Ungeliebte Arien ?

  • Es gibt Arien, die man auf jeder Recital-CD findet, es gibt Arien und Szenen, die bei jedem Konzert zu hören sind, wie z.B. "O mio babbino cara" oder das Brindisi aus "La Traviata". Kaum eine Tenor-CD kommt ohne einen Titel aus "Tosca" aus.

    Aber ich weiss auch, dass Sänger manche Arien nicht mögen, wie Luciano Pavarotti die Arie aus "Don Pasquale", die nur auf der Gesamtaufnahme zu hören ist, und auch bei keinem Konzert aufgetaucht ist. Ebenso ergeht es der Tenorarie aus Aubers "Fra Diavolo" und vielen anderen wunderbaren Arien auch.

    Welche Arien fallen Euch dazu ein (eventuell mit einer Begründung)?


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Lieber Erich,

    interessantes neues Thema. Man kann die Ansprache des Veit Pogner in Wagners "Meistersingern" vielleicht nur bedingt als Arie bezeichnen. Fest steht, dass sie von vielen Bassisten nicht gerne gesungen wird. Die Schwierigkeit ist, dass diese Stück sich im Verlauf immer hoher schraubt und die hohen Töne am Ende "Eva mein einzig Kind zur Eh'" nur schwer zutreffen und zu halten sind.

    Herzlichst

    Hans

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Eine Arie, die zumindest nach meinem Eindruck heutzutage ziemlich im Schatten steht und selten dargeboten wird, ist Boieldieus Viens, gentille dame aus der Oper La Dame blanche. Vielleicht mangelt es auch an adäquaten potentiellen Interpreten in der Nachfolge von Nicolai Gedda, ganz zu schweigen von David Devriès.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Man kann die Ansprache des Veit Pogner in Wagners "Meistersingern" vielleicht nur bedingt als Arie bezeichnen. Fest steht, dass sie von vielen Bassisten nicht gerne gesungen wird. Die Schwierigkeit ist, dass diese Stück sich im Verlauf immer hoher schraubt

    Ich hatte dieses Thema eher so verstanden, dass es nicht aus Sicht von Interpreten, sondern von Zuhörenden gemeint ist. Und für den Zuhörer ist diese Arie sicherlich ein Juwel. Schon Hanslick, der ansonsten kein gutes Haar am 1. Akt gelassen hat, hat diese Arie der gerühmt. Ich hatte bei ihr jedenfalls nie Ermüdungserscheinungen oder häte mir gewünscht, dass sie in der Aufführung übersprüngen worden wäre.

    und die hohen Töne am Ende "Eva mein einzig Kind zur Eh'" nur schwer zutreffen und zu halten sind.

    ... wenn MAN nicht schon vorher beim "aus Nürenberg Veit Pogner" abgekräht hat. :D


    Insofern sorgt gerade diese Arie - neben einigen tückischen Stellen in Davids langer Erzählung (das wäre eher ein Stück, das ich mir schon häufiger übersprungen gewünscht hätte...) - auch für einen gewissen Spannungsfaktor beim Zuhörer. :evil:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Es gibt Arien, die man auf jeder Recital-CD findet, es gibt Arien und Szenen, die bei jedem Konzert zu hören sind, wie z.B. "O mio babbino cara"...

    Ich muss gestehen, dass ich diese Version der Arie noch nie irgendwo gehört habe. Sie wäre auch nur angebracht in einer besonders zugespitzten Regietheater-Aufführung, wenn der Gianni Schicchi beispielsweise von einer Dragqueen verkörpert werden würde. Wer weiß, vielleicht hat ja Le Gateau Chocolat nach dem Bayreuther Tannhäuser Gefallen am Musiktheater gefunden und übernimmt die Partie demnächst einmal.

  • Mein lieber Melomane,

    es gibt doch immer wieder Flüchtigkeitsfehler, doch was hast du sachlich beizutragen? (außer zu kritisieren)


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Ich habe diesen Thread für beide Seiten gemeint, sowohl für den Sänger, der lieber eine einfachere Arie hätte und auch für den Zuhörer, der mehr Vielfalt möchte.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Ich habe diesen Thread für beide Seiten gemeint, sowohl für den Sänger, der lieber eine einfachere Arie hätte und auch für den Zuhörer, der mehr Vielfalt möchte.


    Erich

    Das verblüfft mich insofern, als mir nicht bekannt ist, dass sich hier hauptberufliche Opernsänger tummeln würden. Daher war ich davon ausgegangen, dass es um Rückmeldungen von der Zuhörerseite geht.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Das verblüfft mich insofern, als mir nicht bekannt ist, dass sich hier hauptberufliche Opernsänger tummeln würden.

    Und selbst wenn hier, sagen wir mal zum Beispiel, zehn italienische spinto-Tenöre schreiben würden und diese eine ehrliche Antwort geben würden, welche Arien ihnen gefallen und welche nicht, würde sich höchstwahrscheinlich ein sehr heterogenes Bild ergeben: dem einen gefällt die eine Arie mehr, dem anderen eine andere. Das gleiche wird wahrscheinlich passieren, wenn man zehn regelmäßige Besucher von Arien-Konzerten fragt. Worin der Erkenntnisgswinn dieser Rubrik bestehen soll, erschließt sich mir zumindest nicht.

  • Es muss doch jedem klar sein, dass hier keine Sänger über ihre "Nicht-Vorlieben" schreiben werden, sondern dass man Aussagen von Sängern hier zitieren kann.

    Und was den Gewinn dieses Threads betrifft, wird man am Ende sehen können, denn bisher hat nur einziger Tamino einen aussagekräftigen Beitrag geliefert, der Rest ist für den Müll.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Zitat von Erich Ruthner

    der Rest ist für den Müll

    Naja....

    Zitat

    Kaum eine Tenor-CD kommt ohne einen Titel aus "Tosca" aus.

    .....gehört das auch dazu!

    Wieviel solli ch denn aufzählen, die keine Arie aus Tosca singen!

    Das hat mich leider schon in deinem Eröffnungs Posting gestört! 8)

    Du solltest vielleicht jenes Posting anders formulieren, auch wegen der nachfolgenden Postings! :thumbup:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • denn bisher hat nur einziger Tamino einen aussagekräftigen Beitrag geliefert, der Rest ist für den Müll.

    Ach, das ist ja interessant! Abgesehen davon, dass du meine Erwiderung an "Operus" in ihrer Gesamtheit, also auch mit Teil 2, ganz sicher dem "Müll" zurechnest, würde mich doch interessieren, wer denn dieser "einzige Tamino" ist, dessen Beitrag hier nicht für den "Müll" ist? Heißt dieser in deinen Augen "Operus" oder "Joseph II." oder vielleicht noch anders?

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Lieber Erich,


    zurück zum Thema!


    Ich denke, die "Beliebtheit" einzelner Arien hängt auch davon ab, ob die Werke noch aktuell auf der Bühne dargeboten werden. Vor 40 Jahren spielte noch jedes renommierte Stadttheater (im deutschen Sprachraum) Lortzings Opern, oder Flotows "Martha" und Nicolais "Die lustigen Weiber". Jüngere Opernbesucher kennen diese Werke kaum noch oder gar nicht, weil sie nicht mehr im Programm sind.

    So hatte praktisch jeder Bass "O sancta justicia" und "Fünftausend Taler" von Lortzing im Repertoire, von Flotow das Porterlied aus "Martha" und "Als Büblein klein" aus den "Lustigen Weibern". Das sind ja für jeden Bassisten geradezu Paradestücke, aber mit der Bekanntheit schwindet auch das Interesse des Hörers, und weil diese Werke nicht mehr gespielt werden, spielen sie auch für die Künstler nicht mehr die Rolle, die sie einmal gespielt haben. Da gäbe es noch eine Unmenge von Beispielen!

    Man braucht nur an die alten Aufnahmen von Tauber, Schlusnus, Kipnis oder Georg Hann zu denken, da sind unzählige Stücke drauf, die heute nur noch als historisch einzustufen sind.


    Natürlich gibt es auch Arien, die von den meisten Künstlern gemieden werden, wegen des hohen Schwierigkeitsgrades. So traut sich noch längst nicht jede Sopranistin an Beethovens Fidelio-Arie "Abscheulicher, wo eilst du hin".


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Natürlich gibt es auch Arien, die von den meisten Künstlern gemieden werden, wegen des hohen Schwierigkeitsgrades

    "Je suis soldat" oder "Freunde, vernehmet die Geschichte" scheinen mir solche Beispiele mit "Stunts" zu sein, bei denen wohl auch Top-Tenöre jedesmal Lampenfieber hatten/haben. Vom Publikum geliebt, vom Sänger gefürchtet.


    Gruß...MDM :hello:

    >>So it is written, and so it shall be done.<<

  • Endlich sind wir wieder beim Thema, und das ist gut so.


    Alle die von Nemorino genannten Bassarien sind würdig, wieder unters Volk gebracht zu werden. Wenn man sie öfter hören würde, könnte auch das Interesse für diese Werke wieder steigen.


    Bevor J. D. Florez und Kollegen die Arien aus der "Regimentstochter" und die Arie des Almaviva vom 2. Akt wieder populär machten, ruhten die Noten ewig im Archiv. Doch man sollte nicht aufhören, dort weiterarbeiten.

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Endlich sind wir wieder beim Thema, und das ist gut so.

    :thumbup::thumbup::thumbup:

    Lieber Erich,


    ….. die Arien aus Lortzings, Flotows, Nicolais und Kienzls Spielopern sind natürlich alle auf zahlreichen Recitals vertreten, aber leider fast nur von Künstlern gesungen, die längst ihre Karriere beendet haben oder schon nicht mehr unter den Lebenden weilen.

    Mit dem "Aussterben" der Bühnenaufführungen dieser Werke geht natürlich auch ein nachlassendes Interesse sowohl beim Musikhörer als auch beim Interpreten einher. Was noch vor 40, 50 Jahren, zumindest unter Opernfreunden, populär oder doch bekannt war, eben weil die entsprechenden Werke auch auf der Opernbühne einen festen Platz hatten, droht langsam aber sicher in Vergessenheit zu geraten. Das ist schade, aber leider nicht zu ändern. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Renaissance für diese Stücke, doch in Sicht ist sie nicht.

    Ich denke, daß es in Frankreich um die Opern von Adam, Auber, Boieldieu und Ambroise Thomas ähnlich bestellt ist. Diese Werke eignen sich ja auch nur sehr begrenzt für die abenteuerlichen Inszenierungen moderner Regisseure.


    Ausgrabungen wie die von Dir genannten durch J.D. Florez & andere hat es auch früher gegeben, leider war ihnen - bis auf wenige Ausnahmen - kein nachhaltiger Erfolg beschieden.


    In diesem Zusammenhang denke ich spontan an die wunderbare Arie der Myrtocle aus der Oper "Die toten Augen" von Eugen d'Albert "Psyche wandelt durch Säulenhallen", die von der unvergessenen Lotte Lehmann zauberhaft gesungen wurde:

    Eine Aufnahme aus dem Jahr 1919, mit der Staatskapelle Berlin, Dirigent: Frieder Weißman.

    Obwohl diese Arie für jeden Sopran ein Leckerbissen sein sollte, ist sie inzwischen so gut wie nirgendwo mehr zu hören, weil die Oper praktisch nicht mehr aufgeführt wird. Von ein paar Mitschnitten abgesehen, hat sie m.W. nur Annelies Kupper nach dem 2. Weltkrieg im Studio aufgenommen. Ich fürchte, so wird es auch vielen uns noch vertrauten Arien und Opernszenen ergehen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Zitat von Erich Ruthner

    Endlich sind wir wieder beim Thema, und das ist gut so.

    Wenn du noch es noch nicht mal für nötig hälst auf eine seriöse Frage zu Antworten!? :thumbdown:

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • "Je suis soldat" oder "Freunde, vernehmet die Geschichte" scheinen mir solche Beispiele mit "Stunts" zu sein, bei denen wohl auch Top-Tenöre jedesmal Lampenfieber hatten/haben. Vom Publikum geliebt, vom Sänger gefürchtet.

    Lieber MDM,


    Die Postillonarie ist seit meiner frühen Jugend ein Lieblingsstück von mir. Kennengelernt habe ich sie, deutsch gesungen, von Josef Traxel:

    mit den Berliner Symphonikern, Dir.: Wilhelm Schüchter (Aufnahme: 1955, mono).


    An diesem Stück scheitern natürlich sehr viele Tenöre, denn die meisten beherrschen nicht das hohe D', was hier vom Komponisten gefordert wird.

    Meisterlich gesungen hat es natürlich auch Nicolai Gedda, von dem es diverse Einspielungen gibt. Am besten gefällt mir seine deutsche Version aus dem EMI-Querschnitt der Oper, während er mir in der französischen Version "Mes amis, écoutez l'histoire" (1961, unter George Prêtre) zu schnell "unterwegs" ist; das mag aber auch am Dirigenten gelegen haben. Sehr schön ist auch die schwedische Version von 1952 (live), die im Zusammenhang mit Geddas Debüt an der Stockholmer Oper entstanden ist. Mit dieser Aufführung startete seine Weltkarriere.


    Wie nicht anders zu erwarten, hat sich auch Rudolf Schock (EMI-Electrola, 1955) an das Stück gewagt, aber im direkten Vergleich mit Gedda oder Traxel bleibt er bestenfalls zweite Wahl, obwohl die Aufnahme aus seiner besten Zeit stammt. Er schafft zwar das hohe D, aber nur mit äußerster Anstrengung, und seine kehligen Töne in der Höhe machen sich schon hier nachteilig bemerkbar. Grandios hingegen die Aufnahme von Joseph Schmidt, ebenfalls auf deutsch. Von Wunderlich kenne ich keine Aufnahme des Stücks.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino,


    vielleicht wäre in der deutschen Version noch Helge Rosvaenge zu erwähnen:



    Die Aufnahme mit Joseph Schmidt gefällt mir auch, sie war früher vermutlich die bekannteste Version überhaupt. Die Spitzentöne kommen sehr sicher. Ich glaube, Schmidt war einer der ganz wenigen Sänger, die das jeden Tag hätten bringen können. Einzig die Vokalverfärbungen vom "e" zum "äh" (" vernähmet", "Geschichtäh" , "erdichtäh" usw.) sind ein minimaler Makel, aber das kann man locker verschmerzen. Heinz Hoppe hat die Arie u.a. auch gesungen, habe ich aber noch nie gehört.


    LG...MDM :hello:

    >>So it is written, and so it shall be done.<<

  • vielleicht wäre in der deutschen Version noch Helge Rosvaenge zu erwähnen

    Lieber MDM,


    den hatte ich in der Tat ganz vergessen! Rosvaenge war ja für seine Spitzentöne berühmt, man denke nur an seine legendäre Aufnahme der Sobinin-Arie aus Glinkas "Ein Leben für den Zaren", mit den vielen hohen C's! Das hat nach ihm m.W. nur noch Gedda in gleicher Vollkommenheit hingekriegt.

    Die Aufnahme von Heinz Hoppe habe ich schon einmal gehört, aber sie ist nicht im meiner Sammlung. Nach meiner Erinnerung hat er sie beeindruckend schön gesungen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ein neuer Mann. Angeblich soll Caruso den Othello gemieden haben, nachdem er Slezak gehört hat und angeblich meinte, diesen nie erreichen zu können.

    Ist das belegt?


    Herzlichst La Roche

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Angeblich soll Caruso den Othello gemieden haben, nachdem er Slezak gehört hat und angeblich meinte, diesen nie erreichen zu können.

    Ist das belegt?

    Lieber La Roche,


    das kann ich weder bestätigen noch dementieren. Ich habe zu diesem Thema heute ein bißchen recherchiert und in dem Buch "Große Stimmen" von Jens Malte Fischer (Suhrkamp, 1995) folgenden Satz gefunden: ".... besonderen Erfolg hatte Slezak in New York wie in London als Verdis 'Otello", was für einen deutschsprachigen Sänger sehr erstaunlich ist, der ja gegen das Vorbild eines Tamagno und Zenatello anzusingen hatte. Mit Caruso kam er kaum in Konkurrenz, da der sich zu jener Zeit die Partien des >tenore eroico< noch nicht erarbeitet hatte."

    Das sagt natürlich nicht aus, daß Caruso später nicht doch den Otello auf der Bühne gesungen hat. Es gibt aber Aufnahmen von ihm aus dieser Oper, darunter das berühmte Duett aus dem 2. Akt "Oh mostruosa colpa - Sì, pel ciel" mit Tita Ruffo (auf diversen CD-Ausgaben).


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Auch wenn Caruso ein erfolgreicher Otello geworden wäre, eines hätte er nie zusammengebracht (wie alle anderen Tenöre nach Slezak): Slezak hat seine toten Desdemonas auf ausgestreckten Händen zum Bett getragen.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Liebe Freunde,

    es gibt nicht nur ungeliebte Arien. Es gibt sogar relativ ungeliebte Partien. ich habe noch keinen Tenor kennengelernt, der sich um den Erik in Wagners "Fliegendem Holländer" gerissen hätte. Der Telramund ist auch eine Schreckenspartie für manche Heldenbaritone.


    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Der Telramund ist auch eine Schreckenspartie für manche Heldenbaritone.

    Nur die ersten beiden Akte. Der dritte ist in der Regel unglaublich entspannend, zumindest für die Stimme, während man seinen szenischen Brautgemacht-Auftritt schon mal verpatzen kann. :D


    Der Erik liegt in der Tat nicht so einfach, gerade für Tenöre, die auch die anderen großen Wagner-Partien singen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Ich habe vor vielen Jahren einen heute bekannten Tenor in seiner Anfangszeit bei einem Konzert mit der Arie Viens, gentille dame gehört, war begeistert und habe ihn viele Jahre später darauf angesprochen. Er sagte, dass er diese Partie gerne studiert hätte, doch nach dem Studium des Klavierauszugs habe er den Plan fallen gelassen. Er hat leider nicht diese große Karriere gemacht, die ich ihm gewünscht hätte.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • es gibt nicht nur ungeliebte Arien. Es gibt sogar relativ ungeliebte Partien.

    Lieber Operus,


    dazu zählt sogar bei manchen Tenören die Partie, die Namensgeber unseres Forums ist: der TAMINO!

    Außer den beiden Arien im 1. Akt, "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" und "Wie stark ist nicht dein Zauberton", ist es eine ziemlich undankbare Rolle, die vor allem im 2. Akt für den Tenor nicht viel zu bieten hat. Ähnliches gilt auch für die sternflammende Königin, die auch nur zwei Arien singen und ganz am Schluß noch ein paar Takte von sich geben darf.


    Ich habe vor vielen Jahren einen heute bekannten Tenor in seiner Anfangszeit bei einem Konzert mit der Arie Viens, gentille dame gehört, war begeistert und habe ihn viele Jahre später darauf angesprochen.

    Lieber Erich,


    in meinem Fundus gibt es noch die Debüt-LP von Francisco Araiza (Eurodisc), da war diese schöne Arie mit drauf. So sah sie aus:

    Bildergebnis für francisco araiza viens gentille dame

    Die LP ist aber m.W. nicht auf CD überspielt worden. Zumindest finde ich sie nirgends als CD. Könnte es sich vielleicht um diesen Tenor gehandelt haben?


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).