermutet, hat sie die Zeit nicht gehabt, daran zu arbeiten. Inzwischen habe ich sie als Violetta, Medea und Desdemona gehört. In allen drei Partien hatte sie Momente, die erfreulich waren. Sie hatte aber auch leider Momente, die gehobenen Ansprüchen nicht wirklich genügten.

    Dazu kam dann noch, was Souffleur und Siegfried beanstandet haben - und das wiegt schwerer als stimmliche Härten und technische Mängel: Yoncheva lässt einen im Grunde völlig kalt.

    Wer den Thread NEUE STIMMEN verfolgt hat, wird einige Sopranistinnen kennen gelernt haben, die etwa mit der Violetta entschieden stärker fesseln und berühren. Man muss also gar nicht frühere Interpretinnen wie de los Angeles, Lorengar, Cotrubas oder Stratas bemühen, um Sängerinnen für die Kameliendame zu finden, die der Yoncheva klar überlegen sind. Es gibt sie auch heute. Und nicht mal so wenige.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Auf ihrem neusten Album Rebirth widmet sich Sonya Yoncheva der Alten Musik.


    Neben Arien von Monteverdi, Stradella oder Cavalli findet man darauf aber auch einen Song von ..... ABBA!


    Das eindringliche Like an angel passing through my room vom genialen letzten ABBA-Album "The Visitors" (1981) wurde allerdings musikalisch so bearbeitet, dass es wie eine Arie eines Komponisten des 16. Jahrhundert's erklingt.

    Erstaunlich und hörenswert!



    Wer den Originalsong nicht kennt würde nicht erraten, dass es sich hier um eine Komposition von Benny Andersson und Björn Ulvaeus - den beiden Männern und Masterminds von ABBA - handelt.







    Hier die "Alte-Musik-Version" von Yoncheva:




    Ich habe mal das Original von ABBA von 1981 herausgesucht, welches unerreicht bleibt.

    "Frida" singt als wäre sie selbst dieser Engel der den Raum durchquert.




    Gregor