Entdeckungen: Neue Stimmen

  • Zu Louise Alder # 816,857 f, 1570,1715, 1721f, 1796


    Das erste Konzert nach dem Lock-down .....
    Live from Covent Garden London 2020 Pappano Alder Spence Finley


    Lieber Orfeo!


    Der Link hat mir nicht weiter geholfen, weil er auf Facebook führte. Da bin ich nicht Mitglied und das will ich auch nicht werden.
    Kann man das Konzert auch sonst sehen? Wann ist es überhaupt?
    Auf der Facebook-Seite sieht es aus, als wäre das heute um 19:30. Nach MEZ wäre das ja dann wohl 20:30?


    Aber da werde ich ohnehin die Elektra aus Salzburg hören. Ich bin arg gespannt auf Aušrinė Stundytė.

    Die Elektra ist natürlich eine Grenzpartie für sie. Aber hat sie nicht bisher immer gerade in Grenzpartien reüssiert? Welser-Möst soll sie ja sehr gedrängt haben, die Elektra zu wagen, und hat ihre Bedenken und Einwände wohl erfolgreich zerstreut.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso,


    ich bin da über Operavision reingekommen. Versuch es mal hier und klicke dann auf FULL VIDEO

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Morgen beginnen die Salzburger Festspiele

    Die Titelpartie der 'ELEKTRA' singt Aušrinė Stundytė, die ich hier vor drei Jahren vorgestellt hatte (#490).

    Ihr Bruder Orest wird Derek Welton sein, den Hans Heukenkamp vorgestellt hat (#769).

    Dr. Pingel hatte dann auch Tatjana Ariane Baumgartner, die in Salzburg jetzt als Klytämnestra angekündigt wird, eingebracht (#113) - aber leider nicht in einem eigenen Beitrag vorgestellt.

    Diese Elektra gibt es ab sofort bis Oktober bei ArteConcert

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Lieber Orfeo!

    Diese Elektra gibt es ab sofort bis Oktober bei ArteConcert

    Ein guter Hinweis. Danke!


    Ich habe die Aufführung gestern im Hörfunk gehört.

    Nach 20 Minuten rief mich ein befreundeter Melomane, der auch diesen Thread verfolgt und mein Interesse an den Sängern kennt, an und wies mich darauf hin, dass auf der Seite von DIE WELT eine Live-Übertragung läuft. Die habe ich dann auf meinem iPad aufgerufen. Sie war nicht ganz synchron mit der Hörfunk-Übertragung.
    Trotzdem habe ich sie - ohne Ton - weiter laufen lassen und so einen ungefähren Eindruck von der darstellerischen Kraft und Intensität der Protagonisten bekommen. Hätte ich den wirklich gebraucht? Eigentlich konnte man alles auch hören. Es war in der Stimme und im Singen vielleicht noch intensiver als im Spiel.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


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  • Zu Louise Alder und dem Konzert vom 8.1.2020 in Luxemburg:


    Lieber Caruso41,

    wie versprochen mein Eindruck von der Sängerin:


    die Begeisterung für Louise Alder möchte ich aufgrund des Radiomitschnitts ausdrücklich teilen: eine hörbar junge, warme, aparte Stimme. Die Koloraturen des Exultate Jubilate / Alleluja und der Semiramide meisterte sie glanzvoll und ohne jegliche Schwierigkeiten. Die Rossini - Arie hat dramatischen Furor.


    In der oberen Mittellage und in der Höhe klingt ihre Stimme warm, ja leuchtend und rund, das Timbre hat Wiedererkennungswert. Mich erinnert sie in ihrer Mittellage ein wenig an die große Erika Köth. Wichtig zu einer Zeit, da viele der jungen Stimmen wie entpersönlicht und gleichförmig klingen und man die Stimmen oft auf Anhieb nicht zu erkennen vermag.


    Die Größe der Stimme vermag ich aufgrund des (sehr guten) Radiotons nicht zu beurteilen, dazu müsste man sie live gehört haben, was hoffentlich bald einmal möglich sein wird.


    Mir scheint aber, dass in den unteren Tonbereichen ihre Stimme ein wenig an Substanz, Kraft und Farbe verliert.


    Ich denke, eine sehr schöne und im wahrsten Sinne "herausragende" Stimme und große Begabung, aber sie hat noch eine Wegstrecke der Vervollkommnung vor sich. Sie wird sicher mit Bedacht ihren schon jetzt steilen Karriereweg beschreiten.


    Das Publikum in der Luxemburger Philharmonie war hörbar begeistert...Die Sängerin übrigens kurz in einem Interview zu hören. Sie scheint danach in Frankfurt zu leben.


    Herzlichst

    Otello50

  • Es freut mich sehr, dass Du Dich mit dem Mitschnitt des Konzertes von Louise Alder so intensiv beschäftigt hast.
    Deine Höreindrücke zu lesen, war mir ein doppeltes Vergnügen.
    Einmal schon allein, weil bisher Reaktionen auf meine Vorstellung dieser eminenten Sopranistin ausgeblieben sind.
    Vor allem aber, weil Du erkennbar so genau hingehört hast und Deine Eindrücke und Dein Urteil so fachkundig und plastisch mitteilen konntest.

    Du hast mir eine klare Vorstellung von Stimme und dem Gesang vermittelt, die direkt an meine eigenen Erfahrungen mit Louise Alder anschließt.

    Sie scheint danach in Frankfurt zu leben.

    Sie gehörte ja einige Spielzeiten zum Ensemble der Frankfurter Oper. Wie oben ausgeführt, habe ich sie ja auch in Frankfurt kennen gelernt.
    Leider wird sie für die nächsten Monate aber dort nicht mehr angekündigt.


    Da muss man eben nach London oder Wien fahren....


    Beste Grüße


    Caruso41

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  • Zu Aušrinė Stundytė. (Vorgestellt im Beitrag #490, darauf gab es leider keine Reaktionen. Von der Sängerin war erst wieder etwas zu lesen in den Beiträgen #1668, 1793)


    Vielleicht sollte ich Zumindest kurz meine Eindrücke von der Elektra Aušrinė Stundytės mitteilen.
    Bei der Vorstellung habe ich die Stimme ja zu beschreiben versucht, und dabei die Stärken und Vorzüge in den Blick gerückt. Entdeckungen: Neue Stimmen.
    Als sie heuer für die Elektra in Salzburg angekündigt wurde, hatte ich aber gefragt, ob das nicht eine Grenzüberschreitung wäre.

    Die Frage jetzt einfach zu beantworten, ist mir leider nicht möglich,


    Ich schreibe stattdessen, wie ich die Sängerin als Elektra gehört (und gesehen) habe.


    Aušrinė Stundytė stellt die an der Welt und der Geschichte ihrer unseligen Familie zerbrochene Atriden-Tochter mit einem ausgeprägt feinem Sinn für die Ambivalenzen und Zerrissenheiten dieser Figur dar. Diese Elektra ist ein eher zartes, eigentümlich fragiles Mädchen. Sie findet Töne und Farben für ihre Sehnsüchte und ihr Verlangen nach Liebe, aber auch für ihre Verzweiflung und ihren Schmerz. Es sind hörbar und erkennbar ihre Verletzungen und Wunden, aus denen ihr Furor entsteht. Ihr ganzes Leben ist nur mehr darauf angelegt, den Mord am Vater an der eigenen Mutter zu rächen. Freilich: aus den traumatischen Erfahrungen, den Verletzungen und Wunden erwächst auch die Unfähigkeit zur Tat. Da ist ihre Elektra ganz bei Hofmannsthal! So klingt denn in ihrem „Triff noch einmal“ zugleich Triumph aber auch Verzweiflung auf. Ihr bleibt am Ende nur der Wahnsinn, der in die Raserei des Tanzes und in den Tod führt.


    Dass ihre Spitzentöne über das ganze entfesselte Orchester strahlen können, hat Aušrinė Stundytė vor allem in der Auseinandersetzung mit Klytämnestra mit dem hell lodernden hohen 'C' auf „jauchzt“ hören lassen. Härten und Schärfen zeigt die Stimme selbst an den exponiertesten Stellen keine. Sie hat eine enorme Energie und Durchschlagskraft. Und doch bleiben die innigen, empfindsamen Phrasen, die sie in dem Duett mit Orest ungemein sublim formt, am stärksten in Erinnerung. Da gewinnt ihr Singen viel Wärme, Sanftheit und Süße, wird das As-dur gleichsam zum Traumbild, zum Vorschein einer versöhnlichen Erlösung gedeutet.


    Ist nun die Elektra für das neue Jahrzehnt gefunden?


    Sicher war Aušrinė Stundytė für die Interpretation von Welser-Möst die ideale Besetzung. Ich will aber nicht verschweigen, dass die Stimme deutliche Defizite in der Tiefe hat und auch in der unteren Mittellage klang- und farbarm ist. Das war mir etwa bei ihrer Renata in Prokofievs Feurigem Engel oder bei ihrer Lady Macbeth von Mzensk so nicht aufgefallen. In der Elektra kann man das nicht einfach ignorieren. Bisweilen wirkte die Stimme jetzt in Salzburg unten sogar fast verschlissen. Nicht oft, aber doch unüberhörbar! Ist das der Preis ihres Einsatzes für Rollen, die immer einen bedingungslosen Einsatz fordern?

    Es wäre schade, wenn die Karriere der Aušrinė Stundytė frühzeitig zu Ende ginge!


    Caruso41

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  • Du könntest sie gut als Entdeckung in dem NEUE-STIMMEN-Thread vorstellen.

    Lieber Caruso 41,

    hiermit erfolgt:


    Elena Stikhina


    Die junge russische Sopranistin (geb am 25.12.1986 in Lesnoi (Bezirk Swerdlowsk/ Ural) ist, sofern Corona dies erlaubt, aller Voraussicht nach auf dem Weg oder gar bereits inmitten einer Weltkarriere. Nach Klavierstudium in ihrer Heimatstadt und Studien an Moskauer Konservatorien beganmn sie ihre Laufbahn an der Oper von Wladiwostoik und ab 2017 am Marijinski-Theater St. Petersburg, dem sie auch heute angehört. 2016 gewann sie den Publikumspreis beim Operalia-Wettbewerb in Mexico City.

    Inzwischen sang sie bereits an einer Reihe großer Opernhäuser (Berlin, Dresden, Genf, Moskau, New York, Amsterdam, Paris sowie u.a. in Baden Baden) in Rollen des italienischen und russischen Spinto-Fachs, aber auch als Senta und Salome.


    Frau Stikhina verfügt eine sehr schöne und angenehm timbrierte, auf einer tragfähigen Tiefe und breiten Mittellage aufbauende, bis in die Höhen ausgeglichene und gerundete Stimme, die ihr offenbar den frühen Einstieg in die schwereren Verdi- und Puccini- Rollen und das Wagner-Fach erlaubt.

    Im Internet ist diese außergewöhnliche Sängerin bereits wohl dokumentiert, u.a. hat sie einen eigenen Kanal auf Youtube, so dass sich weitere Ausführungen an dieser Stelle erst mal erübrigen. Ihr Auftritt bei der letzten Aids-Gala der Deutschen Oper Berlin (die schwierige Arie der Leonore aus il Trovatore mit Cabaletta hat sie glänzend dargeboten) hat das Publikum sicht- und hörbar begeistert. Mich auch. Hinweisen möchte ich auf die von ihr eingestellten Otello- und Salome-Aufzeichnungen. Von ihr wird man hoffentlich noch viel sehen und hören.


    Herzlichst

    Otello50

  • Lieber Otello50!


    Mir hat die leuchtende Stimme von Elena Stikhina in der Aida auch sehr gefallen. Soweit man das nach einer Aufführung in dem verhältnismäßig kleinen Genfer Haus beurteilen hat., ist der Sopran sehr voluminös. Auf jeden Fall hat er eine enorme dramatische Energie und imponierende Höhen. Nicht weniger beeindruckt Elena Stikhina allerdings mit sehr sorgfältiger Phrasierung, feinen Nuancierungen und lyrischer Ausdruckskraft. So oft hört man nicht einen Sopran, der ohne Schärfen die Höhen - bis hin zu den Spitzentönen - klangvoll singt, zugleich aber in den lyrischen Passagen frei und fließend strömen kann. Gelegentlich hatte ich den Eindruck, die Töne und Phrasen würden in der Mittellage nicht immer sauber abstützen, sodass der Klang unstet wurde und leicht 'schwamm'. Aber das schmälerte in keiner Weise den Gesamteindruck.


    Herzlichen Dank für die Vorstellung!


    Mit herzlichen Grüßen


    Caruso41

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  • Weiter zu Philippe Sly (#512ff, 1143ff, 1162ff, 1186, 1196) und seiner Winterreise (#1772)


    Mich beschäftigt weiter die "Neu-Deutung" oder Um-Instrumentierung" von Schuberts Winterreise durch Philippe Sly.

    Diese Aufnahme, lieber Caruso, gehört für mich zu den aufregendsten Ereignissen auf dem aktuellen Musikmarkt. Als ich mir die CD vornahm, stutzte ich: Seit wann besteht die "Winterreise" denn aus fünfundzwanzig einzelnen Nummern? Im Original sind es doch nur vierundzwanzig. Genau hingesehen – und hingehört, wird das erste Lied "Gute Nacht" zunächst instrumental vorgetragen, ganz zum Schluss dann gesungen wiederholt. Angesichts der Fülle traditioneller Einspielungen haben sich Bearbeitungen wie die von Philippe Sly für Bassbariton, Klarinette, Posaune, Akkordeon, Violine, Klavier und Drehleierund inzwischen als eine ernst zu nehmende Möglichkeit etabliert, der Interpretation neue Perspektiven zu eröffnen. Sly geht ziemlich radikal ans Werk, ohne Schubert zu beschädigen, was mir Respoekt abnötigt. Dessen musikalische Erfindungen bleiben weitgehend unangetastet, Bearbeitung ist Zugabe, nicht Reduktion. Der junge Sänger und sein Ensemble Le Chimera Projekt scheinen herausfinden zu wollen, welche Wirkungen diese vor fast zweihundert Jahren entstandenen Lieder heutzutage entfalten können. Es ist, als ob sie ein Update Schuberts mit der Gegenwart vollziehen. Tempoverschiebungen verstärken eine im Werk angelegte Gangart, die immer wieder ins Nichts zu führen droht. In dieser Interpretation ist die innere Reise durch das Eis noch gefährlicher und aussichtsloser. Einzelne Wörter werden sängerisch regelrecht seziert. Es drängt sich die Frage auf, ob die Sprache des Dichters überhaupt auszudrücken vermag, was dem Werk innewohnt. Es klingt nie schön. Dabei hätte Philippe Sly durchaus das Zeug für einen traditionellen Vortrag mit Klavierbegleitung. Dafür müsste er allerdings an seinem Deutsch arbeiten. In der vorliegenden Aufnahme wirkt sein Akzent als Ausdrucksverstärker für Fremdheit und Isolation.


    Wunderbar, dass Du in Deinen Thread Dich so für Sly einsetzt. In mir hast Du einen Bündnispartner. :) In diesen Zeiten, die vor allem für junge Sänger und ihre Zukunft höchst problematisch und bedrohlich sind, ist es sehr wichtig, ihrem Wirken, Tun und ihren Hoffnungen eine Plattform wie diese zu geben. Man sollte Dir Kränze flechten, lieber Caruso.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Lieber Rheingold!

    Wunderbar, dass Du in Deinen Thread Dich so für Sly einsetzt. In mir hast Du einen Bündnispartner. :) In diesen Zeiten, die vor allem für junge Sänger und ihre Zukunft höchst problematisch und bedrohlich sind, ist es sehr wichtig, ihrem Wirken, Tun und ihren Hoffnungen eine Plattform wie diese zu geben. Man sollte Dir Kränze flechten, lieber Caruso.

    Nein, Kränze muss man mir wirklich nicht flechten. Ich mache ja nichts Außerordentliches. Ich höre einfach Musik und benutze dabei auch das, was zwischen beiden Ohren liegt. So kann man vielleicht tiefer eindringen, in die Interpretationen von musikalischen Werken. Und wenn ich dabei was entdecke, das mir besonders, vielleicht sogar hervorragend scheint, versuche ich, andere dafür zu interessieren. Dass mir gelungen ist, dich für Philippe Sly zu interessiere, sogar ein Stück weit zu begeistern, freut mich ungemein.
    Deine Beschreibung und Einschätzung seiner WINTERREISE zeigen mir, dass ich nicht allein bin mit meiner Wertschätzung. Sie haben mir auch deutlich gemacht, dass man noch tiefer eindringen kann in die Auslegung eines Kunstwerkes: Dir sollte man Kränze winden, weil Du uns weiter gebracht hast in dem Verständnis einer ganz außerordentlichen Interpretation!
    Aber Vorsicht: Kränze können sehr unangenehm auf dem Haupte drücken.


    Die verschiedenen Reaktionen auf Slys WINTERREISE waren allesamt ganz wertvolle Hilfe, das Besondere und die Exzellenz der Deutung recht zu erfassen!

    Herzlichen Dank dafür!


    Liebe Grüße

    Carsuo41

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  • Wunderbar, dass Du in Deinen Thread Dich so für Sly einsetzt.

    Am wunderbarsten empfinde ich, dass Du lieber Rüdiger, a la Rheingold wieder bei uns bist. In Deiner Erholungsphase stellte Alfred eine größere Arbeit von mir "Bässe im Profil" in mehreren Beträgen ein. Wenn Du magst rufe doch einmal auf. Ein Kommentar von Dir wäre wertvoll für mich.

    Liebe Grüße

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • In Deiner Erholungsphase stellte Alfred eine größere Arbeit von mir "Bässe im Profil" in mehreren Beträgen ein. Wenn Du magst rufe doch einmal auf.

    Lieber Operus,


    Deine Essays über die Bässe habe ich gerne gelesen. NEUE STIMMEN, die ja eigentlich das Thema dieses Threads sind, waren leider nicht darunter. Aber die werden doch wohl auch noch kommen?


    Beste Grüße

    Caruso41

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  • Aušrinė Stundytė.

    Ich habe sie in Gera und Chemnitz als Manon in der Puccini-Oper gehört, das ist sicher mehr als 10 Jahre her. Die Dramatik war schon damals in ihrer Stimme, daß sie aber so schnell als Elektra triumphieren könnte, war jenseits meiner Vorstellungskraft. Alle Achtung und alles Gute für ihre Zukunft.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Frau Stundyte hab ich noch aus ihrer Zeit vom Emsemble der Oper Köln in sehr guter Erinnerung und hab sie dort häufiger live erlebt.

  • Ich habe sie in Gera und Chemnitz als Manon in der Puccini-Oper gehört, das ist sicher mehr als 10 Jahre her. Die Dramatik war schon damals in ihrer Stimme, daß sie aber so schnell als Elektra triumphieren könnte, war jenseits meiner Vorstellungskraft. Alle Achtung und alles Gute für ihre Zukunft.

    Lieber LaRoche!


    Sie hat ja eine Zeit lang in Leipzig bei Helga Forner studiert. Das werden also in Gera vielleicht ihre ersten Auftritte gewesen sein.


    Frau Stundyte hab ich noch aus ihrer Zeit vom Emsemble der Oper Köln in sehr guter Erinnerung und hab sie dort häufiger live erlebt.

    Lieber Rodolfo!


    Nach dem Studium wurde sie von den Opern in Leipzig und Köln verpflichtet.
    Kannst Du Dich noch erinnern, in welchen Partien Du sie gehört hast?


    Beste Grüße


    Caruso41

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  • Lieber Caruso, das ist auch schon etwas länger her, aber auf jeden Fall hab ich sie dort live als Mimi, Agathe und Nedda erlebt und auch in einigen kleineren Rollen.

  • Frau Stundyte habe ich auch in Köln erlebt, erinnere mich aber nicht mehr an Einzelheiten- außer an ihre Mitwirkung beim traditionellen Adventskonzert der Oper Köln. Schon damals war sie ein "aufgehender Stern". In Lübeck sang sie mit großem Erfolg die Santuzza und die Salud in La Vida Breve. Die Aufführung wurde 2017 vom NDR ausgestrahlt. Ich freue mich über ihre erfolgreiche Karriere.


    VG

    Otello50

  • Heute möchte ich eine echte Prachtstimme vorstellen: den ukrainischen Bariton

    Yurij Yurchuk
    Geboren am 12. Juli 1986 in Kiew (Kyjiw), Ukraine


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    Ich habe Yurij Yurchuk live beim Savonlinna-Festival als Escamillo gehört und war von der charismatischen Persönlichkeit des Sängers und von seiner Stimme sofort begeistert.

    Die Stimme ist markig und dunkel timbriert. Sie ist in allen Lagen klangvoll und ausdrucksstark: reicht von der finsteren Tiefe, die der Escamillo braucht und so selten mitbringt, zur kraftvollen Höhe, die nicht tenoral gefärbt wird sondern eine echte Baritonfarbe behält und einen bronzenen Ton gewinnt.


    Technisch wird diese Stimme absolut sicher geführt. Die Intonation ist perfekt und die Lagen sind bestens verblendet. Er kann damit zupacken aber auch verführen. Imponierend sind seine ausgefeilten Phrasierungen und die expressive Diktion. Seine französisch ist nicht wirklich idiomatisch aber das trübt den Gesamteindruck allenfalls marginal, da er den Charakter der Figur in seinem Singen so genau erfasst. Er hat eine gewisse Eleganz, die ein spanischer Stierkämpfer nun mal braucht, und weiß genau wann er wie Akzente setzen muss. Eine unerwartete Überraschung waren für mich, dass er für das lyrische Duettino mit Carmen im vierten Akten geschmeidige und zärtlichere Töne fand und die Liebesbeteuerungen wirklich glaubhaft machte.


    Bemerkungen zu Biografie und Karriere


    Yurchuk ist in Kiev geboren und aufgewachsen. Seine Gesangsausbildung schloss er mit dem 'Master in vocal performance' an der DePaul University School of Music, Chicago. Er hat an verschiedene Gesangswettbewerben teilgenommen und erhielt Preise beim Queen Sonja International Music Competition (Norwegen), dem Montserrat Caballé International Singing Competition (Spanien), dem Ottavio Ziino International Competition (Italien), dem Jensen Foundation Vocal Competition (USA) und dem Monastero Foundation Bel Canto Competition (USA). Bevor er sich definitiv für eine Laufbahn als Sänger entschied, hat er acht Jahre als Referent für Übernahmen bei dem Finanzdienleister PricewaterhouseCoopers gearbeitet.


    Schließlich wagte er doch den Schritt zur Oper. Von 2014 bis 2016 war Yuriy Yurchuk dann Mitglied des Jette Parker Young Artists Programme am Royal Opera House. In der Zeit hat er Partien wie den Steuermann (Tristan und Isolde), Dumas (Andrea Chénier), Prince Yamadori (Madama Butterfly), Baron Douphol (La traviata), Angelotti (Tosca), und Johann (Werther) gesungen. in den letzten Spielzeiten wurde er als Cover für den Escamillo (Carmen) und den Jeletzky (Pique Dame) eingesetzt.


    Inzwischen hat er auch an anderen Opernhäusern gesungen.


    In Zürich etwa war er als Marcello (La Bohème) und als Lescaut (Manon Lescaut) zu hören, in Chicago als Mr. Ford (Falstaff), beim Wexford Festival Opera als Rodolfo (Margerita von Foroni) und eben bei den Opernfestspielen in Savonlinna als Escamillo (Carmen). Für die gerade beginnende Spielzeit sind Auftritte unter anderem in Tokio, Kiev, Baugé und Wexford vorgesehen. Was davon wegen der Corona-Pandemie realisiert werden kann, muss man erst mal abwarten. Immerhin: Yuriy Yurchuk wird für Partien wie Giorgio Germont, Conte Luna, Robert (Jolante), Eugen Onegin und Don Pizarro eingeladen.


    Es ist ihm zu wünschen, dass er solch anspruchsvollen Partien mit Dirigenten erarbeitet, die seine hervorragenden Anlagen weiter entwickeln. Er ist sicher ein Edelstein, braucht aber noch weitere Schulung des Stils und der Musikalität, damit er wirklich zu einem hervorragenden Sänger wird.


    Hier nun ein paar Videos, in denen man einen ersten Eindruck von der Persönlichkeit und der Stimme bekommt. Es gibt viele weitere bei YouTube!


    Escamillo in einem selbst produzierten Video.

    Dazu schreibt Yurij Yurchuk:

    Zitat

    My Escamillo debut in Carmen with Savonlinna Festival was postponed, but I still decided to spend some time with the Toreador part :) All filmed and edited without leaving my home, according to UK lock-down rules. NO to animal cruelty, though Toreador was obviously... well, a killer. And then I stumbled onto the more modern version of them, essentially reenacting an ancient Greek game with the bull, where the animal is not hurt but participants dodge it and jump over it.


    In my eyes, much braver then using pointed objects - they are called Recortadores...


    The idea was to strictly adhere to the Lock-down Production rules, have fun, tell the story and practice my rusty video editing skills.



    Conte Luna



    Moon River von Frank Sinatra (für die Freunde des Cross-Over)



    Es gibt eine CD, auf der er mit Liedern zu hören ist.

    Rimsky-Korsakov-romances-300x300.jpg


    Ich bin gespannt, wer sich noch für den Sänger und seine Prachtstimme begeistern kann.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • zu Yuriy Yurchuk


    ich habe mir die von Dir, caruso41, eingestellten Videos angehört und noch zwei andere: „Ich grolle nicht„ von Schumann und eine Aufnahme vom Queen-Sonja-Wettbewerb von 2015.

    Mir gefällt seine Stimme sehr gut.
    Besonders mag ich, dass er in der tiefen Lage schön tragfähig bleibt und einige andere Sachen, die caruso41 schon aufgezählt hat.
    Das Torero-Video mag ich nicht ganz so, wenn es auch ein wenig ein Spaß sein soll. Hier finde ich seine Phrasierung das ein oder andere mal ... anders als ich es erwarten würde.

    Im Trovatore wiederum wünschte ich mir, er würde auch mal mehr gestalten, das ist mir zu sehr forte, die ganze Zeit. Allerdings hast Du, caruso, ja erwähnt, dass er auch zu „zärtlicheren und geschmeidigeren Tönen“ fähig ist.

    Ich werde ihn auf alle Fälle im Auge behalten.


    Liebe Grüße

    Boismortier

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  • Lieber Caruso41,


    vielen Dank für den Hinweis auf diesen vielverspechenden jungen Sänger. Er ist, soweit die Beispiele auf YT und seine eigenen Kommentare diesen Schluss zulassen, ein sehr bewusster Sänger. Das lässt für seine weitere Entwicklung hoffen. Für Prognosen scheint es mir aber sehr früh. Nicht alles hängt von seiner Kunst ab...


    Eine tragfähige, in der Höhe und in tieferen Lagen breit geführte Stimme, das Bemühen um Legato und gute Stütze ist hörbar. Allerdings lässt seine Artikulation zu wünschen übrig, manches klingt mir verquollen, Vokale werden unter Druck verfärbt ("Ich grolle nicht"). Für das deutsche Lied wünscht man ihm einen versierten Lehrer, der auch den musikgeschichtlichen und soziokulturellen Hintergrund der Liedkunst des 19. und 20. Jahrhunderts einbezieht.


    Unter den jungen Baritonen, die hier in jüngerer Zeit vorgestellt wurden, sind Amartuvshin Enkhbat und Benjamin Appl die besten Prognosen zu geben. Große Verdi - Baritone sind besonders rar in unserer Zeit, und begabte Liedsänger stets auch..


    VG

    Otello50

  • Liebe Tamino-Melomanen,


    den erst 23-jährigen österreichischen Bassisten (Bassbariton?) Alexander Grassauer habe ich heute zum ersten Mal gehört. Er hat mich mit der Verleumdungs-Arie des Basilio "La calunnia", gesungen in einem Mitschnitt des Garanca- Festivals 2019 in Göttweig beeindruckt. 2019 hat er den von Elina Garanca initiierten Musikwettbewerb "ZukunftsStimmen" gewonnen. Ich weiß nichts über ihn, was nicht im Netz zu finden ist, fühle mich daher nicht befugt, ihn hier zu präsentieren- sofern er nicht eh' schon hier vorgestellt wurde. Hinweisen möchte ich aber doch auf ihn. Wäre schön, wenn einer der Tamino- Fachleute einen "Blick auf ihn werfen" könnte.

    Herzlichst

    Otello50

  • Zu Alexander Gassauer in #1822


    Dann ergänze ich die Arie:

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • zu Yuriy Yurchuk (#1819ff.).


    Liebe Boismortier!

    Mir gefällt seine Stimme sehr gut.

    Um die Stimme geht es mir auch in erster Linie. Deshalb habe ich auch in der Vorstellung geschrieben, ich wollte "eine echte Prachtstimme" vorstellen

    Hier finde ich seine Phrasierung das ein oder andere mal ... anders als ich es erwarten würde.

    ...

    ... er würde auch mal mehr gestalten, das ist mir zu sehr forte, die ganze Zeit.

    Das verstehe ich voll und da bin ich ganz Deiner Meinung. Deshalb habe ich ausdrücklich darauf verwiesen, dass ich hoffe, er würde künftig durch gute Dirigenten noch eine Schulung der musikalischen Gestaltung erhalten. Aber die Erfahrung zeigt leider, dass solche Prachtstimmen einfach eingesetzt werden. Damit aus dem Singen Gesang wird, ist aber viel Arbeit erforderlich. Selbst eine Callas wäre nicht geworden, was sie schließlich wurde, ohne die Arbeit mit Tullio Serafin. Aber welcher Dirigent ist denn heute bereit, jungen Sängern eine eine sorgfältige Schulung und Begleitung angedeihen zu lassen. Es wäre gut, wenn Yuriy Yurchuk eine gewisse Zeit sich an ein Ensemble binden würde und nicht seine - um ehrlich zu sein - noch nicht fertig einstudierten Partien heute hier und morgen da sänge. Aber die Verführung, schnell eine Karriere zu machen und international zu reüssieren, ich natürlich groß. Das erleben wir ja gerade auch bei Benjamin Bernheim und... und... und...!


    Lieber Otello!

    ... ein sehr bewusster Sänger

    Den Eindruck habe ich auch. Es ist ja bezeichnend, dass sein Ton sehr markant ist und seine Phrasierungen eigentlich auch. Zumindest wirken sie genau ausgefeilt. Dass sie nicht immer überzeugend sind, steht auf einem anderen Blatt. Da bräuchte er weitere Schulung und Begleitung, wie ich in meiner Antwort an Boismortier schon bemerkt habe.

    Für das deutsche Lied wünscht man ihm einen versierten Lehrer, der auch den musikgeschichtlichen und soziokulturellen Hintergrund der Liedkunst des 19. und 20. Jahrhunderts einbezieht.

    Das Schumann-Lied (Es gibt noch mehr deutsche Lieder auf Youtube von ihm) habe ich ganz bewusst nicht in die Vorstellung des Sängers einbezogen, weil ich finde, dass man ihm damit keine Gefallen tut. Das klingt, als würde er vom Blatt singen und sicherheitshalber seine Stimme einfach voll aufdrehen.


    Euch beiden sage ich ganz herzlichen Dank für Eure wohlbegründeten Kommentare.

    Wir sind uns ja einig, dass Yuriy Yurchuk die stimmlichen Voraussetzungen für eine Karriere hat. Hoffentlich wird er sich damit nicht begnügen und auch als Musiker und Künstler noch reifen.


    Beste Grüße


    Caruso41


    PS:: Zu dem österreichischen Bassisten Alexander Grassauer kann ich nichts sagen. Ich habe mir "La Calunia" angehört. Das hat mich noch nicht überzeugt. Diese Arie habe ich von einem Hans Hotter sicher fast ein dutzend Mal gehört und das macht es für andere Bässe schwer, mich zu erreichen. Aber so geht es auch berühmten Kollegen . außer Matti Salminen.

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Rachele Gilmore



    heute möchte ich eine Sängerin vorstellen, die zwar schon seit einigen Jahren singt und auch schon ihr MET Debüt als Olympia hatte, aber ich habe sie gestern Abend zum ersten mal in Hoffmanns Erzählungen aus buenos Aires vom dortigen Teatro Colon als Olymppia in gesehen und gehört und war total begeistert. Sie hat einen glocken klaren Sopran und klingt in den hohen Lagen unangestrengt . Außerdem ist sie eine sehr gute Darstellerin was, man vor allem bei der Wahnsinns Szene der Lucia sehen kann. Warum sie noch nicht den ganz großen internationalen Durchbruch hat, weiß ich wirklich nicht, für mich ist sie auf jeden Fall ein Ereignis.








    Und hier eine Biografie über Rachele Gilmore


    Biography

    Coloratura Soprano Rachele Gilmore continues to garner international attention as a vital young singer combining her silvery timbre with a dynamic stage presence and easy vocal production.

    Most noteable in 2009, Ms. Gilmore made a “show-stopping” debut with the Metropolitan Opera in the role of Olympia in Les contes d’Hoffman, according the Classical Source. “She brought down the house with her flawless coloratura,” they continued, solidifying her position as one of the most exciting young coloraturas to watch. Ms. Gilmore began the 2009-2010 season as Zerbinetta in Ariadne auf Naxos with Indianapolis Opera, and performs this role later in the season for Boston Lyric Opera. In February of 2010, Ms. Gilmore makes her house and role debut at Knoxville Opera in the title role of Lucia di Lammermoor. In the spring, she sings the title role in the groundbreaking Swiss premiere of Unsuk Chin's Alice in Wonderland with Grand Théâtre de Genève.

    The 2008-2009 season saw Ms. Gilmore make her European debut with Deutsche Oper am Rhein, singing Blondchen in Die entführung aus dem Serail.

    Other notable appearances included: a return to Toledo for Mahler's 2nd Symphony with the Toledo Symphony, Adele in Die Fledermaus with Opera New Jersey, and an important debut with Opera Hong Kong for a series of Opera Gala Concerts. In the summer of 2009, the soprano reprised the role of Blondchen for further performances with Deutsche Oper am Rhein and in a return to Opera New Jersey.

    Rachele Gilmore began her 2007 season with her Carnegie Hall debut singing Mozart’s Coronation Mass and John Rutter’s Requiem with Maestro Rutter conducting. In November, she made her debut with Orlando Opera, singing the role of Zerlina in Don Giovanni. She continued the season with an exciting Gala Concert of Richard Strauss’ music with Toledo Opera under the baton of Maestro Thomas Conlin. She then returned to Carnegie Hall to sing Haydn’s Lord Nelson Mass in March. In May, she made a triumphant debut as Olympia in Les contes d’Hoffmann with Indianapolis Opera.

    Ms. Gilmore has been recognized by a number of foundations and prestigious competitions. During the summer of 2007, she was chosen as a Zarzuela Winner in Plácido Domingo’s Operalia World Opera Contest in Paris. She is a First Place Winner of the 2008 Gerda Lissner Foundation Competition as well as the Connecticut Opera Guild Competition, where she also received the Audience Choice Award. Also in 2008, she was a National Semi-Finalist in the Metropolitan Opera National Council Auditions. Other awards include Third Prize in the 2007 Jensen Foundation Competition and recognition from the Licia Albanese-Puccini Foundation, the Opera Index Foundation, the George London Foundation Competition and the Richard Tucker Foundation.

    Ms. Gilmore received her Bachelor’s of Music from Indiana University and continued with Graduate studies at Boston University. She was a member of the Young Artist Programs of Glimmerglass Opera (for two seasons), Florida Grand Opera, and Aspen Music Festival’s Opera Center. Rachele Gilmore has been mentored by world-renowned sopranos Carol Vaness and Virginia Zeani, and continues her studies with New York teacher Michael Paul.

  • zu Rachele Gilmore (vorgestellt in #1826)

    ...Sängerin vorstellen, die zwar schon seit einigen Jahren singt und auch schon ihr MET Debüt als Olympia hatte,

    Ja, sie hatte ein Debut an der MET. Aber das war schon 2009. Und dann hat sie noch eine Aufführung drei Tage später gesungen. Danach taucht sie in den Annalen der MET nicht mehr auf. Aber auch sonst ist es nicht leicht, stichhaltige Informationen über Frau Gilmore und ihre Aufführungen zu bekommen. Aber andere Taminos sind da findiger. Also halte ich mich lieber zurück.


    Den "Hoffmann" aus dem Teatro Colón habe ich mir nicht angehört, aber die beiden anderen Videos. Da beeindruckt sie mit einer frappierenden Koloraturtechnik und mit Spitzentönen, die ich persönlich zwar nicht schön finde, die aber (meist) sicher gesetzt sind. Aber unterhalb dieser Höhe, in der sie ihr Koloraturfeuerwerk abbrennt, höre ich eine eher durchschnittliche Soubrette. Aber der Eindruck aus der "Lucia"-Arie kann natürlich auch durch den flachen Klang der Aufnahme unterstrichen werden. Ich muss erst mal mehr hören, ehe ich zu der Sopranistin was sagen kann.


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Otello, 50, lieber Hans,

    danke für die gemeinsame Vorstellung des jungen Bassisten Grassauer. So weit man aus einer Arie schließen kann: Der junge Sänger hat ausgezeichnetes Material, die Stimme trägt in allen Lagen gut, nur die Tiefe kommt an den exponierten Stellen noch etwas bemüht. Auch im Vortrag schon weitgehend gelöst und überzeugend. Für einen 23-jährigen eine respektable Leistung auf Gesangs-Wettbewerbs Niveau. Was noch erarbeitet werden sollte ist Mezza voce- und Piano-Kultur. Es lohnt sich jedoch, den Namen zu merken und auf seine weitere Entwicklung zu achten.

    Wäre schön, wenn einer der Tamino- Fachleute einen "Blick auf ihn werfen" könnte.

    Herzlichst

    Otello50

    Lieber Otello,

    auch Du bist einer der Fachleute bei Tamino! Staple bitte nicht immer so tief. Du beschäftigt Dich lange mit der Oper. Ich las von Dir schon sehr kompetente Beiträge. Schreibe bitte frei von der Leber weg Deine Eindrücke. Dann ist das Deine Meinung und die ist berechtigt. Da man Gesangskunst nicht messen und wiegen kann ist jeder Eindruck subjektiv. Interessant ist immer wenn mehrere sogenannte Experten über eine Aufführung oder einen Sänger urteilen und zu weit auseinander legenden Urteilen kommen. Ich fällte vor vielen Jahren über einen jungen Bariton in München bei seinem Debüt als Dapertuto in "Hoffmanns Erzählungen" ein sehr hartes Urteil. So im Sinn:"Lautstärke ersetzt keine Stimmkultur". In anderen Rezensionen wurde er ausgezeichnet beurteilt und hoch gelobt. Diese Premiere und seine Leistung war zumindest an der Bayerischen Staatsoper sein Durchbruch. Der spätere bayerische Kammersänger machte eine lange auch internationale Karriere und wurde ein guter Freund von mir. Lieber Otello, Du siehst man kann sogar als ganz junger Kritiker völlig anderer Meinung sein als die "Kulturpäpste" und überlebt sogar einen solchen Ausreißer. :untertauch:

    Herzlichst

    Operuns (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Alexander Grassauer

    Etwas unfreiwillig führt dieser junge Sänge uns vor, wie schwierig und voller Tücken die große Arie es Basilio aus dem "Babier" ist. Hört man ihm zu, fallen einem alle ein, die das besser können. Caruso hat Beispiiele genannt. Man muss gütig sein. Einem Anfänger sollte nicht vorgeworfen werden, dass er ein Anfänger ist. Ich frage mich aber, warum er ausgerechnet diese Arie singt. Warum nichts aus einer der so genannten Spielopern, die ich allerdings nicht gern so nenne. Oder Operette. Er hat ein gewisses komödiantisches Talent. Das ist dort gut aufgehoben. Merken will ich mir seinen Namen. Wenn er sich nicht ünbernimmt und streng an sich arbeitet, wird man von noch ihm hören.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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