Ich höre keine ALTE MUSIK!

  • Die Kunstwerke wirken unmittelbar auf mich. Sei es beim Hören der Musik eines Pérotin, beim Betreten einer romanischen Kirche, bei der vertieften Betrachtung eines Tafelbildes, bei der Lektüre eines Textes eines Minnegesanges. Ich kann, ich gebrauche deine Worte, durchaus auf "existentiell tiefgreifende Weise" angesprochen werden. Wenn es so nicht wäre, könnten alle Museen, Kirchen, ganze Bibliotheken geschlossen werden.

    Genauso geht es mir auch. Es gibt keine Architektur, die mich auf eine so "existentiell tiefgreifende Weise" berührt wie eine gotische Kathedrale, auch wenn mir die Welt, in der sie entstanden ist, natürlich sehr fremd ist. Aber Hand aufs Herz, gilt das nicht auch für die Welt des 18. und 19. Jahrhunderts, in denen die meisten Werke unseres heutigen Klassikkanons entstanden sind?


    Oder um ein musikalisches Beispiel aus Helmuts Spezialgebiet zu nennen: Die Lieder John Dowlands berühren mich ebenso tief wie die von Schubert oder Britten. Und das Requiem von Ockeghem ergreift mich sogar viel mehr als das theatralische Requiem von Verdi.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Vorschlag: sucht bei YouTube Josquins Messe "Malheur me bat" mit den "Gli Angeli Geneve" unter Stephan McLeod. Ihr findet das direkt bei YouTube oder in meinem Schreibtisch unter "Mille regretz oder der Trost der Polyphonie", dort gibt es auch einen Kommentar. Diese Stille, Konzentration, Meditation hat die Polyphonie fast immer. Mein Bild hierzu: die 5. von Beethoven ist wie eine tolle Rheinfahrt, eine Sehenswürdigkeit reiht sich an die andere, und alles veredelt der Fluss.

    "Malheur me bat" ist ein kleines Schiff mit einer Handvoll von Passagieren auf hoher See. Alles immer gleich und alles verschieden. Dieses Bild gibt es auch in der Literatur, z.B. in "The Narrow Corner" von Somerset Maugham, der allerdings nicht die Musik als das geistige Panorama im Hintergrund hat, sondern Drogen. Aber dass Musik solche Wirkungen hat, das kennen wir doch alle...

    Der Fanatismus ist die einzige "Willensstärke", zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können (Nietzsche)

  • Voilà, lieber Dr. Pingel,


    Gli Angeli Genève, unter der Leitung von Stephan Macleod singen von Josquin Desprez (1440-1521) ein Programm, das eine Stunde dauert.


    ♫ Praeter rerum seriem

    ♫ Miserere mei

    ♫ Missa Malheur me bat (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus and Agnus Dei)


    Übrigens: Der Dom zu Utrecht ist bis auf den letzten Platz besetzt, ausser denjenigen, die frei blieben, um den Sängerinnen und Sängern Raum zu geben.


    .

    Es bleiben übrig die Worte eines Dichters:

    Es sind nicht die, bei denen Logen applaudieren

    Die Worte leben und kriechen

    auf allen vieren ....


    Majakowski

  • Übrigens: Der Dom zu Utrecht ist bis auf den letzten Platz besetzt, ausser denjenigen, die frei blieben, um den Sängerinnen und Sängern Raum zu geben.

    Unter den Zuhörern dürfte es nicht viele geben, die Alte Musik kennen oder oft hören. Aber dieses Stück in dieser Interpretation fesselt die Leute, es wird nicht gehustet, getuschelt oder mit dem Programm geraschelt. Die Ruhe und Konzentration des Ensembles ruft die Ruhe bei den Zuhörern hervor - diese geben sie dann wieder zurück. Ein Kommentar: "Wie gerne wäre ich dabei gewesen" - was auch für mich gilt.

    Wunderbar auch die Leichtigkeit, mit der das Ensemble singt. Dabei ist Josquin für Laien wie mich sehr schwer, bei der letzten Motette hat mich unsere stellvertretende Chorleiterin unterstützt.

    Noch eins: in der Essener Philharmonie gibt es eine Reihe "Alte Musik bei Kerzenschein". Es ist nicht so voll wie bei einem Klavierlöwen, aber gut besetzt mit einem begeisterungsfähigen Publikum. Dies habe ich ein Jahr vermissen müssen, aber in der neuen Saison wird es fortgeführt.

    Der Fanatismus ist die einzige "Willensstärke", zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können (Nietzsche)

  • Es ist schon seltsam. In meinem Elternhaus gab es eine beachtliche Sammlung Alter Musik - meist Barockmusik. Meine eigene musikalische Prägung hat das aber kaum beeinflusst. Man kann sich nun fragen: Woran liegt das? Es geht ja auch vielen anderen Hörern so, dass das, was sie regelmäßig hören, bei Bach beginnt.


    Man kann die Frage auch so stellen: Was ist denn in der Musik seit der 2. Hälfte des 18. Jhd. so grundlegend anders? Antwort: Es entstand die "Empfindsamkeit", die dann auch die Romantik prägte. Die neue Dimension ist das, was Daniel Schubart in dieser Zeit so ausdrückte, dass es um ein "Seine Ichheit auch in der Musik heraustreiben" ginge. Auch Alte Musik ist "emotional", sogar hoch emotional, gerade Barockmusik. Als ich Alcina von Händel im Münsteraner Opernhaus erlebte, war ich schwer beeindruckt. Das hatte die Gewalt einer antiken Tragödie. Trotzdem wirkt diese Musik auf mich "archaisch". Warum? Da werden Affekte gemacht - Musik ist Ausdruck von Affekten im Barock. Der Unterschied zur Empfindsamkeit eines Mozart, Beethoven, Schubert ist aber evident: Es fehlt eben der Ausdruck von Individualität und Subjektivität. Genau das hat uns als von der Empfindsamkeit des 18. Jhd. bestimmte Hörer geprägt: diese moderne Subjektivität. Bei Alter Musik geht es um die Trauer an sich, die Freude an sich, aber nicht die Trauer eines Individuums wie in Beethovens "Eroica" etwa. Entsprechend ist der Gefühlsausdruck nicht individualisiert, sondern typisiert.


    Es ist dann spannend (das war in der Oetker-Halle in Bielefeld) ein Konzert zu erleben, wo es zunächst Hildegard von Bingen gab, dann etwas Ultra-Modernes: Giacinto Scelsi. Das war erhellend zu erleben, wie nahe Scelsis Musik an H. v. Bingen ist! Solche Verbindungen verblüffen, das kommt aber nicht von Ungefähr: In der Neuen Musik gibt es Tendenzen, dass die Musik wieder "objektiv" wird, also kein romantisches "Ich" sich mehr ausdrücken will. Stichwort: Kritik an der modernen Subjektivität. Und entsprechend gibt es da spannende Bezüge, gerade auch, was das Erleben musikalischer Zeit angeht, die Entrückung in eine Dimension der Zeitlosigkeit. Und es ist auch nicht zufällig, dass es etliche Liebhaber Alter Musik gibt, die sich von moderner Subjektivität distanzieren wollen und dann ihre musikalische Welt in der Subjektlosigkeit des Mittelalters oder der Affektivität des Barock finden.


    Es ist aber sehr schade, dass da durch die Hörgewohnheiten ein solches "Loch" entstanden ist. Denn diese Tradition der Musik wirkt weiter bis in die Moderne - wie das Beispiel H. v. Bingen und G. Scelsi zeigt. Musik lebt davon, dass man das Alte durch das Neue und das Neue durch das Alte hört. Ein Richard Wagner war von Palestrina begeistert, fand bei ihm die Idee der Klangfarben-Melodie, welche dann Schönberg wiederum aufgriff. Deshalb halte ich es für einen großen Fehler des heutigen Konzertbetriebs, dass man Alte Musik und Neue Musik in exklusiven, fast schon esoterischen Sonderkonzerten isoliert, wo dann die Spezialisten und Liebhaber kommen. Nein! In Bielefeld kam nach H. v. Bingen und Scelsi dann Beethovens 9. Das ist der richtige Weg! Dazu braucht es allerdings Mut und Fantasie der Konzertveranstalter. :)


    Schöne Grüße

    Holger

  • "Vorteil"?

    In ihrer desillusionierenden Depressivität, in die die Musik des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts in der Tat zuweilen verfällt, reflektiert sie moderne Lebenswelt und Daseinsbefindlichkeit.

    Geht dann der angesprochene "Vorteil" nicht einher mit einer Flucht aus derselben, - Flucht in eine Welt der "alten Musik", in der man als Rezipient derselben wie in einem wohlgeordneten barocken Garten vergnüglich umherspazieren kann, ohne Gefahr zu laufen, auf erschreckende Weise angesprochen und zu Erkenntnissen über sich selbst und die eigene Lebenswelt gebracht zu werden?

    Ich schrieb generell von Kunst - ich nehme an, dass Du relativ wenige von der europäischen Kritik hochgeschätzte Filme siehst? Wenn 90% davon den Betrachter an den Rand der Depression manövrieren - so wie es in der Musik etwa Bernd Alois Zimmermanns "Requiem für einen jungen Dichter" oder Luigi Nonos "Come una ola de fuerza y luz" tun - dann führt das natürlich dazu, dass man sich das nicht täglich geben möchte.


    Diese Depressionsgeilheit reflektiert natürlich insofern nicht die moderne Daseinsbefindlichkeit, als nicht 90% der Bevölkerung an Depressionen leidet.

    :)

    Die "Flucht" aus den Alltagssorgen und dem eventuell empfundenen Sinnmangel ist aber für das 20./21. Jahrhundert auch sehr üblich.

  • In Bielefeld kam nach H. v. Bingen und Scelsi dann Beethovens 9. Das ist der richtige Weg! Dazu braucht es allerdings Mut und Fantasie der Konzertveranstalter.

    Dieses Epochen-Hopping mag ich gar nicht. Zum Glück bleiben die Museen meistens dabei, das zusammen zu lassen, was entwicklungsgeschichtlich zusammengehört. Hängungen nach Thema statt Schule/Epoche sind mir ein Gräuel.

  • Dieses Epochen-Hopping mag ich gar nicht. Zum Glück bleiben die Museen meistens dabei, das zusammen zu lassen, was entwicklungsgeschichtlich zusammengehört. Hängungen nach Thema statt Schule/Epoche sind mir ein Gräuel.

    Apropos Museum: Andre Malraux Das imaginäre Museum folgt genau diesem Konzept, das Entfernte ("Kunst" aus fernen Kulturen) im Museum mit europäischer Kunst zusammen zu bringen und so die Möglichkeit zu stiften, dass der Betrachter es miteinander konfrontieren kann. Wenn man nur Barockkunst mit Barockkunst zusammenstellt und Klassizismus mit Klassizismus, bleibt das aus. Und die Geschichte der modernen Kunst zeigt auch die Fruchtbarkeit so einer Konfrontation immer wieder. Van Gogh sammelte japanische Kunst, Debussy hörte indonesische Gamelan-Orchester. Und Stockhausen beschäftigt sich in seinen Schriften mit Alter Musik, eine Auseinandersetzung, der er u.a. seine Idee der Raum-Musik verdankt. Auf den Zusammenhang Palestrina-R. Wagner-Schönberg hatte ich schon hingewiesen! Übrigens hatten vergangene Epochen wenig Skrupel, so Unterschiedliches zusammenzustellen: Was ist mit dem Barock-Gestühl oder Barock-Altären in gotischen Kirchen? ;)


    Schöne Grüße

    Holger

  • Zugegeben spricht mich die Mixtur aus alt und neu, besonders bei Vokalmusik enorm an.

    Ein schönes Beispiel dafür ist die neue Scheibe der Cappella Amsterdam unter Daniel Reuss.

    Gesungen wird IMO ganz ausgezeichnet.


  • Was ist mit dem Barock-Gestühl oder Barock-Altären in gotischen Kirchen? ;)

    Die sind mir stets ein Ärgernis ^^


    Ansonsten stimme ich Dir aber zu, ich finde es auch interessant, Bezüge quer über Epochen und Schulen herzustellen, und ich mag solche Ausstellungen gerade gern. In der Aufführung von Musik haben wir allerdings das "Problem", dass Alte Musik einschließlich Barock fast nur noch von Spezialensembles gespielt wird, so dass es schwierig wird, Werke aus dieser Zeit in Konzertprogrammen mit solchen aus Romantik und Moderne zu kombinieren. "Problem" in Anführungsstrichen deshalb, weil ich als Anhänger der historisch informierten Aufführungspraxis natürlich froh darüber bin.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • :)

    Die "Flucht" aus den Alltagssorgen und dem eventuell empfundenen Sinnmangel ist aber für das 20./21. Jahrhundert auch sehr üblich.

    Eben. Die Idee, dass "Alte Musik" (egal ob Barock oder MA, jedenfalls alles vor Spätbarock) eher oder stärker "kulinarisch" oder eskapistisch konsumiert würde als Musik des 19. bis 21. Jhds. halte ich für abwegig.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich bin überrascht und erfreut gleichzeitig, daß meine pessimistische Prognose, die Alte Musik wäre als Thema bei Tamino nicht mehr zu aktivieren anscheinend nicht zutreffend ist. Eigenartigerwesei habe ich vo etwa 2 Jahren einen disbezüglichen Versuch unternommen - der Erfolg war besch..eiden. Vielleicht ist es auch wichtig den richtigen Zeitpunkt zu finden, denn innerhalbe der letztn 2-3 Jahre haben wir eheblichen Zuwachs an neuen Mitgliedern bekommen....

    Ich bin kein Spezialist für Alte und Frühe Musik, besetze aus diesem Bereich etwa 80 CDS. Das ist für eine "universalsammlung" durchaus viel - für eine "Spezialistensammlung indes lächerlich wenig. So bin ich durch diesen Thread draufgekommen, daß Perotin komplett in meiner Sammlung fehlt, vielleicht auch der Tatsache geschuldet, daß mich geistliche Musik depressiv stimmt. Dennoch werde ich in den nächsten Monaten diese Lücke - zumindest oberflächlich - schliessen....

    Es ist dann spannend (das war in der Oetker-Halle in Bielefeld) ein Konzert zu erleben, wo es zunächst Hildegard von Bingen gab, dann etwas Ultra-Modernes: Giacinto Scelsi. Das war erhellend zu erleben, wie nahe Scelsis Musik an H. v. Bingen ist! Solche Verbindungen verblüffen,

    Mich verblüffen sie nicht - das ist mir schon längst aufgefallen.

    Allerdings frage ich mich inwieweit die Rekonstruktionen von alter Musik nicht bewusst oder unbewusst an die Neue Avantgarde angepasst wurde. "Ultra-Modern" ist vielleicht erwas übertrieben bei einem Komponisten der bereits 33 Jahre tot ist....


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Einen Zufallsfund habe ich auf You Tube gemacht: Es ist ein wilder Mix verschiedenster Genres, unterschiedlicher Regionen aus der Zeit zwischen 1000 und 1450. Wer sich einen ersten Eindruck über die Alte Musik des Mittelalters verschaffen möchte, ist gut bedient.


    Rachel Boyd bietet auf ihrer You Tube Seite nebst anderen Epochen Alte Musik zu verschiedenen Themen an. Sie hat 10'2'00 Abonnenten, über 500'000 Aufrufe. Wenig Interesse an Alter Musik sieht anders aus. 8)



    Cantigas de Santa Maria 119 - Alfonso X El Sabio (Spain, 13th Century) (0:00)


    Miri it is while summer ilast - Anonymous (England, 13th Century) (2:01)


    Lauda and Motet: Alla Trinita (Italy, 13th Century)/Letitur Lustus (Italy, 15th Century) - The Musica Antiqua (4:57)


    Organum Duplum - Leonin (France, 13th Century) (8:14)


    Trotto - Anonymous (Italy, 14th Century) (9:13)


    Cantigas de Santa Maria 166 - Alfonso X El Sabio (Spain, 13th Century) (10:50)


    Pos de chantar, Cançon-- Guilhem de Peitieu - Jordi Savall (France, 11th or 12th Century) (15:57)


    Saltarello I, Siglo XIV - Artefactum, Jose Manuel Vaquero Ruiz (Italy, 14th Century) (21:55)


    Viderunt Omnes - Monks of the Abbey of St Martin Beuron (France, 11th Century) (26:32)


    Verbum patris hodie - Ensemble Anonymus (France, 12th Century) (30:46)


    O Quanta Qualia-Niyaz Music/Azam Ali Music - Azam Ali (France, 12th Century) (33:26)


    Under der linden an der heide - Various Artists (Germany, 13th Century) (35:00)


    Danza Inglesa Siglo XIII - Artefactum, Jose Manuel Vaquero Ruiz (England, 13th Century) (38:10)



    William IX of Aquitaine (1071-1127)

    Peter Abelard (1079-1142)

    Leonin (1135-1201)

    Walther von der Vogelweide (1170-1230)

    Alfonso X of Castile (1221-1284)


    Es bleiben übrig die Worte eines Dichters:

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    Majakowski

  • Eine wahre Fundgrube für an Alter Musik Interessierte ist diese Webseite in englischer Sprache.


    https://earlymusicmuse.com


    Autor ist Ian Pittaway. Er ist übersetztes Zitat "Sänger und Spieler von Mittelalter-, Renaissance- und Frühbarockmusik auf historischen Instrumenten – Harfe, Laute, Bray Harp, Cister, Gittern, Citole usw. – und traditioneller/Volksmusik auf modernen Gitarren in verschiedenen Stimmungen".


    Der Mann verfügt über ein immenses Fachwissen und weiss wovon er schreibt. Das wird schnell klar, wenn man sich die Seite genauer anschaut. Die Artikel sind fundiert, weisen eine bachtliche Länge auf und gehen in die Tiefe der Materie. Ian Pittaway verweist selbstbewusst auf das Copyright seiner Artikel.


    Die Suchfunktion führt zu den Artikeln. Categories zeigt die Artikel alphabetisch geordnet an.


    Ich kann die Seite uneingeschränkt empfehlen. Es lohnt darin zu stöbern.

    .

    Es bleiben übrig die Worte eines Dichters:

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    Majakowski

  • Bei mir ausgegraben und wirklich schön ist die folgende Zusammenstellung, die einmal eine Mischung aus Musik der Renaissance mit Musik des zwanzigsten Jahrhunderts darstellt und zum anderen die Renaissancemusik für Streichquartett bearbeitet vorstellt, was wie es scheint kein große Herausforderung darzustellen scheint.




    Hier kommen Orlando di Lasso und John Dowland zusammen mit Thomas Adès und György Kurtag.

  • Einen sehr guten Überblick findet man amit dieser 30 CD Box!



    Anchieta: Missa Sine Nomine; Salve Regina

    +Desprez: Missa "L'Homme arme"; Kyrie; Ave Maria; Absalon fili m+Penalosa: Sancta mater istud agas
    +Urreda: Hymnus; Pange lingua

    +Hildegard von Bingen: Hymnen, Sequenzen, Antiphone, Responsorien++Byrd: Sämtliche Fantasien für Cembalo
    +Campion: Lautenlieder
    +Dowland: Pavane, Galliarde & Almains für Laute
    +Dufay: 17 Chansons
    +Gabrieli: Canzoni e Sonate
    +Gesualdo: Madrigali Buch 1
    +Lasso: Lagrime di San Pietro
    +Lawes: Consortmusik (Royal Consorts in D & d; Consort Sets a 5 in C & a; Set a 4 in g; 3 Stücke f. 2 Lauten; Divisions on a Pavan in g)
    +Machaut: Messe Nostre Dame; Lieder aus "Le Voir Dit"
    +Narvaez: El Delphin de Musica (Ausz.)
    +Milan: Fantasien Nr. 3, 5, 7, 10, 18, 21, 26, 35; Pavane Nr. 5; Tiento Nr. 1
    +Monteverdi: Madrigali Libro 5
    +Reuenthal: A Minnesinger and his "Vale of Tears"
    +Ockeghem: Missa pro defunctis (Requiem); Missa prolationum; Intemerata Dei Mater
    +Palestrina: Missa Aeterna Christi Munera; Missa Papae Marcelli
    +Sweelinck: Orgelwerke (Toccaten in C & a; Ballo del granduca; Ricercar; Malle Sijmen; Mein junges Leben hat ein End; Echo Fantasia in a; Onder een linde groen; Erbarm dich mein, o Herre Gott; Poolsche Dans)
    +Tallis: Spem in Alium; Motette "Salve intermerata"; Missa Salve intermerata; With all our heart; Discomfort the, O Lord; I call and cry to thee, O Lord
    +Tomkins: Consort Music for Viols & Voices; Cembalowerke
    +De la Rue: Missa Conceptio tua;
    +Argentum et Aurum - Muskalische Schätze vom Habsburger Hof aus der frühen Renaissance
    +Carmina burana
    +Frottole "Popular Songs of Renaissance Italy" - Werke von Anonymus, Fogliano, Willaert, Pesenti, Dalza, Festa, Tromboncino, Cara, Capirola, Patavino, Zesso, Mantovano
    +The Guerra Manuscript - Geistliche Vokalwerke von Hidalgo, Marin, Anonymus
    +The Eton Choirbook - Walter Lambe: Nesciens mater a 5; William, Monk of Stratford: Magnificat a 4; Richard Davy: St. Matthew Passion a 4; John Browne: Staba mater a 6; Hugh Kellyk: Magnificat a 5; Robert Wylkynson: Jesus autem transiens
    +Musik der Troubadoure (12. & 13. Jahrhundert) - Lieder von Berneguier de Palou, Giraut de Bornelh, Peire Cardenal, Raimon de Miraval Ramon Llull, Berenguier de Palou, Giraut de Bornelh, Giraut Riquier, Bernart de Ventadorn, Jaufre Rudel
    +Elizabethan Songs & Consort Music - Werke von Byrd, Mundy, Parsons, Tallis, Taverner, Tye, Farrant, Bennet, Alberti
    +Gregorianische Gesänge aus den Proprien der Messe
    Flemish Polyphonic Treasures for Charles V - Werke von Gascogne, Mouton / Fevin, Desprez, Moulu, Willaert, Isaac, de la Rue, Rigo, Newsiedler

    +Anonymus: L'homme arme; Benedicta et venerabilis es; Reyna muy esclarecida; Offertorium; Ave maria, gratia plena; Beata viscera; O Antiphonen


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hier kommen Orlando di Lasso und John Dowland zusammen mit Thomas Adès und György Kurtag.

    Ich mag ja eigentlich keine Bearbeitungen, aber den Lasso spielen sie wie ein auf Renaissance spezialisiertes Vokalensemble.

    :thumbup:

    Vielleicht eine geeignete Einstiegshilfe ...

  • Hier ein interressanter Link......


    wissen.de Renaissance und Barock – eine neue Musiksprache entsteht


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Nach längerer Pause hier mal ein Eintrag von mir.

    Auch wenn - nach anfänglicher kurzer Begeisterung - das Interesse wieder einzuschalfen scheint:

    Auf mich hatte diese Thread eine belebende Wirkung

    Damals habe ich einerseits in einige Aufnahmen aus meiner "Alte" und "Frühe" MusikSammlung hineingehört - andrerseits den Vorsatz gefasst, diesen Bereich in meiner Sammlung vorsichtig auszubauen, bis hin zu Monterverdi sind es etwa 70 CDs. Viele gegenüber dem "Klassik-Durchschnittshörer" eine lächerliche Anzahl gegenüber den Spezialisten.

    In diesem Spezialbereich (der ja sehr allgemein gefasst ist) neige ich zu Sammlungen von unterschiedlichen Komponisten, wie sie in späteren Epochen bei Liebhabern verpönt sind: Aber hier gibt es in der Tat viele Ohrwürmer, der Herr "Anonym" ist erfreulicherweise sehr oft mit ebensolchen vertreten.

    Die Werke stamm üverwiegend aus dem 13. Jahrhundert, eines aus dem 12., eines aus dem 14. Die Ursprungsländer sind England, Frankreich, Spanien und Italien - Ein weites Feld in jeder Hinsicht also, das nur aus großer zeitlicher Entfernung als "Einheit" empfunden wird - und auch das nur weil nur wenige Personen über die musikalischen Eigenheiten und die Geschichte dieser Epochen und Länder vertraut sind...

    Warum schreiben also nur wenige Hörer über diese Musik ?

    Ich kann hier in erster Linie von mir selber sprechen: Weil ich mich nicht wirklich auskenne.

    Und wer will sich schon öffentlich lächerlich machen ?

    Oder eine Aussage machen, die dann in Frage gestellt wird - ohne daß man die wirklich mit Argumenten belegen kann

    Vermutlich werden die von mir ausgewählten Aufnahmen von "Insidern" (hier gibt es ja nur wenige) scheel angesehen.

    All dem zum Trotz habe ich die soeben erworbene CD mit "Mittelalterlichen Liedern und Tänzen" grade eben 2 mal gehört.

    Eine Kaskade von Ohrwürmern - ohne jene "akademische Strenge", die manchen Aufnahmen dieser Epoche anhaftet.

    Wenn man bedenkt, daß diese Aufnahme bereits fast 40 Jahre alt ist (!)

    Die Tontechnik ist superb. Inwieweit sich die Interpetation mit "neuesten musikwissenschaftlichen Erkenntnissen" deckt - das weiß ich nicht - und es sist mit auch weitgehend egal...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Die Musik entstand vor 800 Jahren. Was sind im Vergleich dazu 40 Jahre.


    Die musikwissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Quellen hat sich seit 1984 nicht wesentlich verändert. Die ausführenden Musiker können nur auf bildnerische Darstellungen der Instrumente Bezug nehmen. Wie die Musik zur Zeit der Entstehung tönte, muss Spekulation bleiben.


    Das Coverbild zeigt Orpheus und die neun Musen. Ein Bildteppich aus Frankreich (16. Jahrhundert).


    68455.jpg


    Das sind Darstellungen aus dem Luttrell Psalter (1325-1340): Harfe, Einhandflöte und Tabor (Trommel), Drehleier, Portativ, wie der Name besagt eine tragbare Orgel.


    LuttrellPsalter2-scaled.jpg?ssl=1


    Aber auch Skulpturen aus Kirchen, hier aus dem Dom in Santiago de Compostela, bringen Hinweise:


    Das Organistrum, ein auf dem Prinzip der Drehleier basierendes Instrument, das von zwei Musikern betätigt wird: Während der eine die Kurbel dreht, welche die Saiten zum Schwingen bringt, drückt der andere Tasten, welche die Saitenlänge variieren.



    Organistrumsantiago20060414.jpg

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    Majakowski

  • Vielen Dank an "moderato", der immer wieder durch seine profunden Kenntnisse und seine Liebe zur Malerei (und Geschichte) unsere Threads bereichert.


    Hier eine weitere Neuerwerbung von mir

    Der Titel ist einigermaßen irreführend, denn er bezeichnet den Titel eines Werkes von einem auf dieser CD enthaltenen Komponisten.

    Aber insgesamt passt es, den immerhin waren 3 der Komponisten Ballettmeister. Im Booklet wird sehr kurz - aber für den Einsteiger ausreichend über Usancen beim Tanz des 16. Jahrhunderts geschrieben, über Anforderungen an die Tänzer, sowohl im Gesellschafts- als Profitanz- über Gepflogenheiten und Prioritäten. Kaum vorstellbar was man auf zweieindhalb Seiten eines dreisprachigen Booklets alles unterbringt.

    Die Stücke wurden vorzugsweise für das adelige Clientel geschrieben, sind aber teilweise sehr volkstümlich und eingängig gehalten

    Die hier genannten Komponisten sind Negri, Caroso, Lupi, Valente, Gastoldi, Picchi, wobei ich nicht eindeutig herausfinden konnte, warum teilweise die Werke als "traditionell" etikettiert wurden.

    Ich könnte mir vorstellen, dass in Zukunft über einen oder den anderen der hier genannten Komponisten ein eigener Thread eröffnet wird.

    Dazu würden wir ein oder den andern Spezialisten hier brauchen......:hello:


    mfg aus Wien

    Alfred


    PS: Einige Stücke sind von betörender Schönheit

    clck 2.700 (!!Fantatisch bei diesem Thama und die kurze Laufzeit)

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Wer keine Alte Musik hört, kann sich informieren. Der Erkenntnisgewinn ist ein Wert.


    Nichts Tänzerisches hat diese Musik an sich. Eine Sphäre des Durchgeistigten, eine Strenge und zugleich Freiheit liegt über diesen Gesängen aus dem 12. Jahrhundert. Über Perotinus Magnus (1165-1220) ist wenig bekannt. Und was überliefert ist, wurde 20 bis 50 Jahre nach dem Tode des Meisters notiert.


    Es gibt im Forum einen eigenen Thread: Leonin und Perotin


    Wikipedia klärt uns auf:


    Pérotin war Magister an der Klosterkirche und Kathedrale Notre Dame in Paris und gilt als bedeutendster Komponist der Notre-Dame-Schule.


    Seine musikhistorische Leistung (jedenfalls entnimmt die Musikwissenschaft das aus den Überlieferungen des Anonymus IV) liegt in der Weiterentwicklung der zweistimmigen Organa seines Vorgängers Léonin an der Kathedrale von Notre-Dame zu drei- und vierstimmigen (Quadruplum) Organa. Durch das Hinzutreten einer dritten und vierten Stimme war die freie Rhythmik des gregorianischen Chorals nicht mehr anwendbar. Es war erforderlich, die einzelnen Stimmen zur Ordnung des Gesamtablaufes fest zu rhythmisieren. Hierzu verwendete Pérotin sechs verschiedene, an antike Versmaße angelehnte rhythmische Modelle, den sogenannten Modalrhythmus.


    Diese Musik war etwas Neues und versetzte die Menschen jener Zeit im wahrsten Sinne des Wortes in unerhörte Bereiche. Ohne die zeitparallel entstehende Notation wären diese Gesänge verloren. man darf nie vergessen: Es ist von Hand mit der Feder geschrieben.

    Pérotin stand auch an einem Punkt der Musikgeschichte und übernahm Elemente zurückliegender Epochen, baute auf ihnen auf und erweiterte die musikalische Sprache.


    800px-Perotin_-_Alleluia_nativitas.jpg


    Auch ohne das musikhistorische Wissen spricht die Musik uns, die wir die Geschichte seit Pérotin überblicken, unmittelbar an.


    Die CD des Hilliard Ensembles kann als Einstiegsdroge dienen. Vorsicht! Suchtgefahr.


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    Majakowski

  • Oft kommen mehrere Ereignisse zusammen. Seit Tagen kommt mir beim Umordnen immer wieder eine 6 CD Box mit Aufnahmen des HILLIARD ENSEMBLES in die Hände. Die habe ich seinerzeit im Rahmen einer "Alte Musik Begeistereungswelle" gekauft und kurz im HIlliard Thread gezeigt.


    Der Perotin Eintrag von moderato mit ebendemselben Ensemble hat mich veranlasst die Box aufzumachen une in eine der CDs hineinzuhören:

    CD Nr 3 Musik am Hofe von Ferdinande und Isabella.

    Wer kennt all die Namen jener spanischen Komponisten um 15oo, die am Hofe Ferdinands II von Aragon (er hatte noch zahlreiche andere Titel)und isabellas von Kastillien die Musik bereitstellten. Streng - den Spanischen Hofzeremoniell entsprechend. Es war jenes Königspaar, das Columbus (Cristobal Colon) Geld und Auftrag für seine Reise gab. Gesucht wurde der westliche Seeweg nach indien. Durch den Irrtum - Columbus meinte, ihn gefunden zuhaben und trug deshalb den Titel eine Vizekönigs von Indien, und die Bevölkerung wurden somit als "Indianer" bezeichnet



    Schon auas den Portraits geht hervor, daß der Spanische Hof kein fröhlicher war, auch der Beinahme "Ferdinand der Katholische" verheisst nicht Gutes.


    Denoch - fast erschrickt man über das temperamentvolle "Dindirin, dindirin" aus anonymer Quelle. Gegen End der CD gibt es dann in der Tat einige nicht-sakrale Stücke...

    Aber generell kann man sagen, daß man - bei passender Stimmung - in eine andere Welt entführt wird. die einen (oder besser gesagt miich) in eine leicht melancholische - aber zugleich auch zufrieden Stimmung versetzt - irgendwie ein Rendervouz mit der Ewigkeit, wie man es sonst nur in gotischen Kathedralen empfindet...


    Für Interessenten- die Box ist (fast) geschenkt...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Johannes Ghiselin (1455-1507)

    Pierre de la Rue (1460-1518)

    Jakob Obrecht (1457-1505)

    Loyset Compere (1445-1518)

    Antoine Brumel (1460-1520)

    Matthaeus Pipelare (1450-1515)

    Johannes Ockeghem (1430-1497)

    Alexander Agricola (1446-1506)

    Johannes Prioris (1460-1514)

    Heinrich Isaac (1450-1517)




    Ich glaube, die muß ich haben. Schon wegen Dorothee Mields.

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Merci lieber Reinhard ;), für diesen wertvollen Tipp ! :hail:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Es gehört nur zum Teil hierher. Das niederländische Dudok Kwartet spielt zu Beginn eines Konzertes mit Ligetis zweitem Streichquartett aus dem Jahre 1968 eine Auswahl aus den Viderunt Omnues von Perotin. es liegen also fast 700 Jahre zwischen den Kompositionen. Eine, wie ich finde, sehr aparte Zusammenstellung


    aus dem youtube-Text:


    Recorded live at the Concertgebouw in Amsterdam on the 21st of November 2015. During this concert, Ligeti's quartet was interwoven with short intermezzi by various other composers.

    0:10 Pérotin - Selection from Viderunt Omnes


    Ligeti - String Quartet no. 2:
    2:46 I. Allegro nervoso
    8:02 II. Sostenuto, molto calmo


    12:59 Debussy - Canope from Preludes, livre II


    Ligeti - String Quartet no. 2:
    16:12 III. Come un meccanismo di precisione
    19:51 IV. Presto furioso, brutale, tumultuoso
    22:08 V. Allegro con delicatezza

    27:49 Brahms - Intermezzo in B minor op. 119 no. 1


    http://www.dudokquartet.com