Schubert: Arpeggione-Sonate D 821

  • Salut,


    das seltene Instrument wurde zwar oft im Tamino erwähnt, einen Thread über die sonate aber konnte ich nicht ausmachen. Hier ist er also. Ich kam drauf, als ich etwas anderes suchte. Jetzt hier ein vielleicht interessanter Fund:



    Der Arpeggione


    Werke von Beethoven, Schubert, Spohr, Romberg und Burgmüller


    Gerhardt Darmstadt spielt den originalen Arpeggione, zugeschrieben Anton Mitteis, Leitmeritz, 2. Viertel 19. Jh., MIM-Kat-Nr. 4678, aus dem Bestand des Berliner Musikinstrumenten-Museums und eine Kopie des Instruments von Thomas Schiegnitz, Berlin, 1997


    Egino Klepper, Hammerklavier
    Björn Colell, romantische Gitarre


    Cavalli Records CCD 242
    15,-- Louis d'or


    Kann hier bestellt werden.


    Die Instrumentalspezialisten dürfen gerne den Arpeggione hier vorstellen. Zum Werk selbst werde ich noch etwas schreiben, wenn nicht der Obsi mir zuvorkommt.


    :hello:


    Ulli

  • Salut,


    ich habe die CD [oben] soeben bestellt, da mich das Instrument doch sehr interessiert. Ich kenne bis dato nur die gangbare Cello-Version, gespielt von Maisky/Argerich.


    Schubert komponierte D 821 im November 1824. Die Deutschler meinen, das Instrument wurde 1823 von dem Wiener Instrumentenbauer Johann Georg Staufer erbaut und Bogengitarre oder auch Guitarre d'amour oder Guitarre-Violoncell genannt. Das Instrument wird im Violin- und Baßschlüssel notiert, erklingt aber angeblich eine Oktave höher. Man vermutet, dass Staufer auch Widmungsträger bzw. Anreger für die Komposition des Werkes ist.


    Ich bin sehr gespannt, wie das nun im Original erklingt.


    :hello:


    Ulli

  • Ich kenne folgende großartige Einspielung:


    Alfred Lessing (Arpeggione),
    Jozef de Beenhouwer (Hammerflügel),
    Harald Mohs (Gitarre)


    Das Instrument klingt wunderbar bis auf die hohen Stellen, die etwas jaulend oder quäkend wirken mögen, ich habe mich aber rasch daran gewöhnt.
    :]


    P.S.: Welcher Burgmüller ist denn bei Deiner Aufnahme dabei?
    :hello:

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister


    P.S.: Welcher Burgmüller ist denn bei Deiner Aufnahme dabei?
    :hello:



    Tja, steht leider nicht dabei... ich denke aber, dass es auf dem CD-Cover dann vermerkt sein wird. Wenn ich sie habe, melde ich mich wieder.


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    ..., wenn nicht der Obsi mir zuvorkommt.


    wie könnte dir jemals jemand zuvorkommen, mon prévenant?!
    allerdings, wenn du nicht so précipité gewesen wärst, hättest du diese aufnahme auch von mir haben können...


    nachdem ich seit vielen jahren erfolglos die ersteinspielung von 1974 mit klaus storck/alfons kontarsky suche, war ich froh, diese aufnahme von (wahrscheinlich) 2005 gefunden zu haben.


    meine sonstigen einspielungen:
    a) violoncello
    robert bex/andré krust
    emanuel feuermann/gerald moore
    natalia gutman/alexei nasedkin
    lynn harrell/james levine
    mikhail khomitser/naum walter
    roland pidoux/jean-claude pennetier
    felix schmidt/yaltah menuhin
    friedrich-jürgen sellheim/eckart sellheim
    daniel shafran/felix gotlieb
    paul tortelier/robert weisz
    sascha weltschtomow/wladimir topinka


    b)viola
    paul lukacs/endre petri
    conrad zwicky/josef esterman


    c)querflöte
    jean-pierre rampal/john steele ritter


    noch zu der abgebildeten cd:
    einzig das schubertstück wird auf dem originalarpeggione aus dem berliner musikinstrumenten-museum gespielt, begleitet auf dem brodmann-pianoforte von c.m.v. weber!
    die anderen stücke (beethoven, spohr,...) auf einem 1997er nachbau


    und für den magister fragmenti brevis:
    von friedrich johann franz burgmüller ist ein 3-minütiges nocturne in a-moll zu hören.



    interessanterweise findet sich der name "arpeggione" nur auf dem autograph von schubert (in der bibliothèque nationale in paris). o.e. deutsch schreibt "die", viele glauben "das", richtig ist wohl "il", aber das hatten wir schon...
    hat sich als sackgasse in der instrumentenentwicklung herausgestellt, es gibt weltweit wohl noch 10 erhaltene, z.b. in ny, berlin, prag. wien hat 2, wovon eines wahrscheinlich eine umgebaute gambe ist.
    der erstdruck von d821 erschien erst 1871, damals schon mit cellostimme, da der arpeggione schon wieder verschwunden war.
    der erfinder johann georg staufer war erfolgreicher gitarrenkonstrukteur, er hat auch die sog. "schubert-guitarre" gebaut (ulli und alfi haben sie zu ostern 2006 im kunsthistorischen museum auch betrachtet).


    der klang ist heller, silbriger, ohne die dynamikmöglichkeiten von cello u.ä.
    angeblich ist es das technisch schwierigste streicherstück vom schubert. es war wohl ein auftragswerk für vincenz schuster, der eine arpeggioneschule herausgegeben hat und auch die uraufführung 1824 spielte.
    ich persönlich finde d821 nur streckenweise packend, und dann schön romantisch, z.b. die ewig langen linien im 2.satz; aber mir fehlt der abgrund.
    es dürfte jedoch ein lieblingsstück des fanatischen schubertverehrers alexscria sein...


    :hello:wieder aus schubert-town


  • Unglaublich, was da noch so alles fehlt. :D :D :D


    Ich besitze zu meiner Schande nur eine einzige Aufnahme, aber die hast Du nicht: Rostropowitch/Britten :baeh01: :baeh01:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Zitat

    Original von Radagast


    Unglaublich, was da noch so alles fehlt. :D :D :D


    Ich besitze zu meiner Schande nur eine einzige Aufnahme, aber die hast Du nicht: Rostropowitch/Britten :baeh01: :baeh01:


    Mir scheinen bei Observator auch eher Exoten und historische Aufnahmen versammelt zu sein (Feuermann würde mich allerdigns interessieren). Ich habe ebenfalls ausschließlich Cello-Aufnahmen:


    Rostropowitsch/Britten (Decca)
    Vogler/Canino (Berlin Classics, die gibt es, glaube ich noch bei 2**1 im Angebot, ein außerordentlich schöner Celloton, m.E. sehr empfehlenswert)
    Bylsma/Immerseel (Sony, HIP, aber Cello, kein Arpeggione)
    und noch eine, gekoppelt mit Mendelssohns Cellosonaten, die Interpeten weiß ich nicht mehr (harmonia mundi).
    (Da ich Gitarre verabscheue und Haydns Baryton-trios ebenfalls nur mäßig interessant finde, hält sich meine Neugier gegenüber dem echten Arpeggione in Grenzen :rolleyes: )


    Das Stück teilt mit sehr vielen Schubertwerken die (nicht von allen als solche empfundenen) himmlischen Längen (wobei der eigentliche langsame Satz fast zu kurz ist...dafür der Rest...), davon abgesehen, ist es sehr schön. Kein Wunder, dass sich die Cellisten darauf stürzen, Schubert & Cello scheint eine ideale Kombination zu sein, und dann gibt es nur dieses eine Stücke, was eigentlich nichtmal für Cello ist..


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Kein Wunder, dass sich die Cellisten darauf stürzen, Schubert & Cello scheint eine ideale Kombination zu sein, und dann gibt es nur dieses eine Stücke, was eigentlich nichtmal für Cello ist..


    wodurch sich der Gedanke aufdrängt, dass die Vorstellung der idealen Kombination Schubert & Cello wohl ein Mißverständnis sein dürfte.
    :D

  • Hallo,


    ich bin auch überrascht, dass osservatore viennese gerade die Rostropowitsch/Britten-Aufnahme nicht hat. Diese galt zumindest in den 70ern als Referenz schlechthin, und wenn man mit ihr aufgewachsen ist, wurde man durch das vollmundige Cello-Spiel schon sehr geprägt (und möglicherweise auch etwas für andere Interpretationen verzogen). Aber vor allem Brittens Anteil an dieser Aufnahme erscheint fast unüberbietbar.



    Zitat

    wodurch sich der Gedanke aufdrängt, dass die Vorstellung der idealen Kombination Schubert & Cello wohl ein Mißverständnis sein dürfte.


    Was gefällt, kann nie ein Missverständnis sein. Und es schließt ja nicht aus, dass es mit Arpeggione nicht noch zusätzlichen Reiz entfalten könnte.
    Aber so ein Ding ist ja kaum zu hören, und wenn, wissen wir nicht genau, ob die überlebenden Instrumente wirklich noch so klingen wie seinerzeit. Und wenn, wie schon geäußert, das Cello doch mehr Möglichkeiten des Ausdrucks bietet, spricht alles dafür, denn Mangel an Ausdruck kann man Schubert-Kompositionen in der Regel nicht nachsagen. Je mehr man also herausholen kann, umso besser.



    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • mein lieber freundgottes,
    die kuriostät meiner d821 sammlung ergibt sich weniger aus meiner liebe zu dem stück, sondern weil ich weiland in der nachgelassenen lp-sammlung eines verstorbenen wr. symphonikers wühlen und wählen durfte. mir würde je eine cello-, viola- und arpeggioneeinspielung genügen.


    griener gruß nach graz

  • Zitat

    Original von Theophilus


    Was gefällt, kann nie ein Missverständnis sein. Und es schließt ja nicht aus, dass es mit Arpeggione nicht noch zusätzlichen Reiz entfalten könnte.
    Aber so ein Ding ist ja kaum zu hören, und wenn, wissen wir nicht genau, ob die überlebenden Instrumente wirklich noch so klingen wie seinerzeit. Und wenn, wie schon geäußert, das Cello doch mehr Möglichkeiten des Ausdrucks bietet, spricht alles dafür, denn Mangel an Ausdruck kann man Schubert-Kompositionen in der Regel nicht nachsagen. Je mehr man also herausholen kann, umso besser.


    Was gefällt kann zwar sehr wohl ein Mißverständnis sein, aber ich meinte eigentlich etwas Allgemeineres. Man kann kaum bestreiten, dass Schubert außer der Arpeggione etliche Kompositionen hinterlassen hat, in denen sehr einprägsame charakteristische Cello-Stellen vorkommen, z.B Unvollendete, berühmtes 2. Thema im Kopfsatz, 2. Thema im Kopfsatz des Streichquintettes, Es-Dur-Klaviertrio usw. (Wenn man das Cello als Parallele zu einer männlichen Gesangsstimme sieht, kann man ja die Lieder noch zusätzlich nehmen.) Ich finde es daher nicht völlig abwegig zu sagen, dass ihm das Instrument eigentlich gelegen haben müßte. Einzig aufgrund des historischem Zufalls, dass Schubert so früh starb und keine Zeit hatte, prominente Cellisten kennenzulernen bzw. später weitere Cello-Werke zu schreiben, gibt es nicht mehr davon. Es wäre m.E. einfach naiv zu glauben, dass Schubert in dem kurzen Leben mehr als nur einen Bruchteil der "idealen Kombinationen" erleben oder verwirklichen konnte. Daher kann etwas eine "ideale Kombination" sein, selbst wenn es nur wenige wirklich gewordene Beispiele gibt.


    viele Grüße


    JR


    edit: Vorletzten Satz nach Hinweis von Theophilus korrigiert, vielen Dank

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Es wäre m.E. einfach naiv zu glauben, dass Schubert in dem kurzen Leben nur einen Bruchteil der "idealen Kombinationen" erleben oder verwirklichen konnte. Daher kann etwas eine "ideale Kombination" sein, selbst wenn es nur wenige wirklich gewordene Beispiele gibt.


    Für mich würde nach dem zuvor gesagten der erste Satz nur in der folgenden Form Sinn machen:


    Es wäre m.E. einfach naiv zu glauben, dass Schubert in dem kurzen Leben mehr als nur einen Bruchteil der "idealen Kombinationen" erleben oder verwirklichen konnte.


    Gehe ich recht in der Annahme?


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • wow - obsis liste habe ich natürlich nichts entgegenzusetzen... ich habe nur 2 interpretationen:


    Perényi, Schiff (als Video)
    Wieder-Atherton, Cooper

  • Caro arpeggionatore,


    da ist im 1ten Satz ein Thema, dass mich mehr als stark an eine Violinsonate des geschätzten Kollegen Beethoven erinnert. Irre ich mich? Ich werde das noch [wenn ich den 1ten Band der Violinsonaten wiedergefunden habe :rolleyes: ] genauer definieren.


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von KurzstueckmeisterDas Instrument klingt wunderbar bis auf die hohen Stellen, die etwas jaulend oder quäkend wirken mögen


    Das überrascht mich, da das Cello, das ja normalerweise als Ersatz für den Arpeggione genutzt wird, bei diesem Werk laut einer Kollegin ebenfalls mit den hohen Stellen zu kämpfen hat. Ist die Sonate denn
    für beide Instrumente "zu hoch" gesetzt?


    Ich habe übrigens folgende wunderschön warm klingende Aufnahme (die anderen Stücke lohnen sich auch):

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Salut,


    ich vermute mal vage, dass der "Quetschkommodenklang" absichtlich so hineinkomponiert wurde. Mir gefällt es sehr gut und es klingt in dieser "Originalversion" viel eher nach einem typischen Schubertlied, als mit dem Violoncello.


    Die Sonate ist für beide Instrumente auf jeden fall umsetztbar, nur manche Cellisten mögen das halt nicht so gerne :rolleyes:


    Viele Grüße
    Ulli

  • Zitat

    Original von observator


    es dürfte jedoch ein lieblingsstück des fanatischen schubertverehrers alexscria sein...


    :hello:wieder aus schubert-town


    ohne den gesamten Thread gelesen zu haben, antworte ich auf das Zitat.
    Super observiert, Observator. Ein Erinnerungsvermögen eines Elefanten?
    Wobei - mittlerweile habe ich mich an zwei Stücken dieses "Komponisten" vergriffen und es gefällt mir auch.
    Nun will ich doch noch was zur Arpeggione-Sonate sagen:
    Ich hatte letztens die Gelegenheit und Ehre, diese Sonate mit Cello und Klavier zu hören. Der erste Satz hat mir dabei noch am besten gefallen. Sehr, sehr schöne Kompositon. Doch leider fand ich den letzten Satz zu "flach".
    Schubert bleibt für mich Schubert. Dafür gibts Leute, die können mit anderen Komponisten nichts anfangen. Bei mir ists eben (fast) nur Schubert.


    In dem Konzert wurde übrigens auch Beethovens Variationen über "La ci dare la mano" aus der Zauberflöte für zwei Oboen und Englischhorn dargeboten. Zum Glück - ich kannte das ausgezeichnete Werk schon vorher. Allein die Kombination der Instrumente...(gehört nicht zum Thema - Satz wird nicht zu Ende geführt :baeh01:)


    :hello:

    Die Dame des Hauses erhebt sich vom Klaviersessel: "Das war Siegfrieds Tod." Ein Zuhörer zu seinem Nachbarn: "Kann ich verstehen."

  • Also Schuberts Arpeggione Sonate ist für mich eines der schönsten Werke welches die Musik überhaupt zu bieten hat.
    Tränen kommen mir während ich Musik höre eigentlich eher selten, hier aber überkam es mich in der Vergangenheit desöfteren doch.
    Klar, mit der Zeit wird man abgehärtet vorallem wenn man ein Stück zum wiederholten male gehört hat und es dann schließlich mehr als nur auswendig kennt. Aber dennoch kann ich hier noch sagen, dass ich von diesem herrlichen Werk einfach immer aufs neue zutiefst ergriffen bin.


    Schubert hätte einfach noch länger leben müssen, was da noch alles gekommen wäre ... :(


    Ich besitze diese Aufnahme vorallem wegen des günstigen Preises:

    Ich glaube 7.40€ habe ich bezahlt.


    Dann existiert eine göttliche und komplette Aufnahme in vier Teilen mit András Schiff und Miklós Perényi auf youtube:


    Schubert Arpeggione Video (1)
    Schubert Arpeggione Sonate (2)
    Schubert Arpeggione Sonate (3)
    Schubert Arpeggione Sonate (4)


    mit Grüßen
    Christoph

  • Zitat

    selbstzitat
    nachdem ich seit vielen jahren erfolglos die ersteinspielung von 1974 mit klaus storck/alfons kontarsky suche, ...


    man braucht übrigens nur ein paar tage nach budapest zu fahren, dort ins erstbeste antikvarium am múzeumkörút gehen, und schon hat man besagte lp um 600ft = zwofuffzich im eigentum... :]


    @ hayate (woher der nick?): möge dir deine musikalische tränendrüse auch im alter erhalten bleiben, es warten deiner noch viele zwiebeln ...

  • Zitat

    Original von observator
    @ hayate (woher der nick?)


    Och, das mit dem Nick ist eine laaange Geschichte.
    Nein, nicht wirklich, der Name entstammt ursprünglich einem Charakter eines Videospiels, welches ich vor einigen Jahren gerne "gezockt" habe.
    Ich hatte schon desöfteren vor ihn zu ändern, doch brachte ich es bis jetzt nicht übers Herz und weil er so schön klingt habe ich ihn einfach in allen sonstigen Foren behalten, ebenso hier.


    Zitat

    Original von observator
    möge dir deine musikalische tränendrüse auch im alter erhalten bleiben, es warten deiner noch viele zwiebeln ...


    Na ich hoffe doch schwer ;)


    mit Grüßen
    Christoph

  • Zitat

    Nein, nicht wirklich, der Name entstammt ursprünglich einem Charakter eines Videospiels, welches ich vor einigen Jahren gerne "gezockt" habe.


    Und ich habe mich schon gefragt, was der Franzl mit einem Japanischen Kampfflugzeug zu tun hat...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • jetzt habe ich (im kasten rechts oben) noch einen exoten gefunden:


    heifetz und zvi


    nämlich eli und idith ;)
    klarinette und klavier, transponiert nach g-moll, aufgenommen 1991.


    das instrument passt sehr gut zur musik. sehr tiefer romantischer eindruck entsteht. ich werde an die fantasiestücke op73 vom schumann erinnert.


    :hello:

  • Letztes Jahr gab es im WDR 3 eine Sendung, in der die Sonate mit dem richtigen Instrument - einer Bogenguitarre, Violoncellguitare, Arpeggione oder wie auch immer es sich nun nennt - gespielt wurde. Es klang, wie soll ich sagen, recht gewöhnungsbedürftig. Vielleicht hätte ich aber auch nach mehrmaligem Hören etwas weniger gefremdelt.


    Ich mag dieses Stück sehr, am meisten den zweiten Satz, und ich besitze zwei sehr schönen Aufnahmen, die hier noch nicht vorgestellt wurden.


    Da ist als erstes die mit Anne Gastinel, Cello und Claire Desert, Klavier:



    Gastinel hat einen wunderbar gleitenden, seidig-schimmernden Ton, dem alles Ruppige fremd ist und der auch bei den tieferen Tönen nicht knorrig wird. Trotzdem klingt ihr Spiel nie kalt oder oberflächlich.


    Dann gibt es noch diese unglaubliche Aufnahme mit André Navarra:



    Wenn ich beim ersten Anhören einer CD schon nach wenigen Sekunden denke: Was ist das denn?, ist das entweder ein sehr gutes oder ein sehr schlechtes Zeichen. In diesem Fall ist es ein gutes. Navarra spielt eine Spur wärmer und intensiver als Gastinel - manchmal so intensiv, dass es mir fast zuviel wird - gleichzeitig aber, ähnlich wie Gastinel, elegant dahingleitend.


    Der Harenberg Kammermusikführer findet, dass die Bratsche durch ihren "weichen, leicht nasalen Klang" besonders gut zur Annäherung an den ursprünglichen Arpeggione-Klang geeignet sei. Kann das jemand bestätigen? Ich habe das Werk noch nie mit einer Bratsche gehört.


    Noch etwas: Was ist eigentlich mit dem Klavierpart? Ist der nicht so wichtig oder wie kommt es, dass niemand von uns ihn erwähnt hat?


    Mit Gruß von Carola

  • Ich hatte gestern an meinem Arbeitsplatz eine Anfrage nach Aufnahmen der Arpeggione Sonate D 821 mit dem tatsächlich dafür vorgesehenen Instrument.


    Da eine Mitgliedschaft bei Tamino wegen nur einer Frage niemals freigeschaltet würde habe ich der Dame angeboten als Mitleserin das Forum aufzusuchen und zu erkunden ob es zu diesem Thema Auskünfte im Forum gäbe - in Wien ist angeblich keine einzige Aufnahme des Werkes mit Arpeggione zu erhalten - nur Einspielungen mit Cello etc. Eine zufällig anwesende Amateur-Cellistin bestätige übrigens die weiter oben im Thread angesprochenen Schwierigkeiten. die Sonate auf einem Cello zu spielen, sie seien jedoch von heutigen Spitzensolisten durchaus lösbar.....


    An sich ist die Frage ja schon mit dem ersten Beitrag dieses Threads beantwortet, aber vielleicht kennt jemand weitere Einspielungen der Sonate mit dem hiefür vorgesehenen Instrument ? (Es sind ja nur wenige erhalten)


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Hallo,


    es gibt neben der oben gezeigten noch folgende Einspielungen mit Arpeggione:




    Vermutlich wird hier auch ein Arpeggione verwendet (bin aber nicht sicher):




    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    Vermutlich wird hier auch ein Arpeggione verwendet (bin aber nicht sicher):




    Wenn ich mich recht erinnere werden hier moderne Instrumente und Cello verwendet.


    Die erste Aufnahme mit Arpeggione erschien bereits in den späten 1970er Jahren (bei der Deutschen harmonia mundi?). Habe irgendwo einen noch nicht ausgepackten Prospekt, wenn er nicht dem Umzug zum Opfer fiel. Die LP habe ich leider nicht mehr, weil ich damals keinen Draht zur Musik bekam, die LP einen Defekt hatte und ich sie letzendlich wegen des Fehlers zurückgab - auf CD ist sie meines Wissens nie erschienen. Wenn der Prospekt wieder auftaucht, poste ich mehr.

  • Bin mir ziemlich sicher, daß Schreiber im Plattenführer von '79 schon eine Einspielung auf dem/der Arpeggione erwähnt. Ich habe aber selbst noch keine gehört. Die Verwirrung steigt dadurch, daß etliche HIP-Cellisten, wie Bylsma, das Stück auf einem HIP-Cello spielen, mit Fortepianobegleitung, nicht wie man bei Echt-HIP erwarten würde auf dem Original-Instrument.


    Zur Spielbarkeit hatte ich angenommen, daß hier eine Einrichtung vorgenommen wird, es gibt auch solche für Viola.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Bin mir ziemlich sicher, daß Schreiber im Plattenführer von '79 schon eine Einspielung auf dem/der Arpeggione erwähnt.
    ...


    Das glaube ich gerne, hat doch unser Beobachter oben im Thread auf diese Aufnahme hingewiesen...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von observator
    ... die ersteinspielung von 1974 mit klaus storck/alfons kontarsky ...


    Genau die war's! (Hatte ich überlesen ...)


    Hatte mich damals gewundert, Kontarsky einen Hammerflügel traktieren zu hören.