RIP - Verstorbene aus dem Kulturleben

  • Zürich 2001. Ich war damals noch ein junger Mann, der erst seit wenigen Jahren in die Welt der Oper geschnuppert hatte. Am Spielplan stand die wunderbare Oper "Fedora" mit dem von mir damals favorisierten Tenor José Cura. Die Titelpartie sang Mirella Freni - muss wohl einer ihrer letzten großen Auftritte gewesen sein.

    Beim Schlussapplaus, der lange und herzlich war, ging mir durch den Kopf: "Nun endlich weiß ich, warum Oper so begeistern kann. Heute war ich erstmals bei einem denkwürdigen Abend."

    So irrsinnig viele davon habe ich seitdem nicht mehr erlebt.

    Mirella Freni war mir immer sehr lieb - nicht nur wegen des Live-Erlebnisses. Eine besonders schöne Aufnahme ist ihre sehr frühe Suzel in "L'amico Fritz", die in ihrem Debütjahr 1963 live in der Scala mitgeschnitten wurde. Partner war Gianni Raimondi. Alles ist vergänglich ...

  • Ich bin auch sehr traurig. Ich kannte und schätzte sie, seit damals im Fernsehen die berühmte Boheme-Aufnahme mit Karajan am Pult gezeigt wurde.


    R.I,P.

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich bin auch sehr traurig. Ich kannte und schätzte sie, seit damals im Fernsehen die berühmte Boheme-Aufnahme mit Karajan am Pult gezeigt wurde.


    R.I,P.

    Lieber Willi

    Ich möchte Dir auch unbedingt diese Aufnahme von 1988 aus San Francisco empfehlen, die ich schon mehrmals an anderer Stelle erwähnt habe.

    Sie gibt es als DVD und auch als Bluray.


    Herzliche Grüße nach COE
    CHRISSY


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    Jegliches hat seine Zeit...

  • Die Schauspielerin Sonja Ziemann ist tot. Sie starb am 17. Februar 2020 im Alter von 94 Jahren. Mir ist sie vor allem durch ihre Mitwirkung in einer freien Verfilmung der Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" von Otto Nikolai aus dem Jahr 1950 bekannt. Sie spielt die Frau Fluth und wird von Rita Streich gesungen. Der von Camilla Spira dargestellte Frau Reich gibt Martha Mödl die Stimme. Und genau das sind die Gründe, warum ich den bei der Defa gedrehten Film in meine Sammlung aufgenommen habe.



    Oder darf es das "Schwarzwaldmädel" sein? In diesem Film nach Motiven der gleichnamigen Operette von Leo Jessel wirkt die Ziemann als Bärbele mit.


    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Hallo,


    was viele vielleicht nicht wissen: Sonja Ziemann war auch ausgebildete Tänzerin und Sängerin (Soubrette); noch während des Krieges wirkte sie in kleinen Filmrollen mit und stand in den frühen Nachkriegsjahren in Operetten und musikalischen Lustspielen auf der Bühne des Berliner Metropoltheaters.


    Außer der DEFA-Produktion von „Die lustigen Weiber von Windsor“ und dem 'Kassenschlager' „Schwarzwaldmädel“ hat sie auch in weiteren – eher belanglosen – Musikfilmen mitgewirkt: 1954 in der deutsch-französischen Co-Produktion „Der Zarewitsch“ (nach Lehárs Operette) mit Frankreichs Tenorstar Luis Mariano und dem ehemaligen Operettensänger Ivan Petrovich sowie mit Maria Sebaldt, Hans Richter und Paul Henckels / Regie: Arthur Maria Rabenalt; 1956 im „Opernball“ (nach Richard Heuberger) mit Hertha Feiler, Fita Benkhoff, Johannes Heesters und Josef Meinrad / Regie: Ernst Marischka.


    Im Zuge des Film-Erfolgs von „Schwarzwaldmädel“ gab es Anfang der 50er Jahre auch eine 'Odeon'-78er mit Melodien aus dieser Operette, auf der Sonja Ziemann, Ilse Hülper, Karl Golkowsky und Paul Hörbiger unter der Leitung von Egon Kaiser sangen. (Wenn ich mich recht erinnere, singt das 'Bärbele' im Film nur ein paar Töne.) Dass sie singen konnte, bewies Sonja Ziemann auch mit ihren En-suite-Auftritten 1962 im Deutschen Theater in München als 'Eliza Doolittle' im Musical „My Fair Lady“, wovon es bei 'Philips-Fontana' auch eine Schallplatte gab. Ihre Partner waren Wolfgang Lukschy (Higgins), Kurt Pratsch-Kaufmann (Doolittle), Franco Duval (Freddy) und Herbert Tiede (Pickering) / Dirigent: Franz Allers. Und in einer von Hermann Preys Fernseh-Shows („Schaut her, ich bins's!“) sang Sonja Ziemann mit ihm im Duett 'Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände' aus Paul Abrahams „Viktoria und ihr Husar“.


    Für die Verehrer von Franco Corelli dürfte vor allem der italienische Spielfilm „Suprema confessione“ ('Die große Sünde') von Sergio Corbucci (1956) interessant sein: Sonja Ziemann spielt hier die (betrogene) Ehefrau eines Dirigenten (Massimo Serato). In zwei Opernszenen ist auch Franco Corelli zu sehen und zu hören (u. a. mit der Arie 'O paradiso' aus Meyerbeers „Vasco da Gama“, wie die „Afrikanerin“ seit neuestem korrekt heißt.) Wenn ich aber an Sonja Ziemann denke, so ist sie mir durch ihre vielen Charakterrollen in Film und Fernsehen in Erinnerung.


    Carlo

  • Der internationale Filmstar Max von Sydow ist im Alter von 90 Jahren gestorben.


    Max von Sydow, gebürtig Carl Adolf von Sydow (* 10. April 1929 in Lund; † 8. März 2020),

    war ein schwedischer Schauspieler mit deutsch-pommerscher Abstammung.


    Er war ein großer Schauspieler, der in vielen Filmen mitgespielt hatte und ihnen durch seine künstlerische Begabung und seine

    Persönlichkeit Bedeutung verliehen hat. Ich habe einige seiner Filme gesehen. Am meisten und nachhaltigsten fasziniert und

    beeindruckt, hat mich seine Darstellung des Jesus Christus im Film "Die größte Geschichte aller Zeiten", aus dem Jahr 1965.


    https://web.de/magazine/unterh…jahren-gestorben-34501154


    Bildergebnis für Die größte Geschichte aller Zeiten

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Vittorio Gregotti (1927-2020)

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    Vielleicht der erste prominente Todesfall infolge des Coronavirus: Der italienische Architekt und Designer Vittorio Gregotti starb laut Medienberichten im Alter von 92 in Mailand an den Folgen des Virus.


    "Bekannt geworden war Gregotti insbesondere für seine Werke in Mailands Bicocca-Viertel, für das Olympiastadion von Barcelona, das neue Opernhaus in Aix-en-Provence und das Kulturzentrum Belem in Portugal."


    Quelle: https://www.deutschlandfunk.de….html?drn:news_id=1110895

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo


    einer der großen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ich mag sein 1. Violinkonzert sehr. Ich hatte es erstmalig in der Aufnahme mit Isaac Stern gehört.


    RIP


    LG Siamak

  • Lieber Melomane,


    das ist eine sehr traurige Nachricht. Kerstin Meyer war eine bedeutende Größe im Opernleben der 50er bis in die 70er Jahre. Im Deutschland war sie vor allem durch ihre Mitwirkung bei den Bayreuther Festspielen und ihren Einsatz für die zeitgenössische Oper (z. B. an der Hamburgischen Staatsoper in der Intendanz von Rolf Liebermann) bekannt.


    Ich habe ein paar wunderbare Platten und CDs von ihr (z. B. Octavian in "Der Rosenkavalier" mit Elisabeth Grümmer aus Berlin). Und sie war eine sehr attraktive Frau! Tack sa mycket, kär Kerstin! R. I. P.


    Carlo

  • Wie ich soeben erfuhr, ist der durch Film, Fernsehen und vor allem durch Theatervorstellungen bekannte Schauspieler


    Otto Mellies


    * 19. Januar 1931 in Schlawe, Pommern; † 26. April 2020


    im Alter von 89 Jahren am 26. April gestorben. Er war langjähriges hochgeschätztes Ensemblemitglied des Deutschen Theater Berlin.

    R. I. P.


    https://www.noz.de/deutschland…ler-und-synchronsprecher-


    http://www.steffi-line.de/arch…ehne/12m_mellies_otto.htm

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Sehr traurig, er war einer der letzten lebenden Großen des berühmten Ensemble des Deutschen Theaters Berlin zu DDR-Zeiten, dort seit den 1950ern dabei. Ich habe ihn vor allem in den Neunzigern dort häufig und gerne erlebt, mehrfach z.B. als Nathan, auch noch 2004 und 2005.

    Überigens ist er in der Dresdner Studioeinspielung der "Entführung aus dem Serail" durch Karl Böhm der Bassa Selim.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Otto Mellies sprach den Ottokar im Dresdner Freischütz.



    Er war der erste Nathan für meine Tochter, Fr. Krumbiegel damals die Recha und Hr. Morgenroth der Tempelherr.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Er war der erste Nathan für meine Tochter, Fr. Krumbiegel damals die Recha und Hr. Morgenroth der Tempelherr.

    Und Jörg Gudzuhn der Kalif und Dieter Mann der Tempelherr und Christine Schorn und Horst Manz und Volkmar Kleinert und und und - es muss davon eine Fernsehaufzeichnung geben - hätte ich zu gerne!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Danke, lieber Chrissy, für Otto Mellies. Er bleibt unvergessen, in div. verfilmten Rollen des klassischen Schauspielbereiches, aber bei mir besonders als Dr. Schlüter.

    Er ruhe in Frieden.


    Herzlichst La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Bereits am 27.4.2020 verstarb Jeannette Pilou (* 11.Juli 1937 in Alexandria; † 27.April 2020 in Athen),sie war eine italienische Sopranistin griechischer Abstammung.


    R.I.P Fiesco




    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Danke für diesen aktuellen Hinweis.

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    Norbert Balatsch war ein großartiger Chorleiter und ein würdiger Nachfolger von Wilhelm Pitz in Bayreuth, wo er zwischen 1972 und 1999 den Festspielchor einstudierte. Unzählige Aufnahmen zeugen davon.

    R.I.P.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid