Jonas Kaufmann, von München aus die Welt erobert

  • Lieber Herbert, wo Du Recht hast,hast Du Recht! :yes: :hello:
    Ich habe inzwischen ausvielen enttäuschenden Erfahrung gelernt, dass man Sänger nur nach dem Live-Eindruck wirklich bewerten kann, denn was einem auf Cds und Websites als repräsentativ angeboten wird, sind nicht selten hochbearbeitete Konserven, die oft genug so getüncht werden, dass man eine Stimme dann live kaum wiedererkennt. :motz:
    Bei Kaufmann in Berlin war alles echt und konnte sich wahrlich hören lassen.
    Ich wünsche ihm wie gesagt auch eine lange und kluge Karriere-einem guten und dazu noch attraktiven Tenor steht die Welt ja offen.


    F.Q.

  • [quote]Original von Antracis
    Ich erlaube mir nochmal, etwas zu posten, dass - mit gutem Willen und bei wenig Licht betrachtet ;) - das Thema Kaufmann immerhin etwas streift.
    So fand ich gerade bei youtube.com anlässlich der dortigen "Kaufmann-Diskussion" folgende, ungemein spannende Debatte, die in Sachen Vergleich, und vor allem hinsichtlich der plastischen Stimmcharakterisierung, keinen Wunsch offen lässt. Über Kaufmann heisst es da also:




    [quote]


    Experte A:


    Oh my god, he sounds exactly like Carreras around 1:11! Beautiful!


    Experte B:


    Sometimes has the flavour of Jose Cura.


    Also, wenn Kaufmann auch nur die geringste Ähnlichkeit mit Carreras oder Cura hätte, würde ich keinen Gedanken an ihn verschwenden, denn beide zählen nicht zu meinen Favorits. Es ist mir - zum x-ten Mal - völlig gleichgültig, an wen er erinnert, erinnern könnte usw. - er ist Jonas Kaufmann, und das genügt mir völlig, weil mir das, was ich höre, ausnehmend gut gefällt. Und dass ich offensichtlich nicht alles höre ;) (Sascha :baeh01: ), trage ich mit Fassung :]
    Dass ihm manche Partien besser liegen als andere, ist mir durchaus aufgefallen (Für welchen Sänger gilt das nicht?), aber ich habe ihn noch nie als Fehlbesetzung oder überfordert empfunden. Natürlich war er ein ganz anderer Duca als RV, aber beide konnten mich auf ihre Art überzeugen, und darauf kommt's schließlich an.
    Ich hoffe nur, er gerät jetzt nicht völlig unter die Räder des DECCA-Molochs und wird zu einer weiteren Zitrone auf dem Klassikmarkt, die ausgepresst und weggeworfen wird, wenn sie nichts mehr hergibt... :(
    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,
    ich glaube kaum, daß die DECCA, oder eine andere Plattenfirma einem Sänger stimmlich Schaden zufügen könnte. Kaufmann hat ja bisher nur eine CD mit Arien, im Studio aufgenommen. Ich glaube eher, daß zu häufige Auftritte in großen Opernhäusern, oder Festspielarenen einer Stimme schaden können, aber Kaufmann hat ja schon eine 14 jährige Sängerlaufbahn hinter sich gebracht. Da wird er weitere 14 Jahre sicher auch noch schadlos überstehen, zumal er über eine hervorragende Technik verfügt und sich vom Tenor-Buffo kontinuierlich weiter entwickelt hat.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Lieber Herbert!
    Der Stimme an sich schadet eine Plattenaufnahme nicht, wohl aber das Rundherum, denn wer heute A sagt (also zur Einspielung), muss automatisch auch B sagen (also zum PR-Rummel), und wenn man einen so dichten Terminkalender hat wie JK (Ich finde schon lange, dass er zuviel macht!), kann das schon negative Auswirkungen haben. Ich hoffe ja auch, dass er ein vernünftiges Mittelmaß findet und seine weitere Karriere sorgfältig plant, allerdings gewinne ich bei diversen Interviews (So er es denn tatsächlich so gesagt hat, wie es in "Opera" etc. abgedruckt ist) schon den Eindruck, dass er sich im Moment ein wenig wie Mr. Superman fühlt, so im Sinne von "Mir kann nichts passieren, ich weiß, was ich tue!"
    Das haben in der Vergangenheit schon etliche ganz Große gesagt, und dann wussten sie's leider doch nicht.......
    lg SEverina :hello:

  • Hallo zusammen!


    Ich hatte diese Tage Gelegenheit, den BBC-Radiomitschnitt eines Konzerts zu hören, das Jonas Kaufmann am 24. August 2006 beim Edinburgh Festival 2006 sang.


    Folgendes Programm wurde mit Helmut Deutsch als Begleiter geboten:


    Schubert: Die Bürgschaft, D246
    Bartók: 4 Slovakian Folk Songs, Sz70
    Strauss:
    All' mein Gedanken, Op 21; Du meines Herzens Krönelein, Op 21; Ach Lieb, ich muss nun scheiden, Op 21; Ach, weh mir unglückhaftem Mann, Op 21; Die Frauen sind oft fromm und still, Op 21; Sehnsucht, Op 32-2; Nachtgang, Op 29; Freundliche Vision, Op 48; Ich liebe dich, Op 37; Ruhe, meine Seele, Op 27; Cäcilie, Op 27; Heimliche Aufforderung, Op 27; Morgen!, Op 27


    Es macht richtig Freude, diesen großartigen Liedinterpretationen zuzuhören. :jubel:


    Wenn ich nicht gewusst hätte, dass Kaufmann singt, hätte ich aber vermutlich nach dem Namen eines Baritons gesucht – denn hier wirkt nicht nur sein Timbre sehr baritonal.


    LG, Elisabeth

  • Frage?????


    Natürlich weiß ich das Jonas Kaufmann ein Tenor ist.


    Aber gibt es das, oder ist es möglich, dass er ganz und gar in das Bariton Fach überwechseln könnte, oder wird er immer als baritonaler Tenor gelten?


    Ist dies wirklich von seinem Timbre abhängig oder doch von seinem Stimmumfang?


    ?(


    LG


    Maggie

  • Liebe Maggie, da muss Beides zusammenkommen. Wenn er ein baritonales Timbre aber die echte Höhe ienes Tenors hat, wäre er schön dumm,nicht als Tenor aufzutreten, denn gute Tenöre mit sicherer Höhe, die dann auch noch so aussehen, haben allerbeste Karrierechancen.
    Wenn er auf Dauer Probleme mit der Höhe hat und sich einfach mit der Tenortessitura nciht wohlfühlt, wird er sicher klug genug sein, das Fach zu wechseln.
    Allerdins konnte ic hdavon ncihts hören in Berlin......
    Er klingt für mich wie ein dunkel timbrierter Tenor und für die Liebhaberrollen im grossen frz. und italienischen Fach finde ich das serh angenehm und viel männlicher als so manch hellen Strahlemann-Kollegen
    Siehe Domingo... :faint:
    F.Q.

  • Hallo,
    ich habe Jonas Kaufmann als Fidelio in der Fernsehfassung aus Zürich gesehen.
    Er machte eine gute Figur, auch stimmlich - um es mal etwas locker zu formulieren.
    Ich singe seit Jahren im Amateurbereich als Bariton und weiss, dass es gerade in der Mittellage verführerisch ist, mal an die Extremen seines Stimmbereichs zu gehen. Baß und Tenor bieten sich dann ja an.
    Man stelle sich jetzt mal Kaufmann als Don Pizarro in gleichnamiger Oper vor, habt ihr euch mal solch eine Frage gestellt ? Für mich undenkbar !
    Oder, wie kommt er besser weg, als Rigoletto oder als Herzog ?
    Vergleicht bitte mal innerhalb der Opern und deren Besetzungsmöglichkeiten.


    Er soll seinen Tenor mal auskosten und sich nicht "jeck" machen lassen.


    LG rugero

    Die Stimme, das wohl vollkommenste Instrument.

  • Diese Diskussion bekommt langsam groteske Züge.
    Solange es Tenöre gibt, gibt es Tenöre mit hellem Timbre und es gibt Tenöre mit dunklem Timbre. Das hängt mit den Obertönen zusammen und hat nichts mit dem Tonumfang zu tun.
    Ich höre am liebsten Tenöre mit dunklem Timbre(Melchior, Vinay, Suthaus, Vickers, Hopf, Kozub, etc.)
    Also gönnen wir doch bitte Jonas Kaufmann, daß er, der seit 14 Jahren Tenor ist, es auch weiterhin bleiben darf. :D


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.


  • Liebe Elisabeth,


    ich hörte neulich im Radio die Aufnahme eines Schubertliedes, gesungen von einem Bariton. Aufgrund der Aufnahmequalität ordnete ich es in die Schellackära ein und ging im Geiste die infrage kommenden großen Fachvertreter durch und musste dann doch sehr grinsen, als ich erfuhr, dass es der (mir vom Stimmklang eigentlich sehr vertraute) Richard Tauber war. :O :D



    @groteske Bariton vs Tenor-Diskussion:


    Die Unterscheidung der beiden Stimmlagen ist gerade am Anfang der Ausbildung durchaus auch für Experten schwierig. Man denke nur an Carlo Bergonzi, der sich quasi selbst diagnostizieren musste, um eine große Karriere zu starten. Domingo, Vinay und Melchior beispielsweise haben Ihre Karriere ebenfalls als Bariton begonnen und auch meist wieder als solcher beendet, Domingo experimentiert ja gerade mit diesem Karriereende.


    Dennoch haben alle baritonalen Tenöre eines gemeinsam: Ihre Karriere kam erst dann in Schwung, als sie ins Tenorfach wechselten. Es ist hier also ganz evident, dass es sich nicht um Sänger handelt, die eine Wahl haben zwischen Bariton und Tenor, sondern die besten Ergebnisse Ihrer natürlichen Veranlagungen eindeutig als Tenor einbringen und folglich auch eindeutig Tenöre sind.


    Im Gegensatz zu nicht baritonalen Tenören weisen diese Stimmen allerdings oft einige Besonderheiten auf, die auch Auswirkungen auf die Karriere haben. So sind diese Stimmen in der Regel in der Vollhöhe begrenzt. Dies mag auch in der Art begründet liegen, wie die Höhe gebildet wird. In der Regel werden diese Stimmen ja dann auf Volumen und Betonung der dunklen Farben getrimmt, um eben die natürlichen Anlagen bestmöglichst zu nutzen. Wenn man dann auf die Baritonlage noch das A, H und C drauf setzt, werden diese Töne meist gedeckt gebildet und erreichen nie wirklich das Squillo, also die strahlende, metallische Durchschlagskraft eines tenoralen Tenors und es dürfte auch wenig baritonale Tenöre geben, die mal locker ein D schmettern können. Dies bleibt anderen Stimmtypen vorbehalten, die aber auch meist deutlich schlanker und heller timbriert daherkommen. Man kann halt nicht alles haben. Die Ausnahme von der Regel war Lauritz Melchior, der eigentlich bis zum A eine klare Baritonlage hatte und dann locker an Volumen und metallischem "ping" einzigartige Spitzentöne draufgesetzt hat, wobei obendrein alle Register total ausgeglichen und harmonisch verbunden waren.


    Ein Problem kann das fehlende Squillo dann werden, wenn in der Höhe zu viel Kraft aufgewendet werden muss, um sich gegen die Klangmassen des Orchesters durchzusetzen, das resultiert dann oft in einer sehr kurzen Karriere.


    Kaufmann ist jedenfalls ein Tenor, Sherrill Milnes war keiner, auch wenn er als Bariton ein B singen konnte.


    Gruß
    Sascha


    PS: Etwas anderes ist es, das jeder Bariton gerne ein Tenor wäre, wie Bryn Terfel man in einem Interview erzählte. Er selbst krächtze jeden Morgen vor dem Spiegel "Nessun Dorma", aber das eigne sich nicht zur Aufnahme. :D

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  • Sascha sagt:


    PS: Etwas anderes ist es, das jeder Bariton gerne ein Tenor wäre, wie Bryn Terfel man in einem Interview erzählte. Er selbst krächtze jeden Morgen vor dem Spiegel "Nessun Dorma", aber das eigne sich nicht zur Aufnahme. :D[/quote]


    Hallo Sascha,
    gerade das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wäre ich ein Sänger, würden mich die Baritonpartien viel mehr reizen, das sind doch oft die viel interessanteren Charaktere (besonders bei Mozart). Als Bariton lebt man sicher auch stressfreier denn als Tenor, der immer um seine Spitzentöne zittern muss, an denen seine Leistung leider immer noch von den meisten gemessen wird, auch die Karriere dauert meist länger, weil man sich stimmlich eben nicht ständig so exponieren muss. OK, als Bariton liegt einem das Publikum in der Regel nicht so zu Füßen wie dem Tenor, aber auch das würde ich eher positiv sehen, garantiert es doch ein weitgehend unbehelligtes Privatleben. Ich stelle es mir schrecklich vor, immer und überall erkannt und angesprochen zu werden.
    Ui, das war jetzt völlig OT :stumm:
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    PS: Etwas anderes ist es, das jeder Bariton gerne ein Tenor wäre, wie Bryn Terfel in einem Interview erzählte..


    Man sollte hinzufügen, daß jeder mittelmäßige Bariton, gerne ein Tenor wäre.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Zitat

    Original von Herbert Henn


    Man sollte hinzufügen, daß jeder mittelmäßige Bariton, gerne ein Tenor wäre.


    :hello:Herbert.


    Naja, abgesehen davon, dass Terfel das sicher nicht ganz ernst meinte, sagte er das zu einem Zeitpunkt, wo er sicher nicht als mittelmäßig zu bezeichnen war. Bzw. wäre dann Kaufmann durchaus auch nur ein mittelmäßiger Tenor. :D


    Gruß
    Sascha

  • Zitat

    Original von Herbert Henn
    Diese Diskussion bekommt langsam groteske Züge.
    Solange es Tenöre gibt, gibt es Tenöre mit hellem Timbre und es gibt Tenöre mit dunklem Timbre. Das hängt mit den Obertönen zusammen und hat nichts mit dem Tonumfang zu tun.
    Ich höre am liebsten Tenöre mit dunklem Timbre(Melchior, Vinay, Suthaus, Vickers, Hopf, Kozub, etc.)
    Also gönnen wir doch bitte Jonas Kaufmann, daß er, der seit 14 Jahren Tenor ist, es auch weiterhin bleiben darf. :D


    :hello:Herbert.


    Ich möchte nicht, missverstanden werden. Natürlich gönne ich Jonas Kaufmann ein Tenor zu sein. Ich mag ihn sehr, gerade wegen seines baritonalen Timbres. Aber ich mag eben auch sehr gute Baritone.


    Mich hat nur interessiert, wie ein Mensch der eben nun mal Sänger ist, eingestuft wird und ob dies eine fixe Entscheidung ist.


    Meine Frage wurde von Euch recht umfangreich beantwortet und dafür danke ich Euch.


    LG


    Maggie

  • Lieber Sascha,


    ich habe ja bei dem, nicht ganz ernst gemeinten Zitat, B.Terfel


    absichtlich nicht erwähnt, weil ich ihn natürlich nicht für einen


    mittelmäßigen Interpreten halte.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Man sollte die Aussagen von Bryn Terfel bei solchen Interviews auf keinen Fall für bare Münze nehmen.


    Der Mann ist Walliser und besitzt einen äußerst trockenen Humor.


    Wenn der einem Reporter erzählt, er würde morgens beim Zähneputzen "Nessun Dorma" gurgeln, dann ist das ganz bestimmt todernst gemeint!


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Ich wünsche ihm eine lange Karriere, aber als Zuhörer sind mir leider und sehr egoistischerweise Kerzen, die an beiden Enden brennen, lieber.


    Muss, nach dem Konzert mit Jonas Kaufmann, gestehen, dass es bei mir ähnlich ist. Bin inzwischen auch kein Häppchenfreund mehr. Würde Herrn Kaufmann aber sehr sehr gerne in einer kompletten Oper live erleben. Heute war er bis zur Pause wohl ziemlich aufgeregt, schätze ich mal, und gerade die Bildnisarie zu Beginn war vielleicht keine so glückliche Entscheidung. Da hatte ich das ganz dumme Gefühl, alle hier gelesenen negativen Kritiken bestätigen sich, aber im 2. Teil war davon nichts mehr zu spüren. Bei den Zugaben (Dein ist mein ganzes Herz und u.a. Nessun Dorma) standen die Zuschauer und tobten vor Begeisterung.


    Die Schlange für ein Autogramm war dann auch so endlos lang, dass ich es aufgab. Als ich wenigstens noch ein Foto schießen wollte, war meine Batterie leer :motz: Habe dafür das sündteure Programmheft mit einigen Starfotos von ihm gekauft, aber ob es die CD dann auch noch sein muss, glaube ich fast nicht.


    Für die Ausgaben heute Abend hätte ich gut 4x in die Oper gehen können, incl. S-Bahnkarte :rolleyes: Das geht natürlich voll auf das Taminokonto :yes: ;), denn ohne das Glutaugenfoto, den Hinweis auf seinen Florestan und die intensiven Debatten, wäre ich sicher nie zu diesem Konzert gegangen. Gelohnt hat es sich natürlich trotzdem und ich werde mir Kaufmann auf keinen Fall entgehen lassen, wenn er an der BSO singt. Ist wirklich völlig unverständlich, dass er bei uns so total übersehen wurde.


    Eine gute Nacht wünscht Euch
    Ingrid

  • Liebe Ingrid,


    meine Freunde aus München erzählten mir, dass es in den letzten Jahren so war, dass Jonas Kaufmann in der Weihnachtszeit in München war und dann immer in der "Zauberflöte", die Weihnachten traditionell auf dem Spielplan steht, als Tamino gastierte.


    Meinen Freunden ist es jedoch nicht gelungen, Karten hiefür zu bekommen, denn, sobald bekannt wird, wann er singt, ist das Haus für diese Vorstellungen in kürzester Zeit ausverkauft. Es muß da wohl in seiner Heimatstadt eine Fangemeinde existieren.


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    stimmt, ich erinnere mich an eine Vorankündigung um diese Zeit, aber da war ich ausgerechnet erstmals in Paris. Die anderen Male muss ich dann total übersehen haben :O


    Das mit der Fangemeinde stimmt offensichtlich, denn der Saal war ausverkauft. Ein Teil kann aber auch die gute PR ausgemacht haben. Kurz vorher wurde ja sogar noch im Mittagsmagazin ARD/ZDF auf ihn hingewiesen.


    LG Ingrid

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    Liebe Ingrid,


    meine Freunde aus München erzählten mir, dass es in den letzten Jahren so war, dass Jonas Kaufmann in der Weihnachtszeit in München war und dann immer in der "Zauberflöte", die Weihnachten traditionell auf dem Spielplan steht, als Tamino gastierte.
    Harald


    Lieber Harald,


    jetzt habe ich noch einmal im Archiv der BSO gestöbert (Aufzeichnung ab 2002) und da fand ich ihn einzig und allein als Tamino in der Serie vom 22.12. bis 28.12.05 (3x), also nicht jedes Jahr, sonst hätte ich ihn bestimmt mal erlebt. Einmal war er wohl noch als Ferrando hier.


    Die paar Male zählen ja fast nicht oder kommen vielmehr als Versäumnis der BSO erschwerend hinzu, denn da hätte man ja merken können, welch guter Sänger und gleichzeitig "Zugpferd" er ist. Frühzeitige Verträge würden ihnen sicherlich auch noch Geld gespart haben, denn inzwischen bekommt man ihn sicher nicht mehr für nen Appel und'n Ei.


    :hello: Ingrid

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  • Jetzt gerade in N 3.


    Ein natürlicher Mensch. Sehr sympathisch.Gar nicht abgehoben. Ein Sänger, der versucht ein normales Leben zu führen,mit dem Kapital einer gut trainierten Stimme.
    Jonas Kaufmann singt sich sehr rechtzeitig ein und lebt dann ganz normal, auch mit Sprechen, seinen Tag.
    Wunderlich ist sein Vorbild- wegen dieses natürlichen Singens.


    Interessantes Interview.-

  • Bei OperaShare gibt es einen Link zu einer Aufzeichnung der Talkshow mit Jonas Kaufmann.


    Leider darf ich den nicht veröffentlichen, sorry, aber vielleicht tut es eine PN?


    :hello: Rideamus

  • Lieber Rideamus,


    freue mich riesig auf den Link und habe jetzt wenigstens 7 % meiner PN-Box umgeschichtelt, da ich ja auf keinen Fall auch nur eine der lieben Mails wegwerfen möchte. Das ist aber jetzt fast Schwerstarbeit gewesen. Geht es Dir oder andern Taminos da auch so?


    Herzlichste Grüße nach Berlin
    Ingrid

  • Zitat

    Original von Ingrid
    Lieber Rideamus,


    freue mich riesig auf den Link und habe jetzt wenigstens 7 % meiner PN-Box umgeschichtelt, da ich ja auf keinen Fall auch nur eine der lieben Mails wegwerfen möchte. Das ist aber jetzt fast Schwerstarbeit gewesen. Geht es Dir oder andern Taminos da auch so?


    Herzlichste Grüße nach Berlin Ingrid


    Der Link sollte jetzt angekommen sein.
    Und, ja, das Problem habe ich auch - aber auch Verständnis dafür, dass das Volumen von Tamino nicht auch noch durch die Verwahrung von unendlich viele PN anschwellen darf. Deswegen kopiere ich periodisch die Nachrichten heraus, die ich aufheben möchte.


    :hello: Rideamus

  • Ich höre gerade Kaufmann zwar nicht in 3 nach 9, was ich leider nicht sehen konnte, jedoch eine Aufnahme der Mignon mit Kaufmann als Wilhelm Meister aus dem Théâtre du Capitole in Toulouse aus dem Jahr 2001. Es ist schon erstaunlich, dass man hierzulande nicht früher auf diesen Sänger aufmerksam wurde.


    :hello:


    Emotione


  • Ich fange gerade erst an, mir Jonas Kaufmann zu "erarbeiten", muss aber ehrlicherweise gestehen, dass ich das tw. aehnlich sehe, vielleicht nicht ganz so extrem. Ich habe aber keinerlei "Live-Erfahrung" und kenne ihn wirklich nur von CDs, bin daher also sehr vorsichtig.


    Es gibt in anderen Foren mittlerweile auch Diskussionen zum Thema - auch darueber, dass Jonas Kaufmann seine Technik umgestellt hat und vor dieser Umstellung anders klang. Wenn man aeltere und neuere Aufnahmen vergleicht, ist das in der Tat frappant. Nun wird Jonas Kaufmann selbst am besten wissen, wo seine Probleme waren und warum er etwas an seiner Technik aendern musste.


    Ich muss aber zugeben (und das, obwohl ich sonst eine grosse Freundin baritonal timbrierter Tenoere bin und nicht auf "Saeuselstimmchen" stehe), dass mir sein "neuer" Klang nicht besonders gefaellt.


    Er klingt nun groesser, ja. Dunkler, ja. Mir aber persoenlich leicht gaumig und zu weit hinten. Wobei ich da Missverstaendnissen vorbeugen moechte: Ich habe normalerweise eine absolute Antipathie gegenueber stimmlich zu weit vorne sitzenden Stimmen, wenn es um klassischen Gesang geht (im modernen ist das wieder was anderes, da ist es fast genau umgekehrt ;) ). Soll heissen: Ich finde es sehr wichtig, dass im klassischen Gesang vordere und hintere Resonanzraeume gleichmaessig angesprochen werden. Das ist hier aber nach meinem Hoereindruck eher nicht der Fall, da liegt der Fokus ganz eindeutig auf hinten.


    Seine Hoehe klingt nicht wirklich mueheloser als frueher, auch wenn er selbst sagt, dass sie ihm jetzt leichter faellt. Das glaube ich auch, denn wenn er vorher mit ausschliesslich Vordersitz gesungen hat, war die Hoehe rein subjektiv mit Sicherheit schwerer zu erreichen.
    Es scheint mir aber ein bisschen so, als sei er von einem Extrem ins andere gefallen, und wenn ich ganz ehrlich bin: Mir gefallen seine aelteren Aufnahmen rein akustisch besser :untertauch:

  • Ich finde, man sollte eine Strimme nicht so zerpflücken.
    An der Stimme von Fritz Wunderlich läßt sich auch einiges aussetzen,
    aber Wunderlich ist ja eine Kultfigur.
    Jonas Kaufmann hat eine großartige stimmliche Entwicklung
    hinter sich gebracht und ich bin davon überzeugt, daß wir noch
    viele hervorragende Rollenportraits von ihm erwarten können.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.


  • Hallo Herbert,


    vor einer Woche kanntest du Jonas Kaufmann nach eigener Aussage nur als Florestan der ZH-Aufführung. Inzwischen stellst du nun Thesen auf, die ich gerne näher kennenlernen würde. Vielleicht kannst du mir zu diesem Thema mal eine pn senden. :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Damit hättest Du rechnen müssen, Herbert. Fritz Wunderlich Schwachpunkte zu attestieren kommt hier mancherorts einer Gotteslästerung gleich. Eher noch kannst Du Beethoven einen lausigen Komponisten oder Karajan einen Militärkapellmeister höheren Ranges schimpfen, aber Wunderlich Schwachpunkte zu unterstellen.. ich meine, hallo? Stehst wohl auf verbale Prügel, stimmts!? :D


    :hello:
    Wulf

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