Der führende Bruckner-Dirigent der Gegenwart

  • Und hier ein weiterer Thread unserer beliebten Serie: Der führende X-Dirigent der Gegenwart. Nein - keine Angst, es werden nicht alle Dirigenten nacheinander abgehandelt, (zumindest nicht, wenn es nach mir geht) denn nicht jeder Komponist eignet sich für einen derartigen Thread, es gibt viel Komponisten, auch berühmte, die für dieses Thema ungeeignet sind. Oder hat jemand schon von einem führenden Haydn- oder Mendelssohn- Dirigenten gehört ? Für diese Threadart eignen sich in der Regel polarisierende oder herausragende Komponisten wie Mozart, Beethoven, Bruckner, Mahler oder Wagner. Verdi wäre immerhin ein interessanter Ansatz......
    Im Falle von Bruckner gab es in der Vergangenheit in der Tat Spezialisten, deren Wirken immer wieder mit diesem Komponisten in Verbindung gebracht wurde. Spontan fallen mir hier Eugen Jochum und Sergiu Celibidache ein. Aber um die geht es hier nicht, sondern um heutige anerkannte Bruckner Autoritäten.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Ich schätze als gegenwärtige führende Bruckner-Dirigenten aufgrund von gehörten Vorstellungsmitschnitten besonders:


    1) Herbert Blomstedt
    2) Stanisław Skrowaczewski
    3) Bernard Haitink

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Ich habe vor einiger Zeit hier in Stuttgart Herbert Blomstedt mit Bruckners Neunten erlebt und war sehr beeindruckt. Seine Aufnahme der Siebten ziert seit 30 Jahren meine Sammlung.


  • Ich las erst kürzlich, dass Blomstedt ja gewissermaßen der legitime Nachfolger von Günter Wand sei in Sachen Bruckner-Autorität. Beide sind ja eher nordisch-sachlich geprägt. Blomstedts Bruckner kommt mir aber trotzdem nie unterkühlt vor. Wie der die Orchester bei Bruckner erklingen lassen kann! Egal, welches er dirigiert.



    Nur mal ein Beispiel von vielen. Ein Mitschnitt der 5. Symphonie mit dem Gewandhausorchester aus Japan von 2002. Damals war er noch Gewandhauskapellmeister. Man kann hier hören und sehen, wieso diese Zusammenarbeit bis heute als eine der gelungensten in der beileibe an Höhepunkten reichen Geschichte dieses Traditionsorchesters gilt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Da ich für Bruckner nicht so viel übrig habe, kann ich hier nicht seriös mitreden und möchte dies daher wenigstens unseriös tun... :P


    Ich denke, der beste Bruckner-Dirigent muss eigentlich der erzkatholischste sein! :D


    Nun gut, kennen gelernt habe ich Bruckner über die Vierte und Siebte unter Jochum und ich habe mir auch mal die Karajan-Gesamtaufnahme der Bruckner-Sinfonien komplett angehört, aber beide passen nun wirklich nicht in diese Rubrik.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Herbert Blomstedt war mir nur dem Namen nach vertraut, als Bruckner-Dirigenten kannte ich ihn nicht. Aber eines Tages wurde ein Janacek von ihm gesendet, "Das Ewige Evangelium", da war ich sehr beeindruckt, weil er den Janacek-Ton so genau traf.
    Meine Bruckner-Sammlung enthält vor allem die Urfassungen mit Eliahu Inbal. Was halten die Experten davon?

    Der Blinde fährt den Tauben zum Konzert, das der Stumme in der Philharmonie gibt; der Taube wird dann vom Lahmen auf seinen Platz geführt.

  • Ganz kurz und bündig: Herbert Blomstedt!


    Wie heißt es so schön in TMOO? Bitte verdoppeln!

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Hallo,


    ich halte diese "Der führende X-Dirigent der Gegenwart"-Themen für einigermaßen schwierig. In meiner Wahrnehmung sind die Zeiten, in denen ein Komponist prägend für die Wahrnehmung von Dirigenten war für lange vorbei. Heutzutage definieren sich Künstler (bzw. sie werden definiert) über eine stärkere Vielfältigkeit und auch Flexibilität. Jeder macht zwar nicht alles (und wahrscheinlich schon gar nicht alles gleich gut), aber Interpreten sind immer weniger als "Spezialisten für..." zu identifizieren. Das sieht man IMHO auch an den Diskussionen und Vorschlägen in diesen Threads. Es fehlt überwiegend an Eindeutigkeit und beim Lesen der vorgeschlagenen Namen geschieht es selten, dass ich denke, "ja genau, das passt".


    Die Frage ist weiterhin, was die Werke eines Komponisten so einzigartig machen soll, dass nur ein Interpret oder wenige Interpreten sie als "DER" Dirigent dieser Werke adäquat umsetzen "kann". ?(


    Dieser Liste könnte ich grds. ganz gut zustimmen:

    Zitat

    1) Herbert Blomstedt
    2) Stanisław Skrowaczewski
    3) Bernard Haitink


    Angesichts des Alters der Dirigenten ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, vielleicht sogar nur von Wochen und Monaten, und man wird die mangelnde Aktualität feststellen müssen.
    Gleichzeitig gibt es so viele interessante neuere Aufnahmen mit (auch) jüngeren Dirigenten (u. a. Young, P. Järvi, van Zweden), dass man sich um die Bruckner-Rezeption ganz allgemein gesehen wohl keine ernsthaften Sorgen machen muss.


    Viele Grüße
    Frank

  • Und hier ein weiterer Thread unserer beliebten Serie: Der führende X-Dirigent der Gegenwart.


    Beliebt?


    Vielleicht, aber letztlich unseriös!
    Dazu habe ich mich geäussert, als "der führende " Wagner- und "der führende " Mozart-Dirigent gesucht werden sollten.


    Das muss ich nicht wiederholen. Ich halte mich einfach raus!


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Es freut mich, dass Blomstedt ganz überwiegend der Spitzenplatz zuerkannt wird. Dass es sich so eindeutig entwickelt, hätte ich nicht geglaubt. Dass ein sehr bekannter deutscher Dirigent in diesem Zusammenhang noch nicht ein einziges Mal auch nur erwähnt wurde, ist auch interessant.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ich meinte Christian Thielemann. Dass Janowski noch nicht genannt wurde, ist zwar auch bemerkenswert, aber wundert mich nicht ganz so sehr.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Dass Blomstedt hier so häufig genannt wird, wundert mich, weil er mir bislang in anderen Bruckner-Threads eher nicht besonders aufgefallen war. Freut mich andererseits und wird mich veranlassen, mich einmal über seine Einspielungen zu orientieren.


    Meine Antwort zum Threadthema, soweit ich das mit meinen begrenzten Kenntnissen des Angebotes sagen kann: Eindeutig Stanislav Skrowaczewski! (auch weil ich von Haitink bislang nur eine sehr gute 7. und von Chailly nur eine ebenso gute 4. kenne).

    Herzliche Grüße
    Uranus

  • Dass Janowski noch nicht genannt wurde, ist zwar auch bemerkenswert, aber wundert mich nicht ganz so sehr.


    Dann erlaube ich mir, diesen Dirigenten als meine Nummer 4 zu nennen. :D



    Der Zyklus mit dem Orchestre de la Suisse ist zwar „durchwachsen“, doch die Fünfte sowie die Achte und Neunte sind m.E. sehr, sehr gut gelungen.
    Außerdem parallel dazu hat er mit derm RSO Berlin ebenfalls einen Zyklus eingespielt; habe davon einige Mitschnitte.

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Ich klinke mich mal kurz hier ein und nenne einen gewissen Herrn Marcus Bosch. Ich hatte vor längerer Zeit mal die Gelegenheit, bei einem Bekannten die Aufnahme einer Bruckner-Sinfonie von ihm zu hören, weiß aber nicht mehr, welche es wahr und welches Orchester er leitete. Der Höreindruck war jedenfalls nicht schlecht...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Ob ein unbekannter Dirigent mit einem ebensolchen Orchester (es handelt sich übrigens um ein Orchester aus Aachen) in Sachen Bruckner tatsächlich "führend" sein kann, halte ich allenfalls für irreführend... :untertauch::D

  • Führend ist relativ. Bosch hat sich tatsächlich in seiner Aachener Zeit mit Bruckner profiliert, hatte für coviello eine GA der Sinfonien vorgelegt und die Neunte sogar mit komplettiertem Finale eingespielt. Über seinen Zugang mag man streiten: das, was ich von seinem Bruckner gehört hatte, war mir zu schnell gespielt. Derzeit ist Bosch GMD in Nürnberg. Unter die Non-names würde ich ihn definitiv nicht fallen lassen.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ob ein unbekannter Dirigent mit einem ebensolchen Orchester (es handelt sich übrigens um ein Orchester aus Aachen) in Sachen Bruckner tatsächlich "führend" sein kann, halte ich allenfalls für irreführend..


    Sogar mir sagt den Name Markus Bosch etwas, und er wurde immer wieder mit seinem Aaachener Bruckner-Zyklus genannt.


    Kommen wir zu dem "unbekannten Orchester aus Aachen". Es besteht seit 1720 und hatte unter anderem folgende Chesfdirigenten:
    Ferdinand Ries (1834-1835)
    Fritz Busch (1912-1919)
    Herbert von Karajan (1935-1942)
    Paul van Kempen (1942-1944)
    Wolfgang Sawallisch (1953-1958)
    Marcus Bosch (2002-2012)


    Der Livemitschnitt des Bruckner Zyklus von Bosch ist übrigens wahlweise in Form von Vollpreis Einzel CDs (a 19.99Euro) oder als 10 CD.Box erhältlich (79.99 Euro) - die Aufnahmen entstanden zwischen 2003 und 2011 und wurden von Coviello Classics produziert und veröffentlicht.
    Sie enthaltem ebenfalls die Sinfonie Nr 0 (Studiensinfonie)
    Im Falle der Sinfonie Nr 9 wurde die um den 4. Satz ergänzte, rekonstruierte Version von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca (2006) eingesetzt.
    Bosch und das Sinfonieorchester Aachen waren hier unter den ersten ersten (oder sogar die ersten ???) und haben somit schon aus diesem Grund Schallplattengeschichte geschrieben.
    [tsp]cle[/tsp]
    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Hallo Alfred,
    hallo Thomas,


    ich will die Leistungen von Bosch und den Aachenern ja gar nicht schlecht reden und kenne die Aufnahmen auch nicht aus eigener "Anhörung".
    Die Existenz dieser Produktionen war mir hingegen bekannt (meiner Erinnerung nach wurden sie unter anderem von jpc beworben).
    Ich muss aus meiner Sicht jedoch anführen, dass ich keineswegs auf gerade DIESE Einspielungen "gewartet" habe (und der Klassik-Markt vermutlich ebenfalls nicht)... :untertauch:


    Mir war bekannt, dass Karajan Leiter in Aachen war (seine 2. Station als GMD). Allerdings sollte man hinsichtlich der Chefdirigenten der Aachener IMHO erwähnen, dass diese dort teilweise jeweils am Anfang ihrer Karrieren standen bzw. zumindest bei weitem noch nicht auf dem jeweiligen Höhepunkt (HvK, Sawallisch). Die "größeren Namen" liegen zudem doch schon recht weit in der Vergangenheit des Orchesters. Die Dirigate von Ries dürfte allenfalls eine sehr überschaubare Anzahl von Taminos noch erlebt haben :D. Das sagt somit wenig über das Orchester aus.
    Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte mit Blick auf die oben gezeigte Zeittafel, dass zwischen Sawallisch und Bosch mir lediglich Gabriel Chmura als Name halbwegs geläufig erscheint (und das wohl nur überwiegend einigen Klassik-Spezis). Die Aachener mögen ein traditionsreiches Orchester sein, sie haben jedoch hinsichtlich ihrer Aufführungen eine rein regionale/örtliche Bedeutung und sind auch auf Tonträgern kaum vertreten (Coviello Classics gehört selbst unter den Independent-Labeln zu den Kleineren...; internationaler Vertrieb?).


    Eine rekonstruierte Fassung als erster (einziger?) einzuspielen mag zwar grundsätzlich verdienstvoll sein, andererseits darf man über Sinn und Zweck solcher Rekonstruktionen natürlich diskutieren. Gradmesser für den "Wert" der Rekonstruktion mag sein, ob sich andere Interpreten dieser Aufführungspraxis anschließen.


    Insofern störe ich mich daran, diese Künstler in einen Kontext zu stellen, in dem es um DEN "führenden"* Bruckner-Dirigenten geht, denn führend sind die Aachener unter Bosch allein schon aufgrund von Bekanntheit und Verbreitung ganz sicher nicht.


    Viele Grüße
    Frank




    * Was immer das heißen mag.

  • Ob ein unbekannter Dirigent mit einem ebensolchen Orchester (es handelt sich übrigens um ein Orchester aus Aachen) in Sachen Bruckner tatsächlich "führend" sein kann, halte ich allenfalls für irreführend... :untertauch::D

    Wenn ich mir die hier genannten "Führenden" in Sachen Bruckner so anschaue, dann stelle ich insgesamt eine Altersgruppe von Sechzig bis 90 fest. Ist ja auch in Ordnung, diese Namen zu nennen. Ist auch in Ordnung, meinen kleinen Einwand "irreführend" zu nennen. Ich sage darauf nur, was noch nicht ist, kann ja noch werden, denn Marcus Bosch ist noch relativ jung - da scheint mir eine Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen zu sein.


    In diesem Punkt zeige ich mich also einsichtig und gebe Dir recht, führend ist Bosch noch nicht zu nennen.
    Perpetuum mobile: Was nicht ist, kann noch werden...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER


  • Im Falle der Sinfonie Nr 9 wurde die um den 4. Satz ergänzte, rekonstruierte Version von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca (2006) eingesetzt.
    Bosch und das Sinfonieorchester Aachen waren hier unter den ersten ersten (oder sogar die ersten ???) und haben somit schon aus diesem Grund Schallplattengeschichte geschrieben.


    Lieber Alfred,


    da das rekonstruierte Finale selten mit aufgeführt oder gar aufgenommen wird, ist Bosch natürlich einer der ersten Dirigenten, der diesbezüglich tätig wurde.


    Der erste ist er mit weitem Abstand nicht.
    Johannes Wildner hat die 9. mit Finale 1998 für Naxos eingespielt, Kurt Eichhorn 1993 (Bruckner Orchester Linz), Eilahu Inbal 1987 (leider ist die Version mit Finale so gut wie gar nicht erhältlich).

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Fünf Jahre sind vergangen. Von den "großen Alten", die 2016 nominiert wurden, ist nur mehr einer, Herbert Blomstedt (auch meine Wahl damals), aktiv. Stanislaw Skrowaczewski verstarb 2017 hochbetagt, Bernard Haitink trat 2019 aus Altersgründen vom Dirigentenpult zurück. Blomstedt steht auch schon im 94. Lebensjahr. Er kann beim besten Willen (und so sehr ich ihn schätze und hochachte, als Dirigenten wie Menschen) nicht mehr für die Bruckner-Exegese der nächsten zehn, zwanzig Jahre stehen.

    Man müsste mittlerweile, um die Grundfrage des Themas zu beantworten, wohl andere Namen ins Spiel bringen. Einige wurden schon genannt. Gerd Schaller würde ich unbedingt hinzufügen wollen. Auch wenn ich nicht jede seiner Einspielungen herausragend finde, ist sein Einsatz für Bruckner heutzutage ziemlich beispiellos. Wohl niemand hat mehr verschiedene Versionen des Finalsatzes der Neunten vorgelegt.



    Bezeichnend: Keiner hat bisher Christian Thielemann nominiert.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Sir Simon Rattle wurde noch nicht genannt......


    wohl nicht der Bruckner Dirigent, aber eine ( für mich ) interessante Aufnahme ist diese :


    Viel gibt es ja nicht von ihm....


    Kalli

  • 4, 6, 7, 8 und 9 gibt es mit Rattle.

    Könnte mir gut vorstellen, dass er in München noch einen Zyklus macht.


    Wie auch Gergiev in München (bzw St. Florian) ein bemerkenswert guter Brucknerzyklus gelungen ist.

    Sport lässt Menschen besser aussehen - Wein aber auch.

  • Bezeichnend: Keiner hat bisher Christian Thielemann nominiert.

    Die gleiche Frage kam schon vor fünf Jahren auf. Ich nenne ihn hier nicht, weil ich hier keinen Shitstorm ernten möchte. Für mich ist Thielemann keineswegs indiskutabel, ob er nun "führender" Bruckner-Dirigent ist, sei dahingestellt. Was ist eigentlich "führend", kann man auch der "beste" sagen?

    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Ich bin nicht der große Bruckner-Liebhaber, aber wenn ich doch mal zu Hause von einem aktuellen Dirigenten Bruckner höre (und sehe), dann von Thielemann (womit ich feilich München meine, die Dresdner Aufnahmen kenne ich nicht):


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Als "indiskutabel" würde ich Thielemann in Sachen Bruckner überhaupt nicht ansatzweise ansehen. Vielmehr hielt ich ihn eigentlich für einen natürlichen Favoriten in diesem Thread. Deswegen verwunderte mich die bisherige Zurückhaltung (die sich nun aber langsam wandelt). Er hat ohne Frage sehr hörenswerte Interpretationen vorgelegt. Ob die alle auch auf Tonträger offiziell greifbar sind, müsste man im Einzelfall klären. Ich fand seine Ergebnisse aus München und Dresden jedenfalls bisher eigentlich überzeugender als das, was da grad in Wien entsteht, ein neuer Zyklus mit den Philharmonikern, wo die einleitende Achte für meine Begriffe nicht herankam an das, was er vor einem Jahrzehnt in Dresden dargeboten hat. Kurz nach dieser Aufführung (er sprang im letzten Moment für Luisi ein) wurde er zum Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle gewählt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid