Schmerzlich vermisste Aufnahmen geliebter Künstler

  • Das Problem kennt wohl fast jeder: Von diesem oder jenem Dirigenten, Solisten oder Sänger gibt es von einem bestimmten Werk leider keine Aufnahme. Die Gründe können im Einzelfall sehr verschieden sein. Entweder, der jeweilige Künstler wollte das betreffende Werk bewusst nicht aufnehmen, oder es kam aus irgendwelchen Gründen nicht (mehr) dazu (Vorgaben der Schallplatten-Industrie, andere vorrangigere Projekte, Krankheit, Alter, Tod etc.).


    Ich habe ganz bewusst hier bislang keine Beispiele genannt, werde dies aber nachholen.


    Nun seid erstmal ihr am Zuge. Was fällt euch zu diesem Thema ein? Ich bin gewiss, wir tragen einiges zusammen.


    Liebe Grüße
    Joseph

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Fricsay: Sämtliche Brahms-Sinfonien. War meines Wissens geplant, dann folgte die erneute Erkrankung und Tod. Es gibt immerhin die Haydn-Variationen und einen Mitschnitt der 2. Sinfonie.


    Carlos Kleiber kann man hier wohl schlecht nennen, von dem wird ja fast alles vermisst, was man sich vorstellen könnte ;)


    Einigermaßen schade finde ich auch, dass Gould nicht noch mehr Haydn-Sonaten (ein GA war mal im Gespräch), CPE Bach (eine einzige Sonate wurde eingespielt, mindestens eine Platte wäre sehr interessant gewesen) aufgenommen hat. Ebenso vermisse ich Beethovens op.54 und op. 81a, beide hätten ihm besser gelegen als so manches andere... Von Händel waren mindestens die 8 bekannten Suiten geplant (eigentlich auf dem Klavier), als dann die Cembalo-Aufnahme der ersten vier nicht so positiv aufgenommen wurde, blieb es bei dieser.
    Und natürlich die Kunst der Fuge komplett auf dem Klavier sowie die Ricercare aus dem Musikalischen Opfer.


    Von anderen bekannten Pianisten mit prinzipiell sehr breitem Repertoire, weist vermutlich Sviatoslav Richters die kuriosesten Lücken (gerade angesichts der Breite) auf: Etliche Beethovensonaten fehlen (u.a. die Waldstein), Schuberts D 959, von Schumann Kreisleriana, Davidsbündlertänze, Carnaval, von Brahms die dritte Sonate und das erste KK, Chopins Sonaten und von Preludes und Etudes gibt es nur vereinzelte usw.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Maria Callas als Isolde und als Brünnhilde in der Walküre. Beide Rollen hat sie am Anfang ihrer Karriere in Italien mehrfach gesungen.


    Der schon mehrfach erwähnte Klemperer Lohengrin.


    Gesamtaufnahmen aller Mahlersymphonien von Sir John Barbirolli, Jascha Horenstein, Hermann Scherchen und Dmitri Mitropoulos in Stereo.

  • Das seit langem vermisste Band mit Corelli/Callas von Giordanos Fedora.
    Der Trovatore der Anfang der 60er in Parma mit Corelli im TV (!) übertragen wurde, und den RAI nicht mehr finden kann!

  • Relativ ungeordnet aus dem Stegreif:


    Hans Knappertsbusch: Brahms: Symphonie Nr. 1; Sibelius: Symphonie Nr. 2; Tschaikowskij: Symphonie Nr. 6; Dvořák: Symphonie Nr. 9; Wagner: "Lohengrin", "Tannhäuser", "Rienzi"


    Wilhelm Furtwängler: Schumann: Symphonie Nr. 2


    Otto Klemperer: Mahler: Symphonien Nr. 1 & 8; Sibelius: Symphonie Nr. 2; Wagner: "Der Ring des Nibelungen", "Die Meistersinger von Nürnberg"


    Sir John Barbirolli: Bruckner: Symphonie Nr. 5; Mahler: Symphonie Nr. 8


    Jascha Horenstein: Mahler: Symphonie Nr. 2


    Klaus Tennstedt: Bruckner: Symphonie Nr. 5


    Arthur Rubinstein: Mozart: Klavierkonzert Nr. 25


    Jon Vickers: Siegfried, Tannhäuser, Rienzi


    Persönlich finde ich es zudem bedauerlich, dass es keine späte Aufnahme der Ersten von Brahms unter Klemperer zu geben scheint. EMI wollte das Werk 1967 noch einmal aufnehmen, aber Klemperer setzte Strawinskijs "Petruschka" durch. Ob es allerdings in den 60ern/frühen 70ern noch ein Live-Konzert mit op. 68 gegeben hat, konnte ich bisher nicht zweifelsfrei herausfinden.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ach ja, zu dem Thema fällt mir so vieles ein.


    Es ist schade, daß von Karl Böhm und von Carlo Maria Giulini so wenig Bruckner Sinfonien existieren. Giulini mit Bruckners 4. oder Böhm mit Bruckners 5. oder 9., was hätte das werden können...


    Ja, ich weiß, es gibt eine Vorkriegsaufnahme mit Böhm und der 5., aber ich meine die Zeit, in der Böhm wieder begann, sich Bruckner zuzuwenden, also die Zeit ab den frühen 70ern.


    Gleiches gilt für Giulini und Mahler. Eine 2. oder 3. Sinfonie wäre sicherlich großartig geworden.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Ich vermisse vor allem:


    - einen Otello mit Lauritz Melchior in der Titelpartie und Herbert Janssen als Jago (Melchior hat die Rolle gesungen, aber "nur" Szenen sowohl auf Deutsch als auch auf Italienisch eingespielt - beides schreit nach dem Wunsch eines Gesamtmitschnitts, den es aber wohl nicht gibt) (Auch ein kompletter Stolzing von Melchior wäre spannend, den sang er aber in den USA nicht mehr, es gibt Studio-Aufnahmen von Preislied, dem Lied im 1. Akt und dem Quintett, das schreit auch nach mehr...)
    - eine Cosi mit Elisabeth Grümmer als Fiordiligi (auch diese vermissen viele, sie hat wohl nur die beiden Arien eingespielt, aber einen Gesamtmitschnitt scheint es nicht zu geben, obwohl sie die Rolle oft gesungen hat)
    - gegen ein Capriccio mit der Grümmer als Gräfin hätte ich natürlich auch nichts...
    - die komplette Violetta von Irmgard Arnold in der Felsenstein-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin (das muss komplett im Radio übertragen sein, müsste also noch vorhanden sein, sie hat mir damals nur das 3. Bild auf CD geben können, hochinteressant!)


    Und von meinen live erlebten Lieblingssängerinnen und Lieblingssängern vermisse ich vor allem:
    - eine offizielle Isolde bzw. einen offiziellen (Studio-) Liebestod von Eva-Maria Bundschuh (das japanische Fernsehen hat a 1.11. eine Gastspiel-Vorstellung des Berliner Staatsopern-"Tristans" in der Inszenierung von Erhard Fischer unter Heinz Fricke mit Eva-Maria Bundschuh, Rosemarie Lang, Heikki Siukola, Siegfried Vogel und Ekkehard Wlaschiha übertragen, ich würde mir eine offizielle Veröffentlichung in technischer Top-Qualität wünschen - diese wäre dann adäquat zur künstlerischen Top-Qualität)
    - ebenso eine komplette Senta der Bundschuh
    - eine Amneris von Gisela Schröter - und noch eine von Uta Priew (von der Schröter auch gerne eine Bühnen-Sieglinde und eine Bühnen-Kundry sowie eine Bühnen-"Wozzeck"-Marie, im Studio klingt sie häufig befangen, dreht nicht auf wie live, von der Priew gerne eine komplette Kundry und ebenfalls gerne eine komplette "Wozzeck"-Marie)
    - mehr offizielle Opernaufnahmen von Magdalena Hajossyova (es gibt die Füchsin unter Vaclav Neumann und die Marguerite neben Dvorsky, letztere ist auf CD schon kaum zu kriegen, es gibt auch eine Studio-Elvira, aber keine offizielle Donna Anna, Contessa, Pamina, Agathe, Euryanthe, Elsa, Elisabeth, Eva (da habe ich leider nicht einen einzigen Ton von ihr!), Tatjana, Marschallin, "Capriccio"-Gräfin und und und...
    - komplette Mozart-Rollen-Einspielungen von Dagmar Schellenberger (es gibt offiziell nur die sehr gute Arien-CD, aber ich hätte gerne Susanna, Gräfin, Donna Anna, Donna Elvira, Fiordiligi, Vitellia und Pamina komplett - bis auf die Elvira habe ich alles von ihr live erlebt)
    - Klaus König in offiziellen Einspielungen (Studio oder noch besser Live-Übertragungen) als Florestan, Lohengrin, Stolzing, Bacchus, Erik (der von der MET 1994 ist nicht so gut, da war er nicht in Top-Form, der Studio-Tannhäuser ist auch nicht das gelbe vom Ei, da habe ich ihn live viel besser erlebt, aber ähnlich wie die Schröter war auch Klaus König kein Studio-Sänger)
    - Siegfried Lorenz mit offiziellen Aufnahmen von Schumann-Liedern (Schubert gibt es alles, und zwar toll, auch Brahms und Mahler, aber bei Schumann hatte in der DDR Peter Schreier ein Plattenmonopol drauf - immerhin habe ich eine Live-"Dichterliebe", 2001 in Coswig selbst mitgeschnitten - und in weiteren offiziellen Opernpartien (ein Studio-Wolfram wäre schön gewesen, aber es gibt den Studio-Abendstern und den offiziellen Live-Mitschnitt für die Verfilmung 1982, es gibt Borromeo, m.E. sehr gut, es gibt den Beckmesser unter Sawallisch, da ist er 1987 in Japan besser, aber es gibt leider keinen "Figaro"-Grafen und keinen Guglielmo und vor allem auch keinen Amfortas, den er 1997 in Essen unter Wolf-Dieter Hauschild gab. Den Gunther unter Inbal aus Torino 1998 gibt es als Radio-Mitschnitt. Einen offiziellen Wozzeck gibt es auch nicht...
    - offizielle Aufnahmen der großen Fach-Partien von Siegfried Vogel, also Sarastro, Rocco, Kaspar, Daland, Landgraf, Marke, Hans Sachs!!!, Gurnemanz!!!, Wotan, Ochs!, Morosus!, La Roche u.a. (außer dem Bayreuther Heinrich und einem Rocco unter Mackerras gibt es offiziell leider fast nur Wurzen und Studio-Szenen eher mittlerer Partien)
    - einen Osmin, einen Komtur und einen Sarastro von Fritz Hübner, auch einen offiziellen Rocco und einen offiziellen Daland (letzteres sang er auch neben van Dam in Brüssel 1984, da kann man im www eine DVD finden und offiziell erwerben, auch wenn da fälschlicherweise Paris 1983 angegeben ist)


    Ich könnte diese Liste noch lange fortsetzen... :rolleyes:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Opernmitschnitte unter Günter Wand (wenngleich soetwas z.B. in den WDR-Archiven schlummern könnte) und Mahlers 8te unter Claudio Abbado aus Luzern, zu der es nicht mehr gekommen ist :(

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Früher habe ich mich nach bestimmten Aufnahmen noch mehr verzehrt als heute. Jede Trauer trauert sich mal aus. Was nicht ist, ist nicht. Ich habe für mich auch herausgefunden, dass die Sehnsucht nach bestimmten Dingen oft besser ist als die Erfüllung. Von der Sehnsucht hat man länger etwas. ;) Was hatte ich mir die "Lustigen Weiber" unter Knappertsbusch aus dem Münchner Prinzregententheater herbeigeträumt, von denen ich viele Jahre wusste, dass es sie gab. Als sie endlich auf den Markt kamen, fand ich sie so toll nun auch wieder nicht.


    Ich finde es jammerschade, dass es diese Aufnahmen nicht gibt:


    - Inge Borkh und Martha Mödl als Judith in "Blaubarts Burg"
    - Inge Borkh als Kundry
    - Christa Ludwig als Isolde (sie hat die Rille studiert aber wieder verworfen)
    - "Lohengrin" an der Scala mit Schwarzkopf und Mödl unter Karajan (diese Aufführung gab es wirklich)
    - Ernst Kozub als Siegfried (war unter Solti fest geplant, dann sprang Windgassen als Ersatz ein)
    - "Gayaneh" unter Bernstein
    - Peter Anders als Siegmund (den hat er in Hamburg tatsächlich gesungen)
    - "Rienzi" mit Vickers, am Pult Klemperer, Knappertsbusch, Bernstein - also drei verschiedene Produktionen
    - Peter Anders mit "Die schöne Müllerin" (die Aufnahme gab es tatsächlich beim Rias, sie wurde aber gelöscht)


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Da fällt mir zuvorderst Schuberts Winterreise ein, die Fritz Wunderlich als nächsten Liederzyklus vorgesehen hatte. Sein Unfalltod hat dies verhindert.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Ein Lohengrin von Fritz Wunderlich wäre sicherlich auch gekommen, und ich bedauere sehr, dass es dazu nicht mehr kam.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Schmerzlich vermisse ich alle weiteren Aufnahmen des Jahrhunderttenors Fritz Wunderlich, die besonders im italienischen und jugendlich-heldischen Fach möglich gewesen wären, wenn uns das tragische Schicksal diesen Orpheus nicht so früh geraubt hätte.


    Leider hat Gottlob Frick Musssorgskys ""Boris Godunow" nie auf der Bühne gesungen und komplett aufgenommen. Es gibt zwar einen großen Querschnitt bei "eurodisc -heute Sony-Vertrieb" mit Frick als Boris und Talvela, Schock, Köth und Klose als Partner und eine Fernsehaufzeichnung, alles in deutscher Sprache. Genau diese Ausschnitte machen Appetit auf mehr. Frick gestaltet im Vergleich zu den großen slawischen Vertretern seinen Boris anders. Bei ihm ist die Figur ein verzweifelter, resignierter Herrscher und Vater mit ergreifend menschlichen Zügen. Der Tod ist ein Verlöschen und kein dramatischer Sturz. Frick selbst sagte, er hätte eine Neuinzenierung, einen entsprechenden Regisseur und einige Wochen Probezeit gebraucht, um diese Herausforderung live auf der Bühne seinen Vortellungen entsprechend realisieren zu können. Diese Voraussetzungen haben sich nicht ergeben. Berislav Klobucar bezeichnet den Boris sogar als größte Leistung des Bassisten. Ein Urteil, das aus dem Mund des großen Sängerdirigenten und "Schweigers" besonderes Gewicht hat.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Hallo, lutgra,


    von Klemperer gibt es eine Gesamtaufnahme des Lohengrin aus der Ungarischen Staatsoper in Budapest, live vom 24.10.1948 (in ungarisch gesungen). Der Klang ist trotz aufwendiger digitaler Nachbearbeitung allerdings ziemlich schlecht, die Publikums- und Bühnengeräusche sind stark. Die Aufnahme stammt von der italienischen Firma Grammofon 2000, hergestellt 1998 in Korea, Nummer AB 78 886/88.


    Viele Grüße


    J.Schneider

    "Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

  • Dieser Lohengrin ist zwar kein vollwertiger Ersatz für eine Stereoübertragung, wie sie beim Londoner "Lohengrin" möglich gewesen wäre, aber es handelt sich um ein interessantes Klemperer-Dokument. Schön, dass Du darauf zu sprechen kommst, lieber Joachim. Es gab auch mal eine LP-Kassette des ungarischen Labels Hungaroton, die ich leider nicht mehr habe. Ich könnte wetten, dass diese Ausgabe besser klang als das, was bei Grammofon herausgekommen ist. Spannend ist die Unterbrechung der Aufführung nach der Gralserzählung. Das Publikum will offenbar ein Da capo erzwingen. Klemperer dirigiert entschlossen weiter, bricht aber schließlich ab und verlässt unter "Frechheit"- Rufen das Pult. Darauf hin holt ihn das Publikum zurück indem es seinerseits "Otto" ruft. Wirklich sehr gut ist József Simándy als Lohengrin. Ein sehr schmale Stimme, die an den Russen Ivan Koslowski erinnert. Da stört mich auch das Ungarisch nicht sehr.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Hallo,


    die Vinylausgabe dieses Lohengrin hätte ich schon gerne! Vielleicht läuft sie mir doch noch einmal über den Weg.
    Ich fand übrigens, daß die ungarische Sprache bei dieser Aufnahme wenig stört. Allerdings ist es möglich, daß man den deutschen Text beim Hören cerebral ergänzt, da man als Wagner-Kenner wohl in der Regel das Libretto nahezu auswendig kennt.


    Viele Grüße


    J.Schneider

    "Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

  • Spontan fallen mir da ein:


    Holst: The planets - Szell, Cleveland Orchestra (Schade, dass er für das Werk offenbar nicht übrig hatte)


    Schubert: Winterreise - Fritz Wunderlich (der Pianist wäre mir da egal)


    Bach: Goldbergvariationen - Ivo Pogorelich (Das Bisschen Bach, dass er aufgenommen hat, macht mir große Lust auf mehr)


    Bach: Irgendwas - Mitsuko Ushida (Wann endlich???)


    Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung - Glenn Gould (obwohl ihm die bestimmt so wenig gefallen haben, dass er sie in gewohnt berüchtigter Weise verunstaltet hätte...)


    Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung - Klemperer - die Musik hätte ihm eigentlich, meine ich, liegen müssen

    Herzliche Grüße
    Uranus

  • Laut einer holländischen Internetseite und auch laut einem Beitrag von musicophil im Thread "Kathleen Ferrier - Wenn der Stimme Flügel wachsen" hat Kathleen Ferrier auch drei Lieder von Beethoven gesungen, darunter das wunderbare "Ich liebe dich". Eine Aufnahme davon scheint aber nicht zu existieren. Die hätte ich um's Verrecken gern.


  • Schubert: Winterreise - Fritz Wunderlich (der Pianist wäre mir da egal)


    Bach: Goldbergvariationen - Ivo Pogorelich (Das Bisschen Bach, dass er aufgenommen hat, macht mir große Lust auf mehr)


    Die beiden englischen Suiten gefallen mir auch sehr gut, aber das Problem ist, dass wenn er sie JETZT aufnehmen würde, würden sie vermutlich 2 Stunden dauern und vor lauter Manierismen nicht wiederzuerkennen sein. (Zwar kenne ich die nicht, aber es gibt eine durchaus positiv rezensierte Einspielung der GBV mit Gavrilov, wenn es ein Exzentriker sein soll...)


    Zitat


    Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung - Glenn Gould (obwohl ihm die bestimmt so wenig gefallen haben, dass er sie in gewohnt berüchtigter Weise verunstaltet hätte...)


    Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung - Klemperer - die Musik hätte ihm eigentlich, meine ich, liegen müssen


    Da fehlt mir in beiden Fällen die Phantasie; ich glaube, die Aufnahmen hätte es nicht gegeben, selbst wenn diese Künstler 120 geworden wären... Beide sind sozusagen "Anti-Koloristen" und haben auch wenig oder nichts Ähnliches aufgenommen.

    Struck by the sounds before the sun,
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    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Monteverdi: mehr geistliche Werke, Herreweghe


    Händel, Feuerwerksmusik mit Concentus musicus Wien und Harnoncourt


    W.A. Mozart: mehr Klavierkonzerte mit Gulda und Harnoncourt


    W.A. Mozart: Symphonien mit Yakov Kreizberg am Dirigentenpult.....


    Muffat, Biber, Schmelzer: Instrumental- und Vokalmusik mit dem heutigen Concentus musicus Wien


    Bach: mehr Klavierwerke mit Alfred Brendel - auch wenn es nicht HIP ist, was er auf seiner einen Bach-CD spielte, so ist es doch sehr sehr musikalisch.


    Bach: noch mehr Bachkantaten mit Philippe Herreweghe


    Bach: hätte Suzuki doch die Bachkantaten alle mit einer grossen Orgel als Continuoinstrument eingespielt (gilt auch für Herreweghe, der das Manko mit einem ständig mitgehenden Violin ein bißchen ausgleicht, aber besser wäre immer die große Orgel gewesen) Von mir aus hätte Suzuki eher das zusätzliche Cembalo weglassen können. Es mag historisch begründbar sein (auch wenn es da Gegenthesen gibt), dennoch mag ich es nicht so gerne.


    Bach: mehr Orgelwerke an Schnitger-Orgeln mit Masaaki Suzuki an der Orgel


    Schütz: Johannespassion und Matthäuspassion mit Herreweghe /Collegium Vocale Gent oder auch mit Suzuki/Bach Collegium Japan


    Schein: Instrumentalmusik mit Musica Fiata


    Bach mit Mitsuko Uchida


    Bach: "Die Kunst der Fuge" mit Quatuor Mosaiques

    Bach
    : Eine Neuaufnahme der Violinkonzerte mit der leider solistisch nicht mehr auftretenden Alice Harnoncourt etc.


    Brahms: Alle Symphonien in einer Neuaufnahme mit einem auferstandenen Furtwängler, in umkomprimierten HD-Sound auf Blue-ray ... ;)


    Brahms: Mehr Klavierwerke mit Radu Lupu


    Mendelssohn: "Paulus" mit Rafael Kubelik......vielleicht aber auch Rattle, BPO und Rias Kammerchor ?


    Schubert: Mehr Lieder mit Fischer-Dieskau und Alfred Brendel


    Schubert/Schumann: die Symphonien mit Harnoncourt und den Berliner Philharmonikern (gab es als Konzert, aber leider kaum etwas davon auf CD)


    Wagner: Der Ring, mit Kent Nagano am Pult und richtig guten Sängern, am besten als Blue-ray und in einer gemäßigten, gut ansehbaren Inszenierung.


    Einiges davon wäre durchaus noch realisierbar, anderes leider nicht (mehr).


    Es gäbe natürlich eine Menge Aufnahmen, bei denen man aus technischen Gründen bedauert, dass sie zwar gemacht wurden, aber leider nicht in heutiger Klangtechnik. Das Stichwort Furtwängler ist ja schon gefallen als wohl prominentesten Vertreter der "echt historisch" klingenden Aufnahmen. Man kann sich auch das aktuelle Klangbild für die ein und andere Schubertsymphonie mit Böhm vorstellen. Ebenso könnten aber auch technisch schon sehr gute Stereoaufnahmen Karajans von der heutigen HD-Technik (SACD oder Blue-ray) immer noch profitieren. Hier denke ich jetzt spontan an Karajans überragende Wagner/Tannhäuser-Ouvertüre (+ Bachanal), die ja schon sehr gut von der DG eingefangen wurde. Dennoch wäre es natürlich noch berauschender, wenn man die Soundqualität erfahren könnte, die z.B. auf der zweiten Einspielung Maazels des "instrumentalen Rings" mit den Berliner Philharmonikern zu genießen ist. Aber das ist wohl ein etwas anderes Thema, wenngleich etwas verwandt und höchstwahrscheinlich auch ebenso müßig....


    Gruß
    Glockenton

    "Jede Note muss wissen woher sie kommt und wohin sie geht" ( Nikolaus Harnoncourt)