Die Bayreuther Festspiele - Musikalisches Heiligtum oder SchickiMicki-Schau ?

  • Zitat

    Original von Zwielicht
    Das war eine Überreaktion meinerseits auf die ständig wiederholten Behauptungen, dass das Bayreuther Festspielorchester seit Jahrzehnten den schlechtesten Wagner der Welt spielt.


    ...was durch weitgehend unbegründet bleibende Wiederholung nicht richtiger und auch nicht diskussionswürdiger wird.

  • Zitat

    Original von Alviano
    ...was durch weitgehend unbegründet bleibende Wiederholung nicht richtiger und auch nicht diskussionswürdiger wird.


    Und der Antagonismus "Provinzorchester" vs. Bayreuth ist auch nicht von Bernd in die Diskussion gekommen.


    Deine Anmerkung und diejenigen von Bernd bezüglich BT sind dick zu unterstreichen!


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Lieber Bernd,


    Du unterstellst mir fälschlicherweise, ich würde behaupten, dass in Bayreuth der schlechteste Wagner der Welt gespielt wird. Das habe ich nie geschrieben. Im Gegenteil : Ich habe die gute Qualität des Holländer-Dirigats Marc Albrechts hervorgehoben auch Andrew Davis Lohengrin und in dieser Saison Gattis Parsifal. Allerdings habe ich wiederholt die Mittelmäßigkeit der orchestralen Wiedergabe der restlichen Wagner-Opern – während der letzten 8 bis 9 Jahren - betont (habe aber nicht gesagt es wäre das Schlechteste) und bleibe bei dieser Feststellung, weil es dazu guten Grund gibt. In einigen 2008-FAZ-Statements haben orchestrale Unzulänglichkeiten auch Zagrosek und Bernd Loebe festgestellt. Letzterer forderte sogar in einem Deutschlandinterview längere Probezeit für das Orchester.
    Ob Wagner sich der Konsequenzen des verdeckten Orchestergraben wirklich in aller Konsequenz bewusst war, ist in der Tat eine Frage. Denn das verdeckte Orchester dürfte auch für eine angemessene + sinnvolle Wiedergabe des Tristans und einiger Teile des Rings hinderlich sein: z.B. Rheingold , 1. Akt Walküre, ersten beiden Siegfriedakte. Die dunklen – beinahe abgeblendeten - klanglichen Färbungen des Todesverkündigung andererseits - nach meinem Eindruck - nehmen das verdeckte Orchester vorweg.
    Es lässt sich jedenfalls nicht verleugnen, dass momentan orchestral-musikalisch Bayreuth (Ring, MS + Tristan) hinter den interessanten Wagnerwiedergaben - die es anderswo gab und gibt - weit zurückgefallen ist. Und das ist zur Zeit das Hauptproblem der Bayreuther Festspiele, dass aber anscheinend von der Mehrzahl der Besucher nicht bemerkt oder ignoriert wird. Aus Desinteresse ? Was wäre aus Bayreuth zu wünschen ? Orchestral endlich gelungene, sinnvolle Ring-, MS und Tristan-Wiedergaben.


    :hello:


    Amfortas 08

  • Lieber Amfortas,


    auf eine der üblichen Bandwurmdiskussionen, in denen immer wieder die gleichen Argumente ausgetauscht werden, habe ich auch bei diesem Thema keine Lust. Deshalb von meiner Seite nur noch folgende Anmerkungen:


    - Die von mir gebrauchten Überspitzungen ("schlechtester Wagner der Welt") sind deutlich genug als rhetorische Stilmittel gekennzeichnet, so dass es schon einer gewissen Ignoranz bedarf, um sie wörtlich zu nehmen.


    - Vor der Verwechslung des Klangs von Radioübertragungen mit der tatsächlichen Akustik des Bayreuther Festspielhauses habe ich mehrfach gewarnt.


    - Es ist mir unmöglich, die mit einiger Selbstgewissheit (um nicht zu sagen: Selbstgerechtigkeit) vollzogene Differenzierung zwischen angeblich guten und angeblich schlechten Wagner-Aufführungen zu begreifen (geschweige denn nachzuvollziehen), wenn sich die Kriterien ihrer Beschreibung auf das notorische Bermudadreieck von "geil", "fetzig" und "spannend" beschränken.


    - Deine totale Fixierung auf Dirigat und Orchester unter vollständiger Negierung der vokalen und szenischen Ebene könnte man zumindest noch milde als "verschroben" bezeichnen (wenn ich mir mal die Vokabel von Medard aus einem anderen Thread ausleihen darf). Allerdings wird's dann absurd, wenn solche Idiosynkrasien als Rezept für die Zukunft von Bayreuth ausgegeben werden - siehe die Forderung nach konzertanten Aufführungen der Wagneropern im Festspielhaus.


    - Am Bayreuther Betrieb gibt es sicher manches auszusetzen. Vielleicht sollte man aber mit Begriffen wie "Hype-Zombie-Betrieb" und "Regie- und Medien-Promigags" aber vorsichtig sein, wenn man Bayreuth offenkundig nur aus zweiter bis dritter Hand kennt - wahrscheinlich aus genau den Medien, die Du (wenn sie nicht Deiner Meinung sind) gerne schonmal als "Journaille" und "Zeitungsfuzzies" denunzierst. Dass Loebe und Zagrosek nur zwei, alles andere als altruistische Stimmen im hundertfachen Chor zur Lage der Festspiele sind, sollte klar sein. Zudem sind die oben zitierten Ausführungen Zagroseks zum Vergleich Salzburg-Bayreuth reichlich unsinnig (besonders wenn man Zagroseks eigenen Mozart gehört hat).



    Ich wünsche weiterhin noch viel fetzigen Wagner in Zeitlupentempi :D,


    viele Grüße


    Bernd

  • Bayreuth sei "das einzige Opernhaus in Deutschland, in dem sich der Mythos von der Weltklasse hartnäckig aufrechterhält". In Wahrheit seien die Richard-Wagner-Festspiele "weit von einer Spitzenposition entfernt". Es werde die Aufgabe von Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier sein, diese Position tatsächlich zurückzuerobern.


    :hello:

  • Und die beiden Wagner-Schwestern können diese Position natürlich nur zurückerobern, wenn sie ihn jetzt alles inszenieren lassen oder wie darf ich das so deuten?
    Wieso hat er denn damals die Regie von "Parsifal" zurückgegeben, wenn er damit die Chance gehabt hätte, der nicht existierende Spitzenposition wieder näher zu kommen? Irgendwie wird mit dieser Herr immer unsympathischer!!!! :boese2:

  • Was die jüngsten orchestralen Bayreuth-Darbietungen des Rings, Tristans, der MS und des Tannhäusers betrifft, so ist Herrn Kusej durchaus zuzustimmen. Ich bezweifle aber, dass sich das in den nächsten Jahrzehnten ändert, denn das Haus ist über Jahre hinaus ausverkauft und das Publikum anscheinend mit orchestralen Mittelmaß sehr zufrieden. Der Siegfried aus Budapest (vom 07.06.08 unter Fischer, der in Bayreuth leider nicht sein Format zeigen konnte) war um vieles intensiver, zügiger und transparenter durchs Orchester wiedergegeben als der Bayreuther unter Thielemann 08 und die Jahre davor. Auch Barenboims Walküre 1. Akt aus Ravello (konzertant) vom August 08 überstieg weit – was die orchestrale Qualität betrifft – die Bayreuth-Walküre-1. Die Hamburg Premiere der Walküre am 19.10. dürfte interessant werden. Schade, dass die Walküre unter Brogli-Sacher (Lübeck) vom September 08 nicht übertragen wurde. Das hätte vermutlich auch erwiesen, das selbst sog. kleinere Bühnen dem Bayreuther Festspielhaus musikalisch deutlich überlegen sind, wie es der Kassler Ring zeigt.


    :hello:

  • Wie geil is das denn? Da klingeln den Gruftis doch die Prothesen, wenn die rotzige Regieröhre Katie die Mastersingers mal so richtig smooth auf die Bretter kloppt! Männo, Twilight, Du Spießer, fetz Dir doch irgendwie so mal Liszt oder die Alban-Berg-Mucke rein, dann dröhnste ab, ischwör! Nicht rumdissen, okay?


    So, muß Schluß machen, gleich kommt The fabulous Life of the Wagner Clan, Fahne, äh, Daumen hoch von meiner Glotzenfuzzi-Redacke! Außerdem meldet sich die Wunde wieder!


    Bis heute


    Ink

  • Wagner-Anwalt stirbt am Steuer
    Katharina Wagner entgeht knapp Verkehrsunfall

    Die neue Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, ist nur knapp einem schweren Autounfall entgangen. Die 30-Jährige war laut einem Zeitungsbericht mit dem Anwalt der Familie von Bayreuth nach Berlin unterwegs, als dieser am Steuer einen Herzinfarkt erlitt und starb.



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • oh je wann kommt das arme Mädel mal endlich zur Ruhe!? Ich habe sie in meinen zahlreichen Jahren im Festspielchor kennenlernen dürfen....sie hat mein tief empfundenes Mitgefühl!

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  • Bald ist es wieder soweit


    Ich vermute


    Bayreuth 2009
    Ring des Nibelungen
    Tristan
    Meistersinger


    das gleiche orchestrale Mittelmaß + Langeweile, wie letztes Jahr bzw. wie während der letzten Jahre. Ncihts neues dort unter der Sonne


    :hello:

  • Sind die Aussagen Mittelmaß in Bayreuth oder gar "der schlechteste Wagner, der gepielt wird", nicht ein Vorurteil. Zum Beispiel war Katharinias "Meisterisinger-Inzenierung" schon ein herausforderndes Zukunfts-Fanal, dessen, was sich in Bayreuth entwickeln kann und wird.
    Wir gehen in diesem Jahr in den "Pasifall", der allgemein sehr gelobt und gut rezensiert wurde und freuen uns schon sehr auf dieses Erlebnis.
    Es gibt ihn tatsäcjhlich den Mythos Bayreuth: Das sind nicht allein die Aufführungen, das ist, dass eine Stadt das ganze Jahr auf einen Höhepunkt hin lebt: Ihre Wagner-Festspiele. Ganz Bayreuth ist vom Wagner-Geist erfüllt. Wo gibt es das sonst, dass man z. B. mit der Frau am Bahnhof-Kiosk, die Festspielnachrichten verkauft, qualifiziert über Wagner und die Aufführungen diskutieren kann. Die Bayreuther besuchen nämlich die Hauptproben. Übrigens habe ich noch kaum etwas von Schicki-Micki-Gehabe erlebt. Natürlich gibt es besonders in den Premieren illustre Festgäste zu sehen, das ist an anderen Festpielorten z. B. Salzburg noch weit mehr ausgeprägt. In Bayreuth ist die Begegnung mit dem Meister all gegenwärtig und überstrahlt alles.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • der Parsifal unter Gatti war die einzige orchestral sinnvolle Wiedergabe. Er hat vor ein paar Wochen in München ganz hervoragend die Lulu-Suite und Mahler S4 wiedergegeben.
    Aber der Ring, die MS und der Tristan waren - was das Orchester betrfft - musikalisch nicht besonders. Vor allem bei den MS und Ring klang das Orchester zäh und z.Tl. undifferenziert. Von Gestaltung kaum eine Spur. Da waren die Wiedergaben aus Wien unter Welser-Möst (mit Ausnahme des Siegfrieds) , Levine NYC 2009, Barenboim (NYC = Tristan+ Ravello Walküre 1) und Fischer (Budapest, Götterhämmerung) wesentlich deutlich bessser.
    Das sog. Gesellschaftghabe ist auch ziemlich egal, wenn die musikalische Seite sinnvoll realisiert wird, aber das ist in Bayreuth seit langem kaum mehr der Fall, was das Orchester betrifft. Es ist auch schleierhaft, dass nach einer so durchschnittlichen- bis langweiligen Ring-Wiedergabe (2008) das Publikum in Begeisterungsstürme ausbricht. Ist es so anspruchslos, was die orchestrale Seite betrifft ? Am meisten wurde in der Presse über die Sänger gemäkelt. Aber das würde ich kaum Bayreuth zum Vorwurf machen. Das ist bei anderen Bühne auch nicht immer einfach. Und außerdem ist das Wichtige beim späteren Wagner der Orchestersatz, weniger das Sängerische.
    Nein ich erwarte -- bis auf dn Parsifal - von den diesjährigen Bayreuther Festspielen - keine nenenswerte künstlerischen Impulse, was die Musik betrifft. Da ist man in Bühnen wie z.B. Stuttgart (Zagrosek) oder Amsterdam (Haehnchen), selbst im konventionellen NYC dank Levine und Barenboim viel weiter. Selbst eine kleinenre Bühne wie Kassel ist , was die orchestrale Realisation betrifft - dank Paternostro - viel weiter als Bayreuth.


    :hello:

  • Liebe Wagnerfestspiel - Freunde und - Skeptiker !


    Ich denke , dass man nur über solch ein Festspiel schreiben kann , wenn der Autor auch selbst in einer "normalen" Aufführung dabei gewesen ist .


    Und nicht disen unerträglichen , lächerlichen TV - Unsinn um Politiker und andere Unbedeutende orientiert.


    Bayreuth ist i n Bayreuth wahrscheinlich weit von den grossen Inszenierungen der früheren Jahrzehnte entfernt .


    Es ging doch in den letzten Jahren nur um den Dauerstreit in der Wagner - "Familie" . Übrig blieb vor allem Schlingensief nach aussen hin .


    Frage : Gab es nicht schon zu Lebzeiten Herbert v. Karajans direkte "sportliche" Vergleiche zwischen Karajans Wagner und dem in Bayreuth ?


    Noch heute wird doch heftig diskutiert , welcher der ( aufgenommene ) beste "Ring" aller Zeiten sei .


    Lasst uns abwarten , was dieses Jahr wirklich zu hören sein wird !


    Viele Grüsse ,


    Frank

    Frank Georg Bechyna
    Musik & Medizin

  • Ich denke , dass man nur über solch ein Festspiel schreiben kann , wenn der Autor auch selbst in einer "normalen" Aufführung dabei gewesen ist .
    Nein. Es wird über Cds von Studio- und/oder Livemitschnitten debattiert, ohne das einer der Diskutanten bei der Erarbeitung des Mitschnitts zugegen war. Warum sollte ausgerechnet für die Bayreuth-Festspiele andere Maßstäbe gelten; Zumal der Radiohörer die Möglichkeit hat, ein viel transparenteres Klangbild zu hören als der Besucher.
    Und nicht disen unerträglichen , lächerlichen TV - Unsinn um Politiker und andere Unbedeutende orientiert.
    Das ist nicht das Problem, sondern die mittelmäßige orchestraler Qualität (der ca. letzten 10 – 14 Jahre). Das waren noch Zeiten, als Dirigenten wie z.B. Carlos Kleiber, Boulez oder Levine eine bestimmte künstlerische Qualität garantierten. Aber die langweiligen Meistersinger (bereits unter Thielemann), der uninteressante Tannhäuser der letzten Jahre (viele kleinere Bühnen machen das orchestral viel spannender) und der zähe, dickflüssige Ring können in kaum frühere orchestrale Standarts anknüpfen. (Nicht schlecht war der Holländer unter Marc Albrecht und auch der Gatti-Parsifal ist vielversprechend).
    Somit dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass von den meisten Bayreuth-Wagnerwiedergaben weiterhin keine musikalischen Impulse – wie bereits letztes Jahr - ausgehen werden. Der Wiener (Welser-Möst) und der NYC-Ring (Levine 2009) werden orchestral dem Bayreuther Ring (2009) überlegen bleiben. Die Festspiele mögen also touristisch interessant sein; auch das Stadtsäckel auffüllen;.warum denn auch nicht. Künstlerisch bleiben sie jedoch bis auf Weiteres belanglos.
    Interessant ist die Ankündigung, dass Hengelbrock einen historischen Tannhäuser aufzuführen beabsichtigt: Anbetracht des verdeckten Orchestergraben dürfte das Unterfangen vermutlich mäßigen Erfolg haben.


    :hello:

  • Ich sehe die Bayreuther Festspiele etwas anders und muss die Produktionen jetzt nicht unbedingt mit denen anderer Opernhäuser vergleichen. Künstlerisch belanglos ist in Bayreuth meiner Meinung nach überhaupt keine Produktion. Immerhin wird auf höchstem Niveau und hochkonzentriert gearbeitet und wirklich ernsthaft Theater gemacht, wie vom Meister gewünscht, auch wenn's nicht immer unseren Geschmack trifft oder manchmal nicht so toll klingt wie die Lieblingsaufnahme. Künstlerisch belanglos ist z. B. eine Neueinstudierung der Wiener Meistersinger, auch wenn das musikalische Ergebnis superlativ ist und ich sie mir immer wieder mal gerne anhöre.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Schon einmal im voraus sämtliche Radio-Übertragungen des Bayerischen Rundfunks (Bayern 4 Klassik) aus dem Festspielhaus (Harald wird, wie ich ihn kenne, gewiß dankenswerterweise nochmal im Radio-Thread gesondert darauf hinweisen):



    Sa, 25. Juli 2009, 16:00
    Tristan und Isolde


    Tristan: Robert Dean Smith
    König Marke: Robert Holl
    Isolde: Iréne Theorin
    Kurwenal: Jukka Rasilainen
    Melot: Ralf Lukas
    Brangäne: Michelle Breedt
    Junger Seemann: Clemens Bieber
    Ein Hirt: Arnold Bezuyen
    Ein Steuermann: Martin Snell


    Dirigent: Peter Schneider
    Inszenierung: Christoph Marthaler
    Kostüme & Bühnenbild: Anna Viebrock
    Dramaturgie: Malte Ubenauf
    Chorleitung: Eberhard Friedrich



    So, 26. Juli 2009, 16:00
    Die Meistersinger von Nürnberg


    Hans Sachs: Alan Titus
    Veit Pogner: Artur Korn
    Kunz Vogelgesang: Charles Reid
    Konrad Nachtigall: Rainer Zaun
    Sixtus Beckmesser: Adrian Eröd
    Fritz Kothner: Markus Eiche
    Balthasar Zorn: Edward Randall
    Ulrich Eißlinger: Timothy Oliver
    Augustin Moser: Florian Hoffmann
    Hermann Ortel: Martin Snell
    Hans Schwarz: Mario Klein
    Hans Foltz: Diógenes Randes
    Walther von Stolzing: Klaus Florian Vogt
    David: Norbert Ernst
    Eva: Michaela Kaune
    Magdalene: Carola Guber
    Ein Nachtwächter: Friedemann Röhlig


    Dirigent: Sebastian Weigle
    Inszenierung: Katharina Wagner
    Bühnenbild: Tilo Steffens
    Kostüme: Michaela Barth/Tilo Steffens
    Licht: Andreas Grüter
    Dramaturgie: Robert Sollich
    Chorleitung: Eberhard Friedrich



    Sa, 1. August 2009, 19:30
    Das Rheingold


    Wotan: Albert Dohmen
    Donner: Ralf Lukas
    Froh: Clemens Bieber
    Loge: Arnold Bezuyen
    Fasolt: Kwangchul Youn
    Fafner: Ain Anger
    Alberich: Andrew Shore
    Mime: Wolfgang Schmidt
    Fricka: Michelle Breedt
    Freia: Edith Haller
    Erda: Christa Mayer
    Woglinde: Christiane Kohl
    Wellgunde: Ulrike Helzel
    Floßhilde: Simone Schröder


    Dirigent: Christian Thielemann
    Inszenierung: Tankred Dorst
    Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
    Kostüme: Bernd Ernst Skodzig
    Dramaturgie: Norbert Abels



    So, 2. August 2009, 15:52
    Parsifal


    Amfortas: Detlef Roth
    Titurel: Diógenes Randes
    Gurnemanz: Kwangchul Youn
    Parsifal: Christopher Ventris
    Klingsor: Thomas Jesatko
    Kundry: Mihoko Fujimura
    1. Gralsritter: Arnold Bezuyen
    2. Gralsritter: Friedemann Röhlig
    1. Knappe: Julia Borchert
    2. Knappe: Ulrike Helzel
    3. Knappe: Clemens Bieber
    4. Knappe: Timothy Oliver
    Klingsors Zaubermädchen: Julia Borchert, Martina Rüping, Carola Guber, Christiane Kohl, Jutta Maria Böhnert, Ulrike Helzel
    Altsolo: Simone Schröder


    Dirigent: Daniele Gatti
    Inszenierung: Stefan Herheim
    Bühnenbild: Heike Scheele
    Kostüme: Gesine Völlm
    Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach
    Chorleitung: Eberhard Friedrich



    Sa, 8. Augusti 2009, 17:30
    Die Walküre


    Siegmund: Endrik Wottrich
    Hunding: Kwangchul Youn
    Wotan: Albert Dohmen
    Sieglinde: Eva-Maria Westbroek
    Brünnhilde: Linda Watson
    Fricka: Michelle Breedt
    Gerhilde: Sonja Mühleck
    Ortlinde: Anna Gabler
    Waltraute: Martina Dike
    Schwertleite: Simone Schröder
    Helmwige: Edith Haller
    Siegrune: Wilke te Brummelstroete
    Grimgerde: Annette Küttenbaum
    Roßweiße: Alexandra Petersamer


    Dirigent: Christian Thielemann
    Inszenierung: Tankred Dorst
    Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
    Kostüme: Bernd Ernst Skodzig
    Dramaturgie: Norbert Abels



    Sa, 15. August 2009, 17:30
    Siegfried


    Siegfried: Christian Franz
    Mime: Wolfgang Schmidt
    Der Wanderer: Albert Dohmen
    Alberich: Andrew Shore
    Fafner: Ain Anger
    Erda: Christa Mayer
    Brünnhilde: Linda Watson
    Stimme des Waldvogels: Christiane Kohl


    Dirigent: Christian Thielemann
    Inszenierung: Tankred Dorst
    Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
    Kostüme: Bernd Ernst Skodzig
    Dramaturgie: Norbert Abels



    So, 16. August 2009, 17:05
    Götterdämmerung


    Siegfried: Christian Franz
    Gunther: Ralf Lukas
    Hagen: Hans-Peter König
    Alberich: Andrew Shore
    Brünnhilde: Linda Watson
    Gutrune: Edith Haller
    Waltraute: Christa Mayer
    1. Norn: Simone Schröder
    2. Norn: Martina Dike
    3. Norn: Edith Haller
    Woglinde: Christiane Kohl
    Wellgunde: Ulrike Helzel
    Floßhilde: Simone Schröder


    Dirigent: Christian Thielemann
    Inszenierung: Tankred Dorst
    Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
    Kostüme: Bernd Ernst Skodzig
    Dramaturgie: Norbert Abels
    Chorleitung: Eberhard Friedrich

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • In der FAZ erschien heute ein interessantes Interview mit den beiden Halbschwestern. Demnach seien etwa für das Wagner-Jahr 2013 auch die Jugendopern eingeplant.



    "http://www.faz.net/s/Rub4D7EDEFA6BB3438E85981C05ED63D788/Doc~E6A5F46528D214F978CB966AC290A28CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html"

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Kürzlich fand ich ein interessantes Video mit seltenen Ausschnitten aus zwei "Meistersinger"-Inszenierungen:


    1. Wieland Wagner 1956–1961 (Aufnahme 1956: Hotter, Windgassen, Brouwenstijn et al.; Cluytens)
    2. Wolfgang Wagner 1968–1975 (Aufnahme 1973: Ridderbusch, Kollo, Bode et al.; Varviso)


    "http://www.youtube.com/watch?v=akRDoa1Hd-E&fmt=18"


    Ab 4:25.


    So eine schöne Schlußszene wie bei Wieland Wagner habe ich bisher in noch keiner Inszenierung gesehen. Gegen die Wieland'sche wirkt die von Wolfgang Wagner irgendwie fast einfallslos-plump.


    P.S.: Kommt man irgendwie an sämtliche alte Bayreuther Aufnahmen-Ausschnitte (kenn ich ja noch einige andere, auch den Wahn-Monolog mit Greindl von 1963 unter Schippers)?

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Diese Dokumentation kannte ich noch nicht. In Youtube kann man sie sich in 11 Teilen ansehen. Diese Meistersinger-Schlussszene (die ist von Wieland Wagner?) mit dem regelmäßig aufgestellten Riesenchor ist zwar überhaupt nicht mein Geschmack - wie auch sehr viele der sonst noch gezeigten Ausschnitte; aber ich bin sehr froh, diese vielen Dokumente und Original-Kommentare zu hören und zu sehen.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

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  • Lieber Melot,


    diese Dokumentation, die scheinbar kurz vor dem Skandal-"Ring" 1976 entstand (es ist ein Interview mit Boulez drauf), ist wirklich nicht schlecht gemacht.


    Ja, die S/W-"Meistersinger" am Ende sind die erste Wieland-Wagner-Inszenierung 1956. Seine zweite kam 1963.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Opus Arte wird Bayreuther Vertriebspartner für CDs und DVDs


    Opus Arte, die multimediale Produktionsgesellschaft des Royal Opera House in London, wird Partner der Bayreuther Wagner-Festspiele.


    Das Label "Opus Arte" wird die Bayreuther Festspiel-Produktionen als DVDs produzieren und vertreiben. Als erstes wird im November 2009 Christoph Marthalers und Peter Schneiders "Tristan und Isolde" lieferbar sein.


    Opus Arte wird ausserdem eine Audio-Poduktion des gesamten Rings in der Version des Dirigenten Christian Thielemann einzeln auf den Markt bringen. Thielemanns «Walküre» soll 2010 verfügbar werden. Nach Abschluß wird der Komplett-Ring dann als CD-Box (14 CDs) zur Verfügung stehen.


    In Deutschland wird "Opus Arte" von Naxos, Münster, vermarktet. Unser Werbepartner jpc wird rechtzeitig auf die Neuerscheinungen hinweisen!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Oh das ist absolut genial !! Opus Arte ist sozusagen die "Krönung" der DVD-Labels !! Freue mich schon auf die Bayreuther Gschichterln...

  • Die neuen Preise sind aber jetzt wirklich geschmalzen, um es wienerisch auszudrücken. Bis 280 pro Karte. OK, es geht auch viel günstiger, aber ich will ja nicht in der Galerie eingeschlossen sitzen (wo es 40 statt 30 Grad hat und die Akustik schlechter ist), sondern mitten im Amphitheater.


    http://www.bayreuther-festspie…n_preiskategorien_14.html

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Louis
    Oh das ist absolut genial !! Opus Arte ist sozusagen die "Krönung" der DVD-Labels !! Freue mich schon auf die Bayreuther Gschichterln...


    Ausgerechnet Parsifal soll aber nicht dabei sein! Die einzige Produktion, die ich gerne wieder und wieder gesehen hätte. Hören kann ich sie ja zum Glück weiterhin.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Wissen besser unterrichtete Kreise als ich eigentlich schon mehr über die Besetzungen der Festspiele 2010?
    Mir sind bisher fast nur Gerüchte bekannt:


    Hagen: nicht mehr Hans-Peter König


    Siegfried: Lance Ryan (?)


    Lohengrin: Jonas Kaufmann (sicher)


    Elsa: Annette Dasch (sicher)


    Und sonst...?

  • 1.) Ich war 1987 einmal in Bayreuth in einer Meistersinger-Aufführung und mußte wirklich anerkennen, daß es sich bei der Akustik des Hauses wirklich um die beste der Welt handelt. Obwohl ich in der Premierenwoche dort war und zufällig hinter der Begum ins Festspielhaus trat, konnte ich keinen Schicki-Micki-Status erkennen, im Gegenteil, ich erlebte das Publikum als sehr fachkundig ! Soweit das Positive.


    2.) Wahr ist, daß Bayreuth schon immer Probleme mit der Sängerbesetzung hatte, außer vielleicht in den Jahrzehnten 1924-1944 und 1951-1965. Tatsache ist doch, kein wirklicher Wagner-Weltstar kommt im Sommer, inklusive Probenzeit, wochenlang an den Festspielort und bringt für eine Hungergage Höchstleistungen. In den 50iger Jahren ließ sich Maria Callas nicht zur Brünhilde und Kundry überreden, Mario del Monaco nicht zum Lohengrin und Siegmund, Gedda sagte seinen Lohengrin wieder ab. Niemand, der schon ein Star ist, nimmt die Knochenmühle Bayreuth auf sich, es sei denn, er heißt Placido Domingo und will seiner Vita ein weiteres Ruhmesblatt anfügen. Es ist auch sonst relativ selten passiert, daß jemand seinen Ruhm mit nach Bayreuth bringt, sieht man einmal von Dietrich Fischer-Dieskau, Rudolf Schock, Cheryl Studer, Peter Seiffert und Jonas Kaufmann ab. Sehr viele Deutsche haben sich in die Pflicht nehmen lassen und haben die Festspielstätte als Sprungbrett für die internationale Karriere im Wagner-Fach genutzt, Wolfgang Windgassen, Rene Kollo, Siegfried Jerusalem, Peter Hofmann, Wolfgang Schmidt, Andreas Schmidt, Roland Wagenführer und Endrik Wottrich. Ausgesprochene Asse, wie Fritz Wunderlich, Jose van Dam, James Morris, Jessye Norman, Ben Heppner, Bryn Terfel und Johan Botha, haben wir nicht auf dem Grünen Hügel erlebt und werden sie nicht erleben. Die Aufführungen müßen von Fach-Anfängern bestritten werden, die sich damit die Stimmen ruinieren, was mit dem Mythos der "Werkstatt Bayreuth" euphemisiert wird. Ich will jetzt nicht ins übliche Katharina Wagner-Prügeln verfallen, aber wenn die Dame vom Singen der Partien ihres Urgroßvaters etwas verstünde, hätte sie den Sachs nicht mit Franz Hawlata besetzt und ihrem Geliebten Endrik Wottrich gesagt, daß er sich seine Stimme an den Partien ruiniert.


    3.) Da man Bayreuth nicht schließen kann, wäre ich dafür, die Gagen deutlich anzuheben und die Festspiele nur noch alle 5 Jahre zu geben.


    Gruß,


    Antalwin

  • Verzeihung !


    Ich muß mich berichtigen: Johan Botha war 2010 in Bayreuth ! Ich gehe aber davon aus, daß er dort nicht oft zu Gast sein wird.


    Gruß,


    Antalwin

  • Ich fahre seit dem Ende der 70er regelmäßig - d.h. nicht jedes Jahr ! - nach Bayreuth und muss sagen, dass ich "Schicki-Micki" nur sehr selten und begrenzt erlebt habe. Vielleicht toben die sich bei der Eröffnungspremiere aus, wo sie ja eingeladen werden und nicht um Karten "betteln" müssen. in den normalen Aufführungen sind jedenfalls weit mehr gebildete Kenner zu treffen, als in jedem anderen Opernhaus !


    Dass die Orchesterleistung nur durchschnittlich ist, kann ich auch nicht bestätigen, grade das Orchester und der Chor sind für mich immer noch die Zugpunkte, ansonsten würde ich nicht mehr nach Bayreuth fahren, die Inszenierungen sind zu unterschiedlich in der Qualität und die Sängerleistungen sind an vielen Opernhäusern besser. Der Klang des Festspielhauses ist eben ganz anders, als an den "normalen" Häusern und man kann ihn natürlich nur dort wirklich beurteilen. Z.b. ist es mir immer wieder passiert, dass auch in den grossen Häuser´n wie Wien, München, Hamburg oder auch an der MET z.b. die Hörner bei den schwierigen Stellen "gepatzt" haben - in Bayreuth habe ich das nie erlebt.


    Außerdem hat die Stadt während der Festspielzeit ein besonderes Flair, irgendwie sind alle Bewohner involviert und sind auch kenntnisreich, etwas was mir selbst in Salzburg nicht so aufgefallen ist.


    Ich hoffe, dass es den beiden Schwestern gelingen wird für die Zukunft gute Mitwirkende auf allen Ebenen zu verpflichten, dann ist mir um den Fortbestand nicht bange !

  • Ich verfolge die Bayreuther Festspiele nur im Radio und muss immer wieder feststellen das von den Sängern und dem Orchester die Rheinoper z.B. locker mithalten kann, wenn nicht noch besser ist. Meiner Meinung nach nahmen die Probleme mit der Sängerbesetzung und auch mit der nicht immer glücklichen Wahl der Dirigenten seit dem Wegang von Sinopoli zu. Denn bis zu diesem Zeitpunkt haben Leute wie z.B. Levine in Bayreuth dirigiert. Und die heutigen Besetzungen haben eher Stadttheater- als Festspielniveau. Ich hab zwar keine Ahnung wieviel Sinopoli in Bayreuth zu sagen hatte, aber mit seinem Weggang nahm auch die Qualität ab. Dieses Jahr habe ich Karten für den Tannhäuser und bin vor allem auf die Sänger und den Dirigenten gespannt. Wie streng ist denn die Kleiderordnung in Bayreuth ? Muss ich einen Smoking anziehen oder reicht ein Hemd mit Sakko und Krawatte ?

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