Rosinen herauspicken

  • Es gibt vielleicht schon ähnliche threads. Viele Hörer haben Schwerpunkte, Epochen, Gattungen, Komponisten. Kaum jemand hört "alles" mit gleichem Interesse. Mir geht es jedoch hier weniger um solche generellen Schwerpunkte, wie etwa, wenn jemand hauptsächlich Barockopern oder Klaviermusik des 19. Jhds. hört. Sondern eher um spezifischeres. Ich kam darauf, weil jemand anderswo schrieb, er besäße (oder höre) von Mozart nur (oder vor allem) das Requiem.
    Gibt es Komponisten, bei denen Ihr Euch einzelne Werke herauspickt und den Rest weitgehend ignoriert oder überhaupt nicht mögt? Oder gilt meistens, wenn ein Komponist geschätzt wird, einem Großteil seiner Werke das Interesse? Oder nur bestimmten Gattungen?

    Unabhängig vom persönlichen Geschmack gibt es ja etliche Komponisten, wo in der Rezeption Teile des Oeuvres, mitunter ganze Gattungsbeiträge zugunsten anderer weitgehend ignoriert werden. Oder gar die "one-hit-wonder" der Musikgeschichte...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Oder gar die "one-hit-wonder" der Musikgeschichte...


    Naja, ich habe natürlich von vielen Komponisten nur ein Werk oder ein paar Werke einer Gattung und sonst nichts in meiner Sammlung, z.B. von Orff nur den "Mond", von Dukas nur "La Peri".
    Von Lully hatte ich längere Zeit nur Opern, inzwischen auch geistliche Musik.
    Von vielen Komponisten italienischer barocker Instrumentalmusik kenne ich nur solche, etwa bei Cima, Rossi, Farina, Uccellini, Bertali, Legrenzi, Lonati, Corelli, Torelli, Manfredini, Dall'abaco, Locatelli, Tartini etc. - in den meisten Fällen wird es dabei bleiben, oft auch bei den Streicherbesetzungen. Komponisten, die vor allem als Opernkomponisten berühmt sind, bleiben auf Opern beschränkt, etwa Peri, da Gagliano, Landi, Cavalli, Cesti, Sartorio. Ich kann ja nun nicht alles sammeln. Und natürlich schätze ich all das Zeug der Genannten und gehe davon aus, dass mir auch Beiträge zu anderen Gattungen zusagen würden.
    Interessant wird die Frage erst, wenn man zu einem Komponisten ohnehin gezielt mehr sammelt, also zumindest mehr als eine CD. Ich habe bezüglich George Antheil entschieden eine Vorliebe für die Werke der 20er Jahre und würde eher hier ergänzen, als weitere spätere Werke kennenzulernen. Hier ist der Unterschied zwischen dem wilden eigenwilligen Frühstil und dem minder inspirierten unauffälligen Mitläufer des Späteren zu deutlich. Wobei es natürlich sein könnte, dass so ein vorschnelles Vorurteil der Revision bedürfte.
    ;)

  • Ich meinte freilich keine Barock-Komponisten, wo man kaum mehr als eine CD (oder immer nur dieselben Werke) im Katalog findet.
    Allerdings bestehen hier ja selbst bei bekannten Komponisten deutliche Gefälle: Erst lange nach der weiten Verbreitung der "4 Jahreszeiten" und anderer Konzerte gelangten geistliche Musik und Opern Vivaldis überhaupt ins Bewusstsein bzw. in den Plattenladen. Die Diskrepanz ist noch immer sehr deutlich, ähnlich auch bei Telemann u.a. Und dass die Chormusik und Lieder von Mendelssohn oder Brahms nicht annährend so bekannt und beliebt sind wie ihre Orchesterwerke ist auch nichts Neues.


    Was ich meinte, wären eher solche Beispiele:


    - von Mozart nur/hauptsächlich die (späten) Opern
    - von Bach nur/hauptsächlich die Klavierwerke
    - von Schubert nur/hauptsächlich die Lieder
    - von Verdi nur das Requiem zu hören und die Opern nicht zu mögen
    - von Strauss nur Salome und Elektra


    o.ä.


    und mehr oder minder als solche wahrgenommenen "One-hit-Wonder" wären Weber/Freischütz, Gounod/Faust, Franck/Violinsonate, Bizet/Carmen, Mussorgsky/Boris Godunov (und/oder Bilder einer Ausstellung), Weill/Dreigroschenoper usw.


    Aus vielen Jahren Musikforen u.ä. hat sich bei mir schon recht deutlich der Eindruck eingestellt, dass es gar nicht so wenige Hörer gibt, die recht starke Gattungsschwerpunkte haben. Also solche, die fast nur Opern hören und die die fast alles außer Opern hören, Pianophile, bei denen Klaviermusik (meist auch von Beethoven bis Prokofieff) alles andere extrem dominiert, solche, die kaum Vokalmusik oder keine Kammermusik hören usw.
    "Extreme Universalhörer" wie Du scheinen mir eher die Ausnahme und sogar "moderate Universalhörer" wie ich selbst seltener als ich dachte.


    Ich will das gar nicht bewerten, aber finde das Phänomen ganz interessant.


    JR

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  • Ich meinte freilich keine Barock-Komponisten, wo man kaum mehr als eine CD (oder immer nur dieselben Werke) im Katalog findet.


    Stimmt, bei den meisten von mir genannten barocken Italienern gibt es jeweils nur eine Gattung auf CD.
    Der Markt pickt also auch bereits die Rosinen. Oder so.

  • Paul Dessau: überwiegend seine Streichquartette, weil ich die viel fetziger finde als seine orchestralen Werke


    Anton Bruckner: konnte ich anfangs gar nicht leiden. Aber seit ich mir mal seine die 7. in einer sinnvollen Wiedergabe reingezogen habe, ist es anders. Seit dem stehen seinen letzten drei Sinfonien bei mir sehr hoch im Kurs. Nur die drei letzten ! Der Rest seines Werkes wird systematisch ignoriert


    Karl Heinz Stockhausen: da ziehe ich mir auch nur im wesentlichen seine frühen Werke aus den 50zigern und frühen 60zigern rein. Vor allen die „Gruppen“ und „Kontrapunkte“, Alles spätere langweilte mich bisher. Tiefpunkt bildet für mich das „Helikopter-Quartett“, dass an Armseligkeit schwer zu übertreffen ist. Seine Oper z.B. „Dienstag aus Licht“ ist auch alles andere als ein große Brüller.


    Krenek: seine 8 Streichquartette + Streichtrios und andere Solosachen, auch seine Opern Sardakai, Vertrauenssache und Bell Tower (Glockenturm) op. 153. Seine Sinfonien + Opern (Karl V. + Jonny spielt auf) haben mich bisher bloß gelangweilt...


    Der frühe Schönberg – also vor seiner sog. freien atonalen Phase – ist für mich gar nicht interessant.. erst ab der 1. Kammersinfonie (die auch noch tonal bezogen ist) geht’s da für mich so richtig ab, das sind die allerbesten Rosinen und bis zu seinem viel zu frühen Tod (er ist nicht mal 80 geworden) alles Meisterwerke.


    Goffredo Petrassi: nur seine späteren Werke


    Elliott Carter: dito, etwa ab seinen Orchestervariationen


    Beethoven Streichquartette: die op18-Reihe ist noch ein weißer Fleck... d.h. erst ab Rasumosky I gehts in die Rosinen...
    :hello:

  • Bach: ausgewählte Kantaten; Passionen teilweise


    Händel, Vivaldi und sonstige Barockkomponisten: "Highlights" aus Opern und Oratorien


    Mozart: Opern ab der "Entführung"; "späte" Symphonien (so ab 29.)


    Schubert: Symphonien

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • von Wagner (soweit ich ihn gehört habe, also Teile Ring, Meistersinger u.a.) gefallen mir gerade mal 2 Stücke (Vorspiel Tannhäuser und Lohengrin), von Rossini nur das Kyrie aus "Petit Messe Solenelle", vom kompletten Brahms nur Ungarischer Tanz Nr. 5, von Saint-Seans nur der "Schwan", von Duruflé nur Chant Donn (das aber sehr), von Grieg nur der Anfang der Peer Gynt-Suite 1, von Liszt (abgesehen von den Bach-Bearbeitungen) nur die h-moll-Sonate, von Paganini nur das Caprice 24... das könnte ich so fortsetzen.


    Klassische (ab Beethoven) und vor allem romantische Strukturen verkleben mir im Wesentlichen die Ohren.

  • Hi mal wieder!


    Ich habe einen Moment überlegen müssen: Dass man nur eine Handvoll Werke eines Komponisten kennt, den man gerade erst entdeckt, ist ja ganz normal, das würde ich nicht "Rosinen herauspicken" nennen. Und dass man von Weber nur den Freischütz kennt, dürfte auch häufiger mal vorkommen. Interessanter finde ich "Rosinen" im Werk eines Komponisten, über das man einen guten Überblick hat.
    Eigentlich ist meine Erfahrung ja, dass, wenn man sich die Tonsprache eines Komponisten einmal "erarbeitet" hat, alle Werke gefallen (und vorher keins oder nur eher untypische Werke, z.B. ungarische Tänze bei Brahms); bei manchen Komponisten liegt einem die Tonsprache dann natürlich allgemein mehr, bei anderen weniger, richtige "Rosinen" kenne zumindest ich dann aber nicht mehr - mit einer Ausnahme: Schubert!
    Ich kenne im wesentlichen die Symphonien, Klaviersonaten, die Winterreise und die späte Kammermusik, was ja ein halbwegs repräsentativer Querschnitt sein sollte. Alles davon höre ich immer mal wieder, um zu testen, ob ich inzwischen Gefallen daran finde, aber die Klaviersonaten und Symphonien kommen mir nicht wirklich nahe (bis auf die Unvollendete, die frühen Symphonien finde ich zudem ganz nett, den Rest - langweilig (hier fehlt der Smiley, der sich unter einem Stuhl wegduckt ;) ) ), in der Winterreise gibt es zwar ein paar Lieder, die ich mag, aber insgesamt steht sie mir viel, viel ferner als Schumanns Lieder.
    Nur die späte Kammermusik mag ich wirklich, nein, ich liebe sie (ohne Ausnahme seit dem ersten Hörkontakt!), und über das d-moll- und das G-dur-Quartett würde ich nicht mehr viele Werke anderer Komponisten setzen wollen. Woher kommt dieses enorme Gefälle?


    Viele Grüße,
    Frank.

  • Ganz nebenbei: Es gibt viele Menschen, die gar keine Rosinen im Kuchen mögen !


    Aber es gibt tatsächlich Komponisten, die mir nicht so liegen und von denen ich einzelne "Rosinen" besitze:


    Chopin ist eigendlich nicht meine Richtung. Hier besitze und höre ich seine Klavierkonzerte Nr.1 und 2 ganz gerne in der Aufnahme mit Zimerman/Giulini (DG). Die CD mit Kissin habe ich nach Zimerman abgesetzt.


    Wagner: Ich bin kein Opernfan - ausser mal LIVE im Theater. Von Wagner besitze ich daher nur seine Ouvertüren und Orchesterstücke mit Klemperer (EMI), Handley (RPO), der diese ganz fabelhaft interpretiert und den Ring ohne Worte mit Maazel (Telarc). Solti (Decca) bietet diese Orchsterstücke aus dem Ring des Nibelungen aber nochmals eindrucksvoller und gespannter als Maazel auf der legendären Telarc-CD. Mit diesen CD´s hat sich Wagner für mich soweit erledigt !


    Ach ja, ich habe auch die NAXOS-CD Wagner-Stokowsky - Symphonic Synthesis, die klanglich erste Sahne ist. Aber Serebrier ist mir teils zu artig in seiner Auffassung - im Vergleich zu Handley und Solti (trotz der bei Serebrier vorliegenden Stokowsky-Bearbeitungen).


    Schönberg: Sehr hoch schätze ich Ein Überlebender aus Warschau op.46 mit Boulez (CBS). Ich habe auch das VC und KK auf der DG-Eloquence-CD ... im Prinzip hasse ich diese beiden Werke ... Eine Boulez CBS-LP die den "Überlebenden" füllt, mit den Variationen für Orchester op.31, Fünf Orchesterstücke op.16 und Musik zu einer Lichtspielszene habe ich dieses Jahrzehnt/Jahrhundert nicht mehr raus geholt. Ich denke das ich in Zukunft das eine oder andere nochmal aufwärmen werde ... wirklich vom Hocker gehauen hat mich bisher nur die eine Rosine !


    Haydn: Bisher haben mich nur die Londoner Sinfonien gepackt ... und das ganz besonders in der energetischen Aufnahme mit Harnoncourt (Teldec). Karajan (DG) hatte ich zuvor. Ich habe auch seit 2008 die DG-LP-Kassette mit Jochum. Ausser diesem "Londoner-Stoff" komme ich mit Haydn nicht richtig weiter. :D Und die Haydn-Cellokonzerte in meiner Mork-CD-Box habe ich immer noch nicht gehört - oh je ...


    Mozart: Von dem habe ich doch mehr als eine Rosine. Die letzten Sinfonien ab Nr.32 mit Böhm (DG) und ebenfalls exqusit mit Szell (SONY) die Nr. 39,40 und 41. Die VC Nr.1-5 mit Oistrach und F.P.Zimmermann. Die KK mit Brendel hatte ich komplett schon auf LP und jetzt auf CD(Philips). Irgendwo ist noch die Fledermaus - Ouvertüre versteckt. In anbetracht seines Gesamtwerkes sind das auch nur Rosinen.


    :!: Ansonsten ist meine Einstellung zu Komponisten (die mich voll interessieren) immer so, dass ich immer ALLES haben will !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hi mal wieder!


    Ich habe einen Moment überlegen müssen: Dass man nur eine Handvoll Werke eines Komponisten kennt, den man gerade erst entdeckt, ist ja ganz normal, das würde ich nicht "Rosinen herauspicken" nennen.


    ich auch nicht. Man kann selbstverständlich nicht alles auf einmal kennen. Aber es ist mitunter auch bei altgedienten Hörern erkennbar, dass "Schwerpunkte" sehr deutlich ausgeprägt sind und anderes ignoriert wird.


    Zitat


    Eigentlich ist meine Erfahrung ja, dass, wenn man sich die Tonsprache eines Komponisten einmal "erarbeitet" hat, alle Werke gefallen (und vorher keins o


    So ähnlich geht es mir normalerweise auch. Ich hielt das lange naiverweise für den Normalfall, was mir inzwischen verkehrt scheint.


    Zitat


    - mit einer Ausnahme: Schubert!
    Ich kenne im wesentlichen die Symphonien, Klaviersonaten, die Winterreise und die späte Kammermusik, was ja ein halbwegs repräsentativer Querschnitt sein sollte.


    Das ist sicher mehr als bloß ein Querschnitt, außer bei den Liedern, da ist es weniger ;)


    Zitat


    Alles davon höre ich immer mal wieder, um zu testen, ob ich inzwischen Gefallen daran finde, aber die Klaviersonaten und Symphonien kommen mir nicht wirklich nahe (bis auf die Unvollendete, die frühen Symphonien finde ich zudem ganz nett, den Rest - langweilig (hier fehlt der Smiley, der sich unter einem Stuhl wegduckt ;) ) ), in der Winterreise gibt es zwar ein paar Lieder, die ich mag, aber insgesamt steht sie mir viel, viel ferner als Schumanns Lieder.
    Nur die späte Kammermusik mag ich wirklich, nein, ich liebe sie (ohne Ausnahme seit dem ersten Hörkontakt!), und über das d-moll- und das G-dur-Quartett würde ich nicht mehr viele Werke anderer Komponisten setzen wollen. Woher kommt dieses enorme Gefälle?


    Tja, weiß ich auch nicht. Zwar sind die beiden späten Quartette und das Quintett sicher zu den besten Werken Schuberts und der jeweiligen Gattung zu zählen, aber das gilt für viele Lieder und zumindest einige Klaviersonaten ja ebenfalls. Ich selbst schätze selbst die späten Sonaten allerdings auch nicht so sehr wie viele andere Hörer. Eher unterschätzt scheinen mir dagegen die Impromptus und sonstige Klavierstücke (die sind nicht in dem Maße von himmlischen Längen geplagt...)
    Bei den Liedern kann ich das auch schwer nachvollziehen, was aber einfach daran liegen mag, dass ich, wie wohl sehr viele Leute, die Gattung mit Schuberts bekanntesten Werken kennengelernt habe. Nun ist die Winterreise mit ihrer teils extremen Düsterkeit allerdings nicht unbedingt typisch. Hast Du mal in ein Recital mit gemischten Liedern reingehört?
    Was ist mit der großen C-Dur-Sinfonie?


    Ich müsste noch einmal nachdenken, was für Rosinenpickerei es bei mir gibt. Eher sind das ein paar blinde oder unterbelichtete Flecken. Ich höre ingesamt Opern klar weniger, selbst solche die ich schätze, wie Mozarts. Das liegt aber nicht unbedingt an der Musik, sondern daran, dass ich Oper doch lieber im Theater sehe. Bei Komponisten mit Riesenoeuvre wie Bach habe ich bei Kantaten und Orgelwerken auch noch sehr große Lücken, obwohl das Meiste immerhin im Regal steht. Ich mag den Klang der Orgel nicht besonders und bei den Kantaten habe ich mir bisher nur für einige wirklich Zeit genommen.


    viele Grüße


    JR

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  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Zitat

    Ganz nebenbei: Es gibt viele Menschen, die gar keine Rosinen im Kuchen mögen !

    Nee, ich mag keinen trockenen Kuchen. Rosinen müssen schon sein

    Zitat

    Schönberg: Sehr hoch schätze ich Ein Überlebender aus Warschau op.46 mit Boulez (CBS). Ich habe auch das VC und KK auf der DG-Eloquence-CD ... im Prinzip hasse ich diese beiden Werke ... Eine Boulez CBS-LP die den "Überlebenden" füllt, mit den Variationen für Orchester op.31, Fünf Orchesterstücke op.16 und Musik zu einer Lichtspielszene habe ich dieses Jahrzehnt/Jahrhundert nicht mehr raus geholt. Ich denke das ich in Zukunft das eine oder andere nochmal aufwärmen werde ... wirklich vom Hocker gehauen hat mich bisher nur die eine Rosine !

    Am Samstag kannste ab 20:00 op. 46 live mit den Berlinern unter Rattle reinziehen. RBB-Kulturradio machts möglich, danach gibt’s Mahler 2.



    Dass du Schönbergs KK und VK hasst, kann nur an der Wiedergabe, aber nicht am Stück selbst liegen. Die Aufnahme des KKs auf der DG-CD taugt ja auch überhaupt nix, das Schönberg-VK ist allerdings darauf gar nicht so schlecht musiziert. Die Wiedergabe des Berg-VKs kann man getrost auch vergessen . Versuchs mal bei Gelegenheit mit diesen CDs:

    So hammermäßig wie mit den Cleveländern habe ich mir das KK bisher von keinen anderen Studio-Tonträger reingezogen

    (die Wiedergabe des VKs mit den Chicago-Boys + Amoyal ist gut, aber die restlichen Aufnahmen auf der Billig-Doppel-CD sind leider nicht so dolle, die O-Variationen hat Boulez später viel besser aufgeführt.)


    Das KK und das VK von Schönberg gehört zu den fetzigsten Instrumentalkonzerten überhaupt, trotz z.B. Brahms und Beethoven, und die sind ja nun auch nicht gerade von Pappe.
    Rosbauds Wiedergabe von op. 31 (mono) auch besser als unter Gielen.
    Im Réécoutez-Teil der France Musique-Homepage kann man sich momentan die O-Variationen mit den SWRlern unter Pomarico (lundi 25 octobre) noch eine Weile reinziehn.
    http://sites.radiofrance.fr/fr…te_concert.php?alecoute=1



    Und hier was zum Rosinen-Schnuppern:
    KK
    http://www.youtube.com/watch?v=Y8kiZ3mKIsg“
    http://www.youtube.com/watch?v=g6frZZQrAcg&feature=related“
    http://www.youtube.com/watch?v=B2zBGv5iwuc&feature=related“
    VK
    http://www.youtube.com/watch?v=L-irYf2XF3E&feature=related“
    http://www.youtube.com/watch?v=CJVlYtJn_A0&feature=related“
    http://www.youtube.com/watch?v=XaHvXilsMPk&feature=related“


    Die Lichtspielszene ...
    http://www.youtube.com/watch?v=LpnDSyjil4s“


    ...und die 5 Orchesterstücke sind einfacher realisierbar als die Instrumentalkonzerte.
    Hier als schön transparente Sparversion (angesichts drohender Kulturetatkürzungen :D ) für Kammerorchester:
    http://www.youtube.com/watch?v=gdQboX0MoWo“
    http://www.youtube.com/watch?v=9mRr5w0S60M&feature=related“


    und die Vollversion der 5 O-Stücke mit guter Dröhnung in den Ecksätzen, aber auch Nr. 4 ist nicht ohne:
    http://www.youtube.com/watch?v=VPh9YOG776E&feature=related“
    http://www.youtube.com/watch?v=X3-N-uJPRTo&feature=related“


    das alles ist einfach tolle Musi !!


    :hello:

  • Hallo!


    Ich denke mir, das mit den Rosinen rauspicken hat auch etwas mit der zur Verfügung stehenden Zeit zu tun. Habe ich nur 1 Stunde Zeit zum Hören kann ich mir als Wagnerianer nicht einen ganzen SIEGFRIED reinziehen. Dann suche ich mir davon Teile (Rosinen) raus. So ähnlich geht es mir bei anderen Opern wie z. Beisp. "DIE TOTE STADT" von Korngold. Habe ich mal mehr Zeit zur Verfügung, dann höre (esse) ich den ganzen Kuchen, einschließlich Rosinen.


    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Ignoranz gehört nicht zu meinen Wesensarten...


    Wenn ich einen Komponisten 'entdeckt' habe, dürstet es mich, möglichst viel von ihn zu hören. Wenn man davon sprechen kann, ignoriere ich eher ganze Komponisten (insbesondere im Bereich der sog. Avantgarde des 20. und 21. Jahrhunderts), weil mir die Musik nichts gibt.


    Dazu paßt mein an anderer Stelle schon häufiger angesprochener Sammelstil: Nicht möglichst viele Interpretationen eines Werks, sondern so viele Werke wie möglich! Ich möchte Musik erleben, Musik und immer noch mehr Musik!


    Man muss viele Frösche küssen, um einen Prinzen (in meinem Fall eher eine Prinzessin) zu finden... im übertragenen Sinne... Viele Werke, die ich nicht hätte kennenlernen müssen, enthüllen mir immer wieder wahre Juwelen!


    Und das Forum hilft mir, meinen Horizonz ständig zu erweitern.

  • Also in Bereichen, die ich generell eigentlich nicht so mochte, gab es bei mir immer die "Ausnahmen", also Rosinen. Da sich aber meine Vorlieben über die Jahre ständig erweitert haben, sind nicht mehr so viel ungeliebte Epochen oder Gattungen übrig. Heute ist es vielleicht hauptsächlich noch geistliche Chormusik, mit der ich mich nicht sooo anfreunden kann. Meine Rosinen in dem Bereich lassen sich wirklich recht schnell aufzählen: Beethoven/Missa Solemnis, Mozart/Requiem&c-moll Messe, Bach/h-moll-M.&Math. Pass., Haydn/Nelsonmesse, Verdi/Requiem., Brahms/Dt. Requiem - sicher keine überraschende Auswahl.


    Aber wie gesagt, in vielen Bereichen habe ich mit Rosinen begonnen und irgendwann wurde es immer mehr. Vor vielen Jahren mochte ich z.B. noch keine Opern und wollte von Wagner nur Orchesterstücke haben. Mittlerweile würde ich mich eher als Wagnerianer bezeichnen und habe mehr oder weniger alles von ihm (vieles mehrfach).


    Also wer weiß, vielleicht wird das mit der geistlichen Chormusik ja auch noch... :D


    Gruß aus Freiburg
    Byron

    non confundar in aeternum

  • Dass du Schönbergs KK und VK hasst, kann nur an der Wiedergabe, aber nicht am Stück selbst liegen. Die Aufnahme des KKs auf der DG-CD taugt ja auch überhaupt nix, das Schönberg-VK ist allerdings darauf gar nicht so schlecht musiziert.


    Hallo amfortas,


    Danke für Deine Hinweise zu Schönberg, die ich gerne aufgreifen werde.


    :evil: Ich denke auch das diese unsympatische, mechanische Brendel-Aufnahme des KK wirklich nichts ist - bei mir hat sie Abscheu verursacht. Vom Berg-VC hatte ich mir ebenfalls etwas ganz anderes vorgestellt - für mich ist das "Trauerthema verfehlt", da überhaupt keine Trauer zu spüren ist ... ich denke ich benötige ganz andere Aufnahmen - - - auf die Boulez-CD mit Schönberg-Werken werde ich zu gegebener Zeit zurückkommen.


    ;) Dann erfährt Schönberg eine Erweiterung der Rosinen.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Vom Berg-VC hatte ich mir ebenfalls etwas ganz anderes vorgestellt - für mich ist das "Trauerthema verfehlt", da überhaupt keine Trauer zu spüren ist ... ich denke ich benötige ganz andere Aufnahmen - - -


    Hallo Wolfgang,


    schaust Du dazu bitte {Link -> } hier.

  • Bitte Empfehlungen von Einspielungen oder Diskussionen von Werken nicht hierher, sondern in entsprechenden threads, ggf. verlinken!


    9079wolfgang: Es war natürlich nicht gemeint, dass man manchmal keine Zeit, eine Oper komplett zu hören. Sondern eben ein Hörer, der z.B. von Wagner nur den Tristan schätzt (oder m.E. realistischer z.B. von R. Strauss nur Salome und Elektra oder nur die sinf. Dichtungen)
    Gewiss kann man mitunter auch ein Zeitproblem für solche Beschränkungen geltend machen. Es geht aber um die Vorlieben, die dem zugrunde liegen und evtl. um deren Ursachen.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich müsste noch einmal nachdenken, was für Rosinenpickerei es bei mir gibt. Eher sind das ein paar blinde oder unterbelichtete Flecken. Ich höre ingesamt Opern klar weniger, selbst solche die ich schätze, wie Mozarts. Das liegt aber nicht unbedingt an der Musik, sondern daran, dass ich Oper doch lieber im Theater sehe. Bei Komponisten mit Riesenoeuvre wie Bach habe ich bei Kantaten und Orgelwerken auch noch sehr große Lücken, obwohl das Meiste immerhin im Regal steht. Ich mag den Klang der Orgel nicht besonders und bei den Kantaten habe ich mir bisher nur für einige wirklich Zeit genommen.

    Ist das mit der Orgelmusik nicht prinzipiell das gleiche Phänomen, was z.B. Teleton mit der Vokalmusik beschreibt? Der einzige Unterschied ist der quantitative, nämlich dass, wenn man z.B. bei Wagner die Vokalmusik meidet, tatsächlich nur ein paar "Rosinen" übrig bleiben, im Gegensatz zu Bach und seiner Orgelmusik. (Ich habe mit beiden Gattungen tendenziell meine Probleme, kenne (und mag! ;) ) aber inzwischen trotzdem einige Opern)


    Tja, weiß ich auch nicht. Zwar sind die beiden späten Quartette und das Quintett sicher zu den besten Werken Schuberts und der jeweiligen Gattung zu zählen, aber das gilt für viele Lieder und zumindest einige Klaviersonaten ja ebenfalls. Ich selbst schätze selbst die späten Sonaten allerdings auch nicht so sehr wie viele andere Hörer. Eher unterschätzt scheinen mir dagegen die Impromptus und sonstige Klavierstücke (die sind nicht in dem Maße von himmlischen Längen geplagt...)
    Bei den Liedern kann ich das auch schwer nachvollziehen, was aber einfach daran liegen mag, dass ich, wie wohl sehr viele Leute, die Gattung mit Schuberts bekanntesten Werken kennengelernt habe. Nun ist die Winterreise mit ihrer teils extremen Düsterkeit allerdings nicht unbedingt typisch. Hast Du mal in ein Recital mit gemischten Liedern reingehört?
    Was ist mit der großen C-Dur-Sinfonie?

    Recitals habe ich noch nie gekauft, weil mir da dann eher der Solist im Mittelpunkt zu stehen scheint als die Musik - liegt mir nicht! Hier ist das allerdings wirklich eine gute Idee, da es ja auch eine Menge Einzellieder gibt. Die große C-Dur mag ich nicht besonders, der Kopfsatz ist noch ganz ok, aber die beiden letzten Sätze sagen mir überhaupt nichts und sind mir viel zu lang...


    Ein Gedanke dazu, der mir neulich beim Ersthören der Klaviertrios gekommen ist (die Kopfsätze strotzen nur so von "durchbrochener Arbeit"): Die Kammermusik mit ihrem Stimmgeflecht bietet dem Ohr in jedem Fall (und auch rein intuitiv) mehr Abwechslung als die gröberen Symphonien oder die dünneren Klaviersonaten, und "himmlische" Längen werden so (für mich) besser "überbrückt". Was das mit den Liedern zu tun haben soll, weiß ich aber noch nicht. ;)



    Viele Grüße,
    Frank.

  • Mein lieber Johannes!


    Schon verstanden! Mir geht es natürlich auch so, daß ich nicht von jedem Komponisten alles liebe und höre. Bei R. Strauss wähle ich z. Beisp. auch aus und höre lieber den "Rosenkavalier" als "Feuersnot". Eigenartigerweise liebe ich von Verdi alles, auch die unbekannten Opern, kann mich aber nicht an "Falstaff" gewöhnen. Da ziehe ich die "Lustigen Weiber" von Nicolai vor. Aber so ist das halt im Leben: Die Geschmäcker sind eben verschieden und darum picken wir doch lieber Rosinen.


    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Ist das mit der Orgelmusik nicht prinzipiell das gleiche Phänomen, was z.B. Teleton mit der Vokalmusik beschreibt? Der einzige Unterschied ist der quantitative, nämlich dass, wenn man z.B. bei Wagner die Vokalmusik meidet, tatsächlich nur ein paar "Rosinen" übrig bleiben, im Gegensatz zu Bach und seiner Orgelmusik. (Ich habe mit beiden Gattungen tendenziell meine Probleme, kenne (und mag! ;) ) aber inzwischen trotzdem einige Opern)


    Der Unterschied ist überdies, dass meine mäßige Begeisterung für Orgel nicht annähernd mit Wolfgangs ablehnender Haltung (so wie er sie hier immer mal wieder äußert) zu Stücken mit Gesang verglichen werden kann. Ich mag z.B. Händels Orgelkonzerte sogar ziemlich gern, nur sind mir einige von den Bach-Stücken klanglich zu massiv usw. Da ich Bachs Klavierwerke ziemlich hoch schätze und häufig höre, besteht von daher eben eine Diskrepanz. Aber ich arbeite immer mal wieder dran... ;) Und Orgel außer Bach ist ja ohnehin eher was für Spezialisten. Insofern besteht natürlich ein weiterer Unterschied zur Ablehnung von Oper oder Gesang überhaupt.
    Oper habe ich früher mehr gehört, zwar nur ein relativ schmales Repertoire, aber das häufiger.


    Da ich selbst angemahnt habe, dass konkrete Werke hier nicht diskutiert werden sollen, stelle ich Schubert erstmal zurück, bis ich einen thread finde, wo man das vielleicht mal aufgreifen kann.


    viele Grüße


    JR
    JR

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  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Und Orgel außer Bach ist ja ohnehin eher was für Spezialisten.


    ach nee ...
    dann spezialisier dich doch mal ein wenig auf


    Antonio de Cabezón, Claudio Merulo, Jan Pieterszoon Sweelinck, Girolamo Frescobaldi, Samuel Scheidt, Johann Jakob Froberger und Dietrich Buxtehude.
    :thumbup:


    und ein wenig Charles Marie Widor kann auch nicht schaden.
    :hello:


  • ach nee ...
    dann spezialisier dich doch mal ein wenig auf


    Antonio de Cabezón, Claudio Merulo, Jan Pieterszoon Sweelinck, Girolamo Frescobaldi, Samuel Scheidt, Johann Jakob Froberger und Dietrich Buxtehude.


    Die ersten beiden Namen habe ich noch nie gehört. Von Froberger habe ich eine Cembalo-CD, von Frescobaldi eine mit Cembalo/Orgel (aber das ist keine massive Riesenkirchenorgel) und von Buxtehude sogar drei Orgel-CDs, in die ich allerdings erst flüchtig reingehört habe.


    Das romantische Orgelzeugs liegt mir, glaube ich, nicht. Reger gäbe es ja vermutlich auch noch. Ich habe vor Jahren wohl mal was davon gehört, ist nicht so hoch auf meiner Liste der Dinge, die noch gehört werden sollten. Liszt mit B-A-C-H hat ein Schulkamerad von mir, der Organist/Kantor geworden ist, damals auf einem Konzert gespielt. Keine hohe Priorität.


    JR

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    (Bob Dylan)

  • Neben Buxtehude werden Dir womöglich Mendelssohn und Franck am meisten zusagen?
    Meine Bestände sind auch sehr mager, was die genannten Komponisten betrifft, dafür viele "Kleinmeister".
    Aber ich glaube, Du magst vor allem die Gitarre nicht, stimmt's?
    ;)

  • Neben Buxtehude werden Dir womöglich Mendelssohn und Franck am meisten zusagen?
    Meine Bestände sind auch sehr mager, was die genannten Komponisten betrifft, dafür viele "Kleinmeister".
    Aber ich glaube, Du magst vor allem die Gitarre nicht, stimmt's?
    ;)



    Für Gitarre gibt es ja überhaupt nur was von Kleinmeistern, das ist kaum ein Verlust. :D
    Dito Harfe
    Von Franck gefällt mir bisher nur die Violinsonate uneingeschränkt. Insofern picke ich bei diesem Komponisten Rosinen, weil ich dieses Stück wirklich grandios finde. Das Streichquartett habe ich allerdings noch nicht ausführlich genug gehört. Bei Klavierquintett und Sinfonie bin ich etwas gespalten. Von Sinf. Dichtungen und dieses bekannte Präludium+Choral? und Variationen f. Klavier und Orchester? ist auch nichts hängengeblieben. Da wird die Orgel sicher nicht helfen...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Dann gibt's jetzt noch ein paar Gitarren-Rosinen für JR:


    Anton Webern: 3 Lieder für Sopran, Klarinette und Gitarre op. 18
    Arnold Schönberg: Serenade für Klarinette, Baßklarinette, Mandoline, Gitarre, Geige, Bratsche, Violoncell und eine tiefe Männerstimme op. 24
    Pierre Boulez: Le Marteau sans Maître für Alt, Flöte, Viola, Gitarre, Vibraphon, Xylophon und Schlagzeug


    Dass Du Francks Sinfonie nicht verehrst, wundert mich. Liegt das am Finale?
    Aber ich will Deinen Thread nicht ins OT zerren ...
    8|

  • Ich bin auch nicht der Rosinenherauspicker. Ich könnte mir das bei meinen Favoriten Mozart, Beethoven und Schubert auch überhaupt nicht vorstellen. Gleichwohl dauert es bei diesen ebenso wie bei Bach doch eine sehr lange zeit, bis man sich mal durch das gesamte Werk hindurchgehört hat.
    Von Bach, Mozart und Beethoven habe ich auch das gesamte Werk, von Mozart und Beethoven sowie Schubert die Klaviersonaten von mehreren Pianisten, die großen Opern auch mehrfach und bestimmte Werke wie die 9 Sinfonien Beethovens mittlerweile in 22 verschiedenen Gesamtaufnahmen, ebenso die Lieder Schuberts oder Schumanns in mehrfachen Interpretationen, z. B. Schuberts Winterreise in bis jetzt 13 verschiedenen Interpretationen, davon allein fünf von FiDi.
    Auch wenn ich meine CD's höre, z.B. die Beethovensonaten, höre ich dann von einem Pianisten alle 32 Sonaten hintereinander durch. Das kostet natürlich Zeit, aber die gebe ich gerne.


    Liebe Grüße


    Willi ;)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Bei mir ist es wiederum völlig anders: ich picke stets die Rosinen heraus, wobei es mir die einen Komponisten schwerer machen als die anderen.


    Bei Beethoven ergeht es mir so: Die ganz späten Werke, nämlich die Streichquartette ab op. 127, die Neunte Sinfonie sowie die Missa Solemnis höre ich sehr häufig (insbesondere die Quartette, da mich Kammermusik am meisten anspricht; die beiden anderen genannten Werke schätze ich jedoch ebenfalls sehr). Alle anderen Werke meines Lieblingskomponisten höre ich dagegen nur noch selten. Die Spätwerke faszinieren mich, wie ich glaube, besonders wegen ihrer Mystik, ihrer scheinbaren Einfachheit und Zeitlosigkeit (sie sind für mich immer noch modern).


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Bei Beethoven ergeht es mir so: Die ganz späten Werke, nämlich die Streichquartette ab op. 127, die Neunte Sinfonie sowie die Missa Solemnis höre ich sehr häufig (insbesondere die Quartette, da mich Kammermusik am meisten anspricht; die beiden anderen genannten Werke schätze ich jedoch ebenfalls sehr)

    Bei mir ist es widerum genau umgekehrt wie bei Uwe. Die von ihm genannten Werke meines Lieblingskomüonosten höre ich am seltensten. Warum, weiß ich selber nicht.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Dann gibt's jetzt noch ein paar Gitarren-Rosinen für JR:


    Anton Webern: 3 Lieder für Sopran, Klarinette und Gitarre op. 18
    Arnold Schönberg: Serenade für Klarinette, Baßklarinette, Mandoline, Gitarre, Geige, Bratsche, Violoncell und eine tiefe Männerstimme op. 24
    Pierre Boulez: Le Marteau sans Maître für Alt, Flöte, Viola, Gitarre, Vibraphon, Xylophon und Schlagzeug


    Davon kenne ich zwar nichts, aber außer beim ersten dürften hoffentlich die anderen Instrumente genügend präsent sein, um die Gitarre nicht dominieren zu lassen. Ich habe hier vermutlich mal ein Vorurteil aufgrund der im Radio oft gesendeten Musik mit Gitarre von Boccherini, Giuliani, Rodrigo u.a. entwickelt.


    Zitat

    Dass Du Francks Sinfonie nicht verehrst, wundert mich. Liegt das am Finale?
    Aber ich will Deinen Thread nicht ins OT zerren ...


    Es ist nicht OT, wenn man versucht die Vorlieben zu erläutern. Ich wollte nur vermeiden, dass ausführlichere Diskussionen oder Empfehlungen hier und nicht in den Threads zu den Stücken geführt werden. Ich weiß nicht genau, warum ich die Franck-Sinfonie nicht verehre. Es geht mir wohl ein bißchen so wie manchem bei Brahms. Das ist mitunter so eine wehleidig wirkende Melancholie und eine gewisse Schwülstigkeit (und dann eben wieder ziemlich Plakatives). Ich habe das Stück neulich mal wieder gehört, allerdings eher nebenher. Der erste Satz gefällt mir schon ziemlich gut und das Stück insgesamt auch nicht schlecht. Aber eben keine Verehrung...


    An Dich, Uwe, hatte ich zwar bei thread-Erstellung nicht gedacht, aber Du bist ein gutes Beispiel für einen sehr selektiven Hörer: Kammermusik vom späten Beethoven, Brahms, Reger, Bartok, Schönberg, das war's?


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ja, leider, so ungefähr ist das, und zwar wird die Anzahl der Rosinen im Laufe meines Lebens immer geringer, die Freude an und der Respekt vor den einzelnen getrockneten Trauben dafür immer größer.


    Von Brahms höre ich fast ausschließlich die Streichquintette, späte Trios und die erste Sinfonie. Von Bartok fast nur noch die fantastischen Streichquartette. Bei Reger und Schönberg sieht es etwas anders aus: Wenngleich ich für die Kammermusik allgemein eine große Vorliebe habe, schätze ich bei den beiden den Ausdruck nahezu des Gesamtwerkes sehr. Bei Reger und Schönberg geht es mir somit ähnlich wie bei Bach; es gibt wenig Minderwertiges, so dass dort die Rosinen von mir nicht gepickt, sondern gesammelt werden.


    Von Wagner höre ich übrigens fast nur noch den Parsifal, von Zemlinsky lediglich das zweite Streichquartett, die Lyrische Sinfonie und die "Florentinische Tragödie"; von Schostakowitsch lediglich einige Streichquartette.


    Das selektive Hören ist bei mir, wie gesagt, ziemlich ausgeprägt; für Neues, mir noch nicht Bekanntes, bin ich allerdings sehr offen. Konzerte mir unbekannter Werke zeitgenössischer Komponisten besuche ich in meinem Umkreis oder bei Festifals für Neue Musik sehr häufig; ich bin da Stammkunde und stets, wenn auch meist refolglos, auf der Suche nach weiteren Rosinen...


    Schöne Grüße,


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

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