Charles Kullmann - ein "Tenore universale"

  • [tIMG]http://film.virtual-history.co…7/large/123.jpg;c;513;600[/tIMG]
    Er ist am 13.1.1903 in New Haven (Connecticut) geboren und am 8.2.1983 auch dort gestorben;seine Familie war deutscher Abstammung.1924-27 Gesangsausbildung an der Juilliard Music School und erste Konzerte als Bariton. Er setzte sein Studium bei Thomas Salignac fort und gab 1928 als Tenor ein Konzert in Berlin. 1929 debütierte er als Pinkerton in "Madame Butterfly" bei der American Opera Company. 1931 sang er an der Kroll-Oper in Berlin. 1932 wurde er an die Berliner Staatsoper verpflichtet, deren Mitglied er bis 1936 blieb. 1934-36 war er gleichzeitig an der Wiener Staatsoper engagiert. Große Erfolge hatte er auch bei den Salzburger Festspielen 1934-36, wo er den Belmonte in der "Entführung"und den Ferrando in"Cosi fan tutte, den Stolzing in den "Meistersingern" und den Hüon in "Oberon" , sowie sen Sänger im "Rosenkavalier" interpretierte. 1935 wurde er an die "Met" berufen. Seine Antrittsrolle war der Faust in der Oper von Gounod. Er hat in 25 Spielzeiten bis 1962 in 33 in 283 Vorstellungen an der "Met" gesungen. Die zahlreichen Gastspiele will ich will ich hier nicht aufzählen. Er wirkte während seiner Karriere auch als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger. 1936 sang er den Tenorpart in Mahlers "Lied von der Erde"unter Bruno Walter, 1938 in Verdis Requiem unter Toscanini. Der Don Ottavio in "Don Giovanni" unter B. Walter muß natürlich auch erwähnt werden. In Deutschland und später in den USA wurd er auch als Operetten und Filmsänger bekannt. Kullmann sang wärend seiner Karriere in sämtlichen Tenorfächern, vom Belmonte über Don Jose, Radames, Cavaradossi, bis hin zum Stolzing, Parsifal, Tannhäuser u.v.a. Seit 1956 wirkte er als Pädagoge an der Indiana School of Music in Bloomington. Seine strahlende, ausdrucksvolle, technisch vollkommene Stimme mag ich nicht weiter beschreiben, die kann man auf zahlreichen Einspielungen hören.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Ich hab e von ihm eine englisch gesungene Zauberflöte, mit Jarmila Novotan als Pamina, wo er den Tamino singt,


    noch als LP Gesamtaufnahme, leider ist bei mir das Cover schon ziemlich mies beisammen.



    diese hier.


    Und dann noch ziemlich viele LPs wo Duette mit ihm in Operetten sind.


    Liebe Grüße sendet Peter aus dem kalten Wien. :hello: :hello:

  • Eigentlich ist es ja gar nicht so viel, was uns Charles Kullmann an Tondokumenten hinterlassen hat. Die meisten Aufnahmen entstanden in der 30er Jahren. Da gab es leider noch keine Langspielplatten!


    Beim "Hamburger Archiv für Gesangskunst" - für das ich schon mehrfach Reklame gemacht habe - Link rechts unten auf jeder Tamino-Seite - hat eine Recital-CD im Programm, die einen breiten Querschnitt durch das Repertoire von Charles Kullmann bietet:



    Titelliste:
    01 Tchaikovsky: Eugen Onegin : Wohin seid ihr entschwunden
    Lenski; 2. Akt; Orch; 1935;


    02 Borodin: Fürst Igor (Prince Igor) : Langsam erlosch der Tag
    Wladimir; 2. Akt; Orch; 1935;


    03 Mussorgsky: Boris Godunow : Der schlaue JesuitDimitri/Marina; mit Thorborg; 3. Akt; Panizza/Met-Orch; 1939


    04 Wagner: Lohengrin : In fernem LandLohengrin; 3. Akt; Goehr/Orch; 1938;


    05 Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg : Morgenlich leuchtend
    Stolzing; 3. Akt; Goehr/Orch; 1938;


    Gustav Mahler: Das Lied von der Erde
    Walter/WienPhilh; 1936/24.5.; life;
    06 Das Trinklied vom Jammer der Erde 8.21
    07 Von der Jugend 3.04
    08 DerTrunkene im Frühling 4.13


    09 Mahler: Ich atmet’ einen linden Duft (Rückert) e)
    Sargent/Orch; 1938;


    10 Grieg: Ich liebe dich (e) Orch; 1934;


    11 Herbert: Ah! Sweet mystery of life Orch; 1933; Feldman


    12 Speaks: On the round to MandalayOrch; 1938;


    13 de Curtis: Come back to SorrentoOrch; 1934;


    14 Künneke: Der Vetter aus Dingsda : Ich bin nur ein armer Wandergesell - Goodnight Sargent/Orch; 1933;


    15 Schubert: Schwanengesang D957/4 : Ständchen (Rellstab)Orch; 1925;


    16 Schubert: Ave Maria (Scott) Orch; 1932;


    17 Böhm: Still wie die Nacht Orch; 1934


    Oper, Operette, Lieder, Schnulzen....
    er sang einfach alles.


    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


    In meiner aktiven Zeit als Discjockey mußte ich oft eine Platte von ihm spielen:


    "Ahoi! tönt es weit hin über das blaue Meer" - Das ist eine Fassung von "La Paloma" aus dem gleichnamigen Film!


    Dies Lied und weitere Schlager sind auf der folgenden CD zusammengefasst:



    Titelliste:
    1. Only My Song
    2. Her Name Is Mary
    3. Love, Here Is My Heart
    4. Ah! Sweet Mystery of Life
    5. Good Night
    6. For the Love of You
    7. Castles in the Air
    8. I Love Thee
    9. Still as the Night
    10. Beautiful Garden of Rosses
    11. Serenade
    12. Thora
    13. World Is Mine Tonight
    14. On the Road to Mandalay
    15. I'm Falling in Love With Someone
    16. Thine Alone
    17. Thine Alone
    18. Gypsy Love Song
    19. Smilin' Through
    20. Ahoi So Toent Es Weithin Ueber's Meer (La Paloma)


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Ich glaube, diese Aufnahme von Mahlers "Das Lied von der Erde" ist die erste Aufnahme, die es von diesem großartigen Werk gibt.
    Charles Kullmann, Kerstin Thorborg und die Wiener Philharmoniker unter Bruno Walter haben es am 24.5.1936 im Wiener Musikvereinssaal aufgeführt.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Im Netz habe ich eine Aufnahme der "Fledermaus" - eine Radioübertragung aus der MET vom Januar 1951 - gefunden, bei der Charles Kullman den "Eisenstein" singt (nicht, wie zuvor, den Alfred):


    Metropolitan Opera House
    January 20, 1951 Matinee Broadcast
    In English


    DIE FLEDERMAUS


    Rosalinde...............Marguerite Piazza
    Eisenstein..............Charles Kullman
    Adele...................Patrice Munsel
    Alfred..................Richard Tucker
    Prince Orlofsky.........Risë Stevens
    Dr. Falke...............John Brownlee
    Dr. Blind...............Paul Franke
    Frank...................Hugh Thompson
    Ida.....................Nana Gollner
    Frosch..................Jack Gilford


    Conductor...............Eugene Ormandy


    Eine echte Spitzen-Besetzung!


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • In diesen Tagen erschein beim Billig-Label Cantus Classic / Line Music in Hamburg eine Gesamtaufnahme von Bizets "Carmen" aus der MET von 1941:


    Aufnahme: 15.3.1941, live, New York
    Dirigent: Wilfred Pelletier
    Metropolitan Opera Orchestra
    Metropolitan Opera Chorus


    Carmen: Gladys Swarthout
    Dancaïre: George Cehanovsky
    Don José: Charles Kullmann
    Escamillo: Leonard Warren
    Frasquita: Thelma Votipka
    Lillias Pastia: Wilfred Engelman
    Mercédès: Helen Olheim
    Micaëla: Licia Albanese
    Moralès: Wilfred Engelman
    Zuniga: Louis d' Angelo


    Die Besetzung liest sich wie das "Who's Who" der damaligen Zeit, die MET hat für diese Aufführung alles aufgeboten, was Rang und Namen hatte.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Mit Kullman und Erna Berger gibt es auch eingroßartiges "Wer uns getraut". Auch eine großartige "Di rigoro" Aufnahme aus dem Rosenkavalier.


  • Ich möchte noch einmal auf diesen großartigen Tenor aufmerksam machen. Eine Stimme, die der Vollkommenheit sehr nahe kommt. Eine Stimme, die süchtig macht.
    Auf jeden Fall muß man schon weit zurückgreifen um seinesgleichen zu hören. Die CD bei jpc (11,99 €) wartet mit schönen Hörproben auf.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • In meinem Regal findet sich noch eine Aufnahme von Momtemezzis L´amore dei tre rè mit Kullman, Pinza und Grace Moore, sehr hörenswert und zumindest der Aufnahme mit Moffo/Domingo vorzuziehen, trotz der natürlich eingeschränkten Tonqualität. Ausserdem dirigiert der Komponist höchstpersönlich.

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Hallo, Ihr Lieben!


    Als Erstes bin ich froh, wieder mit Euch in Kontakt treten zu können!



    Zu Charles Cullmann: Ich hatte ihn erst letzte Woche zu Hause gehört. Daher war die CD gleich griffbereit.


    Bei Preiser gibt es ein wunderbares Sängerportrait von ihm. Mit Arien und Liedern aus "Lohengrin", "Die Meistersinger",


    "Die Macht des Schicksals", "Aida", "Faust", "Hoffmanns Erzählungen", "Eugene Onegin", "Fürst Igor", "Die verkaufte Braut",


    "Der Rosenkavalier", "Turandot", "Der Zigeunerbaron", "Eine Nacht in Venedig", "Launisches Glück" und "Das Zauberlied".


    Sehr empfehlenswert! :) :)



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Hier ist eine "Fledermaus" auf englisch:



    Johann Strauss II (1825-1899)
    Die Fledermaus

    Künstler: Charles Kullman, Regina Resnik, Clifford Harvuot, Blanche Thebom, John Brownlee, Metropolitan Opera Orchestra, Eugene Ormandy, Josef Blatt
    Label: Myto , ADD/m, 1951
    2 CDs, * Erscheinungstermin: 8.9.2010


    [Dafür braucht es keinen neuen Thread! :stumm: ]


    LG


    8)

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Heute vor 30 Jahren ist er in seiner amerikanischen Heimat gestorben:


    Kullmann, Charles, Tenor, * 13.1.1903 New Haven (Connecticut), † 8.2.1983 New Haven; seine Familie war deutscher Abstammung. Er sang bereits mit acht Jahren in einem Kirchenchor.



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Unter Bruno Walter mit den Wiener Philharmonikern hat Charles Kullman zusammen mit Kerstin Thorborg Mahlers Lied von der Erde gesungen.


    Heute denken wir an seinen 32. Todestag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Da er heute Geburtstag hätte: Charles Kulman(n) gehört für mich zu den Tenören, die ich immer wieder sehr gern höre. Seine Stimme ist frisch und leuchtend - auch kraftvoll und dabei doch sehr lyrisch.


    Der Titel dieses Threads beschreibt gut seine Vielseitigkeit.


    Harald und Herbert Henn haben hier viel Werbung für ihn gemacht. Willi hat ihn heute mit einem "Nessun Dorma" geehrt und dazugeschrieben, dass es ihm dabei durch und durch geht.

    Scheinbar ist Kullman noch immer nicht ganz vergessen. Gibt es andere Fans von ihm hier im Forum? Oder gar Experten, die uns ein bisschen mehr erzählen können? Etwa über seine guten Deutschkenntnisse, über die er zweifelsfrei verfügt.

  • Er singt - wie ich finde - etwas unorthodox, manchmal nicht ganz genau. Aber das ist es ja, was ihn so faszinierend für mich macht. Bei Kullmann (wie immer man ihn jetzt schreibt) treffen sich die einzelnen Stimmfächer. Er fürchtet sich nicht von heldischen Partien und badet förmlich in der Operette. War es das, was Bruno Walter veranlasste, mit ihm "Das Lied von der Erde" aufzunehmen? "Dunkel ist das Leben, ist der Tod." Wie die Stimme auf "Tod" regelrecht erstirbt. Hat man das je ergreifender gehört?


    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Lieber Gregor, lieber Willi,


    vielen Dank für die Erinnerung an Charles Kullmann zu seinem heutigen Geburtstag. Dieser amerikanische Tenor – sein Vater war aus Deutschland nach Amerika ausgewandert und Charles beherrschte die deutsche Sprache schon als Kind - war in den 30er Jahren ein Tenoridol der Berliner und der Wiener Staatsoper. Nicht nur seine jugendliche höhensichere Stimme, sondern auch sein gutes Aussehen ließen das Herz der (vor allem weiblichen) Opernfans höher schlagen. Da blieb es nicht aus, dass er auch bald für den Film entdeckt wurde.


    Nach einer kleinen, aber eindrücklichen Rolle als 'Straßensänger' in “Bomben auf Monte Carlo” (Ufa 1931) neben Anna Sten, Ida Wüst, Hans Albers, Heinz Rühmann, Kurt Gerron, Peter Lorre und Otto Wallburg, wo er zusammen mit den Comedian Harmonists den Schlagern 'Eine Nacht in Monte Carlo' und 'Ich kenn' ein Land' (beide von Werner Richard Heymann und Robert Gilbert) zum Erfolg verhalf, wirkte er noch in zwei weiteren deutschen Filmen mit:


    “Die Sonne geht auf” ('Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie Luise') (Agfa Film 1934) mit Reva Holsey, Jessie Vihrog, Fritz Kampers, Jakob Tiedtke und Rudolf Platte / Regie: Willy Reiber / Musik: Will Meisel. Die Filmtitel sind identisch mit den zwei Filmliedern von Charles Kullmann, der in diesem Film die Hauptrolle spielt.


    “La Paloma” ('Du bist wie ein Traum') (RN Filmproduktion, 1934) mit Jessie Vihrog, Maria Loja, Leo Slezak, Fritz Kampers und Josef Dahmen / Regie: Karl Heinz Martin / Musik: Sebastián de Yradier ('La Paloma') und Will Meisel ('Du bist wie ein Traum'). Ich habe ein Heft der “Filmwoche” vom 25. 7. 1934, in dem (mit Fotos) über die Dreharbeiten an der spanischen Biscaya berichtet wird. Die Szene, in der ein Haus auf einem steilen Felsen gesprengt wird, wurde aber am Kalksee in den Rüdersdorfer Bergen (bei Berlin) gedreht; Charles Kullmann wird bei dieser Sprengung unter den Trümmern begraben und von Fritz Kampers gerettet. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert in Nordspanien und hat eine alte und doch immer wieder neue Geschichte zum Inhalt – eine Frau (Vihrog) zwischen zwei Männern (Kullmann und Kampers).


    Nach seinen großen Bühnenerfolgen in Berlin, Wien, Salzburg und London debütierte Charles Kullmann im Dezember 1935 an der 'Met' als “Faust” in Gounods Oper und blieb – außer einigen wenigen Gastspielen in Europa - in den USA, wo er nach Hitlers Kriegsbeginn 1939 auch seinen Namen in 'Kullman' änderte. In “The Goldwyn Follies” (1938) ist er lediglich in ein paar Ausschnitten aus “La Traviata” mit Helen Jepson zu sehen; in diesem MGM-Film wirken noch Vera Zorina, Andrea Leeds, Adolphe Menjou, George Marshall und Kenny Baker mit. 1947 wirkte er in einer Nebenrolle als (singender) Schiffsarzt in dem folgenden 'Universal'-Film mit; nebenbei gesagt hatte Charles Kullmann auch ein abgeschlossenes Medizinstudium vorzuweisen:


    “Song of Scheherazade” mit Yvonne De Carlo, Eve Arden, Jean-Pierre Aumont, Brian Donlevy und Philip Reed / Regie: Walter Reisch. Der Film schildert sehr frei Episoden aus dem Leben des Komponisten Nikolai Rimskii-Korsakov (Aumont), der bekanntlich der russischen Marine angehörte. 'Kullman' singt in der Bearbeitung von Miklós Rózsa das Lied des indischen Kaufmanns aus “Sadko”, die 'Hymne an die Sonne' aus “Der goldene Hahn” und einen 'Fandango' nach der Musik des “Capriccio espagnol” von Rimskii-Korsakov.


    Meine Tondokumente mit Charles Kullmann sind leider nicht sehr zahlreich: eine “Carmen” von 1941 mit Gladys Swarthout, Licia Albanese und Leonard Warren unter Wilfred Pelletier, eine “Manon” (1943) mit Bidú Sayao, John Brownlee und Nicola Moscona unter Thomas Beecham und eine “La Traviata” von 1943 mit Bidú Sayao und Leonard Warren unter Cesare Sordero; eine 'Preiser'-LP (LV144) und die von Harald Kral im Beitrag Nr. 3 gezeigte CD des britischen Labels 'Javelin' von 1997 mit internationalen Tenorschlagern. Und auch die Gesamtaufnahme von “The Bat” ('Die Fledermaus') mit Ljuba Welitsch, Lily Pons, Martha Lipton, Richard Tucker, John Brownlee, Clifford Harvuot und Paul Franke mit dem Chor und dem Orchester der Metropolitan Opera New York unter Eugene Ormandy steht in meinem Plattenschrank (Wiederauflage der 'Columbia' von 1973 in ihrer 'Odissey'-Serie mit 2 LPs). Charles Kullmann singt in englischer Sprache den 'Eisenstein'; die Aufnahme (ohne Dialoge) entstand am 24. und 29. 12. 1950 und am 7. 1. 1951.


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S.

    Ausser der zu Recht berühmten Wiener Aufnahme (24. 5. 1936) von Mahlers "Das Lied von der Erde" (Beitrag Nr. 16) gibt es noch einen weiteren Mitschnitt mit Kerstin Thorborg und Charles Kullmann, u. z. vom 19. 11. 1944 aus der Carnegie Hall in New York mit Artur Rodzinski und dem New York Philharmonic Orchestra. Der Ausgabe bei 'Immortal Performances' aus Canada (2017) sind noch mehrere interessante Tondokumente von Kerstin Thorborg und Charles Kullmann beigegeben (3 CDs).

  • Danke für eure Antworten, lieber Rüdiger und Carlo.

    Wieder einmal hat uns Carlo an seinem umfassenden Film- und Opernwissen teilhaben lassen.

    Die Aufnahmen, die du besitzt, kann ich noch ergänzen um eine Einspielung von Montemezzis "L'amore dei tre re". Der legendäre Gottfried Cervenka hatte sie einmal in seiner Sendung vorgestellt. Damals habe ich sie mir gleich besorgt. Ich war beim ersten Mal Hören ein wenig enttäuscht von der - wie mir erschien - zu wenig einfallsreichen Musik. Ich möchte sie mir nun jedoch noch einmal anhören. Zumal in einem eigenen Thread auch gerade darauf verwiesen wurde.


    In YouTube findet man übrigens erfreulich viel über Kulman. Hier zwei Beispiele:




    (Das ist übrigens ein sehr interessanter Beitrag, bei dem das "Hostias" Kullmans mit etlichen anderen Versionen verglichen werden kann)

  • Mir ist klar, dass Stimmschönheit immer subjektiv empfunden wird, aber für mich kann ich folgendes behaupten: Nach erneutem Anhören meiner Kullman-CD vom Hamburger Archiv für Gesangeskunst (was für ein Segen, dass dieses gegründet wurde) ist er für mich der kompletteste Tenor, den ich je gehört habe. Er singt derart schön und rein (auch bei Live-Aufnahmen), da wird einem ganz anders. Bitte hört euch die Wagner-Stellen aus "Lohengrin" und den "Meistersingern" an. Hat man das je so gehört?

    Sehr interessant, dass er - als an sich lyrischer Tenor -, der sich dennoch stets auch kraftvoll präsentieren konnte, schon recht früh an Erik und Stolzing herangeführt wurde. Später kamen Tannhäuser, Parsifal und Herodes (Strauss) hinzu. Gleichzeitig sang er aber etwa Rinuccio aus "Gianni Schicchi". Wie ich schon sagte: das nenne ich einen kompletten Tenor!

  • Zitat von greghauser2002

    Bitte hört euch die Wagner-Stellen aus "Lohengrin" und den "Meistersingern" an. Hat man das je so gehört?

    Hier geb ich dir Recht :thumbup:!

    Ich habe die Preiser CD Beitrag #12, am idiomatischsten finde ich eben den Wagner und den ital.Sänger aus dem Rosenkavalier, der Rest besteht aus vielen unidiomatischen Arien, mag z.T auch der deutschen Sprache geschuldet sein und den Dirigenten!

    Ganz schlimm finde ich die Arie aus dem Faust in engl., das hat nichts weiter als den Titel von Gounod! :(

    Wären solche Arien mit kompetenteren Dirigenten enstanden, sähe das Ergebnis wesentlich besser aus! ;) mM!

    Seine Stimme ist wahrlich schön sowie seine Höhe, aber er stellt sie sehr in den Vordergrund, quasi als wolle er uns damit überrumpeln!

    Auch ist sein deutsch etwas zu bemängeln, fällt sehr auf beim Lied von der Erde, ansonsten finde ich "Das Lied von der Erde" sehr Ausdrucksstark!

    Da fällt mir dann auf, hätte er eine Arien CD mit Bruno Walter gemacht, das wärs gewesen!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Seine Stimme ist wahrlich schön sowie seine Höhe, aber er stellt sie sehr in den Vordergrund, quasi als wolle er uns damit überrumpeln!

    Ein interessanter Satz, lieber Fiesco.

    Das kann man doch auch von Mario Lanza sagen, oder?


    Mir ist nämlich noch aufgefallen, dass beim Grieg-Lied "Ich liebe dich", das beide in English singen, signifikante Parallelen auffallen. Vielleicht hat sich der jüngere amerikanische Tenor Lanza den älteren amerikanischen Tenor Kullman generell zum Vorbild genommen? Vermutlich ist er ja mit dessen Platten aufgewachsen.

  • Zitat von greghauser2002

    Das kann man doch auch von Mario Lanza sagen, oder?

    Lieber greghauser2002, den kenne ich wohl, aaaaber nicht in meinem Bestand!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Was ich noch im Regal stehen habe, ist der 1. Akt der Meistersinger unter Toscanini, eine Salzburger Liveaufnahme von 1936. Komplett gibt es die leider nicht, und klanglich ist sie eher abenteuerlich. Aber sehr eindrucksvoll