Eintrittspreise

  • [Falls es ein geeigneteres Unterforum gibt, den Beitrag bitte dahin verschieben.]


    Neulich bekam ich das Programm des Festspielhauses Baden-Baden für die neue Saison 2006/2007. Ich stamme aus einem Dorf 25 km nördlich von Baden-Baden, wohne zwar derzeit in Westfalen, habe aber das Festspielhaus schon mehrfach besucht.


    Die Preise erscheinen mir so langsam aber reichlich hoch. Beispiele:


    Don Giovanni (René Jacobs): 220-176-132-110-66 €
    Martinu/Mozart/Dvorak (London Symphony O., Gardiner): 150-120-90-75-45 €
    Pfitzner/Bruckner (Münchner Phil., Thielemann): 150-120-90-75-45 €
    Madame Butterfly (Marinsky-Theater): 220-176-132-110-66 €
    Brendel, Klavier: 110-88-66-55-33 €
    Mozart-Violinsonaten (Mutter/Orkis): 180-144-108-90-54 €


    Opern sind praktisch unbezahlbar, bekannte Künstler ebenfalls.


    Ist das an anderen Spielstätten ebenso?


    Wie sind denn die Preise in Wien, Berlin, Mailand, New York, etc.?



    Thomas Deck

  • Hallo Thomas,


    ich habe gerade mal eine Stichprobe mit Brendel durchgeführt:


    Philharmonie Köln, 24. Mai 2007
    Alfred Brendel mit Werken von Haydn, Beethoven, Schubert und Mozart
    Vorverkaufsbeginn: 24.01.2007
    € 10,- 19,- 27,- 32,- 37,- 42,-
    € 32,- Chorempore (Z)


    Es scheint also nicht nur an den bekannten Namen zu liegen. Obwohl ich ziemlich sicher bin, daß bei "Berühmtheiten" gerne mal draufgelegt wird.


    Grüße,
    Gentilhombre

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • Hallo


    Die Preise sind aus meiner Sicht ganz normal.


    Hier die Eintrittspreise für die Wiener Staatsoper zu "Werther" am 30. 6. 2006:



    Kategorie 1 --- 197 €

    Kategorie 2 --- 159 €

    Kategorie 3 --- 119 € Ausverkauft

    Kategorie 4 --- 88 € Ausverkauft

    Kategorie 5 --- 67 € Ausverkauft

    Kategorie 6 --- 45 € Ausverkauft



    normale Repertoirevorstellung ....


    und hier "Rigoletto" am 21. 10.


    Kategorie 1 --- 223 €

    Kategorie 2 --- 197 €

    Kategorie 3 --- 145 €

    Kategorie 4 --- 107 €

    Kategorie 5 --- 82 €

    Kategorie 6 --- 55 €



    mfg
    aus Wien
    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Salut,


    nun ja, man darf zugeben, dass sich das Baden-Badener Festspielhaus nach anfänglichen fast tödlichen Problemen mehr als gemausert hat! Derweil treten eigentlich nur noch die größten der Großen dort auf - das untergräbt natürlich auch Karlsruhe und andere "Anrainer" :P


    Ich schätze, Baden-Baden - das wohl auch am finanziellen und kulturellen Verfall leidet - legt zudem großen Wert auf ein ausgesuchtes Baden-Baden-würdiges Publikum, das ist nur durch die Preise zu gewährleisten. Wer dorthin will, muß blechen... Zudem kostet dieser Wolf im Schafspelz [außen hui - (ganz) innen pfui!] enormen Unterhalt.


    Du kannst Dir natürlich auch für einen unglaublichen Betrag ein Bronzeschild für den Vorplatz als Sponsor besorgen und erwirbst damit [hoffentlich!] lebenslangen kostenlosen Eintritt... es könnte sich lohnen.


    Viele Grüße
    Ulli [der es sich bisher dreimal geleistet hat: Hahn, Bartoli, Buchbinder]

  • Bei den Preisen in Baden-Baden darf man außerdem nicht außer acht lassen, dass das dortige Festspielhaus ohne laufende öffentliche Subventionen auskommen muss. Daher natürlich der "Zwang" zum Star, um entsprechend zahlungskräftiges Publikum aus dem In- und Ausland anzuziehen, die für "gewöhnliche" Musiker kaum so weite Reisen auf sich nehmen würden.

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Meiner beschränkten Erfahrung nach herrrscht in Berlin immer noch ein "Überangebot" an klassischer Musik; als Student kommt man kurzfristig für 10-20 EUR in ziemlich viele Sachen hinein; als Nichtstudent muß man vielleicht 20-40 EUR anlegen. Wiener Staatsoper und Baden-Baden sind gewiß nicht als Maßstab für "gewöhnliche" lokale Konzert- und Opernhäuser zu nehmen.


    Was Baden-Baden betrifft: irre ich mich oder gab es damals vor ca. 10 Jahren nicht eine nicht ganz skandalfreie Anschubfinanzierung? Oder war das irgendein Musical-Schrott der mit öffentlichen Millionen gestützt wurde und dann doch pleite ging?


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Die Eintrittspreise im Bereich Klassik sind in meinen Augen mehr als überzogen. Wenn ich mir überlege, dass eine dreiköpfige Familie, die 1 Stunde Musik in der Dresdner Frauenkirche genießen möchte, fast 300 € auf den Tisch des Hauses legen muss, dann halte ich dies für eine Frechheit! Klassik scheint etwas für die besser betuchten zu sein. Auch ich konnte mir keine Eintrittskarte für die H-Moll in der Thomaskirche zum Bachfest leisten. :angry:
    In meiner Preisklasse gab es nur Plätze unter dem Chor!


    Die Preise für Klassik sind rund 20 % zu hoch. Hier wird der Umstand ausgenutzt, dass die Häuser trotzdem voll werden, da besser betuchte eben viel Klassik hören.


    Ich bin über die Preissituation wütend! Ein Rockkonzert kostet mich im Schnitt 30 € weniger (wenn es nicht gerade Phil Collins oder die Stones sind).

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • In Wien ist eigentlich nur die Staatsoper sehr teuer - die besten Plätze (das sind nicht die teuersten) kosten etwas über 100 Euro und sind im Parkett ganz hinten, früher "Parterre" genannt.


    In der Volksoper kann man für 50 Euro ausgezeichnet sitzen, sehen und hören - dort kosten die teuersten Karten 70.


    Im Musikverein haben beim RSO Wien (Holl, Boreyko und Lubimov mit Schostakowitsch 13. und Pärt) die teuersten Karten 35 Euro gekostet. -Wenn die Philharmoniker gespielt hätten, hätte es 120 Euro gekostet, glaube ich.


    Konzerthaus: als "Mitglied" (Jahresbeitrag 48 Euro, dafür gibt es ein Bonuskonzert) zahlt man noch mal 10 Prozent weniger. Klavierabende oder sonstige Kammermusikstars sowie die meisten normalen Orchester maximal 50 oder 60 Euro. Zwei Ausnahmen sind mir bekannt: bei Jessye Normans Liederabend bin ich für 50 Euro nicht mehr sehr gut gesessen (teuerste Karten etwas über 100, glaube ich), und die Karten für diesen verschobenen Pavarotti-Abend kosten bis 950 - ich musste unbedingt einen Screenshot davon machen als Beweis. Mich würde interessieren, wer 1) zu so etwas geht und 2) noch dazu so viel zahlen würde. :D


    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Was Baden-Baden betrifft: irre ich mich oder gab es damals vor ca. 10 Jahren nicht eine nicht ganz skandalfreie Anschubfinanzierung? Oder war das irgendein Musical-Schrott der mit öffentlichen Millionen gestützt wurde und dann doch pleite ging?


    Zitat

    Original von mir


    nun ja, man darf zugeben, dass sich das Baden-Badener Festspielhaus nach anfänglichen fast tödlichen Problemen mehr als gemausert hat!


    Ich erinnere mich nicht mehr genau, was es war... jedenfalls stand das Festspielhaus mehrfach von dem Aus. Man versuchte [nach meiner Erinnerung], das Publikum mit Musicals zu locken, was ebenfalls in die Hose ging - dann gab es äußerst großzügige Unterstützungen [da man sich die Blösse nicht geben wollte] - und nun scheint's zu klappen: schwarze Zahlen!


    Melot1967: Das sind ja Veranstaltungen für Pseudoklassikfans mit zuviel Kohle, die sich präsentieren wollen [müssen], damit sie noch mehr Kohle bekommen... eine durchaus lohnende Investition, vergleichbar mit VIP-Logen beim Fußball...


    :hello:


    Ulli

  • Zum Landestheater in Innsbruck fällt mir noch was ein:


    Während des Jahres kostet Oper (z. B. die Meistersinger, die ich mal gesehen habe) 9,50 - 17 - 22,50 - 26,50 - 34,50 - 43 - 50 Euro.


    Während der Festwochen Alter Musik im Sommer sieht es leider etwas anders aus, z. B. für Don Giovanni mit René Jacobs und dem Freiburger Barockorchester: 20 - 35 - 50 - 70 - 95 - 110 - 135 (und Premiere am 12.8. bis 155 Euro).

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.



  • Ich glaube eher, die viel höheren Preise liegen daran, dass zu den Festwochen Alter Musik Publikum von weiter her anreist als nur aus Österreich und Bayern. Das Festival ist international und hat einen guten Ruf, was ich den Feuilletons bisher immer so entnommen habe.


    Sitzplan Landestheater Innsbruck


    Übrigens im Juli und ebenfalls in Tirol: Tiroler Festspiele in Erl mit Liederabenden in der Pfarrkirche, z. B. Francisco Araiza mit Winterreise (Karten: 25 Euro) und mit Dichterliebe (Karten: 15 Euro), Klavierabenden. Weiters Konzerte und Oper (Parsifal und Tristan und Isolde) im Passionsspielhaus. Karten für Oper: 70 - 100 - 120 - 150 Euro:



    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Melot1967


    Ich glaube eher, die viel höheren Preise liegen daran, dass zu den Festwochen Alter Musik Publikum von weiter her anreist als nur aus Österreich und Bayern. Das Festival ist international und hat einen guten Ruf, was ich den Feuilletons bisher immer so entnommen habe.


    Salut,


    natürlich hängt es damit auch zusammen. In erster Linie aber sind die örtlichen Konzertbetriebe von Stadt-, Land oder irgendetwas gesponsort. Gastorchester hingegen nicht. Das Freiburger Barockorchester wird zwar vom Land BW und der Stadt Freiburg gefördert, ist aber m. E. eher unanhängig. ICh glaube kaum, dass die Stadt oder das Land einen Auftritt in fremder Region unterstützt - schließlich soll die Kohle in der Nähe bleiben...


    Oder sehe ich das falsch?


    :hello:


    Ulli

  • Hallo thdeck,


    wenn man bedenkt, dass Baden-Baden ohne reguläre Subvention auskommen muss, sind die Preise fast schon moderat...
    Es gibt aber zahlreiche Plätze, für die man wenig bezahlt, viel sieht und eine gute Akkustik hat, z.B. im zweiten Seitenbalkon, erste Reihe.

  • Ich bin der Meinung, dass die Preise ruhig bis zu 25 % niedriger sein könnten. Kein Wunder, dass viele Leute überhaupt keinen Zugang zur Klassik haben können. Ich finde solches Kulturgut sollte einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden. Auch eine "Arbeiterfamilie" oder gar eine Familie, wo einer oder beide Elternteile Arbeitslos ist, sollte die Möglichkeit haben, klassische Musik so kennen und lieben zu lernen. Solche Leute werden ob der Preise in den Opernhäusern förmlich ausgegrenzt. Ich empfinde das a bisserl als Schweinerei!


    Sicherlich ist das nicht nur bei der Klassik so (Fußball) aber doch bei der Klassik extrem auffallend!

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Ich finde, dass die Preise höher sein könnten, solange es Karten zu dann wirklich niedrigen Preisen für einkommensschwache Personen gibt. Wenn ich an der BSO oder an der Wiener Staatsoper bin, denke ich mir jedes Mal, dass die meisten Kulturkonsumenten sowieso Akademiker und somit qua Statistik wohlhabender sind als andere Schichten - für die müssen nicht auch noch Subentionen bezahlt werden. Es ist aber auch nicht die Aufgabe von Staatstheatern, kulturelle Grundversorgung zu betrieben, sondern sie nehem eine Lewuchtturmrolle ein. Grundversorgung leisten - in Deutschland zumindest - die zahlreichen kommunalen Theater mit teilweise mehr als niedrigen Preisen; oft niedriger als ein Kinobesuch...
    Es gibt übrigens mehrere Untersuchungen, die belegen, dass der ausbleibende Besuch von Arbeitern und deren Familien in keinem Zusammenhang mit dem Preis steht. Der Hauptgrund ist, dass zum Kulturverständnis eine frühe Sensibilisierung nötig ist - ab einem gewissen Alter ist der Zug meist abgefahren - und auch das Nichtwissen über die teilweise niedrigen Preise. Ähnliches ist auch in anderen Lebensbereichen zu beobachten: Obwohl die Kosten für einen Salat niedriger sind als für Fast Food, konsumieren Unterschichten trotzdem überwiegend letzteres, daher teilweise auch die niedrigere Lebenserwartung. Gleiches gilt für den TV-Konsum, wo RTL 2 anstelle von 3sat oder arte geglotzt wird.
    In der Hoffnung, niemandem zu nahe getreten zu sein: Schönen Abend noch !

  • Zitat

    Original von Masetto
    Ich bin der Meinung, dass die Preise ruhig bis zu 25 % niedriger sein könnten. Kein Wunder, dass viele Leute überhaupt keinen Zugang zur Klassik haben können. Ich finde solches Kulturgut sollte einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden. Auch eine "Arbeiterfamilie" oder gar eine Familie, wo einer oder beide Elternteile Arbeitslos ist, sollte die Möglichkeit haben, klassische Musik so kennen und lieben zu lernen. Solche Leute werden ob der Preise in den Opernhäusern förmlich ausgegrenzt. Ich empfinde das a bisserl als Schweinerei!


    Sicherlich ist das nicht nur bei der Klassik so (Fußball) aber doch bei der Klassik extrem auffallend!


    Sorry, aber das stimmt so einfach nicht. Schau doch mal, was für Preise genannt werden. Im normalen Repertoirebetrieb (keine Gaststars, Festspiele usw. ) kommt man leicht für ca. EUR 20-30 in die Oper, wenn es nicht die besten Plätze sein müssen. Studenten/Schüler kriegen oft Restkarten für EUR 10 oder so (billiger als viel Kinos!). Rockkonzerte sind in aller Regel teurer, ebenso Show-Musicals wie Cats etc.. Ich glaube kaum, dass jemand, der EUR 40-50 für ein Rockkonzert/festival ausgibt, in die Oper gehen würde, wenn es dort EUR 20 statt 25 kostet. Die Oper wird ja ohnehin zu ca. 90% aus öffentlichen Mitteln subventioniert.
    Die Defizite liegen ganz woanders. Klassische Musik wird auch heutzutage immer noch fast ausschließlich im Elternhaus vermittelt: die Schule u.ä. versagt weitgehend (der Bildungsauftrag des öffentlichen Fernsehen wird ja inzwischen völlig ignoriert).
    Es ist daher außerhalb des mehr oder weniger bürgerlichen Milieus eher unwahrscheinlich, dass überhaupt ein Interesse an diesem Kulturgut entsteht. Wenn dieses Interesse einmal besteht, gibt es kaum ein Land auf der Welt, in dem man derart flächendeckend Oper (und Theater und Konzert) einigermaßen erschwinglich live erleben kann wie Deutschland (auch wenn das natürlich in den letzten 10-20 Jahren schon lückenhafter geworden ist).


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Wenn ich mal für mich selbst sprechen möchte, kann ich nur sagen, dass ich nicht in den Genuss einer Veranstaltung beim Bachfest kommen konnte (wenn ich nicht gerade unter dem Chor sitzen wollte), weil ich mir die Karten für um die 60 € einfach nicht leisten konnte. (Zuviele CDs gekauft .... :D ).


    Wer will schon bei der H-Moll in der Kirche unter dem Chor sitzen?

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Zitat

    Die Preise sind aus meiner Sicht ganz normal.


    Das sind sie nicht.
    Wenn jeder die Preise akzeptiert und hinnimmt, klar dann werden die Preise noch höher steigen.


    Ich mach da nicht mehr mit ! Früher konnte ich als Student in Bonn die ganze Saison 9 KlassischeKonzerte für maximal 150 bis 200,-DM besuchen - heute soll ich (z.Bsp. in Baden-Baden, wie im Tread oben) diesen Preis für ein Konzert bezahlen. Nicht mit mir.
    Dabei kommt es nicht darauf an was man sich leisten kann, sondern was man bereit ist für einen Konzertbesuch auszugeben.
    Da kaufe ich mir lieber die entsprechenden CD´s (wenn ich diese nicht ohnehin schon habe).


    8) Ich gehe ins Konzert, wenn ich maximal 25,-€ für eine Eintrittskarte pro Person bezahlen muß - mehr kommt nicht in Frage.
    Das ist angemessen für einen Konzertbesuch.


    :) Bonn als Kulturstadt bietet allerdings viele Konzertmöglichkeiten ohne Eintrittspreis oder zumindest bezahlbar an.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Also ich gebe zu, v. a. die Preise, die Alfred von der Wiener Staatsoper gepostet hat, finde ich doch ein bissel sehr hoch - eine der beiden Vorstellungen ist ja sogar eine "normale" Repertoirevorstellung - mein lieber Scholli! Dieses Haus ist nichts für "gerade mal eben so" in die Oper gehen, weil einen die eine oder andere Aufführung interessieren könnte.
    Das muss man sich ja echt zweimal überlegen - dennoch sind die meisten Vorstellungen dort bestimmt ausverkauft, oder? Als "Wiener Staatsoper" kann man sich das wohl auch leisten....


    Da lobe ich mir unsere Kölner Preise, die, wie ich finde, genau richtig sind: In "normale" Opern- oder Konzertveranstaltungen kommt man für ca. 25 € ohne Probleme, spontan kann man an den Abendkassen für noch weniger ebenfalls oft Glück haben, denn bei uns ist selten eine Vorstellung/ ein Konzert mal ausverkauft - an den Preisen liegt es jedenfalls bestimmt nicht.


    Masetto :
    Verzeihe meine Unwissenheit über lokale Leipziger Konzert-Gegebenheiten:
    Als Du das mit dem "unter dem Chor sitzen" weiter oben zum erstenmal schriebst, hatte ich das noch für einen ironischen Kommentar gehalten, aber nachdem Du das jetzt noch zweimal wiederholt hast, bin ich gleichermaßen irritiert wie neugierig geworden:


    Wie kann man denn bitteschön bei einem Konzert "unter" einem Chor sitzen? Quetscht man sich unter das an der Stirnseite der Kirche/ des Saals aufgebaute Chorgestühl und erlebt das Konzert dann dort kauernd oder liegend oder wie?? Da würde ich ja Platzangst kriegen.... :D

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Moin,


    hier mal die üblichen Zürcher Opernpreise in CHF. 1 € = 1,56 CHF



    Sitzplan und Preise

    Kat 1 lila
    Kat 2 blau
    Kat 3 gelb
    Kat 4 grün
    Kat 5 orange


    Preise I
    92
    76
    65
    43
    16


    Preise II
    141
    126
    113
    56
    20


    Preise III
    169
    152
    130
    56
    30


    Preise IV
    198
    173
    152
    92
    32


    Preise V
    230
    192
    168
    95
    35


    Preise VI
    270
    216
    184
    98
    38


    Preise VII
    320
    250
    220
    98
    38


    Galapreise
    380
    320
    280
    120
    45


    Preise Konzerte
    75
    59
    44
    25
    15



    Preise VV (Volksvorstellung)
    75
    59
    44
    25
    15


    OrangeOpera
    Legi-Preise I-III
    35
    25
    20
    18
    13


    OrangeOpera
    Legi-Preise ab IV
    45
    33
    25
    20
    15


    Kindervorstellung
    35
    35
    12
    12
    12


    Sorry, aber ich bin zu blöde, das vernünftig darzustellen.


    Preise 1 sind z.B das Alban-Berg-Quartett (Super-Schnäppchen)


    Opern beginnen bei Preise 5, wozu die Preise von 2 bis 4 sind, weiss ich nicht. Von den preiswerten Karten unter 40 CHF gibt es nur wenige brauchbare.


    Ein weiteres Schnäppchen sind die Volksvorstellungen, gesponsert von der Migros. Hier ist aber Anstehen um spätestens 6:00 Uhr morgens angesagt. Kasse macht um 11:00 Uhr auf. Zum Glück gibt es ein privat organisiertes Listensystem (Eintragen, damit man nicht 5 h Anstehen muss), dass von allen akzeptiert wird.


    Dazu gibt es dann noch fette Subventionen. Aber die Qualität des Zürcher Opernhauses ist schon sehr gut.


    Es gab diese Saison 13 Opernpremieren.


    Auch Standardrepertoirevorstellungen sind deutlich besser , als das, was ich aus meiner HH- und B-Zeit kenne.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Mir als Frührentnerin sind die Preise in Baden-Baden zu hoch. Da kaufe ich mir lieber eine teure CD, die ich immer wieder hören kann. Oder wieder verkaufen, falls sie mir wider Erwarten doch nicht gefällt.


    Ich habe aber in Karlsruhe Möglichkeiten, in preiswerte Klassik-Konzerte zu gehen, deren Qualität meinen Ansprüchen genügt.


    Es gibt hier sogar eine Abonnent-Reihe mit Konzerten zur Wiener Klassik mit sehr moderaten Preisen. Die Reihe Abonnement mit 5 Vorstellungen kostet in etwa zwischen 105 € und 43 €, ein einzelnes Konzert zwischen 26 € und 10,50 €.
    Es ist ein durchaus gutes Orchester, die klassische Philharmonie Bonn.
    Der Konzertsall ist nicht schön, aber die Akustik ist in Ordnung.
    Freilich habe ich es zeitlich noch immer nicht geschafft, mal in so ein Konzert zu gehen.


    Auch gibt es hier öfters mal kostenlose Angebote, die laut Zeitungskritik nicht schlecht sind. So von der hiesigen Musikhochschule oder auch mal in Kirchen. Nur finde ich es da schwierig, mich vorher über die Art und die Qualität der Musizierenden zu informieren.

    Anna-Beate

  • Hallo Anna-Beate,


    Zitat

    Auch gibt es hier öfters mal kostenlose Angebote, die lautt zeitungskritik nicht schlecht sind. So von der hiesigen Musikhochschule oder auch mal in Kirchen. Nur finde ich es da schwierig, mich vorher über die Art und die Qualität der Musizierenden zu informieren.


    ... solche Veranstaltungen würde ich Dir wärmstens ans Herz legen wollen.
    Selbst, wenn Du es nicht vorher schaffst, Dir Infos über die KünstlerInnen zu besorgen - lass Dich einfach ganz unvoreingenommen überraschen (macht ja auch mal Spaß ;) ) - es kostet ja nix...


    Und gerade die Konzerte der Musikhochschule sind bestimmt nicht die schlechtesten vom Niveau her - bei unserer Kölner MuHo habe ich schon manch begeisterndes Konzert erleben können (auch kostenlos)!


    Und wenn alle Stricke reißen sollten: Auch ein vom Niveau her "unterirdisches" Konzert ist ja mal ganz interessant - man merkt dann, wieviel man selber an eigener Musik-Erfahrung besitzt, um beurteilen zu können, was einem jetzt gar nicht gefallen hat, oder wo man technische Mängel bei den Interpreten entdecken konnte - nur so lernt man wirklich "spitzenmäßige" Leistungen im Konzert wirklich zu schätzen und merkt, das sowas nicht selbstverständlich ist :]


    Und "für umsonst" geht man dann evtl. auch mal in Konzerte, deren Programm einen nicht so direkt anspricht - und entdeckt dann evtl. ganz überraschend was Neues für einen erweiterten persönlichen Musik-Horizont :yes:

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Salut Anna-Beate,


    besonders bei den Kirchenkonzerten [Oratorien, Messen etc.] wirst Du da einfach nur Glück haben müssen. Es gibt verschiedene "Ensembles" [z.B. Karlsruher Barockorchester...] in Karlsruhe, deren Zusammensetzung sich aber zwangsläufig immer wieder bzw. stets in weiten Teilen ändert [bis auf ein paar "alte Hasen"]. Das sind für die Musiker, oft Studenten oder Ex-Studenten, größtenteils Muggen - es gibt ein oder zwei Proben und dann das Konzert mit geübten, teils recht guten Kirchenchören [z.B. Durlacher Kantorei]. Dafür sind diese Konzerte zumeist recht günstig, bis 18 €.


    Auf die Kritiken in den BNN gebe ich absolut nichts - da wird meines Erachtens zu viel gelobt. Erst kürzlich wurde Prokoffiews "Liebe zu den drei Orangen" als "plattenreife" Aufführung gehuldigt. Ich war eingeladen, ging aber [aus terminlichen Gründen] nicht hin. Und der Einladende ist bitter enttäuscht gewesen von der Aufführung.


    Ganz schön und oftmals kostenlos [Abschlußkonzerte der Studentien?] sind die Konzerte im Schloß Gottesaue. Warst Du da schon einmal?


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Ulli, ich habe es auch in die Konzerte der Musikhochschule bei uns in Karlsruhe noch nicht geschafft. Auch war das programm immer nur sehr teilweise nach meinem Geschmack. Aber es gibt da ja immer wieder etwas.


    Wo kommst du denn her, dass du dich in meiner Stadt so gut auskennst?

    Anna-Beate

  • Zitat

    Original von Anna-Beate


    Wo kommst du denn her, dass du dich in meiner Stadt so gut auskennst?


    Ich wohne ~20 km Luftlinie von KA entfernt auf der anderen Rheinseite und habe etwa 10 Jahre in der Zirkelstadt gearbeitet. Ja, der Zirkel und ich - zwei Welten treffen aufeinander... mittlerweile aber haben wir uns angefreundet.


    :hello:


    Ulli

  • Also ich war in der Wiener Staatsoper in "Moses und Aron" um 10€ Galerie Seite (mit Sichteinschränkung - sehen wollte ich ohnehin nichts).


    Die Staatsoper hat also ZUM HÖREN sehr wohl günstige Plätze, nur sind sie bei vielen Opern sehr rasch ausverkauft.

  • Marc Der Chor in der Thomaskirche steht recht hoch (die Chorempore ist auf einer höheren Ebene. Genau darunter (wie es auch Plätze unter der Orgel gibt) verfrachtet man dann das Gesockse, deren Geldbeutel nicht den Vorstellungen der Verantwortlichen entspricht.


    Ich bin z. B. der Meinung, dass ein Konzert in der Thomaskirche "quasi für die Gemeinde" gratis sein sollte oder zumindest höchstens bei 15 € angesiedelt sein sollte.


    Aber hier in Leipzig wird Bach schon ganz schön teuer verkauft!


    Früher müssen die Gegebenheiten in der Thomaskirche phantastisch gewesen sein, als die beiden Chöre auf zwei Choremporen sich gegenüber standen und dazwischen Platz für die Konzertbesucher gewesen war.


    Ich finde Plätze unter der Orgel/Chorempore als nicht sonderlich prickelnd!

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Zitat

    Original von ulfk179
    Ich finde, dass die Preise höher sein könnten, solange es Karten zu dann wirklich niedrigen Preisen für einkommensschwache Personen gibt. Wenn ich an der BSO oder an der Wiener Staatsoper bin, denke ich mir jedes Mal, dass die meisten Kulturkonsumenten sowieso Akademiker und somit qua Statistik wohlhabender sind als andere Schichten - für die müssen nicht auch noch Subentionen bezahlt werden. Es ist aber auch nicht die Aufgabe von Staatstheatern, kulturelle Grundversorgung zu betrieben, sondern sie nehem eine Lewuchtturmrolle ein...


    Moin,


    mag sein, dass auch ich als Akademiker wohlhabender als manch andrer bin. Gleichwohl bin ich schon leicht erschüttert, wenn ich für Karten in der Staatsoper Unter den Linden mehr als 200 Euro pro Karte ausgeben soll. Denn die Subventionen, die so reichlich auch in jenes Haus fließen, wachsen ja nicht auf Bäumen, sondern sind meine/unsere Steuergroschen.


    Gruß, l.