Noch ein Sommerlochthtread - Eure kurioseste Aufnahme

  • Tommaso Albinoni, Concerti a cinque op. 5
    Ausführung: Le Cameriste (Direzione: Anna Trentin, die auch die erste Geige spielt)
    herausgegeben von Tactus, 1995


    so falsch gespielt, daß sie im Löffel, Messer und Gabel verbiegen locker Uri Geller Konkurrenz machen können. Nicht, daß es richtige Fehler sind, aber sie liegen immer so ein paar Hertz neben der Spur. Vielleicht hatten sie vorher nicht die Zeit, ihre Instrumente zu stimmen? Es kräuselt jedenfalls sämtliche Fingernägel.


    Erstaunlich, daß dem Tonmeister nicht die Ohren abgefallen sind.

  • Zitat

    Erstaunlich, daß dem Tonmeister nicht die Ohren abgefallen sind.


    Hallo Michael,


    denen fallen sie nie ab. Das überlassen sie lieber den Zuhörern (oder beser gasagt, der Zielgruppe). :baeh01:


    L.G.


    Walter

  • Hallo!


    Vor einiger Zeit kaufte ich mir (mal wieder) eine Lucia:
    Oliivero de Fabritiis
    Cristina Deutekom, Luciano Pavarotti, Renato Bruson, Oslavio di Medico, Mario Rinaudo, Scilly Fortunato, Gian Paolo Corradi
    LIVE!!


    Die Aufnahme ist ganz solide, es ragen aber zwei Personen heraus:
    1. Pavarotti, der in toller Form ist und
    2. Ein anscheinend sehr euphorischer BigP-Fan, der immer seine Bravos anbringen will.


    Ein paar Stellen:
    1.Akt-Finalduett: Addio!--Pause--Adioooooo! [Applaus] so sollte es sein.
    Addio!--[ein Bravo]-Adiooooo! [Applaus] na gut, nicht so tragisch, jeder kann sich mal vertun!


    2.Akt-Finale:Bevor es zum Finalensemble (ca.2 Minuten vor Schluss) hat der Edgardo ein leidendes, möglichst hohes Ah! zu singen. Pavarotti, der dieses Ah cirka 10 Sekunden eindrucksvoll [ :jubel: :jubel:]hält singt sein Ah! zu Ende...


    ein BRAVO!
    Publikum geschlossen: SSSCHHHT! [im Hintergrund ganz leise..Stupido porcha [oder so ähnlich]dummes Schwein]


    Der Ensemblegesang setzt nicht sofort ein, anscheinend dürfte sich der Dirigent umgedreht haben. Als die Flüche (3-5 Sekunden) über den Bravo-Schreier enden, geht die Szene weiter und endet wunderbar.


    Ein Paradebeispiel, wie man sich mit einem Wort, das eigentlich wohlwollend gemeint ist, die Feindschaft des ganzen Publikums zuziehen kann!


    LG joschi


    PS: Im dritten Akt hört man ihn nicht mehr, da dürften sie ihn rausgeworfen haben oder ihn :stumm: hier verwendet!



  • Das ist weder freudig noch feierlich. Diese CD ist eine Farce, ein Kuriosum, dass nicht aber auch gar nichts mit dem gemein hat was man unter Holsts Planeten zu tun hat.
    Der Jupiter klingt valiumgeschwängert, die Aufnahmequalität ist das hinterletzte was ein wahrhaft ost-albanischer Tontechniker mit seinen bescheidenen Mitteln rausholen kann.
    Gruselig ist bei der CD vor allem eines - wie kann so etwas von Sony verlegt werden. :stumm:


    LG


    Tobias


    :hello:

  • meine kurioseste Aufnahme ist zugleich auch die schrecklichste Opernaufnahme die ich je gehört habe:




    Cavalli: Gli amori d'Apollon e di Dafne
    Orquesta Joven de la Sinfonica de Galicia / Alberto Zedda




    ich hab mich zwar da schon an anderer Stelle ausführlich ausgelassen, aber das hier ist so brechreizerregend und mies gemacht, dass man es ständig wieder aufwärmen kann :D


    Der wirkliche Witz ist natürlich das Booklett in dem Zedda höchstselbst die Argumente zusammenzieht warum alle Erkenntniss der HIP Bewegung des Teufels sind und verdammt gehören.


    Und so kommt die Aufnahme auch daher, mit breitem Symphonieorchester wird sich durch die Partitur gequält.
    Nebenbei die Holsbläser verspielen sich nicht nur ab und zu - sie schaffen auch nicht einen Einsatz.


    Die Sänger ...ach ja ...meist überfordert, aber wenn man Töne nicht trifft dann gibt es ja immer noch das breitetste mögliche Vibrato (auch bei den Instrumentalisten). Trotzdem haarscharf vorbei ist auch daneben.



    Keine Ahnung was das für ein Verein ist, bestensfalls ein Hobby-Schulorchester.
    Allein die Anfangssymphonie klingt so dermaßen nach Weihnachtsmarkt (und falsch) das man ein flaues Gefühl im Magen bekommt.
    Die Tempi sind wohl allesamt ungewollt an Harnoncourt orientiert, man könnte den Interpreten allesamt die Schuhe neu besohlen während sie in Aktion sind.



    Wer Interesse an den haarsträubenden Ergüssen Zeddas hat, dem sei dieser Link genannt.


    http://www.naxos.com/mainsite/…Recording&language=German


    (Das Naxos sich das wirklich traut ... naja jeder hat das Recht auf eine Meinung)


    Selten hat sich ein Mann so absolut selbst wiederlegt.

  • Wer's noch nicht kennt,


    wer schom immer wissen wollte, wie Slezak seinen E-Korken sucht,
    wer die Originalentstehung von Schmidts "Heut' ist der schönste Tag" nacherleben möchte,
    wem noch immer nicht klar ist, wie Dieskau doziert,
    wer Frick beim Anschleichen an die Sau hören will,
    wer Wächter noch nie richtig lachen gehört hat,


    der sollte sich sofort diese Platte zulegen!





    Gruß,



    audiamus



    .


  • Die Botschaft hab ich wohl vernommen
    und bin schon auf den HUND gekommen. :D

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Sehr kurios ist auch diese Einspielung von Beethovens nulltem und zweitem Klavierkonzert:



    Was eigentlich sehr interessant aussieht, nämlich: die Weltersteinpielung von WoO auf historischem Instrument, klingt dann doch sehr, sehr, sehr merkwürdig.


    Zunächst habe ich ja den jungen Louis in Verdacht gehabt und vollstes Verständnis für den prügelnden Vater gehabt - aber spätestens, nachdem die ersten Takte des mir bekannt gewesenen B-Dur-Konzertes erklangen, war mir klar: da stimmt etwas nicht!


    Wenn man sich die Spielzeiten anschaut (MD = Mario Delorko / RB = Roland Brautigam, welche ich zum Vergleich nehme)


    WoO 4


    01 [RB] 09'26 | [MD] 12'24
    02 [RB] 06'30 | [MD] 09'36
    03 [RB] 07'10 | [MD] 09'03


    op. 19


    01 [RB] 13'02 | [MD] 17'58
    02 [RB] 06'29 | [MD] 09'33
    03 [RB] 05'31 | [MD] 09'01


    erkennt man schnell, daß hier vermutlich bei der Übertragung der Daten ein Fehler in der Abspielgeschwindigkeit vorliegt. Die gezeigte Aufnahme ist in allen Sätzen etwa um die Hälfte langsamer als das Vergleichsobjekt (welches mir in den Spielzeiten normal zügig vorkommt). Dermaßen langsam - quasi buchstabiert - kann man das eigentlich garnicht spielen... (und der Name Harnoncourt taucht nirgends auf).


    Und ich habe diese Einspielung zunächst hier im Forum ziemlich niedergemacht (mir auch Unverständnis eingeheimbst, weil die Interpreten angeblich berühmte Spezialisten sind), bis ich den offiziellen Vergleich betreffend WoO 4 hatte.


    Wie kann denn soetwas passieren? Wieso bemerkt dies niemand und wenn doch - warum wird die Aufnahme dann noch angeboten? Da die Spielzeiten der Tracks auf der Rückseite des Covers abgedruckt sind, scheint sich von Seiten der Produzenten und Interpreten tatsächlich niemand ersthaft darum gekümmert zu haben.


    Ich habe jetzt den Vertrieb mal diesbezüglich angeschrieben und bin auf eine Antwort gespannt.


    :hello:


    Ulli

  • Mario Ratko Delorko ist der Sohn des vor einigen Jahren in Düsseldorf verstorbenen Tenors Ratko Delorko.
    Ich würde ihn ja gerne fragen (er wohnt jetzt in Essen) aber ich verstehe nichts von dieser Materie.


    Du kannst ja mit ihm direkt Kontakt aufnehmen unter http://www.delorko.com/


    Wenn einer Deine Fragen beantworten kann, dann ist er es!


    LG


    :pfeif:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo und vielen Dank. Ich warte zunächst mal die Behelligungen des Vertriebs ab und werde dann ggfs. in Kontakt zu ihm treten.


    Das Interessante ist, es gibt aus dieser Reihe auch eine Complete Edition der Klavierkonzerte Beethovens... :pfeif: Wenn das dort auch falsch drin ist, dann Mahlzeit.


    :hello:


    Ulli

  • Hallo Ulli,


    ich habe das KK Es-Dur WoO4 in einer
    9CD-Box Beethoven - Unbekannte Meisterwerke (EDEL-classics, 1977, ADD).


    Es ist keine HIP-Aufnahme, sondern eine klassische Klavierkonzerteaufnahme, die sich eben nach sehr frühem Beethoven anhört.
    Es steht folgender Hinweis dabei:
    "Aus dem Klavierauszug wiederhergestellt und mit Kadenzen versehen von Willy Haas."


    Die Ausführenden sind:
    Eva Ander, Klavier / Kammerorchester Berlin, Peter Gülke
    Die Spielzeiten: 09:57 - 09:01 - 07:48
    Die Aufnahme stammt noch von VEB Deutsche Schallplatten Berlin.




    *** In der Box ist auch die lustige
    Musik zu einem Ritterballett WoO1
    unter Günter Herbig mit der Staatskapelle Berlin (1974).

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Salü,


    mit Pauls Hilfe wurde nun das Tempo um 32% gestrafft. Nunmehro ist das eine geniale Aufnahme!


    :faint: :jubel: :jubel: :jubel: :faint:


    Danke, Paul :lips:


    Ulli

  • Hallo,


    kurios ist sicher auch die Aufnahme des Verdi-Requiems mit Gergiev. Drei Solisten können singen, einer nicht.


    Man könnte es auch bei "Wer wird Millionär" als 50-Euro-Frage verwenden:


    Welche der folgenden Solisten in Gergievs Aufnahme des Requiems von Giuseppe Verdi ist kein Sänger:


    A - Renée Fleming
    B - Olga Borodina
    C - Andrea Bocelli
    D - Ildebrando d'Arcangelo


  • Du würdest dich wundern, wie viele Leute hier nur einen Sänger des Ensembles kennen... :D


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von Theophilus


    Du würdest dich wundern, wie viele Leute hier nur einen Sänger des Ensembles kennen... :D


    :hello:



    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:


    LG
    Jolanthe


  • Die neuen Zeiten sind jetzt:


    WoO 4


    01 [RB] 09'26 | [MD] 12'24 --> 09'26
    02 [RB] 06'30 | [MD] 09'36 --> 07'16
    03 [RB] 07'10 | [MD] 09'03 --> 06'57


    op. 19


    01 [RB] 13'02 | [MD] 17'58 --> 13'36
    02 [RB] 06'29 | [MD] 09'33 --> 07'12
    03 [RB] 05'31 | [MD] 09'01 --> 06'50


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Das ergibt soch eine erstaunliche Kongruenz der Spielzeiten! Dieses Verfahren sollte man auch auf NH-Einspielungen anwenden...


    :D


    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli
    Das ergibt soch eine erstaunliche Kongruenz der Spielzeiten! Dieses Verfahren sollte man auch auf NH-Einspielungen anwenden...


    Wenn ich Deine Bemerkungen glauben darf, ist das keine Freizeitbeschäftigung mehr. Ich passe. :D


    LG, Paul

  • Irgendwann stolperte ich schon über diese Aufnahme, hier sei sie noch einmal erwähnt:


    bzw.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid


  • ... in dieser Version höre ich sie nunmehr auch. Nachdem ich das "Original" vor zwei Wochen schlicht ungenießbar fand, macht die Aufnahme nun richtig Freude!



    LG, Elisabeth

  • Hallo,


    einst hat Luciano Pavarotti in seiner Heimatstadt Modena seine berühmt gewordenen Benefiz-Konzerte "Pavarotti and Friends" mit Rock- und PopsängerInnen, sowie KollegInnen veranstaltet, in deren Verauf sich die jeweils Fachfremden auch einmal in der anderen Manege versuchen durften. Dieses gefiel dem amerikanischen Popsänger Michael Bolton so gut, daß er 1998 eine CD mit Tenorarien und Duetten, mit ordnungsgemäß ausgebildeter Sopranistin, aufnahm. Heraus kam das, für mich jedenfalls, verrückteste Crossover-Projekt aller Zeiten: Der stimmkräftige, aber vollkommen unausgebildete Bolton, kämpfte oder brüllte sich durch Arien und Duette aus La Boheme, Tosca, Turandot, Martha, Werther, Aida und L´Arlesienna. Die CD heißt: "My secret passion". Ich gehe nicht so weit, von einer "Horror-Scheibe" zu reden, aber Boltons geheime Liebe zur Oper wäre besser geheim geblieben !


    Antalwin

  • Hallo Taminos,


    ist zwar keine auf CD erhältliche Aufnahme ( so hoffe ich jedenfalls !!! ), aber ich kann es euch nicht vorenthalten. Außerdem weiß ich grad nicht wohin damit.
    Ich schmeiß mich jedesmal vor Lachen weg!



    LG
    Christian