Klassiktermine im Fernsehen

  • Eine Überraschung ist schon gelungen. Tele 5 bringt mehr Oper als ARD und ZDF (im Vorjahr den Faust aus der Met).


    Dazu haben sie noch den Oliver Kalkofe!!!


    Zu den Königskindern eine Frage. Warum singt ein spanischer König heute eine Mädchenrolle?


    Übrigens: Heute 13.05 im HR: Die Wildecker Herzbuben mit Tannenduft, Plätzchen und Erinnerung an alte Zeiten. Dazu noch hält Hansi Hinterseer eine Überraschung parat.

  • Dann lieber Wildecker Herzbuben oder Hansi Hinterseer


    Lieber Hans,


    du hattest in deiner Vorankündigung auf die "Königskinder" auch scherzhaft auf diese beiden oben Genannten hingewiesen. Ich hätte deinem Rat folgen sollen und mir lieber diese aufgenommen als den Unsinn, der in Tele5 aus Zürich gezeigt wurde. Ich hatte geglaubt, vielleicht mal eine schöne Inszenierung der "Königskinder" zu bekommen. Und dann dieser hirnverbrannte Schwachsinn! Jonas Kaufmann lässt sich aber auch für jeden Mist missbrauchen. Leider gibt es auch auf DVD nichts Besseres.
    Hätte ich diese schöne Oper nicht schon längst gekannt und auf CD mit Adolf Dallapozza, Helen Donath und Hermann Prey, wäre diese Inszenierung eine Oper zum Abgewöhnen gewesen. Zur musikalischen Qualität kann ich nichts sagen. Da schon von Anfang an erkennbar war, das das Ganze wieder auf eine Verunstaltung und Verhöhnung dieser Oper hinauslief, habe ich den Rest im Schnelldurchlauf angesehen. Was das mit der Oper zu tun haben sollte, bleibt mir verborgen. Und da lege ich doch lieber meine schöne CD auf, um ohne des scheußliche Bild diese wunderbare Oper genießen zu können.
    Herzlichen Glückwunsch an alle, die das nicht gesehen und keine Zeit damit verplempert haben!

    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Eigentlich war mein fester Vorsatz, nur über Opern zu diskutieren, die ich gesehen habe. Über die Königskinder hätte ich gern diskutiert, zumal ich die Oper noch nie gesehen habe. Die doch sehr wagnerisch geprägte Musik käme mir eigentlich entgegen.


    Deshalb habe ich den "Kultursender" Tele 5 heute Nacht laufen lassen und den Recorder programmiert.


    Heute Morgen beim Frühstück habe ich mir einen Blick gegönnt, auch verschiedene Szenen kurz anlaufen lassen. Ich werde mein Vorhaben umsetzen und nicht diskutieren, was ich nicht gesehen habe. Der Recorder hat wieder Platz für neue Versuche, eine schöne Oper für die Ewigkeit zu speichern. Die Königskinder sind gelöscht.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Ich hatte die Königskinder gar nicht auf dem Programm, aber hami hat mir Bescheid gesagt. Nach ein paar Minuten habe ich das nicht mal aufgenommen. Wie Gerhard habe ich die schöne Aufnahme mit Donath, Dallapozza und Prey; die möchte ich mir auch nicht verderben.

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" Da sprach der Überbau zur Basis: "Was is?" (Robert Gernhardt/ F.W. Bernstein)

  • Ja, meine lieben Freunde,


    habe es auch aufgenommen und nicht gelöscht. Dazu muss ich noch bekennen, dass ich es nicht bereut habe.


    Sicher, auch ich hätte eine allegorisch verpackte Märchenoper vorgezogen, aber das, was die Züricher Oper zu bieten hatte, war weitaus besser, als ich im ersten Schrecken angenommen hatte.
    Die Szenographie mag auf den ersten Blick ernüchternd gewirkt haben, doch hier war kein Regisseur am Werk, der darauf aus war, mit Unbegreiflichkeiten und übertriebenen Effekten einen Skandal herauszufordern, um sich damit wieder als Zentralgestirn zu produzieren.


    Vor allem war der dritte Akt sehr beindruckend. Die demolierte Turnhalle, wo der Schnee durch die leeren Fensterhöhlen wirbelt, führt die Verlassenheit der Königskinder gerade durch die Nähe zur übrigen Gesellschaft noch deutlicher vor Augen, als eine Waldhütte, hinter der man trotz allem doch noch einen gewissen Hauch von Gemütlichkeit fühlen kann.
    Statt Allegorie photographierte Wirklichkeit. Nicht jeder mag das verständlicherweise, aber die Königskinder sind auch ursprünglich nicht nur Märchen, sondern deutliche Sozialkritik.


    Man kann über die Inszenierung geteilter Meinung sein, über das musikalisch und darstellerisch Gebotene wohl kaum.
    Isabel Rey war eine rührende Gänsemagd, die mich mit ihrem Schauspieltalent und einer angenehme Stimme beeindruckte.


    Kaufmann war sehr gut in seiner Rolle und auch an den übrigen Sängern gab es wenig auszusetzen.


    Das Orchester under Ingo Metzmacher rollte dazu noch einen wunderbaren Klangteppich aus. Ein großes Lob dafür, dass er diese halbvergessene Oper wieder zugänglich gemacht hat.


    Wirklich, Freunde, der Eraser muss noch warten.

  • Lieber Hans,


    es ist ganz interessant, wie du die Sache siehst. Dennoch glaube ich, dass die Waldwiese mit der beschädigten Hütte im Schnee, wo die beiden schließlich verhungert und erfroren gefunden werden, für mich und auf viele andere weit wirkungsvoller und ergreifender gewesen wäre. Zur übrigen Inszenierung bleibt mir nur zu sagen, dass das alles wie ein Zerrbild dieser Oper auf mich gewirkt hat (der komische Pflanzenladen der Hexe mit den Preisschildern in den Töpfen, die Pappgänse (muss man überhaupt Gänse haben, um zu erkennen, dass es eine Gänsemagd sein soll? Und das im Blumenladen?) auf Stielen, mit denen die beiden spielten und die sie in Blumentöpfe steckten, die seltsamen Figuren der Hexe, des Spielmanns,Besenbinders und Holzhackers in ihren verrückten Aufmachungen, die teilweise von mir als blödsinnig empfundenen Gesten usw.). Ich habe das nach dem beschleunigten Durchlauf ohne Musik schnell wieder gelöscht. Der Anblick dieser Parodie auf die schöne Oper hätte mir ohnehin den Geschmack an der wunderbaren Musik verdorben.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Liebe Freunde,


    Was ich nun sage, wird einige wundern:
    Da ich das Werk sehr liebe, habe ich mir unmittelbar nach dem Erscheinen sogar die dvd zugetan und - habe es nicht bereut!
    Selbstverständlich wäre auch mir eine traditionelle Aufführung lieber gewesen, aber immerhin hat diese Inszenierung das Werk nicht verunstaltet, und die musikalisch hervorragende Interpretation hat mich über vieles hinweg getröstet.
    Übrigens gibt es noch eine ältere Interpretation aus ca. 1952, die ich über die bereits genannte Aufnahme stelle mit Peter Anders und Fischer-Dieskau.
    Das bringt mich auf eine Frage: weiss jemand was aus Knusperhexe geworden ist, der in seinen Postings immer ein Zitat aus den Königskindern aufführte?

  • Lieber M.Joho,


    Knusperhexe hat mir zu Weihnachten kurz Grüße geschickt. Vor einiger Zeit teilte er mir mal mit, er sei sehr beschäftigt und habe kaum Zeit für das Forum. Mehr weiß ich leider auch nicht.
    Was du in Bezug auf die Königskinder sagst, wundert mich weniger. Auch ich habe einige modernisierte Inszenierungen, die das Werk aber nicht verunstalten und die Handlung nicht verändern, mit denen ich mich deshalb auch anfreunden konnte. Mit diesen Königskindern konnte ich mich jedoch aus den schon genannten Gründen nicht anfreunden. Einig sind wir uns jedoch insofern alle, dass uns diese Oper wohl im traditionellen Gewand wohl weit besser gefallen hätte. Die von dir genannte DVD mit der Inszenierung aus 1952 habe ich noch nicht entdeckt. Vielen Dank für den Hinweis.
    Mich wundert auch, dass im Fernsehen die schönen alten, traditionell gefilmten Märchen, die sich jedes Jahr wiederholen, immer noch so beliebt sind, während man in der Oper Tradition verteufeln will.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Silvester, 31. Dez., 17 Uhr im TV MDR:

    Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125
    mit dem Schlusschor über Schillers Ode "An die Freude"


    Auch in diesem Jahr wird dieses Konzert vom MDR FERNSEHEN live aus dem
    Leipziger Gewandhaus übertragen.
    Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly dirigiert Chöre und Orchester des Gewandhauses.
    Die Solisten sind Camilla Tilling , Gerhild Romberger , Simon O'Neill und Ain Anger.


    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • ZDF-Kultur zeigt heute ab 20.15 Uhr ein Schmankerl für die Freunde der Barock-Oper


    LES PALADINES
    Oper in drei Akten von Jean Philippe Rameau


    Aus dem Text der Ankündigung:
    José Montalvo macht aus Rameaus Oper für das Chatelet-Theater in Paris ein virtuoses Multimediaspektakel.
    Entstanden ist eine unkonventionelle, witzige, respektlos-kritische Aktualisierung mit Breakdancern und Akrobaten.


    TOLL!


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Information der Fritz-Wunderlich-Gesellschaft von heute:


    Am 26. Januar 2014 wird um 20.15 Uhr auf Bayern ALPHA der Film „Leben und Legende“ über Fritz Wunderlich zu sehen sein.


    Allen Interessierten viel Vergnügen beim Schauen. :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • ZDF-Kultur zeigt heute ab 20.15 Uhr ein Schmankerl für die Freunde der Barock-Oper


    LES PALADINES
    Oper in drei Akten von Jean Philippe Rameau


    Hallo Musikwanderer,


    könnte es sein, dass Du Dich mit dem Sender vertan hast? Ich wollte Les Paladins gerne aufnehmen. Aber ZDF-Kultur gibt es bei uns gar nicht mehr ?(

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Les Paladins lief vor einiger Zeit in Düsseldorf mit großem Erfolg!

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" Da sprach der Überbau zur Basis: "Was is?" (Robert Gernhardt/ F.W. Bernstein)

  • könnte es sein, dass Du Dich mit dem Sender vertan hast? Ich wollte Les Paladins gerne aufnehmen. Aber ZDF-Kultur gibt es bei uns gar nicht mehr

    Liebe Marnie,


    bei uns speist Kabel Deutschland ZDF-Kultur ein. Ich habe gleich einmal nachgeschaut, gerade läuft eine alte Hitparade. Eben Kultur.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Lieber LaRoche,


    auch ich habe die Ankündigung in meiner Rundfunkzeitschrift gelesen und, da ich mein Fernsehen über Satellit beziehe, hätte ich die Sendung sehen können. Aber ich hatte diese Inszenierung vor längerer Zeit schon gesehen (Ich glaube es war noch zur Zeit des Theaterkanals) und habe sie nach einiger Zeit abgeschaltet. Für mich hatte diese Verpoppung verbunden mit Multimedia-Show nicht im Entferntesten etwas mit einer Oper zu tun, lediglich dass die Musik missbraucht worden ist. Ich glaube du und auch viele andere, die sie nicht sehen konnten, haben dabei nichts versäumt. Sie passte jedenfalls zu dem heutigen Niveau des sogenannten "Kultursenders".


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Liebe Freunde, die sich die Show "Les Paladins" gerne ansehen oder sie aufnehmen möchten: Sie wird am 26.1 von 10.15 - 12.40 Uhr auf 3sat noch einmal gesendet. Also eventuell jetzt schon vormerken.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)

  • Wer sich für Alma Mahler-Werfel, geb. Schindler, interessiert, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen:


    Samstag 25. Januar, 20.15 Uhr 3 sat:
    Europa am Abgrund
    Die Windsbraut
    Historischer Film, Großbritannien/Österreich 2000
    Darsteller:
    Alma Mahler - Sarah Wynter
    Gustav Mahler - Jonathan Pryce
    Oskar Kokoschka - Vincent Perez
    Gustav Klimt - August Schmölzer
    Walter Gropius - Simon Verhoeven
    u.a.
    Buch: Marilyn Levy
    Regie: Bruce Beresford
    Länge: 95 Minuten


    Zitat

    Wien, um 1900: Gustav Klimt ist der Star unter den Malern der Wiener Sezession", die gleichzeitig angefeindet und gefeiert werden. Wie er sind der Architekt Adolf Loos und der Komponist Gustav Mahler Wegbereiter der Moderne. Und mitten unter ihnen Alma, die Tochter des Malers Schindler: ehrgeizig und hochbegabt, schön und viel begehrt. Sie selbst träumt von einer Karriere als Komponistin, schreibt Lieder. Diesen Traum gibt sie Gustav Mahler zuliebe auf und heiratet ihn. Doch bald wird ihr das Leben an seiner Seite zu eng. Als ihre kleine Tochter stirbt, verliebt sie sich in den Architekten Walter Gropius. Es folgt eine wilde, stürmische Liebe mit Oskar Kokoschka, die den Maler fast um seinen Verstand und um sein Leben bringt. Alma geht unbeirrbar ihren Weg durch alle Höhen und Tiefen leidenschaftlicher Beziehungen.
    "Die Windsbraut", ein Film des Oscarpreisträgers Bruce Beresford, zeichnet den Glanz der Epoche und das bewegte Leben von Alma Mahler nach.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Liebe Taminos,


    am morgigen Sonntag gibt es einige Programmänderungen anlässlich des Todes von Claudio Abbado. Vielleicht ist es schon an anderer Stelle gepostet; ich stelle die Information aber auch hier ein:



    um 10.15 Uhr in 3SAT:


    Claudio Abbado dirigiert Gustav Mahler
    Programm:
    Gustav Mahler: 1. Satz "Adagio" aus der Sinfonie Nr. 10
    Gustav Mahler: "Das Lied von der Erde"
    Mit Jonas Kaufmann (Tenor) und Anne Sofie von Otter (Mezzosopran)
    Orchester: Berliner Philharmoniker
    Musikalische Leitung: Claudio Abbado



    und auf Arte:


    CLAUDIO ABBADO: DIE STILLE HÖREN
    Sonntag, 26. Januar um 17:10 Uhr (59 Min.)


    CLAUDIO ABBADO DIRIGIERT DAS REQUIEM VON MOZART
    Sonntag, 26. Januar um 18:10 Uhr (61 Min.)


    ABBADO IN LUZERN: TSCHAIKOWSKYS "PATHÉTIQUE"
    Montag, 27. Januar um 1:30 Uhr (53 Min.)


    Ein schönes Wochenende wünscht Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Habe die Abbado-Sendung auf 3sat gerade ausgemacht. Die 10. (1. Satz) war gut gespielt, aber der Ausbruch, die Supernova (siehe meinen thread über Supernovae), war mir viel zu zahm. Und das Gelingen dieser Stelle ist für mich das Hauptkriterium der ganzen Sinfonie. Zum Lied von der Erde möchte ich nur sagen, dass mir beide Solisten die Anforderungen, die dort gestellt werden, nicht erfüllen konnten.

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" Da sprach der Überbau zur Basis: "Was is?" (Robert Gernhardt/ F.W. Bernstein)

  • Die Zauberflöte von den Seefestspielen (3SAT)


    Ich bin kein Freund dieser Spielstätte. Aber die Protagonisten (vielleicht den Sarastro etwas ausgenommmen) sind einfach großartig - ein begnadeter, idealer Tamino, ein Papageno, wie er im Buche steht, eine frische, beherzte Pamina und eine ungewöhnlich timbrierte, eindrucksvolle Königin der Nacht. Und Orchester und Dirigat voller überraschender Details.


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • Die Zauberflöte von den Seefestspielen (3SAT)


    Ich bin kein Freund dieser Spielstätte. Aber die Protagonisten (vielleicht den Sarastro etwas ausgenommmen) sind einfach großartig - ein begnadeter, idealer Tamino, ein Papageno, wie er im Buche steht, eine frische, beherzte Pamina und eine ungewöhnlich timbrierte, eindrucksvolle Königin der Nacht. Und Orchester und Dirigat voller überraschender Details.


    Bregenz muß Geld verdienen. Die letzten Inszenierungen waren finanziell wohl nicht erfolgreich. Zauberflöte ist immer eine sichere Bank. Und sie als Groß-Spektakel zu inszenieren, ist doch nicht falsch. Hat uns nicht Amadeus den Verwendungszusammenhang dieser Oper vor Augen geführt: im Spektakel-Theater.
    Musikalisch habe ich in Bregenz schon deutlich Schlechteres gesehen und gehört.

  • Liebe Opernfreunde


    Am 6. März bietet ZDF-Kultur um 20.15 Uhr (Wiederholung 0.55 Uhr) Opernfreunden die Gelegenheit, eine Oper eines weniger bekannten Komponisten kennen zu lernen:

    Vincente Martín y Soler: Il burbero di buon cuore (Der gutherzige Griesgram)


    Diese Opera buffa nach einer Komödie von Goldini wurde im gleichen Jahr wie Mozarts Figaro (1786) am Wiener Burgtheater uraufgeführt. Das Libretto stammt aus der Feder von Lorenzo da Ponte, der auch das Libretto zum Figaro verfasste. Eine auch im selben Jahr am Burgtheater uraufgeführte Oper des Komponisten (La cosa rara) verdrängte sogar zeitweise den Figaro.
    Zu "Il burbero di buon cuore" komponierte Mozart später - als Martín y Soler nach Sankt Petersburg ging - noch für jeden Akt eine Arie hinzu ("Chi sa" (KV 582) und " Vado, ma dove" ( KV 583).
    Ich habe zwar das italienische Libretto, aber nach all den Ereignissen der letzten Zeit im Forum in Bezug auf die Oper fehlt mir im Augenblick ein wenig die Lust, mich intensiver damit zu beschäftigen und für den Opernführer auszuarbeiten. Daher hier nur eine kurze Inhaltsangabe:
    Ferrando ist ein etwas boshafte Charakter, hat aber ein gutes Herz. Die Frau seines Neffen, Lucilla, führt ein luxoriöses Leben, weil sie glaubt, ihr Mann sei reich. Dieser will seiner Frau nichts verbieten, steht aber vor dem Bankrott. Die Schwester Giocondos, Angelica, will Ferrando mit seinen Freund Dorval verheiraten, der wesentlich älter ist als sie. Sie aber liebt den jungen Valerio.
    Aus einem Brief von Giocondos Anwalt erfährt Lucilla von dem Bankrott ihres Mannes. Als dann auch noch Valerio um Angelica anhält und Dorval, der erkennt, dass sie ihn nicht liebt, auf die Heirat verzichtet, wird es Ferrando zuviel, die verschwenderische Frau des Neffen und die geplatzte von ihm beabsichtigte Heirat seiner Nichte. Doch am Ende siegt sein gutes Herz. Er verzeiht Giocondo und Lucilla und stimmt auch der Heirat Angelicas mit Valerio zu.
    Die Ouvertüre und eine turbulente Szene könnt ihr euch als Vorschau auf youtube ansehen. Die Oper wurde auch auf DVD verfilmt:



    Liebe Grüße
    Gerhard

    Regietheater ist die Menge der Inszenierungen von Leuten, die nicht Regie führen können. (Zitat Prof. Christian Lehmann)