Norman Bailey – Ein umstrittener Baß-Bariton


  • Die Karriere von Norman Bailey, geboren 1933 in Birmingham, begann in Österreich und Deutschland, später siedelte er ins Vereinigte Königreich um.


    Besonders Wagner-Rollen sang er, etliche sind auch auf CD greifbar, so der Holländer (unter Sir Georg Solti) und der Wotan (im engl. "Ring" unter Sir Reginald Goodall), aber auch der Sachs (ebenfalls engl. unter Goodall 1968, auch in Bayreuth 1969 unter Berislav Klobucar und im Studio unter Solti 1975).


    Neben Wagner sang er aber auch u. a. Humperdinck und Mozart.


    Bei Tamino genießt Bailey einen eher zweifelhaften Ruf. :pfeif:


    Sein Bayreuther Sachs ist wirklich nicht schlecht gesungen; ich empfehle jedem, sich die endlich erhältliche Aufnahme zuzulegen, da hier ein ganz anderes, ungleich besseres Bild als später bei Solti entsteht.


    Vermutlich mutete sich Bailey viel zu früh (mit Mitte 30!) zu schwierige Rollen zu, was sich dann bald darauf rächte.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid


  • Heute wird er 80:


    Norman Stanley Bailey, englischer Bariton, * 23.3.1933 Birmingham.
    Er studierte in Südafrika, wohin seine Eltern nach dem Krieg ausgewandert waren, dann in Wien bei Vogel und Patzak und debütierte hier 1959 in Rossinis La cambiale di matrimonio. Sang dann in Linz, Wuppertal, Düsseldorf und kam 1967 als Sachs an die Londoner Sadler's Wells Opera.
    Wagners "Hans Sachs" sang er auch in Hamburg, Brüssel, München und 1976 an der New Yorker Metropolitan Opera.
    In den Heldenpartien Wagners (Wotan, Amfortas, Sachs) hatte er ab 1969 in Bayreuth Erfolg. Am Londoner Covent Garden übernahm er ab 1969 auch für ihn weniger vorteilhafte ital. Partien.
    Herausragender englischer Wagner-Interpret seiner Generation. 1985 sang er in Duisburg in der Uraufführung von Alexander Goehrs Die Wiedertäufer. 1987 sang er den Sharpless aus Madama Butterfly an der Glasgower Scottish Opera, 1990 in Bregenz in La Wally, 1996 als Schigolch in Glyndebourne. Verheiratet mit der Sopranistin Kristine Ciesinski.
    Er lebt heute mit seiner Familie in Tallahassee, Florida.


    :jubel: Happy Birthday! :jubel:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat Joseph II.:

    Zitat

    Bei Tamino genießt Bailey einen eher zweifelhaften Ruf. :pfeif:

    Dies habe ich schon über andere Sänger und Sängerinnen hier im Forum gelesen (Mesplé, Streich, Bonisolli, Ridderbusch u. A.). Ich habe nur wenige Aufnahmen von Bailey, könnte aber nicht negativ über ihn urteilen. Z. Bsp. gefällt er mir als Holländer wirklich gut. Als Sachs kenne ich ihn leider nicht.

    W.S.

  • Hier ein Ausschnitt aus den Bayreuther Meistersingern:



    Es dirigiert Hans Wallat. Aufnahme 1970.


    :hello:

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo, Joseph!


    Vielen Dank für das Einstellen dieser Aufnahme. Ich finde diese Ansprache des Sachs hervorragend interpretiert.



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Hallo,


    ich muß gestehen, daß ich bis jetzt Bailey nur einmal kurz gehört habe, in der Meistersinger-Gesamtaufnahme unter Solti bei einem mit mir befreundeten Musik-Journalisten. Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, daß Bailey zumindest in dieser Gesamtaufnahme als Sachs nur zweite Wahl war. Er kam nur zum Zug, weil Sir George Solti den vorgesehenen Karl Ridderbusch wegen dessen angeblicher Vorliebe für Nazi-Devolutionalien gefeuert hatte.


    Gruß,
    Antalwin

  • Ein umstrittener Sänger - das könnte man über viele der in einem Thread vorgestellten Sänger sagen! Wer ist schon unumstritten? Doch zurück zu Bailey. Ich habe ihn einige Male gehört, als Hans Sachs in Bayreuth und auch in Hamburg. Wie auch Donald MacIntyre gehörte Norman Bailey zumindest für mich nicht zu den bedeutenden Heldenbaritonen, schon gar nicht als Sachs. Wenn ich ihn jedoch im englischen Goodall-Ring als Wotan höre, muss ich dieses Urteil revidieren - trotz oder vielleicht seines etwas knorrigen Timbres eine ganz große Leistung.


    Gruß, Peter

  • Kritik an Norman Bailey verpufft angesichts dessen, was uns heute nur allzu oft in diesem Stimmfach zugemutet wird. Das spricht nach meinem Empfinden erst einmal für ihn. Die Zeit richtet vieles. Und ich höre Sänger gern in solchen Zusammenhängen. Ich kam 2012 durch Soltis Wagner-Box mit Solti wieder zu Bailey, weil ich ihn bis dahin auch nicht sehr für voll genommen hatte und auch kaum Aufnahmen besaß, was ihm wirklich nicht gerecht wird. Für sich genommen und nicht im unmittelbaren Vergleich mit Schöffler oder Frantz ist er doch ein ausgezeichneter Hans Sachs. Er ist nicht so genau im Detail, nicht so pointiert wie jene, er hat auch nicht die Reserven, die es ermöglichen, in der Schlussansprache noch jeden Vokal, jeden Konsonanten einen Wert beizumessen. Mir fehlt da ein bisschen der große Zusammenhang. In der von Joseph II. eingestellten Aufnahme aus Bayreuth sind derlei Defizite zu hören. Trotzdem ist das auch nach meinem Eindruck eine sehr schöne Ansprache. Die um etwa fünf Jahre spätere Studioproduktion unter Solti kommt da nicht ganz heran. Fast habe ich das Gefühl, dass Bailey live besser herüber kommt als im Studio. Da singt er freier. Teilen möchte ich auch den Eindruck, dass er sich zu früh verausgabt hat. 1970 als Sachs in Bayreuth war er keine vierzig. Das kann gut geht, muss aber nicht.


    Angeregt durch dieses Thread werde ich mich diesem Sänger mehr zuwenden.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Wie dem auch sei, ob Norman Bailey nun umstritten ist oder nicht, unumstritten dürfte sein dass er am 23. März 1933 geboren wurde. Zu diesem Zweck habe ich Aufnahmen aus der Zeit mitgebracht, als er noch "voll bei Stimme" gewesen sein dürfte:



    Heute feiert er seinen 82. Geburtstag.


    Herzlichen Glückwunsch!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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  • Hallo,


    der kürzlich verstorbene britisch-amerikanische Bass-Bariton Norman Bailey ist – hauptsächlich auf Grund seiner nicht sehr zahlreichen Schallplattenaufnahmen – in deutschen Landen (und auch hier bei 'Tamino') nicht sehr gut beurteilt worden. 'Joseph II.' lässt ihm in dem Nachrufe-Thread „RIP – Verstorbene aus dem Kulturleben“ Gerechtigkeit widerfahren:


    Norman Bailey war in England überaus beliebt, auch wenn das im deutschsprachigen Raum wenig Widerhall fand. Diese Totalverrisse kann ich auch überhaupt nicht ernst nehmen. Gerade läuft Wotans Abschied unter Otto Klemperer, wo Bailey singt. Wenn das schlecht sein soll, verstehe ich die Wagner-Welt nicht mehr. Das soll erst einmal ein Bassbariton bei dem Tempo (fast 20 Minuten) so hinbekommen. Ein wenig mehr Respekt vor der Lebensleistung dieses Sängers hielte ich für sehr angebracht. Nichts für ungut.

    International zählte Norman Bailey aber zu den beeindruckenden Sängern, hauptsächlich im Wagner-Fach, und er wurde rein stimmlich von britischen Kritikern oft mit Hans Hotter verglichen (der in Großbritannien auch wesentlich angesehener war als in Deutschland), dessen gestalterische Kraft Norman Bailey aber wohl fehlte. Hierzulande bemängelte man oft bei der Besprechung seiner Aufnahmen eine ausdrucksmäßig 'matte' Interpretation und uneinheitliche Tongebung; seine Stimme war wohl nicht besonders 'mikrophon-affin'. Die Beherrschung der deutschen Sprache kann man jedoch nicht kritisieren, denn wie die folgende kurze Beschreibung seiner Sängerlaufbahn zeigt, hat er lange Jahre auf deutschsprachigen Bühnen gestanden und die maßgeblichen Rollen seines Repertoires, das von einer beeindruckenden Variabilität war, zuerst in unserer Sprache gesungen. Die in den Beiträgen Nrn. 1 und 2 kurz genannten biographischen Angaben möchte ich nachfolgend um einige Details erweitern.


    Geboren am 23. 3. 1933 in Birmingham, aufgewachsen in Barnet bei London, während des Krieges nach Schottland verschickt und mit den Eltern nach Südafrika und Rhodesien ausgewandert, arbeitete Norman Bailey zunächst als Buchprüfer, studierte katholische Theologie (später war er ein Anhänger der Bahai-Religion) und dann für fünf Jahre Gesang an der Rhodes University von Grahamstown (Südafrika), wo er auch ein Jahr unentgeldlich als Musiklehrer arbeitete. (1986 wurde er Ehrendoktor dieser Universität.) Von nach Südafrika emigrierten Österreichern unterstützt, konnte er sein Studium an der Wiener Musikakademie (bei Julius Patzak, Adolf Vogel und Josef Witt) fortsetzen und trat der Wiener Kammeroper bei. Das Operndebüt war als Tobias Mill in Rossinis „Heiratswechsel“ ('La cambiale di matrimonio') im Wiener Schloss Schönbrunn am 16. 7. 1959. Nach einem Jahr reiner Konzerttätigkeit und Auftritten als Liedersänger debütierte er Ende 1960 am Linzer Landestheater als Tonio („Der Bajazzo“) und eignete sich dort bis 1963 ein umfangreiches Repertoire an: von Verdi der Graf Luna, der Rigoletto und Renato, Puccinis Baron Scarpia, der Alfio von Mascagni, Bizets Escamillo, aber auch der Sprecher in der „Zauberflöte“, Beethovens Don Pizarro und die Wagner-Rollen Holländer, Heerrufer und Klingsor.


    Es folgte ein Jahr am Opernhaus von Wuppertal (wieder als Debüt der Tonio) mit Rollen wie der Enrico (“Lucia di Lammermoor“), der Nabucco und Simon Boccanegra, der Eugen Onegin, der Amfortas und der Orest in der „Elektra“. 1964 bis 1967 gehörte er zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, seinen Wohnsitz nahm er im benachbarten Neuss. An der 'DOR' waren u. a. seine Rollen der Golaud von Debussy, der Musikmeister in der „Ariadne auf Naxos“, der Cardillac, der Dr. Schön („Lulu“), der Kreon („Oedipus rex“) und die Titelrollen in den Dallapiccola-Opern „Der Gefangene“ und „Hiob“; das letztgenannte Werk wurde in der Düsseldorfer Inszenierung (1966) am 10. 6. 1967 auch an der Mailänder Scala gezeigt (Dirigent: Horst Stein) und Norman Bailey sang innerhalb eines internationalen Ensembles (u. a. mit Magda Laszlo und Fedora Barbieri). Und sogar in Monteverdis „Krönung der Poppea“ stand er als Otho ('Ottone') auf der Düsseldorfer Bühne. Hinzu kamen viele Gastspiele in der deutschen 'Provinz': u. a. sang er seinen ersten „Walküre“-Wotan 1966 in Oldenburg und seinen ersten Hans Sachs 1967 in Bremerhaven.


    Nach Großbritannien kehrte er 1967 zurück, wurde Mitglied der Sadler's Wells Opera in London und gab als Almaviva („The Marriage of Figaro“) in Manchester bei einer Tournee dieser Bühne sein britisches Debüt, dem u. a. 1968 ein englischer Hans Sachs – unter Reginald Goodall – in London folgte (wovon es einen Live-Mitschnitt gibt.) 1969 sprang er in dieser Rolle innerhalb weniger Stunden für Hubert Hofmann im Royal Opera House Covent Garden ein. Es folgten Gastspiele mit den „Meistersingern von Nürnberg“ in Hamburg, München und Brüssel und 1975 gab er in dieser Oper auch sein Debüt an der New York City Opera, der ein Jahr später auch der Hans Sachs an der 'Met' folgte (am 23. 10. 1976 mit Mary Ellen Pracht, Shirley Love, John Alexander, Peter Meven und Dieter Weller unter Sixten Ehrling). Insgesamt brachte es Norman Bailey an der Metropolitan Opera bis 1980 auf 24 Vorstellungen – als Hans Sachs, „Walküre“-Wotan, Amfortas, Jochanaan und Orest.


    1970 verkörperte er in London zum Beethoven-Jahr den Don Pizarro sowohl in der „Leonore“ wie auch im „Fidelio“ und wurde Mitglied von Covent Garden (Debüt als Jochanaan), war aber auch weiterhin der Sadler's Wells Opera zugehörig. Später folgten am Royal Opera House der Captain Balstrode in Brittens „Peter Grimes“ (mit Jon Vickers; davon gibt es eine TV-Aufzeichnung) und der Amfortas. In der englischen Erstaufführung von Prokofievs „War and Peace“ 1972 an der inzwischen English National Opera ('ENO') genannten ehemaligen Sadler's Wells Opera stellte er mit großem Erfolg den Marschall Kutuzov dar und sein (englischer) Wotan in der „Ring“-Inszenierung von Sadler's Wells bzw. English National Opera in den Jahren 1970 bis 1977 (unter Reginald Goodall und auch auf Schallplatten veröffentlicht) brachte ihm internationale Anerkennung. Seine letzte Rolle an der 'ENO' war der Vater in „Hansel and Gretel“ in der Saison 1989/1990, bei den Bregenzer Festspielen 1990 war er als Stromminger in Catalanis „La Wally“ zu sehen, in Chicago sang er 1993 den Doktor im „Wozzeck“ und noch 1996 gab er sein Debüt beim Glyndebourne Festival als Schigolch in der „Lulu“ von Alban Berg.


    Auch Bayreuth wurde auf den vielseitigen Sänger aufmerksam: beide Jahre alternierend mit Theo Adam war er der Hans Sachs (1969 unter Berislav Klobucar mit Helga Dernesch, Janis Martin als Magdalene, Waldemar Kmentt, Hermin Esser und Karl Ridderbusch; 1970 unter Hans Wallat mit Janis Martin als Eva, Sylvia Anderson, Jean Cox, Hermin Esser und Karl Ridderbusch), 1970 zusätzlich der Gunther (neben Berit Lindholm, Janis Martin, Jean Cox, Karl Ridderbusch und Gustav Neidlinger unter Horst Stein). 1971 sang er in Bayreuth abwechselnd mit Thomas Stewart den Amfortas (mit Janis Martin, Sándor Kónya, Franz Crass, Karl Ridderbusch und Gerd Nienstedt unter Eugen Jochum) trotz eines bei der Generalprobe zum „Parsifal“ gebrochenen Arms.


    Besonders erwähnenswert ist, dass Norman Bailey 1985 noch einmal an die Deutsche Oper am Rhein zurückkehrte, um im Duisburger Haus eine Hauptrolle (Johann Matthys) in der Uraufführung der Oper „Die Wiedertäufer“ des deutsch-englischen Komponisten Alexander Goehr zu verkörpern. (Den Kompositionsauftrag erteilte die 'DOR' 1981 zu ihrem 25jährigen Bestehen.) Leider blieb das Werk unter den Erwartungen von Kritik und Publikum, was aber nicht an der gesanglichen Leistung der Darsteller (u. a. Berit Lindholm als Divara, die Geliebte des 'Predigers' Johann Matthys, Udo Holdorf als 'Wiedertäuferkönig' Jan Bockelson, Peter Christoph Runge als Berninck - historisch: Heinrich Krechting, der 'Wiedertäuferkanzler' - und E. Lee Davis als Bernhard Knipperdollinck, der 'Bürgermeister') gelegen hat; nachzuprüfen in dem Mitschnitt des Westdeutschen Rundfunks von der Premiere am 19. 4. 1985. (Dem Vernehmen nach war es während der Proben zu Auseinandersetzungen zwischen dem Komponisten und dem Regisseur Bohumil Herlischka gekommen, weil Letzterer die Oper um ca. 50 Minuten kürzte, Szenen umstellte und den Chor, den eigentlichen Handlungsträger, als unprofilierte Masse zeigte.) Die BBC nahm die im Original englischsprachige Oper – Titel: „Behold the Sun“ - 1987 unter John Pritchard ohne die Duisburger Kürzungen (und ohne Mitwirkung von Norman Bailey) auf, aber bisher hat es m. W. keine weitere Inszenierung dieser Oper gegeben.


    Norman Bailey lehrte noch als aktiver Sänger mehrere Jahre an der Royal Academy of Music in London (1981 wurde er deren Ehrenmitglied). Den Lebensabend verbrachte er in dem Ort Victor im Grand Teton Valley im US-Bundesstaat Idaho. Seit 1985 war er in zweiter Ehe mit der auch in Deutschland bekannten amerikanischen Sopranistin Kristine Ciesinski verheiratet, die als Pilotin am 9. 6. 2018 zusammen mit einem Fluggast bei einem Gliderflug tödlich abstürzte; gemeinsam erteilten sie an ihrem Wohnort Gesangsunterricht. Norman Bailey starb, von Königin Elizabeth II. schon 1977 zum 'Commander of the Order of the British Empire' ernannt, am 15. 9. 2021 im Alter von 88 Jahren in Rexburg (Idaho) als amerikanischer Staatsbürger.


    Eine Diskographie folgt in der kommenden Woche.


    Carlo

  • Hallo Carlo,


    ich muß immer wieder Deine überaus informativen und sachkundigen Beiträge bewundern und staune über Deine Detailkenntnisse auch über Sänger, die viele nicht einmal dem Namen nach kennen.

    Du schreibst tolle Beiträge. Bitte weiter so.

    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Anlässlich des Ablebens von Norman Bailey habe ich mich seit langem wieder vermehrt mit seinen Tondokumenten beschäftigt. Seine Paraderollen waren vermutlich tatsächlich im Wagner-Fach zu suchen, wobei man ja in diesem Thread dankenswerterweise einen Einblick in das doch sehr viel breitere Repertoire des Sängers bekommen hat. Die offiziellen Studioeinspielungen mit Bailey sind nach meinem Wissensstand ja recht überschaubar (sicher wird uns Carlo alsbald genauestens informieren). Die Gesamtaufnahmen der "Meistersinger" (Wien 1975) und des "Fliegenden Holländers" (Chicago 1976), beide unter Solti für Decca, kamen in der Tat etwas spät für Bailey. Vergleicht man mit seinem Sachs unter Goodall von 1968 (BBC; bei Chandos erschienen), so begegnet uns Bailey dort bestens bei Stimme und insgesamt viel überzeugender. Dass dort, anders als im Studio, auf Englisch gesungen wird, würde ich noch nicht einmal als Hauptkriterium herausstellen wollen. Auch in Bayreuth 1969/70 - auf Deutsch natürlich - scheint mir Bailey nämlich besser repräsentiert als später unter Solti. So haben diese (zu) späten Studioproduktionen - lange Zeit einzig greifbar - vielleicht ein Bild vermittelt, das nicht unbedingt die Qualitäten Baileys hervorhob, während gerade das britische Publikum die Karriere des Bassbaritons seit den späten 1960er Jahren hautnah und über viele Jahre mit Gewinn erleben konnte. Zum Glück hat die erst 2008 erstmals offiziell aufgelegte englischsprachige "Meistersinger"-Live-Aufnahme von 1968 einiges richtigstellen können.


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Danke, 'La Roche' und 'Joseph II.', für Eure Beiträge!



    Ich beginne mit Aufnahmen von Norman Bailey in Opern von Beethoven, Bellini, Berg und Britten:



    „Leonore“ (Ludwig van Beethoven): Don Fernando – Robert Lloyd / Don Pizarro – Norman Bailey / Florestan – Hugh Beresford / Leonore – Pauline Tinsley / Rocco – Don Garrard / Marzelline – Wendy Baldwin / Jaquino – Robin Donald / Erster Gefangener – Robin Donald / Zweiter Gefangener – Robert Lloyd / The Chorus and Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Dirigent: Charles Mackerras (London, Royal Albert Hall, 24. 8. 1970). Erschienen 2017 beim 'Opera Depot' auf zwei CDs. Das war eine konzertante Aufführung (in englischer Sprache) bei den Londoner Promenade Concerts ('Proms') anlässlich des Beethoven-Jahres 1970 mit einer Live-Übertragung durch die BBC.



    „Norma“ (Vincenzo Bellini): Norma - Jane Eaglen / Adalgisa - Katherine Ciesinski / Pollione - Stefano Algieri / Oroveso - Norman Bailey / Flavio - Richard Coxon / Clotilde - Catherine Croall / The Chorus and Orchestra of the Scottish Opera / Chorltg.: David Drummond / Dirigent: John Mauceri (Glasgow, Theatre Royal, 1. 5. 1993, in italienischer Sprache). Die schottische BBC übertrug eine Aufführung; 'House of Opera' hat diesen Mitschnitt in seinem Programm. Die amerikanische Mezzosopranistin Katherine Ciesinski ist die Schwester der Sopranistin Kristine Ciesinski, der zweiten Ehefrau von Norman Bailey. Ältere Bielefelder Opernbesucher erinnern sich noch an einen amerikanischen Tenor namens Stephen Algie...



    „Wozzeck“ (Alban Berg): Wozzeck - Franz Grundheber / Marie – Kathryn Harries / Der Tambourmajor – Mark Baker / Der Hauptmann – Graham Clark / Der Doktor – Norman Bailey / Andres – Donald Kaasch / Margaret – Birgitta Svendén / Der Narr – Peter Blanchet / Zwei Handwerksburschen – Philip Skinner und Elias Mokole / Ein Soldat – Joseph Fosselman / Ein Bürger – Rodrick Dixon / Mariens Knabe – Thomas Edward McGunn / The Chorus and Orchestra of the Lyric Opera of Chicago / Chorltg.: Donald Palumbo / Ltg. Kinderchor: Donna Brunsma / Dirigent: Richard Buckley (Chicago, Opera House, 24. 1. 1994). Am 21. 5. 1994 wurde der Mitschnitt dieser Premiere von 'The Nuveen – Lyric Opera of Chicago Radio Network' von über 500 Radio-Stationen in den USA gesendet.



    „Lulu“ (Alban Berg): Lulu - Christine Schäfer / Gräfin Geschwitz – Kathryn Harries / Theatergarderobiere, Groom und Gymnasiast – Patricia Bardon / Dr. Schön und Jack the Ripper – Wolfgang Schöne / Alwa – David Kuebler / Tierbändiger und Athlet – Donald Maxwell / Maler – Stephen Drakulich / Schigolch - Norman Bailey / Prinz, Kammerdiener und Marquis – Neil Jenkins / Theaterregisseur, Bankier, Professor und Medizinalrat – Jonathan Veira / The London Philharmonic Orchestra / Dirigent: Andrew Davis / Ausstattung: Paul Brown / Inszenierung: Graham Vick / TV-Regie: Humphrey Burton (Glyndebourne, Festival Theatre, Juli 1996). Die Fernseh-Aufzeichnung durch den britischen Privatsender 'Channel Four Television' erschien 1996 auf VHS bei 'NVC Arts' und 2004 auf DVD bei 'Warner Music Vision'.



    „Peter Grimes“ (Benjamin Britten): Peter Grimes - Richard Cassilly / Ellen Orford - Heather Harper / Captain Balstrode – Norman Bailey / Hobson – Robert Lloyd / Swallow – Forbes Robinson / Mrs. Sedley – Patricia Payne / Auntie – Elizabeth Bainbridge / First Niece – Teresa Cahill / Second Niece – Anne Pashley / Bob Boles – John Dobson / Rev. Horace Adams – John Lanigan / Ned Keene - Thomas Allen / John, the boy – John Fowler / Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: Robin Stapleton / Dirigent: David Atherton (London. Royal Opera House, Covent Garden, 4. 4. 1977). Ein Live-Übertragung der BBC, die beim 'Opera Depot' seit 2014 im Programm ist. Norman Bailey war auch als Captain Balstrode für die Schallplattenaufnahme der 'Philips' unter Colin Davis verpflichtet worden, aber er erkrankte kurz vor den Aufnahmesitzungen (April 1978 in der All Saints Church in Tooting, London) und wurde durch Jonathan Summers ersetzt, der die Rolle bis dahin noch nie gesungen hatte.


    dto.: Peter Grimes – Jon Vickers / Ellen Orford – Heather Harper / Captain Balstrode – Norman Bailey / Hobson – John Tomlinson / Swallow – Forbes Robinson / Mrs. Sedley – Patricia Payne / Auntie – Elizabeth Bainbridge / First Niece – Marilyn Hill-Smith / Second Niece – Anne Pashley / Bob Boles – John Dobson / Rev. Horace Adams – John Lanigan / Ned Keene – Philip Gelling / John, the boy – Andrew Wilson / Dr. Crabbe – Ignatius McFaydyen / Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: John McCarthy / Dirigent: Colin Davis / Bühnenbild: Timothy O'Brien / Kostüme – Tazeena Firth / Fernseh-Regie: John Vernon (London, Royal Opera House, Covent Garden, 30. 6. 1981). Die Live-Übertragung auf dem Sender 'BBC2 TV' erschien 1982 auf zwei 'Pioneer'-Laserdiscs und 1983 auf einer VHS-Kassette bei 'Thorn/EMI'. DVD-Veroffentlichungen gab es bei 'NVC Arts' (1997) und bei 'Warner Music Vision' (2003). Ich habe die Sendung von 'Classica' auf Video aufgenommen.



    „Gloriana“ (Benjamin Britten): Queen Elizabeth I. - Sarah Walker / Robert Devereux, Earl of Essex – Anthony Rolfe Johnson / Frances, Countess of Essex – Jean Rigby / Penelope, Lady Rich, Essex's sister – Elizabeth Vaughan / Charles Blount, Lord Mountjoy – Neil Howlett / Sir Robert Cecil, Secretary of State – Alan Opie / Sir Walter Raleigh, Chief of the Guards – Richard Van Allan / Henry Cuffe, a supporter of Essex – Malcolm Donnelly / The Recorder of Norwich (Der Stadtrichter von Norwich) – Dennis Wicks / A Lady-in-Waiting to the Queen – Lynda Russell / The Master of Ceremonies – Alan Woodrow / A Morris Dancer (Ein Moriskentänzer) – Robert Huguenin / A blind Ballad-Singer – Norman Bailey / A Housewife – Shelagh Squires / The City Crier (Der Ausrufer) – Leigh Maurice // Characters in the masque: The Spirit of the Masque – Adrian Martin / Time – Ian Stewart / Concord – Amanda Maxwell / Country Girls (Tänzerinnen) – Jocelyn Bowlan, Loraine Gill und Cornelia Hayes / Rustic Boys (Tänzer) – Peter Allan, David Turner und Kent Bradford / Additional actors and dancers – Mary Anne Kraus, Roy Morton und Graham T. Phillips // The English National Opera Chorus and Orchestra / Chorltg.: Leslie Fyson / Dirigent: Mark Elder / Bühnenbild: Colin Graham und Alix Stone / Kostüme: Alix Stone / Inszenierung: Colin Graham / Fernsehregie: Derek Bailey (London, Coliseum, Aufzeichnung durch 'RM Arts' im März 1984, Sendung am 5. 9. 1984 bei 'Channel 4 Television'). Die Rollen von 'Time' und 'Concord' ('Eintracht') in der Masque (2. Akt, 1. Szene) werden von Tänzern verkörpert. Ich habe die VHS-Kassette von 'Virgin Classics'; es gibt aber auch eine DVD bei 'Arthaus'.


    Zu den musikalischen Höhepunkten der Oper, die bei ihrer Uraufführung 1953 zur Krönung von Elizabeth II. 'durchfiel' - man empfand es als 'Majestätsbeleidigung', der jungen Königin die Tragödie ihrer alternden Namensvetterin vorzusetzen – gehören der 'Second Lute Song' des Essex ('Happy were he could finish forth his fate') im ersten Akt und die 'Choral Dances' in der dritten Szene des zweiten Aktes. Der blinde Balladensänger in der zweiten Szene des dritten Aktes informiert in einem fünfstrophigen Lied die Londoner Bevölkerung von der Rebellion des Grafen Essex. (Mittlerweile scheint Brittens 'Krönungsoper' etabliert, allerdings bedarf es einer starken Darstellerin für die Titelrolle, so wie z. B. Martha Mödl, die am 25. 6. 1968 in Münster unter der Leitung von Reinhard Peters in der deutschen Erstaufführung sang; von einer späteren Vorstellung existiert sogar ein Mitschnitt.)


    By the way: Im 'Print Room' des Britischen Museums in London – wo ich 1978 mehrere Tage wegen einer Recherche zur Geschichte des englischen Theaters im 18. Jahrhundert verbrachte – kann man das Todesurteil ('Death Warrant') gegen Essex in einer Vitrine betrachten. Die sonst so zögerliche Königin brauchte nur einen Tag, um ihren Favoriten auf das Schafott zu schicken, wo der Henker – wie auch bei der Hinrichtung von Mary Stuart - dreimal mit der Axt zuschlagen musste, bis der Kopf fiel. Angeblich brachte eine frühere Äußerung von Essex, die man der Monarchin hinterbrachte, die schnelle Entscheidung: „Ihre Gedanken sind genauso krumm wie ihr Rücken.“



    „A Midsummer Night's Dream“ ('Ein Sommernachtstraum') (Benjamin Britten): Oberon – James Bowman / Tytania – Lilian Watson / Puck – Dexter Fletcher / Theseus – Norman Bailey / Hippolyta – Penelope Walker / Lysander – John Graham Hall / Demetrius – Henry Herford / Hermia – Della Jones / Helena – Jill Gomez / Bottom (Zettel) – Donald Maxwell / Quince (Squenz) – Roger Bryson / Flute (Flaut) – Adrian Thompson / Snug (Schnock) – Andrew Gallacher / Snout (Schnauz) – Robert Horn / Starveling (Schlucker) – Richard Suart / The Trinity Boys Choir / Chorltg.: David Squibb / The City of London Sinfonietta / Dirigent: Richard Hickox (London, Abbey Road Studio No. 1, November 1990). Erschienen 1993 auf zwei CDs bei 'Virgin Classics'.



    In der kommenden Woche geht es mit Opern von Busoni, Catalani, Donizetti, Gazzaniga und Goehr weiter!



    Carlo

  • Die Gesamtaufnahmen der "Meistersinger" (Wien 1975) und des "Fliegenden Holländers" (Chicago 1976), beide unter Solti für Decca, kamen in der Tat etwas spät für Bailey. Vergleicht man mit seinem Sachs unter Goodall von 1968 (BBC; bei Chandos erschienen), so begegnet uns Bailey dort bestens bei Stimme und insgesamt viel überzeugender. Dass dort, anders als im Studio, auf Englisch gesungen wird, würde ich noch nicht einmal als Hauptkriterium herausstellen wollen. Auch in Bayreuth 1969/70 - auf Deutsch natürlich - scheint mir Bailey nämlich besser repräsentiert als später unter Solti. So haben diese (zu) späten Studioproduktionen - lange Zeit einzig greifbar - vielleicht ein Bild vermittelt, das nicht unbedingt die Qualitäten Baileys hervorhob, während gerade das britische Publikum die Karriere des Bassbaritons seit den späten 1960er Jahren hautnah und über viele Jahre mit Gewinn erleben konnte.

    Du hast es genau getroffen, lieber Joseph. Dieser Einschätzung stimme ich voll und ganz zu. Mir scheint es, als seien die erwähnten Studioproduktionen, die ich auch mein Eigen nennen, von einer gewissen Hast geprägt. Mir ist leider nicht bekannt, wie viel Zeit man sich dafür nahm. In den Decca-Booklets ist lediglich von Oktober 1975 ("Meistersinger") und 1976 ("Holländer") die Rede. Je berühmter Solti wurde, umso enger wurde sein Terminkalender. Da wurden Studioaufnahme auch mal zwischengeschoben oder kamen nicht zustande, weil sich keine Zeitfenster fanden. Und es gab keinen John Culshaw wie beim "Ring", der im Hintergrund darüber wachte, dass jeder Ton und jedes Detail in der Aussprache saßen. Der hätte Bailey vielleicht nicht alles durchgehen lassen. Denn diese "Ring"-Einspielung war in erster Linie sein, Culshaws, Werk. Im Nachhinein wird das immer etwas anders und allein auf Solti fokussiert dargestellt.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Zitat von Carlo

    „Norma“ (Vincenzo Bellini): Norma - Jane Eaglen / Adalgisa - Katherine Ciesinski / Pollione - Stefano Algieri / Oroveso - Norman Bailey / Flavio - Richard Coxon / Clotilde - Catherine Croall / The Chorus and Orchestra of the Scottish Opera / Chorltg.: David Drummond / Dirigent: John Mauceri (Glasgow, Theatre Royal, 1. 5. 1993, in italienischer Sprache). Die schottische BBC übertrug eine Aufführung; 'House of Opera' hat diesen Mitschnitt in seinem Programm.

    Gibt es auch auf YouTube!



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hier ist der zweite Teil der Liste mit den Aufnahmen Norman Baileys:



    „Turandot“ (Ferruccio Busoni): Altoum, Kaiser von China – Norman Bailey / Turandot, seine Tochter – Kristine Ciesinski / Adelma, Turandots Vertraute – Alison Browner / Kalaf, ein fremder Prinz – Milan Voldrich / Barak, sein Diener – Balazs Poka / Truffaldino, Obereunuch – Bruce Brewer / Pantalone und Tartaglia, Minister - Alan Cemore und Philip Guy-Bromley / Die Königinmutter von Samarkand – Malmfrid Sand / Solotänzerinnen: Julie Wong und Sarah Audsley / The Wexford Festival Chorus / Chorltg.: Roy Laughlin / The RTE (Radio Telefis Eireann) Symphony Orchestra / Dirigent: Simon Joly / Choreographie: Terry John Bates / Ausstattung: Joe Vanek / Inszenierung: Patrick Mason / Fernsehregie: Louis Lentin (Wexford, Theatre Royal, 23. 10. 1988). Busonis „Turandot“ (Uraufführung 1917 in Zürich) wurde – in deutscher Sprache - zusammen mit Gazzanigas „Don Giovanni“ (siehe dort) an einem Abend in Wexford aufgeführt und vom irischen Fernsehen aufgezeichnet. In den USA bietet 'House of Opera' eine DVD der TV-Sendung an.


    Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass es neben den Aufnahmen von Otto Ackermann (Radio Beromünster), Mario Rossi (WDR Köln), Eliahu Inbal (HR Frankfurt), Kent Nagano (Opéra de Lyon) und Gerd Albrecht (RIAS Berlin) bereits 1946 eine Aufnahme des NDR Hamburg gab – mit Clara Ebers (Turandot), Wilhelm Lückert (Kalaf) und Theo Herrmann (Altoum) unter Philipp Jarnach. Im Dezember 1959 nahm man in Hamburg die Oper noch einmal auf: mit Edith Lang (Turandot), Heinz Hoppe (Kalaf) und Ernst Wiemann (Altoum) unter Wolfgang Ebert. Und im ZDF wurde am 3. 4. 1966 die Aufzeichnung einer Inszenierung der Deutschen Oper Berlin gezeigt; es wirkten Annabelle Bernard (Turandot), Ernst Haefliger (Kalaf) und Ivan Sardi (Altoum) mit, der Dirigent war Giuseppe Patané.



    „La Wally“ (Alfredo Catalani): Stromminger – Norman Bailey / Wally – Mara Zampieri / Giuseppe Hagenbach – Michael Sylvester / Vincenzo Gellner – David Malis / Afra – Liliana Nikiteanu / Walter – Ildikó Raimondi / Il pedone (ein Infanterist) – Kolos Kovács / Der Bregenzer Festspielchor / Der Kammerchor Sofia / Der Chor der Volksoper Wien / Chorltg.: Franz Gerstacker / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Pinchas Steinberg / Das Ballett der Staatsoper Sofia / Choreographie: Patti Powell / Bühnenbild und Kostüme: Hildegard Bechtler / Inszenierung: Tim Albery / Fernsehregie: Hugo Käch (Bregenz, Festspielhaus, 20. 7. 1990). Eine DVD der Fernsehaufzeichnung der Premiere ist in den USA bei 'House of Opera' erhältlich. Bereits im Oktober 1989 hatte Pinchas Steinberg in der Münchner Philharmonie diese Oper für 'Eurodisc' aufgenommen mit Eva Marton, Francisco Araiza, Alan Titus und Francesco Ellero D'Artegna in den Hauptrollen.



    „Medea“ ('Médée') (Luigi Cherubini): Medea - Josephine Barstow / Neris - Anne Wilkens / Jason - Thomas Randle / Creon - Norman Bailey / Dirce - Nicola Sharkey / Ladies-in-waiting - Camilla Johansen und Victoria Sharp / The Chorus and Orchestra of Opera North / Dirigent: Paul Daniel (Leeds, Grand Theatre, 24. 4. 1996). Cherubinis Oper wurde in der Originalfassung von 1797 mit gesprochenen Dialogen (statt der 1855 für München von Franz Lachner komponierten Rezitative) aufgeführt, allerdings in einer englischen Übersetzung von Kenneth McLeish. Ein Mitschnitt wurde in England von der 'Oriel Music Society' angeboten; eine CD-Version ist bei 'House of Opera' erhältlich.



    „L'assedio di Calais“ ('Die Belagerung von Calais') (Gaetano Donizetti): Eduardo III, re d'Inghilterra e pretendente alla corona di Francia (König von England und Anwärter auf die französische Krone) - Russell Smythe / Isabella, regina d'Inghilterra (Königin von England) - Eddwen Harrhy / Eustachio de Saint-Pierre, borgomastro della città di Calais (Bürgermeister der Stadt Calais) - Christian Du Plessis / Aurelio, suo figlio (sein Sohn) - Della Jones / Eleonora, moglie di Aurelio (Aurelios Frau) - Nuccia Focile / Giovanni d'Aire, cittadino di Calais (Bürger von Calais) - Rico Serbo / Edmondo, generale inglese (englischer General) - John Treleaven / Un incognito (Ein Unbekannter) - Norman Bailey / Giacomo de Wisants, Pietro de Wisants e Armando, congiunti del borgomastro (Verwandte des Bürgermeisters) - Paul Nilon, John Platt und Mark Glanville / Geoffrey Mitchell Choir ( Chorltg.: Geoffrey Mitchell / The Philharmonia Orchestra London / Dirigent: David Parry (London, Tooting, All Saints Church, 24. 6. - 1. 7. 1988). Erschienen 1989 auf zwei CDs bei 'Opera Rara'; dazu gibt es auch einen „Tamino-Opernführer“.



    „Don Giovanni, ossia Il Convitato di Pietra“ ('Don Giovanni oder Der steinerne Gast') (Giuseppe Gazzaniga): Don Giovanni – Miroslav Kopp / Pasquariello – Balazs Poka / Il Commendatore – Norman Bailey / Donna Anna – Malmfrid Sand / Don Ottavio – Finbar Wright / Donna Elvira – Andrea Bolton / Donna Ximena – Joan Davies / Biagio – Alan Cemore / Maturina – Alison Browner / Lanterna – Philip Dogan / The Wexford Festival Chorus / Chorltg.: Roy Laughlin / The RTE (Radio Telefis Eireann) Symphony Orchestra / Dirigent: Simon Joly / Ausstattung: Joe Vanek / Inszenierung: Patrick Mason (Wexford, Theatre Royal, 28. 10. 1988). Gazzanigas „Don Giovanni“ wurde von Patrick Mason als 'Theater auf dem Theater' inszeniert: der Impresario Alonso Grundbach (Norman Bailey) hat versäumt, die Sänger zu informieren, dass nicht Mozarts Oper, sondern die unbekannte Version von Gazzaniga aufgeführt werden soll. Zuerst protestieren die Künstler, weil aber die Zeiten schlecht (Winter 1917) und die Engagements rar sind, schickt man sich darein, ja man findet sogar Gefallen an dieser Oper. (Dieser „Don Giovanni“-Spaß wurde im kleinen Theater von Wexford – seit 2008 gibt es dort ein neues großes Opernhaus - an einem Abend zusammen mit Ferruccio Busonis „Turandot“-Vertonung von 1917 aufgeführt und vom Fernsehen aufgezeichnet.) Auch hier kann man die Handlung im „Tamino-Opernführer“ nachlesen.



    „Die Wiedertäufer“ ('Behold the Sun') (Alexander Goehr): Johann Matthys, ein holländischer Wiedertäufer und selbsternannter Prophet – Norman Bailey / Divara, seine Frau – Berit Lindholm / Jan Bockelson, genannt 'Jan van Leyden', ein Gefolgsmann des Matthys – Udo Holdorf / Der Fürstbischof Franz von Waldeck – Zenon Kosnowski / Berninck, ein Kaufmann in Münster – Peter-Christoph Runge / Frau Berninck – Hildegard Hartwig / Christian, beider Sohn – Celina Lindsley / Bernt Knipperdollinck, Bürgermeister der Stadt Münster – E. Lee Davis / Ein Fischweib – Christina Hagen / Ein Grobschmied – Andrzej Saciuk / Ein hinkender Prophet – Heinz Leyer / Der Sekretär des Fürstbischofs – Peter Benecke / Dives, ein reicher Mann – Roderic Keating / Ein Mönch, ein Schreiber und ein Zeremonienmeister – Adolf Mucker / Der Mädchenchor des Düsseldorfer Männergesangsvereins / Der Chor der Deutschen Oper am Rhein / Chorltg.: Rudolf Staude / Die Duisburger Sinfoniker – Dirigent: Hiroshi Wakasugi (Duisburg, Theater der Stadt, 19. 4. 1985, Uraufführung in deutscher Sprache). Der WDR schnitt die Premiere mit; eine Veröffentlchung auf Tonträgern gab es m. W. bisher nicht. (Seit 2002 nennt sich das Orchester 'Die Duisburger Philharmoniker'.)


    Die Geschichte der aus den Niederlanden nach Westfalen in den 1530er Jahren sich verbreitenden Glaubenssekte der 'Wiedertäufer' – analog zum zunehmend in Deutschland manifestierten Protestantismus - gilt bis heute als Lehrstück für eine aus Unterdrückung und sozialen Missständen resultierende reformatorische Bewegung mit nachfolgender radikalisierender Herrschaft. Im Unterschied zu Giacomo Meyerbeers Oper „Le Prophête“ stellte der englische Komponist Alexander Goehr (Jahrgang 1932), Sohn des aus Deutschland stammenden Dirigenten Walter Goehr, nicht so sehr die historischen Protagonisten, sondern die Einwohner der Stadt Münster (repräsentiert durch den Chor) in den Mittelpunkt der Handlung. Wie im Beitrag Nr. 11 geschildert, wurde dem Publikum eine Version gezeigt, die den Intentionen Goehrs - der zusammen mit John McGrath das englischsprachige Libretto der dreiaktigen Oper schrieb - zuwiderlief. Eine stärkere Profilierung der Hauptrollen durch Text und Musik hätte nach allgemeiner Ansicht aber dem Publikum den Zugang zu dem Werk erleichtert, zumal der Regisseur Bohumil Herlischka versuchte, durch den (vom Publikum und Presse als störend empfundenen) Einsatz von Pantomimen die Handlung zu 'illustrieren'.


    Übrigens gibt es noch eine weitere zeitgenösssiche Oper, die die Geschichte der Wiedertäufer in Münster thematisiert: „Divara – Wasser und Blut“ von Azio Corghi (geboren 1937) - eine Auftragskomposition der Städtischen Bühnen Münster zum 1200jährigen Stadtjubiläum - dort uraufgeführt am 31. 10. 1993 und in einem Mitschnitt des WDR bei 'Marco Polo' auf CD erschienen.



    Carlo

  • Die Aufstellung der Aufnahmen mit Norman Bailey möchte ich noch um Straussens "Die Liebe der Danae" ergänzen, wo B. unter Ch. Mackerras die Partie des Jupiter gesungen hat. Bei jpc habe ich sie auf die Schnelle nicht gefunden, sie steht aber in meinem Regal.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Hans Heukenkamp,


    schön, dass Du die Aufnahme der „Liebe der Danae“ (BBC 1980) mit Arlene Saunders und Norman Bailey hast, vermutlich in der niederländischen 'Gala'-Veröffentlichung.


    Ich sortiere die Aufnahmen in meinen Sänger-Diskographien immer alphabetisch nach den Namen der Komponisten - und deren Werke chronologisch in der Reihenfolge ihrer Uraufführung. Ein gewisses Maß an Ordnung muss schließlich sein.


    Die Oper „Die Liebe der Danae“ von Richard Strauss wird deshalb von mir erst später genannt. Vielleicht kannst Du dann zu der bewussten Einspielung eine Beurteilung abgeben.


    Carlo

  • Die Aufstellung der Aufnahmen mit Norman Bailey möchte ich noch um Straussens "Die Liebe der Danae" ergänzen, wo B. unter Ch. Mackerras die Partie des Jupiter gesungen hat. Bei jpc habe ich sie auf die Schnelle nicht gefunden, sie steht aber in meinem Regal.

    Lieber H.H. Ich schenke dir auf die Schnelle ein Bildchen! :)



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

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  • Lieber Carlo, ich hätte mir denken können, daß Du sie noch nennen wirst. Mein Posting war spontan, ich wollte Dir nicht vorgreifen. Es handelt sich in der Tat um die Gala-Veröffentlichung. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Nichts für ungut, lieber Hans Heukenkamp.


    Ich habe es auch nicht als 'Vorgriff' verstanden, sondern ich wollte nur ausdrücken, dass ich wegen meiner Vorgehensweise „Die Liebe der Danae“ erst später nennen werde.


    Carlo

  • Teil 3 der Diskographie von Norman Bailey:



    „Ariodante“ (Georg Friedrich Händel): Der König von Schottland – Eduard Wollitz / Ginevra, seine Tochter - Ruth-Margret Pütz / Dalinda, Ginevras Vertraute - Lily Sauter / Ariodante, Ginevras Verlobter – Andor Kaposy / Lurcan, Ariodantes Bruder – Alfons Holte / Polyneikes, Herzog von Albanien - Norman Bailey / Odward, Ratgeber des Königs – Horst Hoffmann / Der Niedersächsische Singkreis / Chorltg.: Willy Träder / Das Hamburger Kammerorchester / Dirigent: Ljubomir Romansky / Mitglieder des Balletts der Städtischen Oper Berlin / Choreographie: Erwin Bredow / Bühnenbild: Kurt Lehmann / Kostüme: Lilo Schwarzer-Schlegel / Inszenierung: Heinz Arnold / Fernseh-Regie: Max Lehner (Hannover-Herrenhausen, Galeriegebäude, August 1964). Eine Aufzeichnung in deutscher Sprache von der Wiederaufnahme einer Inszenierung der Sommerspiele 1963 in Herrenhausen bei Hannover, gesendet im ZDF am 1. 8. 1965.



    „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadé Mozart): Sarastro - Roland Bracht / Tamino - Siegfried Jerusalem / Sprecher - Norman Bailey / Königin der Nacht - Edita Gruberova / Pamina - Lucia Popp / Drei Damen der Königin der Nacht - Marilyn Richardson, Doris Soffel und Ortrun Wenkel / Papageno - Wolfgang Brendel / Papagena - Brigitte Lindner / Monostatos - Heinz Zednik / Drei Knaben - Drei Tölzer Sängerknaben / Zwei Geharnischte - Peter Hofmann und Aage Haugland / Drei Priester - Waldemar Kmentt, Erich Kunz und André von Mattoni / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Gustaf Sjökvist / Dirigent: Bernard Haitink (München, Herkulessaal, 1. 4. - 13. 4. 1981). Eine Produktion der 'EMI' auf drei LPs (1981) bzw. drei CDs (1988) . (André von Mattoni, zum Zeitpunkt der Aufnahme 81 Jahre alt, war ein österreichischer Filmschauspieler, der z. B. 1927 neben Ramón Novarro in Ernst Lubitschs amerikanischer Stummfilmversion von „Alt-Heidelberg“ - siehe übernächster Beitrag „The Student Prince“ - mitwirkte und ab 1949 bis zu seinem Tod 1985 der Privatsekretär Herbert von Karajans war.)



    „War and Peace“ ('Woina i mir') (Sergei Prokofiev): Count Ilya Andreiyevitch Rostov – Eric Shilling / Natasha, his daughter – Josephine Barstow / Sonya, her cousin – Kathleen Smales / Dunyasha, chambermaid – Sandra Dugdale / Maria Dimitriyevna Akhrosimova – Anne Collins / Count Nikolai Andreiyevitch Bolkonsky – Denis Dowling / Andrei, his son – Tom McDonnell / Maria, his sister – Maureen Morelle / Pierre Bezukhov – Kenneth Woollam / Hélène, his wife – Ann Hood / Anatol Kuragin, Hélène's brother – John Brecknock / Lieutenant Dolokhov – Malcolm Rivers / Vasska Denisov – Norman Welsby / Field-Marshal Mikhail Kutuzov – Norman Bailey / Napoleon I. - Raymond Myers / Platon Karatayev – Gregory Dempsey und David Bowman, Geoffrey Chard, Harry Coghill, John Delaney, Robin Donald, Kenneth Francis, Ashton Smith sowie viele andere. / The Chorus and Orchestra of the Sadler's Wells Opera / Chorltg.: Hazel Vivienne / Dirigent: David Lloyd-Jones (London, Coliseum, 18. 11. 1972). Die viel beachtete britische Erstaufführung am 11. 10. 1972 (ebenfalls in der oben genannten Besetzung) wurde in der englischen Textfassung von Edward Downes gespielt, wobei manche Sänger zwei, drei oder sogar vier Nebenrollen übernahmen. 2002 erschien ein Mitschnitt der BBC-Rundfunkübertragung bei der 'Oriel Music Society'.



    „The Student Prince“ ('Alt-Heidelberg') (Sigmund Romberg): Erbprinz Karl Franz von Karlsburg - David Rendall / Dr. Engel, sein Erzieher – Norman Bailey / Graf Hubert, Adjutant des Prinzen – Andre Mutis / Lutz, Kammerdiener des Prinzen – Leon Greene / Kathie, Zimmerwirtin im Gasthof „Drei goldene Äpfel“ - Marilyn Hill Smith / Herr Ruder, Kathies Onkel – Jason Howard / Die Studenten: Graf von Asterberg – Neil Jenkins, Detlef - Bonaventura Bottone, Lucas – Donald Maxwell / Gretchen, Bedienung im Gasthof „Drei goldene Äpfel“ - Rosemary Ashe / Fritz, Kellner im Gasthof – Nicolas Colicos / Prinzessin Margaret, Verlobte des Prinzen – Diana Montague / Hauptmann Tarnitz, ihr Verehrer – Steven Page / Zwei Dienstmägde – Maria Friedman und Claire Moore / Dorfmädchen – Lisa Hull, Grania Renihan und Gay Soper / Vier Lakaien – Simon Green, Bruce Rankin, Robert Hart und Robert Lock / The Ambrosian Chorus / Chorltg.: John McCarthy / The Philharmonia Orchestra London / Dirigent: John Owen Edwards (London, CTS Studios, 6. 9. - 9. 9. 1989). Als Gesamtaufnahme erschienen 1990 auf zwei CDs bei 'TER' ('That's Entertainment Records') sowie als 'Highlights'-CD 1991 bei 'TER' und (gekürzt) 1995 bei 'Showtime'; die letztgenannte CD steht in meinem Regal. Im Thread „Mario Lanza und seine Filme“ habe ich am 16. 5. 2020 im Beitrag Nr. 18 ausführlich über diese Operette geschrieben. (Ob sich Jonas Kaufmann noch an seine Mitwirkung als Titelheld in den Freiluft-Aufführungen 1997 vor dem Heidelberger Schloss erinnert?)



    Carlo