Marianne Schech

  • Marianne Schech wurde am 18.1.1914 in Geitau bei Bayrischzell geboren und sie blieb eigentlich fast immer an der Bayrischen Staatsoper, dessen treues Mitglied sie war.


    Marianne Schech studierte Gesang am Trappschen Konservatorium in München.



    Ihr Debüt, 1937, war eine füher zu meiner Zeit sehr beliebten Oper "Tiefland", am Stadttheater von Koblenz, wo sie die Martha sang.



    Nach zwei Jahren in Koblenz wechselte sie an das Stadttheater in Münster.
    Von 1941 bis 1944 war sie Ensemblemitglied im Opernhaus von Düsseldorf und ging dann an die Oper von Dresden, wo sie bis 1951 blieb.



    Anschließend wurde sie an die Münchner Staatsoper engagiert, an der sie bis 1970 wirkte.
    Schnell avancierte sie neben Sari Bárabás, Erika Köth, Rosl Schwaiger und Antonia Fahberg zu einer der führendsten Sipranistinnen der Münchner Opernwelt.


    Besondere Beachtung fand sie in der Münchener Uraufführung, 1956, der Oper "Don Juan de Manara" von Henri Tomasi sowie in die Partie der Marschallin im "Rosenkavalier"



    Mariane Schech sang an allen großen Opernhäusern der Welt, wie z.B. in Paris, Barcelona, Lissabon, Rio de Janeiro, Brüssel, London, Hamburg, Stuttgart und natürlich auch an der Wiener Staatsoper wo sie sehr beliebt war, hier sang sie die Elisabeth im "Tannhäuser" und auch die Donna Anna im "Don Giovanni"



    In San Francisco sang sie bei der amerikanischen Erstaufführung der Richard Strauss Oper "Die Frau ohne Schatten", sowie auch an der MET.


    Marianne Schech war eine bekannte Richard Wagner- und Richard Strauss Interpretin, auch als Liedsängerin und Konzertsängerin.


    Außerdem hat sie zahlreiche Schallplattenaufnahmen gemacht, wobei sie mir besonders in "Hänsel und Gretel" in Erinnerung ist.



    und in Euryanthe mit Joan Sutherland zeigte, dass sie zur Weltklasse gehörte.



    In späten Jahren betätigte sich, die schon lange zur Kammersängerin ernannte, Marianne Schech als Gesangspädagogin. Sie war Professorin für Gesang an der Hochschule für Musik und Theater in München.


    Kammersängerin Marianne Schech starb am 22.7.1999 in München. Ihre Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof ihrer Heimatgemeinde Bayrischzell.

  • Schade sie hatte einen so warm - timbrierten Sopran.


    Gerade in Deutschland hat man sie vergessen, wir haben sie ja in Wien seltener gehabt, ihre Pamina, bei uns in der WSO, war schon sehr zu Herzen gehend.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Mir ist sie vor allem als Wagner-Sängerin ein Begriff. Ich schätze sie vor allem als Senta; die Venus lag ihr weniger. Vermutlich geht das nicht nur mir so; daß die Schech ein viel breiteres Repertoire auf beachtliche Weise vertrat, dürfte tatsächlich ein wenig in Vergessenheit geraten sein. Aber dem wirkt dieser Thread ja erfreulicherweise entgegen.


    LG


    Waldi

  • Lieber Peter,
    danke für Deinen Tread. Dadurch, dass Du immer wieder an Sängerlegenden erinnerst, leistest Du einen positiven Beitrag, die Erinnerung an diese zu erhalten.
    So auch bei Marainne Schech. Die Sängerin hatte ein umfassendes Repertoire. Sie machte sich vor allem als Wagner- und Strauß- Sängerin einen Namen. Eine beachtliche Lesitung von ihr ist auf einer künstlerisch wertvollen Aufnahme von Wagners "Fliegendem Holländer" unter Franz Konwitschny ihre Senta, die sie neben so berühmten Partnern wie Dietrich Fischer-Dieskau, Fritz Wunderlich, Rudolf Schock und Gottlob Frick, sang.
    Die Schech war eine so universelle, stets zuverlässige Sängerin, dass ein Opernhaus und ein Ensemble glücklich ist, so eine Stütze in seinen Reihen zu haben.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Sprechen wir hier alle über die gleiche Sängerin? Marianne Schech?


    Ich habe sie als ziemlich "schrille Gurke" in Erinnerung - gerade in der erwähnten Konwitschny - "Holländer"-Aufnahme von Robert Schumann,( ähh.... ich meine natürlich Richard Wagner, FiDi in der Titelrolle hat mich da wohl rausgebracht) da stört mich die Schärfe ihres Singens doch sehr; da stelle ich mir die Senta aber ganz anders vor!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    bitte achte auf die sprachlichen feinen Unterschiede. Ich sprach von einer beachtlichen Leistung als Senta und nicht mehr. Wir müssen dabei beachten, dass wir immer an der an der sängerischen Sonderklasse messen. Das war Marianne Schech natürlich nicht. Sie war jedoch, was ich darzustellen versuchte, eine sehr zuverlässige Sängerin und eine der Stützen des Münchner Ensembles. Sonst hätte sie an dieser renommmierten Oper nicht so lange 1. Fach gesungen.
    Liebe Grüße
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Da habe ich fast am Schluß doch noch diesen Thread gefunden.


    Anlaß war für mich vor allem die Schech-Schelte in "Opern auf Schallplatten" von Löbl/Werba, die an dieser Künstlerin kein gutes Haar lassen.


    Ich kenne ihre Strauss-Partien unter Böhm am besten, finde ihre Chrysotemis um Klassen besser als fast alles, was man sonst hört, und zar wegen des hörbaren Totaleisatzes, und habe erst gestern eine schöne Originalausgabe des Böhm-Rosenkavaliers bei ebay erworben (ich hätte noch eine Tulip-Ausgabe von 1966, falls jemand Interesse hat). Ich schätze diese Aufnahme in erster Linie wegen des phänomenalen Dirigats und Orchesters; doch auch wegen des großartigen Sänger-Ensembles, dem sich die Schech eindrucksvoll einfügt. Bei unseren heutigen Esperanto-Marschallinnen lernt man eine solche kluge und rollengerecht-schlichte Darstellung sehr schätzen.


    :hello:

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!


  • In einem anderen Thread war kürzlich die beste "Lady Macbeth" gesucht worden. Wenn es um Aufnahmen in deutscher Sprache geht, so ist sie hier die erste Wahl, auch wenn mich persönlich ihre etwas schrille Stimme nicht so begeistert - aber in dieser Rolle darf man das wohl!


    Marianne Schech (* 18. Januar 1914 in Geitau bei Bayrischzell; † 22. Juli 1999 in München) war eine deutsche Opernsängerin in der Stimmlage Sopran und Professorin für Gesang in München
    Marianne Schech sang an allen großen Opernbühnen der Welt, wie z.B. Paris, Barcelona, Lissabon, Rio de Janeiro, Brüssel, London, Hamburg, Stuttgart, Wien, San Francisco und an der Metropolitan Opera in New York.
    Ihr Fach war das Hochdramatische und das Zwischenfach.
    Die Sängerin war auch eine bekannte Konzert- und Liedsängerin und war insbesondere als Richard Strauss- und Richard Wagner-Interpretin geschätzt.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Da sich hier seit einem Jahr nichts gerührt hat, möchte ich die Gelegenheit ergreifen und an


    Marianne Schechs 101. Geburtstag erinnern.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute ist ihr Todestag. Sie starb am 22. Juli 1999. Dazu habe ich Folgendes ausgesucht:



    Heute ist ihr 16. Todestag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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  • Ich mag ihre Stimme und Ausdruckskraft sehr. Als Maddaleine von André Chenier ist sie eine Wucht. Und auch als Mutter in Hänsel und Gretel. Da kommt allenfalls die Behrens noch ran. Ich mag dieses Timbre, diese Träne im Knopfloch von ihr und ich hätte sie gerne mal live gehört. Weiß jemand, ob sie Rusalka und Gänsemagd im Repertoire hatte? Als Senta ist sie in der o.a. Aufnahme leider nicht so gut wie sonst. Na ja, jeder hat mal einen schlechten Tag.

  • Übermorgen jährt sich zum 102. Mal ihr Geburtstag. Ich werde im Erinnerungsthread ihrer gedenken.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Liebe Taminos,


    auch Marianne Schech zählt zu den Sängern, deren Stimmen von den Mikrofonen nur schwer 'eingefangen' werden konnten und die deshalb nur auf wenigen Schallplattenaufnahmen überliefert sind, obwohl sie in ihrer Zeit zu den gefeierten Gesangsgrößen gehörten. Harald Krals harsches Urteil (Beitrag Nr. 5) bezog sich wohl auf ihre - späte - Mitwirkung in den Schallplatten-Aufnahmen unter Karl Böhm („Der Rosenkavalier“ 1958 und „Elektra“ 1960) und Franz Konwitschny („Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“ beide 1960). Die Opern der beiden 'Richards' gehörten zum Kernrepertoire der Sängerin, da aber Harald Kral diese Komponisten bekanntermaßen ablehnte, dürfte er vermutlich diese Aufnahmen kaum intensiv gehört haben.


    Die 'Ehrenrettung' Marianne Schechs sind denn auch ihre früher entstandenen Rundfunkaufnahmen, die trotz der klanglichen Einschränkungen eine individuelle, jugendliche und ausgeprägt obertonreiche (von manchen deshalb wohl als 'schrill' empfundene) Sopranstimme zeigen und auch eine beeindruckende Rollenvielfalt belegen. Zugegebenermaßen wirken Marianne Schechs akustische Rollenportraits in den oben genannten Schallplattenaufnahmen etwas 'eindimensional', gemessen an den ausgefeilten Studio-Produktionen von z. B. Elisabeth Schwarzkopf ('Marschallin'), Leonie Rysanek ('Senta') oder Christa Ludwig ('Venus'); sie brauchte wohl die Bühne und die Aktion, um zu der von Zeitzeugen berichteten durchaus eindrucksvollen Wirkung von Gesang und Darstellung zu gelangen.


    Für das Publikum der Bayerischen Staatsoper galt Marianne Schech für über 20 Jahre als eine leistungsstarke und stets zuverlässige Vertreterin des jugendlich-dramatischen Sopranfachs, was sich durch die demnächst hier aufgelisteten Tondokumente beweisen lässt. Dass die groß gewachsene Frau als Bühnendarstellerin in späteren Jahren vielleicht etwas statuarisch gewirkt haben mag, hat zu ihrer Zeit – als noch die gesangliche Interpretation vor der schauspielerischen rangierte – keine besondere Rolle gespielt. ('Bühnentiere' wie beispielsweise Borkh, Mödl, Rysanek oder Varnay waren damals die große Ausnahme.) Überhaupt werden nach meiner Meinung heutzutage die Sänger 'von einst' viel zu sehr aus dem Blickwinkel moderner Interpretationsansätze beurteilt und ihr damaliges zeitliches Umfeld kaum berücksichtigt; bekanntlich hat 'jedes Ding seine Zeit'...


    Zur Vita von Marianne Schech hat Peter Sattler im Beitrag Nr. 1 grundlegende Angaben gemacht, die ich ergänzen möchte.


    Geboren wurde Marianne Schech im oberbayerischen Geitau am Fuß des Wendelsteins als Tochter eines Försters, aber aufgewachsen ist sie in der Oberpfalz, wohin die Mutter nach dem frühen Tod des Vaters verzog. Später wohnten Mutter und Tochter in München, wo Marianne die Oberrealschule St. Anna besuchte; dort sang sie im Schulchor und spielte Cello im Schulorchester. Eigentlich wollte sie Ärztin werden, doch die Mutter überredete sie zu einem Klavierstudium bei Franz von Hoesslin am 'Trappschen Konservatorium'. (Dieses 1927 gegründete private Musikinstitut wurde 1964 zusammen mit der Münchner 'Städtischen Berufsschule für Musiker' zum 'Richard-Strauss-Konservatorium der Stadt München' – an dem Marianne Schech ab 1970 selbst Gesangsunterricht erteilte – vereint.) Da die junge Frau aber viel lieber sang als auf dem Klavier zu üben, besuchte sie ausserdem die Gesangsklasse der einst sehr bekannten Wagner-Sängerin Emmy Krüger und bekam dramatischen Unterricht von keiner Geringeren als Anna Bahr-Mildenburg. Die Grundlage für den Sängerberuf legte aber Marianne Schechs dritte Lehrerin am Konservatorium, Else Mauermeier, die ihrerseits eine Schülerin von Aglaja Orgeni war.


    Noch vor dem Abschluss (1937) des dreijährigen Studiums hatte sie in Koblenz einen Gastspielvertrag 'auf Anstellung' erhalten und stand bereits eine Woche nach Ablegung des Staatsexamens und einer Sonderprüfung (mit der damit verbundenen Auszeichnung mit dem 'Felix-Mottl-Preis') auf der Bühne des Koblenzer Stadttheaters als Marta in der Oper „Tiefland“. In Koblenz blieb sie zwei Jahre – dort sang sie bereits Partien wie die „Figaro“-Gräfin, die Amelia im „Maskenball“, die Madeleine de Coigny in „André Chenier“ und sogar die Küsterin in der „Jenufa“ - und wechselte 1939 für zwei Jahre nach Münster, wo sie u. a. die Senta, die Sieglinde und auch ihre erste Marschallin (die sie allein in München rund 60 Mal darstellte) sang.


    Es folgte für drei Jahre das Düsseldorfer Opernhaus (zum Ensemble gehörten u. a. Irmgard Barth, Tilly Lüssen, Elfriede Wasserthal, Walburga Wegner, Lotte Wollbrandt, Otto Albrecht, Bernd Aldenhoff, Josef Greindl, Alfred Pfeifle, Heinz Prybit und Asger Stig); von dort aus gastierte sie in Dresden und in Berlin. Ein bereits abgeschlossener Festvertrag für sieben Jahre an die Semper-Oper ab Herbst 1944 konnte aber wegen der Schließung sämtlicher Theater im 'Deutschen Reich' nicht mehr erfüllt werden. Wie die meisten Bühnenschaffenden wurde auch sie 'dienstverpflichtet' und arbeitete in einer Autokolben-Fabrik in Rottweil am Rande des Schwarzwaldes. Direkt nach Kriegsende trat sie nach einem erfolgreichen Vorsingen bei Hans Knappertsbusch dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper bei, dem sie bis 1970 angehörte. 1955 wurde sie bayerische Kammersängerin; die von ihr favorisierten Dirigenten waren die drei Münchner 'K' - Knappertsbusch, Kempe und Keilberth - und Georg Solti. (Und natürlich wohnte Frau Schech in München in der 'Richard-Strauss-Straße'.)


    Marianne Schechs Debüt in München war am 2. 12. 1945 im Prinzregententheater als Marta - in einer Neueinstudierung der „Tiefland“-Inszenierung aus dem Jahre 1938 - mit Käthe Nentwig (Nuri), Franz Völker (Pedro), Carl Kronenberg (Sebastiano), Ferdinand Frantz (Tommaso), Karl Schmidt (Moruccio) und Walther Carnuth (Nando) unter dem Dirigat von Hans-Georg Ratjen. D'Alberts „Tiefland“ war für München eine 'Schicksalsoper', denn sie war das letzte Bühnenwerk, das am Abend (2. 10. 1943) vor der Bombardierung des Nationaltheaters dort aufgeführt wurde und auch die letzte Oper, die (am 30. 7. 1944 im Prinzregententheater, als Ersatz des vollständig ausgebrannten Hauses am Max-Joseph-Platz) vor der Theaterschließung in München zur Aufführung kam. (Die erste Vorstellung der Bayerischen Staatsoper nach dem Krieg war eine Neuinszenierung des „Fidelio“ am 15. 11. 1945 mit Helena Braun, Gerda Sommerschuh, Franz Klarwein, Walther Carnuth, Hans Hotter als Don Pizarro, Ferdinand Frantz als Rocco und Georg Hann als Don Fernando; es dirigierte Bertil Wetzelsberger und der Regisseur war Günther Rennert.)


    1970 verabschiedete sich Marianne Schech nach 25 Jahren von ihrem Münchner Publikum – ohne große Ankündigung als Mutter in einer Repertoire-Vorstellung von „Hänsel und Gretel“ - und übernahm für fünfzehn Jahre eine Professur am Münchner 'Richard-Strauss-Konservatorium'. (Zu ihren Schülern zählten u. a. Claudia Eder, Hannah Esther Minutillo, Felicity Palmer, Doris Soffel und Wolfgang Probst.) Als Pensionärin gab sie von 1987 bis 1990 während der Münchner Opern-Festspiele in August Everdings 'Münchner Singschul' an den Sängernachwuchs ihr Wissen weiter. Im sehr lesenswerten „Tamino“-Thread 'Der Musiker Gräber' hat unser Kollege 'hart' (Beitrag Nr. 361 vom 22. 7. 2016) einen Besuch am Grab der Sängerin in Bayrischzell in der Nähe ihres Geburtsortes Geitau dokumentiert; Marianne Schech, die unverheiratet blieb, wurde dort im Grab ihrer Eltern bestattet.


    In der kommenden Woche werde ich einige interessante Auftritte von Marianne Schech nennen, bevor ich dann ihre Tondokumente aufliste.


    Carlo

    4 Mal editiert, zuletzt von Carlo ()

  • Ich habe am 31. August in den obigen Beitrag nachträglich noch einige Namen von Sängerkollegen Marianne Schechs eingefügt, die zwar überwiegend heute vergessen sind, aber in ihrer Zeit durchaus zu den Bekannten ihres Metiers zählten. Wie im Allgemeinen nimmt die 'Erinnerungskultur' auch bei „Tamino“ immer mehr ab, vor allem, was Sängerinnen und Sänger anbelangt. Nur die 'angesagten' Künstler scheinen interessant zu sein...


    In der Rückschau wird Marianne Schech stets auf das Wagner- und Strauss-Repertoire festgelegt. In München sang sie aber auch in den dortigen Erstaufführungen der Bayerischen Staatsoper von Janáceks „Katja Kabanova“, Hindemiths „Mathis der Maler“, Honeggers „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ und in der szenischen Uraufführung von Tomasis „Don Juan de Manara“. Im Rundfunk ist sie u. a. mit Brittens „Albert Herring“, Egks „Irische Legende“, Hindemiths Zweitfassung von „Cardillac“ und Shostakovichs „Lady Macbeth von Mzensk“ dokumentiert.


    Nachfolgend gebe ich einige Beispiele von Marianne Schechs Auftritten in München, Rio de Janeiro, London und Wien.


    Bayerische Staatsoper München (Prinzregententheater):


    „Katja Kabanova“ (Leos Janácek): (Katja) mit Irmgard Barth (Marfa), Katja Sabo (Barbara), Franz Klarwein (Boris), Karl Schmidt (Dikoj), Walter Carnuth (Tichon), Paul Kuen (Wanja) u. a. / Dirigent: Hans-Georg Ratjen (Premiere am 11. 10. 1947).


    „Mathis der Maler“ (Paul Hindemith): (Ursula) mit Gerda Sommerschuh (Regina), Irmgard Barth (Gräfin Helfenstein), Hans Reinmar (Mathis), Franz Klarwein (Albrecht von Branenburg), Benno Kusche (Lorenz von Pommersfelden), Paul Kuen (Wolfgang Capito), Frederick Dalberg (Riedinger), Lorenz Fehenberger (Hans Schwab) u. a. / Dirigent: Georg Solti (Premiere am 13. 3. 1948).


    „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (Arthur Honegger): (Stimme der heiligen Jungfrau) mit Anna Dammann (Johanna), Elisabeth Lindermeier (Stimme der heiligen Margarete), Hertha Töpper (Stimme der heiligen Katharina), Hans Baur (Bruder Dominik), August Seider (Porcus), Paul Kuen (Schreiber), Franz Klarwein (Zeremonienmeister) u. a. / Dirigent: Rudolf Kempe (Premiere am 22. 1. 1953).


    „Die tote Stadt“ (Erich Wolfgang Korngold): (Marietta/Marie) mit Irmgard Barth (Brigitta), Gerda Sommerschuh (Juliette), Elisabeth Lindermeier (Lucienne), Hans Hopf (Paul), Marcel Cordes (Frank/Pierrot), Adolf Keil (Fritz), Walther Mattes (Gaston), Franz Klarwein (Victorin) und Walther Carnuth (Graf Albert) / Dirigent: Robert Heger (Premiere am 12. 5. 1955). Korngold war während der vierwöchigen Proben anwesend und lieferte sich mit dem Regisseur Otto Ehrhardt temperamentvolle Auseinandersetzungen.



    Rio de Janeiro (Teatro Municipal) – 'Deutsche Saison' im Herbst 1952 – alle Aufführungen wurden dirigiert von Karl Elmendorff:


    „Fidelio“ (Ludwig van Beethoven): (Leonore) mit Käthe Nentwig (Marzelline), Rudolf Lustig und August Seider (Florestan), Otakar Kraus und Alexander Welitsch (Don Pizarro), Walter Hagner und Arnold van Mill (Rocco), Karl Krollmann (Jaquino).


    „Der fliegende Holländer“ (Richard Wagner): (Senta) mit Rudolf Lustig (Erik), Alexander Welitsch (Holländer), Arnold van Mill und Walter Hagner (Daland), Karl Krollmann (Steuermann).


    „Tristan und Isolde“ (Richard Wagner): (Isolde) mit Carin Carlsson (Brangäne), August Seider (Tristan), Alexander Welitsch (Kurwenal), Arnold van Mill (Marke), Otakar Kraus (Melot).



    Royal Opera House, Covent Garden, London - alle Aufführungen wurden dirigiert von Rudolf Kempe:


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): (Venus, alternierend mit Maria von Ilosvay); ferner Sylvia Fisher und Una Hale (Elisabeth), Wilhelm Ernest (Tannhäuser), Jess Walters (Wolfram), Frederick Dalberg und Michael Langdon (Landgraf) (Saison 1955/1956) In englischer Sprache!


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): (Sieglinde, alternierend mit Sylvia Fisher); ferner Birgit Nilsson und Sylvia Fisher (Brünnhilde), Georgine von Milinkovic (Fricka), Ramón Vinay (Siegmund), Hans Hotter (Wotan) und Frederick Dalberg (Hunding) (Saison 1957/1958).


    „Elektra“ (Richard Strauss): (Chrysothemis, alternierend mit Hedwig Müller-Bütow); ferner Gerda Lammers (Elektra), Georgine von Milinkovic (Klytämnestra), Otakar Kraus (Orest) und Edgar Evans (Ägisth) (Saison 1957/1958).



    Wiener Staatsoper


    „Tannhäuser“ (Richard Wagner): (Venus) mit Leonie Rysanek (Elisabeth), Karl Liebl (Tannhäuser), Josef Metternich (Wolfram von Eschenbach), Gottlob Frick (Landgraf Hermann), Julius Patzak (Walther von der Vogelweide) / Dirigent: Rudolf Moralt (30. 1. 1958).


    „Siegfried“ (Richard Wagner): (Brünnhilde) mit Jean Madeira (Erda), Wilma Lipp (Waldvogel), Wolfgang Windgassen (Siegfried), Peter Klein (Mime), Hans Hotter (Wanderer), Gustav Neidlinger (Alberich), Gottlob Frick (Fafner) / Dirigent: Herbert von Karajan (15. 10. 1958).


    „Der Rosenkavalier“ (Richard Strauss): (Feldmarschallin) mit Christa Ludwig (Octavian), Wilma Lipp (Sophie), Judith Hellwig (Leitmetzerin), Hilde Rössel-Majdan (Annina), Oskar Czerwenka (Baron Ochs), Erich Kunz (Faninal), László Szemere (Valzacchi), Murray Dickie (Sänger) / Dirigent: Karl Böhm (7. 1. 1962).


    „Die Walküre“ (Richard Wagner): (Brünnhilde) mit Régine Crespin (Sieglinde), Hilde Rössel-Majdan (Fricka), Hans Beirer (Siegmund), Otto Edelmann (Wotan), Mino Yahia (Hunding) / Dirigent: Heinrich Hollreiser (11. 2. 1962)

    dto.; (Brünnhilde) mit Gré Brouwenstijn (Sieglinde), Ira Malaniuk (Fricka), Jon Vickers (Siegmund), Otto Edelmann (Wotan), Ludwig Welter (Hunding) / Dirigent: Heinz Wallberg (16. 4. 1962).


    In einer Woche beginne ich mit der Auflistung von Marianne Schechs Tondokumenten.


    Carlo

  • Ich habe am 31. August in den obigen Beitrag nachträglich noch einige Namen von Sängerkollegen Marianne Schechs eingefügt, die zwar überwiegend heute vergessen sind, aber in ihrer Zeit durchaus zu den Bekannten ihres Metiers zählten.

    Das ist eine sehr gute Tat, lieber Carlo.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Heute beginne ich mit folgenden Opern-Gesamtaufnahmen mit Marianne Schech:



    „Tiefland“ (Eugen d' Albert): Sebastiano – Alexander Welitsch / Tommaso – Max Proebstl / Moruccio – Carl Hoppe / Marta – Marianne Schech / Pepa – Hanna Scholl / Antonia – Lilian Benningsen / Rosalia - Ruth Michaelis / Nuri – Rosl Schwaiger / Pedro – Bernd Aldenhoff / Nando – Paul Kuen / Ein Bauer – Karl Schwert / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Rudolf Alberth (München, Funkhaus, 6. - 11. 4. 1953).


    In einigen Veröffentlichungen wurden die Rollen-Angaben der Sängerinnen Lilian Benningsen und Ruth Michaelis vertauscht. Der Privat-Mitschnitt dieser Rundfunk-Produktion wurde dreimal mit 'Anhängern' herausgegeben: Zuerst 1983 von 'Melodram' auf LP (mit der Szene Kundry-Parsifal aus dem 2. Akt des „Parsifal“ mit Marianne Schech und Howard Vandenburg - irrtümlich wird Bernd Aldenhoff genannt – unter Eugen Jochum 1957), dann auf CD 2002 bei 'Gala' mit Aufnahmen von Alexander Welitsch und 2004 bei 'Walhall' mit der 'Wolfserzählung' aus dem 2. Akt (Wolfgang Windgassen mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Bertil Wetzelsberger 1950)..



    „Die toten Augen“ (Eugen d' Albert): Arcesius, römischer Gesandter und Senator – Engelbert Czubok / Myrtocle, seine Gattin – Marianne Schech / Arsinoe, ihre Sklavin – Lore Paul / Aurelius Galba, römischer Centurio – Wolfgang Windgassen / Ktesiphar, ein ägyptischer Arzt – Alfred Pfeifle / Maria von Magdala – Hetty Plümacher / Der Hirt – Franz Fehringer / Der Schnitter – Ernst Grathwol / Ein Hirtenknabe – Lore Paul / Vier jüdische Frauen: Sarah – Anny Kretschmar / Rebekka – Hanna Stolze-Fröhlich, Esther – Else Blank, Ruth – Lilo Mann / Vier Juden – Kurt von Reimersdahl, Helmut Zeckert, Bruno Samland, Clytus Gottwald / Eine sieche Frau – Annemarie Burchert / Ein alter Jude – Alfred Appenzeller / Die Stimme aus dem Brunnen – Marianne Sauer / Echo – Anneliese Weigl / Eine Stimme – Harald Baender (Sprecher) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Walter Born (Stuttgart-Degerloch, Waldheim , März 1951). 1998 veröffentlicht auf zwei CDs bei der Firma 'Myto'; angehängt sind Arien von d'Albert, Pfitzner und Wagner, gesungen von Wolfgang Windgassen.


    Die Arie der Myrtocle 'Psyche wandelt durch Säulenhallen' hat Marianne Schech auch separat beim Bayerischen Rundfunk gesungen, begleitet von den Münchner Philharmonikern unter Rudolf Alberth. (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, 6. 6. 1952)



    „Der Raub der Lucrezia“ ('The Rape of Lucretia') (Benjamin Britten): Der Erzähler – Franz Klarwein / Die Erzählerin – Marianne Schech / Collatinus – Max Proebstl / Junius – Albrecht Peter / Tarquinius – Hermann Uhde / Lukrezia – Irmgard Barth / Bianca und Lucia – Ina Gerhein und Valerie Bak / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Robert Heger / Inszenierung: Friedrich Schramm (München, Theater im Brunnenhof, 24. 11. 1951 und 3. 1. 1952). Eine nur zweimalige Bühnenaufführung, die an einem der beiden genannten Tage vom Bayerischen Rundfunk übertragen, aber nicht archiviert wurde.



    „Albert Herring“ (Benjamin Britten): Lady Billows – Marianne Schech / Florence Pike – Ingeborg Lasser / Miss Wordsworth – Friederike Sailer / Mr. Gedge – Condi Siegmund / Mr. Upfold – Karl Liebl / Mr. Budd – Benno Kusche / Sid – Horst Günter / Albert Herring – Helmut Krebs / Mrs. Herring – Hanne Münch / Nancy – Hetty Plümacher / Emmy – Anny Kretschmar / Siss – Emilie Klug-Eisenbraun / Harry – Irene Gehrlein / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 1953). Ich habe einen Mitschnitt dieser Aufnahme.



    „Irische Legende“ (Werner Egk): Cathleen – Marianne Schech / Aleel, ein Dichter – Hans Braun / Der Tiger – Benno Kusche / Der Geier - Kurt Marschner / Zwei Eulen – Oda Balsborg und Lilian Benningsen / Erster Kaufmann – Karl Ostertag / Zweiter Kaufmann – Marcel Cordes / Zwei Hirten – Richard Holm und Hans Hermann Nissen / Die Erscheinung des verdammten Faust – Kieth Engen / Eine Stimme hinter der Szene – Max Proebstl / Oona, die Amme – Maria von Ilosvay / Der Verwalter – Albrecht Peter / Die leeren Seelen – Irmgard Jacobeit und Chorstimmen / Die Sprecherin des verbindenden Textes – Gisela Uhlen / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Dirigent: Werner Egk (München, Herkulessaal der Residenz, 19. - 24. 2. 1956) Die Erstsendung dieser Produktion war am 14. 6. 1956.


    Zu den Wiener Festwochen 1958 gab es am 22. 6. im Wiener Musikverein eine konzertante Aufführung dieser Oper, für die Marianne Schech als Cathleen angekündigt wurde; tatsächlich sang dann aber Mimi Coertse diese Rolle. Die Live-Übertragung des Österreichischen Rundfunks nannte ferner die folgenden Sänger: Otto Wiener (Aleel), Walter Berry (Der Tiger), Julius Patzak (Der Geier), Judith Hellwig und Margareta Sjöstedt (Zwei Eulen), Max Lorenz (Erster Kaufmann), Wilhelm Leitner (statt Oskar Czerwenka) (Zweiter Kaufmann), Kurt Equiluz und Harald Buchsbaum (Zwei Hirten), Norman Foster (Die Erscheinung des verdammten Faust / Eine Stimme hinter der Szene), Dagmar Hermann (Oona), Franz Bierbach (Der Verwalter), Laurence Dutoit und Chorstimmen (Die leeren Seelen) / Die Wiener Singakademie / Chorltg.: Hans Gillesberger / Die Philharmonia Hungarica / Dirigent: Werner Egk.



    Carlo

  • „Die toten Augen“ (Eugen d' Albert): Arcesius, römischer Gesandter und Senator – Engelbert Czubok / Myrtocle, seine Gattin – Marianne Schech / Arsinoe, ihre Sklavin – Lore Paul / Aurelius Galba, römischer Centurio – Wolfgang Windgassen / Ktesiphar, ein ägyptischer Arzt – Alfred Pfeifle / Maria von Magdala – Hetty Plümacher / Der Hirt – Franz Fehringer / Der Schnitter – Ernst Grathwol / Ein Hirtenknabe – Lore Paul / Vier jüdische Frauen: Sarah – Anny Kretschmar / Rebekka – Hanna Stolze-Fröhlich, Esther – Else Blank, Ruth – Lilo Mann / Vier Juden – Kurt von Reimersdahl, Helmut Zeckert, Bruno Samland, Clytus Gottwald / Eine sieche Frau – Annemarie Burchert / Ein alter Jude – Alfred Appenzeller / Die Stimme aus dem Brunnen – Marianne Sauer / Echo – Anneliese Weigl / Eine Stimme – Harald Baender (Sprecher) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Walter Born (Stuttgart-Degerloch, Waldheim , März 1951). 1998 veröffentlicht auf zwei CDs bei der Firma 'Myto'; angehängt sind Arien von d'Albert, Pfitzner und Wagner, gesungen von Wolfgang Windgassen.

    Das, lieber Carlo, ist eine meiner am meisten geschätzten Aufnahmen von Marianne Schech. Immer wenn ich diese Radioproduktion mal auflege, muss ich bis zum Schluss dranbleiben. So bewegend und spannend ist es. Diese Einspielung ist auch noch zu haben:


    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Aber das hier ist keine Durchschnittsstimme! Ich find es schon Sonderklasse.


    Marianne Schech; Josef Metternich; "Und du wirst mein Gebieter sein"; ARABELLA; Richard Strauss - YouTube


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.