Elisabeth Schwarzkopf - Eine Jahrhundertstimme

  • Dem Cover nach haben nur zwei Damen gesungen.

    Das ist die vollständige Besetzung


    Fiordiligi: Elisabeth Schwarzkopf

    Dorabella: Nan Marriman

    Despina: Graziella Sciutti

    Guglielmo: Rolando Panerai

    Ferrando: Luigi Alva

    Don Alfonso: Franco Calabrese

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Respekt und Dank, lieber Fiesco, was Du alles findest! Indessen habe ich mir den Mitschnitt in großen Zügen wieder einmal engehört. Technisch ist er nicht so berausschend und klingt etwas stumpf. Es gab schon mal eine Ausgabe auf dem so genannten grauen Markt bei Movimento Musica, die auch nicht besser gewesen ist. Zumindest sind die Stimmen meist im Vordergrund. Gerade bei der "Cosi" möchte man aber auch das Orchester deutlich vernehmen, was nicht durchweg der Fall ist. Na ja, ist aber alles lange her.

    Lieber Rüdiger ich habe noch div.Ausgaben (Callas) dieser Serie aus der Scala, aber alle sind technisch bescheiden, jedoch die Booklet's hervorragend!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Vielen Dank, Rüdiger!

    Freundliche Grüße Siegfried


  • Hier handelt es sich also um einen Live-Mitschnitt. Aber gibt oder gab es nicht auch mal eine Studio-Così in gleicher oder sehr ähnlicher Besetzung? :/


    Gregor

  • Die gab es, lieber Gregor. Und zwar diese:



    Sie entstand bereits 1954 in London. Die Marriman und Panerai sind auch hier schon dabei. Brillianter als Calabrese finde ich Sesto Bruscantini als Alfonso. Und auch Lisa Otto würde ich der Sciutti vorziehen. Die Rezitative zwischen beiden sind umwerfend. Überhaupt habe ich Mozartsche Rezitative selten so rasant gehört wie in dieser Produktion.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Gerade gelesen und sehr gelacht:


    Zitat

    Nur zwei Jahre danach ging Herbert von Karajan mit dem Philharmonia Orchestra in London ins Studio. Elisabeth Schwarzkopfs verhauchte, vom Mikrophon gnädig ›aufgepolsterte‹ Soubrettenstimme raubt mit ihren Manierismen der Marschallin jede Glaubwürdigkeit, bei »Da geht er hin« meint man einer Diseuse zu lauschen.


    :hahahaha:


    https://www.rondomagazin.de/artikel.php?artikel_id=423

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Elisabeth Schwarzkopf gibt es auf Tonträgern zweimal mit der 4. Sinfonie von Gustav Mahler. Im Studio hat sie das Werk 1961 mit dem Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer eingespielt. Des Aufnahme klingt sehr kalkuliert und bis in alle Einzelheiten ausgefeilt. Nichts scheint dem Zufall überlassen worden zu sein. Der Mitschnitt vom 29. Mai 1960 aus dem Wiener Musikverein hat mehr Spontanität und unterscheidet sich allein dadurch deutlich von der Plattenproduktion. So ist das oft bei dieser Sängerin. Über der ganzen Veranstaltung liegt eine große Würde. Der Star ist aber nicht die Sängerin, im Mittelpunkt steht der alte Bruno Walter, die mit diesem Konzert seinen endgültigen Abschied von Wien nahm, das er einst nach dem so genannten Anschluss Österreichs unter dem Druck der Nationalsozialisten verließ - als Jude verlassen musste. Schon in den 1950er Jahren hatte Walter wieder in Wien zu arbeiten begonnen. Nun also der Höhepunkt und der Abschluss dieser Rückkehr. Es ist natürlich klein Zufall, dass für dieses sich tief in die europäische Musikgeschichte eingegrabenen Ereignis die Schwarzkopf als Solistin ausgewählt wurde. Sie hatte das Format dafür. Damit wurde eine tragisches Kapitel im Leben und Wirken von Bruno Walter schließlich doch noch im Guten abgeschlossen. Musik und Mahler, für den sich dieser Dirigent so wirkungsmächtig einsetzte, haben es bewirkt. Am Schluss eines der Rückert-Lieder "Ich bin der Welt abhanden gekommen". Berührender kann man sich das bei so einem Anlass nicht vorstellen.


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    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876


  • Ein wichtiges Kapitel in der künstlerischen Biographie von Elisabeth Schwarzkopf war ihre enge Partnerschaft mit dem zehn Jahre jüngeren Dietrich Fischer Dieskau. Sie war von gegenseitiger Achtung und gegenseitigem Respekt getragen. Sie einte dias Streben und die Überzeugung, vor allem bei der Interpretation von Liedern durch harte Arbeit einem Ideal nahe zu kommen. Einem Idel, wie es ihnen vorschwebte und wofür beide durch ihre Begabung Voraussetzungen mitbrachten. Sie sind sich mehrfach im Aufnahmestudio begegnet. Die Ausbeute soll hier gebündelt sichtbar werden. Besonders die Liederbücher von Hugo Wolf und die Volkslieder von Johannes Brahms, bei denen Gerald Moore am Flügel waltete, sind von beispielloser Delikatesse. Sie sind ein ganz wichtiger Beitrag zur Wolf-Pflege gewesen und als solcher bis heute allgemein anerkannt. Seit ihrem Entstehen in den 1960er Jahren sind sie nie vom Markt verschwunden gewesen. Am 20. Februar 1967 haben sich die Schwarzkopf und Fischer-Dieskau mit Victoria de los Angeles in London zusammengetan, um ihren Pianisten Gerald Moore zu feiern. Mit Mozart sind sie alle drei gemeinsam zu hören. Wie nicht anders zu erwarten, singt die Schwarzkopf Lieder von Wolf wie bei fast allen ihren Liederabenden. Das denkwürdige Konzert wurde mitgeschnitte und später in einem prächtigen Album, welches das originale Programmheft enthielt, veröffentlicht. Zwischenzeitlich gab es einen CD-Umschnitt, bei dem lediglich die Liedgruppen berücksichtigt wurden - und die auch nicht komplett. Erst in der großen Schwarzkopf-Edition von Warner findet sich endlich wieder das komplette Anebot mit der Ansprache von Moore.


    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Elisabeth Schwarzkopf, eine Jahrhundertstimme? Ganz im Gegenteil und nein, mitnichten. Sie war eine der am meisten überschätzten Sängerinnen des letzten Jahrhunderts. Mit ihrer überhaupt nicht im Körper verankerten, stark gekünstelten, sehr dünnen und manierierten Stimme sowie einer sehr fragwürdigen Ivogün-Technik war sie für mich immer ein absoluter Problemfall. Der Ruhm, der ihr zuteil wurde, hat sie in keinster Weise verdient. Bevor ihr diese Anerkennung zuteil wurde, hätte sie erst einmal richtig singen lernen sollen, d. h. mit guter Körperstütze der Stimme und einer guten italienisch Technik. So wie sie sang, gefällt sie mir, wie gesagt, überhaupt nicht.


    Frohe Pfingsten


    Lustein

  • Hallo Luststein.


    Einen so eigensinnigen und unqualifizierten Beitrag habe ich schon lange nicht gelesen. Und dabei hatte Operus Dich im Forum als Berufskritiker angekündigt, der was von Stimmen versteht. Für mich war davon bisher nichts zu erkennen.


    Ich bin wirklich kein Verehrer von Frau Schwarzkopf. Das mag einfach damit zusammenhängen, dass ich in Berlin aufgewachsen bin und das heißt: mit Elisabeth Grümmer. Sie war und ist für mich in dem Fach Maßstab und Referenz.


    Als ich die ersten Aufnahmen von Elisabeth Schwarzkopf hörte, habe ich mit der Stimme und der Gesangskunst auch 'gefremdelt''. Ich habe das aber als Herausforderung begriffen, mich mit dieser Künstlerin wirklich intensiv zu beschäftigen. Dabei habe ich schnell ihre Stärken entdeckt und schätzen gelernt. Für mich war das ein Gewinn, über den ich mich immer wieder freue.


    Vielleicht versuchst Du das auch mal!


    Mit ermunterndem Gruß

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Einen so dummen und in jeder Hinsicht unqualifizierten Beitrag habe ich schon lange nicht gelesen.

    Ich finde ja, dass man den Beitrag von "lustein" auch sachlich kritisieren kann und dass das mehr Eindruck macht, als wenn man persönlich beleidigend wird.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Jetzt nochmal zu meiner eigenen Meinung von der Schwarzkopf, die von der von "Caruso41" nicht so weit weg ist. Ich bin schon der Meinung, dass Frau Schwarzkopf auf ihre Weise und in ihrer ureigenen Art und Weise eine bedeutende Sängerin war, die der Musikwelt viel gegeben hat. Das gilt in meiner Wahrnehmung im Opernbereich vor allem für (besonders den originalsprachlichen) Mozart und Strauss, gilt aber auch für vieles im Konzert- und Liedbereich.

    Ob sie eine "Jahrhundertsängerin" war, darüber kann man sicherlich streiten (wie eigentlich immer bei solchen Schubladen). Das "non plus ultra" war sie für mich nicht, ihre zeitgenössischen Kolleginnen hat sie meines Erachtens auch nicht überflügelt, schon gar nicht die Grümmer oder die Della Casa. Ich bin schon der Meinung, dass Legge sie wichtiger gemacht hat, als sie tatsächlich war. Ihr Konzept von der perfekten Kunst durch den perfekten Klang hat für mich etwas Künstliches, das dem Kern der Kunst und ihrer Wahrhaftigkeit nicht immer dienlich ist. Der "perfekte Anti-Felsenstein" sozusagen, nur nicht auf der Theaterbühne, sondern aus den Aufnahmestudios. Mein Ideal von Kunst und gerade auch von Oper als besonders lebendiger Kunstform ist das nicht. Und es gibt wirklich gewaltige Irrtümer wie ihr angebliches Fischermädchen Annina, ihre angebliche Bauerstochter Orffs oder ihre angebliche Besenbindertocter Gretel. Diese Rollenportrait wirken auf mich nicht überzeugend - aber jeder kann mal daneben schießen und tut das auch, gerade wenn man besonders viel macht.

    Dennoch gibt es meines Erachtens (um mal bei der Oper zu bleiben) viele wertvolle Rolleninterpretationen, wo sie wirklich maßstäblich war, wie eben z.B. als Marschallin, "Capriccio"-Gräfin, Contessa oder Fiordiligi. Ich finde also, man sollte sie als Künstlerin weder verklären und vergöttlichen noch verdammen und verteufeln, sondern versuchen, bei der Rezeption einigermaßen gerecht zu urteilen - das muss zwangsläufig ein Versuch bleiben, weil ihre Kunst dem einen subjektiv unendlich viel und dem anderen subjektiv gar nichts gibt. Das gilt zwar generell immer, aber bei polarisierenden Künstlern wie der Schwarzkopf ganz besonders. Die große Polarisierung spricht aber nicht gegen ihre Bedeutung (das ist mit den Komponisten der ersten Reihe ganz genau so).

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber!

    Jetzt nochmal zu meiner eigenen Meinung von der Schwarzkopf, die von der von "Caruso41" nicht so weit weg ist. Ich bin schon der Meinung, dass Frau Schwarzkopf auf ihre Weise und in ihrer ureigenen Art und Weise eine bedeutende Sängerin war, die der Musikwelt viel gegeben hat. Das gilt in meiner Wahrnehmung im Opernbereich vor allem für (besonders den originalsprachlichen) Mozart und Strauss, gilt aber auch für vieles im Konzert- und Liedbereich. … … ...

    Ich kann dem, was Du zu Elisabeth Schwarzkopf schreibst, eigentlich gänzlich zustimmen.


    Ich habe es ja nicht so mit der im Forum weit verbreiteten Vorliebe, Taxonomien oder Ranglisten aufzustellen. Mit Begriffen wie Jahrhundertsänger kann ich nicht viel anfangen. Wer in die erste, zweite oder dritte Reihe gestellt wird, ist mir ziemlich egal.


    Mir ist eher wichtig, die Eigenheiten einer Sängerin oder eines Sängers klarzulegen, und zu verdeutlichen, wo sie ihre Stärken und Schwächen haben. Und dann - das wäre die eigentliche Aufgabe - aufzudecken, in welchem Repertoire sie ideal sind, in welchem Repertoire sie eine interessante Möglichkeit wären und für welches Repertoire sie eher ungeeignet sind. Das ist ja der Weg, auf den Du Dich mit deinem letzten Beitrag zu Schwarzkopf auch begeben hast.


    Ich habe Frau Schwarzkopf nicht oft live erlebt. Aber immerhin habe ich unter anderem das Verdi-Requiem mit ihr zweimal gehört. Da gäbe es eine ganze Reihe Soprane, die eher bieten, was Verdi sich meiner Meinung nach wohl vorgestellt hat. Trotzdem möchte ich auf die Erfahrungen, die mir die Interpretationen von Frau Schwarzkopf vermittelt haben, wirklich nicht verzichten. In ihnen habe ich so viel Gefühlswahrheit gehört und Spiritualität entdeckt, wie bei kaum einer anderen Interpretin.


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ausnahmsweise auch von mir ein kurzes Statement:

    Zweimal durfte ich Frau Schwarzkopf als "Feldmarschallin" live erleben, und das hat bis heute mein Bild von dieser Partie geprägt.

    Ich kenne viele ihrer Aufnahmen - lange nicht alle - aber speziell in Operettenpartien ist sie stets und unverkennbar "die Schwarzkopf", mag es passen oder nicht.


    Man muss nicht alles mögen, was sie hinterlassen hat, aber es gibt doch einiges, was die Zeiten überdauern sollte.


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Elisabeth Schwarzkopf

    - so wie sie sang, gefällt sie mir, wie gesagt, überhaupt nicht.

    - und das ist Dein gutes Recht lustein. Dass Du Dir die Mühe machst, diese Haltung noch ausführlich zu begründen, ist aller Ehren wert.


    Ich hatte nie das Vergnügen, Elisabeth Schwarzkopf auf der Bühne oder im Konzertsaal zu erleben. Nach meiner Erfahrung bleiben Urteile, die ausschließlich auf elektroakustischen Dokumenten fußen, höchst fragwürdig. Mir sind immer wieder Künstler begegnet, deren Stimmen Tonträger nicht annähernd wiedergaben. Besonders nachdrückliche Erlebnisse dieser Diskrepanz hatte ich mit Birgit Nilsson und Vladimir Atlantov. Auch die Schallplatten-Isolde von Margaret Price ist ein herausragendes Beispiel.


    Elisabeth Schwarzkopf ist sicher ein frühes Exempel für Chancen und Risiken des Einbruchs der Industrialisierung und des Marketing in die Kunst. Natürlich nicht zuletzt durch ihre Ehe mit Walter Legge, damals ein Star in diesem Geschäft.

  • Welche Wagner-Partien hatte die Schwarzkopf denn eigentlich im Repertoire, welche sind auf Tonträgern überliefert?


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    Von den Bayreuther Festspielen 1951 gibt es natürlich die Eva (sicher ihre bekannteste Wagner-Rolle) unter Karajan, aus demselben Jahr auch die Freia und Woglinde, ebenfalls unter diesem Dirigenten. Die Eva dann nochmal 1955 unter Rosbaud beim RAI Mailand.

    Ansonsten soll sie die Elsa und Elisabeth gesungen haben. Gibt es davon irgendwelche Aufnahmen?


    Wie man es auch nimmt: Wagner spielte für sie offenkundig keine große Rolle.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Ansonsten soll sie die Elsa und Elisabeth gesungen haben. Gibt es davon irgendwelche Aufnahmen?

    Sie soll nicht nur, sie hat, lieber Joseph! Diese CD ziert meine Sammlung:

    EMI-WG-Schwarzkopf-Romantische-Oper-Arias-CD-glitzerten-Lohengrin-Freischutz

    Sie singt aus dem "Tannhäuser" die Hallenarie und das Gebet "Allmächt'ge Jungfrau" sowie aus "Lohengrin" die Arie "Einsam in trüben Tagen" und, zusammen mit Christa Ludwig als Ortrud die Szene aus dem 2. Akt "Euch Lüften, die mein Klagen". Es sind, zumindest nach meinem Empfinden, Modellinterpretationen. Es spielt das Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Walter Süsskind (Aufnahme: 27./28.4.1956, Kingsway Hall, London).

    Gut klingende Stereo-Produktionen, mit weiteren Stücken aus "Freischütz", "Eugen Onegin" und "Die verkaufte Braut". Produzent war ihr Ehemann Walter Legge. Sie hat aber diese Wagner-Partien, soweit mir bekannt, nie auf der Bühne gesungen.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Besten Dank, lieber nemorino, das ging fix!

    Ich sehe gerade, Warner hat die Original-Schallplatte digital neu aufgelegt.


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    Es scheint im Falle von "Euch Lüften, die mein Klagen" wohl allerdings Heinz Wallberg am Pult zu stehen.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Es scheint im Falle von "Euch Lüften, die mein Klagen" wohl allerdings Heinz Wallberg am Pult zu stehen.

    Das ist richtig, lieber Joseph II.

    Das Stück wurde auch zwei Jahre später, am 25.5.1958, eingespielt. Die Arien aus "Onegin" und "Die verkaufte Braut" sind auch zu anderen Terminen entstanden. Ich weiß aber nicht, ob die in Warners Neuauflage überhaupt enthalten sind. Aus dem Titelblatt geht es nicht hervor; aber das ist ja auch eine andere Baustelle.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Elisabeth Schwarzkopf, eine Jahrhundertstimme? Ganz im Gegenteil und nein, mitnichten.

    Der Ruhm, der ihr zuteil wurde, hat sie in keinster Weise verdient. Bevor ihr diese Anerkennung zuteil wurde, hätte sie erst einmal richtig singen lernen sollen

    So alt man auch ist, man lernt doch nie aus! Vielen Dank an lustein, daß wir nun endlich wissen, daß die "Jahrhundertsängerin" Elisabeth Schwarzkopf eigentlich gar nicht singen konnte! Denn wer "erst einmal richtig singen lernen" sollte, der kann es bekanntlich nicht. Oder sehe ich das etwa falsch?


    In diesem Sinne kann ich Carusos Eintrag 251 voll unterstreichen. Wer so unsachliche Feststellungen trifft, kann keine sachliche Antwort erwarten. Wer solche Urteile in die Welt setzt, der disqualifiziert sich nur selber. Man mag einen Künstler mögen oder auch nicht, das ist eine ganz persönliche Sache. Zum Vergleich: Ich bin wahrlich kein Freund von Boris Becker, würde mich aber nie zu der Aussage verleiten lassen, der Mann könnte bzw. hätte nicht Tennis spielen können.

    Elisabeth Grümmer. Sie war und ist für mich in dem Fach Maßstab und Referenz.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen! Die Grümmer war in der Tat eine Klasse für sich, leider war sie bei der falschen Firma (EMI/Electrola) unter Vertrag. Da hatte Walter Legge das Sagen, so daß sie nie in den Genuß einer Studio-Aufnahme ihrer Paraderollen (Marschallin, Contessa, Donna Anna u.a.) gekommen ist. Dafür hat wohl "Her Master's Voice" (Frau Schwarzkopf war Legges Ehefrau) gesorgt. Kein schöner Zug, aber Künstler sind auch nur Menschen …


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Ich weiß aber nicht, ob die in Warners Neuauflage überhaupt enthalten sind. Aus dem Titelblatt geht es nicht hervor; aber das ist ja auch eine andere Baustelle.

    Danke für die Bestätigung.

    In diesen Neuauflagen mit dem Original-Cover ist jeweils nur enthalten, was auf der ursprünglichen Platte enthalten war, also in diesem Falle nur Wagner und Weber.


    Die anderen genannten Arien sind hier inkludiert:


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    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Lieber 'Joseph II.', lieber 'Nemorino',


    zu den Beiträgen Nrn. 257 und 258: Elisabeth Schwarzkopf hat die Rollen der 'Elisabeth' im "Tannhäuser" und der 'Elsa' im "Lohengrin" auch auf der Bühne gesungen!


    „Tannhäuser“ (Wagner): Landgraf Hermann – Gottlob Frick / Tannhäuser – Hans Beirer / Wolfram von Eschenbach – Hans Braun / Walther von der Vogelweide – Richard Holm / Biterolf – Alois Pernerstorfer / Heinrich der Schreiber – Jozsi Trojan-Regar / Reinmar von Zweter – Otto Wiener / Elisabeth - Elisabeth Schwarzkopf / Venus – Elsa Cavelti / Ein junger Hirt – Grete Rapisardi / Dirigent und Regisseur: Herbert von Karajan / Ausstattung: Emil Preetorius (Mailand, Teatro alla Scala, 27. 12. 1950, 5 Vorstellungen). An der Wiener Staatsoper sang Elisabeth Schwarzkopf ihre Rolle nur ein einziges Mal, u. z. am 29. 5. 1963 unter Herbert von Karajan. (Übrigens hatte Karajan für die Rolle der 'Venus' in Mailand Lisa Della Casa (!) vorgesehen.)


    „Lohengrin“ (Wagner); Heinrich der Vogler – Otto Edelmann / Lohengrin – Wolfgang Windgassen / Elsa von Brabant - Elisabeth Schwarzkopf / Friedrich von Telramund – Gustav Neidlinger / Ortrud – Martha Mödl / Der Heerrufer – Josef Metternich (und einmal Enrico Campi) / Dirigent und Regisseur: Herbert von Karajan / Ausstattung: Emil Preetorius (Mailand, Teatro alla Scala, 10. 1. 1953, 6 Vorstellungen)


    Meines Wissens sind von den Mailänder Aufführungen bisher keine Mitschnitte aufgetaucht.


    In ihrer 'ersten' Karriere (d. h. vor Walter Legge) sang sie neben dem 'Jungen Hirten' im "Tannhäuser" - wovon es auch eine Rundfunkaufnahme gibt; siehe meinen Beitrag im Thread über Fritz Krauß - und einem 'Blumenmädchen' im "Parsifal" auch die 'Wellgunde' im "Rheingold" und die 'Ortlinde' in "Die Walküre". Zu den beiden letztgenannten Opern habe ich Programmhefte des Deutschen Opernhauses Berlin vom 7. 10. bzw. 9. 10. 1940, die das belegen.


    Carlo


    P. S. Bei den Bayreuther Festspielen 1951 wurde die 'Freia' in beiden "Rheingold"-Aufführungen (Knappertsbusch und Karajan) von Paula Brivkalne gesungen!

  • Und da ich es immer etwas genauer mag, hier die kompletten Besetzungen des Deutschen Opernhauses Berlin 1940:


    „Das Rheingold“: Wotan – Wilhelm Rode / Donner – Hanns Heinz Nissen / Froh – Rudolf Schramm / Loge – Willi Wörle / Alberich – Ludwig Windisch / Mime – Reinhard Dörr / Fasolt – Wilhelm Schirp / Fafner – Wilhelm Lang / Fricka – Margarete Klose* / Freia – Constanze Nettesheim / Erda – Elsa Lita / Woglinde – Elisabeth Friedrich / Wellgunde – Elisabeth Schwarzkopf / Floßhilde – Marie-Luise Schilp / Dirigent: Artur Rother / Ausstattung: Edward Suhr / Regie: Wilhelm Rode (7. 10. 1940) (* = als Gast)


    „Die Walküre“: Siegmund – Günther Treptow / Hunding – Wilhelm Schirp / Wotan – Wilhelm Rode / Sieglinde – Polyna Stoska / Brünnhilde – Elsa Larcén / Fricka – Gertrud Walker* / Gerhilde – Toni Hedderich / Ortlinde – Elisabeth Schwarzkopf / Waltraute – Gertrud Walker* / Schwertleite – Moja Petrikowski* / Helmwige – Margarete Slezak / Sigrune – Herta Karina Kutz / Grimgerde – Marie-Luise Schilp / Roßweiße – Elsa Lita / Dirigent: Artur Rother / Ausstattung: Edward Suhr / Regie: Wilhelm Rode (9. 10. 1940) (* = als Gast)

  • wurde zuvor in dem thread wahrscheinlich längst erwähnt: sie soll ja auch die Isolde gesungen haben, einzelne Töne jedenfalls ?


    (in der Furtwängler-Aufnahme als Double für Flagstads Spitzentöne)

    Sport lässt Menschen besser aussehen - Wein aber auch.

  • ausgestattet ist wie sie auch die Zerbinetta in der "Ariadne auf Naxos" zu bewältigen hat. Als der Film entstand, war die Schwarzkopf mit dieser halsbrecherischen Partie in Berlin auch auf der Bühne aufgetreten. Ein Mitschnitt hat sich davon nicht erhalten.

    Das ist wirklich jammerschade!

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Hans Heukenkamp,


    gib doch bitte demnächst mit der entsprechenden Nummer an, auf welchen alten Beitrag Du Dich beziehst, damit man nicht ellenlang suchen muss. (Es ist "Rheingolds" Beitrag Nr. 220 vom 1. 5. 2019 und er betrifft den Spielfilm "Der ewige Klang" von 1942/1943, in dem Elisabeth Schwarzkopf der Schauspielerin Olga Tschechowa für ein Lied von Franz Grothe die Stimme 'lieh'.)


    Carlo

  • Lieber Hans Heukenkamp,


    gib doch bitte demnächst mit der entsprechenden Nummer an, auf welchen alten Beitrag Du Dich beziehst, damit man nicht ellenlang suchen muss. (Es ist "Rheingolds" Beitrag Nr. 220 vom 1. 5. 2019 und er betrifft den Spielfilm "Der ewige Klang" von 1942/1943, in dem Elisabeth Schwarzkopf der Schauspielerin Olga Tschechowa für ein Lied von Franz Grothe die Stimme 'lieh'.)


    Carlo

    Lieber Carlo, das will ich tun, wenn ich mich auf etwas länger zurückliegende Beiträge beziehe. Du hast ganz recht, ich meinte diesen Beitrag von Tamino Rheingold, hier aber seine Anmerkung zur Zerbinetta. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Lieber Rüdiger,


    als 'Nachzügler' zu meinem Beitrag Nr. 232 vom 11. 10. 2019 möchte ich Dir mitteilen, dass ich beim 'Durchwühlen' alter Rundfunkzeitungen (auf der Suche nach Aufnahmen mit József Réti) folgende Sendung der BBC gefunden habe:


    "La Damnation de Faust" (Berlioz): Marguerite - Elisabeth Schwarzkopf / Faust - David Lloyd / Méphistophélès - Michel Roux / Brander - Owen Brannigan / The Goldsmith's Choral Union / Chorltg.: Frederick Haggis / The Philharmonia Orchestra London / Dirigent: Massimo Freccia (London, Royal Festival Hall, 25. 6. 1957). Einen Mitschnitt der Sendung hat vor Jahren 'Mr. Tape' aus New York auf Tonband angeboten. (Das ist eine interessante Ergänzung zum Konzert vom 26. 8. 1950 aus dem Luzerner Kunsthaus unter Wilhelm Furtwängler.)


    Falls ich hier 'alte Semmeln aufbacke', bitte ich um Nachsicht; ich habe nicht die Zeit, den ganzen "Schwarzkopf-Thread" durchzuforsten.


    Viele Grüße!


    Carlo

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    Es braucht zwar keines Beweises mehr, dass Elisabeth Schwarzkopf die Elsa im "Lohengrin" 1953 an der Mailänder Scala gesungen hat: Dennoch soll dieses schöne Foto, dass sie gemeinsam mit Martha Mödl als Otrud zeigt, hierher verlinkt werden. Schade, dass davon nie ein Mitschnitt aufgetaucht ist.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876