Leonard Bernstein - Aufnahmen für die Ewigkeit

  • Hier sollen eure Aufnahmen für die Ewigkeit rein. Kritische Töne sind wie immer unerwünscht und werden von der Bernstein-4ever-Sekte registriert.


  • Bei dieser Aufnahme der Schumann-Symphonien stimmt einfach alles. Tempo, Klang, Feuer, Emotionalität- alles von einer unglaublichen Spielfreude der Philharmoniker veredelt.


    Eindeutig Referenz und für mich einfach der beste Schumann.



    P.S.: Was die Fans besonders freuen wird: Bei allen Symphonien hört man Lenny wieder nach Kräften stöhnen und auf dem Podium herumhopsen. Des Gould-Fans sein Summen, ist dem Lenny-Fans das Hopsen.

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Sagitt meint:


    Bernstein hat in seiner Spät-Phase viele live-Aufnahmen gemacht . Nur ?


    Oftmals von hoher Intensität,ob es sich um die Brahms-Klavierkonzerte mit Zimerman handelt oder die Beethoven-Sinfonien oder KV 427,626.


    Schon bemerkenswert, wie er Profi-Musiker " bewegt".


    Christa Ludwig, gefragt, wer für sie der wichtigste Dirigent war, meinte, dies sei eindeutig Leonard Bernstein gewesen.

  • Lieber Wulf,


    Darf Film auch?



    Ich sah damals den Film, und war baff. Solche schöne Musik. Ein Meisterstück.
    Ich hab genossen.


    LG, Paul

  • Dieser Rosenkavalier:


    Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme)


    mit Ludwig, Jones, Berry, Popp, Domingo,
    Wiener Philharmoniker,


    Leonard Bernstein, 1971 - CBS/ Sony.



    :jubel: :jubel: :jubel:


    Elisabeth

  • Irgendwie habe ich den Eindruck, es gäbe bereits einen solchen thread.... :beatnik:


    Also:


    Haydn: Pariser Sinfonien



    Beethoven: Eroica



    Mahler : 6. Sinfonie



    Ives & Carter




    Kommentare spare ich mir, die stören in hagiographischen Threads ja eh :D
    Hört's euch halt an, es lohnt sich!


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Dann mache ich mal weiter! Erstmal nur vier:


    Berlioz: Symphonie fantastique



    Berlioz: Requiem
    S. Burrows (Tenor), Orchestre National de France, Choeurs et Orchestre Philharmonique de Radio France




    Bernstein: Symphonies No. 1 "Jeremiah" & 2 "The Age of Anxiety / "I hate Music!" / " Le bonne cuisine"




    Roy Harris / William Schuman: Symphonies No. 3



    Herzlichst,
    Medard


  • REFERENZ!!! (in der 5. steckt er auch Mrawinski in die Tasche).


    Einfach unglaublich, hier wird erst klar was INTERPRETATION bedeutet: kein bigottes Herunterbeten der Partitur sondern lebendiges Musizieren (<-- das war übrigens eines der Lieblingswörter von Lenny, da es im englischen keine wirkliche Entsprechung gibt und IHO das Verhältnis der Europäer zu ihrem kulturellem Erbe ausdrückt).




    Ebenfalls nicht von schlechten Eltern, das Violinkonzert.



    Vergesst Karajan, Wand, Sanderling, Harnoncourt, Chailly: DAS ist Brahms! Grandiose Symphonien und traumhaft schöne, lebendige Konzerte.




    Auch wenn man nicht alle Sänger mag, ist dieser Fidelio hochspannend. Eine dirigentische Meisterleistung aus einem Stück mit vielen dramaturgischen Macken derartiges Rauszuholen.




    Positiver Auswuchs der Bernstein'schen Langsamkeitsorgien. Nicht HIP, völlig gegen den Zeitgeist, aber wunderschön traurig und emotional.




    Nur Bernstein brauchte fast 20 Minuten fürs Largo. Überirdisch!



    Bereits angesprochen die Symphonie KV 425 in einer unheimlich lebendigen Einspielung. Aber auch KV 201 und 385 strotzen nur so vor Spielfreude.



    LG
    Georg


    P.S.: Eine Frage: Werden jetzt auch alle Karajan-Threads bis auf zwei geschlossen? :boese2:
    Zumindest der zum Menschen Bernstein hätte jetzt offen bleiben können. Weniger aus Gründen der Provokation, sondern viel mehr weil Bernstein ein deart seltsamer Mensch war (im positivsten Wortsinn), dass da ein Thread à la Phänomenanalyse Karajan drin wäre.

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Lieber Wulf,
    die anderen Bernstein-Threads sind leider (zumindest im Moment) geschlossen worden. Was für die Karajan-Mission notwendig ist, nämlich die Zwangsüberflutung mit Einzelthreads, ist bei einem universellen Musiker wie Bernstein jedoch überflüssig. Und Mitglied der Bernstein-4ever-Sekte bin ich längst.


    Ich muß aber zugeben, daß ich ein kritisches Sektenmitglied bin, das ist bei den Bernsteinitern durchaus möglich, den wir wissen ja, daß Bernstein die intellektuellen Auseinandersetzungen liebte und dank seiner "Kaddish" wissen wir ferner, daß er sogar mit seinem Gott haderte.


    Nun denn...


    Es sind da ein paar Aufnahmen angeführt worden, die wirklich exzellent sind - mir fehlt noch der erste Sibelius-Zyklus, die unzähligen Einspielungen amerikanischer neoklassizistischer Komponisten und noch einiges mehr, das sicher nach und nach Eingang in diesen Thread finden wird.


    Aber...


    Aber es haben sich in die bisherigen Empfehlungen auch ein paar eingeschlichen, die ich nicht nachvollziehen kann. "Sacre" - ja, fabelhaft. Aber besser als Boulez in der einen (analytischen) und Swetlanow in der anderen (wilden) Richtung? Ich bin mir auch dann nicht sicher, wenn der Kurzstueckmeister die frühere CBS-Aufnahme meint und nicht die etwas gar schwere DG.
    Carters "Konzert für Orchester"? - Ich wage anzumerken, daß Gielen die Sache etwas genauer angeht. Bei Bernstein gibt's hier ein ähnliches Problem wie bei seiner Einspielung der "Trois petites liturgies" Messiaens: Bernstein läßt die Rhythmen federn und pulsieren, stört damit aber etwas die rhythmischen Strukturen, auf denen die Komponisten aufbauen.
    Tschaikowskij "5", erste Einspielung - sicher sehr gut (und um Lichtjahre der späteren DG-Aufnahme überlegen); aber wirklich besser als Mrawinskij? Auch besser als Swetlanow? - Wenn ich besonders an den letzten Satz denke, bei dem sich mir Bernsteins Aufbau irgendwie nicht erschließen will. Ich bin mir nicht sicher.


    ***
    Abgesehen davon: Wie Georg bin ich über die Schließung (und mittlerweile wohl auch Löschung) des Bernstein-als-Mensch-Threads sehr unglücklich. Was soll denn das? Es gibt zahlreiche Biografien, die Bernsteins Leben beleuchten, es gibt sicherlich zahlreiche Taminoianer mit persönlichen Erlebnissen und Erinnerungen. Und ich glaube, daß ein in so unendlich vielen Facetten schillernder Charakter wie Bernstein durchaus wert ist, auch aus seiner Biografie heraus interpretiert zu werden.
    Hier geht es nicht um Heiligsprechung oder Schmutzwäsche, sondern um einen der genialsten und universellsten Musiker, die das 20. Jahrhundert hat. Ich glaube, daß eine Beleuchtung dieser Person in der bekannt korrekten und noblen Art, wie sie bei Tamino der Stil ist, durchaus angebracht ist.

    ...

  • Lieber Sekt....Glaubensgenosse!


    Nun, zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich den Vorschlag selbst gemacht habe. Ich wurde darauf hingewiesen, daß die Idee originell, aber vermutlich nicht die richtige Reaktion auf die Karajan-threads sei. Insofern möge ich den für mich wichtigsten thread raussuchen, in dem alle anderen als Thema integriert werden können.
    Da die threads von mir aber größtenteil ernst gemeint waren - obgleich das nahezu instantane Eröffnen dem Karajan-Boom ein ironisches Gegengewicht bieten sollte - habe ich darum gebeten, lediglich den Aufnahmen-thread mit dem der unvergesslichen Konzerterlebnisse zusammenzuelegen und notfalls den "Bernstein - ein toller Mann" zu löschen. :wacky:
    Da ich Probenarbeiten von Bernstein kenne (leider nicht persönlich), weiß ich, daß Bernstein alles andere als der große Sympat sein konnte. Daß die Persönlichkeit Stoff für reichlich Diskussion bietet , daran habe ich zu dem Zeitpunkt nicht gedacht.


    Vielleicht kann man das Thema in einem eigenen thread demnächst mal wiederbeleben.


    Ansonsten eröffne ich bald einen zum 100. von Karel Ancerl.
    Der hats 1. verdient und 2. (was noch mehr wiegt) noch gar keinen eigenen thread!


    Liebe Grüße
    Wulf

  • Etwas verwundert es mich, dass noch niemand die Mahler-Zyklen von Bernstein hier vorgestellt hat. Immerhin hat Bernstein nicht unerheblich zur weiteren Verbreitung der Musik Gustav Mahlers beigetragen.


    Mir persönlich ist der erste Mahler-Zyklus bei CBS mit den New Yorker Philharmonikern (Ausnahme: die 8., da begleiten die Londoner Sinfoniker) lieber, da mag nicht alles perfekt gelungen sein, aber die Aufnahmen sind emotional stark, wirken frisch und (ja) spannend - die Einspielung bei der DGG, hier dann mit verschiedenen Orchestern, finde ich verhaltenener, gebremster, vielleicht auch abgeklärter.


    Bei Strawinsky will ich noch eine Aufnahme erwähnen: den "Oedipus Rex", gepaart mit der "Psalmensinfonie" - vor allem letztere gefällt mir gut, aber auch der "Oedipus" ist gelungen.


    Klar, die Person Bernstein bietet reichlich Stoff - ein Dirigent und Komponist, bei dem alle mitreden können: Orchesterwerke hat er geschrieben, das "Song-Feast", "Candide" oder "Trouble in Tahiti", natürlich die "West Side Story", er kannte Maria Callas und hat mit ihr Cherubini und Bellini aufgeführt, hat Puccini, Strauss und Wagner dirigiert - was ein bemerkenswerter und vielseitiger Künstler!

  • Zitat

    Original von Alviano


    Mir persönlich ist der erste Mahler-Zyklus bei CBS mit den New Yorker Philharmonikern (Ausnahme: die 8., da begleiten die Londoner Sinfoniker) lieber, da mag nicht alles perfekt gelungen sein, aber die Aufnahmen sind emotional stark, wirken frisch und (ja) spannend -


    Dieser Zyklus ist mir auch ungemein lieb. Eine mich faszinierende Platte Bernsteins war Debussys "Rhapsody für Saxophon und Orchester" mit Sigurt Rascher am Saxophon. Stanley Drucker spielt sodann die Rhapsodie für Klarinette und Orchester. Und die B-Seite der Platte vereint "Rugby", "Pastorale d'été und "Pacific 231" von Arthur Honegger.


    Leider ist diese Platte nie als CD veröffentlicht worden (nichteinmal, als HRH Charles, Prince of Wales, nach des Maestros Ableben eine Bernstein-Edition herausgab. Für diese verlegerische Tat hätt ich Ihm glatt den Toast "Long live the King" ausgebracht. Das hat er nun verpasst).


    Ansonsten schätze ich eine Bernstein-Platte, die Edwin gleich tadeln wird: Lennie dirigiert vom Klavier aus das 2. Klavierkonzert von Schostakowitsch. Selten hört man dieses Werk in solcher heiter-verspielter Ausgelassenheit mit einem ungemein verschmusten 2. Satz.


    Womit ich nun gar nichts anfangen kann: Bersteins Deutung von Bruckners 9. Auch ihm gelingt nicht alles.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:


    PS: Die HvK-Threads können durchaus auf einen zusammengestaucht werden. Freilich passt die Anzahl Threads zu Karajans Hinterlassenschaft: mehr Masse als Klasse (welch Grusel, wenn man bedenkt was bei Unitel noch an HvK Filmaufnahmen lagern, brrrrr....).

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    Original von Thomas Pape
    (welch Grusel, wenn man bedenkt was bei Unitel noch an HvK Filmaufnahmen lagern, brrrrr....).


    Ich finde HvKs Filmaufnahmen auch tendenziell gruselig (ausgenommen das Neujahrskonzert), freue mich aber auf die demnächst anstehende Veröffentlichung mit Bruckners Neunter mit den Wienern und HvK


    :hello:

  • Sind wir schon wieder in einem der "Was-kommt-bald-noch-mit-Karajan"-Bejubelung-Threads....?


    Nein, hier wird doch der Richtige gefeiert... :D


    Also zu Dir, Alviano: Ich glaube, daß niemand die Mahler-Zyklen erwähnt hat, weil es zu ihnen schon eigene Threads gibt. Aber Du hast natürlich recht: Vor allem der erste ist, trotz einiger Mängel bei den Orchesterleistungen und der Aufnahmetechnik, sensationell und ein erratischer Block, um den niemand, der sich mit Mahler auseinendersetzt, herumkommt.


    Hinreißend ist die von Dir erwähnte "Psalmensinfonie" - den "Oedipus" hat meiner Meinung nach auch niemand wirklich besser in den Griff bekommen. Speziell am Anfang und am Schluß sowie im "Iokaste"-Chor am Ende des ersten Aktes zeigt sich, wie perfekt Bernstein mit dem Rhythmus arbeiten konnte.


    Eine für mich extrem interessante Angelegenheit ist dies:

    Meine Begeisterung für Liszt hält sich zwar in Grenzen, aber Bernstein gelingt es dank einer überlegenen Tempodramaturgie und einer fast verrückten Klangbalance, diese Musik so unglaublich modern klingen zu lassen, daß man aus dem Staunen ob all der klanglichen Herrlichkeiten nicht herauskommt. Natürlich kann Bernstein diese Musik nicht besser machen, als sie ist (kein Dirigent kann das Niveau einer Komposition heben), aber er kitzelt aus ihr wirklich alle heraus, was drin ist.


    Übrigens gibt es zwei Aufnahmen, die ich mir mit Bernstein gewünscht hätte, von der einen war aber nie die Rede, die andere ist nicht zustande gekommen.
    Nie die Rede war seltsamerweise von Brittens "War Requiem", ein Werk, das Bernstein eigentlich berühren hätte müssen, da es einen Pazifismus vertritt, zu dem sich auch Bernstein bekannte - und stilistisch wäre es perfekte "Bernstein-Musik".
    Nicht zustande gekommen ist leider die Einspielung von Brittens "Peter Grimes": Da gab es bereits die Verträge und Termine - doch dann brach Bernsteins Krankheit vehement aus, und er mußte sämtliche Dirigierverpflichtungen absagen.
    In seinem letzten Konzert dirigierte er allerdings noch die "Sea Interludes" aus der Oper, die Aufnahme gibt es in dieser Box (die auf dem Cover nur den späten nicht fertiggestellten Sibelius-Zyklus anführt):

    Was man hört, ist eine unendlich wehmüptige Musik - und mit erstaunlicher Disziplin bezüglich der Tempowahl gespielt wird. Der Sturm ist dann die sicherlich aufregendste Einspielung dieses vermeintlichen "Reißers" - weil sie zielsicher auf den herrlichen ruhigen Teil ausgerichtet ist, der sich auf Peters Sehnsucht nach einem geordneten Leben bezieht. Die emotionale Aufladung dieser Stelle ist unbeschreiblich.


    :hello:

    ...

  • Apropos Letztes Konzert: Bernstein soll doch während der siebten einen derart starken Hustenanfall gehabt haben, dass das Konzert beinahe abgebrochen worden wäre, er aber weiter dirigierte.


    Stimmt das und ist das auf der CD verewigt?


    Enthalten ist die Aufnahme ja in dieser Box




    wobei ich sie mir wahrscheinlich nicht anschaffen werde, da die einzige Aufnahme die mich daraus wirklich interessiert die "Ode an die Freiheit" ist, die ich mir auf DVD zulegen werde.

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Ich empfehle, irgendwie diese CD aufzutreiben. (Schade, dass man sein letztes Konzert auf zwei verschiedene Boxen verteilte...


    der Britten wurde schon ausführlich von Edwin gelobt und mir gefällt auch die Interpretation der Siebten sehr gut.


    Ich werde jetzt nicht gezielt nachhören, aber ein vernehmbarer Hustenanfall ist mir nicht in Erinnerung. Das booklet gibt darüber Auskunft, dass er das Scherzo nicht recht dirigieren konnte, da er vor Erschöpfung in den Seilen hing. Aber gerade auch das Scherzo ist grandios gespielt.


  • Hallo Bernstein-Freunde,


    kein Wunder das dieser Thread innerhalb eines tages schon 17 Beiträge verzeichnet - es werden noch viel mehr.


    Letztes jahr habe ich mir mit Bernstein sehr viele Aufnahmen zugelegt.
    Es waren aber hauptsächlich die CBS-Aufnahmen mit den New Yorker Philharmonikern, die mich jedesmal (bei jeder Neuerwerbung) auf das höchste Begeisterten:
    Diese Neuerwerbungen waren 2007 alle auf SONY:
    Beethoven-Sinfonien
    Brahms-Sinfonien
    Schumann-Sinfonien
    Mendelssohn-Sinfonien (nur hier habe ich Einwände, wegen des fehlenden Feuers bei der Italienischen)
    Dvorak: Sinfonie Nr.9
    Berlioz: Harold in Italien
    Schostakowitsch-Sinfonien Nr.1,5,6,9
    Copland-Orchesterwerke


    Bernstein´s Aufnahmen für die Ewigkeit:
    Viele meiner Favoriten, wie
    Strawinsky: LeSacre (SONY/CBS 1959),
    Berlioz: Symphony fantastique (SONY 1964),
    Bernstein: Sinfonien Nr.1-3 (SONY 60er),
    Mahler-Sinfonien (SONY)
    wurden bereits genannt.


    Ich möchte noch ein paar hinzufügen:



    Hindemith: Sinfonie in ES, Metharmorphosen, Konzertmusik op.50
    New Yorker PH
    SONY, ADD


    - ohne Bild-
    Hindemith: Mathis der Maler-Sinfonie, Metharmorphoswn, Konzertmusik op.50
    Israel PO
    DG, 1984, DDD



    Für meinen Geschmack gehe ich auf jeden Fall weiter als Johannes Roehl, der nur die Eroika aus der Beethoven-Bernstein-SONY-GA nennt und will alle für die Ewigkeit wissen:

    Beethoven: Sinfonien und Ouvertüren
    New Yorker PH
    SONY, 1964-1973, ADD



    Der CBS-Brahms-Zyklus gefällt mir deutlich besser als der tempomäßig sehr ausgewalzte DG-Zyklus. Wie Bernstein die Sinfonie Nr.1 entwickelt, ist eine Wucht und stellt alles bisher dagewesene in den Schatten.

    Brahms: Sinfonien Nr.1 und 4
    New Yorker PH
    SONY, 1960-1962, ADD



    Auf dem gleichen Wahnsinns-Niveau, wie Brahms 1 ist auch
    Dvorak: Sinfonie Nr.9.
    Da Maik hier in diesem Thread noich keinen Beitrag hat fehlt diese noch !

    New Yorker PH
    SONY



    Von den Copland-Orchesterwerken, habe ich alle SONY-Aufnahmen mit Bernstein (auch die DG-Aufnahmen) - besser als er interpretiert keiner seinen Freund und Lehrer.

    New Yorker PH
    SONY, 1959-1966, ADD



    Medard (Klawirr) erwähnt Bernstein´s DG-Aufnahme, von Harris und Schuman-Sinfonien Nr.3.
    Auch hier isind die CBS-Aufnahmen unbedingt vorzuziehen. ( Die hatte ich auch schon zuvor auf CBS_LP.)



    Harris: Sinfonie Nr.3 u.a.
    New Yorker PH
    SONY, 1961,ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Noch ein wenig amerikanisches Rertoire - aufgenommen für die Ewigkeit:


    William Schuman: Symphonies No. 3 & 8; Symphony for Strings



    teleton hatte ja oben darauf hingewiesen, daß Bernsteins 1960er CBS- resp. Sony-Aufnahme von Schumans 3. der späteren DGG-Einspielung (1987) überlegen sei. Ich bin da unentschieden. Beide Interpretationen gefallen mir - so unterschiedlich sie sind - gleichermaßen. Auffallend finde ich, daß bei Schumans Dritter Bernsteins Spätstil weniger deutlich durchschlägt, als es bei eher mainstreamigem Repertoire häufig der Fall ist. Die Tempi sind in beiden Einspielungen nahezu identisch gewählt (allein der »Choral« zu Beginn des 2. Teils ist - für den späten Bernstein typisch - erheblich langsamer genommen als in der 1960er Einspielung). Und dennoch ist der Charakter beider Interpretationen ganz unterschiedlich: die ältere Aufnahme ist drängender, frischer und, ja, »amerikanischer«. Die DGG Einspielung dagegen wirkt gefühlvoller, vergrübelter, im Choral ganz deutlich pathetischer. Am besten man hat beide.


    Was allerdings die Sony-Scheibe zu einem absoluten must-have macht ist die nur selten wirklich hochkarätig eingespielte 8. und die berückende »Symphony for Strings«.


    Also: wenn man nur eine will - dann die Sony-CD; und für den Harris die von teleton gezeigte Scheibe zulegen!



    Lucas Foss: Time Circle / Phorion / Song of Songs




    Aaron Copland: Symphony for Organ and Orchestra / Symphonie No. 3



    Ganz herzlich,
    Medard



    p.s.: hat Bernstein eigentlich niemals Villa-Lobos aufgenommen? Er hätte doch eigentlich absolut ein Händchen für diese Musik haben müssen...

  • Da fehlen schon noch ein paar. Ich hoffe, dass ich nichts verdopple:


    Zunächst und vor allem die gültige Version seines anderen besten Bühnenwerkes, CANDIDE:



    Dann die unverzichtbare Charles Ives-Sammlung:



    Als pars pro toto für seine Buch- und Plattenserie MUSIC FOR THE YOUNG:



    Bernstein / Callas / Cherubini / MEDEA / SCALA - was für eine Kombination, trotz mäßiger Klangqualität:



    Ohne Bild, weil wieder mal vergriffen, für mich aber die meistgespielte Kombination großer instrumentaler Musik des 20. Jahrhunderts:


    Alban Berg / Samuel Barber: Violinkonzerte


    Solist: Isaac Stern; New York Philharmonic; Leonard Bernstein


    Und nicht zu vergessen, Bernstein der genialste aller Musikdidakter:



    THE UNANSWERED QUESTION - Six Talks at Harvard by Leonard Bernstein


    Besser, unterhaltsamer und dennoch auf höchstem Nivau kann man sich mit Musik nicht auseinander setzen. Allerdings sollte man dazu die englische Srache schon recht gut beherrschen.


    Diese programmatisch ausgewählte Liste ließe sich für mich leicht vervielfachen. Das könnte ich bei keinem anderen Dirigenten, von Komponisten des 20. Jahrhunderts ganz zu schweigen.


    Dazu noch eine Anekdote, weil dies ja auch mal ein Thread über Bernstein Live war. Bei einem Gespräch erzählte mir der damalige Leiter der Musiksparte des ZDF, dass er seit weit über einem Jahrzehnt eine Aufnahme für eine Gedenksendung an Leonard Bernstein bunkern würde, die damals zum Glück noch weit über ein Jahrzehnt lang nicht gebraucht wurde. Es war ein Konzert in der Frankfurter Alten Oper, bei dem Bernstein die SYMPHONIE FANTASTIQUE dirigierte. Ich habe die Aufzeichnung später gesehen und kann ihm trotz vieler anderer Erlebnisse, davon leider nur eines live, nur Recht geben: leidenschaftler, engagierter und trotzdem durchhörbarer und übersichtlicher kann man diese Musik nicht spielen.


    Da der Musikchef schon pensioniert war, als es dann dazu kam, dass eine solche Sendung gebraucht wurde, fürchte ich, dass aus diesem Plan nichts wurde (leider war ich damals nicht im Lande). Wenn aber irgendjemand mal dieses Konzert aufgezeichnet haben sollte, bitte melden - und unbedingt diese Aufnahme mal wieder ansehen!


    :hello: Rideamus


  • Hier agiert Bernstein einmal nicht als Dirigent, sondern als Pianist. Und erweist sich als ein souveräner Begleiter, der mit sehr differenziertem Anschlag und feinen Nuancen im Pedalgebrauch sozusagen eine Schwarzweiß-Zeichnung des Orchestersatzes liefert. Dietrich Fischer-Dieskau ist bei den Aufnahmen leider nicht in der Form, in der er damals noch sein konnte, aber Christa Ludwig und Walter Berry singen das "Wunderhorn" mit Schlichtheit und Menschlichkeit - und doch fehlt auch die Prise bitterste Ironie nicht. Eine Aufnahme, die man nicht nur wegen Bernstein und den Solisten gehört haben sollte, sondern auch wegen der Klavierversion dieser Lieder.
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Eine Aufnahme, die man nicht nur wegen Bernstein und den Solisten gehört haben sollte, sondern auch wegen der Klavierversion dieser Lieder.


    ... und wer vergleichen möchte: in der gleichen Besetzung, also mit Ludwig und Berry, hat Bernstein auch die Orchesterfassung derselben Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn" eingespielt, hier gemeinsam mit den New Yorker Philharmonikern.


    Im Beiheft meiner CD (sieht etwas anders aus, als die von Edwin oben gezeigte) mit den Klavierliedern findet sich ein schöner Artikel von Knut Franke über Leonard Bernstein, der gut in den Thread zum 90. Geburtstag des Musikers passen würde.


    Oben wurde schon die "Medea" von Cherubini vorgestellt. Callas trifft auf Bernstein - der hatte noch nie Oper dirigiert, war in Italien unbekannt und eigentlich gar nicht vorgesehen - nur fielen zuerst de Sabata und dann auch Gui aus, ersterer wegen Krankheit, der zweite wegen anderer Verpflichtungen.


    Bernstein lernte das ihm unbekannte Stück innerhalb weniger Tage - und konnte einen grossen Triumph feiern. Callas und Bernstein befeuerten sich hörbar gegenseitig.

  • Lieber Alviano,

    Zitat

    der hatte noch nie Oper dirigiert


    Was so ein klitzekleiner Fehler ist. Bernstein hatte in seinen dirigentischen Anfängen die amerikanische Erstaufführung von Francis Poulencs "Mamelles de Tirésias" in einer Aufführung von Musikstudenten dirigiert.
    Aber "Medea" war seine erste Oper an einem rein professionellen Opernhaus.
    :hello:

    ...

  • Gar viel und schön wurde hier empfohlen. Diesen Empfehlungen kann man nur nachhecheln.


    Jetzt ein Außenseitertipp, der mir am Herzen liegt:


    Puccini: La Bohème


    Dirigent: Der ewigjunge 90er
    Orchester und Chor der Accademia di Santa Cecilia, Rom


    Rodolfo: Jerry Hadley
    Mimi: Angelina Réau
    Marcello: Thomas Hampson
    Musetta: Barbara Daniels


    Label: DGG


    Natürlich sind die Sänger nicht Pavarotti, Björling, Bergonzi, Freni usw.
    Das Dirigat ist „Tristan&Isolde“ composed by Puccini. Es ist gewöhnungsbedürftig, wenn man alle „normalen“ Interpretationen kennt.


    PS: Der Tamino-Medienpartner, der mit j beginnt, bietet diese Doppel-CD um 16,90 Euro an, sodaß eine Anschaffung die p.t.Taminos nicht in den Privatkonkurs treibt.


    Nicht missen möchte ich seine Bruckner-Interpretation der Neunten.

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Zu Bernstein fällt mir zuallererst Charles Ives ein, den ich durch seine Einspielungen schon in den 70ern kennen- und liebengelernt habe. Inzwischen mein Favorit eine Live-Aufführung der 2. Symphonie:


  • Zitat

    Original von Rienzi
    Natürlich sind die Sänger nicht Pavarotti, Björling, Bergonzi, Freni usw.
    Das Dirigat ist „Tristan&Isolde“ composed by Puccini. Es ist gewöhnungsbedürftig, wenn man alle „normalen“ Interpretationen kennt.


    Die Beschreibung gefällt mir gut - und das ist auch der Gruind, warum mir diese Einspielung nicht so sehr gefällt...


    Aber was ich prima finde: dass hier die Aufmerksamkeit auf Aufnahmen gelenkt wird, die bsplsw. mir eventuell sonst entgangen wären. So möchte ich schon länger mal eine Einspielung von "The unanswered question" haben - und siehe da: LB machts möglich.


    Ein interessanter Gedanke, den Edwin eingebracht hat: Bernstein und "War-Requiem" - das wäre eine gute Verbindung geworden, eine Musik, von der auch ich glaube, dass sie zu Bernstein passt und dass das eine interessante Ergänzung zu Britten und Rattle hätte werden können.

  • Zitat

    Original von Alviano


    Aber was ich prima finde: dass hier die Aufmerksamkeit auf Aufnahmen gelenkt wird, die bsplsw. mir eventuell sonst entgangen wären. So möchte ich schon länger mal eine Einspielung von "The unanswered question" haben - und siehe da: LB machts möglich.


    LB machte es sogar zweimal möglich. Weiter oben gibt es auch das Cover zu seiner früheren Aufnahme mit dem "Essential Charles Ives" (Symphonies 2 u.3, HOLIDAYS, CENTRAL PARK IN THE DARK und THE UNANSWERED QUESTION), die derzeit für einen sehr günstigen Preis beim Werbepartner zu haben ist.


    Wie so oft, gefällt mir der frühe Bernstein auch bei Ives besser, aber vielleicht auch nur, weil ich damit meine Ives-Taufe erfahren habe.


    :hello: Rideamus

  • Hallo Rideamus,
    kein Wunder: Die früheren Ives-Aufnahmen enthalten noch das Staunen über diese Musik, die damals erst allmählich entdeckt wurde. Bernstein war einer der ersten Ives-Propheten (neben Stokowski), und man merkt diesen Aufnahmen an, wie spannend es für alle Beteiligten war, sich diese Musik zu erobern.
    Bei der späteren Aufnahme ist Ives längst zum amerikanischen Klassiker mutiert und wird von Bernstein auch wesentlich ehrfurchtsvoller interpretiert - immer noch herausragend, aber nicht mehr so frisch und spannend.
    :hello:

    ...

  • Ich bin 1971 zur klassischen Musik über die Aufnahme der 1. Symphonie Mahlers durch Bernstein 1966 (New York Philharmonic) - Teil seines ersten Mahler-Zyklus gekommen. Gerade habe ich diese Aufnahme noch einmal von einer frühen Nur-SACD gehört (Sony 1999), der ich damals nicht widerstehen konnte.


    Ich teile die Auffassung, dass dieser erste Zyklus für die Mahlerrezeption zentral ist.


    Wenn ich den Titel des Threads ernst nehme und Bernstein-Aufnahmen für die Ewigkeit aus meiner Hörerfahrung nennen sollte, dann vor allem zwei.


    Um für Mahler nicht ganze Zyklen zu benennen:


    Die Aufnahme der 5. Mahler


    Bernstein und die Wiener Philharmoniker Sept 1987 live - DG.



    Ich habe noch ein anderes - schöneres Cover - aber es ist wohl diese Aufnahme.


    Ich habe vor einiger Zeit für meinen Sohn einen kritischen Vergleich einer größeren Zahl von Einspielungen der 5. unternommen und bin nach intensivem Vergleichshören zum Ergebnis gekommen, dass diese Aufnahme sich in schwerer (und zahlreicher) Konkurrenz behauptet.


    Und - hier auch bereits genannt -


    die Aufnahme des Sacre vom 20.1.1958 (mit New York Philharmonic),


    nicht verwechseln mit der Aufnahme mit den Londonern, die ist ziemlich matt dagegen.


    Auf diese beiden Aufnahme möchte ich unter keinen Umständen verzichten.


    Mit besten Grüßen


    Matthias

    Tobe Welt, und springe,
    Ich steh hier und singe.

  • Original von Klawirr / Medard

    Zitat

    Hat Bernstein eigentlich niemals Villa-Lobos aufgenommen? Er hätte doch eigentlich absolut ein Händchen für diese Musik haben müssen...


    Doch hat er auch - und das sogar auf einer meiner ersten Bernstein-CBS-LP´s mit lateinamerikanischer Musik
    von
    Fernandez: Batuque,
    Guarnieri: Dansa Brasilerira,
    Revueltas: Sesemaya,
    Chavez: Sinfonia India (Nr.2),
    Copland: Danzon cubano, El Saloon Mexico (also nur die Werk haben den lateinamerikanischen Flair) Villa-Lobos: Bachinas Brasileiras Nr.5 für Solo-Sopran, Solo-Cello und Cello-Orchester

    (Aufnahme CBS, 06.Februar 1963).


    Diese CBS-LP hat später dazu geführt mich mit den lateinamerikanischen Komponisten und ihrer fantastisch rhytmischen Musik näher auseinanderzusetzen.


    Auf SONY-CD gibt/gab es diese Werke in etwas anderer Kopplung auch:



    SONY, 1963, ADD


    Ausgerechnet trifft gerade dieses Villa-Lobos-Werk wegen der (jedenfalls mich) nervenden Sopranstimme nicht mein Geschmack.


    :yes: Der Rest sind für mich auch Meilensteine und Aufnahmen für die Ewigkeit.


    Hier wird wiedermal klar welch großes Repertoire Bernstein als Dirigent hatte.
    Hier hat er Werke ausgehoben, dessen Komponistennamen man sonst vielleicht nie wahrgenommen hätte.
    Von Copland (sowieso), Revueltas, Chavez habe ich alles, was man von diesen Kompnisten an Land ziehen kann (nicht nur mit Batiz) - Dank Bernstein´s Erstaufnahme !


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    Damit es nicht in Vergessenheit gerät, weil bisher in diesem Thread nur "angerissen".


    :yes: Als GA ist eine Aufnahme für die Ewigkeit auch seine
    CBS-Einspielung der Sibelius-Sinfonien


    Nach Karajan, Kamu, C.Davis, Järvi, Blomstedt, Ashkenazy und auch Segerstam kehre ich bei Sibelius immer wieder voller Begeisterung zu Bernstein zurück !



    New Yorker PH, Bernstein
    SONY, 1961-1967, ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang