Überschätzte Primadonnen der Gegenwart

  • Hallo,


    Ja es hat sie immer schon gegeben, jene Kämpfe um den Titel der ersten Sängerin, Mozart wusste nicht nur ein Lied darauf zu singen, nein er komponierte eine ganze Oper über dieses Thema :yes:


    Aber darum geht es heute nur am Rande.
    Die Frage hier und heut ist jene:
    Welche Sängerinnen der Gegenwart, und hier meine ich solche, die erst seit etwa 10 Jahren am Markt sind, haltet Ihr für überschätzt?
    Da lassen sich Damen im Callas-Lool für die Schallplattencovers ablichten um beim Publikum Gedankenverbindungen herzustellen, andere werden von der Konkurrenz ebenso publikumswirksam vermarktet.
    Da erhebt sich die Frage: Wie sind die wirklich eionzustufen. Was ist Gold, was ist Talmi ?
    Dieser Thread wird das sicher auch nicht klären können, aber er wird uns zeigen wie de mehrheitliche Einschätzung der "grossen Sängerinnen von heute ist.
    Ich räume ein, das es ein wenig schwer ist, weil ja gerade im Opernbereich derzeit wenig neues aufgenommen wird....


    Trotzdem konnt ich hier neulich lesen: "Die X halte ich für maßlos überschätzt" - und genau diese Aussage hat mich auf die Idee gebracht, diesen Thread zu starten.


    Gruß aus Wien


    Alfred

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  • Hallo,
    auch bei diesem Thread wundert mich, dass er keine lebhaften Diskussionen ausgelöst hat. Zumal ich sehr interessiert an Empfehlungen wäre, da ich mich dem Gesang so ganz allmählich zu nähern beginne, bisher aber meist mit den "Alten" (Callsa, Schwarzkopf, Ludwig) "zu tun" hatte und die jüngeren kaum kenne.
    Insbesondere wäre ich gespannt auf die Meinung von Opern-Kennern zu Anna Netrebko, die mir sehr gefällt, die ich aber von ihren Fähigkeiten her als Opern-Laie schlecht einschätzen kann.
    Vielleicht wird's ja noch was...
    Gruß
    Achim

  • kann mir dann jemand auch gleich sagen,was mit der dvd-aufnahme der schönen russin auf sich hat? die singt da so,als bräuchte sie dazu nicht viel kraft (man beachte ihren hals,wenn sie singt!)! wurde die musik dann mit dem video gemischt,oder singt sie wirklich immer so?

  • Hallo Klassikliebhaber,


    Ich besitze leider keine Aufnahmen von Anna Netrebko.
    Allein ihre Vermarktung hat mich davon abgehalten welche zu kaufen.


    Jedoch hab ich ihren Auftritt am Wiener Opernball gesehen, und in der Tat, sie wirkte souverän undt enspannt. Wie das allerdings auf CD rüberkommt, vermag ich nicht zu sagen.


    Leider, Achim, hat es schon angesprochen, ist die Resonanz auf diesen Thread eher gering, euphemistisch gesagt.
    Das gilt aber generell, venn über Singstimmen diskutiert wird.
    Professionelle Kritiker weichen in ihren Beurteilungen oft krass ab, ja widersprechen eineander in wichtigen Punkten oft.
    "Laien" trauen sich, so scheints, nicht an diese schwierige Materie heran, sei es, um sich nicht zu "blamieren" sei es aus anderen Gründen.


    Dabei war eigentlich die Frage nicht "wissenschaftlich" gemeint, ich wollte lediglich wissen (oft ist das sogar wichtiger als jegliche Analyse)


    Wie Ihr die neuen "Damenstimmen" einschätzt: Halten sie, was die Werbung verspricht, oder bleibt Ihr lieber "bei den bewährten alten Stimmen von gestern, und wenn dem so ist bei wem ?


    Ach ja, damit ich mich auch "oute"


    Ich persönlich brauch immer relativ lange, bis ich mich an das Tibre einer "neuen" Stimme gewöhne, greife also lieber zu Sutherland und Kolleginnen (Callas mochte ich nie, sie hat, wie ich finde keine schöne Stimme, aber das wäre einen eigenen Thread wert)



    Gruß aus Wien


    Alfred

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  • verehrter Adminstrator


    Stimmen zu schätzen ist hoch subjektiv. Man kann sich eher über die Bedeutung eines Pianisten, einer Violinistin oder eines Dirigenten verständigen als über Stimmen. Offensichtlich muß die jeweilige Stimme bei jedem Individuum etwas sehr Spezifisches ansprechen und deswegen gehen die Meinungen so soehr auseinander.


    Ich finde schön, dass es diesen thread gibt ( obwohl ich als älterer Herr nur vermuten kann, was ein thread ist). Die Gefahr des Älterwerdens ist ja immer, zu denken, sagen und schreiben, früher war alles besser. Aber die ein oder andere Stimme wird heute Star-mäßig verkauft, dass man denken müsste, sie sei überragend. Wenn man sich länger mit Gesang beschäftigt, wird man kaum zu diesem Urteil kommen können.


    Da es so subjektiv ist, meine favourites:


    Vorausgeschickt, ich schätze mehr die lyrische Stimme und habe da verschiedene Favoriten erstens und zweitens kenne ich keine Stimme der Jetzt-Zeit, die diese Maßstäbe erfüllt. Ohne ein Ranking: Elisabeth Schwarzkopf hat fabelhafte Aufnahmen gemacht: Brahms-Requiem mit Klemperer oder Verdi-Requiem mit Sabata- einfach unglaublich. Elly Ameling als Bach-Sängerin, gleiches teilweise bei Gundula Janowitz. Ganz überragend lyrischer Gesang von Kathleen Battle- als Pamina, als Liedersängerin , als Soubrette. Dann, wie geschrieben, kein Ranking, die frühe Caballé als Violetta mit Bergonzi als Alfredo,ohnehin ihre damalige Fähigkeit, klare Pianissimi zu singen. Sehr gut im Koloraturfach die Gruberova, sie kann es einfach, für mich DIE Königin der Nacht, weil sie die Rolle in allen Teilen ausfüllt und nicht so rumpiepst oder rumschrillt wie so viele Protagonistinnen. Nun auch noch zur Callas. Sie hat keine schöne Stimme, war sicher eine Prima Donna durch ihre Bühnenpräsenz und in einem Genre eigentlich unschlagbar: die große Tragödin, ob in Norma oder als Lucia, später auch als Schauspielerin im Medea-Film von Pasolini.
    Wenn ich an alle diese Stimme denke, fällt mir keine Stimme der Jetzt-Zeit ein, seien die Damen auch noch so ansehnlich, die diese toppen würde,ja ich wage es zu schreiben, dieses Niveau zu erreichen,obwohl Gheorgiu eine großartige Künstlerin ist und die Bartoli ohnehin. Zur Bartoli würde ich mir überdies die Meinung abringen, dass sie im Rossini-Fach eine absolute Ausnahmeerscheinung. Wie sie Koloraturen bewältigt, ist schon äußerst selten( über Marilyn Horn schreibe ich jetzt nicht, weil diese eine seconda donna ist).
    Sicher liest sich diese Meinung als eine nostalgische. Aber ich verweise auf meine Eingangsbemerkung ( und füge an, die Sutherland z.B. hat mich nie wirklich erreicht,obwohl sie sicher eine große Sängerin war).
    P.S. Wagner-Sängerinnen lasse ich aus, weil ich davon zu wenig verstehe, von Birgit Nilsson angefangen bis zu Meier und Behrens.

  • Es ist doch sehr interessant, worauf man beim Stöbern auf den jeweils hinteren Seiten stößt. Kann ich jedem nur empfehlen! Nun aber mein Senf zum Thema überschätzte Primadonnen:


    An Nummero Eins in dieser Aufstellung würde ich die Bartoli setzen. Das einzige was ich an ihr beeindruckend, aber nicht schön finde ist ihre Akrobatik. Das war´s aber auch schon. Mich nervt ihr nervöses Vibrato und die gradezu gemeckerten Koloraturen. Ihre Ausstrahlung gleicht eher der einer Pizzabäckerin.


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Sagitt meint:


    ich weiss nicht genau, welche Ausstrahlung eine Pizzabäckerin hat ? Warum solche Abwertungen ? Wenn man die Kunst dieser Frau einmal genauer betrachtet, merkt man, wie sehr unberechtigt eine solche Abwertung ist. Natürlich hat sie Artistik im Programm und das Publikum schätzt dies und wartet darauf. Aber Bartoli kann viel mehr. Jeder, der sich überzeugen will, höre einmal ihr Vivaldi-Konzert aus dem Chatelet aus Paris mit giardino armonico. Wunderbar, wie intensiv sie alle! Nuancen der Werke gestaltet.Das ist ganz große Kunst- ob Pizzabacken dazugehört, weiss ich nicht !

  • Um Gottes Willen, KEINE Abwertung von Pizzabäckern. So war´s nicht gemeint. Wie´s scheint habe ich einen Hang zu unglücklichen Vergleichen. Was ich sagen wollte, die Bartoli hat für mich nicht die Ausstrahlung, die man auf der Bühne bräuchte. Und dazu kommt ihre in meinen Ohren furchtbare Gesangstechnik und das ist das Hauptkriterium meiner Ablehnung gegen sie.


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Also wenn ich ganz ehrlich meine Meinung geben soll:
    Frau Bartoli sollte die Finger von dem barocken Repertoire lassen.
    Ich habe ihr Salieri, Gluck und Vivaldi Album, aber nicht wegen ihr sondern wegen des Repertoires.
    Und ich muss ganz ehrlich sagen, sie ist dafür einfach zu schwerfällig. Wenn ich sie mit Emma Kirkby oder Vivica Genaux vergleiche, dann kann sie in diesem bereich nicht mithalten.
    Man hört einfach die Anstrengung die sie hat wenn sie diese barocken Koloraturen singt. Das "R" rollt sie mir auch zu stark.


    Dennoch habe ich großen Respekt, dass sie sich auch an unbekannten und sehr sehr schwierigen Dingen versucht.
    Aber mein Fall ist sie nicht.

  • Hi salisburgensis,


    du scheinst nicht nur einen Hang zu unglücklichen Vergleichen zu haben, sondern auch einen, andere Leute misszuverstehen. ;)


    Man kann jederzeit geteilter Meinung darüber sein, ob einem Cecilia Bartoli mehr oder weniger gefällt, aber ihre Gesangstechnik als "fürchterlich" zu bezeichnen, kann wohl mit keinem objektiven Maßstab gerechtfertigt werden.


    Also überdenke deinen Hang zu unglücklichen Bezeichnungen. :D

  • Lieber Theophilus,
    auch du scheinst davon nicht frei zu sein. Du mußt nur richtig lesen. Ich habe geschrieben: IN MEINEN OHREN furchtbare Gesangstechnik.


    Aber laßt uns doch zum eigentlichen Thema zurückkehren!


    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hi,


    na in welchen Ohren denn sonst, wenn nicht in deinen. Nur wenn man von Gesangstechnik schreibt, meint man einen doch recht gut objektivierbaren Begriff. Es kann nicht jeder Diskutant etwas völlig anderes darunter verstehen, sonst wird die Diskussion sinnlos.


    Wenn man jetzt Cecilia Bartoli hört, kann es einem mehr oder weniger gefallen, von mir aus kann es jemandem auch überhaupt nicht gefallen. Was ich jedoch beim besten Willen nicht hören kann, dass sie eine furchtbare Gesangstechnik haben soll. Im Gegenteil, rein von der Technik her würde ich sie sogar als ziemlich gut einschätzen, ihr Gesangsstil hingegen mag kritisierbar sein (Beispiele gibt es ja schon).

  • Guten Morgen Edwin,


    Bei der Netrebko verhält sich die Stimmqualität proportional zur Rocklänge.


    Kannst Du dieses fach-männische und sachliche Urteil ein bißchen näher begründen?


    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Bei der Netrebko verhält sich die Stimmqualität proportional zur Rocklänge. Und ihre Röckchen sind wirklich kaum noch zu sehen... :stumm:


    Hallo Edwin,


    eine Nebenwirkung der (auch in meinen Augen übertriebenen) PR um Anna Netrebko ist, daß dieser Hype offenbar verhindert, daß Opern- und Stimmenfreunde sich sachlich mit ihr auseinandersetzen. Ich habe dies bisher in diversen Foren getan, und ich bitte um Verständnis, daß ich dies auch hier versuche.


    Die erste Gelegenheit, AN live zu hören, habe ich (leider) ungenutzt gelassen. Ich glaube, es war 1994, als das Mariinsky-Theater beim Schleswig-Holstein Musik Festival gastierte und Justus Frantz in Stade (!) "Le nozze di Figaro" leitete. Susanna : Anna Netrebko.


    Bei meinem ersten Besuch 1995 bei Valery Gergievs Musik-Festival im finnischen Mikkeli gab es zwei Aufführungen des "Barbiere di Siviglia", als Rosina alternierten Olga Trifonova und Anna Netrebko. Während Trifonova eine technisch sichere, aber (damals) relativ "weiße" Stimme besaß, war die der Netrebko wesentlich farbenreicher und dadurch schöner, aber auch mit einigen technischen Mängeln versehen. So irritierten manche steife Töne, und auch die Tonhöhe stimmte nicht immer. Daß Netrebko schon damals eine Augenweide war, brauche ich als Mann wohl nicht extra zu betonen.


    Außerhalb Rußlands bzw. Finnlands machte sie die Ko-Produktion von Glinkas "Ruslan und Ludmila" zwischen St. Petersburg und San Francisco bekannt, und wie glänzend sie die Schwierigkeiten dieser Partie bewältigte, ist auf CD bzw. DVD zu sehen und zu hören. Wer sich ein bißchen mit Stimmen aus der damaligen Sowjet-Union beschäftigt, dem wird auffallen, daß eine solche Stimme in diesem Fach des Koloratursoprans sich von den vielen "Piepsen" unterscheidet, mit denen die Ludmilas, Antonidas usw. vorwiegend besetzt waren. Netrebkos Stimme dagegen war rund und apart getönt, mit viel Kopfklang versehen.


    1997 trat sie wieder in Mikkeli auf, und die Fortschritte zur Rosina (nichts mehr zu hören von den technischen Mängeln) waren unüberhörbar, wie man an CD/DVD von Prokofiews "Die Verlobung im Kloster" hören kann und wie sie als Micaela (neben einer Olga Borodina!) unter Beweis stellte.


    Von ihren Plänen, im Westen Donna Anna und Violetta zu singen, hörte ich mit einiger Skepsis, glaubte ich doch, sie sei damit überfordert, doch ihre Aussage, sie sei sich dessen bewußt und würde versuchen, sie mit "ihrer" Stimme zu singen, klang klug. Obwohl ich auch heute noch der Meinung bin, vom Stimmtyp her sei sie eher eine Zerlina als eine Donna Anna, hat mich doch die Art und Weise, wie sie die Partie mit "ihrer" Stimme sang (also ohne Verfärbungen und ähnliche Manipulationen, um die Stimme größer erscheinen zu lassen), überzeugt, und von ihrer Salzburger Violetta war ich (ich gestehe es gerne) begeistert, obwohl man diesen oder jenen Ton bekritteln kann.


    Wie man diesen Ausführungen entnehmen kann, schreibe ich über Live-Aufnahmen (auch "Ruslan" und "Verlobung" sind keine Studio-Produktionen), und kann niemandem verdenken, wenn er nach den beiden Recitals unter Noseda und Abbado zu einem anderen Eindruck kommt. Ich finde, auch hier kommt, die Schönheit der Stimme voll zur Geltung; da aber alles ziemlich gleich und somit steril klingt, kann ich nichts Aufregendes (weder im Positiven noch im Negativen) heraushören.


    Seriöse Kritiker werden sich hüten, Netrebko mit der Callas zu vergleichen. Dieser Vergleich hat einen schweren Gehfehler, und auch gleich nach Einläuten des 21. Jahrhundert von der "Primadonna des 21. Jahrhunderts" zu schreiben, halte ich für totalen Blödsinn. Daß Anna Netrebko sich nicht darüber im Klaren ist (bzw. offenbar in Kauf nimmt), daß dieser Hype ins Gegenteil umschlagen könnte, halte ich für bedauerlich, doch wenn man die Kirche im Dorf ließe, müßte man m.E. zum Ergebnis kommen, daß sie eine hübsche junge Frau mit einer schönen Stimme ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger.


    Ich jedenfalls bin auf ihre Entwicklung gespannt. In US-Opernforen war nach ihrer Gilda zu lesen, jetzt müßte sie Desdemona singen, was ich als wesentlich verfrüht (wenn überhaupt) ansehen würde. Bisher jedoch hat sie (und ihr Management) eine vernünftige Karriereplanung unter Beweis gestellt, und Rollen wie Adina (Norina liegt vielleicht zu hoch?), Susanna, Gilda und (gelegentlich) Violetta liegen derzeit optimal im Bereich ihrer Möglichkeiten. Nach dem 3. Januar (Mimi im Mariinsky-Theater unter Gergiev) weiß ich mehr.


    Schöne Grüße


    Sune

  • Zitat

    Original von sune_manninen
    ......doch wenn man die Kirche im Dorf ließe, müßte man m.E. zum Ergebnis kommen, daß sie eine hübsche junge Frau mit einer schönen Stimme ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    I


    Das bringt es auf den Punkt. Der törichte "Callas" Vergleich ist Teil des Marketings; Callas als Chiffre für eine einzigartige, herausragende Sängerin, deren Name zudem auch vielen potentiellen Käufern geläufig ist, die z.B. Caballé für ein Tanzvergnügen am Ballermann halten.

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • Zitat

    Original von Misha


    Das bringt es auf den Punkt. Der törichte "Callas" Vergleich ist Teil des Marketings; Callas als Chiffre für eine einzigartige, herausragende Sängerin, deren Name zudem auch vielen potentiellen Käufern geläufig ist, die z.B. Caballé für ein Tanzvergnügen am Ballermann halten.


    Hallo Misha,


    ich glaube nicht, daß dieser Vergleich vom Marketing ausgeht, sondern von denen, die sie ablehnen: "jaaaaa - gut und schön, aber Callas ist sie keine......


    Hat ja auch keiner behauptet......


    Austria

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

  • Zitat

    Original von sune_manninen
    Von ihren Plänen, im Westen Donna Anna und Violetta zu singen, hörte ich mit einiger Skepsis, glaubte ich doch, sie sei damit überfordert, doch ihre Aussage, sie sei sich dessen bewußt und würde versuchen, sie mit "ihrer" Stimme zu singen, klang klug. Obwohl ich auch heute noch der Meinung bin, vom Stimmtyp her sei sie eher eine Zerlina als eine Donna Anna, hat mich doch die Art und Weise, wie sie die Partie mit "ihrer" Stimme sang (also ohne Verfärbungen und ähnliche Manipulationen, um die Stimme größer erscheinen zu lassen), überzeugt, und von ihrer Salzburger Violetta war ich (ich gestehe es gerne) begeistert, obwohl man diesen oder jenen Ton bekritteln kann.


    ...


    Seriöse Kritiker werden sich hüten, Netrebko mit der Callas zu vergleichen. Dieser Vergleich hat einen schweren Gehfehler, und auch gleich nach Einläuten des 21. Jahrhundert von der "Primadonna des 21. Jahrhunderts" zu schreiben, halte ich für totalen Blödsinn. Daß Anna Netrebko sich nicht darüber im Klaren ist (bzw. offenbar in Kauf nimmt), daß dieser Hype ins Gegenteil umschlagen könnte, halte ich für bedauerlich, doch wenn man die Kirche im Dorf ließe, müßte man m.E. zum Ergebnis kommen, daß sie eine hübsche junge Frau mit einer schönen Stimme ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger.


    Hallo Sune,


    zuerst einmal hat mir Deine "objektiv-emotionale" Beschreibung über Begegnungen mit Anna Netrebko sehr gut gefallen.


    Dann: Korrekt, ein Vergleich der Netrebko mit der Callas ist unsinnig und hebt sie auf einen Sockel, den sie nicht wieder verlassen kann.


    Imo reichte es schon vollkommen aus, wenn sie als Violetta die wunderbare Pianokultur der jungen Montserrat Caballé oder die Leidenschaft, den Charme und Liebreiz der Mirella Freni, die all das stimmlich verkörpern konnte, besäße.


    Alleine an beiden Maßstäben hätte sie schon genug zu "knabbern" und müßte sich nicht mit einem Mythos messen lassen.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Bei der Netrebko verhält sich die Stimmqualität proportional zur Rocklänge. Und ihre Röckchen sind wirklich kaum noch zu sehen... :stumm:


    das sind halt die geistreichen sprüche eines zeitungskritikers, der sein musikwissenschaftsstudium nicht geschafft hat. auch eine leistung.
    maxmax

  • Zitat

    Original von maxmax
    [das sind halt die geistreichen sprüche eines zeitungskritikers, der sein musikwissenschaftsstudium nicht geschafft hat. auch eine leistung.
    maxmax


    Nachtigall
    Ihr geht zu weit!


    Kothner
    Persönlichkeit.


    Pogner
    Vermeidet, Meister, Zwist und Streit!


    ;)

    res severa verum gaudium


    Herzliche Grüße aus Sachsen
    Misha

  • Du nimmst falsch an. Das mit dem Rock war alles andere als die feine englische Art, rechtfertigt aber noch lange keinen herabsetzenden, persönlichen Angriff!

  • Der Ratschlag ist allgemeiner Natur, passt aber hier genauso gut:


    1.) Wie Theophilus schon sagte, sollten solche persönlichen Anwürfe generell unterbleiben.


    2.) Wenn es einmal Probleme oder Mißverstädnisse gibt, lassen die sich über PN klären und müssen nicht für alles lesbar gepostet werden.


    3.) Da man seinen Gegenüber im virtuellen Raum eben nicht sieht und daher die Wirkung einer Aussage oft nicht einschätzen kann, ist eben sinnvoll sich das vor dem Abschicken eines Postings einmal zu vergegenwärtigen. Nicht alles, was einem selbst gelungen vorkommt ist es auch für einen Dritten.


    Eigentlich gar nicht so schwierig, oder?


    Herzliche Grüße,:hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • verzeihung - aber das mit dem rock ist auch ein persönlicher angriff- nämlich auf die netrebko - ich hatte lediglich gepostet, dass das nicht geistreich ist. und das mit dem studium stimmt halt nun mal und ist kein angriff.

  • Lieber Maxmax,


    es ist ja nobel wenn Du eine Lanze für Anna Netrebko brechen möchtest, aber findest Du nicht, dass Du mit Deiner Replik ein wenig über das Ziel hinausschießt? Und wenn Dich die Bemerkung schon stört, warum schlägst Du dann in die gleiche Kerbe? Mag es stimmen oder nicht: Wenn es nicht ein verbaler Tiefschlag ist einem anderen sein Studienversagen vorzuwerfen was ist dann ein persönlicher Angriff? Aber ich denke wir beenden diese unersprießliche Auseinandersetzung jetzt, oder?


    Herzliche Grüße,:hello:



    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Hallo zusammen,


    warum dieser Streit über Rocklängen und daraus resultierender Entgleisungen?


    Ich danke Sune,daß er mal das Thema mit Sachlichkeit angegangen hat.Und offensichtlich ist seine Ausführung durch mehrere persönliche Hör-und Seh-Erlebnisse fundiert genug,daß man sie akzeptieren kann.


    Ich kenne Anna Netrebko leider nur aus dem Fernsehen von einigen Konzertausschnitten,Wiener Opernball und der Salzburger La Traviata sowie einem Probenfilm hierzu.Dabei habe ich die Sängerin sehr schätzen gelernt ob ihrer Natürlichkeit und ihrer realen Sichtweise zu dem Werberummel,den Andere mit ihr veranstalten.Das alles ist ihrer Ansicht nach nur Geklapper,welches heute eben zum Geschäft gehört.Viel wichtiger ist ihr eine überzeugende Darstellung ihrer Rollen abzuliefern und das tut sie fürwahr!Ich freue mich jedenfalls über ihre schöne Stimme,ihr hübsches Lachen und ihr gewinnendes Wesen.Sie ist eine Bereicherung der Opernszene.