Alle sprechen über das selbe Musikwerk III - Vordiskussionsthread

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Auch wenn dieser thread durch die Einzelpostings zu den Liedern automatisch länger geworden ist, ist er mit 65 Antworten und fast 3000 hits in weniger als 6 Wochen seit Eröffnung nicht wirklich zu kurz gekommen, oder? Zumal für ein langes, nicht gerade eingängiges Stück aus dem 20 Jhd.
    Gewiß kann man sich mehr vorstellen, angesichts der vielen Stimmen. Aber "mangelndes Interesse" finde ich etwas überzogen, auch angesichts des Dümpelns einiger anderer Sachen aus dieser Reihe.


    Naja, die 65 Beiträge stammen in erster Linie von Thomas und in zweiter Linie von zwei bis drei weiteren Mitgliedern. Angesichts von 12 Leuten, die für das Werk gestimmt haben (ich gehörte noch nicht einmal dazu), ist das nicht sooo doll und war auch schonmal besser.


    Man kommt wohl wirklich zu einem "ehrlicheren" Ergebnis, wenn die Teilnehmer ihre Stimmen auf die Werke beschränken, bei denen sie sich sicher (!) beteiligen werden - bis hin zur "Einstimmenabgabe".


    Und so sehr ich Thomas' ausführliche und konsequent durchgezogene Werkvorstellungen schätze - wahrscheinlich ist es wirklich besser, in einen Thread einmal einzuführen und diesem dann freien Lauf in alle Richtungen zu geben. Sonst geht's wie bei Schostakowitsch - die Leute, die ihre Aufnahmen präsentieren und bewerten wollten, haben sich längst wieder anderen Themen zugewandt, bevor der letzte Satz vorgestellt ist. Was nicht als Kritik zu verstehen ist, an niemandem: In einem Forum macht ja gerade auch das Pendeln zwischen diversen Themen, das spontane Posten Spaß - zuviel Systematik kann da schnell einengend wirken (wobei mir persönlich in der Regel etwas MEHR Systematik lieber ist... :D).



    Viele Grüße


    Bernd

  • Hallo!


    Immerhin habe ich Schostakowitschs 14. durch den Alle-Hören-Thread neu kennengelernt, was ich klar als Bereciherung sehe.
    Ja, mich hat auch gewundert, daß deutlich weniger Taminos dort geschrieben haben als für das Werk abgestimmt hatten. ?(
    Insofern ist auch dieser Abstimmungsmodus zu überdenken... :rolleyes:
    Insbesondere ein nicht namentlich genannter Frankfurter Moderatorenkollege wollte ja eigentlich seine Eindrücke seines Schosta14-Vergleichhörens dort einstellen. :boese2:


    So, und nun stimme ich taktisch für die nächste Runde ab. :D


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Zitat

    Original von Pius


    Insbesondere ein nicht namentlich genannter Frankfurter Moderatorenkollege wollte ja eigentlich seine Eindrücke seines Schosta14-Vergleichhörens dort einstellen. :boese2:


    Viele Grüße,
    Pius.


    Wahrscheinlich wartet er, bis ich endlich mal mit den Sätzen durch bin. ;)


    Maticus jedenfalls hat mir per PN mitgeteilt, dass er mit uns, wenn wir mit den Sätzen durch sind, gern noch verschiedene Aufnahmen besprechen bzw. vergleichen möchte


    Viele Grüße


    Thomas

  • Thomas N trifft da wirklich keine Schuld.... (ganz im Gegentum: Vielen herzlichen Dank für Deine wunderbaren und sehr hilfreichen Satz-Einführungen!!!!!) ich bin zwischenzeitlich vom DSch14-Pfad abgekommen, gelobe aber feierlich, dass ich noch mein Vergleichshörergebnis präsentieren möchte.


    :O :hello:

  • Zitat

    Original von ThomasNorderstedt


    Wahrscheinlich wartet er, bis ich endlich mal mit den Sätzen durch bin. ;)



    OK, bis dahin hat er auch seine beiden von mir geliehenen Aufnahmen wieder. :hello:

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  • Wer jetzt noch nicht abgestimmt hat, ist herzlich eingeladen, es nun zu tun. Viel Zeit ist nicht mehr.


    Und da derzeit zwei Werke gleichauf in Front liegen, kann deine Stimme entscheidend sein!

  • Liebe Freunde,


    es ist mir eine Ehre, den verdienten Sieger vorzustellen:


    Ives: Unanswered Question


    Gestern am späten Abend gingen noch zwei Vorschläge ein, der eine davon brachte Jacques Rideamus´ Vorschlag den Sieg.


    Herzlichen Glückwunsch, Jacques!


    Hier das Gesamtergebnis


    6 Ives: Unanswered Question
    -----------------------------------------------------
    5 Bartok: Klavierkonzert Nr. 2
    5 Haydn: Streichquartett op.76,4 "Sonnenaufgang"
    5 Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum op. 61 (komplette Bühnenmusik)
    4 Berlioz: Les nuits d'été, op. 7
    4 Brahms : Klarinettensonaten op. 20
    4 Poulenc: Konzert für Orgel, Streicher & Pauken
    3 Hindemith: Konzert für Orchester op. 38 (1925)
    3 Poulenc: Concert champetre für Cembalo und Orchester
    3 Reger: Klavierkonzert op.114
    3 Schönberg: Pierrot Lunaire
    3 Tschaikowsky: Klaviertrio a-moll, op. 50
    3 Varese: Amériques
    3 Vaughan Williams: The Lark Ascending
    2 Grieg: Suite "Aus Holbergs Zeit", op. 40
    2 Hartmann: Sinfonie Nr. 6
    2 Martinu: Doppelkonzert für Klavier, Pauken & Orchester
    2 Saint-Saens: 3. Violinkonzert
    2 Schumann: Kreisleriana
    -----------------------------------------------------------------------
    1 Bartok: Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 (1921)
    1 Berg: 3 Orchesterstücke op. 6
    1 Prokofjew: Alexander Newsky
    1 Prokofjew: Symphonie Nr.2 in d-Moll, Op.40
    1 Rossini: Stabat Mater
    1 Schostakowitsch: Bratschensonate
    1 Simpson: Sinfonie Nr. 9
    0 Schostakowitsch: Violinsonate


    Mit Stichen abgegrenzt ist einerseits der Gewinner und sind andererseits die Vorschläge, die in der nächsten Runde mangels Interesses keine Berücksichtigung mehr finden werden.


    Mitgemacht haben 15 Taminos. Insgesamt abgegeben wurden 71 Stimmen.


    Viele Grüße


    Thomas

  • Es freut mich sehr, dass dieses Werk es nach rund einem Jahr doch in die Nominierungen der Werke, die "alle" hören, geschafft hat - auch deshalb, weil da endlich mal ein amerikanischer Komponist die verdiente Aufmerksamkeit findet. THE UNANSWERED QUESTION ist das Werk, das mir neben seiner zweiten Symhonie vor Jahrzehnten den Komponisten Charles Ives, den ich bis dahin für einen unzugänglichen Neutöner hielt, zugänglich gemacht hat. Dies sei für all diejenigen voran geschickt, die schon beim Lesen seines Namens innerlich abschalten.


    Ursprünglich wollte ich wegen der Kürze des Werkes (ca. 5-6 Minuten, je nachdem - Copland macht das schon in 4:54) noch ein zweites Werk von Ives zur Wahl stellen (bei mir wäre es die zweite Symphonie gewesen), habe den Gedanken aber dann zurück gezogen, weil der Thread dann zu unübersichtlich geworden wäre und seiner Überschrift "Alle" hören wohl auch nicht mehr gerecht geworden wäre. Es wäre aber schön, wenn diese Diskussion auch zu einer Wiederbelebung z. B. dieser Threads führen könnte:


    Charles Ives - Die Sinfonien
    Ives, Charles : 2. Sinfonie
    Charles Ives: UNIVERSE SYMPHONY
    Ives, Charles: Streichquartette


    Leider habe ich derzeit weniger Muße als beim Einstellen der Nominierung erhofft, denke aber trotzdem, mit der Eröffnung des Threads schon im Laufe der Woche beginnen zu können.


    Zu den empfehlenswerten Aufnahmen gehört natürlich für mich vor allem diejenige, in der ich das Werk zuerst kennen gelernt habe:



    Da diese Doppel-cd derzeit sehr preisgünstig zu haben ist, empfiehlt sie sich für jeden Einsteiger, der Ives noch gar nicht kennt und kein großes Risiko eingehen will. Da ich die bislang leider nur auf LP habe, was wegen der Zeitangaben etwas unpraktisch ist, werde ich mich aber, neben einigen Rundfunkaufnahmen, die ich aus dem Netz gefischt habe, vor allem auf diese Einspielung beziehen, die den großen Vorteil hat, einen Querschnitt durch Ives' Werk zu bieten, der kaum mit der Doppel-cd Bernsteins überlappt:



    Beide sind m. E. empfehlenswert, aber natürlich werden hier auch noch gerne Vorschläge anderer Einspielungen entgegen genommen. So kenne ich zum Beispiel Bernsteins spätere Aufnahme nur vom einmaligen Hören vor längerer Zeit und wäre auf die Eindrücke derjenigen gespannt, die beide Aufnahmen vergleichen können:



    Bekanntlich hat Bernstein Ives' Kompositionen ja noch mit ihm selbst diskutieren können, was dem Aspekt der Authentizität einiges Gewicht verleiht, obwohl das Bernstein nie hinderte, mit manchen Partituren etwas idionsynkratisch umzugehen und auch der späte Ives sein Experimentalwerk von 1906 bestimmt etwas anders gesehen hat als zur Zeit der Komposition. Das aber führt schon in den eigentlichen Thread.


    Bis bald ebendort


    :hello: Jacques Rideamus

  • Lieber JR,


    du musst dich mit der Threaderstellung nicht so sehr unter Druck setzen.
    Die Regeln sehen vor, dass der neue Thread erst am Anfang des nächsten Monats eröffnet werden soll, damit jeder genügend Zeit hat, sich eine Aufnahme zu besorgen.



    LG, Peter.

  • Danke für den Hinweis, lieber Peter. Ich werde ihn gerne beherzigen und den Thread erst nach Aschermittwoch eröffnen. Da passt er nämlich besser. (Obwohl... ?( )


    Andererseits, wenn in der Zwischenzeit auch noch die paar Leute abspringen, die noch mitmachen...:pfeif:


    Lasst uns hier also mal weiter Reklame machen, indem dieser Thread täglich gefüttert wird. Das Werk ist nämlich


    a) sehr kurz :yes:


    b) saugut :yes: :yes:


    c) in jeder Hinsicht eine offene Frage, über die man auch ohne Notenkenntnisse und Musikstudium eingehend diskutieren kann. :yes: :yes: :yes:


    :hello: Jacques Rideamus

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  • Ich freue mich, daß The Unanswered Question gewonnen hat: Charles Ives gehört zu denjenigen Komponisten des 20. Jahrhunderts, für die ich mich schon als Jugendlicher zu begeistern begann. Die LP-Box, die auf der ersten der von Jacques genannten CDs abgebildet ist, war damals meine "Einstiegsdroge". Die alte Bernstein-Einspielung dürfte mit der identisch sein, die ich heute bei mir finde:



    Alles Weitere dann, wenn es soweit ist.

  • Zitat

    Original von Gurnemanz
    Die alte Bernstein-Einspielung dürfte mit der identisch sein, die ich heute bei mir finde:




    Das ist sie. Nur gibt's die leider derzeit nicht am Markt.


    :hello: Jacques Rideamus

  • :faint: :jubel::jubel: Ich freu mich riesig, daß dieser manchem sicher noch unbekannte Meilenstein der Musikgeschichte es in den Diskussionsthread geschafft hat. Da bin ich gerne dabei!! :yes:


    Liebe Grüße aus dem verschneiten Berlin
    Wulf

  • Leider zeigt der aktuelle Thread, dass die mit "Alle sprechen über" verbundenen Zielsetzungen nicht erreicht werden. Ich muss feststellen, dass von einem "Alle sprechen über Ives´ Unsanswered Question" nicht die Rede sein kann. Sondern es beteiligen sich wie in den vorherigen Runden nur diejenigen, die sich an einem solchen Thread ohnehin beteiligt hätten - es gibt Ausnahmen, die halten sich aber sehr in Grenzen.


    Meiner Meinung nach ist es daher nicht sinnvoll "Alle sprechen oder" fortzuführen.


    Daher werde ich "Alle sprechen über" nicht weiter betreiben.


    Viele Grüße


    Thomas

  • Lieber Thomas,


    Deine Enttäuschung kann ich verstehen, und teile ich als zufällig besonders Betroffener natürlich auch zu einem gewissen Grade. Mir scheint derzeit aber allgemein eine Schwächephase zu herrschen, denn auch andere gewöhnlich vielfältiger frequentierte Bereiche leiden.


    Bitte wirf die Flinte also nicht all zu schnell ins Korn. Es ist ja noch keine Woche her, dass der Ives-Thread eingestellt wurde, und mindestens ein ganzes Wochenende sollte man ihm und der Aktion schon gönnen, zumal sich manche ja auch noch das Schwesterwerk, CENTRAL PARK IN THE DARK anhören und gedanklich verarbeiten oder womöglich erst besorgen müssen.


    Dass ALLE sich daran beteiligen, glaubt ja, so schade es ist, ohnehin schon lange niemand mehr, oder? Dass sich bei der fast exklusiven Bevorzugung von Werken des 20. Jahrhunderts manche schon früh von der Aktion verabschiedet haben und gar nicht erst beteiligen, muss man wohl auch akzepieren, so schwer ich das auch verstehen kann, denn wie besser als gemeinsam mit mehreren kann man sich diesen Werken nähern?


    Jedenfalls danke ich Dir für alles, was Du für diese Threads bisher getan hast, solltest Du Deine Drohung wirklich wahr machen.


    :hello: Jacques Rideamus

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  • Zitat

    Original von ThomasNorderstedt
    Ich muss feststellen, dass von einem "Alle sprechen über Ives´ Unsanswered Question" nicht die Rede sein kann.


    Sehe ich leider auch so. Ich hatte ja auch gehofft, daß mal jemand auf mein posting reagiert, und sei es dahingehend, daß man mir sagt, daß ich bloß Blechohren habe und sowieso alles völlig falsch gehört habe...
    In konkreten Fall wäre es ja auf grund der Kürze des Werkes wirklich allen möglich gewesen, mitzumachen...


    Ganz aufgeben würde ich aber an Deiner Stelle auch nicht. Wo ich kann, würde ich schon immer mitmachen...


    :hello:
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Lieber Jacques Rideamus,


    nimm es bitte nicht als Drohung, sondern als Mitteilung. Die geringe Beteiligung im aktuellen Thread ist nur Anlass, nicht Ursache für meinen Entschluss. Ursache ist die Erkenntnis, dass das Ergebnis den Aufwand nicht rechtfertigt. Nüchtern betrachtet hat es auf die Beteiligung in einem Thread nur einen sehr geringen Einfluss, ob er im Rahmen von "Alle sprechen über" gestartet wird.


    Im Übrigen: Die allgemeine Schwächephase nehme auch ich wahr und komme nicht umhin, festzustellen, dass auch bei mir die Lust, sich einzubringen, deutlich geringer geworden ist.


    Wenn jemand den Thread fortsetzen möchte, steht es ihm frei.


    Lieben Gruß


    Thomas

  • Hallo!


    Die Idee finde ich nach wie vor gut, aber die Umsetzung ist m.E. dringend reformbedürftig:


    - Das erste Problem hat Jaques Rideamus oben schon angesprochen: Seit längerem kommt fast nur noch 20. Jahrhundert dran. Und um JRs These zu verifizieren, dass damit eine Menge Leute nicht erreicht würden, braucht man sich im Vergleich dazu nur die breite Beteiligung im Thread zu Mozarts Klarinettenquintett anzuschauen. Die Mischung macht's: Vielleicht sollten wir jedesmal eine Epoche vorgeben und - mit Grenzfällen großzügig umgehend - nur Werke dieser Epoche zulassen. Die Epochen könnte man dann durchrotieren.


    - Die Auswahl der Werke ist m.E. teilweise auch problematisch. Wenn Werke mit "Geheimtipp"-Charakter gewählt werden (vgl. dazu z.B. Wulfs Statement ein paar Beiträge zuvor), dann wird die Beteiligung quasi automatisch gering sein: Eher wenige Teilnehmer haben Aufnahmen, fast niemand so viele, dass er sie vergleichend vorstellen könnte, und wer vom letzten Geheimtipp enttäuscht war, wird bei diesem eher vorsichtig sein mit der Anschaffung.
    Außerdem möchte ich, wenn ich mich schon mit Werken mir bisher fremder Epochen beschäftige, nicht zuvorderst die Geheimtipps kennenlernen, sondern erst einmal die "Blockbuster", da sie die größte Wahrscheinlichkeit besitzen, auch mich zu begeistern oder zumindest zu interessieren.
    Hier gibt es natürlich das Problem, dass die meisten dieser Werke bereits Threads besitzen. Allerdings ist der Informationsgehalt, vor allem was die Werke selbst betrifft, im Vergleich zu den meisten "Alle sprechen über"-Threads häufig vergleichsweise dürftig, so dass durchaus Raum für einen Thread wäre (bzw. ein Anhängen an den Bestehenden, analog zur Vorgehensweise beim Haydn-Projekt). Vorteil bei der Wahl solcher Werke wäre: Viele Taminos hätten schon Aufnahmen, möglicherweise so viele, dass eine Diskussion über die Aufnahmen entstehen könnte, von der Erweiterung der Zielgruppe ganz zu schweigen.


    - Die Gestaltung des Einführungsbeitrags ist möglicherweise problematisch, aber das wurde ja weiter oben schon diskutiert und jeder Threadersteller muss sich das selbst überlegen.



    Gruß,
    Frank.

  • Hallo Thomas!


    Deinen Entschluss finde ich sehr schade, aber auch sehr nachvollziehbar; gerade im Kontext mit dem Thread zu Schostakowitsch 14.


    Zitat

    Original von ThomasNorderstedt
    nimm es bitte nicht als Drohung, sondern als Mitteilung. Die geringe Beteiligung im aktuellen Thread ist nur Anlass, nicht Ursache für meinen Entschluss. Ursache ist die Erkenntnis, dass das Ergebnis den Aufwand nicht rechtfertigt. Nüchtern betrachtet hat es auf die Beteiligung in einem Thread nur einen sehr geringen Einfluss, ob er im Rahmen von "Alle sprechen über" gestartet wird.


    Das ist aber eine Entwicklung mit der Zeit gewesen: Die ersten Threads haben in kurzer Zeit viele Beiträge gesammelt. Mit Werken wie Prokofjews Violinkonzert oder dem frühen Schubertquartett ist aber sicherlich nicht gerade allgemeine Begeisterung entstanden, sich auch beim nächsten unbekannten Werk zu beteiligen.



    Gruß,
    Frank.

  • Es gibt ja schon einige Threads mit vielen Beiträgen über das gefühlte allgemeine Nachlassen in der Vielzahl der Beiträge. Rein statistisch scheint das aber nicht zu stimmen. Wie geht das zusammen?


    Natürlich ist es in diesen Threads immer besonders schwer, die Balance zwischen einem inspirierenden und dennoch nicht schon übermäßig informativem Einführungstext zu finden. Aber das allein kann es kaum sein, denn das war noch nie anders.


    Vermisst etwa nur jeder mehr von dem was er oder sie gerne hätte?
    Liegt's also wirklich nur am zunehmend spezialisierten Repertoire?
    Ich bezweifle, dass ein "Alle reden über Beethovens Neunte" derzeit viel populärer wäre, es sei denn, wir redeten über Fräulein XY und möglichst noch ihre kryptofaschistischen Vorlieben für Militärisches.


    Es ist schon so: wer an Ives Gefallen finden könnte, besitzt und kennt gerade diese besondere unbeantwortete Frage, die - nebenbei - ein wunderbarer Titel für einen Kehraus ist. Andere werden sich deswegen aber nicht dazu bewegen lassen, dieses vermeintliche Teufelszeug erwerben, hören und gar noch diskutieren zu wollen. Für die Vorstellung mehr oder weniger individueller Lieblingsstücke eignet sich das Verfahren daher überhaupt nicht, da gebe ich Thomas und Spradow völlig Recht.


    Ich habe aber eher den Eindruck, dass die Diskussionsbereitschaft allgemein abnimmt. Ähnliches tat sich ja auch bei den zuletzt ebenfalls von Thomas intensiv angeregten Diskussionen zu Opern, die zuweilen noch einen vielversprechenden Anfang hatten, dann aber versandeten, obwohl das durchweg um sehr populäre Stücke ging.


    Warum das so ist? Keine Ahnung. An der beginnenden Frühjahrsmüdigkeit liegt es eher weniger, denn die Klage stammt schon mindestens aus dem letzten Sommer. Vielleicht sollte sich jede/r, die/der diese Symptome spürt, einmal selbst fragen, ob und warum sie/er in Tamino weniger schreibt als früher (das Lesen hat ja eher zugenommen, wenn man die Entwicklung der Clcks beobachtet), und wie weit das subjektiv als störend empfunden wird. Schreiben wir womöglich viel zu sehr aneinander vorbei?


    Ich glaube eher, wir haben einander eine Zeitlang sehr verwöhnt, und das ist auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten. Daher herrscht jetzt erst einmal Frust. Aber vielleicht gibt es wenigstens dazu noch viele verschiedene Meinungen.


    :hello: Jacques Rideamus

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  • Zitat

    Original von Spradow


    Das ist aber eine Entwicklung mit der Zeit gewesen: Die ersten Threads haben in kurzer Zeit viele Beiträge gesammelt. Mit Werken wie Prokofjews Violinkonzert oder dem frühen Schubertquartett ist aber sicherlich nicht gerade allgemeine Begeisterung entstanden, sich auch beim nächsten unbekannten Werk zu beteiligen.


    Der thread zu dem frühen Schubert-Quartett ist erstaunlich lang geworden und Prokofieffs 1. Violinkonzert ist wirklich alles, aber nicht unbekannt!


    Daß von "Alle" schon ziemlich lange kein Rede sein konnte, zeigt sich ja auch an der Anzahl der Abstimmenden. Daß dann nochmal eine Diskrepanz zwischen denen, die für etwas abstimmen und denen, die sich am thread beteiligen, besteht, ist eine andere Sache.


    Ich halte die Idee zwar nach wie vor für gut, aber es scheint gegenwärtig schlicht nicht genügend Interesse zu bestehen. Vielleicht auch nicht genügend Muße bei den entsprechend interessierten Leuten. (Hier habe ich aber meine Zweifel, denn für andere threads (Kulturpessimismus, Inszenierungen, bashing oder Lobpreis von zweitklassigen Dirigenten, Rätsel, Anekdoten usw.) ist ja Zeit und Muße vorhanden.) Ich selbst wollte mich bei "Alle reden" ohnehin zurückhalten, weil ich mit dem Haydn genügend Arbeit habe. (Ich mußte aufgrund gut sortierter Sammlung bisher nur ein Werk, den Schütz, neu anschaffen, insofern hielt sich mein Aufwand diesbezüglich immer in Grenzen.)


    Man muß aber nochmal rekapitulieren, was das Ziel hatte sein sollen: Eben mehr und konzentriertere Beteiligung als an den üblichen threads zu erreichen. Eine mögliche Ursache wurde dabei darin gesehen, daß wenn A einen thread eröffnet, potentieller Interessent B gerade keine Zeit hat und der thread versandet, obwohl im Prinzip Interesse bestünde. Die erhoffte Konzentration ist aber nur selten eingetreten. Wobei man aber auch nicht unter den Tisch fallen lassen sollte, daß Forianer sich tatsächlich bislang unbekannte Stücke extra besorgt und mit Gewinn kennengelernt haben, und es einige sehr rege threads im Rahmen des "Alle-Hören" gegeben hat.


    Im aktuellen Fall halte ich es aber für verfrüht, ein Urteil abzugeben. Selbst wenn die Idee war, daß man das Stück zur Eröffnung schon gehört hat, so ist es doch naturgemäß eher so, daß man die abwartet, dann erst anhört usw.


    Man kann aber niemanden zwingen. Eine ganz Reihe sonst recht aktiver Poster hat offenbar gar kein Interesse daran (insbesondere wenn es sich nicht um Werke, die sie ohnehin stark begeistern, handelt) und ich selbst sehe den Mehrwert des ganzen Drumherums gegenüber normalen Threaderöffnungen daher auch nicht mehr. Und ich sehe auch wenig Nutzen darin, schon bestehende threads mit dieser Methode aufzufrischen.
    (Das Haydn-Projekt hat die begrenzte Wirkung vom Auffrischen zur Genüge gezeigt.)
    Wenn daran Interesse besteht, kann das ja jeder selbst tun. Ein Ziel des Alle-Hören hatte ja auch darin bestanden, bisher nicht berücksichtigte Stücke in den Vordergrund zu stellen (unter den bisher gewählten Werken würde ich dabei nur den frühen Schubert als "Geheimtip" charakterisieren).


    Es scheint aber eine Illusion zu sein, daß sich gegenwärtig mehr als eine gute Handvoll Leute für solche ausführlicheren Diskussionen begeistern können, wenn es nicht gerade um Tosca geht. Ob Haydn, Prokofieff, Ives ist dabei beinahe egal. Und wenn von diesem halben Dutzend zwei keine Zeit oder keine Lust haben, wird es eben gerade so, wie man gegenwärtige sehen kann. Das war allerdings auch nur vorübergehend und nur für eng begrenztes Repertoire wirklich anders, darüber sollte man sich ebenfalls im Klaren sein...


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo!


    Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Der thread zu dem frühen Schubert-Quartett ist erstaunlich lang geworden und Prokofieffs 1. Violinkonzert ist wirklich alles, aber nicht unbekannt!
    [...]
    Wobei man aber auch nicht unter den Tisch fallen lassen sollte, daß Forianer sich tatsächlich bislang unbekannte Stücke extra besorgt und mit Gewinn kennengelernt haben, und es einige sehr rege threads im Rahmen des "Alle-Hören" gegeben hat.


    Eben! Aber es ist doch logisch, dass Ernüchterung eintritt, wenn nach n-1 Werken aus dem 20. Jahrhundert, die mir nicht gefallen haben, ich das auch beim n-ten vermuten muss - und zwischendurch kommt nichts, was mich mal mehr ansprechen würde. Ich habe bis zur Schostakowitsch-Symphonie einschließlich fleißig die Werke gekauft (außer "Gruppen", das war mir zu teuer), nichts davon außer der Serenade hat mich besonders angesprochen (wobei ich die Symphonie vielleicht noch ein paarmal hören müsste). Die Konsequenz ist, dass ich die "Unanswered Question" nach zweimal Youtube schnell (vorschnell?) für mich mit "nein" beantwortet habe....
    Am Anfang war, wie Du selbst schreibst, sogar für das Schubert-Quartett noch genug Motivation da - wo ist die denn hin?


    Zitat


    Es scheint aber eine Illusion zu sein, daß sich gegenwärtig mehr als eine gute Handvoll Leute für solche ausführlicheren Diskussionen begeistern können, wenn es nicht gerade um Tosca geht. Ob Haydn, Prokofieff, Ives ist dabei beinahe egal. Und wenn von diesem halben Dutzend zwei keine Zeit oder keine Lust haben, wird es eben gerade so, wie man gegenwärtige sehen kann. Das war allerdings auch nur vorübergehend und nur für eng begrenztes Repertoire wirklich anders, darüber sollte man sich ebenfalls im Klaren sein...


    Bei Haydn haben sich anfangs (z.B. bei 103, 104) auch noch mehr Taminos beteiligt. Ein Problem scheint da einfach der abnehmende Grenznutzen bei zu häufigem Konsum zu sein....
    Prokofjew, Ives, siehe oben.
    Wenn mal Händel oder Mozart oder Beethoven oder Dvorak oder wer auch immer drankommen würde, könnte es wieder ganz anders aussehen. Wobei ich nicht verhehlen möchte, dass "alle reden über" durch o.g. Aspekte inzwischen für viele etwas von seinem Aufforderungscharakter verloren haben könnte.


    Abgesehen davon: Wenn's nur daran scheitert, dass es keine Oper ist, können wir diese Restriktion auch gerne fallen lassen, wenn das nicht bedeutet, dass nur noch Opern drankommen...



    Gruß,
    Frank.

  • Zitat

    Original von Spradow



    Eben! Aber es ist doch logisch, dass Ernüchterung eintritt, wenn nach n-1 Werken aus dem 20. Jahrhundert, die mir nicht gefallen haben, ich das auch beim n-ten vermuten muss - und zwischendurch kommt nichts, was mich mal mehr ansprechen würde. Ich habe bis zur Schostakowitsch-Symphonie einschließlich fleißig die Werke gekauft (außer "Gruppen", das war mir zu teuer), nichts davon außer der Serenade hat mich besonders angesprochen (wobei ich die Symphonie vielleicht noch ein paarmal hören müsste). Die Konsequenz ist, dass ich die "Unanswered Question" nach zweimal Youtube schnell (vorschnell?) für mich mit "nein" beantwortet habe....


    o.k. das Violinkonzert und die Serenade rechne ich nicht so richtig als 20. Jhd. :D wenn sie tausendmal dort geschrieben wurden, sind sie beide zigmal eingängiger als eine Brucknersinfonie oder ein Quartett von Brahms. Gruppen wurde ja noch gelost, ebenso die Serenade. Daß sehr viel Musik der Klass. Moderne dabei ist, liegt schlicht daran, daß da eben noch threads frei sind.


    Zitat


    Am Anfang war, wie Du selbst schreibst, sogar für das Schubert-Quartett noch genug Motivation da - wo ist die denn hin?


    Keine Ahnung. Ich brauche meine momentan hauptsächlich für die Haydn-Sinfonien, die sonst keiner machen will.


    Zitat


    Bei Haydn haben sich anfangs (z.B. bei 103, 104) auch noch mehr Taminos beteiligt. Ein Problem scheint da einfach der abnehmende Grenznutzen bei zu häufigem Konsum zu sein....


    Bei Haydn liegt das wohl eher an der rapide fallenden Verbreitung der Stücke jenseits einer Handvoll mit Namen. Aber insgesamt lief es doch noch etwas besser als bei den Bach-Kantaten ;)


    Zitat


    Wenn mal Händel oder Mozart oder Beethoven oder Dvorak oder wer auch immer drankommen würde, könnte es wieder ganz anders aussehen. Wobei ich nicht verhehlen möchte, dass "alle reden über" durch o.g. Aspekte inzwischen für viele etwas von seinem Aufforderungscharakter verloren haben könnte.


    Wie gesagt, eine Idee war schon, nicht Werke zu nehmen, die es gar nicht nötig haben. Man kann sich ja die Vorschläge und Ergebnisse nochmal ansehen.


    Zitat


    Abgesehen davon: Wenn's nur daran scheitert, dass es keine Oper ist, können wir diese Restriktion auch gerne fallen lassen, wenn das nicht bedeutet, dass nur noch Opern drankommen...


    Es dürfen Opern drankommen, es sollen nur keine sein, für die man, da drei CDs 50+ Euro ausgeben muß. Und alle bekannten Opern haben schon threads, häufig so ca. 3-5 pro Oper ;)


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von ThomasNorderstedt
    Nüchtern betrachtet hat es auf die Beteiligung in einem Thread nur einen sehr geringen Einfluss, ob er im Rahmen von "Alle sprechen über" gestartet wird.


    Naja, die genauen Zahlen sagen was anderes. Der Heldenleben-Thread, den ich außerhalb des "Alle Hören"-Projekts gestartet hatte, nachdem das Werk bei der Abstimmung knapp verloren hatte, hat momentan 12 Antworten. Selbst Stockhausens Gruppen hat 25, also mehr als doppelt so viele, dabei dürfte es eine sehr viel kleinere Zielgruppe ansprechen. Schostakowitsch 14 hat bereits 67 Antworten.


    Glaube dennoch auch, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Wenn man Lust und Zeit hat, kann man einen ausführlichen Werkthread eröffnen, und wenn er inspirierend ist, werden sich wohl auch Leute finden, die sich daraufhin das Stück anhören, oder?
    Was ich gut fände, wäre eine aktivierte Uploadfunktion, um Notenbeispiele in die Beiträge mit einzubinden (offensichtlich haben die wenigsten Webspace zur Verfügung, wo sie Dateien lagern können). Das würde sicherlich die vielen so schon sehr lesenswerten ausführlichen Einführungen noch aufwerten (habs ja im Heldenleben-Thread bereits versucht) :yes:


    Ich glaube übrigens nicht, dass andere Epochen mehr Leute anlocken würden, wir hatten ja mal eine Umfrage, wo die (insb. klassische) Moderne sehr gut wegkam, und auch mein Gefühl sagt mir, dass es hier mindestens so viele gibt, die sich kaum für Mozart & Haydn interessieren, wie diejenigen, die sich nicht für moderne Musik interessieren.

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Hallo!


    Wenn ich hier auch noch kurz meinen Sinapis hinzufügen darf:
    Ich fände es schade, wenn die Reihe eingestellt würde.
    Ich habe Brittens Serenade und Schostakowitschs 14. Symphonie auf diese Weise kennengelernt, was ich klar als Bereicherung sehe.
    Leider konnte ich mit einigen der Werke sehr wenig bis gar nichts anfangen (Bartoks und Prokofiews Konzert, Stockhausens Gruppen und nun der Ives) - indes, ich habe alle diese Werke gehört und damit meinen "Horizont" etwas erweitert. Negative Kommentare schienen mir aber nicht dienlich für die threads und somit habe ich mich enthalten.
    Bei allen Werken, für die ich abgestimmt habe, habe ich mich dann auch beteiligt. Ich glaube, daß einigen der Sinn dieser Abstimmungen (Sicherung von einer gewissen Beteiligung) nicht klar ist/war.
    Vielleicht legen wir ein halbes Jahr Pause mit der Aktion ein und versuchen es dann nochmals. Wenns dann auch nicht läuft, kann es hier im Forum auch ohne "Alle hören" weitergehen. Wie gesagt, schade wäre es schon.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Tamino XBeethoven_Moedling Banner
  • Hallöchen,


    auch wenn es meinerseits meist eine eher schleppende Beteiligung gibt (die gewollte Zeit ist eben nicht jedem in ausreichendem Maße gegeben - und schon gar nicht dann, wenn man sie mal brauch...), so halte ich dieses Projekt wie auch Pius persönlich für wertvoll - anders als Pius gerade wegen Prokofieffs Violinkonzert, welches ich zwar schon vorher auf CD besaß, jedoch keinerlei Beachtung schenkte. Mittlerweile durfte ich es mit einer so was von beeindruckenden Begeisterung im Konzert erleben, dass es in meiner Gunst auf einmal ganz weit vorn steht - ohne diese Threads, würde meine CD (zu der sich auch eine zweite Einspielung gesellt hatte) weiterhin verstauben...



    Na ja.
    Da ich eh schon einen kleinen Teil übernommen hatte, würde ich den anderen, größeren Part von Thomas auch mit übernehmen (aber dann bitte über etwaige Verzögerungen nicht beschweren).



    Ich würde gerne noch mal den Gedanken des Epochen-Voting aufgreifen.
    Wäre das eine Möglichkeit? Eigentlich müsste doch das bisherige Wahlergebnis die (kleine) Mehrheit (jedenfalls der Teilnehmenden) widerspiegeln - oder nicht?



    LG
    Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Zitat

    Original von Maik
    Ich würde gerne noch mal den Gedanken des Epochen-Voting aufgreifen.
    Wäre das eine Möglichkeit? Eigentlich müsste doch das bisherige Wahlergebnis die (kleine) Mehrheit (jedenfalls der Teilnehmenden) widerspiegeln - oder nicht?


    Warum benötigt man ein zusätzlichen "Epochen-Voting"? Würde dann zuerst über die Epoche und dann über Werke daraus abgestimmt? Oder wie?


    Wenn ich mir die ersten ca. 5 Plätze der letzten Abstimmungen anschaue, war dort außer Barock alles vertreten. Es ist einfach nicht korrekt, daß hier überhaupt nur unanhörbar scheußliche Modernskys zur Abstimmung stünden (abgesehen davon, daß es fast immer nur recht moderate oder schon ziemlich alte "moderne" Werke gewesen sind).
    Jeder kann Werke aus anderen Epochen vorschlagen. Aber es glaubt wohl, angesichts der Resonanz auf bereits bestehende threads, daß z.B. Händels "Alexanderfest" oder eine frühe Sinfonie von Haydn oder Mozart hier erfolgreicher laufen würde?
    Und für die bekanntesten Werke gibt es eben schon genügend threads, daher fallen die hier heraus.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Mit Epochen-Voting hatte ich jetzt den Gedanken gemeint, dass man jede Runde eine andere Epoche an der Reihe ist (persönlich halte ich das aus deinem und schon meinem genannten Grund für unnötig) - aber der Gedanke wurde eben in den Raum geworfen und wenn es darauf auch positive Resonanz gäbe, sollte man sich mal anhören...vielleicht überzeugen ja diese Argument und um anhand der Richtlinien für eine gewisse Abwechslung zu sorgen...

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Ich verstehe die Logik aber auch nicht, die Abstimmung läuft doch sehr demokratisch. Wenn so viele Leute von der Moderne abgeschreckt würden, würde sie doch bei den Abstimmungen nicht gewinnen?
    Fakt ist, dass die letzten Male Werke aus dem 20. Jh. gegen frühere gewonnen haben und somit sich offensichtlich mehr Mitglieder dafür interessiert haben als für klassisches oder romantisches Repertoire.
    Also meine Prognose ist, dass ein klassisches Werk, falls es drankommen sollte, noch weniger Resonanz finden wird.

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Es ist ja auch nicht so, dass keine "klassischen" Werke zur Auswahl gestanden hätten. Die haben aber wenger Stimmen erhalten, und schon deswegen liegt der Verdacht nahe, dass auch die Beteiligung entsprechend geringer ausfallen wird.


    Davon abgesehen: egal, ob es die mahnenden Wort waren, oder ob man etwas Zeit brauchte, den Ives zu hören und sich etwas dazu einfallen zu lassen, festzustellen ist doch, dass sich der Thread inzwischen sehr erfreulich entwickelt hat und noch lange nicht zu Ende sein dürfte, denn das zweite Werk wurde ja gerade erst mal knapp erwähnt, aber kaum an- oder gar ausbesprochen.


    Ich würde alles so lassen, wie es ist, bedaure aber Thomas' Frustfaktor. Ich hoffe, der gibt sich wieder, und wir können dabei mithelfen.


    :hello: Jacques Rideamus

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