Ja die Liebe hat bunte Flügel - Georges Bizet: Carmen

  • Stimmt, es ist schon spät... :pfeif: Aber weiter vorne hat man sich ausführlich hinsichtlich diskographischer Empfehlungen ausgelassen. Da wird Dir sicher geholfen!


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Zitat

    Original von GiselherHH
    Als absoluten stilistischen Gegenpol zur Cluytens-Aufnahme würde Dir Theophilus sicher die Aufnahme von Herbie and the Schnitzels aus den good ol´ Sixties empfehlen. :D Ansonsten sieh´doch mal im Carmen-Thread nach...


    :hello:


    GiselherHH


    Woher du das schon wieder weißt... :D


    Obwohl, der Kontrast zu Cluytens wäre vielleicht doch ein wenig zu groß. Da sollte er noch zuvor Beecham einschalten, Karajan könnte er sich dann auch alternativ in der tollen DVD mit dem Salzburger Ensemble geben.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hallo,


    mich wundert, dass ihr diese Aufnahme noch nicht besprochen habt:




    Ich finde es zwar etwas seltsam, den gesprochenen Text von Schauspielern sprechen zu lassen, aber dafür klingt er auch richtig französisch. Die Sänger gefallen mir durchweg.


    Was haltet ihr von der Aufnahme?



    Thomas Deck

  • Hi


    Die Aufnahme ist auch sehr gut. Das Problem dabei ist Karajan. Wie du vielleicht mitbekommen hast, ist es nicht unproblematisch, in diesem Forum eine Karajan-Aufnahme zu empfehlen. Dass ich es wagte, die erste Karajan-Carmen und seine Salzburger DVD zu empfehlen, grenzte ohnehin an Tollkühnheit und ich wollte es nicht mehr darauf ankommen lassen, auch noch eine dritte Einspielung von ihm aufs Tapet zu bringen...


    :D :D :D


    Allerdings würde ich diese Aufnahme wirklich erst an dritter Stelle reihen, da die beiden älteren Aufnahmen doch besser besetzt sind (die bestmögliche Besetzung der 80er Jahre kann sich wieder einmal nicht ganz mit früheren Zeiten messen).

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von Theophilus
    Allerdings würde ich diese Aufnahme wirklich erst an dritter Stelle reihen, da die beiden älteren Aufnahmen doch besser besetzt sind (die bestmögliche Besetzung der 80er Jahre kann sich wieder einmal nicht ganz mit früheren Zeiten messen).


    Das ist aber kein Kompliment für Baltsa, denn Price hört sich in meinen Ohren nach einer Popdiva an, die zuviel Zigaretten geraucht hat (was der Aufnahme andererseits viel Lokalkolorit und Authentizität verleiht). :P;)

  • Zitat

    Das ist aber kein Kompliment für Baltsa...


    Warum nicht? Angnes Baltsa ist ziemlich gut, kann sich aber stimmlich nicht wirklich mit Leontyne Price messen, auch nicht mit Grace Bumbry. Aber wenn sie dir vom Typ her sogar mehr zusagt, warum nicht? Geschmäcker sind verschieden und ich habe kein Problem damit. Ich heiße ja nicht Edwin. ;)

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Fast jede Carmen sagt mir mehr zu als Price, da ich, wenn ich ihre Interpretation höre, einfach nicht das Gefühl habe, eine Oper anzuhören. Sie singt so "unklassisch".


    Was den Typ Carmen betrifft, so habe ich gerne jene Sängerinnen, die sich der Tradition der Opèra comique verpflichtet fühlen und die Erotik der Rolle dementsprechend weniger holzhammermäßig darstellen - sondern eine subtil verführerische, selbstbewusste und ironische Frau zeigen. Mein Carmenbild deckt sich ungefähr mit Giselhers, und Solange Michel bei Cluytens und Victoria de los Ángeles bei Beecham sind sehr gute Beispiele dafür.


    An zwei Stellen offenbart sich meiner Meinung nach die Qualität der Interpretation (natürlich ist das arg subjektiv):
    1.) Die Seguidilla. Carmen muss hier einen sehr konservativen, biederen, braven Mann verführen, der eigentlich schon quasi verlobt ist und ihr bisher eigentlich eher ablehnend gegenüberstand. Sicher, er war von ihrer sinnlichen Ausstrahlung fasziniert, aber seine Vernunft und auch Erziehung lassen ihn eher Abneigung empfinden. Wie macht sie das? Nicht, indem sie aufreizend mit den Hüften wackelt, sondern eher im Gegenteil: sie spielt ein bisschen armes Mädchen ("toute seule on s'ennuie", "mon pauvre coeur") und gaukelt ihm vor, dass sie sich nach wahrer Liebe sehne. Sie gibt sich hier nicht als starke und gefährliche Frau, sondern appelliert an seinen Beschützerinstinkt. Natürlich nützt sie ihn aus, natürlich ist sie die Stärkere: aber das darf an dieser Stelle aber weder ihm noch dem Publikum allzu deutlich werden. Und die Erotik kommt eh im zweiten Akt (wobei man es imo auch dort nicht so übertreiben muss wie Leontyne Price, aber von mir aus...).
    2.) Das "Kartenarioso" im dritten Akt. Das wird - wegen der Todesprophezeiung - gerne zu dramatisch gesungen. Aber Carmen ist eine Zigeunerin, die sich ins Schicksal ergibt, und macht daraus keine tragische Szene. Sie lehnt sich nicht auf. Die Arie ist auch undramatisch und leise komponiert, es ist eine Art stiller Demut. Es mag ein bisschen Traurigkeit beigemischt sein, aber nur dezent im Hintergrund. Stattdessen beschließt Carmen eher, die Zeit, die ihr noch bleibt, gut zu nutzen.

  • Die Aufnahme von Alain Lombard beim Label naive gibt es bei Karstadt/WOM gerade für 9,99. Kennt die jemand? Ich gehe mal davon aus, dass man bei diesem Label eine gute Einspielung erwarten darf, auch wenn mir die Sänger allesamt kein Begriff sind.


  • ThomasBernhard


    Sollte es diese Doppel-CD sein, die für 9,99 angeboten wird, würde ich sofort zugreifen, die kostet regulär über 40 EURO und war mir immer zu teuer.


    Ich habe die Aufnahme nur als Querschnitt auf 1 CD:



    Dirigent: Alain Lombard
    Orchester des Grand-Théâtre Bordeaux
    Chor des Grand-Théâtre Bordeaux
    Chorleitung: Gunter Wagner
    Kommentar: Fassung von F. Oeser, leicht gekürzt


    Rollen und Sänger
    Carmen: Béatrice Uria Monzon
    Dancaïre: Olivier Leguérinel
    Don José: Christian Papis
    Escamillo: Vincent Le Texier
    Frasquita: Maryse Castets
    Lillias Pastia: Paul Renard
    Mercédès: Martine Olmeda
    Micaëla: Leontina Vaduva
    Moralès: Olivier Lallouette
    Remendado: Thierry Trégan
    Zuniga: Lionel Sarrazin


    Es handelt sich hier um eine vielgelobte (sehr französische) Inszenierung aus Bordeaux von 1993, die 1994 im Studio für die Platte und für den Rundfunk (Radio France3) eingespielt wurde. Soweit mein Querschnitt maßgebend ist, sind die Sängerleistungen sehr ordentlich, herausragend m.E. ist nur Leontina Vaduva als Micaela.

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Liebe Taminos,


    die Kleiber-Carmen aus Wien ist brillant dirigiert und aus diesem Gesichtspunkt meine Lieblingsaufnahme. Der Taumel von "Les tringles des sistres tintaient" ist meines Wissens nie so aufpeitschend aufgenommen worden (manche würden sagen: knallig). Die Präludien zu den Akten präzise, selbst der Kinderchor rhythmisch perfekt. Aber: Domingo ist für mich kein genialer Don José, Obrastzova etwas behäbig und zu guttural für Carmen (als russisches Mütterchen, wie hier gelesen, würde ich sie aber doch nicht bezeichnen). Schlicht katastrophal aber Yuri Mazurok als Escamillo! Das Kleiber-Live-Gefühl macht zwar einiges wett, aber auch nicht alles!
    Leontyne Price ist mir zu drastisch; in der zweiten Karajan-Carmen gefällt mir Baltsa durchaus, aber Carreras ist zu leicht für Don José. Immerhin van Dam als Escamillo (nicht Tibbett oder Bohnen, aber sehr solide).
    Vieles an der Beecham-Aufnahme ist mir zu brav, auch Victoria de los Angeles, deren Timbre nicht genug "Dreckiges" hat, wie es Fairy Queen einmal perfekt ausdrückte.
    Meine derzeitige Lieblings-Carmen ist M. Lipovsek, deren Stimme genug Erdiges hat, die aber sängerisch mit Süße, Morbidezza oder auch lockender Verführung aufwarten kann - ich beziehe mich auf ihr Orfeo-Recital von 1989.


    LG,



    Christian

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  • Hallo zusammen,


    ich wollte mir demnächst meine erste Carmen zulegen. Ich hätte da ein paar Fragen ...


    - Wie ist die Tonqualität der EMI-Beecham-Aufnahme aus den 50gern?


    - Wie ist die Tonqualität der Cluytens-Aufnahme? Ist das Studio oder Live?


    - Kennt jemand die Aufnahme unter Lorin Maazel mit Anna Moffo? Die gibt es recht günstig zu erstehen. Taugt die Aufnahme was?


    Merci beaucoup!


    Florian

  • Zitat

    Original von Diabolus in Opera
    - Wie ist die Tonqualität der EMI-Beecham-Aufnahme aus den 50gern?


    Die Beecham-Aufnahme ist von 1958/1959, also frühes Stereo. Natürlich keine moderne Tonqualität, aber meines Erachtens technisch völlig in Ordnung. Wie oben schon erwähnt, handelt sich um die damals handelsübliche Fassung mit den nachkomponierten Rezitativen von Ernest Guiraud.


    Zitat

    - Wie ist die Tonqualität der Cluytens-Aufnahme? Ist das Studio oder Live?


    Das ist eine Studioaufnahme aus Paris aus dem Jahr 1950, dementsprechend Mono, Dialogfassung, die Sänger sprechen selbst.


    Zitat

    - Lorin Maazel mit Anna Moffo. Die gibt es recht günstig zu erstehen. Taugt die Aufnahme was?


    :no: :no: :no:


    Mich überzeugt die Aufnahme in keiner Hinsicht: Anna Moffo fehlen grundlegende stimmliche Voraussetzungen für die Rolle der Carmen. Sie war ein lyrischer Sopran und nicht einmal ein eher tief gelagerter (wie de los Angeles). Micaela hätte sicher funktioniert, aber für Carmen fehlen ihr einerseits die souveräne Tiefe und andererseits die nötige Dramatik. Bereits die Traviata war für sie eine Grenzpartie. Auch war ihr Timbre eher süß und cremig, deshalb scheitern alle ihre Versuche, lasziv zu klingen. Sie gurrt sich durch die ganze Aufnahme, die noch dazu bereits aus einer Zeit stammt, als Moffo schon weniger als Opernsängerin als als Fernsehstar von sich reden machte. Was sie geritten hat, diese Rolle zu übernehmen, ist mir ein Rätsel. Auch die restliche Besetzung reißt es nicht raus: Franco Corelli ist animalisch, unidiomatisch und holzt drauflos wie die Axt im Walde. Piero Cappuccillis Escamillo ist ebenfalls eher von der lauten Fraktion. Dazu kommen Maazels eigentümliche Tempi und ein seltsam halliger Klang der Aufnahme. Die Dialoge werden von Schauspielern aufgesagt. Würde ich zu keinem Preis empfehlen.

  • Das ist gar nicht so einfach.


    Gut erscheint mir die Cluytens-Aufnahme von 1950. Das ist eine elegante, schlanke Aufnahme mit rein französischsprachiger Besetzung. Der Vorteil ist die stilistische Geschlossenheit. Das ist die einzige mir bekannte Aufnahme, in der noch ansatzweise der wohl verloren gegangene französische Stil praktiziert wird. Die Sänger sind gut, aber nicht überragend. Insbesondere der Tenor Raoul Jobin ist mit seinem gepressten Organ weniger mein Fall.


    Der historische Gegenpol ist die etwa gleichaltrige Aufnahme von Fritz Reiner. Der dirigiert absolut unfranzösisch, aber auch wirklich mitreißend, wenn auch im Orchester eine etwas überdominante Triangel auffällt. Das ganze geht unter seiner Stabführung Richtung Verismo. Besonders Risë Stevens ist als Carmen sehr aufreizend, ja fast klischeehaft, aber stimmlich in guter Form. Robert Merrill und Licia Albanese sind echte Luxusbesetzungen für Escamillo und Micaela. Das einzige ernsthafte Problem der Aufnahme ist Jan Peerce, der in den letzten beiden Akten an seine Grenzen stößt.


    Auch die Aufnahme von Beecham finde ich empfehlenswert. De los Angeles und Gedda sind relativ leichte Besetzungen für Carmen und José, aber es funktioniert. Beecham dirigiert etwas vorsichtig, aber mit viel Liebe zur Partitur. Der Aufnahme fehlt die schwüle Erotik, die wohl vielfach mit dem spanischen Ambiente in Verbindung gebracht wird. Besonders de los Angeles setzt mehr auf subtile Verführung, zu brav finde ich die Aufnahme aber deshalb nicht.


    Dann wäre da noch die Aufnahme von Rafael Frühbeck de Burgos, die wohl inzwischen im Billig-Segment gelandet ist. Bumbry ist eine wirklich gute Carmen, die von Stimme und Darstellung zwischen den Extremen liegt. Jon Vickers ist von jeher ein Tenor, an dem sich die Geister scheiden. Ich mag ihn auch als Don José: kein Bubi vom Typ Gedda und auch kein strahlender Standard-Abziehbild-Liebhaber vom Typ Domingo. Sein José ist mehr ein zwiespältiger Charakter, zwischen naiver Liebe, kopfloser Verzweiflung und unbeherrschter Wut. Auch die Micaela von Mirella Freni ist wunderbar.


    Die Aufnahme von Claudio Abbado mit Berganza und Domingo ist auch eine runde Sache. Gegen die Aufnahme habe ich nichts ernsthaft einzuwenden. Irgendwie finde ich das Ganze aber etwas glatt und langweilig. Bei so vielen gegensätzlichen Einspielungen fehlt hier etwas das individuelle Gesicht. Wohl eine gute Aufnahme, aber trotzdem nicht ganz mein Fall.


    Die beiden Studioaufnahmen von Karajans haben, wie Du oben lesen kannst, auch viele Befürworter. Ich kenne die aber beide nicht.

  • Hallo Zauberton,


    besten Dank für Deine detaillierten Ausführungen :jubel:
    Hmm, die Aufnahme von Raphael Frühbeck de Burgos klingt recht attraktiv, obwohl ich von ihr vorher noch nichts gehört habe. Mit Vickers komme ich eigentlich ganz gut klar. Von wann ist die Aufnahme? Wie ist die Tonqualität? Wie nimmt sich das Dirgiat aus? Besten Dank!



    :hello: Florian


    P.S.: Die Aufnahme gibt es tatsächlich bei EMI zum Budget-Preis. Da muss man aber wohl auf ein Libretto verzichten, denke ich mal ...

  • Die Aufnahme ist von 1969, die Tonqualität für meine Begriffe tadellos. An das Dirigat kann ich mich ad hoc, ehrlich gesagt, im Einzelnen nicht mehr erinnern. Also im besten Sinne unauffällig.


    Man sollte vielleicht dazu sagen, dass auch in dieser Aufnahme die Dialoge von Schauspielern gesprochen werden. Es sorgt ja bei manch einem für Irritationen, wenn die Stimmen nicht ganz zueinander passen. Bei dieser Aufnahme stört es mich allerdings nicht.

  • Hallo zusammen,
    weiß vieleicht einer von Euch ob es einen Live-Mitschnitt von Carmen mit
    Rudolf Schock ( 19.Nov.1956 in Wien Premiere ) gibt.
    MfG
    Dieter

  • Zitat

    Original von Zauberton
    Die Aufnahme ist von 1969, die Tonqualität für meine Begriffe tadellos. An das Dirigat kann ich mich ad hoc, ehrlich gesagt, im Einzelnen nicht mehr erinnern. Also im besten Sinne unauffällig.


    Man sollte vielleicht dazu sagen, dass auch in dieser Aufnahme die Dialoge von Schauspielern gesprochen werden. Es sorgt ja bei manch einem für Irritationen, wenn die Stimmen nicht ganz zueinander passen. Bei dieser Aufnahme stört es mich allerdings nicht.


    So, ich habe mir die Aufnahme jetzt mal bestellt, ist ja wirklich sehr günstig zu haben (ein schmuckes Cover hat sie auch noch ...). Werde mich dann mit meinen Eindrücken zurückmelden. Danke nochmal für die Beratung :jubel:


    Florian

  • Meine Lieben,


    Für diejenigen, denen brillante Stereotöne nicht als lebensnotwendiges Kriterium erscheinen, kann ich zwei Aufnahmen empfehlen, die schon ihre Jahre auf dem Buckel haben. Die eine ist natürlich von Karajan (gibt es eigentlich einen Dirigenten, der mehr "Carmen"-Aufnahmen hinterlassen hat als er?) und entstand konzertant 1954:



    Die andere wurde schon von Felipe hier erwähnt, ist allerdings nicht 1949 entstanden sondern bereits im März 1943 und stellt einen Live-Mitschnitt aus der New Yorker MET dar. Dirigent ist Sir Thomas Beecham. Auch diese Aufnahme gibt es bei Walhall; ich besitze sie von Arkadia, habe aber kein Coverbild zum Zeigen (und stelle daher das Walhall-Bild herein).



    Die Karajan-Version verfügt über eine Traum-"Carmen", die rein musikalisch zum Allerbesten gehört, was in dieser Partie vorstellbar ist: Giulietta Simionato. Sie gibt eine intelligente Carmen mit vielen Schattierungen, keine gewöhnliche Zigeunerin. Um sie herum hat Karajan ein Ensemble gebaut, das wirklich perfektest abgestimmt ist: Nicolai Gedda singt den Don José und er kehrt das Unsichere, Verzweifelte sehr überzeugend hervor, begnügt sich nicht mir Strahlegesängen. Michel Roux ist ein idealer Escamillo, ein wenig ölig, viril-verführerisch mit einem Schuß sinnlicher Brutalität, und er hat auch das Federnde, was seine Faszination bei Carmen glaubhaft macht. Hilde Güden als Micaela wird zwar von Mirella Freni für mein Gefühl noch übertroffen, aber sie stellt dennoch ideale Besetzung dar. Graziella Sciutti als Frasquita und Luisa Ribacchi, Enzo Sordello als Moralès, Fredrick Guthrie als Zuniga und das Schmugglerpaar Gino del Signore und Mario Carlin - da ist kein schwacher Punkt dabei. Karajan dirigiert uneitel, auf musikalischen Glanz bedacht (aber keineswegs überpoliert, sondern blendend dosiert). Man glaubt, "Carmen" dürfe gar nicht anders klingen, und muß daher eine ähnlich gute, aber ganz anders geartete Einspielung dazu hören, um nicht einseitig zu urteilen.


    Beechams frühe Version ist tontechnisch natürlich im Vergleich inferior, aber trotzdem gut genug. Er kehrt mehr das Dramatische heraus, wirkt stellenweise sogar etwas nervös im Tempo (etwa zu Beginn), wechselt aber sehr geschickt immer wieder zu ruhigerer Gestaltung, wird nie langweilig und ruft ein ähnliches So-und-nicht-anders-Gefühl hervor. Seine Carmen ist die Belgierin Lily Djanel, die vor den Nazis nach New York geflüchtet und dort jahrelang eine der Standard-Carmens war. Sie gibt eine elementarere Figur (freilich nicht so proletarisch-ordinär, wie die von mir in dieser Rolle auch verehrte Price es in manchen Augenblicken anlegte), temperamentvoll, aber nicht übertrieben. Und sie singt großartig, wenn auch nicht so das Kunstvolle betonend wie die Simionato, aber das sind eben zwei ganz verschiedene Möglichkeiten, die Rolle aufzufassen. Ihr Don José ist der Canadier Raoul Jobin, der damals wirklich prächtigst bei Stimme war, kein Weichei, sondern durchaus ein stolzer Spanier. Mein geliebter Leonard Warren als Escamillo singt beeindruckend, wie nicht anders zu erwarten, aber für diesen Beau fehlt ihm in der Stimme das Schillernde, er wirkt eher verdihaft. Licia Albanese als Micaela verblüfft anfangs durch einen unangebrachten Soubrettenklang, der gar nicht zur Rolle paßt. Das legt sie später aber ab, und besonders ihre große Arie im dritten Akt singt sie superb. Freilich klingt sie eher wie eine Violetta und große Dame, doch daran denkt man nicht. Da ist eine Färbung und eine Sicherheit in diesem Organ (ähnlich wie bei der Simionato), die solche Einwände kleinlich erscheinen lassen. Auch die übrige Besetzung bietet Feinstes (u.a. Thelma Votipka, Alessandro de Paolis, George Cehanovsky). Die MET konnte damals wahre Superbesetzungen bieten.


    Schellackianer, laßt Euch diese Köstlichkeiten nicht entgehen!


    LG


    Waldi

  • Lieber Waldi,


    die Karajan-Version klingt ja tatsächlich verführerisch, werde ich für den nächsten Bestell-Anfall einmal vormerken. In meiner Simionato-Compilation klingt sie mir als Carmen ein klein wenig zu belcantistisch, zu beherrscht-überlegt. Stimmlich dürfte sie aber zu den ganz großen Carmens zählen.


    LG,


    Christian

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  • Lieber Christian,
    ich denke doch, daß die Carmen getrost ein wenig belcantistisch klingen darf. Ansonsten ist die Simionato ja eine Ausdrucks-Sängerin, die bei Verdi, aber auch bei Mascagni, in "Cavalleria Rusticana" Ihre ausdrucksstarke Stimme eingesetzt hat.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Die Simionato hat die Carmen sehr oft gesungen, ich kenne mindestens ein Dutzend verschiedene Aufnahmen, in italienisch und französisch.


    Die Wiener Carmen unter Karajan, die Waldi vorgestellt hat, kenne ich auch und schätze sie. Was mich allerdings stört - es ist die Rezitativ-Fassung von Giraud.
    Ein Jahr später hat Karajan die Carmen in Mailand wieder aufgenommen, allerdings diesmal in der Dialog-Fassung, die beim gleichen Label zum Billigpreis ebenfalls erhältlich ist:



    Aufnahme: 18.1.1955, live, Milano
    Dirigent: Herbert von Karajan
    Orchestra del Teatro alla Scala Milano
    Coro del Teatro alla Scala Milano
    Chorleitung: Norberto Mola
    Inszenierung: Herbert von Karajan


    Carmen: Giulietta Simionato
    Dancaïre: Mario Carlin
    Don José: Giuseppe di Stefano
    Escamillo: Michel Roux
    Frasquita: Graziella Sciutti
    Mercédès: Luisa Ribacchi
    Micaëla: Rosanna Carteri
    Moralès: Enzo Sordello
    Remendado: Gino del Signore


    Ich finde jedoch nicht, dass die Simionato hier belcantistisch singt. Die Ausschnitte, auf die sich Christian weiter oben bezieht, stammen vermutlich von den Aufnahmen aus Neapel 1952/53 - da hatte ich auch diesen Eindruck.


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Die Simionato als Carmen, die hat sie in Wien eigentlich selten gesungen.


    Ihr Partien waren mehr die Verdi Mezzos, Preziosilla, Amnersis, Eboli, Acucena, Ulrica aber auch Rossinis La Cenenerentola.


    Sie hatte einen unverwüstlichen Charme und ist immer sehr freundlich gewesen.


    Ich habe sie auch mit der Tebaldi als Amneris in der Aida, als Eboli und als Italienierin in Algier.
    Alles auf LP Gesamtaufnahmen.


    Eine bezaubernde Stimme, die auch, wie so viele, unverwechselbar ist.


    Habe gestern nicht schreiben können, da ich von 9 Uhr - 21 Uhr in der UIN Vorlesungen hatte, und sehe müde war, dafür heute einen schönen guten Morgen aus Wien, Euer Peter.

  • Ich habe da von Philips, Szenen und Arien aus beliebten Opern.


    Carmen, in deutscher Sprache


    mit:


    Carmen - Gisela Litz,
    Don José - Ernst Kozub,
    Escamillo - Franz Grass,
    Micaela - Rosl Schwaiger,
    Frasquita - Angela Kotthoff,
    Mercédes - Maria Graf.


    Großes Opernorchester und Chor,


    Dirigent: Marcel Couraud.


    Philips G 03 107 L


    Man ist ja gewohnt, Carmen in Französisch zu hören, aber diese ist gar nicht so schlecht.


    Damals hat Gisela Litz auch die Amneris gesungen, deshalb dachte ich sie wird sich weiter, jedoch in Originalsprache, sich zu einer großen Mezzosopranistin entwickeln, aber sie ging dann recht bald ins Komische Fach.


    Liebe Grüße Peter aus Wien.

  • Meine Lieben,


    Mit "Carmen" hat man es nicht immer leicht, davon zeugt diese DVD einer MET-Aufführung von 1989:




    Ich muß vorausschicken, daß Bild- und Tonqualität nur ein relatives Urteil zulassen. Schwankend wie letztere ist auch mein Eindruck von manchen Mitwirkenden. Nicht nur daß über dem Bild ständig so eine Art ganz leichter Grauschleier liegt, auch die Stimmen klingen immer wieder dumpf und wie hinter einem Vorhang (an der Rampe hört sich's dann besser an, ebenso beim Orchester - wahrscheinlich hat man mit Mikrophonen gegeizt).


    Mag sein, daß der Aufnahme ein wenig Restaurierung gut täte und man dann einen etwas anderen Zugang fände. Allerdings sind Mengelberg und Ripley schon vor längerem zu einer in bezug auf die Hauptdarsteller ähnlich mäßigen Beurteilung gelangt.


    James Levine dirigiert durchaus ordentlich, trotzdem will sich nicht restlose Begeisterung einstellen. Tadellose Qualität von der Stange, aber schließlich gibt es weit aufregendere Interpretationen.
    Die Inszenierung (Paul Mills) ist biederes Handwerk mit allerhand Ausstattung (John Bury). Brauchbar, aber künstlerisch nicht aufregend.
    Die Bildregie hatte Brian Large, der auch schon Besseres geliefert hat.


    Die Darsteller der Hauptrollen bieten wiederholt packende Momente, aber keine durchgehende Spannung. Agnes Baltsa als Carmen wirkt im Spiel recht künstlich und überhaupt nicht verführerisch und vermag auch stimmlich nur teilweise zu überzeugen. An diesem Abend war sie irgendwie nicht in besonderer Form (und wirkt auch dann vor dem Vorhang nicht wirklich locker). Die Rolle hat sie anderswo weit besser verkörpert.
    Bei Jose Carreras als Don José muß man fairerweise berücksichtigen, daß das bald nach seiner Krankheit und er natürlich stimmlich nicht mehr der Alte war. Man sollte daher anerkennen, wie er sich anstrengt, alles zu geben (und dementsprechend forciert), und auch wenn man es natürlich merkt, daß das Wollen nicht wirklich ausreicht, so sollte man das Resultat nicht zu streng beurteilen. Schauspielerisch bemüht er sich mit Teilerfolgen. Für seinen damaligen Zustand also eine beeindruckende Leistung, im Vergleich zu anderen Don Josés natürlich weniger, aber sympathieerweckend.
    Erstaunlich blaß Samuel Ramey als Escamillo: Brav heruntergesungen, aber ohne Ausstrahlung. Wieso verfällt Carmen diesem Kleiderständer? (Zugegeben: So schlimm ist's natürlich auch wieder nicht, sagen wir also ein Escamillo von der Stange - wie vieles an dieser DVD, siehe oben).
    Leona Mitchell als Micaela verfügt über ein berührendes Organ, unterdrückt aber oft die subtilen Nuancen, welche die Partie fordert und erinnert mich eher an eine Elvira. Trotzdem ein Pluspunkt.
    Myra Merritt und Diane Kiesling als Frasquita und Mercédès sowie Anthony Laciura als Remendado singen gut, Bruce Hubbard als Dancaire dagegen wird kaum hörbar (vielleicht nicht ganz seine Schuld), der Rest brauchbar bis mäßig.


    LG


    Waldi

  • Liebe Taminos,


    hier Theodora, ich bin ganz neu hier im Forum und habe mich nun zum ersten Mal getraut, auch mal was zu sagen, also bitte nicht auf den Kopf schlagen. :untertauch:


    Ich habe mich noch gewundert, als ich den Ausschnitt aus der Version von "Carmen" mit Boltsa und Carreras gesehen habe, über die Forcierung von Carreras. Er kam mir auch sonst irgendwie merkwürdig vor als ich ihn sonst von den anderen Aufnahmen so kenne. Jetzt hat sich das durch seine unmittlebar vor der Vorstellung überstandene Krankheit erklärt... Vielen Dank für die Info an Walter Krause...:hello:


    Was die Lieblingsaufführung angeht, so habe ich hier die Version mit Mario del Monaco und Giulietta Simionato noch gar nicht besprochen gesehen. Ich habe vor kurzem einen Live-Ausschnitt aus den 1950ern im Youtube gesehen und fand es sehr beeindruckend. Weiss jemand, ob es eine Aufnahme davon gibt oder ob die beiden nur Live zusammen in "Carmen" aufgetreten sind?


    Was meine Lieblingsaufnahme angeht, so bin ich, da ein absoluter Gedda-Fan, für die Aufnahme mit Gedda und Simionato, ich finde, ihre energiegeladene Art passt wunderbar zu seiner lyrisch-verzweifelten Darbietung... Ach! Das ist doch zum Heulen, so toll finde ich das! :no:
    Doch dazu muss man sagen, ich habe die Aufnahme von de los Angeles mit Gedda nicht gehört - vielleich passt je das Sanfte zum Sanften genauso gut wie das Sanfte zum Wilden... Hoffentlich kann ich bald Näheres dazu sagen... O ihr Löcher im studentischen Portmonnaie!.. ;(


    Ich habe mehrere Aufnahmen mit Domingo gesehen, und muss sagen, irgendwie finde ich das nicht so inspirierend, vielleicht weil Domingo zu perfekt ist, wenn man als Laie das so ausdrücken darf... Und doch muss ich mich für meine Landsfrau Obrastsova einsetzen. Ich fand sie zusammen mit Domingo gar nicht, als am Anfang des Threads (sorry, nicht den Namen des Verfassers gemerkt), einem russischen Muttchen ähnlich, auch wenn ihre Carmen vielleicht melancholischer und kühler wirkt als viele anderen. Für mich wirkte sie eher als eine Frau, die sich der Folgen ihrer Handlungen bewusst wird und darunter leidet, ist ja auch eine Version...


    Ansonsten wollte ich natürlich die Frage nach der neuesten Besetzung von "Carmen" mit Netrebko und Kaufmann nachfragen, ob das jemand gesehen bzw. gehört hatte oder ob diese Besetzung woanders diskutiert wurde. So viel erzählt für das erste Mal! Uff! :stumm:

  • Meine Lieben,


    Mein inzwischen wohl schon bekannter Trieb, Aufnahmen aus der Schellackzeit zu beschnüffeln, veranlaßte mich schon vor längerem zum Erwerb dieser Edition:



    Das ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1945, die schon bei mehreren Labels im Programm steht. Mein Exemplar ist 1999 bei URANIA ediert worden.


    Mich hat vor allem die Stignani interessiert, doch die restliche Besetzung ist ja auch prominent genug. Außerdem wollte ich natürlich hören, wie die "Carmen" auf italienisch klingt.


    Vincenzo Bellezza dirigiert das Orchester der Opera di Roma und bietet eine gute kapellmeisterliche Leistung. Allerdings fehlt ein wenig die französische Eleganz; die Oper hört sich zu veräußerlicht an (woran aber nicht nur Bellezza schuld ist). Auch die Stignani bleibt meist an der Oberfläche und läßt daher eher kalt, wirkt weder sinnlich noch bedrohlich; am ehesten überzeugt sie noch in den melancholischen Momenten. Sie singt zwar tadellos, aber bleibt zu oft bei der schönen Form und achtet zu wenig auf variablen Ausdruck.
    Ihr Don José ist Benjamino Gigli: Noch immer virtuos, aber recht larmoyant, zu larmoyant, würde ich meinen. Giglis Tochter Rina singt die Micaela: Naja, sie tut das wie eine Vorzugschülerin an der Akademie, hält die Töne auch einmal extra lang aus, aber insgesamt bleibt sie der Figur viel schuldig. Für kleine Nebenpartien wäre die Stimme gut, aber korrekt und gut sind nicht immer dasselbe. Sagen wir also, achtbar.
    Gino Bechi als Escamillo ist kein Sänger der schönen Form. Er hört sich weniger verführerisch als gefährlich an - faszinierend wie eine Tarantel. Aber damit macht er immerhin etwas aus seiner Rolle.
    Der Rest des Ensembles ist durchaus ordentlich.


    Das Vielschichtige der "Carmen" bleibt hinter der - gekonnten -Tschindarassa-Bumm-Auffassung weitgehend verborgen. Keine unbedingt schlechte Einspielung (von der Tonqualität darf man sich natürlich keine Wunder erwarten, besonders am Anfang gibt es einige Schwierigkeiten), aber zu sehr auf eindimensionale Effekte reduziert.


    LG


    Waldi

  • Hierher verschoben, da Diskussionen in den TMOO-Threads nicht erwünscht sind, weil auch diese Textthreads davon profitieren sollen. J.R. II


    Original von Philhellene aus dem Thread TMOO - Carmen


    Zitat

    Fazit: Ich habe seit langem eine genaue Vorstellung von einer perfekten Carmen-Aufführung. Carmen ist eine Opéra comique und muss auch dementsprechend dargeboten werden (und nicht als Mascagni-Leoncavallo-Verschnitt!): lebhaft, geistreich, leichtfüßig und mit einer gewissen französischen Eleganz. Über die Carmen-Darstellerin habe ich schon irgendwo hier im Forum gesagt: Wenn sie eine gute Périchole singen kann, wird sie unzweifelhaft auch eine gute Carmen singen können. Bei allen meinen Überlegungen zur perfekten Carmen wusste ich nicht, dass es diese perfekte Carmen-Aufführung, wie ich sie mir vorstelle, schon gibt: Das ist sie! Das ist die unangefochtene Referenz, an der sich alle Carmen-Aufführungen messen müssen!


    Lieber Martin,


    sag ich doch - weiter oben. :D Bloß nicht mit der gleichen Fachkompetenz und guten Worten wie Du. Schön, daß Du auch das opera-comique-Argument bringst. Auch wenn das Komische in der Musik von Bizet bisweilen beißend und sarkastisch ist bzw. wirkt.


    :hello:
    Wulf

  • Zitat von Wulf

    Lieber Martin,


    sag ich doch - weiter oben. :D

    Das ist mir nicht entgangen! Aber ich wollte deine Wertung nicht schlicht verdoppeln, sondern auch meine eigenen Gedanken zur "Carmen" darlegen.



    Zitat

    Schön, daß Du auch das opera-comique-Argument bringst. Auch wenn das Komische in der Musik von Bizet bisweilen beißend und sarkastisch ist bzw. wirkt.

    "Carmen" ist eine französische Opéra-comique (namentlich, formal, inhaltlich und musikalisch!) und muss als solche dargeboten werden! Welche Motivation die noch immer zahlreichen Dirigenten und Sänger haben, die sie partout all'italiano zu Gehör bringen wollen, erschließt sich mir in keiner Weise, da die Oper dadurch nur an Reiz verliert. Als Experiment mag es ja einmal recht interessant gewesen sein, aber mittlerweile sollte man doch flächendeckend zur Vernunft und Einsicht in den Stil der Carmen gekommen sein!


    "Carmen" ist zu weiten Teilen eine herrlich witzige Oper, was vor allem dem Charakter der Carmen - aber auch ihren offenbachesken Komplizen! - geschuldet ist. Eine meiner Lieblingsstellen ist im Finale des zweiten Akts:


    LE DANCAIRE et LE REMENDADO
    Mon cher monsieur, mon cher monsieur,
    nous allons s'il vous plaît quitter cette demeure.
    Vous viendrez avec nous? Vous viendrez avec nous?


    CARMEN
    C'est une promenade. :D :D :D


    Bizet hat die Komik der Situation kongenial vertont! Wenn das von der Sängerin der Carmen adäquat vorgebracht wird (wie in obiger Aufnahme oder auch von der süffisanten Victoria de los Ángeles), gehört das zu den witzigsten Stellen des gesamten Musiktheaters!


    Liebe Grüße,
    Martin

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