Janacek - Versuch eines Zugangs

  • Hallo Engelbert!
    Ich verteidige mich mit dem größten Vergnügen!
    Fangen wir mit dem Harmlosesten an:

    Zitat

    Prokofieff , Strawinsky und Bartok, um nur einmal im slawischen Raum zu bleiben.


    1) Bartók war Ungar, ergo kein Slawe.
    2) Die Rede ist dezidiert von Opernkomponisten. Prokofieff würde ich, trotz des genialen "Feurigen Engel", nicht wirklich als solchen bezeichnen (seine anderen Opern sind sicher gute Stücke, aber meiner Meinung nach nicht vergleichbar mit Janácek). Strawinskij war meiner Meinung nach ein lausiger Opernkomponist.


    Wenn, dann müsste man Janácek vergleichen mit Britten, dessen Großvater er sein könnte. Ich verehre Britten als eines der größten Genies der Musik des 20. Jahrhunderts (siehe mein Avatar) - und: ja, ich würde Britten mit Janácek gleichsetzen. Mit einer Ausnahme: Janácek ist wirklich modern, er erfindet seine eigene Sprache in einem Ausmaß, wie nur wenige andere Komponisten. Britten schmilzt Vorgefundenes zu einem eigenen Idiom zusammen - siehe etwa die Parallelen zwischen Britten und Schostakowitsch, von dem Britten in seinen Tagebüchern schwärmt und der deutliche Einflüsse zurückgelassen hat.


    Wenn Du als die Fixpunkte der Musik des 20. Jahrhunderts Messiaen, Schostakowitsch und Britten nennst, gebe ich Dir recht. Ich würde nur ZUSÄTZLICH und GLEICHWERTIG eben Janácek, Strawinskij, Schönberg und Berg nennen. Und ich würde mit kaum merklichem Zögern auch dafür plädieren, Webern (für mich ein Buch mit 7 Siegeln) und Bartók ebenfalls in diesen Kreis der Erlauchten aufzunehmen.
    Von diesen genannten waren nur Britten, Berg und Janácek echte Opernkomponisten. Schostakowitsch schrieb zwei der für mich besten Opern überhaupt, aber seine zentrale Bedeutung liegt auf dem Gebiet der Symphonik und der Kammermusik.


    Nun zum zwischen den Zeilen erhobenem Vorwurf, mein Lob der "Jenufa" sei in Wahrheit eine Abwertung.
    Für mich ist das nicht so. Ich habe absolut nichts gegen Folklore-Einsprengsel, wenn sie dramaturgisch gerechtfertigt sind. (Es gibt auch in Bartóks "Blaubart" einen Csardás - das Volksmusik-Vokabular sitzt diesen Komponisten so in den Knochen, dass sie gar nicht merken, wenn sie's anwenden.)


    Also "Jenufa", erster Akt (ich zitiere aus dem UE-Klavierauszug der Kovarovic-Fassung, die aber den Grundcharakter der Musik nicht ändert)
    1) Orchesterbegleitung bei Jenufa: "...wenn den Liebsten sie mir zu den Soldaten tun..." etc.
    2) Orchester-Bass bei Jano: "Jenufa, hei, Jenufa, ..."
    3) Chor der Rekruten (Beginn 4. Szene)
    4) Chor "Hinterm Dorf weit steht ein Schlösselein..." inklusive Nachspiel
    5) Die Alte (Starenka): "Und ihr Musikanten, marsch mit euch..."
    6) Diess.: "Jedes Paar muss im Leiden..."
    7) Orchester bei Stewa: "Alles nur, weil ich dich so liebe...." etc.
    An all den genannten Stellen ist die Musik "typisch tschechisch", nämlich voll mit Wendungen, wie man sie in Volkstänzen findet. (Und unterschätz' mir die Polka nicht!!! Smetana hat Polkas für Klavier komponiert, die der Raffinesse einer Chopin-Polonaise nicht nachstehen!)


    Nun die Frage, warum Janácek diesem volkstümlichen Idiom im Ersten Akt so breiten Raum gewährt und es in den anderen Akten fast völlig ausschließt.
    Ich glaube, die Antwort besteht aus zwei Teilen:
    1) Der erste Akt ist der relativ unbeschwerteste, das Volk freut sich auf seine Weise, spricht auf seine Weise Trost zu; auch Jenufa und Stewa äußern sich stellenweise in diesem Idiom - nicht aber Laca und nicht die Küsterin. Meiner Meinung nach steckt hier ein Konzept dahinter, nämlich eine sehr kluge Personencharakteristik.
    2) Janácek schafft Atmosphäre - wir sind halt in einem mährischen Dorf. Und da wird eben so gesungen (ähnlich wie ja auch die Seeleute in Brittens "Billy Budd" Shanties von sich geben und die Musik dieser Oper immer wieder auf den Tonfall der Seemannslieder anspielt; so macht das genialer Opernkomponist eben!).


    Außerdem bin ich überzeugt, dass Janácek, dieser glühende Nationalist, durchaus eine mährische Volksoper im Sinn hatte. Doch dann blendete er, geleitet von seinem untrüglichen musikdramatischen Instinkt, vom Idiom der Volksoper weg und erzählt eine ganz andere Geschichte.
    Ich meinte dabei "Bauernfängerei" mit anerkennender Bewunderung. Mir fällt als Parallele ein Film von Peter Weir ein: "Der einzige Zeuge" ist eine faszinierende Studie über das Leben der Amish und über Integration, wird aber verpackt als Kriminalfall.
    So verpackt Janácek seine Oper über fehlgeleitete Ehrbegriffe, die wahre Liebe und Läuterung durch Selbsterkenntnis einen Akt lang als Volksoper.


    Zum nächsten von Dir aufgegriffenen Punkt: Es gäbe auch andere Komponisten, die ungewöhnliche Themen aufgriffen.
    Ja, schon. Aber: Die "Griechische Passion" ist schon bei Kazantzakis voller Musik, und die Passionsthematik als Opernstoff ist keineswegs abwegig. Im "Palestrina" sehe ich eher eine Oper über das Selbstverständnis des Komponisten (ein "Konservativer" wehrt sich gegen umstürzlerische Gedanken und beweist die Tauglichkeit "des Alten") - und es ist bei Pfitzner die Ausnahme, dessen andere Opern, trotz ihrer von mir hoch geschätzten Musik, vor Handlungsklischees strotzen.
    Cikker würde ich ebenfalls nicht nennen, weil sein "Erdbeben" ebenfalls die Ausnahme ist. Seine restlichen Libretti sind gute, aber typische "Opernware".


    Zu einer solchen zähle ich auch einen Roman, wenn er starke Affekte enthält, diese über ein halbwegs überschaubare Zahl von Hauptpersonen verteilt und seine wesentliche Handlung bzw. die wesentliche Motivation der Handlung über keinen allzu langen Zeitraum erstreckt. (Mit letzterem meine ich, dass sich ein Generationen übergreifender Roman wie die "Buddenbrooks", im österreichischen Fernsehen anlässlich der Serie übrigens mehrfach "Baddenbruks" ausgesprochen, eher nicht eignet.)
    Daher halte ich Dostojewskijs "Schuld und Sühne" ebenso für einen geeigneten Opernstoff wie Tolstojs "Auferstehung".


    Und nun zu Janáceks Stoffen:
    1) Reise zum Mond, Reise in die tschechische Vergangenheit, beides satirisch.
    2) Menschen und Tiere als parallele Gestalten zwecks Verdeutlichung der philosophischen Überlegung, dass die Natur aus ineinander greifenden Lebenszyklen besteht.
    3) Ein Rechtsstreit um ein Testament - wobei sich herausstellt, dass eine der Streitparteien ein paar 100 Jahre auf dem Buckel hat, weil ihr Leben durch eine Tinktur verlängert wurde.
    4) Strafgefangene, die einander ihre in Trümmer gegangene Leben erzählen. Ein verletzter Adler wird gesund gepflegt. Und einer der Strafgefangenen kommt frei.


    Das sind so völlig ausgefallene, so völlig unmögliche Opernstoffe (scheinbar!!!), dass meiner Meinung nach nur ein Komponist in der Fülle der (nochmals scheinbar!!!) untauglichen Stoffe gleichkommt. Jener nämlich, der sich als Stoffe wählte:
    1) Ein sadistischer Fischer, der von einer widerlich bigotten Gemeinde zu Tode gehetzt wird.
    2) Ein Waschlappen von junger Mann wird in Ermangelung tugendsamer Mädchen zum "Maikönig" gewählt, wird betrunken gemacht und hat sein sexuelles Coming out.
    3) Eine Gouvernante projiziert ihre eigenen sexuellen Wünsche auf zwei Kindern, denen sie einredet, sie würden von Geistern verfolgt. Oder sollten die Geister real sein? Am Schluß ist ein Kind tot, das andere psychisch traumatisiert.
    4) Ein Matrose wird von seinem Kapitän und seinem Waffenmeister gleichermaßen begehrt und zwischen den beiden aufgerieben. Der Kapitän lässt den Matrosen hinrichten, wäscht seine Hände wie seinerzeit Pilatus in Unschuld - haben wir da am Ende eine Christus-Geschichte vor uns?
    5) Der Abkömmling einer Offiziersfamilie ist Pazifist, wird von dieser als Feigling bezeichnet, übernachtet, um seinen Mut zu beweisen, in einem verfluchten Zimmer und stirbt.
    6) Ein alternder, inspirationsloser Schriftsteller verliebt sich in einen jungen Mann, erlebt einen zweiten Frühling und stirbt an der Cholera.


    Das meinte ich, als ich schrieb, Janácek und Britten wären jene Komponisten, die, nur geleitet von ihrem literarischen Geschmack, die "unmöglichsten" Themen wählten - und recht behielten!


    Und das wäre mein Plädoyer in eigener Sache.

    ...

  • Der Vergleich Janácek-Britten ist bezüglich der Sujets sehr gerechtfertigt; die beiden Komponisten nehmen innerhalb des 20. Jahrhunderts beide einen sehr hohen Platz ein; sie sind wahrscheinlich die beiden einzigen Komponisten der vergangenen 100 Jahre, bei denen das Opernschaffen so sehr im Zentrum ihrer eigenen wie auch der Aufmerksamkeit des Publikums steht (nicht immer zu Recht). Bezüglich der Musik trifft aber schon zu, wie Edwin richtig erläutert hat, dass Janáceks Musik moderner ist als die Brittens, obwohl sie älter ist. Janácek, nicht herkömmlich als Komponist ausgebildet, scheint mir viel intuitiver zu komponieren und weitgehend unbeeinflusst von allem außer der tschechischen Folklore (die bei weitem nicht nur in der Jenufa vorkommt, aber in den späteren Opern zusehends sublimiert wird) seinen eigenen Stil entwickelt; er hat das alte Rätsel über die Vorherrschaft von Musik oder Wort in seinen Opern gelöst, während Strauss in der Zwischenzeit (und auch noch viel später) im Dunkeln tappend spekuliert, wem den nun der Vorzug zu geben sei. Bei Janácek sind sie in einer Weise verschmolzen, die es fast unmöglich macht, sich das eine ohne das andere zu denken.


    Nocheinmal zur Jenufa: Ich möchte auch auf die Charakterisierung der Starenka aufmerksam machen: mich dünkt, ihre Aussprüche, besonders jene, die intendiert sind, der jungen Generation als Rat zu dienen, hängen musikalisch immer sehr in der Luft: die Melodie wird nie beendet, von so etwas wie Tonika oder Tonikaersatz ganz zu schweigen. (z. B. zwischen dem Rückzug der Musikanten und dem "Kazdy párek"-Ensemble die Stellen: "zapomnel jsi se" (an Steva gerichtet) und auch das "A ty Jenufa, neplac, neplac!") Wollte Janácek andeuten, die Starenka übernehme für diese Ratschläge keine Verantwortung? Ist das typische Großmuttermentalität? Hilflosigkeit? Auf jeden Fall erinnert es mich tatsächlich an den Tonfall sehr sehr alter Frauen.


    Wie soll man eigentlich interpretieren, dass das "Seufzen der Wolga" (für mich die schönste Stelle in der Kat'a) dem "Waldweben" im Füchslein sehr ähnlich ist?

  • Philhellene


    Durch Dich bin ich überhaupt dazu gekommen, mich mit Janácek auseinander zusetzen, weil Du ihn als Deinen Lieblingskomponisten bezeichnet hattest. Den Spuren bin ich nachgegangen und habe mit der Jenufa, die ich für sein Hauptwerk halte, begonnen und eine Zeile-für-Zeile-Analyse des Librettos vorgenommen. Sofort habe ich Feuer gefangen. Das Resultat ist eine komplette Inhaltsbeschreibung der Oper, die Du an anderer Stelle als Beitrag von mir im Internet wiederfindest. Um zu einer gültigen Bewertung zu kommen, muss man alle Janacek-Opern nicht nur hören, sondern auch studieren und das beginnt grundsätzlich mit der Analyse des Librettos. Es besagt nichts, dass bis auf "Osud" alle Janacek-Opern in meinem Regal stehen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mir die übrigen Janacek-Opern auch gefallen werden und möchte mit dem „Schlauen Füchslein“ fortsetzen.


    Anspruchsvolle Opern sind in der Regel nicht für Primadonnen geschrieben, weil ihnen die großen Melodienbögen fehlen. Die Bühnenweihwestspieloperette "Turandot" hat es daher bedeutend leichter, auf der Beliebtheitsskala hochzuklettern. Ähnlich verhält es sich mit Richard Strauss. Seine Elektra ist ein Knaller, obwohl ich die expressionistische Sprache v. Hofmannsthal’ „Hast du nicht die Kraft, dein Angesicht heraufzuschleppen zu mir“ erst nach über einem Zeitraum von 30 Jahren Wartezeit akzeptieren konnte. Aber mit der Erkennungsszene „Oh lass deine Augen mich sehen, Traumbild, mir geschenktes Traumbild“ hat Inge Borkh mich vom ersten Augenblick an vom Hocker gehauen. Mein Plädoyer gilt auch eigentlich nur der "Elektra" und dem Schlussgesang der "Daphne". Trotzdem kommt Richard Strauss bei mir sehr gut weg, weil ich ihn nicht an seinem Müll messe, sondern sehe „Die Frau ohne Schatten, Rosenkavalier und Salome auch als Meisterwerke an. Als Lieder-Komponist steht er für mich an erster Stelle.


    Janacek verwendet bei seinen Kantaten sehr triviale Texte, genau so sind die Literaturvorlagen für seine Sinfonischen Dichtungen (des Spielmanns Kind) fragwürdig. Das finde ich schade! Auch gibt es keine „Janacek-Sängerin“ wie es aber eine Menge „Strauss-Sängerinnen“ gibt. Ich kenne nur eine Sopranistin, die geneigt war, eine Janacek-Arie in ihr Recital aufzunehmen, es ist Nadezda Kniplova mit einer Arie aus „Die Sache Makropulos“. Trotzdem, Kaviar hat als Delikatesse mehr Qualität als Kartoffeln, die aber häufiger gegessen werden.


    Stellenweise hat die Oper einen sehr feinen Humor, wenn zum Beispiel die Jenufa im dritten Akt singt. „Jeder von euch hat köstliche Vorzüge, Stewa die Schönheit und Laca die gütige Gottesseele“. Der Beginn des dritten Aktes ist amüsant, wie die Küsterin den Zynismus der Richterin pariert. Kernpunkt der Jenufa sind für mich die Argumente wie die Küsterin versucht, den Kindesmord vor sich selbst zu rechtfertigen. Das Hauptbewusstsein findet die Entschuldigung, aber das Unterbewusstsein, verkörpert durch das Gewissen, verweigert und lässt sich nicht beschwatzen, sondern Übt Druck aus, bis der Kessel platzt.


    Engelbert


    N.S.
    Handelt es sich bei der Einspielung der Jenufa mit Grace Bumbry um eine italianisierte Fassung?

  • Zitat

    zitiert von Radagast


    "Janaceks Streichquartett Nr. 1 mit dem Titel „Aus Anlaß Tolstois Kreutzer-Sonate" entstand in den neun Tagen zwischen dem 30. Oktober und dem 7. November 1923. Janacek hatte Tolstois Roman gelesen und war ungeheuer schockiert, daß die Heldin von ihrem Mann wegen Untreue ermordet wird. Das Streichquartett scheint demnach wie eine Art musikalischer Protest gegen Tolstois Rechtfertigung des gewalttätigen Verhaltens von Männern gegenüber Frauen. In seiner Musik zeigt Janacek wohl die tragische Seite der Liebe und die gewaltige Macht der Eifersucht auf. Das Quartett hat vier Sätze, hält sich aber nicht sehr treu an die klassische Form. Die erste öffentliche Aufführung fand am 17. Oktober 1924 in Prag durch das Tschechische (Böhmische) Streichquartett statt, das die Arbeit in Auftrag gegeben hatte."


    Hallo, miteinander!


    Ich habe mich in den letzten Tagen mit dem Quartett "Kreutzer-Sonate" von Janacek anhand meiner drei Aufnahmen vergleichend etwas genauer beschäftigt. Alle drei Einspielungen sprechen mich durchaus an, so unterschiedlich sie auch erscheinen in ihrem Zugang zu dieser genialen Komposition. Im Folgenden versuche ich eine persönliche Einschätzung. Dabei würde ich im Zweifelsfall dem New Helsinki Quartet den Vorzug geben.



    Ein analytisch-sezierender Zugang prägt diese Aufnahme mit dem Stamitz-Quartett, ursprünglich von 1988. In barockem Duktus werden die Charaktere dualistisch und scharf umrissen, quasi gezeichnet.



    Diese Deutung, erstmals aus dem Jahre 1992, erscheint mir eher romantisch, ganzheitlich, von Pathos geprägt. Die Charaktere werden vom Melos-Quartett quasi gemalt.



    Das New Helsinki Quartet wählt in seiner Einspielung aus dem Jahre 1997 den klassischen Weg. Die Ganzheitlichkeit ihrer Deutung versucht das komplexe und leidenschaftliche musikalische Geschehen zu harmonisieren, zu überhöhen. Die Charaktere werden quasi gelesen.


    Vielleicht habt Ihr Lust, nachdem ich diesen Thread wieder zum Leben erweckt habe, mir weitere Aufnahmen schmackhaft zu machen - wie dies weiter oben bereits ansatzweise geschehen ist - beziehungsweise meine Sehweisen zu übertragen oder zu relativieren. 8)


    Besten Gruß! Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Hallo Wolfgang,


    dir weitere Aufnahmen der Streichquartette schmackhaft zu machen, fällt mir schwer, da ich nur eine Aufnahme dieser Quartette besitze und somit nicht in der Lage bin, die Qualität meiner Aufnahme vergleichend zu beurteilen:



    Was ich aber sagen kann, ist, dass mir das Vlach Quartett diese Musik wertvoll gemacht hat und ich die CD immer wieder mit großem Genuss höre. Bei dem günstigen Naxos-Preis lohnt sich daher ein Hineinhören allemal, denke ich.


    Die von dir bevorzugte Aufnahme ist übrigens bei Apex neu erschienen und daher ebenfalls äußerst günstig:



    Momentan neige ich dazu, mir eine weitere Aufnahme des Werks zuzulegen. Hagen Quartett, Talich, mal sehen. Weiß eigentlich jemand zu sagen, welcher Aufnahme des Talich-Quartetts der Vorzug zu geben ist?



    Viele Grüße
    Thomas

  • Hallo Wolfgang und Thomas,


    bezüglich der beiden Aufnahmen des Talich-Quartetts würde ich unbedingt zu der neueren raten - die allzu böhmisch-musikantische frühere finde ich nicht so doll, obwohl sie Liebhabern dieser Musizierweise sicher zusagen wird.


    Wenn man die härtere, im Sinne eines "modernen" Klangs profiliertere Lesart mag, sind zumindest beim ersten Quartett die Hagen-Leute unerreicht. Leider scheint diese Einspielung z.Zt. nur sehr schwer erhältlich zu sein.


    Eine Aufnahme, die der neueren des Talich-Quartetts m.E. gleichrangig und zudem relativ preiswert ist, hat das Panocha-Quartett vorgelegt. Wie bei den Talichs wird auch hier eine Synthese zwischen einem verbindlicheren, wärmeren Tonfall und bei Bedarf extremer, das Hässliche nicht scheuender Zuspitzung angestrebt und erreicht:





    Khampan, der sich in diesem Repertoire hier wohl am besten auskennt, hat an anderer Stelle mal als beste Einspielung des ersten Janacek-Quartetts diejenige des Vogler-Quartetts benannt (die ich nicht kenne):





    Da ich meine Funktion als Propagandist des Artemis-Quartetts in letzter Zeit etwas vernachlässigt habe, möchte ich bezüglich des zweiten Quartetts dringend auf folgende Einspielung hinweisen, die mit überragender spieltechnischer Präzision diesem verstörenden Wechselbad musikalischer Charaktere gerecht wird (und dabei das Hagen-Quartett noch übertrifft):





    Eher abraten möchte ich von der Aufnahme beider Werke mit dem Janacek-Quartett, das im Beiheft wegen seines spezifisch "mährischen" Tonfalls gepriesen wird, aber noch nicht einmal den durchschnittlichen spieltechnischen Standard erreicht (auf einer zweiten CD wird hier noch in tschechischer und deutscher Sprache aus dem Briefwechsel zwischen Janacek und Kamila Stösslova vorgelesen).



    Viele Grüße


    Bernd

  • Danke an meine Vorredner für Eure Tipps! Ich werde mir (zunächst) noch das Panocha-Quartett zulegen, da ich mir vorstellen könnte, dass eine solchermaßen expressionistische Deutung das Spektrum erweitert.


    Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Hallo Bernd,


    vielen Dank für deinen sehr informativen Beitrag, der die Qual der Wahl noch vergrößert.


    Lustigerweise nennt der Gramophone-CD-Guide die ältere Talich-Einspielung als die beste Aufnahme, wie ich inzwischen gesehen habe. Die haben´s halt mit der Gemütlichkeit, die Engländer.


    Romeo und Julia halten übrigens die Janacek-Streichquartette in der Hagen Quartett-Aufnahme für unverzichtbar und schreiben auch etwas zu den Werken selbst.


    :hello:
    Thomas

  • Zitat

    Original von ThomasNorderstedt
    Lustigerweise nennt der Gramophone-CD-Guide die ältere Talich-Einspielung als die beste Aufnahme, wie ich inzwischen gesehen habe. Die haben´s halt mit der Gemütlichkeit, die Engländer.


    Ohne jetzt die Aufnahme noch mal gehört zu haben (ich kenne die Stücke auch nicht besonders gut, war damit aber bisher zufrieden; ich habe noch mindestens eins von beiden in einer historischen), nutze ich das mal zu einer pauschalen Charakterisierung der Empfehlungen der Gramophone und Penguin guides. Die sind weitgehend wertlos, denn sie scheinen hauptsächlich von zwei Prinzipien geprägt zu sein:


    - "Rule, Britannia!", d.h. in dubio pro britische Künstler und Ensembles, egal wie mittelprächtig die aus internationaler Perspektive sein mögen.


    - "better safe than sorry" oder "praise of understatement", d.h. alles, was irgendwie droht, unkonventionell zu sein oder in (der Musik angemessene) Extreme zu gehen, hat sehr schlechte Karten bei Pengraphone.


    Das mag für Einsteigerempfehlungen noch eine gewisse Berechtigung haben, aber für den Neugierigen sind die eher nutzlos. Kein Geld dafür ausgeben!


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo Thomas!
    Ich habe folgende Aufnahmen, wobei jene mit dem Juillard Qu. zuerst dran war:


    Kürzlich wude ich mit dieser

    überrascht.


    Beim Juilliard Qu. erwartet Dich ein sehr dichtes und warmes Klangbild, alles scheint aus der gleichen Richtung zu kommen, ist extrem herb und spröde gespielt und wirkt trotzdem sehr homogen.
    Das Hagen Qu. ist deutlich halliger aufgenommen und besticht zunächst einmal durch absolute Perfektion. Jeder Kratzer scheint gewollt gekratzt, die dynamische range ist sehr groß, vor allem aber ist die Transparenz und Exekution der Stimmen bestechend.
    Und trotzdem: Irgendetwas fehlt mir bei den Hagens. Vielleicht klingt das manchmal ein bißchen zu klar und zuwenig abgeklärt? ?(


    Die Juilliards kann ich jedoch unbedingt empfehlen. Nach dieser CD war ich zeitweise süchtig....
    :hello:

  • Eine wichtige Aufnahme der beiden Streichquartette, die hier noch nicht genannt wurde, ist wohl auch die mit dem Smetana-Quartett (Denon, aufg. 1976, ein Bild finde ich leider nicht). Die Musiker treffen m. E. sehr schön den besonderen Tonfall Janáceks, indem sie die sehnsüchtig-kantilenenartigen Phasen zum Glühen bringen und dabei die Kontraste scharf herausarbeiten, indem sie gleichfalls das Harte, Knorrige betonen, mit klaren Konturen, ohne daß es "im Gebälk knarzt" - für mich klingt das stimmig und überzeugend.


    Es scheint übrigens, daß es - ebenso wie in den Opern - das Problem der authentischen Fassung gibt: Im Beiheft finde ich die Anmerkung, daß Milan Skampa, der Bratschist des Smetana-Quartetts in der vorliegenden Aufnahme, eine Neubearbeitung der beiden Quartette geschaffen habe, wobei ältere Editionen weitgehend ignoriert worden seien. Skampa habe versucht, eine "Synthese des authentischen Inhalts zu schaffen, der vor den ersten Editionen niedergeschrieben" worden sei. Besonders betroffen sei das 1. Quartett.


    Da würde mich interessieren: Hat sich die Skampa-Fassung heute durchgesetzt, etwa bei neueren Aufnahmen? Hat er Ähnliches gemacht wie beispielsweise Charles Mackerras im Fall der Opern?

  • Zitat

    Original von Gurnemanz
    Hat sich die Skampa-Fassung heute durchgesetzt, etwa bei neueren Aufnahmen? Hat er Ähnliches gemacht wie beispielsweise Charles Mackerras im Fall der Opern?


    Diese Fassung war 1975 im Rahmen der kritischen Gesamtausgabe bei Edition Supraphon / Bärenreiter erschienen, herausgegeben von Milan Skampa. Da die Änderungen im Vergleich zum vorher bekannten Notentext relativ gravierend sind, würde ich mal davon ausgehen, daß sie seither von allen Quartetten benutzt wird.
    Sicherlich nicht zufällig hat das Smetana Quartett als erstes diese Fassung eingespielt.


    Bei den alten Denon-Booklettexten sollte man übrigens nicht jedes Wort auf die Waagschale legen ("Neubearbeitung" statt "Urtext" oder wie auch immer man das nennen mag), sie wurden in stiller-Post-Manier von Nicht-Fachleuten aus dem Japanischen übers Englische ins Deutsche übersetzt.
    Das tut der Qualität der Aufnahme freilich keinen Abbruch.


    Diskographie und weitere Informationen findet man im Janacek-Online-Lexikon "www.leos-janacek.org/lex/1s3.htm"


    :hello: Khampan

  • Zitat

    Original von Khampan
    Diskographie und weitere informationen findet man im Janacek-Online-Lexikon "www.leos-janacek.org/lex/1s3.htm"


    Das habe ich inzwischen auch schon gefunden - wirklich informativ! Und vielen Dank für Deine Antwort: Man müßte also bei Janácek-Quartett-Aufnahmen darauf achten, ob sie vor oder nach 1975 entstanden sind. So gibt es gerade vom Smetana-Quartett, zur Zeit relativ einfach zu bekommen, ältere Aufnahmen:



    Beide Aufnahmen, 1965 entstanden, kenne ich allerdings nicht.


    Die neueren Aufnahme des Quartetts habe ich gestern nacht noch im Vergleich gehört mit: Janácek-Quartett (1963), Prazák-Quartett (1997), Stamitz-Quartett (1988). Keines dieser Quartette erreicht für mich die Glut und Intensität und auch die Klarheit wie das Smetana-Quartett (1976). Dennoch spricht mich auch das Stamitz-Quartett an, bei denen ich im 1. Quartett klangliche Feinheiten heraushöre (3. und 4. Satz), die ich interessant finde.


    Zitat

    Original von Zwielicht
    Eher abraten möchte ich von der Aufnahme beider Werke mit dem Janacek-Quartett, das im Beiheft wegen seines spezifisch "mährischen" Tonfalls gepriesen wird, aber noch nicht einmal den durchschnittlichen spieltechnischen Standard erreicht (auf einer zweiten CD wird hier noch in tschechischer und deutscher Sprache aus dem Briefwechsel zwischen Janacek und Kamila Stösslova vorgelesen).


    Ob Bernd hier dieselbe Aufnahme meint wie die, die ich habe, ist mir unklar: Die Janácek-Gesellschaft, auf die Khampan verweist, zählt hier insgesamt 6 Einspielungen des 1. Quartetts und sogar 8 des 2. auf.


    Und das Smetana-Quartett hat sich im Lauf der Jahre je 5mal verewigt.


    Die Diskographie ist hier schon ziemlich unübersichtlich!


  • Lieber Gurnemanz,


    hier meinte ich die letzte Einspielung des Janacek-Quartetts von 2003, die man auch für teures Geld erwerben kann (ich habe sie antiquarisch sehr preiswert bekommen):





    Die Diskographie ist wirklich imposant, das sind über 70 Aufnahmen der beiden Quartette! Soviele Einspielungen dürften wohl kaum von irgendeinem anderen Kammermusikwerk des 20. Jahrhunderts existieren, auch nicht von den Bartók-Quartetten.



    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von Gurnemanz
    Man müßte also bei Janácek-Quartett-Aufnahmen darauf achten, ob sie vor oder nach 1975 entstanden sind. So gibt es gerade vom Smetana-Quartett, zur Zeit relativ einfach zu bekommen, ältere Aufnahmen:




    man kann die philologische Genauigkeit auch mal außen vor lassen, oder gerade um die Unterschiede selbst festzustellen, eine ältere (wenn dann diese) hinzunehmen. Klangtechnisch zählen die Supraphon-Aufnahmen immer zum besten der jeweiligen Zeit. Auch Dvoraks op. 81 ist in dieser Aufnahme so wunderbar idiomatisch gespielt, wie ich mir tschechische Musik idealerweise vorstelle (allerdings sind die fehlenden Expositionswiederholungen bei Dvorak für mich nicht hinnehmbar).


    Gruß,
    Khampan

  • Haben Kloiber/Konold einfach nur einen Fehler gemacht, oder steckt da was anderes hinter? Im Artikel zu "Das schlaue Füchslein" im "Handbuch der Oper" steht als Spieldauer 2 3/4 Stunden angegeben. (Dieselbe Dauer, wahrscheinlich hieraus übernommen, nennt der Wikipedia-Artikel zum Werk.) Überall anders ist aber von ca. 95 Minuten die Rede. Gibt es möglicherweise zwei verschiedene Fassungen, oder hat man sich da bloß vertan?


    Grüße,
    Micha

  • Hi,

    Zitat

    Überall anders ist aber von ca. 95 Minuten die Rede. Gibt es möglicherweise zwei verschiedene Fassungen, oder hat man sich da bloß vertan?


    wir spielen die Oper ungekürzt, die Spieldauer beträgt schlanke 95 Minuten.
    Es sollte sich um einen Druckfehler handeln.


    LG,
    Michael

  • Zitat

    Original von Michael Schlechtriem
    Es sollte sich um einen Druckfehler handeln.


    Scheint mir auch so. Ich habe die "klassische" Mackerras-Einspielung (1981) - der hat sich sicherlich keine Eingriffe wie Kürzungen erlaubt und benötigt knapp 90 Minuten:



    Übrigens entgegen JPC nicht englisch, sondern, wie es sich gehört, tschechisch gesungen. Übrigens meine erste Janácek-Opernaufnahme, mit der vor vielen Jahren meine Begeisterung für den eigenwilligen Meister ihren Anfang nahm.

  • Mein Zugang zu Janacek war eigentlich eine Frage des richtigen Zeitpunktes. Als ich vor längerer Zeit wissen wollte, welche Musik sich hinter dem Namen Janacek verbirgt, besorgte ich mir die Sinfonietta und habe danach gelangweilt völlig vergessen, dass ich sie überhaupt hatte.


    Als ich die CD letztes Jahr wieder entdeckte, war mir irgendwie sofort klar, dass nun eine ausgiebigere Auseinandersetzung mit diesem Komponisten folgen muss. Und ich bin eigentlich sowohl von seiner Kammermusik, wie auch von seinen Opern sehr angetan. Besonders überrascht war ich von der Glagolitischen Messe, vielleicht mein liebstes Werk Janaceks bisher, da ich mir sonst mit geistlichen Chorwerken eher schwer tue. Vielleicht liegt das an der Kürze, dem wilden Orgelpart oder einfach nur daran, dass ich sie sehr eingängig fand.


    Obwohl ich schon zwei der Operneinspielungen durch Charles Mackerras bei Decca besitze, spiele ich gerade mit dem Gedanken, mir das 9 CD Set mit allen seinen Operneinspielungen anzuschaffen, denn da ich sowieso alle haben möchte, käme dies wohl günstiger.


    Weiß vielleicht jemand, ob dort die Libretti enthalten sind?

  • Zitat

    Original von Michael Schlechtriem
    Es sollte sich um einen Druckfehler handeln.


    Danke, ja, das hatte ich auch angenommen. Aber die vage Aussicht, diese wunderbare Oper quasi doppelt so ausführlich erleben zu können, ließ mir keine Ruhe...


    Grüße,
    Micha

  • Bei Janácek-Opern kann man in der Regel immer von der sehr publikumsfreundlichen Dauer von 90 Minuten ausgehen (manchmal ein paar Minuten mehr, manchmal ein paar Minuten weniger). Nachteil: Es gibt nur 90 Minuten geniale Musik. Vorteil: Es gibt nirgends einen Durchhänger!


    Liebe Grüße,
    Martin

  • Zitat

    Bei Janácek-Opern kann man in der Regel immer von der sehr publikumsfreundlichen Dauer von 90 Minuten ausgehen


    Das ist nicht nur sehr Publikumsfreundlich, es ist auch eine Wohltat für einen Orchestermusiker.


    Natürlich, Janácek ist sehr schwer, vor allem für die Violinen.
    Wenn man bei Janácek auch nur einen Moment lang pennt, dann ist es schon zu spät, und von der Intonation her ist Janácek sehr schwer für das gesamte Orchester.
    Man kann da ziemlich die Hosen runterlassen........ :stumm:


    Aber nach 90min. ist es vorbei und man kann noch einen schönen Feierabend verleben, so ab 21:30, um genau zu sein. :jubel:


    Von mir aus könnte man diese Spieldauer normieren......... :D


    Kein Feierabend mehr um 22:30, zuhause dann zwischen 23:00 und 23:30, wohlgemerkt bei anschließender Probe am nächsten Vormittag. :kotz:
    Nein, Feierabend um 21:00, zuhause ankommen zwischen 21:30 und 22:00 und gut ist es. :D


    Wunderbar..........


    LG,
    Michael


  • Ich würde Janáceks Musik als sehr "dicht", konzentriert bezeichnen. Nicht von der Instrumentierung her (eher im Gegenteil!), sondern von der reinen Komposition! Wie viele Motive und Melodien Janácek etwa in 90 Minuten bringt - davon machen andere Komponisten drei dreistündige Opern... Drum gibts aber auch nie Entspannung für die Ausführenden, da ist immer so viel los...


    Also zum Hören finde ich Janácek wunderbar!


    Liebe Grüße,
    Martin

  • Zitat

    Ich würde Janáceks Musik als sehr "dicht", konzentriert bezeichnen. Nicht von der Instrumentierung her (eher im Gegenteil!), sondern von der reinen Komposition! Wie viele Motive und Melodien Janácek etwa in 90 Minuten bringt - davon machen andere Komponisten drei dreistündige Opern... Drum gibts aber auch nie Entspannung für die Ausführenden, da ist immer so viel los...


    Lieber Martin,
    das genau ist es.


    Mittlerweile finde ich Janáceks Musik auch wunderbar.
    Früher fand ich Ihn karg oder zu sprunghaft-ohne Linie.


    Aber das Spielen dieser Musik ist eine große Herausforderung und es gibt solch schöne Phrasen, daß ich nur sagen kann: :jubel: :jubel:


    Janácek ist einer der eigenwilligsten Komponisten überhaupt, er macht es einem wirklich nicht leicht.



    Insoferne bewundere ich jeden, der einen Zugang zu Ihm geschafft hat.


    LG,
    Michael

  • Der 2. Akt seiner Jenufa gehört mit zu den gelungensten Opernakten überhaupt. :jubel:
    Und wenn dieser mit der notwendigen orchestralen Intensität wiedergegeben wird - wie z.B. in Hannover am 07.03.04 unter de Veer oder in München am 08.04.09 unter Petrenko - dann trägt so ein Erlebnis am besten zum Zugang zur Janacek-Musik bei. Aber auch das "Schlaue Füchslein" oder das "Totenhaus" oder z.B. seine Quartette sind fetzige Musik und werden zu Recht öfters wiedergegeben. Und sicher gibt es noch eine Reihe anderer Werke Janaceks, die noch unbekannt sind und die sich zu entdecken lohnen....


    :hello:

  • Lieber Edwin,

    Zitat

    spielt Ihr eigentlich die Originalfassung (Mackerras-Edition) oder die herkömmliche Bearbeitung?


    leider die herkömmliche, und leider auch auf Deutsch.
    Mir wäre tschechisch mit deutschen Untertiteln lieber gewesen, auf Deutsch funktioniert das m.E. nicht in Janaceks Sinne.


    Gleich geht es wieder los...... :D


    :hello:


    Michael

  • Zitat

    Original von Mr.Deeds
    ...


    Weiß vielleicht jemand, ob dort die Libretti enthalten sind?


    Ja ich! ;)


    Aber sie sind nicht enthalten (was bei dem Preis auch nicht zu erwarten ist). Aber leider findet sich im Beiheft auch kein Hinweis darauf, dass die Libretti von der Decca-Homepage heruntergeladen werden könnten. Man muss sich also selbst darum kümmern.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Lieber Michael,
    andererseits ist das sicherlich eine pragmatische Lösung.
    In Wien hatten wir die alte "Jenufa" auch in deutsch und in der korrumpierten Fassung. Dann wurde Mackerras geholt, weil man die Sache etwas aufmöbeln wollte. Und was tat Mackerras? - Er blieb bei der korrumpierten Fassung. Argument: Man kann das nicht in zwei Proben umbauen, die Sänger sind etwas Anderes gewohnt, nur keine Verwirrung anrichten. Meiner Meinung nach grundvernünftig.
    :hello:


    P.S.: Unsere neue "Jenufa" ist zwar die Mackerras-Edition, aber gesungen wird auch in deutsch. Und das an der Wiener Staatsoper, wo man die entsprechende Besetzung im Nachbarland vor der Nase hat.

    ...