Bach, Johann Sebastian: Goldberg-Variationen

  • Na ja, so ganz stimmt das nicht. Gould wurde am 25. September 32' geboren, hatte am 27. September 82' einen Schlaganfall und fiel am 29.September nach einem zweiten Schlaganfall ins Koma. Am 4. Oktober um 11:30 ist er erst gestorben.. Seinen 50ten hat er also überlebt.


    Aber er stimmt, dass Gould Angst vor einem frühen Tod hatte, da er an Zahlenmythologie glaubte, die ihm ein frühes Ableben bescheinigten. Irgendwo hab ich das genauer erläutert in meinen Büchern, kann es aber gerade nicht finden.


    @thomana
    Gould war auch noch tabletenabhängig u nd hat nicht sonderlich gesund gelebt. DAs TAgeslicht hat er icht so oft gesehen( zumindest in seiner späteren Karriere). Und sein Spiel war sicher auch kraftraubend :D


    Gould war schon ein Visionär. Er hat sogar einzelnde Sprechstimmen aufgenommen und daraus eine Sprechfuge gemacht. "GG asks GG about GG" gab es auch.
    Er dachte, dass das ideala Musikhören später so ablaufen würde, dass jede Stimme aus einer Ecke des Raumes kommt und selber noch regelbar ist. Eigentlich eine ganz interessante Idee

    "Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

  • hallo,


    unter neurochirurgen ist bekannt, dass glenn gould an einer hirnmassenblutung verstorben ist. der 'schlaganfall' ist ein symptom, keine krankheit.


    gruß, siamak

    Siamak

  • lol :D. Ich meinte mit "meinen Büchern" die Biografie von Michael Stegemann über GG.

    "Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

  • Hallo Taminos,


    Wie immer hat es bei mir etwas gedauert bis ich mich bei einer mir neuen Aufnahme der GBV von der Gouldschen Interpretation gelöst habe und mich auf die neue Aufnahme einlassen konnte.


    Yorck Kronenberg spielt legt eine sachliche, aber niemals unterkühlte Aufnahme der Goldbergvariationen vor. Nicht so schwingend wie die Aufnahme Goulds aber dafür wunderbar ausgewogen und mit sauberer Struktur und Konzept.
    Ganz neben bei erfreut Yorck Kronenberg noch mit einer ausdrucksstarken linken Hand.
    Ein wahre Freude ist es für mich, daß ein Pianist noch den Mut hat seine eigene Sicht der Dinge derart klar auszudrücken ohne bei diesem wahrlich hundertfach eingespielten Werk darauf zu achten etwas Equivalentes hinzugelen.


    Es geht also doch! Neue sehr gute Aufnahmen sind möglich ohne eine billige Gouldkopie abzugeben.




    Interpretation: 9
    Klang: 8


    IMO eine der besten GBV in meinem Bestand!

  • Hallo Tominos,


    die GBV ist eins dieser Werke, von dem ich unmengen Aufnahmen besitze auf der Suche nach der "absoluten" Aufnahme ......... und auf der wahrscheinlich ewigen Suche unmengen Aufnahmen ansammeln werde!


    Der russische Pianist Vladimir Feltsman, geb. 1952 in Moskau und Student des Moskauer und St Petersburger Konservatorium spielte am 26.10.1991 die GBV live am Moskauer Konservatorium und glücklicherweise liegt diese Aufnahme auf CD vor! :jubel:


    Feltsman erlaubt sich gewisse Freiheiten wie z.B. in der Oktavierung aber was man hier zu hören bekommt ist einfach mit das (wenn nicht das) Beste was man wahrscheinlich jemals zu hören bekommen wird in Sachen GBV!


    Mit superber Technik, feinstem Anschlag und eine Ausdruckskraft die vom aller Feinsten ist was ich in Sachen Bach bisher je gehört habe...... :jubel: :jubel:


    XRezension:


    Interpretation: 10++
    Klang: 9


  • HAllo Richard,


    von Vladimir Feltsman hatte ich bis jetzt noch nie was gehört.


    Vielen Dank für das Schließen der Bildungslücke :).


    Ich habe mir eben die Samples von Amazon.com angehört, und meine Lieblingsvariationen 13,18,5,21,15 klangen alle sehr schön. Allerdings erinnerten sie mich doch stark an Glenn Goulds 55' Interpretation, wobei Feltsmans Ansatz schon romantischer ist und er auch langsamer spielt. Und, ganz wichtig, er spielt angenehm gefühlvoll und sensibel, wobei dabei nicht die Struktur leidet.


    Diese Oktavierungen mag ich persönlich nicht so gern, aber man muss ja auch mal neue Wege gehen (Stadtfeld hat ja ähnliches getan).


    Insgesamt finde ich seine Art zu spielen sehr interessant, schade, das jpc und amazon im Moment keine CDs vorrätig haben.


    Wäre auf jeden Fall ein Kauf wert, im Gegensatz zu Ragna Schirmers CD, die ich neulich für 5 Euro auf einem Flohmarkt erworben habe :kotz:. So eine Misshandlung der GBV, furchtbar...

    "Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

  • Zitat

    Original von SMOB
    HAllo Richard,


    von Vladimir Feltsman hatte ich bis jetzt noch nie was gehört.


    Vielen Dank für das Schließen der Bildungslücke :).


    Bitte


    Zitat


    Ich habe mir eben die Samples von Amazon.com angehört, und meine Lieblingsvariationen 13,18,5,21,15 klangen alle sehr schön. Allerdings erinnerten sie mich doch stark an Glenn Goulds 55' Interpretation, wobei Feltsmans Ansatz schon romantischer ist und er auch langsamer spielt. Und, ganz wichtig, er spielt angenehm gefühlvoll und sensibel, wobei dabei nicht die Struktur leidet.


    No. 13 ist mein Liebling :D :jubel:


    Zitat


    Diese Oktavierungen mag ich persönlich nicht so gern, aber man muss ja auch mal neue Wege gehen (Stadtfeld hat ja ähnliches getan).


    Stadtfeld und Fetsman machen das aber auf ganz anderem Niveau!
    Hier passt es irgendwie, bei Stadtfeld wirkt es "aufgesetzt".......
    Ansonsten bin ich auch eher Purist!


    Zitat


    Insgesamt finde ich seine Art zu spielen sehr interessant, schade, das jpc und amazon im Moment keine CDs vorrätig haben.


    Habe ichin USA ergattert!

  • Zitat

    No. 13 ist mein Liebling großes Grinsen Jubel


    Zurecht.
    Und besonders was GG 82' da geleistet hat in den paar Takten, ist nicht von dieser Welt. :angel: :angel: :angel:

    "Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

  • Zitat

    Original von SMOB


    Zurecht.
    Und besonders was GG 82' da geleistet hat in den paar Takten, ist nicht von dieser Welt. :angel: :angel: :angel:


    Alleine dafür gehört seine Aufnahme auf EWIG in meine Top 100 Liste :jubel: :jubel:

  • hallo,


    die GBV und das WTK 1 mit feltsman gab es vor jahren bei saturn/köln. ich hatte mich damals für die KDF mit g. sokolov entschieden. als ich später wiederkam, waren die feltsman-cds weg.


    feltsman kam damals in die schlagzeilen, als er während des moskauer horowitzbesuches in der US-botschaft ein recital geben sollte. feltsman hatte einen antrag auf ausbürgerung gestellt und wollte in die USA. angeblich wurde dann der flügel in der US-botschaft rechtzeitig manipuliert (saiten durchtrennt), damit der klavierabend ausfiele, was ja dann auch geschah !


    gruß, siamak

    Siamak

  • Daß dieser Werkzyklus keine "Einschlafmusik" darstellt, wird auch in diesem sehr guten Threat deutlich. Gleichwohl besteht natürlich die Gefahr, daß gerade bei den sehr bekannten Goldbergvariationen viele gleichförmige Aufnahmen angetroffen werden können, was dann Zweifel daran aufkommen läßt, ob die eine oder andere Einspielung Berechtigung für sich beanspruchen kann oder eben nicht. Insoweit verdienen, denke ich, insbesondere die qualitätsvollen Besonderheiten Erwähnung, wie sie sich z.B. in Sergio Vartolos Cembaloeinspielung aus dem Jahr 1989 wiederspiegeln. Wir treffen auf eine Vielzahl von Eigenheiten in metrischer und rhytmischer Hinsicht. Im Quodlibet betätigt sich Vartolo als Sänger, wenn er den Gassenhauer, dem dieser Satz zgrundekiegt, zu Gehör bringt.


    Zu erwähnen ist auch die große russische Pianistin Maria Yudina, die für ihre Interpretation (1968 ) einen kompromißlos akzentuierten, ich weiß nicht wie ich es besser ausdrücken kann, Ansatz gewählt hat.


    Apropos Glenn Gould: Am besten gefällt mir die Liveaufnahme (1958?). Um es vorwegzunehmen: ich oute ich mich als "Glenn Gould-Fan".

  • Hi tom!
    Goulds frühe Aufnahme der GV war ebenfalls eine Studio-Produktion!
    Mit dieser Aufnahme ist er schlagartig berühmt geworden.

    "Muss es sein? - Es muss sein!" Grave man non troppo tratto.

  • Danke, ja Salzburg, aber nicht 1958, wie erst von mir vermutet, sondern 1959. Die Platte ist jedem ans Herz zu legen, der "nur" Goulds Studioproduktionen (1955 und 1981) der Goldbergvariatinen kennt.

  • Zitat

    Ein Problem ist, dass wenn man sich über die eindeutige ANWEISUNG Bachs hinwegsetzt (nämlich ein zweimanualiges Cembalo zu benutzen), man gezwungen ist, den Notentext zu ändern.



    meinst du das Vertauschen der Stimmen, um sie mit der anderen Hand zu spielen...
    Solange akustisch nichts verändert ist...


    mich hat es bei einem Konzert auch mal gestört, weil es aussieht, als ob der Pianist Schwierigkeiten ausweichen will...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Hallo zusammen,


    Bach's Goldbergvariationen!


    Kaum ein Werk vermag mich so zu bewegen, wie diese.


    Meine Lieblingsaufnahmen sind Gould (1981), die erste Aufnahme ist mir streckenweise zu schnell.


    Andras Schiff's Aufnahme finde ich größtenteils sehr originell (wie er zum Beispiel Cembalo Registrierungen nachahmt, wenn er bei Wiederholungen (merhfach) oktaviert spielt.


    Auch eine gute Aufnahme ist die von Murray Perahia.


    Für's Cembalo kann ich Wanda Landowska empfehlen.


    Grüße,
    Daniel

  • Hallo, Daniel,


    warum gefallen Dir die Aufnahmen? Beschreibe mal Differenzen zwischen Deinen genannten.


    Grüße
    Michael





    PS___Empfinde die Aufnahme von Angela Hewitt immer noch als die Inselplatte – nebst Gould und anderen … Ein Kritiker bei KlassikHeute-Online hat behauptet, AH würde spielen als wenn Rotkäppchen Angst vorm bösen Wolf hätte. Selten dämlich. Erstens stimmt es schlichtweg nicht, zweitens kann ein wenig Ehrfurcht vor diesem genialen Opus nicht schaden, wir sind ja schließlich nicht in der Rabaukenwerkstatt von Onkel Liszt und drittens hat AH Ihre Interpretation in einen wundervollen Zusammenhang der eigentlichen Historie des Werkes gesetzt und beschrieben. Besser gehts nicht.

  • Also:


    Gould 1955 ist gewiss maßstabsetzend, aber teilweise empfinde ich sie zu schnell, wo die Musik mehr "ausgespielt" werden könnte.
    Gould 1981: In sich geschloßen und wirklich gelebte Musik. Man spürt bei eigentlich jeder Note die Schlüßigkeit, den Nachdruck, das Überdenken des Gespielten.


    Perahia: Seine Aufnahme war die erste, die ich von den Goldbergvariationen richtig gehört habe. Ein sehr "modernes" Bachspiel. Nuancenreich, vergleichbar mit Barenboim's Bachspiel und im Ansatz mit Schiff.


    Schiff ist da aber eben doch etwas anderes. Schiff ist für mich wie ein Poet am Klavier, eigentlich bei allem, was er spielt. Bach schafft er lebendig, schlüßig und spielfreudig rüberzubringen, mit dem Sinn zu phrasieren. Eine gelungene Mischung. Und die oben genannte "Cembaloimitation" finde ich wirklich hübsch.


    Wanda Landowska's Aufnahme mag streckenweise ziemlich langsam wirken, aber genau das ist auch ein Reiz dieser Aufnahme. Ausbalanciertes und geradlinieges Bachspiel, mit großer Erfahrung. Hörenswert!


    Grüße,
    Daniel

  • seawas die neuen :hello:


    ich möchte nichts anderes als auf den link von jpsa (schreibt LEIDER nicht mehr im forum ;() im 2. beitrag des threads hinweisen, falls ihn jemand übersehen haben könnte. ein muss für jeden goldbergler...


    :beatnik:

  • Noch zwei Anmerkungen von mir zu den GV:
    Ich hatte ja gefragt, wo es eine positive Kritik zu Ragna Schirmers Einspielung gab. Gestern habe ich sie gefunden - im Fonoforum-jahrbuch von 2000. Da erhält sie die Höchstwertung von zweimal 5 Sternen.
    Im Übrigen habe ich mir gerade die Schiff-Einspielung von 1983 gekauft (mal wieder'n Schnäppchen für 7,99€... :D) - nach den teilweise auch in diesem Thread sehr positiven Kommentaren bin ich mal sehr gespannt!


    Hier noch eine Kritik, die ich zu dieser Einspielung fand:

    P. Cosse in FonoForum 3 / 84:"...eine der lebendigsten Bach-Veröffentlichungen im gesamten Angebot von gestern und heute... Klangbild: Offen, sehr präsent, unverfärbt, in allen Bereichen optimal konturiert."

    Herzliche Grüße
    Uranus

  • Hallo,
    ich betrete gerade erst diesen Thread,weil ich in einem anderen Thread
    darauf hingewiesen wurde.Die Beiträge habe ich nicht alle gelesen,
    darum weiß ich nicht,ob auch über die Wiederholungen schon gesprochen
    wurde.Für mich sind die G.V.wie auch die anderen Werke Bachs
    ohne die Wiederholungen nur Fragmente.Man sollte das zumindest
    bei Tonträger-Aufnahmen berücksichtigen.


    :hello:Herbert

    Tutto nel mondo è burla.

  • Lieber Herbert,


    ich habe mich gerade nocheinmal durch den Thread gelesen. Und wenn ich mich nicht sehr täusche: Nein, die Wiederholungen wurden noch nicht thematisiert. Anbei meine TOP-Five der Goldberg-Variationen (Allerdings nur eine Augenblickaufnahme- könnte also morgen wieder anders aussehen :D )


    Andras Schiff

    Glenn Gould (beide Aufnahmen haben ihren Reiz, und ich mag sie beide)

    Murray Perahia

    Angela Hewitt

    York Kronenberg


    Nichts anfangen kann ich mit Andrei Gawrilow. Seine Aufnahme ist gelinde gesagt maniriert, ohne Konzept und zäh wie Kaugummi, so sehr ich den Pianisten auch sonst schätze (seine Grieg-Platte, beispielweise) Rosalyn Tureck wurde für mein Empfinden seinerzeit nur "hochgeschrieben". Was an ihrer Interpretation so sensationell sein soll hat sich mir bis heute nicht erschlossen.
    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Caesar,
    Du hast nach meiner Meinung eine gute Auswahl
    der Interpretationen.Ich habe noch eine Aufnahme
    mit dem Italiener Bruno Canino,die ich auch als sehr
    "werkgetreu" empfinde,aber ich finde A.Gawrilow auch
    interessant,weil er das Werk von der virtuosen Seite
    angeht.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Hallo Christian,
    welche Schiff-Einspielung meinst Du - die auf Decca oder ECM?


    Ansonsten stimme ich Dir bei Gould, Perahia und Hewitt (steht ganz oben auf meiner Wunschliste!) nachdrücklich zu, Kronenberg kenne ich noch nicht.

    Herzliche Grüße
    Uranus

  • Zitat

    Original von Uranus
    Hallo Christian,
    welche Schiff-Einspielung meinst Du - die auf Decca oder ECM?


    Lieber Uranus,


    die ECM-Aufnahme, ein Live-Mitschnitt aus Zürich. Die ältere Decca-Einspielung kenne ich selbst nicht. Yorck Kronenberg ist für mich eine der Entdeckungen (besonders sein Beethoven-Schubert-Album) des letzten Jahres. Guckst Du hier:


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Sicherlich mangelt es bei mir an pianistischem Einblick. Die Goldberg-Variationen haben sich mir jedenfalls erst durch die großartige CD mit Sitkovetsky-Causse'-Maisky erschlossen (Orfeo C138851A). In der Version kann ich allerdings gar nicht genug davon bekommen. Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung verfertiget!

  • Ich möchte hier zwei in anderen Threads schon erwähnte Aufnahmen verewigen, die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte führe:


    Eine Version für Streichtrio (arrangiert von Dmitry Sitkovetsky, erstaufgeführt 1985 in Finnland), himmlisch gespielt (!) in dieser Aufnahme von Maisky, Rachlin und Imai, aufgenommen im Februar 2006 in Dresden (Lukaskirche).




    Und dann eine Aufnahme, die es sowohl einzeln gibt als auch in einer 4-CD-Box, in der auf 2 CDs auch die Partitas und auf einer weiteren CD das Italienische Konzert, die "Duos", Chromatische Fantasie und Fuge sowie "Französische Ouvertüre" sind - allesamt mit Christophe Rousset, der auf einem alten Cembalo spielt (Henri Hemsch, Paris 1751), dessen Klang ich erst glaubte in meinen Zähnen zu spüren und mir zunächst auch nicht ganz sauber vorkam. Aber nach kurzer Zeit war ich nur noch entzückt von diesem Sound und davon, wie Rousset die Goldberg-Variationen spielt, so virtuos und verspielt, aber souverän und unerbittlich rhythmisch. Völlig überzeugend!




    P. S.: Meine Lieblingsplatte mit den Goldberg-Variationen ist die mit Glenn Gould (1981). Hewitt habe ich leider noch nicht gehört. Koroliov habe ich in meinem Besitz, gefällt mir sehr gut, aber überzeugt mich nicht so sehr wie mit seiner Kunst der Fuge und den Inventionen, was auch zum Teil an der Tontechnik der Aufnahme liegen mag (zu hallig, zu hoher Pegel, metallischer Klavierklang). Die spätere Aufnahme mit Schiff wird auch zu Recht immer wieder gelobt. Als Aufnahme mit Cembalo fällt mir im Moment noch die mit Kirkpatrick ein, Ende der Fünfzigerjahre aufgenommen. Das Cembalo klingt ja seeehr interessant (um nicht zu sagen dubios). Kann man bei einem Cembalo so viele Register ziehen?

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Liebe Forianer,


    im Booklet einer CD von Rudolf Serkin findet sich der Hinweis, dass seine Aufnahme der Arie der Goldberg Variationen von 1976 angeregt wurde durch einen 1974 in Straßburg gemachten Fund in der sogenannten "Blumenroeder-Sammlung": ein Exemplar der Goldberg Variationen mit Bachs eigenen Anmerkungen und vierzehn (!) unveröffentlichten Kanons auf Grundlage der ursprünglichen Arie.


    Mal abgesehen davon, dass der Zusammenhang zwischen Serkins Aufnahme der Arie und diesem Fund obskur bleibt, gibt es also 14 Kanons auf Grundlage der Arie, die weitgehend unbekannt sind. Im Werkeverzeichnis sind sie unter der Nummer BWV 1087 aufgeführt.


    Im Internet ist zu der Thematik nur die erste Seite eines Aufsatzes Christoph Wolff über "Bach's "Handexemplar" of the Goldberg Variations: A New Source" in "Journal of the American Musicological Society, Vol. 29, No. 2 (Summer, 1976), pp. 224-241" zu finden. Auf den kompletten Artikel habe ich keinen Zugriff.


    Wer kennt dieses Werk und kann dazu etwas sagen? Gibt es eine Aufnahme? Angesichts der Popularität der Goldberg-Variationen finde ich es erstaunlich, dass diese Kanons unbekannt geblieben sind.


    Den Hinweis verdanke ich folgender schöner CD:


    319YDVSJ2PL.jpg



    Viele Grüße,
    Christian