Meine Wunschliste von noch nicht eingespielten Werken

  • Zitat

    Original von raphaell
    Hallo,


    Frag doch mal beim Theater selbst an - die müssten ja eigentlich wissen, bei welchem Label - und ob überhaupt eine Aufnahme erhältlich war/ist...


    Hallo Johannes,


    ich sehe das auch so. Ein Blick in den Katalog der Bielefelder Stadtbücherei führte zu einem negativen Ergebnis, aber auf einer deutschen "opern-freund"-Website wird die Live-Aufnahme unter einem "In-House"-Verlag erwähnt.


    Es scheint sie also zu geben. Ich kenne leider weder Dirigent noch Intendant des Hauses persönlich, aber ich denke, das Theater würde sich aufgeschlossen für deine Anfrage zeigen. Leider habe ich mir seinerzeit keine Aufnahme verschafft, weil ich fand, dass die Aufführung zwar höchst eindrucksvoll war, aber nicht unbedingt in jeder Hinsicht plattenreif. Heute würde ich das vielleicht anders sehen. Ideal wäre es natürlich, wenn es eine DVD gäbe, aber dies scheint noch Zukunftsmusik zu sein.

  • Hallo Raphael, hallo Ralf,


    vielen Dank für Euren Hinweis. Werde mich am Theater Bielefeld kundig machen, wie es mit einem Mitschnitt der Oper aussieht.


    :hello:
    Johannes

  • Hallo,


    Ich sehe grade beim durchwühlen des Werkkatalogs von Joachim Raff - dessen Werk ich (soweit es die Diskographie zulässt) mich momentan annähere - dass er ein Oratorium mit dem Titel "Weltende" nach der Johannes-Apokalypse komponiert.


    Das Werk ist offenbar aufführungsfähig:
    *ttp://www.bach-wiesbaden.de/presse1.htm (ganz unten)


    Es würde mich durchaus reizen es mal zu hören! Vielleicht auch eine der Opern Raffs...


    LG
    Raphael

  • Hallo allerseits,


    heute erfuhr ich durch ein Tamino-Neumitglied, daß einer meiner in diesem Thread geäußerten Wünsche vor ein paar Wochen in Erfüllung gegangen ist. Am 03.09.2007 veröffentlichte das Label Chandos die Weltersteinspielung eines der größten Werke Bantocks: :]


    Sir Granville Bantock (1868-1946):
    Omar Khayyám -
    Oratorium in 3 Teilen für Alt, Tenor, Bariton, gemischten Chor und Orchester 1906-09
    Catherine Wyn-Rogers, Mezzosopran; Toby Spence, Tenor; Roderick Williams, Bariton;
    BBC Symphony Chorus, BBC Symphony Orchestra, Vernon Handley
    Chandos CHSA 5051, 2005/07, 3 SACD



    :jubel: :jubel: :jubel:
    Johannes

  • Wer war denn dieser Neuling? :pfeif:


    Ich höre gerade Herbstsymphonie von Joseph Marx - kennt die einer?


    Tolles Werk!


    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Zitat

    Original von Davidoff
    Und, gefällt sie Dir so gut wie mir ?


    Lieber Davidoff,


    nicht leicht zu beantworten :) Aber ja doch, sie gefällt mir gut. Vorgestern Abend hat mir Michael Schlechtriemen mit seiner Partnerin dankenswerterweise u.a. ein Werk von Marx vorgespielt, das ich noch nicht kannte, eine Pastorale für Cello und Klavier. Aber darüber kann er Dir sicher mehr sagen als ich.


    LG Peter

  • Banner Interviebanner 1 Gelbe Rose
  • Hallo,


    Zitat

    Original von Davidoff
    Wer war denn dieser Neuling? :pfeif:


    Ich höre gerade Herbstsymphonie von Joseph Marx - kennt die einer?
    Tolles Werk!


    Äääh, so weit ich mich erinnere, war der freundliche Tipgeber die Kapazität in Reznicek-Fragen in diesem Forum. :D


    Eine Aufnahme der 'Herbstsymphonie' von Joseph Marx besitze ich zwar noch nicht - was ich allerdings bisher an Ausschnitten daraus gehört habe, war einfach sensationell! Ein Endpunkt ausdrucksstarker spätromantischer Symphonik! :jubel:


    :hello:
    Johannes

  • Man darf gespannt auf die Aufführung der Herbstsymphonie 2009 in Leipzig sein. Riccardo Chailly wird dann wohl auch das Werk für die Platte mitschneiden.


    Ich denke, dort werden wir uns alle live treffen um Marx zu huldigen :jubel:


    Bis dahin muss der Rundfunkmitschnitt herhalten.


    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • ...nach wie vor scheinbar NICHT eingespielt: sein - mal "Oratorium", mal "Zyklus" genanntes - Werk "Om mani padme hum" (`64) f. Sopran, Bariton, Chor u. Orchester.


    na ich hatte mich ja schon im Thread "mein Avatar u. ich" als Buddhisten quasi geoutet :yes: - mit vielerlei christlich motivierter Musik (Messen, Psalmen, Requien - Orgelmusik sowieso ;)) kann ich nixdesdotrotz einiges anfangen (bloss mit Passionsmusiken so GAARNIX) ...
    ...aber noch eine kleine Handvoll mehr buddhistisch inspirierter Vokalmusik in meinem CD-Schrank wäre schon klasse !!!


    viell. fehlt`s ja auch schlicht am sog. "Ziel-Publikum" - BuddhistInnen, die gleichzeitig eine Neigung zu westlicher Avantgarde-Musik haben, scheinen mir reichlich dünn gesäät :(


    bye
    piet

  • Kennt jemand folgende Stücke für Sopran OHNE Klavier auf ieenr Einspielung:
    Virgilio Mortari: Canzone nostalgico für Querflöte und Koloratur-Sopran


    Boris Blacher: Francesca da Rimini (nachPetrarca-Text) für Sopran und Violine


    Ich habe die Noten, aber Beides noch nie gehört
    Scheint tolle Musik zu sein.


    F.Q.

  • Erniedrigt - Geknechtet - Verlassen - Verachtet... (1982)
    für Mezzosopran, Tenor/Sprecher, Baßbariton, Knabensopran, 16 Einzelstimmen (je 4 SATB), Chor und Orchester, Tonbänder, Video-Tape oder Projektion, 4-5 Dirigenten (Hauptdirigent, 2-3 Nebendirigenten, Chordirigent).
    Texte: Ernesto Cardenal, Florian Knobloch, Carolina Maria de Jesús, George Jackson, Jesaja.


    Teile:
    Vorspruch
    I Um der Unterdrückten willen.
    II Armut, Hunger, Hunger.
    III Gefangen, Gefoltert.
    IV Steht alle auf, auch die Toten.
    V «Senfkom».
    VI Tagesanbruch.
    VII Das Volk stirbt nie.


    Das siebzig Minuten lange Werk wurde 1981 in Amsterdam (ohne Teil 3) und in der vollständigen Fassung am 14.10.1983 in Donaueschingen zum ersten Mal aufgeführt - selbstverständlich im Rahmen der Donaueschinger Musiktage, so dass der SWR und der Ricordi-Verlag die einzigen Einrichtungen sein dürften, die Aufnahmen von Erniedrigt, geknechtet... haben. Das Werk wurde nur selten nachgespielt, so 1991 (?) in Frankfurt am Main und 1991 in Basel unter Beteiligung der Basel Sinfonietta.


    Die Texte der ersten drei Teile beschreiben Situationen der Unterdrückung an den Beispielen des Gießereiarbeiters Florian Knobloch, einer schwarzen Mutter in den Favelas Brasiliens und des in St. Quentin wegen eines Raubüberfalls langjährig inhaftierten und 1971 bei einem Fluchtversuch erschossenen militanten Afro-Amerikaners George Jackson. Der vierte Teil bringt die Vision einer Erhebung aus Unterdrückung und Finsternis. Der fünfte Teil, "Senfkorn", zeigt die Bilder von Gerechtigkeit und Frieden aus Jesaja 11. Die Teile 6 und 7 vertonen Texte von Ernesto Cardenal und zeigen die Visionen der gesellschaftlichen Veränderung und des Volkes, das unsterblich ist.


    Das Werk hat bei seinen ersten Aufführungen einen ungeheuren Eindruck gemacht. Die Berichte von der ersten Aufführung in Donaueschingen geben etwas davon wieder. Aus heutiger Sicht wirkt die Zusammenstellung der Texte vielleicht außergewöhnlich utopisch und entspricht kaum der Art und Weise, wie heute über politische Themen gesprochen wird. Die sehr seltenen Aufführungen dürften auch damit zusammenhängen und nicht nur mit dem Aufwand der Einstudierung des groß besetzten Werkes. Die Komposition ist ein Zeitzeugnis ihrer Epoche, sie spiegelt auch die Hoffnungen der Nicaraguanischen Revolution wieder und sie ist nach wie vor eine monumentale Darstellung der Visionen der Theologie der Befreiung und eines der wichtigsten und größtangelegtesten religiösen Musikwerke. Es mutet befremdlich an, dass in unserer Zeit, in der ständig neue Werke in Aufnahmen veröffentlicht werden, Klaus Hubers Hauptwerk nach wie vor unbekannt bleibt.

  • Ich würde sehr gerne eine CD Aufnahme von


    Johann Christian Friedrich Bach:
    DIE PILGRIME AUF GOLGATHA


    TExt;F.W. Zachariä


    unter dem Weihnachtsteller liegen haben.


    Ein Vergleich mit dem erschienenen J. B. Kehl Oratorium " Die Pillgrimme auf Golgatha"
    (bei Mitra erschienen)
    wäre sicher reizvoll.


    Mich wundern die vielen Konzert hinweise und Sänger angaben, bezüglich des Bach Werkes!


    Eine Aufnahme ?? Fehlanzeige!



    dieter göbler :)

    Glaube - Hoffnung - Liebe
    Miteinander - Füreinander

  • Durch die tolle 20 CD Box "200 Jahre Musik in Versailles" wurde mir wieder ein Werk in Erinnerung gerufen, auf dass ich schon früher aufmerksam wurde:



    "Les Fontaines de Versailles" von Michel Richard Delalande


    bisher gab es nur die Ouverture bei der Gesamteinspielung der Simphonies pour les Spoupers du Roi und jetzt bei der Box ist das
    "Air d'Ancelade" mit aufgenommen worden.



    Dies scheint wohl ein Druckfehler zu sein, es ist wohl "Encelade" gemeint.
    Ich weiß nicht ob das Werke eine "Orchestersuite" ist, oder ein ganzes Ballett.
    Delalande hat wohl zu allen Bosketten (15 an der Zahl) des Garten von Versailles Instrumentalstücke komponiert, vielleicht sind auch Vokalstücke mit dabei.


    Jedenfalls scheinen die instrumentalen Stücke auch bei besonderen Promenaden Louis XIV gespielt worden zu sein.
    Mann kann es sich gut vorstellen, da ja bei jedem Boskett eine kleine Pause gemacht wurde und prinzipiell da auch Musik gespielt wurde.


    Delalande scheint es besonders gut gelungen zu sein, diese Fontänen musikalisch zu beschreiben, denn wer den "Riesen Encelados" einmal erleben durfte, der weiß wovon ich rede:




    Das Boskett wurde frisch restauriert und erstrahlt im alten Glanz.
    Der Riese Encelados versuchte mit den Titanen den Olymp zu stürmen, indem er alle Berge der Welt übereinander türmte.
    Jupiter aber schleuderte seine Blitze und traf die Konstruktion, Encelados wurde unter dem Geröll begraben.
    Die politische Botschaft dieser Fontäne ist auch eindeutig :pfeif:


    Der Riese ist im Moment des Todes dargestellt, das Geröll über ihm, die wohl dramatischste Figuren Fontäne der ganzen Anlage.



    Jedenfalls möchte ich unbedingt das ganze Werk endlich mal hören, vor allem im Zusammenhang mit den Gärten ist das sehr interessant. Denn wie wunderbar ist es wenn sich die visuellen Reize der Anlagen mit dem rauschen des Wassers und den Klängen der prächtigen Musiken vereint.


    :faint:

  • Hallo, liebe Produzenten,


    offenbar ist Euch entgangen, daß es aufführbares Material von Antonio Salieris unvollständig komponierter Cosí fan tutte gibt.


    Ich würde das gerne mal hören!


    :yes:


    Außerdem fehlt mir ganz dringend eine brauchbare Einspielung des so wunderschönen Requiems von Nicolo Jommelli, welches mir in handschriftlichen Stimmauszügen vorliegt. Eine Requiem-Sammlung ohne dieses Werk kann nur fragmentarisch bleiben... Zwar wurde Jommellis Requiem einst eingespielt, aber die Interpreten schrecken mich von einem Kauf doch eher ab.


    Auf je eine HIPpe Einspielung freut sich


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • also es fehlt doch mehr als man denkt.


    eigentlich ist das gesamte 17. jahrhundert der italienischen Opernliteratur, abgesehen von den 3 Opern Monteverdis und den Opern Cavallis völlig unerschlossen.


    Allein aus dem Zeitraum 1660 - 1700 gibt es kaum Opern die bisher auf Cd gebannt wurden.
    Bzw sie sind nicht mehr erhältlich, weil die Labels die z.B. die Bühnenwerke Stradellas eingespielt haben so gut wie gar nicht bekannt sind.



    Da müsste echt mal was passieren - wie wäre es denn, wenn das gesamte Opernschaffen von 1860 - 1900 fehlen würde ?

  • ich bin mir nichtmal sicher ob das Werk wirklich existiert, aber angeblich wurde die


    Ode a Priape von Alexis Piron von J.P. Rameau vertont.



    das wäre wirklich mal was :hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha:


    wenn das existiert, dann aber sofort auf CD, aber zack zack


    :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:

  • Banner Trailer Gelbe Rose


  • Ja, her damit!!! :D

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Möglich, daß ich es schon einmal in diesem Thread gewünscht habe - aber doppelt gemoppelt hält eh' besser, daher:


    Antonio Rosetti
    Requiem für die Beisetzung der Fürstin Maria-Theresia zu Oettingen-Wallerstein
    zugleich am 14.12.1791 anlässlich des Ablebens des Herrn Kapellmeisters Mozart zu Prag gegeben


    in einer ordentlichen HIP-Einspielung [Hermann Max? René Jacobs? Einer der Sperings? ...]


    Das muß doch drin sein, oder?


    Ich würde mich auch gerne zur Verfügung stellen, den Notensatz zu machen... :pfeif:


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Salü,


    soeben habe ich erfahren, daß cpo offenbar das Requiem von Rosetti neulich eingespielt hat und gegen Ende 2009 veröffentlich wird.


    Das ging jetzt aber schnell jetzt... :D


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)


  • Weißt du da näheres: Wer hats gemacht? Hermann Max, Helbich (Alsfelder Vokalensemble) oder noch besser Haselböck (obwohl ich vermute, dass ihm das schon zu spät is)?


    LG joschi

  • Das wurde leider nicht bekanntgegeben, aber ich hake nochmals nach. Mein Tip lautet: Hermann Max & Co. (wäre mir auch am liebsten :lips: )


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Liebestraum
    Carl Maria von Weber: Preciosa
    Musik zu Pius Alexander Wolffs Schauspiel


    Ein großartiges romantisches Werk, wurde bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr oft gespielt.


    Außer der Ouvertüre (in mehreren Einspielungen vorhanden) existiert von der gesamten Schauspielmusik nicht eine einzige CD-Aufnahme!!!


    Hallo,


    überhaupt ist die Situation bei WEBERs Werken sehr beklagenswert!
    Ich habe gerade das Werkverzeichnis von Jähns vor mir liegen, es umfasst 308 Nummern!
    Sicher sind darunter eine Reihe von Kanons weniger Takte, sowie kleinere Lieder, Chöre und Instrumentalstücke. Aber wieviel bleibt dabei noch ohne eine Aufnahme. Das es von der "Preciosa"( immer noch?) keine Einspielung gibt, lese ich jetzt hier mit Bedauern (ich hatte selber noch gar nicht gesucht, auch wenn schon länger Interesse besteht)
    Weitere Beispiele für schmerzliche Lücken:


    -"SIx petites Pièces Faciles pour le Piano-Forte à quatre mains" op.3
    - "SIx Pièces pour le Pianoforte à quatre mains op.10
    - "Adagio und Rondo für das Harmonichord"
    - "Divertimento assai facile per la Chitarre ed il Pianoforte" op.38


    Und das sind nur einige Beispiele. Die beiden zuerst genannten Zyklen habe ich auszugsweise selber schon (privat für mich) gespielt, es sind wunderschöne Stücke dabei (die HINDEMITH zum Teil für seine Symphonischen Variationen verwendet).
    Siehe auch: WEBER, C.M.v: das gesamte Klavierwerk


    Nur eine kleine Zahl von Werken existiert in vielen Einspielungen ("Der Freischütz", die Klarinettenkonzerte, das Konzertstück op.79, die Ouvertüren und vielleicht noch das Klarinettenquintett), von vielen weiteren gibt es nur eine handvoll Einspielungen (zum Glück oft hochwertige) und allzu vieles ist noch nicht greifbar.


    Zitat

    Original von Liebestraum
    Was für eine Schande!


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Nach über 2 Jahren setze ich diesen Thread fort.


    Ich hätte gern ein paar der leichteren Opern - die scheinbar heute so ganz aus der Mode sind als Tonaufnahmen.
    Dittersdorf - er schrieb an die 40 Opern - wäre hier ein Wunschkandidat.
    Lediglich Sein "Doktor und Apotheker" existiert noch in einer einzigen Aufnahme. Zu Lebzeiten wurde die Oper ebenso hoch geschätzt wie Mozarts "Figaro". Ich empfinde Ditterdorfs einzige heute auf Tontäger zugängliche Oper jedoch als veritablen Vorläufer von Lortzing.....


    Auch Florian Leopold Gassman hat über 20 Opern geschrieben - und auch hier ist nur eine, nämlich "Die junge Gräfin" auf CD zugänglich. Das was ich hören konnte lässt mich nach mehr verlangen.....


    Der Piccinni-Schüler Giuseppe Gazzaniga hat über 50 (!!!) Opern geschrieben. Heute kennt man allenfalls noch seine Oper "Don Giovanni" die zu Lebzeiten des Komponisten ein großer Erfolg war.....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Carl Maria von Weber: Preciosa
    Musik zu Pius Alexander Wolffs Schauspiel


    Ein großartiges romantisches Werk, wurde bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr oft gespielt.


    Außer der Ouvertüre (in mehreren Einspielungen vorhanden) existiert von der gesamten Schauspielmusik nicht eine einzige CD-Aufnahme!!!


    Seit Jahren warte ich auf eine Gesamteinspielung Webers Musik zu Wolffs Schauspiel "Preciosa". Für eine solche Einspielung würde ich auch viel Geld ausgeben.

    Was "Preciosa" anbelangt, hat sich in den zurückliegenden fünfzehn Jahren nichts geändert. Es wurde nur die Ouvertüre aus der Schauspielmusik relativ oft eingespielt. Auf dieser CD findet sich die - wenn ich richtig gerechnet habe - jüngste Aufnahme. Sie stammt von 2015.



    Das Lied der Preciosa "Einsam bin ich, nicht alleine", die einzige solistische Nummer des Werkes, ist auch mehrfach anzutreffen. Sogar Petetr Schreier singt es auf seiner Weber-Liederplatte.


    Eine "Preciosa"-Gesamtaufnahme als Funkbearbeitung hat der WDR im Archiv. Man kann dort eine Kopie für private Zwecke erwerben - was ich getan habe. Hier die Besetzung:


    Pius Alexander Wolff

    Preciosa


    Ein romantisches Spiel

    Musik von Carl Maria von Weber


    Funkbearbeitung: Wilhelm Semmelroth


    Regie: Friedhelm Ortmann

    WDR 1957

    Erstsendung: 12. September 1957



    Preciosa: Gusti Wolf

    Don Francisco de Carcama: Werner Hessenland

    Don Alonzo, sein Sohn: Klaus-Jürgen Wussow

    Don Fernando de Azevedo: Kaspar Brüninghaus

    Donna Clara, seine Gattin: Berni Clairmont

    Don Eugenio, beider Sohn: Harry Kalenberg

    Der Zigeunerhauptmann: Hans Müller-Westernhagen

    Pedro, ein Schlossvogt: Hermann Pfeiffer

    Viarda, Zigeunermutter: Marion Bonin

    Don Contreras: Kurt Meister

    Donna Petronella: Trude Meinz

    Fabio, ein Gastwirt: Schneider (ohne Vornamen angegeben)

    Ambrosio, Bauer: Wilhelm Wahl

    Bedienter des Don Carcamo. Herbert Hennies

    Bedienter des Don Azevedo: Peter Sparovitz


    Erster Aufzug

    1. Ouvertüre

    2. Heil Preciosa! (Zigeunermarsch und Chor)

    3. Still, sie fasst sich - Lächelnd sinkt der Abend nieder (Melodram)

    4. Ballo (unterlegt Szene mit Biarda, Petronella, Contreras, Chor)

    5. Die Stunde ruft, vorbei sind unsre Spiele (Melodram Preciosa)


    Zweiter Aufzug

    6. Im Wald, im Wald (Chor der Zigeuner)

    7. Einsam bin ich nicht alleine (Lied der Preciosa)

    8. Die Sonn‘ erwacht (Chor der Zigeuner)


    Dritter Aufzug

    1. Ballo (Spanische Nationaltänze)


    Vierter Aufzug

    2. Man erwartet euch im Garten – Es blinken so lustig die Sterne (Chor mit Sprechern)

    3. Gott, wo bin ich? (Melodram)

    4. Heil Preciosa! (Schlusschor als Wiederholung von Nr. 1)


    Käthe Möller-Siepermann (Gesang) „Einsam bin ich nicht alleine“

    Kölner Rundfunkchor

    Kölner Rundfunk-Sinfonieorchester

    Franz Marszalek, Dirigent

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber 'Rheingold1876',


    im Archiv des WDR befindet sich noch eine zweite Aufnahme des Schauspiels „Preciosa“ mit der Musik von Carl Maria von Weber:


    „Preciosa“ (Pius Alexander Wolff): Don Francisco de Carcamo, ein spanischer Edelmann – Friedrich W. Bauschulte / Don Alonzo, sein Sohn – Christian Brückner / Don Fernando de Azevedo, Don Franciscos Bruder – Jürgen Thormann / Donna Clara, Don Fernandos Gemahlin – Magda Hennings / Don Eugenio, beider Sohn – Siegfried Maschek / Der Zigeunerhauptmann – Bernd Kuschmann / Viarda, die Zigeunermutter – Ilse Anton / Preciosa, eine junge Zigeunerin – Sona McDonald / Lorenzo und Sebastian, Zigeuner – Berthold Schirm und Timmy Haberger / Pedro, ein Schlossvogt – Horst Bollmann / Fabio, ein Gastwirt – Norbert Alich / Ambrosio, ein valencianischer Bauer – Karl-Heinz Wüpper / Ein Bedienter des Don Carcamo – Josef Meinertzhagen / Ein Bedienter des Don Azevedo – Gerhardt Haag / Drei Bauern – Friedhelm Karges, Bruno Tendera und Gregor Höppner / Musik von Carl Maria von Weber / Ergänzende Komposition: Werner Haentjes / Der Philharmonische Chor Siegen / Chorltg.: Herbert Ermert / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Urs Schneider / Funkbearbeitung und -regie: Friedhelm Ortmann (Köln, Funkhaus, Studio 3, 30. 10. 1987 / Erstsendung am 26. 12. 1987).


    Preciosas Lied 'Einsam bin ich, nicht allein' (2. Akt) wird von der Wienerin Sona McDonald gesungen, die nicht nur eine gefeierte Schauspielerin, sondern auch Musical-Darstellerin („My Fair Lady“ in Düsseldorf, „A Chorus Line“ in Berlin, „Die Dreigroschenoper“ in Wien) ist. Die Rollen des Don Contreras (lt. Textbuch 'ein alter lächerlicher Kavalier in groteskem Anzug und von possenhaftem Aussehen') und der alten Adligen Donna Petronella am Ende des 1. Aktes wurden gestrichen, wodurch auch Viardas Wahrsagung für die Beiden entfällt. Trotz einiger Kürzungen beträgt die Dauer der Sendung 105 Minuten, fünfzehn Minuten länger als die Aufnahme von 1957, die übrigens am 30. 7. 1957 entstand. (Der vollständige Name des Sprechers des Fabio in der 57er Version lautet 'Franz Schneider'; er ist den älteren Fernsehzuschauern als Mitglied des Kölner 'Millowitsch-Theaters' ein Begriff.)


    Carlo

  • Beim Durchstöbern der Threads bin ich auf diesen hier gestoßen und habe sofort an ein Werk eines bekannten zeitgenössischen Pianisten gedacht.

    Daniil Trifonov ist neben seiner Karriere am Klavier auch als Komponist tätig. Er hat ein Klavier-Konzert geschrieben, welches bisher nicht auf CD oder LP erschienen ist. Es gibt lediglich eine Aufnahme auf YouTube aus dem Jahr 2017. Ich glaube ja, dass die großen Labels noch etwas warten bis Trifonov bekannter geworden ist, um das Konzert dann groß raus zu bringen. Ich würde mich sehr freuen, wenn dies bald der Fall sein wird. In welcher Form auch immer - denn Freude macht der YouTube-Clip allemal.


  • Banner Interviebanner 1 Gelbe Rose