Leben und Sterben lassen - Die tägliche Gedenkminute

  • 28.Juli 1750, Todestag von Johann Sebastian Bach

    Der Blinde fährt den Tauben zum Konzert, das der Stumme in der Philharmonie gibt; der Taube wird dann vom Lahmen auf seinen Platz geführt.

  • Danke, lieber Dottore, dass Du an Bach gedacht hast - ich hätte diesen Tag glatt vergessen. Obwohl ich gestern noch mit meinem Hagener Klassikfreund darüber sprach. Ich glaube, ich muss doch mal die "Zettelwirtschaft" anfangen...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER


  • Erich Kästner (* 23. Februar 1899 in Dresden; † 29. Juli 1974 in München) war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett. Bekannt machten ihn vor allem seine Kinderbücher wie "Emil und die Detektive", "Das doppelte Lottchen" und "Das fliegende Klassenzimmer" sowie seine humoristischen und zeitkritischen Gedichte.

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    da mir Kästner sehr wichtig ist und ich diesen Gedenktag trotzdem nicht auf dem "Schirm" hatte, sei ganz besonders herzlich für deinen Beitrag bedankt! :hello:


    Und hier gleich noch mein Lieblingsgedicht von ihm:


    Sogenannte Klassefrauen


    Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
    Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
    weil es Mode ist, die Nägel rot !
    Wenn es Mode wird, sie abzukauen
    oder mit dem Hammer blauzuhauen,
    tun sie's auch. und freuen sich halbtot.


    Wenn es Mode wird, die Brust zu färben,
    oder falls man die nicht hat, den Bauch . . .
    Wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
    oder sich die Hände gelbzugerben,
    bis sie Handschuhn ähneln, tun sie's auch.


    Wenn es Mode wird, sich schwarzzuschmieren . . .
    Wenn verrückte Gänse in Paris
    sich die Haut wie Chinakrepp plissieren . . .
    Wenn es Mode wird, auf allen Vieren
    durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.


    Wenn es gälte, Volapük zu lernen
    und die Nasenlöcher zuzunähn
    und die Schädeldecke zu entfernen
    und das Bein zu heben an Laternen,
    morgen könnten wir's bei ihnen sehn.


    Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
    immer auf den ersten besten Mist.
    Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln !
    Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
    wenn sie hören, daß was Mode ist.


    Wenn's doch Mode würde, zu verblöden !
    Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
    Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
    jede Öffnung einzeln zuzulöten !
    Denn dann wären wir sie endlich los

    :thumbsup:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und noch ein kleiner Spruch von ihm:"Die meisten Dinge gehen nicht durch Gebrauch kaputt, sondern durch Putzen."
    (Gefällt mir als Motorradfahrer ganz besonders)

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Sogenannte Klassefrauen


    Dieses Gedicht wurde von Helmut König vertont und ist im "DerTurm", Teil 5 (Voggenreiter Verlag, 1954) enthalten; es war in meiner Jugendgruppe 1956/57 "der Renner".


    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler




  • Der mittlere in der Kette der Todestage großer (deutschsprachiger) Komponisten Ende Juli gilt der Personifikation der poetischen musikalischen Romantik, Robert Schumann.
    106 Jahre bzw. 3,5 Generationen nach Johann Sebastian Bach - und 30 Jahre bzw. 1 Generation vor Franz Liszt (dessen Todestag 31. Juli 1886 war zugleich die dreißigste Wiederkehr des Tages der Beerdigung des sächsischen Kollegen, woran Witwe Clara sicher denken musste, auch wenn sie davon offenbar schriftlich kein Zeugnis ablegte, sondern nur von ihrer zwiespältigen Bewertung der Leistungen Liszts).


    Schumanns Tod nach längerem Siechtum und Leiden am 29. Juli 1856 in der Heilanstalt Endenich (heute zu Bonn) ist für jeden Musikfreund mit Einfühlungsvermögen, in nicht zuletzt die Situation Claras und der sieben Kinder, als Lektüre und Anschauungsmaterial eine harte Kost. Im Vergleich dazu möchte man Mozart und Schubert um ihren zwar nach Lebensalter deutlich früheren, aber dabei doch so viel leichteren (einstweiligen) Abschied von dieser Welt geradewegs beneiden.
    An Schumanns letztem, dem 46. Geburtstag am 8. Juni hatte der 23-jährige junge Brahms dem väterlichen Freund auf dessen eigenen Wunsch noch ein, wie ich finde, kurioses Geschenk gemacht: Den "größten Atlas, der aufzutreiben war. [...] Unentwegt setzte er [R.S.] die Beschäftigung fort, auf die sich sein Interesse schon seit Wochen konzentrierte: Städte- und Ländernamen herauszuschreiben, was nun an Hand des großformatigen Kartenwerks leichter vonstatten ging."
    Am 14. Juli teilte der behandelnde Arzt Dr. Richarz der Frau des Kranken mit, dass dieser "kein Jahr Leben mehr" zu erwarten habe. Auf Bitte von Brahms, der sich ans Krankenbett gewagt hatte, verzichtete Clara zunächst darauf, Robert im Anschluss an die überstandene Krise des 23. Juli zu besuchen, doch am 27. Juli, nach knapp 2,5 Jahren, kam es dann doch, noch gerade rechtzeitig, zu einem letzten (irdischen) Wiedersehen des berühmten Ehepaars. Zwei Tage später nachmittags gegen 4 Uhr dann der Tod.
    Also bleibt uns nur Schumanns Musik, ansonsten nur Tristesse, Leere ohne Happy End ?!


    Hören wir doch einmal ganz unbefangen und mit offenem Gemüt dem zu, was zwei Frauen, im Abstand von 114 Jahren, in schriftlicher Form zu berichten hatten:


    1) "Ich stand an seiner Leiche, [...] und als ich an seinem Bette niederkniete, da wurde mir so heilig zumute, mir war, als schwebe sein herrlicher Geist über mir. [...]
    Donnerstag, den 31., abends 7 Uhr Begräbnis! [...] jetzt wurde er hinabgelassen in die Erde, doch hatte ich ein klares Gefühl, daß nicht er es war, sondern nur sein Körper - sein Geist war über mir [...]"


    2) "Brahms spricht ein ziemlich gutes Englisch. [...] Eines Tages kam er mit Clara Schumann. Er hatte seinen Arm in zarter und schützender Weise um sie gelegt. Sie war ja Robert Schumanns Gattin, und es scheint, daß sie zwar ihren Gatten noch immer sehr verehrt, sich aber auch sehr stark zu Brahms hingezogen fühlt. Offenbar gibt es in der anderen Welt keine Ehe in unserem Sinne. [...] Und so war ich keineswegs überrascht, als Clara Schumann zusammen mit Brahms in meinem Arbeitszimmer erschien.
    Sie erklärte mir, sie wolle mir einige von ihrem Mann komponierte Musikwerke bringen. Offenbar wollte er zunächst nicht selbst kommen. Später kam er dann doch, aber nur ein- oder zweimal [...]
    Ich finde, daß ihm die Kommunikation sehr schwerfällt, während Clara sehr klar durchkommt. Ich habe das Gefühl, daß ihn diese Art von Kommunikation in Verlegenheit setzt [...]. Ich glaube auch, daß seine Konzentrationsfähigkeit während des Kontaktes nicht sehr gut ist. Manchmal scheinen seine Gedanken abzuschweifen, und dann beschäftigt er sich plötzlich mit etwas ganz anderem als der Musik, die er überbringen will. Die Schwierigkeit liegt wohl darin, daß er nicht genügend extrovertiert ist. [...] Schumann soll ein sehr introvertierter Mensch gewesen sein und nicht leicht Zugang zu anderen Menschen gefunden haben. Clara ist viel aufgeschlossener, doch habe ich weder von ihr noch von ihrem Mann viele Musikstücke erhalten. Er kommt [...] gemeinsam mit Liszt. Ich habe Schumann und Clara noch nie zusammen gesehen."


    Text 1 stammt, wie unschwer ersichtlich, aus den Tagebuchaufzeichnungen Clara Schumanns von Juli1856.


    Text 2 ist entnommen dem nach meinem Dafürhalten immer noch weit unter Wert bekannten Buch "Musik aus dem Jenseits" (Orig. "Unfinished Symphonies"), S. 183 f. von Rosemary Brown, die vorgestern vor 98 Jahren in einem Londoner Vorort geboren wurde und als das bedeutendste Musikmedium überhaupt gelten darf. Wer ihre Darstellungen gelesen hat, wird einen Großteil unserer berühmten Komponisten danach nie mehr mit den gleichen Augen betrachten können (und wollen) wie zuvor. Ich würde das hier, an prominentem Ort, nicht so schreiben (in Kenntnis der "esoterischen Etikettierung" solcher Bücher), wenn ich von der Seriosität der Autorin nicht felsenfest überzeugt wäre.


  • Maria Anna Walpurga Ignatia Mozart war eine österrreichische Pianistin, die als ältere Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart u. a. zusammen mit diesem zahlreiche Konzerttourneen in ganz Europa abolvierte.


    Sie wurde am 30. Juli 1751 in Salzburg in Österreich geboren und starb im Alter von 78 Jahren am 29. Oktober 1829 ebenda.


    Ihr Geburtstag jährt sich am heutigen Tag zum 263. Mal.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute vor 125 Jahren geboren: der belgische Grafiker und Künstler Frans Masereel (30.7.1889 in Blankenberge- 3.1.1972 Avignon). Masereel war vor allem durch seine stark expressiven Holzschnitte bekannt. Eine erste Folge entstand während des 1. Weltkrieges, den Masereel als Fahnenflüchtige in Gent verbrachte. Masereel illustrierte auch Bücher von Thomas Mann oder Romain Rolland, schuf eigene Bildertagebücher wie etwa "Die Stadt", aus dem das nachstehende Bild stammt. Während des 2. Weltkrieges emiogrierte Masereel nach Südfrankreich. Nach 1945 nahm Masereel seine Arbeit wieder auf, schuf neben Holzschnitten auch Aquarelle. 1972 starb Masereel in Avignon. Beigesetzt wurde er in Gent.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • John Andrew Howard Ogdon (* 27. Januar 1937 in Mansfield Woodhouse, Nottinghamshire; † 1. August 1989 in London) war ein englischer Pianist und Komponist.


    Heute vor 25 Jahren starb er an einer Lungenentzündung.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Heute wird der dänische Schriftsteller Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen 64 Jahre alt. Er hat eine Reihe von Kriminalromanen geschrieben, die europaweit Bestseller sind, u. a.: Das Alphabethaus, Erbarmen, Schändung, Erlösung, Verachtung, Das Washington-Dekret und Erwartung.

    Er wurde am 2. August 1950 in Kopenhagen geboren.


    Liebe Grüße


    Wili :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute vor 93 Jahren starb Enrico Caruso, der am 25. Februar 1873 in Neapel geboren wurde. Caruso war einer der bedeutendsten Tenöre der ersten Hälfte des. 20. Jahrhunderts. Er sang Hauptrollen in über 40 Opern und wurde durch seine Schallplattenaufnahmen weltweit bekannt.
    Caruso wurde nur 48 Jahre alt.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Frau Kammersängerin Uta Priew feiert heute in Berlin im Kreise ihrer Familie ihren 70. Geburtstag!



    Herzlichen Glückwunsch! :jubel:


    Da es noch keine Rubrik zu dieser Sängerin gibt, werde ich dies heute umgehend ändern und dann dort mit weiteren Informationen aufwarten. :yes:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"



  • Wie schon 44 Jahre zuvor sein Großvater mütterlicherseits, Franz Liszt, verstarb auch der Sohn des "Meisters", dessen Geburt 1869 die Komposition des "Siegfried-Idylls" zur Folge gehabt hatte, während der laufenden Bayreuther Festspiele - nur vier Monate nach seiner hochbetagten Mutter Cosima. Er hatte sich schlichtweg zu Tode gearbeitet, das Nikotin tat sein Übriges, und auch der (auf Bayreuth-Neuling Toscanini) extrem eifersüchtige Alt-Dirigent Karl Muck mit seinem intriganten scharfzüngigen Wesen hatte Siegfrieds Nerven arg zugesetzt.


    Infolge dieses eher frühen, wenig vorbereiteten Todes blieb Siegfried Wagner anders als seiner eine volle Generation jüngeren Gemahlin Winifred die NS-Ära mitsamt Zweitem Weltkrieg erspart. Sein angeblicher Pazifismus, fest gemacht vor allem an seiner Äußerung von ca. 1919, er wolle lieber "Friedsieg" heißen, wird inzwischen mit guten Argumenten relativiert, vgl. http://www.nordbayerischer-kur…fried-der-pazifist_280122


    Interessant ist es gerade in diesen Tagen und Wochen, sich mit dem - von mir wegen seines Mutes, sich auf dasselbe Gebiet wie der übermächtige Vater zu wagen, bewunderten - Sohn Richard Wagners zu befassen, weil 1914 nicht nur wenige Tage vor dem Attentat von Sarajevo der sogenannte Beidler-Prozess endete, dessen Hauptnutznießer Siegfried ja danach wurde, sondern auch sich im Rahmen der dann vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs gestoppten Festspiele das spätere Ehepaar Siegfried und Winifred kennenlernte, wobei die junge Engländerin vom greisen Hünen Karl Klindworth, ihrem Noch-Stiefvater, geführt und vorgestellt wurde. Damit nahm die wohl brisanteste Verquickung von Kunst und Politik im 20. Jahrhundert ihren Anfang - aber auch, und das sollte man nicht vergessen, eine personelle Bestandsgarantie für kommende Zeiten dieser bis zu Wolfgang Wagners Abgang 2008 nur im Sinne einer Familiendynastie denkbaren "Mutter aller Festspiele".

  • Lieber PianoForte29, gern lese ich, dass und wie Du an Siegfried Wagner erinnerst. Er hat es verdient, auch, weil seine Rolle im offiziellen Bayreuth noch immer nur auf den Sohn, nicht aber auf die Persönlichkeit selbst in allen ihren Schattierungen, beschränkt bleibt. Er ist immer noch der Außenseiter. Natürlich spielt dabei auch seine Homosexualität eine Rolle, die nie akzeptiert und anerkannt wurde. Dabei ist seine Biographie ein spannender Ausdruck des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert. Das nach wie vor beste Buch über ihn ist diese Biographie:


    Siegfried Wagner - Genie im Schatten


    Wenn ich es richtig sehe, wurde sich nicht sonderlich bemüht, eine Neuauflage, vielleicht auch mit neuem Material, zustande zu bringen. Dabei ist der Autor Peter P. Pachl wirklich eine Instanz in Sachen Siegfried Wagner. Die Familie - maßgeblich Winifred - soll Teile des biographischen Materials beiseite gebracht haben. Es scheint, also wurde ihm etwas weggenommen vom eigenen Leben. Ich bin gespannt, wie die im Bau befindliche neue Gedenkstätte in Wahnfried künftig mit ihm umgeht.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent


  • Rounseville, Robert, Tenor, * 25.3.1914 Attleboro (Massachusetts), † 6.8.1974 New York

    1949 hatte er am Londoner Opernhaus einen sensationellen Erfolg als Titelheld in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach. Diese Partie sang er dann auch in einer Verfilmung der Oper in England 1950, die in Deutschland allerdings synchronisiert mit den Stimmen von Rudolf Schock und Rita Streich in die Kinos kam.


    LG

    Harald


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    (Vinícius de Moraes)

  • Am 18. August 1994 starb der deutsche Bassist Gottlob Frick. Die Gemeinde seines Geburtsorts Ölbronn-Dürrn und die Gottlob-Frick-Gesellschaft gedachten in einer kleinen Feier an der Grabstätte mit einem Blumengruß des 20. Todestages des großen Sängers. Gottlob Frick wurde am 28. Juli 1906 als 13. Kind einer Försterfamile geboren. Sein Gesangstalent wurde nach einer Treibjagd entdeckt. Von 1927 -1934 war er Mitglied des Opernchores in Stuttgart und Student am dortigen Konservatorium. 1934 erhielt er den 1. Solistenvertrag in Coburg. Über Freiburg und Königsberg, wo ihn Karl Böhm entdeckte kam er 1940 an die Dresdner Staatsoper. 10 Jahre gehörte Frick dem ruhmreichen Ensemble der Semperoper an. Ab 1950 begann von Berlin ausgehend die Weltkarriere, die ihn an alle führenden Opernhäuser und Festspielplätze der Welt führte. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand am 26. Januar 1985 in Heilbronn statt. Sein nachtschwarzer Bass ist umfangreich auf Tonträgern erhalten.

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Sein Gesangstalent wurde nach einer Treibjagd entdeckt.

    Da muss er ja ziemlich außer Puste gewesen sein! :D


    Nein, mal im Ernst, er war einer der ganz, ganz Großen seiner Zunft, das steht für mich völlig außer Frage. Ich erinnere mich auch, wie betroffen ich vor zwanzig Jahren über die Todesnachricht war und welche Aufnahmen (noch auf Schallplatte!) ich mir dann zu seinem Gedächtnis angehört habe. Neben Boris Christoff ist Gottlob Frick für ich der vielleicht eindrucksvollste und prägendste große Bassist des 20. Jahrhunderts überhaupt - einer meiner großen Lieblinge in der Kategorie der für mich "historischen" Sänger, also derjenigen, die ich nicht mehr live erlebt habe, sondern nur von Aufnahmen her kenne. (In seinem Fall wirklich viele Aufnahmen). Live erlebte Lieblinge hat man daneben natürlich auch. :yes: :rolleyes: :hail:


    Neben den Konwitschny-Aufnahmen vom "Fliegenden Holländer" und "Tannhäuser" sowie dem deutschsprachigen "Don Carlos"-Querschnitt unter Heinz Fricke war das eine meiner frühesten Begegnungen mit der Stimme von Gottlob Frick:



    Gerade auch das erderschütternde Trinklied Falstaffs machte eine gewaltigen Eindruck auf mich.


    Dann folgten relativ schnell der Kempe-"Lohengrin" und die zweiten Kempe-"Meistersinger", der Solti-"Parsifal" (trotz des schon fortgeschrittenen Alters ein ganz toller Gurnemanz!) und natürlich der herrliche van Bett unter Robert Heger, viele weitere Aufnahmen kamen hinzu.


    Insofern sei bedankt, lieber Operus, mich an dieses Datum erinnert zu haben. :) :yes: :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Den schönen, ehrerbietenden Ausführungen von Operus und Stimmenliebhaber schließe ich mich gerne an. Für mich ist Gottlob Frick ebenfalls eine Ausnahmeerscheinung unter den Bassisten, sein Bass konnte bedrohlich-finster, wuchtig und knarrend, polternd sein (was für ein Kaspar und Osmin er doch verkörpert hat), allerdings auch weich und sanglich in der Höhe, er war ein humorvoller Erzkomödiant, der gemütvoll und heiter sein konnte. Neben vielen Aufnahmen, die Stimmenliebhaber schon gezeigt hat, möchte ich an diese Zusammenstellung erinnern:



    Nur zu gerne gedenke ich daher dieses eindrucksvollen Künstlers, über dessen bescheidene, bodenständige, humorvolle und liebenswerte Persönlichkeit wir dank Hans Berichten und Anekdoten Bescheid wissen - Dank und Anerkennung sei daher auch ihm und der Gottlob-Frick-Gesellschaft gezollt - es ist wichtig und verdienstvoll, das Andenken an große Künstler lebendig zu halten.


    viele Grüße

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Danke, lieber Boris! Ja - es ist eine der wichtigsten Zielsetzungen der Gottlob-Frick-Gesellschaft gegen das Vergessen großer Sängerinnen und Sänger zu wirken. Deshalb ist unsere Gedächtnisstätte mit ihrer Bild- und Händedruckgalerie allen verdienten Künstlern und ihrer Erinnerung gewidmet.
    Hier ist auch eine wichtige Übereinstimmung und Verbindung zum Tamino-Klassik-Forum, denn auch hier wird äußerst verdienstvoll in vielen Threads der großen Alten gedacht und so das Andenken erhalten. Selbstverständlich darf dabei die Beachtung, Würdigung, Vorstellung und Herausstellung der heutigen Sängergeneration, die ebenfalls großartige Sängerpersönlichkeiten herausbringt, nicht zu kurz kommen. Da diese jungen, aktiven Sänger noch voll im Rampemlicht stehen sorgen die Medien und die Marketingexperten der Veranstalter für deren aktuelle Bekanntheit und die Popularität. Bei den Sängerlegenden ist es sehr verdienstvoll, dass wir gegen das Versinken im NNirvana des Vergessens sorgen.


    Herzlichst
    Operus

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  • Da ich keinen eigenen Thread über ihn gefunden habe, will ich an dieser Stelle an den Jazz-Pianisten, Organisten, Komponisten und einen der bedeutendsten Bandleader des Swing Count Basie erinnern, der heute vor 110 Jahren als William Allen Basie in Redbank, New Jersey, geboren wurde.
    Basie wurde als letzter der großen Bandleader populär. Ihm gelang es, trotz instabiler Marktverhältnisse fast durchgängig (außer 1950/51) ein großes Orchester zu beschäftigen. Er leitete fast fünfzig Jahre lang das Count Basie Orchestra. aus dem die Tenorsaxophonisten Lester Young und Herschel Evans sowie die Trompeter Buck Clayton und Sweets Edison bekannt wurden und mit dem Sänger wie Jimmy Rushing und Helen Humes, Joe Williams, Frank Siantra und Judy Garland, Bing Crosby, Ella Fitzgerald, Tony Bennet und Sammie Davis Jr. auftraten. Die Erkennungsmelodien von Count Basie waren One O'Clock Jump und April in Paris. Count Basie starb vo3 30 jahren und kanpp vier Monaten, am 24. August 1984 in Hollywood, Florida. (Quelle: Wikipedia)


    Liebe Grüße


    Willi


    Da ich den Beitrag aus Versehen einen Tag zu früh eingestellt hatte, bitte ich die Moderation, meinen Beitrag vom 20. 08. 2014, 20.20 Uhr, zu löschen.

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Peter Hofmann (* 22. August 1944 in Marienbad, Sudetenland; † 29. November 2010 in Selb, Fichtelgebirge) war ein deutscher Opernsänger (Tenor), der auch als Rockmusiker ("Das Phanom der Oper") bekannt wurde.


    siehe auch: Peter Hofmann - Vom Rockmusiker zum Tenor


    :jubel::jubel: Heute wäre er 70 geworden :jubel::jubel:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Der deutsche Komponist Karlheinz Stockhausen, der am 5. Dezember 2007, genau 216 Jahre nach Wolfgang Amadeus Mozart starb, wäre heute 86 Jahre alt geworden. Er zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.


    Claude Debussy, dessen Geburtstag sich heute zum 152. Mal jährt, war ein bedeutender französischer Komponist des Impressionismus. Er starb am 25. März 1918 mit 55 Jahren in Paris. Sein berühmtestes Werk ist "Claire de lune" aus seiner Klaviersuite "Suite bergamasque" (1890).


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Er wäre heute 90 geworden:
    Ephraim Kishon, (* 23. August 1924 in Budapest, Ungarn als Ferenc Hoffmann; † 29. Januar 2005 in Meistersrüte, Appenzell Innerrhoden, Schweiz) war ein israelischer Satiriker ungarischer Herkunft. Er gilt im deutschsprachigen Raum als einer der erfolgreichsten Satiriker des 20. Jahrhunderts.



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Siegfried (Sigi) Sommer (* 23. August 1914 in München; † 25. Januar 1996 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Berühmt durch seine tägliche Zeitungs-Glosse mit "Blasius, dem Spaziergänger" - mir schon von klein auf ein Begriff in der Münchner "Abendzeitung" - 40 Jahre mit fast 3.500 Kolumnen!



    ....das ist seine Bronze-Statue in der Münchener Rosenstrasse.


    Heute ist sein 100. Geburtstag!


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Heute vor 30 Jahren gestorben:
    Truman Capote (* 30. September 1924 in New Orleans; † 25. August 1984 in Los Angeles, geboren als Truman Streckfus Persons) war ein amerikanischer Schriftsteller, Schauspieler und Drehbuchautor.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)