Sopranistin voll Anmut und Charme: MIRELLA FRENI

  • Vermutlich die Aufnahme aus Palermo.
    Das war die Besetzung:


    Carmen: Giulietta Simionato
    Dancaïre: Renato Ercolani
    Don José: Franco Corelli
    Escamillo: Giangiacomo Guelfi
    Frasquita: Loretta di Lelio
    Mercédès: Norma Palmieri
    Micaëla: Mirella Freni
    Moralès: Mario Rossetti
    Remendado: Guido Malfatti
    Zuniga: Enzo Viaro



    LG :pfeif: :pfeif:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Danke für die Besetzungsliste, steht bei mir am Cover nicht drauf,


    kann schon sein, dass es diese Aufnahme LIVE ist.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello: :pfeif: :pfeif:

  • Die von Harald vorgestellte CD-Compilation von EMI aus der Icon Series finde ich sehr interessant. Da finden sich doch tatsächlich Ausschnitte aus einem Repertoire, daß ich nicht unbedingt mit Mirella Freni in Verbindung gebracht hätte – Bellini’s La Sonnambula und Donizetti’s Lucia di Lammermoor. Hat sie diese Partien in ihrer Vollständigkeit gesungen oder eben nur in Auszügen?


    Die Puritani Elvira hat sie ja auch gesungen, obwohl ich mal gehört habe, sie hätte gemeint, daß wäre ein Fehler gewesen. Ich weiß allerdings nicht ob das wirklich stimmt. Ihre Elvira scheidet ja auch die Geister.


    Gregor

  • Lieber Gregor, nein das war Alles andere als ien Fehler- es war absolut wunderbar! Und ich war total überrascht, wie wenig Probleme sie mit der geforderten Höhe und grossen Beweglichkeit in "Son vergin vezzosa" udn der Stretta "Vien diletto" hatte.
    Der Fehler war m.E. eher, das sie später meinte, ins jungdramatische Fach wechseln zu müssen, obschon sie eine genuin lyrische Stimme von reinstem Wohlklang besass.


    Ich habe ihre Elvira erst vor zwei Wochen kennengelernt und die Aufnahme zusammen mit Pavarotti unter Muti ist ene Bellini-Sternstunde! :jubel: :jubel: :jubel:

  • Zitat

    Original von Fairy
    Ich habe ihre Elvira erst vor zwei Wochen kennengelernt und die Aufnahme zusammen mit Pavarotti unter Muti ist ene Bellini-Sternstunde! :jubel::jubel::jubel:


    Dieses Kompliment für Freni's Elvira bedeutet sicher was aus deinem Munde. Schließlich bist du großer Bellini-Fan und daher noch kritscher und anspruchsvoller.


    Als Belcanto-Sopran ist die Freni aber nicht unbedingt bekannt. Nur wenige Rollen hat sie sich in diesem Repertoire erarbeitet. Ich glaube für die schwierigen Koloraturen in diesem Fach war ihre Stimme nicht beweglich genug. Sie war dafür halt ein richtiger lyrischer Sopran.


    Danke für den Hinweis auf diese Puritani-Aufnahme. Pavarotti muß ja auch ein Traum-Arturo gewesen sein.


    Gregor

  • Zitat

    Original von Gregor
    Sie war dafür halt ein richtiger lyrischer Sopran.


    Danke für den Hinweis auf diese Puritani-Aufnahme. Pavarotti muß ja auch ein Traum-Arturo gewesen sein.


    Gregor


    Es ist verdammt schwer, die Freni in eine Schublade zu stecken, denn wenn man ihr Wiegenlied von Brahms oder die Arie aus G.Schicchi hört, muss man Dir beipflichten.


    Aber man höre doch ihre Carlos-Elisabetta! Eine Stimme, die man direkt aus dem Himmel zu kommen vermeint, wobei Mirella auch den dramatischen Passagen durchaus gewachsen ist. Dazu die wohl innigste Liù, gefühlvollste Desdemona und andererseits eine wahrhafte Heldin als Butterfly. Ich finde auch ihre Aida, die ja von zartesten Lyrismen bis zu heroischen Attacken voll präsent ist, mehr als bemerkenswert. Leider scheint aber gerade diese Partie ihrer Engelsstimme zugesetzt zu haben.


    Pavarotti war tatsächlich als Arturo gelinde gesagt eine Sensation.

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Zu Freni gibts von meiner Seite nur:


    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:


    Ich habe sie Gott sei Dank noch sehr oft an der Wiener Staatsoper gehört und kann mich an nicht einen einzigen Abend erinnern an dem ich unglücklich aus dem Haus gegangen wäre. Natürlich war die Tatjana nicht ganz ihre Rolle die sie auch eher spät in ihrer Karriere angegangen ist aber auch in diesem Werk war sie als junges Mädchen immer glaubwürdig und stimmlich und persönlich reizend. Sehr interessant waren klarerweise vor allem die Aufführungen mit Ghiaurov (man hat die Harmonie der beiden bis auf die Galerie gespürt).
    Meine Lieblingsrollen von ihr waren klarerweise Liu, Micaela und immer wieder die Mimi (sie damals 1985 mit Pavarotti unter Kleiber erlebt zu haben ist bis heute das ungeschlagene und unschlagbare Highlight meines "Operndaseins".


    LG
    Isis

  • Liebe Isis,


    da sind wir ja zwei im Geiste, die in der Staatsoper quasi "gewohnt" haben und von dort oft genug beglückt heimgingen und ob der aufwühlenden, grandiosen Vorstellungen nachts fast nicht schlafen konnten ...


    Was Frenis Tatjana betrifft, so mag vielleicht ein Russe ihre Interpretation idiomatisch anfechtbar halten - ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass ich vorher und nachher keine so expansive Briefszene (man erinnere sich nur an die Stelle, auf Deutsch: "Und wär`s mein Untergang!") erlebt habe. Mirella holte hier gleichsam die Sterne vom Himmel.


    Als alter Kracher war es mir vergönnt, schon in der Jugend ihre einzigartige Mimi mit G.Raimondi unter Karajan (glaube 1964) erlebt zu haben. Damals, nach den "Haus-Bohèmes" mit Güden, Kmentt etc., vermeinte ich, ein neues, unglaublich dramatisch-schönes, wunderbares Stück zu hören und dank Zefirelli auch zu sehen.


    Dazu eine kleine Episode: Ursprünglich meinte ich, diese Premiere versäumen zu müssen, da sie um Allerheiligen angesetzt war, wo ich meine Eltern und Geschwister in Graz besuchen musste. Als ich wieder in Wien war, lief ich zum Bühnentürl der Oper, um mich zu erkundigen, wie denn die Premiere war. Da erfuhr ich, dass man sie um eine Woche verschoben hatte. Also hatte ich nichts versäumt, und mein Glück war vollkommen!

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Danke Milletre,


    schön dass das mit der Premiere noch geklappt hat =), manchmal hat man doch auch Glück. Ich habe die Boheme 1964 leider noch nicht mitgekriegt aber danach so viele andere mit Freni, ich bin dankbar für jeden einzigen Abend. Ich finde sie war auch ein besonders lieber Mensch, vielleicht hast du sie auch in den Künstlergesprächen erlebt. Ich werde nie vergessen wie sie damals Händchen haltend neben "Niki" auf dem Podium gesessen ist.
    Schade dass sie - aus welchen Gründen auch immer :stumm: - in Wien nicht mehr gesungen hat. Ich hätte mich so gefreut sie nochmal zu hören. Zu dem vor der Oper übernachten --- bei jedem Wetter, sie war jede Stunde anstellen mehr als wert :]


    LG
    Isis

  • Ihr seid zu beneiden!


    Für mich ist sie auch der Prototyp einer Mimi,(leider nur von der Konserve, da mir kein Liveerlebnis vergönnt war) und man will nach ihr gar keine Andere mehr hören! :jubel: :jubel: :jubel:


    Natürlich kann man niemanden in eine Schublade stecken, aber nach dieser Elvira hätte ich so gerne auch eine Giulietta und Amina dieser Qualität gehört. Auc hwenn sie sicher kein Koloratursopran war, ein dramatischer Sopran war sie noch weniger!


    Es ist wunderbar, dass sie den Rollen wie Desdemona, Aida, Tosca, Butterfly ihre Anmut und Grazie geschenkt hat. die Frage ist für mich nur, welchen Gefallen sie damit ihrer Stimme getan hat. die schönheit einer Arie wie z.B. das Gebet der Desdemona ist nicht mit der gesamten Rolle in einer Oper, die Abend für Abend durchgehalten werden muss, zu verwechseln.


    Schwere Verdi-Rollen wie Aida können zwar für mich von so wunderbaren Stimmen nur profitieren, aber ob die Stimmen auch hprofitieren, ist ein ganz anderes Thema!


    Sich mit Bellini kaputtzusingen ist für eine lyrsiche Stimme kaum möglich. Mit Verdi oder grossem Puccini kann das schneller passieren, als einem lieb ist. Katia Ricciarelli war evtl auch so ein Fall, scheint mir.


    Jedenfalls danke ich auch für die bezaubernden Photos der jungen Freni. Wirkllich zum Verlieben - das muss ausser "Niki" auch jeden Rodolfo umgehauen haben! :angel:


    F.Q.

  • Nachdem der Thread ja schon voll der (berechtigten) Lobeshymnen auf diese wundervolle Sängerin ist, will ich mich etwas zurückhalten und nur erwähnen, dass ich selbstredend auch ein großer Bewunderer von ihr bin, wobei ich nicht nur ihre ausdrucksstarke und wohlklingende Stimme sehr schätze, sondern auch ihr gewinnendes Wesen. Wie schon erwähnt war ihr dieses ganze Primadonnengehabe ebenso fremd wie zum Beispiel Christa Ludwig und das kommt wohl nicht zuletzt daher, dass sie es einfach nicht nötig hatte(n).


    Ich schätze sie besonders als Elvira in der schon erwähnten Aufnahme mit Pavarotti unter Muti, als Mimi, als Micaela , als Susanna und als Desdemona, um nur die wichtigsten zu nennen. Offensichtlich ging sie bei der Auswahl ihrer Rollen sehr umsichtig vor, denn ich wüsste jetzt keine einzige Aufnahme, in der ich sie als absolut fehlbesetzt empfunden hätte.


    Was ihre Ehe mit Nicolai Ghiaurov betrifft, kann ich mich noch an ein Interview mit dem Bass erinnern, in dem er erzählte, dass er, wenn sie zusammen auf der Bühne standen, schon Mühe genug hatte, auf sein eigenes Singen zu achten. Mirella Freni dagegen hätte nicht nur auf sich selbst aufgepasst, sondern auch auf den Gesang ihres Mannes und ihm dann auch immer hinterher erzählt, was ihr dabei aufgefallen war.


    Ich denke schon, dass das deutlich zeigt, welche Souveränität sie als Sängerin besaß. Andererseits, wenn ich mir vorstelle, zusammen mit meiner Frau auf der Bühne zu stehen, ich glaube das würde mich ziemlich nervös machen. Ich meine, es ist ja schon schlimm genug, wenn das Publikum zuhört, aber dann noch jemanden dabei zu haben, der dann hinterher (gnadenlos?) Manöverkritik übt: "Also das Rezitativ hat man wieder mal kaum verstanden, so hast du genuschelt, das d im Haupteil hast du ziemlich schräg von unten gerade noch so lala erwischt und das F am Schluss hast du auch nicht lange genug gehalten..."
    Also ich weiß wirklich nicht, ob ich imeinen schlimmsten Kritiker auch noch im Bett neben mir liegen haben will, da kann man ihn nämlich nicht so einfach wegklappen wie in der Zeitung. Aber der gute Nicolai scheint es ja ganz gut überstanden zu haben. :D


    Kurt

  • 3sat, 1. Weihnachtstag
    Donnerstag, 25. Dezember 2008,
    um 20.15 Uhr


    La Bohème
    Zum 150. Geburtstag von Giacomo Puccini
    Aufzeichnung aus der Mailänder Scala, 1965
    Mimi - Mirella Freni
    Rodolfo - Gianni Raimondi
    Marcello - Rolando Panerai
    Colline - Ivo Vinco
    Musetta - Adriana Martino
    Schaunard - Gianni Maffeo
    Benoit - Carlo Badio
    Chor und Orchester der Mailänder Scala unter der Leitung von Herbert von Karajan.


    Am 22. Dezember feiert die Musikwelt den 150. Geburtstag von Giacomo Puccini. Eine seiner populärsten Opern ist "La Bohème". 3sat zeigt eine Inszenierung aus der Mailänder Scala. Die musikalische Leitung dieser legendären Aufzeichnung hatte Herbert von Karajan.


    Zitat

    Paris, um 1830: Der Dichter Rodolfo, der Maler Marcello, der Philosoph Colline und der Musiker Schaunard leben gemeinsam in einer ärmlichen Mansardenwohnung. Eines Abends bittet die kranke Mimi, eine Nachbarin, Rodolfo um ein Licht für ihre erloschene Kerze. Der junge Dichter ist sofort von Mimis Natürlichkeit bezaubert, und die beiden werden ein Liebespaar. Ein paar Monate später sucht Mimi Rat bei Marcello.
    Rodolfo quält sie immerfort mit seinen Launen und seiner unbegründeten Eifersucht. Doch Rodolfo spielt dies nur, damit sich Mimi von ihm trennt: Sie leidet an Schwindsucht, die in den armseligen Verhältnissen, in denen sie mit Rodolfo lebt, immer schlimmer wird. Doch es ist Mimi, die Abschied nimmt. Rodolfo hängt weiterhin an seiner ehemaligen Geliebten, doch erspielt Gleichgültigkeit. Kurz vor ihrem Tod schleppt sich Mimi mit letzter Kraft zu Rodolfo. Ein letztes Mal noch erinnern sich die Liebenden an die gemeinsam verbrachte Zeit.


    Die Uraufführung von Puccinis Oper "La Bohème" am 1. Februar 1896 im Teatro Regio in Turin wurde sehr verhalten aufgenommen. Erst mit der im gleichen Jahr stattfindenden Aufführung in Palermo begann der bis heute andauernde Siegeszug der Oper. Der Musikfilm ist Franco Zeffirelli erster bedeutender Kinofilm und für Herbert von Karajan der erste Film, bei dem er die musikalische Leitung innehat.
    Auf der bejubelten, 1963 für La Scala erarbeiteten Inszenierung basierend, glänzt diese 1965 aufgenommene Produktion durch hervorragende Sänger, allen voran Mirella Freni als Mimi und Gianni Raimondi als Rodolfo. Die Produktion gilt heute noch als eine der gelungensten Umsetzungen von Oper auf Film und als ein Klassiker des Operntheaters im 20. Jahrhundert.


    Dies ist die DVD:



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Besagte Aufnahme (DVD) ist für mich das Nonplusultra der mir bekannten Bohème-Produktionen. Einfach hinreissend und ausdrucksstark sowohl in gesanglicher als auch orchestraler Beziehung. Dazu das unüberbietbar stimmungsvolle Bild dieser Zefirelli-Inszenierung.


    Leider ist das Playback ein Wehrmutstropfen. Aber dennoch - die Dornhelm-Produktion kenne ich noch nicht - ein Meilenstein in der Realisierung dieses Meisterwerks.

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Ich konnte sie damals unter Karajan in Salzburg als Desdemona erleben. Einfach herrlich. Das Geheimnis war, dass Freni auch als sie das Fach über das Lyrische hinaus erweiterte immer ihrer leichten, schwebenden Gesangstechnik treu blieb. Da gab es kein krampfhaftes vergrößern der Stimme. Sie gestaltete mit dem Material, dass ihr gegeben war und mit dem sie hervorragend umgehen konnte. Vielleicht gerieten dadurch manche Partien etwas zu leicht. Aber es war immer ihr typischer Herzenston,der ergriffen hat und aus allen ihren Rollengestaltungen etwas Besonderes machte.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat

    Original von operus
    Ich konnte sie damals unter Karajan in Salzburg als Desdemona erleben. Einfach herrlich. Das Geheimnis war, dass Freni auch als sie das Fach über das Lyrische hinaus erweiterte immer ihrer leichten, schwebenden Gesangstechnik treu blieb. Da gab es kein krampfhaftes vergrößern der Stimme. Sie gestaltete mit dem Material, dass ihr gegeben war und mit dem sie hervorragend umgehen konnte. Vielleicht gerieten dadurch manche Partien etwas zu leicht. Aber es war immer ihr typischer Herzenston,der ergriffen hat und aus allen ihren Rollengestaltungen etwas Besonderes machte.
    Herzlichst
    Operus


    Lieber Operus!


    Mirella Freni blieb sich immer treu, habe vor ein paar Monaten eine andere Bohéme aufgenommen, auch mit ihr als Mimi,


    man sieht natürlich,das sie älter geworden ist, aber was solls, wir ja auch, und die kleine Stickerin glaube ich ihr halt mehr als der Netrebko.


    Auch ihre Margarethe mit Ghiaurov als Mephisto ist bestimmt glaubhaft, und Sängerehepaare passen halt auf den Partner mehr auf,


    das kann wie bei Freni / Ghiaurov gut gehen, bei Serafin / Irosch ist es daneben gegangen.


    Aber ich willl Mirella Freni nie nachsagen, dass sich ihr Zusammenleben mit einem der größten Bassisten des 20. Jahrhunderts, negaitiv ausgewirkt hat.


    Liebe Grüße senet Dir Peter aus dem kalten Wien. :hello: :hello:

  • Daß Mirella Freni eine ausgezeichnete Figaro-Susanna war ist ja hinlänglich bekannt, jedoch wusste ich bisher nicht, daß sie auch die Contessa Almaviva gesungen hat. Bei youtube kann man eine Aufnahme von Dove sono hören und man wünscht sich, dass die Freni noch mehr Mozart gesungen hätte, denn auch als Figaro-Gräfin ist sie fantastisch. Die Rolle dürfte sie nicht oft gesungen haben, zumindest aber an der Mailänder Scala, auch wenn ich nicht weiß wann das genau war. Laut Information war sie als Susanna angesetzt, die Contessa hätte eigentlich Gundula Janowitz singen sollen. Diese hat aber abgesagt und die Freni soll gefragt worden sein, ob sie nicht die Partie übernehmen könne. Die Rolle soll sie in einer Woche gelernt haben.


    Freni - Dove sono i bei momenti



    Weiß jemand ob auch eine Gesamtaufnahme bzw. ein Live-Mitschnitt ihrer Gräfin vorliegt? Der youtube-Ausschnitt weist offensichtlich auf eine Studioaufnahme hin oder gibt es zumindest die Arie(n) auf CD?



    Bei youtube bin ich auch auf ein großartiges Video gestoßen, dass die Freni bei einer MET-Gala aus dem Jahr 1991 zeigt, als sie eine Arie der Adriana Lecouvreur singt. Sie ist da bereits 56 und schier unglaublich. Allein wie sie das Finale singt! Eine wirklich ganz Große!


    Freni - Adriana Lecouvreur



    Interessant auch, wen da die Kamera im Hintergrund sitzend einfängt; Sherill Milnes, Samuel Ramey, Hermann Prey und die noch relativ jungen Thomas Hampson und Ferruccio Furlanetto.


    Gregor


  • Lieber Gregor,



    von Mirella Frenis Adriana gibt es einen guten Video-Mitschnitt aus der Scala:


    Francesco Cilea (1866-1950)
    Adriana Lecouvreur


    Freni, Dvorsky, Vinco, Cossotto, Gavazzi, Cassis, Riva, La Scala Orchestra, Gavazzeni (159 Min.)
    Label: OpusArte , FSKoA, 1989





    Der von Dir verlinkte Ausschnitt dürfte aus einer Galavorstellung der Met vom 23. September 1991 stammen, in der u.a. der zweite Akt der Fledermaus mit folgende Einlagen gegeben wurden:



    Die Zauberflöte: Papageno Aria
    Hermann Prey


    La Grande Duchesse de Gérolstein: Ah! que j'aime les militaires
    Frederica von Stade


    Il Barbiere di Siviglia: Largo al factotum
    Thomas Hampson


    Mignon: Je suis Titania
    June Anderson


    West Side Story: Maria
    Sherrill Milnes


    Andrea Chénier: La mamma morta
    Aprile Millo


    Don Giovanni: Madamina
    Ferruccio Furlanetto


    Linda di Chamounix: O luce di quest'anima
    Kathleen Battle


    Man of La Mancha: The impossible dream
    Samuel Ramey


    Adriana Lecouvreur: Io son l'umile ancella
    Mirella Freni


    La Boheme: O Mimi tu piu non torni
    Luciano Pavarotti
    Plácido Domingo



    LG, Elisabeth

  • Beim "Dove sono" handelt es sich um eine Plattenaufnahme unter Ferraris (Rom, 1965).

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Zitat

    Original von Elisabeth



    von Mirella Frenis Adriana gibt es einen guten Video-Mitschnitt aus der Scala


    Diesen Mitschnitt kenne ich auch und sie ist wirklich eine wundervolle Adriana.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

  • La Boheme ist meine absolute Lieblingsoper. Mirella Freni war mit Sicherheit eine Idealbesetzung. Die damalige Zeffirelli- Inszenierung und Besetzung mit Gianni Raimondi war schon ganz großartig, noch besser finde ich die Boheme mit ihr und Pavarotti. Hier finde ich das übrige Sängerensemble noch besser. Diese Aufnahme ist für mich das " Non plus ultra ". Besser geht nicht! Vor allem auch Pavarotti, diese Rolle hat den beiden Puccini auf den Leib geschrieben.
    Ebenso ihre Traviata von 1972, produziert im damaligen DDR- Fernsehen mit Franco Bonisolli. Was sie da stimmlich und darstellerisch an Ausdruck und Gefühl rüberbringt, ist nicht zu überbieten! Kennt jemand diese Aufnahmen? Eure Meinung würde mich interessieren.
    Gruß CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Lieber Chrissy,
    der Film ist bei uns im Westen nicht im Fernsehen gelaufen. Man kann ihn aber als DVD bestellen. Näheres steht, soweit ich mich erinnere, im Bonisolli-Thread.


    Über Mirella Freni als Violetta habe ich mich früher schon mal geäußert, hier das Zitat:


    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald
    danke für Deine schnelle Antwort. Genau diese " Traviata " meine ich. Allen Liebhabern dieser Oper kann ich sie bestens empfehlen, vor allem als DVD.
    Gruß und ein schönes WE
    CHRISSY
    PS.: Hast Du meinen Bericht über OROFINO gelesen? Du wolltest Dich "später " dazu äußern. Deine Meinung würde mich interessieren.


    Jegliches hat seine Zeit...

  • La Boheme ist meine absolute Lieblingsoper. Mirella Freni war mit Sicherheit eine Idealbesetzung. Die damalige Zeffirelli- Inszenierung und Besetzung mit Gianni Raimondi war schon ganz großartig, noch besser finde ich die Boheme mit ihr und Pavarotti. Hier finde ich das übrige Sängerensemble noch besser. Diese Aufnahme ist für mich das " Non plus ultra ". Besser geht nicht! Vor allem auch Pavarotti, diese Rolle hat den beiden Puccini auf den Leib geschrieben.
    Ebenso ihre Traviata von 1972, produziert im damaligen DDR- Fernsehen mit Franco Bonisolli. Was sie da stimmlich und darstellerisch an Ausdruck und Gefühl rüberbringt, ist nicht zu überbieten! Kennt jemand diese Aufnahmen? Eure Meinung würde mich interessieren.
    Gruß CHRISSY


    Hallo Chrissy,
    Mirella Freni gilt ja als DIE Mimi des 20. Jahrhunderts. Auch als "die Beste Mimi aller Zeiten" wird sie gerne bezeichnet. Ihr Timbre prädestinierte sie für Puccini und gerade die Mimi hat sie regelrecht verinnerlicht.


    Welche Freni/Pavarotti-Boheme meinst du? Sprichst du von der Karajan-Studioaufnahme oder beziehst du dich auf die DVD einer Aufführung aus den 80er Jahren?


    Die Freni war ja auch eine wunderbare Butterfly unter Karajan und später dann eine ausgezeichnete Manon Lescaut, auch wenn sie erstere Rolle nie auf der Bühne darstellte.


    Die von dir erwähnte Traviata ist mir vor einiger Zeit sehr empfohlen worden. Die Freni soll darin ganz ausgezeichnet sein.


    Gregor

  • Lieber Chrissy,
    der Film ist bei uns im Westen nicht im Fernsehen gelaufen.


    Lieber Harald,


    der Film ist tatsächlich bei uns im Westen auch gelaufen, denn ich hatte ihn jahrelang auf VHS aufgenommen. Irgendwann habe ich ihn dann gelöscht. Leider kann ich mich nicht mehr gut an Freni als Traviata erinnern, allerdings an Bonisolli, der mir als Alfredo damals ganz gut gefiel.

  • Lieber Chrissy,
    der Film ist bei uns im Westen nicht im Fernsehen gelaufen.




    Lieber Harald,


    diese Traviata ist tatsächlich bei uns im Westen auch gelaufen, denn ich hatte diese Traviata aufgenommen und hatte sie jahrelang auf VHS. Irgendwann habe ich sie dann gelöscht.


    :hello:


    Jolanthe

  • Welche Freni/Pavarotti-Boheme meinst du? Sprichst du von der Karajan-Studioaufnahme oder beziehst du dich auf die DVD einer Aufführung aus den 80er Jahren?


    ad Freni als Mimi:


    Freni/G.Raimondi - Karajan, Premiere an der Wiener Staatsoper, 9.11.1963 (Melodram, P/M)


    Freni/G.Raimondi - Karajan, Orch. La Scala, 1963 (DVD, Ton: Berlin, Szene: Milano)


    Freni/Pavarotti - Karajan, Berliner Philh., 1972 (Decca, CD/S)


    Freni/Pavarotti - C.Kleiber, Wiener Staatsoper, 24.1.1985 (CD/S, Privatpressung)


    Freni /Pavarotti - Severini, San Francisco ( live, 1988 )


    Für mich ist die Studioaufnahme von Decca der unschlagbare Favorit, zumal mit Panerai, Ghiaurov, Sénéchal eine unglaublich homogene und hochkarätige Besetzung zur Verfügung stand.


    Fast ebenbürtig ist die C.Kleiber-Aufnahme, doch kommt das restliche Personal mit Brendel, Rydl an die Decca-Studioproduktion nicht ganz heran. Ausserdem ist die Freni nicht mehr so mädchenhaft, aber doch immer noch umwerfend grandios. Die Musetta von Margherita Guglielmi ziehe ich allerdigs der Harwood unter Karajan vor.


    Die Karajan-DVD, so großartig sie auch ist, leidet unter dem unsäglichen Playback-Verfahren.


    Sehr homogen und stimmig ist die DVD aus SF unter einem mir ansonsten unbekannten, aber eher unauffälligen Dirigenten, allerdings kann sich die restliche Besetzung mit Quilico, Pacetti und vor allem Ghiaurov sehen und hören lassen.


    Dennoch: Nachdem mich die Zeffirelli-Szene bei der Wiener Premiere regelrecht aus den Socken hob, greife ich schon aus Sentimentalität am liebsten nach der Karajan-DVD - oder nach der Mono-CD der Wiener Premiere, zumal die Güden als Musetta keine gleichwertige Nachfolgerin gefunden hat.

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Hallo, GREGOR und Ihr anderen Interessenten
    schön mit Euch über die BOHEME zu diskutieren. Ich meine tatsächlich die Aufnahme von San Francisco 1988:
    Dirigent Tiziano SEVERINI
    Mimi Mirella FRENI
    Rodolfo Luciano PAVAROTTI
    Musetta Sandra PACETTI
    Marcello Gino QUILICO
    Colline Nicolai GHIAUROV


    Glaubt mir, ich habe schon sehr viele Aufführungen meiner Lieblingsoper gesehen, kenne sie bestimmt auswendig. Es gibt auch für mich viele davon, die mir sehr positiv im Gedächtnis geblieben sind, z. B. die mit Freni / Raimondi oder unlängst aus Covent Garden von 1982 mit Shicoff / Cotrubas. Aber die Boheme aus San Francisco ist für mich wirklich das absolute Non plus Ultra. Hier stimmt für mich alles. Das Tempo des Orchesters, die Regie, die Ausstattung und die Besetzung des Gesangsensembles, die alle nicht nur hervorragend singen, auch ihre schauspielerische Darstellung stimmt. Man legt zwar immer das Hauptaugenmerk auf Mimi / Rodolfo, aber hier sind nach meiner Meinung besonders QUILICO und GHIAUROV ebenfalls
    adäquate Partner. Wie gesagt, für mich die beste Boheme, besser geht nicht. Manchmal muß ich am Schluß an mich halten, daß mir nicht die Tränen in die Augen treten........
    Trotzdem möchte ich nicht vergessen, die Boheme der Berliner Staatsoper zu erwähnen. Eine großartige Inszenierung mit OROFINO und den verschiedensten Mimi`s, die ich dort -zig mal live erleben durfte.
    Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf oben genannte Traviata hinweisen. Ähnlich wie bei der Boheme, eine geglückte Inszenierung an der für mich ebenfalls alles gestimmt hatte und ein Traumpaar gesanglich, darstellerisch und äußerlich passend FRENI / BONISOLLI.
    PS.: eine Ergänzung noch an Harald. Der RIGOLETTO, den Du meinst mit Bonisolli, ist glaube ich auch von 1973, nicht 1977. Das DDR- Fernsehen hat, wenn ich mich recht erinnere, seinerzeit gleich 3 Produktionen gemacht. Ich glaube, als Drittes war noch Trovatore, weiß es aber nicht mehr ganz so genau.
    Euch allen liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Ich hab 27 verschiedene Aufnahmen mit ihr gesammelt. Hinzu kommen einige DVDs,
    die mir, auch was ihre Darstellungskunst betrifft, sehr gut gefallen.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Diese CD ist eine meiner absoluten Lieblingsaufnahmen, ich höre sie seit Jahren immer wieder. Beide Sängerinnen, die ich ohnehin sehr schätze, sind hier stimmlich makellos und musizieren wunderbar zusammen!


    Wenn man sie noch bekommen kann (was nicht immer leicht ist) - KAUFEN!!!


    Ich besitze außerdem viele Gesamtaufnahmen sowohl mit Scotto als auch mit Freni - auch diverse DVDs - fast alle sind "Referenzaufnahmen".