Dem Lieben Gott - Anton Bruckner: Sinfonie Nr 9 in Referenzaufnahmen

  • Liebe Forianer


    Nanu - schon wieder Bruckners Neunte ?
    Hatten wir das nicht schon mehrfach? Muß das wirklich sein ?
    Ja es muß scheinbar sein.
    Im Thread über Bruckners 9. unter Peter Jan Marthe mit dem vom ihm selbst komponierten Finale fragte nämlich Holger Gritz nach Vergleichsaufnahmen - Referenzen.
    Da gibt es doch ohnehin einen Thread - so dachte ich - - -
    Gibt es aber nicht !!!


    Es gibt lediglich 3 Spezialthreads - einer befasst siche mit der Marthe-Version (Vor allem geschrieben in einer Zeit als die noch niemand gehört hat, ich habe aber gesehen, daß einige Forianer sie bestellt haben, sodaß ich auf eine Folgediskussion hoffe)


    Die andere ist der Fassung mit dem rekonstruierten Finale (Ben Cohrs etc....) gewidmet.


    Und dann gibt es noch einen Thread der sich in der Hauptsache den Bernstein-Aufnahmen dieses Werkes widmet.



    Daher habe ich diesen Thread hier eröffnet - um mal einen für die Referenzeinspielungen zu haben.
    Referenzen bei Bruckner sind eine heikle Sache: Während eine Gruppe (dazu zähle ich) Eugen Jochum als das Maß aller Dinge preisen, verwerfen andere wieder seine "weihevolle" und "überholte" Lesart.
    Empfhielt jemand Celibidache - ein Spießrutenlaufen ist ihm sicher.
    Karajan traut sich sowieso niemand zu empfehlen ..... :D
    Und ob Harnoncourt - einst "Papst für alte Musik" und "HIP-Vorreiter" DER ideale Bruckner Interpret ist - das wage ich schon sehr zu hinterfragen.



    Daher die Frage: Welche Aufnahmen lassen sich als Referenzaufnahmen empfehlen -damit die ersten drei Sätze mit der neuen Marthé Aufnahme verglichen werden können.


    Wir sollten hier aber schon wissen, daß Urteile subjektiv sind - Die Bruckner-Freunde scheinen ja ähnlich "militant" zu sein wie die "Wagnerianer", wenn es um ihre Lieblinginterpreten geht. ;)


    Viel Vergnügen mit diesem Thema


    mfg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • mich haben die Tonaufnahmen unter Leitung von


    - Günter Wand
    - Kurt Eichhorn (mit rekonstruiertem Finale; Samale, Mazzucca, Philips, Cohrs)
    und besonders auch
    - Bruno Walter


    überzeugt.


    Gruß


    Andreas


    P.S. weil nachfolgend so oft genannt und m.E. zu Recht, allerdings mit recht zügigem Adagio:


    - Carl Schuricht

    De gustibus non est disputandum (über Geschmäcker kann man nicht streiten)

  • Da kann ich mir doch eine Antwort schlecht verkneifen:


    Aus der Mono-Ära leuchte die als CD erhältliche Einspielung mit Jascha Horenstein in unsere Zeit. Von großartigem Weihewabern ist da nix zu hören (war ohnehin nicht Horensteins Sache). Die Tempi sind dennoch gemäßigt, besonders packend der dritte Satz.


    Aus der Stereo-Zeit: Die Einspielung mit Carl Schuricht. Selten das Scherzo knackiger gehört. Die Schuricht-Einspielung taugt ebenfalls nicht für Weihesuchende, die Tempi sind mehr als zügig.


    Als Runfunkmitschnitt hätte ich noch das letzte Konzert von Günter Wand beim SHF kurz vor seinem Tod.


    Die Karajan-Einspielung habe ich letztens verscherbelt. Merkwürdig seelenlos kam das Ganze daher und ist wohl nur dann geeignte, wenn man in der Pubertät von Liebeskummer geplagt wird.


    Jochum ist ein gern gehörte Alternative, meine Liebling ist allerdings eine Live-Mitschnitt des Werkes unter Hans Knappertsbusch. Leider Mono, leider technisch nicht ganz auf der Höhe, aber dennoch...


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich möchte zwei Aufnahmen der Neunten nennen, die gegensätzlicher nicht sein können.


    zum einen diese Aufnahme unter Jochum:



    Ich habe keine Ahnung, ob es genau diese Aufnahme auch als Einzelaufnahme gibt, aber eigentlich erübrigt sich diese Frage beim sensationellen Preis der Box :rolleyes::yes:


    Für meine Begriffe eine sehr flotte Neunte. Ich war höchst überrascht, als ich feststellen musste, wie sehr dieser Sinfonie das doch steht. Sehr prägnant. Ich mag diese Aufnahme sehr gern. Die Sinfonie verliert kein Bißchen ihrer Majestät.


    Nun, die zweite Aufnahme ist die aus dieser Box:



    Was soll ich sagen? Einfach nur erhaben und ganz ganz groß!


    Es gibt natürlich noch einige andere Aufnahmen, die ich sehr sehr liebe!


    :hello:

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Meine Frage im Marthé Thread war ironisch, ich habe tatsächlich mehr als eine Aufnahme der Neunten. :pfeif:


    Ich möchte AH.s Liste zustimmen, und noch Mravinsky/Leningrag 1982 erwähnen.


    Bei Wand eher die späten NDR Aufnahmen (ich glaube, die sind jetzt auch auf DVD erschienen).


    Warum ich diese Aufnahmen immer gerne höre, schreibe ich später, ich wollte mir die nur schon mal "sichern". :pfeif:


    Es gibt auch noch eine andere Marthé Aufnahme mit den Jungen Österreichern, die möchte ich zwar nicht als Referenz bezeichnen (zumal sie kaum zu bekommen ist), aber hörenswert ist diese Aufnahme allemal.

  • Den Wand mag ich auch sehr :yes:


    Es ist beachtlich. Ein neuer Brucknerthread und prompt kommen die Antworten gepurzelt :D

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Bruckners Neunte verträgt sehr verschiedene Lesarten. Ich charakterisiere nur kurz vier m.E. maßstabsetzende Einspielungen:


    Schuricht mit den Wiener Philharmonikern, 1961, EMI: Prototyp einer "architektonisch" interpretierten, in der Regel sehr zügigen Neunten (dritter Satz!), ohne dass die Gewalt der großen Steigerungen im geringsten leiden würde (die katastrophale Entladung, die sich am Schnittpunkt von Reprise und Coda im ersten Satz aufbaut, habe ich nie wieder so durchdringend und doch transparent gehört).


    Wand mit dem NDR-Orchester (nicht mit den Berlinern!), 1993, RCA: Eine "klassische" Aufnahme; im Gestus Schuricht nicht unähnlich, bei allerdings getrageneren Tempi. Eine durchweg hervorragende, sehr expressive Einspielung, ein Mittelweg, der ausnahmsweise auch nach Rom führt.


    Giulini mit den Wiener Philharmonikern, 1988, DG: Klangluxus, der nicht zum Selbstzweck wird. Manche Streicherpassagen (dritter Satz) klingen geradezu überirdisch schön. Giulini gelingt es bei bereits sehr langsamen Tempi, ganz große Spannungsbögen aufzubauen.


    Celibidache mit den Münchener Philharmonikern, 1995, EMI: Eine Extremposition - nicht für Anfänger zu empfehlen. Überaus langsame Tempi; das Scherzo stampft schon ziemlich plump. Aber im ersten und im dritten Satz gelingt Atemberaubendes - es wird noch mehr "gesungen" als bei Giulini (erster Satz, zweites Thema), die Feinabstimmung im Klang ist häufig (durchaus nicht immer) mirakulös. Enorme Expressivität, die aber nie "klebt".


    Andere Einspielungen wären hinzuzufügen...


    Viele Grüße


    Bernd

  • Ich möchte widersprechen, wenn Du das Scherzo unter Celibidache als plump bezeichnest. Sicherlich wurde das Scherzo selten so langsam gespielt, aber ich empfinde es so viel wuchtiger. Das finale Scherzo Bruckners kann ruhig mal wuchtig klingen. Ich finde auch so kommt es sehr schön zur Geltung!

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Bruckners 9.


    Wand habe ich in einem Konzert mit dem NDR-Symphonieorchester live erlebt, an diesen Eindruck kommt keine seiner Einspielungen heran, auch wenn Wand für mich das Maß aller Bruckner-Dinge ist.


    Mit Jochum konnte ich als Bruckbner-Dirigent früher nicht viel anfangen, was sich aktuell gerade ändert (seit ich die DGG-Kassette mit allen Sinfonien auf LP für stolze 5,50 Euro erworben habe). Die 9. gefällt mir allerdings nach wie vor nicht, zu sehr ärgert mich die Zäsur vor dem Oktavabfall zu in der Exposition des ersten Satzes. Die vorangehende Steigerung ist mir auch zu lasch, das Scherzo zu weich.


    Mein Favorit seit etwa 20 Jahren ist auch Carl Schuricht mit den Wiener Philharmonikern auf EMI, eine der ersten CDs, die ich mir gekauft habe. Bei ihm klingt das Werk "zukunftsweisend". Die große Steigerung zu Beginn des ersten Satzes entwickelt sich organisch. Das Scherzo ist fast schon brutal. Das Adagio nahm Schuricht wirklich irritierend zügig, was dem Torso einen beinahe natürlichen Abschluss gibt.


    Gruß aus Lübeck, Dieter

  • Zitat

    Original von Masetto
    Ich möchte widersprechen, wenn Du das Scherzo unter Celibidache als plump bezeichnest. Sicherlich wurde das Scherzo selten so langsam gespielt, aber ich empfinde es so viel wuchtiger. Das finale Scherzo Bruckners kann ruhig mal wuchtig klingen. Ich finde auch so kommt es sehr schön zur Geltung!


    Klar, das ist bis zu einem gewissen Grad Geschmackssache. Ich sage auch nicht, dass ich Celibidaches Lesart "falsch" finde. Trotzdem ist mir beim Scherzo die "strawinskyhafte" Interpretation lieber. Das gilt vor allem auch für das Trio mit seiner irren Mischung aus mendelssohnscher Elfenmusik und "moderner" Chromatik - hier ist Celibidache ebenfalls sehr bedächtig, muss dafür aber kaum - wie die meisten anderen Dirigenten - ständig das Tempo modifizieren.


    Viele Grüße


    Bernd

  • Wir reden doch bisher über Wand mit der 1994er Aufnahme, oder ?


    Kennt irgendjemand diese hier ?


    Musik ist die Sprache der Seele. Und der wird man nie müde.(Hille)

  • Hallo,


    ich biete drei Aufnahmen an.


    Berliner Philh.Furtwängler,1944.


    Wiener Philh.Schuricht,1962.


    Sinfonie Orch. des SR.Skrowaczewski,2001.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Liebe Taminas und Taminos,
    also ich habe, von Ausnahmen abgesehen (die 1. und die 6. Symphonie "vertragen" das m.e. nicht so gut) Bruckners Musik gerne langsam und feierlich. Also für mich sind Celi und Giulini gerade richtig.
    Ehrlich gesagt, ich empfinde Jochum (ich kenne ihn nur mit der Staatskapelle Dresden) dagegen geradezu flott :O :yes: :stumm:.


    Liebe, herzliche Grüße
    hemmi (Bernd Hemmersbach)

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Referenzen bei Bruckner sind eine heikle Sache: Während eine Gruppe (dazu zähle ich) Eugen Jochum als das Maß aller Dinge preisen, verwerfen andere wieder seine "weihevolle" und "überholte" Lesart.
    Empfhielt jemand Celibidache - ein Spießrutenlaufen ist ihm sicher.
    Karajan traut sich sowieso niemand zu empfehlen ..... :D
    Und ob Harnoncourt - einst "Papst für alte Musik" und "HIP-Vorreiter" DER ideale Bruckner Interpret ist - das wage ich schon sehr zu hinterfragen.


    Hallo Alfred,


    wenn Karajan bei der 9. nicht als Referenz genannt wird, dann imo zu Recht, denn zumindest in der 1966er Aufnahme erscheint er mir igs. "zu brav", zu sehr auf Glättung des Rhythmus' im Scherzo und der Dissonanzen im Adagio bedacht zu sein, um zur "allerersten Kategorie" zu zählen.
    Es ist schade, daß er die 9. nicht noch einmal aufnehmen konnte, denn nach den sehr beachtlichen späten Aufnahmen der 7. und 8. hätte er sicherlich eine äußerst diskutable Einspielung fabriziert.


    Meine Sichtweise deckt sich mit der von Zwielicht in Bezug auf Giulini, Wand und Schuricht.


    Sehr empfehlenswert ist für mich des Weiteren Bruno Walter.



    Seine Sichtweise der Sinfonie ähnelt der Schurichts. Auch Bruno Walter meidet jegliches Pathos und jede Weihe. Stattdessen arbeitet er exemplarisch die Modernität und Zukunftsbezogenheit der Sinfonie heraus.


    Schon zu Beginn des 1. Satzes zeigt diesen Interpretationsansatz, denn hier wird nicht "feierlich, misterioso", sondern schnell und aggressiv-nervös musiziert (Spielzeit 23'53'').
    Im Scherzo, das Walter mit 11'32'' recht langsam spielen läßt, stellt er den stampfenden Rhythmus in den Vordergrund.
    Daß das Adagio für Walter keinen "friedvollen Abschied vom Leben" darstellt, wird nicht verwundern, wenn man die ersten beiden Sätze gehört hat. Wie Schuricht, wenngleich mit 23'17'' nicht ganz so aberwitzig rasant, betont er die dissonante Seite und stellt den "Abschied vom Leben" als Kampf dar.


    Wer Bruckner friedvoller mag, der ist bei Giulini besser aufgehoben. Da Bruckners Musik aber so vielschichtig ist, daß sie problemlos geegnsätzliche Interpretationsansätze verträgt, kann ein "aggressiver Grundton" genau so faszinieren wie es Giulinis "riesige Klangkathedralen" vermögen.


    Die Einspielung wurde 1959 aufgenommen, klingt dafür aber sehr natürlich und plastisch.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Schön, dass es diesen Thread jetzt gibt. Ich übernehme den Text von anderer Stelle: Auch bei dieser Sinfonie zählt für mich Knappertsbusch zu den maßgeblichen Bruckner-Dirigenten. Besonders der langsame Satz bekommt eine eigene Deutung.



    Furtwängler wurde zurecht oft erwähnt. Zu ergänzen: Obwohl dies eins seiner liebsten Werke war, hat er es nach der legendären Aufnahme 1944 nicht mehr aufgeführt, für mich eine absolut konsequente und nachvollziehbare Haltung.


    Bruno Walter (und hier vor allem den 1. Satz) sowie Horenstein und Schuricht gehören auch zu meinen Lieblingseinspielungen.


    Von den Aufnahmen aus den letzten Jahren höre ich am liebsten Skrowaczewski, sowohl mit dem Minneapolis SO wie dem Saarbrücken RSO, zuerst hatte ich ihn mit dem SWF SO gehört.



    Viele Grüße,


    Walter

  • Halo Walter,


    bei soviel musikalischer Seelenverwandschaft (die ganze Reihe meiner Lieblingseinspielungen von Bruckners 9. hast Du aufgezählt) ist Skrowaszewski ein Tipp, dem ich gleich morgen folgen werde. Die Aufnahme kenne ich noch nicht, was sich alsbald ändern wird.


    Herzlichen Dank und beste Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Angeregt von diesem Thread habe ich gestern abend die Knappertsbusch-Aufnahme gehört und zum Vergleich ein paar Stellen bei Furtwängler, Horenstein und Skrowaczewski. Für die Interpretation stellt sich eine Grundsatzfrage: Wird das Werk in einem ganz langen Atem angelegt, so dass der erste Satz eine einzige lange Steigerung zur Coda hin darstellt und dann nochmals weitergeführt wird im Adagio – dafür scheinen mir exemplarisch Knappertsbusch und auch Celibidache und Marthé zu stehen, den ich im Sommer gehört habe – oder wird gleich mit dem ersten Tutti das geradezu Einzigartige und Sprachlos-Machende betont, das dann nur noch durch die Coda des 1. Satzes überboten wird, die so zum Höhepunkt des Werks wird. Dafür steht Furtwängler, und ihm kommt Horenstein recht nahe.


    Welche Deutung „besser“ ist, erübrigt sich zu fragen. Da Bruckner die Coda des Finale nicht hat vollenden können, wird in der Deutung von Furtwängler die Coda des 1. Satzes überhaupt zum Höhepunkt des gesamten Brucknerschen Schaffens. So weit ich ihn verstehe, war dies für ihn damit der Mittelpunkt der Musik schlechthin.


    Neben Furtwängler ist Skrowaczewski der einzige, der den fff-Einbruch in der Coda des 1. Satzes klar herausbringt. Im ganzen folgt er jedoch der Richtung, die zum Adagio hinführt. Diese Richtung zeigt eher die Demut und den tiefen Zweifel der Gottesandacht.


    Thomas, als ich jetzt Deinen Beitrag las, ganz einfach: Danke. Dies Werk bewegt tief. Für mich hat es ein ganz anderes Verständnis der früheren Generationen ermöglicht, wenn ich aus meinem Lebensalter heraus einmal Furtwängler, Walter, Schuricht, Knappertsbusch, Horenstein – und auch den bisher nicht genannten Klemperer – zur Großeltern-Generation zähle, groß geworden im Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, der Zeit, die in Deutschland zum Faschismus führte, und Skrowaczewski als Vertreter der Eltern-Generation sehe, ein Pole, der natürlich dies Werk vollkommen anders sieht.


    Ich bin voller Erwartung, wann und wie es einem der nachfolgenden Dirigenten gelingen wird, eine neue schlüssige Deutung vorzulegen. Das Beispiel Marthé – und Wildner und weitere - zeigt, wie leidenschaftlich und erregend dies Thema ist. Aus für mich noch unklaren Gründen scheint für die heutige Dirigenten-Generation die Frage des Finale und darüber allgemeiner die Frage nach dem Verhältnis von Interpretation und Musikwissenschaft zentral zu sein. Ben steht ja mittendrin, siehe seinen Beitrag „zur Frage der Aufführungspraxis bei Bruckner und die Problematik von Musikforschung und Praxis“.


    Viele Grüße,


    Walter

  • Zitat

    Original von Norbert
    wenn Karajan bei der 9. nicht als Referenz genannt wird, dann imo zu Recht, denn zumindest in der 1966er Aufnahme erscheint er mir igs. "zu brav", zu sehr auf Glättung des Rhythmus' im Scherzo und der Dissonanzen im Adagio bedacht zu sein, um zur "allerersten Kategorie" zu zählen.
    Es ist schade, daß er die 9. nicht noch einmal aufnehmen konnte, denn nach den sehr beachtlichen späten Aufnahmen der 7. und 8. hätte er sicherlich eine äußerst diskutable Einspielung fabriziert.


    leider habe ich heute die 3Sat-Übertragung verschlafen:


    Zitat


    Konzert Bruckner: Symphonie Nr. 9 d-Moll "Dem lieben Gott"
    Aufzeichnung aus der Berliner Philharmonie, 1985. Musikalische Leitung: Herbert von Karajan.
    3Sat 11.15 Uhr, 60 Min.


    Hats jemand gesehen? Gut? Kommt vielleicht mal auf DVD?

  • Hier meine:


    Celibidache, Sergiu; Orchester des RAI Turin; live 2/5/69; Dino Classics/Fonit Cetra CD 9075 042 (24:00; 11:17; 22:43)


    Celibidache, Sergiu; RSO Stuttgart; live 5/4/74; DG CD 445 471-2 (24:24; 11:11; 23:43)


    Giulini,Carlo Maria; Chicago Symphony Orchestra; 2/12/76; EMI CDM 5 65177 2 (25:06;10:58; 26:39)


    Schuricht, Carl; Sinfonieorchester des BR; live 8/3/63; Orfeo CD 548 001 B (23:40; 10:24; 22:14)


    Segal, Uriel; Rundfunkorchester des SWF; 8/11/85, Mediaphon VMK/Cosmus CD 5450313 (23:41; 11:18 21:10)


    Wildner, Johannes; Neue Philharmonie Westfalen; 20-21/4 & 12/5/98; Naxos 8.555933/34 (23:18; 10:57: 25:02; 23:25)

    Woess, Kurt; Wuerttembergisches Staatsorchester; live 16/9/84; Lucky Ball CDR 0010 (22:51; 11:15; 23:53)


    Komplette Discographie: http://www.abruckner.com


  • Hallo Markus,


    ich habe leider erst reingeschaltet als das Adagio bereits begann. Schade, denn das gefiel mir recht gut (so weit über Fernseher verfolgbar).

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Die vorgestern genannten Aufnahmen zeigen alle eine ganz persönliche Deutung dieser Sinfonie. Mit „Referenz“ ist aber die allgemein-gültige, zeitlose, geradezu kosmische Aufnahme gemeint. Die ist aus meiner Sicht 1970 Otto Klemperer mit dem New Philharmonia Orchestra gelungen. Er zeigt zugleich, dass eine Referenz-Lösung keineswegs „seelenlos“ sein muss, ganz im Gegenteil.


    Als ich mir diese Aufnahme heute Vormittag zum Vergleich zu Knappertsbusch angehört habe, war wie immer beeindruckend die ungeheure Kraft, die von ihr ausgeht. Das Orchester ist einfach großartig. Das Blech spielt einen vollen, geradezu makellosen Klang, ohne dabei in irgend einer Weise glatt oder poliert zu wirken.


    Die Besonderheit von Klemperers Aufnahme zeigt sich am Beginn der Coda des 1. Satzes. Wenn in pp die Streicher die Triolen spielen, scheint ein Himmel zu funkeln. Das wird grandios aufgegriffen in dem großen Tutti-Höhepunkt des Adagio. Nachdem in der ganzen Sinfonie das Blech in vollem Glanz erstrahlte, wird es hier zurückgenommen, so dass die Streicher jetzt geradezu ein Lichtermeer erzeugen, das an alttestamentliche Gottesvisionen wie den Merkaba-Wagen des Hesekiel erinnern lassen.


    Leider ist diese Aufnahme zur Zeit nicht auf CD erhältlich. Und sie wirft die von Ben gestellte Frage auf, ob nicht die Suche nach einer Referenz in eine Sackgasse führt. Wird nach der „einzig wahren Interpretation“ gesucht, haben die Nachfolger praktisch keine Chance mehr.


    Ben zitiert Michael Wagner, der schon 1982 bemerkte: »Es scheint [...] derzeit keinen Bruckner-Dirigenten zu geben, der [...] eine neue oder auch nur getreue Sicht der Erkenntnisse aus der Partitur zu liefern imstande wäre. Dies mag mit der fehlenden Zeit unserer Pultstars zusammenhängen, mit der fehlenden Beschäftigung, die derart komplexe Großbauten wie die Brucknerschen Sinfonien brauchen, auch mit dem fehlenden Markt, der sich mit Beiläufigkeit, Wiederholung des längst Gehabten, Zementierung des längst Vertrauten begnügt.«


    Da ist etwas dran, und dem lohnt weiter nachgegangen zu werden. Diese Klemperer-Aufnahme hat dazu geführt, dass ich mir andere Aufnahmen, die ein ähnliches Ziel verfolgen, wie Giulini, Haitink oder Wand, nicht mehr besorgt habe, ohne damit im geringsten ihre Qualitäten infrage stellen zu wollen. Ist einmal eine solche Aufnahme wie die von Klemperer gelungen, geht es auf diesem Weg nicht mehr weiter. Wenn ich diese Sinfonie höre, greife ich in der Regel eher zu früher genannten Aufnahmen.


    Viele Grüße,


    Walter

  • Zitat

    Original von Walter.T
    Die Besonderheit von Klemperers Aufnahme zeigt sich am Beginn der Coda des 1. Satzes. Wenn in pp die Streicher die Triolen spielen, scheint ein Himmel zu funkeln. Das wird grandios aufgegriffen in dem großen Tutti-Höhepunkt des Adagio. Nachdem in der ganzen Sinfonie das Blech in vollem Glanz erstrahlte, wird es hier zurückgenommen, so dass die Streicher jetzt geradezu ein Lichtermeer erzeugen, das an alttestamentliche Gottesvisionen wie den Merkaba-Wagen des Hesekiel erinnern lassen.


    Ein sehr wichtiger Hinweis auf die Parallelität zwischen diesen beiden Stellen, die allerdings auch bei Celibidaches Münchener Aufnahme schön herausgespielt wird.



    Zitat

    Ben zitiert Michael Wagner, der schon 1982 bemerkte: »Es scheint [...] derzeit keinen Bruckner-Dirigenten zu geben, der [...] eine neue oder auch nur getreue Sicht der Erkenntnisse aus der Partitur zu liefern imstande wäre. Dies mag mit der fehlenden Zeit unserer Pultstars zusammenhängen, mit der fehlenden Beschäftigung, die derart komplexe Großbauten wie die Brucknerschen Sinfonien brauchen, auch mit dem fehlenden Markt, der sich mit Beiläufigkeit, Wiederholung des längst Gehabten, Zementierung des längst Vertrauten begnügt.«


    Solche Aussagen gibt es ja vielfach. Ich stehe ihnen skeptisch gegenüber: Zum einen, weil Dirigenten wie Giulini, Wand und Celibidache, was immer man von ihren Aufnahmen im einzelnen halten mag, wohl kaum zu den Pultstars zählen, die sich eben mal beiläufig mit Bruckners Neunter beschäftigt haben. Zum anderen, weil die hier betriebene Verklärung einer vergangenen interpretatorischen Praxis auch Gefahren in sich trägt: Oft ist es schlichtweg der uns allen bekannte Effekt, dass wir Aufnahmen, in denen man ein Werk kennen- und schätzengelernt hat, nicht mehr gegen andere eintauschen möchten. Die Zementierung findet dann eher bei den Rezipienten statt als bei den Interpreten. Womit nichts gegen die hervorragenden Klemperer- , Walter- und Horenstein-Aufnahmen gesagt sei.


    Zitat

    Leider ist diese Aufnahme zur Zeit nicht auf CD erhältlich. Und sie wirft die von Ben gestellte Frage auf, ob nicht die Suche nach einer Referenz in eine Sackgasse führt. [...]
    Wird nach der „einzig wahren Interpretation“ gesucht, haben die Nachfolger praktisch keine Chance mehr. Diese Klemperer-Aufnahme hat dazu geführt, dass ich mir andere Aufnahmen, die ein ähnliches Ziel verfolgen, wie Giulini, Haitink oder Wand, nicht mehr besorgt habe, ohne damit im geringsten ihre Qualitäten infrage stellen zu wollen. Ist einmal eine solche Aufnahme wie die von Klemperer gelungen, geht es auf diesem Weg nicht mehr weiter.


    Meiner Meinung nach stellt die Suche nach der "einzig richtigen Interpretation" einen Holzweg dar. Eine einzige Interpretation kann ein Werk nie vollständig erfassen. Die inhärente Vieldeutigkeit eines Werkes wie Bruckners Neunter lässt sich durch unterschiedliche Interpretationen besser erfassen: Im Vergleich von Schuricht und Celibidache vermeint man im dritten Satz jeweils ein anderes Werk zu hören - doch auf ihre Weise tragen beide Einspielungen zu einem tieferen Verständnis bei.


    Viele Grüße


    Bernd

  • fällt disparat aus; es sind z. T. gegensätzliche Deutungen


    Peter Ruzicka WDR-SO live Köln 18.11.2005 (Radio-Aufnahme)
    Günter Wand Münchner Philharmoniker live (Radio-Aufnahme von ?)
    Ferdinand Leitner RSO Stuttgart live 14.11.1983 (hänssler classic)
    Uriel Segal SWF-SO (VMK globe)
    Lovro von Matacic Tschechische Philharmonie live (Supraphon)
    Günter Wand RSO Stuttgart live Ottobeuren 24.06.1979 (Hänssler)
    Hans Zender RSO Saarbrücken live Radio-Aufnahme von 1998
    Wolfgang Sawallisch Bayerisches Staatsorchester (LP Orfeo)
    Claus Peter Flor Niederländische Radiophilharmonie live Amsterdam 27.02.1996 (Radioaufnahme)
    Joseph Keilberth Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (LP Telefunken, meine erste Bruckner-Aufnahme, daher ;))

  • Zitat

    Original von helmutandres
    Joseph Keilberth Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (LP Telefunken, meine erste Bruckner-Aufnahme, daher ;))


    Auch ohne ;) halte ich die oben aufgeführte für eine sehr gute Bruckner-Aufnahme, weil Keiberth eine stark vorwärts drängende Interpretation anbietet, die ohne übermäßiges Pathos auskommt, sich aber den Rauheiten der Partitur nicht verschließt.


    Die Teldec hat die Aufnahme vor etlichen Jahren als AAD-CD verramscht, mit dem "In te, Domine, speravi" aus dem Te Deum quasi als Schlußsatz. :no:

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Meine Favoriten:


    FURTWÄNGLER, der sich mit seiner Lesart der Partitur und der hervorragenden Interpretation derselben durch die Berliner Philharmoniker-meiner Meinung nach- ein Denkmal setzte; die dynamischen Abstufungen der Themen des 1.Satzes sprechen dafür,
    ebenso die Innenspannung des Scherzos und die des 3.Satzes machen diese Aufnahme -für mich- zum non plus ultra; ebenso erwähnen möchte ich die Aufnahmen unter
    van BEINUM mit dem hervorragenden Concertgebouworkest; in dieser Aufnahme ist der 3.Satz wirklich "nahe beim lieben Gott":
    ABENDROTH zeigt in seiner Leipziger Aufnahme, das ihm dieses Werk eine Herzensangelegenheit ist, die hier auf höchstem Niveau musiziert wird.


    :hello:Heldenbariton

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
    GB

  • Frage von Alfred:

    Zitat

    Daher die Frage: Welche Aufnahmen lassen sich als Referenzaufnahmen empfehlen -damit die ersten drei Sätze mit der neuen Marthé Aufnahme verglichen werden können.


    Karajan zu empfehlen traut sich ohnehin keiner ...


    Ich habe erst vor kurzem aktuell zum Marthe-Thread die Marthe-Aufnahme mit meiner Karajan - Aufnahme von DG 1976 verglichen; nicht die Aufnahme von 1966, die bei Norbert als zu brav durchfällt.


    :] Damit hat sich die Sache für mich erledigt - meine Bruckner-Welt ist mit Karajan wieder in Ordnung gebracht; nicht minder mit Solti (Decca).


    Norbert schreibt zu Karajan´s 66er - Aufnahme:

    Zitat

    Es ist schade, daß er die 9. nicht noch einmal aufnehmen konnte, denn nach den sehr beachtlichen späten Aufnahmen der 7. und 8. hätte er sicherlich eine äußerst diskutable Einspielung fabriziert.


    :yes: Doch er hat sie 1976 nochmal in IMO referenzwürdiger Weise eingespielt.


    Die TV-Aufzeichnung von 1985 ist wiederum eine andere Karajan-Interpretation, die offenbar nicht auf CD erhältlich ist ?
    Ich dachte immer meine 1976er-Aufnahme sei die DG-CD der TV-Aufzeichnung !



    Berliner PH, Herbert von Karajan
    DG 1976 -1981
    Diese Aufnahmen habe ich als Einzel-CD´s: :jubel:

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo BenChors und alle Bruckner-Freunde,


    heute mal Bruckner 9 ohne den 4.Satz !
    Ich habe mir vorige Woche die neue
    MRAWINSKY_BRILLANT-10CD-Box zugelegt.


    Diese ist wieder (so wie die Oistrach-Brillant-Box) eine Zumutung !!!
    :( Alles LIVE-Aufnahmen - Wiederverwertungspolitik, vielfach in MONO, trotz Aufnahmedaten bis 1983.
    ((Die Sinfonnie Nr.3 von Khatchaturian ist darin offenbar von einem Zuhörer 1982 mit einem Kassettenrecorder vom Hörplatz in Mono aufgenommen worden. Das man so etwas veröffentlicht ist IMO eine Unverschämtheit, auch wenn man pro CD nur 2,-€ bezahlt. ))


    :wacky: Wenigstens gibt es in der Box drei anhörbare Werke, die in Stereo aufgenommen sind und kangtechnisch brauchbar sind:
    1. Schostakowitsch: Sinf.Nr.5
    2. Tschaikowsky: Sinf.Nr.5
    3. Bruckner: Sinf.Nr.9 , Aufnahme LIVE 1982


    Mrawinsky unerbittlich, aber scheinbar zunächst ohne Orchesterkultur - beim Hören gewöhnt man sich daran und stellt fest, dass Mrawinsky wiedermal packend interpretiert ------ Vielen wird diese Aufnahme nicht gefallen, da dies nicht der Bruckner ist, den man "aus dem heimischen Österreich" her kennt -
    das ist [rohe Gewalt = Roshdestwensky hoch 3].
    Die Stereoaufnahme hat kaum Rauschpegel, klingt aber nicht profimäßig aufgenommen.
    Eine Wahnsinnsinterpretation --- welch eine laue Brise da im Vergleich Wildner bietet.
    Ich fands gut.


    :hello: Wie findet ihr Mrawinsky´s Bruckner 9, soweit bekannt ???

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo Foristen,


    es ist Zufall, daß mir gerade heute früh eine CD mit der Aufnahme Wilhelm Furtwänglers mit den Berlinern vom 7. Oktober 1944 in die Hände fiel. Trotz der vielen inzwischen vergangenen Jahre ist die Klangqualität so schlecht nicht. Auf der CD wird angegeben, daß es sich um eine Live-Aufnahme handelt, alle Achtung. Die entsprechenden Live-Geräuse sind aber nicht zu hören.


    Nach dem Hören bin ich noch mehr überrascht: WF wählt in den ersten beiden Sätzen Tempi, die für ihn ganz untypisch erscheinen. Wo er Bruckner sonst oft sehr gemessen nimmt, ihm Zeit zum Ausschwingen läßt, geht es hier oft zügig, ja fast hastig zu. Auch unterliegen die Tempi mancher Schwankung.


    Nun ist man versucht, das in Verbindung zum Aufnahmedatum zu bringen. Kraß formuliert: wer wußte schon, wann die nächsten Bomben fielen ? Weiß jemand hier Details über das Entstehen dieser Aufnahme, als Aufnahmeort ist auf der CD nur Berlin angegeben. War es im Rahmen eines Konzertes ? Wie waren in dieser schweren Zeit die Rahmenbedingungen ? Gibt es vielleicht sogar noch überlebende Ohrenzeugen ?


    Erst im dritten Satz hört man Furtwängler schließlich so, wie man es bei Bruckner erwartet, mit gemessenem Tempo bekommt er die Steigerungen nobel hin und hält dabei die Binnenspannung erkennbar aufrecht. Mir ist dieser Satz immer wie ein Gebet Bruckners um wohlwollende Prüfung der Angelegenheit seiner Aufnahme in den Himmel vorgekommen. So ähnlich mag es WF auch gesehen haben.


    Insebsondere dieser dritte Satz ist für mich daher sehr gelungen.


    Holger

    Die Wahrheit liegt hinter dem Denken.

  • Hallo,
    eben erst entdeckt 8o


    Hier meine Lieblinge:


    An erster Stelle Zubin Mehta, 1965 aufgenommen.
    Hat mich schon auf LP fasziniert.
    So feierlich und überhöht hab ich das Adagio bis heute nicht mehr gehört.
    Allein die Hörner...ein Traum.
    Klanglich dito.


    den 2. Platz teilen sich Schuricht und Klemperer.
    So schön gegensätzlich und doch spechen mich beide Lesarten an.
    Beide auf EMI.
    Klemperer hat noch den Bonus der antiphonalen Aufstellung :D


    3. Platz für Harnoncourt...


    Dann kömmt der Rest:
    Wand, Walter, Haitink, Skrowaczewski.


    Sonderstellung für den Radiomitschnitt mit Harding aus Stockholm.
    Hoffentlich machen die ne CD :yes:


    :hello:
    embe