Das Kunstlied und seine Bewertung in der Gegenwart

  • Wieviel Lied-CDs habt Ihr ? 0

    1. Ich besitze über 100 Lied CDs (0) 0%
    2. Ich besitze 31-50 Lied CDs (0) 0%
    3. Ich besitze 51-100 Lied CDs (0) 0%
    4. Ich besitze 11-30 Lied CDs (0) 0%
    5. Ich besitze 2-10 Lied-CDs (0) 0%
    6. Ich besitze 1 Lied - CD (0) 0%
    7. Ich besitze keine einzige Lied-CD - aber das soll sich bald ändern (0) 0%
    8. Ich besitze keine einzige Lied-CD - und dabei soll es auch bleiben (0) 0%

    Liebe Forianer,


    Völlig überraschend ist der Thread


    Franz Schubert - - - Gedanken zum Schubertlied und seinen Interpreten


    "explodiert", nachdem er lange Zeit wenig beachtet wurde.
    Viel interessantes wurde da zum Schubertlied im Besonderen und zum Kunstlied im Allegemeinen geschrieben.


    Unter anderem wurde behauptet, das Kunstlied bediene heute nur mehr einen Nichenmarkt, das Interesse am Lied an sich sei nicht besonders groß.


    Daher starte ich mit diesem Thread auch eine Umpfrage, die ein wenig Licht ins Dunklel bringen soll, zudem kann geschrieben werden, welche Lieder welcher Komponisten Ihr besonders liebt - oder nicht.
    Das soll dann allerdings nicht zu tief gehen, denn irgendwann werden wir uns dem Liedschaffen der einzelnen Komponisten in einem gesonderten Thread widmen.....


    Es kann ferner erläutert werden, warum Euch das Genre "Kunstlied" besonders liegt, bzw warum nicht.....


    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Sagitt meint:


    Wenn den kompletten Schubert hat- natürlich mit DFD- sind das natürlich über hundert allein, allein von Schubert.

  • In dem einen Jahr, in dem ich jetzt CDs sammle, habe ich bewusst oder unbewusst einen weiten Bogen um Vokalmusik im Allgemeinen und um das Kunstlied im Besonderen gemacht. Warum das so ist, kann ich nicht genau erklären, nicht mal an Brahms, Schumann oder Mendelssohn habe ich mich herangetraut.
    Während ich aber bereits einige CDs mit Orchesterliedern besitze, ist bei mir das Kunstlied noch gar nicht repräsentiert. Das ändert sich aber in den nächsten Tagen, da ich mir vor ein paar Tagen das Vol. 1 der Naxos-Schubertlied-Edition bestellt habe.
    Vielleicht, wenn ich Gefallen dran finde, gehe ich diese Reihe systematisch durch.




    Gruß, Peter.

  • Ihr habt mich tatsächlich dazu gebracht, CDs zu zählen. Natürlich fiel mir erst nach der Abstimmung ein, dass ich Mahler und Strauss vergessen hatte. Damit wäre ich vielleicht knapp über 50 gekommen. Allerdings hatte ich Renaissance_Lautenlieder, Haydns und Beethovnes schottische Volksliedarrangements mitgezählt. 50 ist jedenfalls realistischer als 100.
    Ich weiß nicht genau, wieviele CDs ich habe, schätze ca. 1200-1500. Obwohl ich mich als Liederfreund ansehe, beträgt der Anteil also unter 5%.


    Ich zähle jetzt aber nicht weiter, um die Anteile anderer Gattungen zu ermitteln!
    Jedenfalls dürften allein die Beethovensinfonien über 50 Scheiben sein... :wacky:


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Guten Abend,


    ich mag Kunstlieder sehr gerne, gerade habe ich oben bei der Umfrage die Sparte "11 bis 30 CDs angeklickt, das ist für meine Verhältnisse, bei insgesamt nur etwa 250 CDs, sehr viel.


    Neben der "Winterreise", die als einziges Werk überhaupt gleich in drei Aufnahmen bei mir im Regal steht, habe ich noch eine ganze Reihe andere Lieder-CDs


    Es gibt zum Beispiel eine sehr schöne CD mit romantischen Liedern verschiederner Komponisten, von Quasthoff gesungen, aber auch Peter Schreier mit Schumann-Liedern gefällt mir gut. Nicht zu vergessen die von Clara Schumann. Dann habe ich noch Lieder von Brahms(Sehr schön: Geistliches Wiegenlied und auch: "Gestillte Sehnsucht" nach einem Text von Rückert). Die Lieder von Mendelsohn höre ich nicht so oft, sie sind zwar schön, besonders "Auf Flügeln des Gesanges" - aber eben auch nicht mehr als das. Ähnlich empfinde ich die Lieder von Josephine Lang, da fehlt mir der Tiefgang. Letztlich ist und bleibt es Schuberts "Winterreise", die mich immer wieder beschäftigt.


    Interessant finde ich auch die Wechselwirkung zwischen Text und Musik Kann aus einem schwachen Gedicht trotzdem noch ein gutes Lied werden? Ich denke ja, mir fällt allerdings im Moment kein Beispiel ein. Aber vielleicht kann ja auch nur aus einem schwachen Text ein gutes Lied werden? Weil ein wirklich starker Text sich die Vertonung nicht "gefallen" lässt, für sich alleine stehen kann und will? Dagegen spricht allerdings zum Beispiel der Erlkönig, sicher auch noch viele andere Lieder.


    Mit Gruß von Carola 8)

  • Da ich meine Cd-Sammlung erst kürzlich katalogisiert habe, weiß ich, dass meine Sammlung im Bereich des Kunstliedes 213 Exemplare umfaßt. Darunter befinden sich einzelne Lieder und Zyklen von der Renaissance bis zur Gegenwart. Vieles in mehrfacher Form mit verschiedenen Interpreten (z.B. je 11 Interpretationen von "Die schöne Müllerin" und "Winterreise). Ich bevorzuge im Liedgesang Tenor-u.Baritonstimme und habe daher die meisten Aufnahmen in diesen beiden Stimmgattungen.

  • Hallo,


    also ich gehöre zu denjenigen, die BISHER noch keine Lied-CD besitzen. Ich hatte mal die Gelegenheit, mir von meinem Lehrer eine Aufnahme auszuleihen wo Di Fi-Di und Moore folgendes Programm hatten: Winterreise, Die schöne Müllerin und Schwanengsang sowie sieben Lieder (eins war z.Bsp. Die Forelle).
    Mittlerweile habe ich die CD aber längts nicht mehr...


    Derzeit ist aber eine Aufnahme der Winterreise in Planung.
    Mir hat der Zyklus ziemlich gut gefallen, als ich ihn kennen lernen durfte. Und deshalb muss ich ihn auch einfach selbst besitzen.
    Aber da ich ja noch am Anfang bin, habe ich auch noch reichlich Zeit, mein Liedrepertoire zu vergrößern ;)



    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Hallo Miteinander,


    ich besitze genau eine CD mit Lieder, nämlich die von Brilliant mit Liedern von Purcell und Dowland. Ich kann mich für dieses Genre nicht erwärmen. Daher wird das wahrscheinlich auch noch länger meine einzige Lied-CD bleiben.



    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Zitat

    Original von Theophilus
    Und was mache ich mit meinen LPs? ;( ;( ;(


    Darfst Du mitzählen, solange Du nicht Einspielungen, die Du auf beiden Medien hast, doppel zählst. Wäre jedenfalls mein Vorschlag.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Trotz des kompletten Schubert mit DFD (sind 21 CDs) verpasse ich in der Summe die 100 Lied-CDs denn doch knapp.


    Natürlich steht Schubert im Vordergrund - dicht gefolgt von Schumann, Brahms und Mahler.


    Fischer-Dieskau war für mich schon prägend. Da komme ich mir vor wie die Graugans, die hinter Konrad Lorenz herwatschelt.
    Ich halte ihn nach wie vor für den größten Liedsänger aller Zeiten.


    Ob Bariton oder Tenor ist mir nicht so wichtig. So schätze ich auch Prégardien und Wunderlich ganz besonders.
    Ein Nischendasein fristen bei mir - zumindest für Schubert - die Frauenstimmen. Da habe ich sicher noch Nachholbedarf.


    Enttäuschend ist für mich - nach furiosem Start - die Karriere von Olaf Bär verlaufen. In der "Dichterliebe" (Ich grolle nicht) muss Bär bei der Schlange, die am Herzen frisst, nach unten transponieren. DFD hat die Höhe. Das klingt dann schon ganz anders.
    Hat Bär seine Stimme zu schnell verbrannt?


    PS: Vor Jahren schon habe ich aufgehört, meine CDs zu zählen. Dafür habe ich jetzt mal gemessen. Es sind ungefähr 32 laufende Meter. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass es dabei eine fatale gegenläufige Entwicklung gibt: Die CDs werde immer mehr - die verbleibenden Lebensjahre, um all das zu hören, immer weniger.


    Hallo Carola!
    Zu deiner Frage schlechtes Gedicht/gutes Lied?
    Würde man heute die Gedichte von Wilhelm Müller kennen, wenn Schubert sie nicht vertont hätte?

    "Muss es sein? - Es muss sein!" Grave man non troppo tratto.

  • Hallo CRC!


    Auch mich hat Olaf Bär nach hervorragendem Beginn zunehmend mehr und mehr enttäuscht. Bei einem Live-Konzert vor ein paar Jahren in Wien wurde seine Indisposition mit einer Pollenallergie entschuldigt. Möglicherweise rühren seine Probleme mit der Höhe damit zusammen. Bei mir führen Frauen beim Liedgesang ebenfalls ein Nischendasein, ich kann mich mit der Frauenstimme im Lied einfach nicht anfreunden, zumal ich den Eindruck habe, dass die meisten Lieder für Männerstimmen geschrieben wurden, Ausnahmen gibts bei mir aber schon, z.B.die großartige Christa Ludwig oder Angelika Kirchschlager und Genia Kühmeier, aber die Männer sind in der Überzahl. Die Musik kann ein schlechtes Gedicht durchaus adeln, wie man an vielen Schubert-Liedern sieht, deren Gedichte zum Teil nicht gerade erste Qualität sind, die ich aber dennoch nicht missen möchte.

  • Zitat

    Wenn den kompletten Schubert hat- natürlich mit DFD


    Leider ist die DFD-Einspielung in den drei blauen Boxen nicht vollständig, obwohl sie versucht, diesen Anschein zu erwecken. Wer mal die alte Schubertlieder-Edition von Friedländer durchblättert, wird das selbst feststellen. Zudem sind viele Strophenlieder so gekürzt, daß der Text kaum mehr Sinn ergibt. Trotzdem ist die künstlerische Leistung natürlich sehr zu bewundern.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Würde man heute die Gedichte von Wilhelm Müller kennen, wenn Schubert sie nicht vertont hätte?


    Schlecht sind die Gedichte auf keinen Fall, weshalb sie in der Germanistik auch zunehmend wieder entdeckt werden. Tatsächlich wäre Müller ohne Schubert vermutlich vergessen. Müllers Vor- und Nachwort zur Schönen Müllerin, das ich einmal auf einem Konzert vortragen hörte, ist auch zu Recht unbekannt, da er dort die Stimmung seines eigenen Gedichtzyklus ironisiert und letztlich ruiniert.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von CRC
    Enttäuschend ist für mich - nach furiosem Start - die Karriere von Olaf Bär verlaufen. In der "Dichterliebe" (Ich grolle nicht) muss Bär bei der Schlange, die am Herzen frisst, nach unten transponieren. Dietrich Fischer-Dieskau hat die Höhe. Das klingt dann schon ganz anders.


    Es ist aber auch nicht ohne... den Ton bekommt man schon - aber so richtig sauber und mit viel reserve bekommt ihn nur ein Tenor (ich habe mit der Stelle enorme Probleme... würde mir allerdings nie anmaßen die Stelle tiefer zu singen)...


    Du meinst, er hat die einzelne Stelle runtertransponiert? Wie soll denn das Funktionieren? Hat er das ganze Lied tiefer gesungen oder wie? Wenn man eine einzelne Stelle tiefer singt dann muss man doch irgendwo die Harmonik anpassen... in die Dominante wechseln oder so.... das wäre ja grausam.
    Wahrscheinlich hat er einfach die tiefe Variante gesungen (es gibt derer ja zwei) die sich leider viel viel schlechter anhört... (sie hat kurz einen Orgelpkt.)


    Max

  • Eigentlich verdiente die Fragestellung nach den Liedtexten einen eigenen thread, Mods?
    Egal, ich glaube, es ist hier eine ähnliche Situation wie bei Opernlibretti: Ein Text kann gesprochen ziemlich mittelprächtig sein, gesungen aber recht gut funktionieren.
    Die Müller-Gedichte sind nicht grandios, aber sie sind unprätentiös, versuchen also nichts, was sie dann nicht erfülllen können und die Naturmetaphorik ist ziemlich schlüssig durchgehalten (der durchgängige Bach in der Müllerin, z.B.).
    Etwas wie "Das Zügenglöcklein" ist dagegen hart an der Grenze und auch kein besonders tolles Lied.
    Viele der Goethe oder Heine-Texte, die Schumann (und auch Schubert) vertont haben, sind durchaus auch als Gedichte noch präsent. Ebenso Eichendorff, Mondnacht habe ich in der 9. Klasse auswendig gelernt.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo Maexl !
    Mag sein, dass ich mich da falsch ausgedrückt habe und Bär tatsächlich die "autorisierte" tiefere Version singt. In jedem Fall klingt die Stelle tief nicht annähernd so "gänsehautmäßig" als wenn sie hoch gesungen wird.
    Die unglaublichste Interpretation dieser Stelle ist für mich der Live-Mitschnitt von Fritz Wunderlich bei seinem letzten Konzert in Edinburgh.

    "Muss es sein? - Es muss sein!" Grave man non troppo tratto.

  • Bei eher schwachen Texten ist es natürlich einfach. Die können sozusagen froh sein, dass sie in Liedform überleben. Aber was ist mit den richtig guten Gedichten? Zum Beispiel Goethe oder Heine oder Rückert?


    Vielleicht hatte Goethe zum Beispiel ja gute Gründe dafür, die Schubertschen Vertonungen abzulehnen oder jedenfalls zu ignorieren, die schwächeren von einem gewissen Zelter aber gutzuheißen. Wahrscheinlich fand er, die Musik hätte dem Wort zu dienen und nicht umgekehrt. In gewisser Weise verliert doch ein vertonter Text seine Eigenständigkeit. Vor allem wenn die Vertonung sehr gut ist liegt darin für mein Gefühl auch so etwas wie ein "enteignender Zugriff", das Gedicht wird zum Material, zur Vorlage, zum Liedtext - und das ist durchaus etwas anderes als ein Gedicht.


    Auch Thomas Mann hat es mal nach einer entsprechenden Anfrage ausdrücklich abgelehnt, ein Libretto zu verfassen. Seine Begründung sinngemäß: Er schreibe einfach zu gut, als das er seine Texte zum Material für eine Oper machen lassen würde. Quelle.: Irgendwo in den drei Bänden der von Erika Mann herausgegebenen Briefe, genauer weiß ich es leider nicht mehr.


    Es grüßt euch Carola, die selber Gedichte schreibt und mit einigen schlechten Vertonungen leben muss 8)

  • Entschuldigung :(


    Leider habe ich meine Schumannnoten + Aufnahmen gerade verliehen - sonst würde ich dir die Stelle Beschreiben - aber aus der Erinnerung weiss ich, dass es statt aufs A vom F wieder runter geht ich meine aufs D oder E, dann dort verweilt um dann wieder aufs F und ab dort wieder normal weiter zum Schluss zu führen. Ich bin mir allerdings nicht sicher.
    Jedoch bleibe ich bei der Meinung, dass wenn man das A nicht einigermaßen bekommt man das Lied nicht singen sollte - man möge mich mit einer herausragenden Aufnahme doch bitte von einem besseren belehren, sollte es nicht so sein ;)


    Max

  • Zitat

    Original von Johannes RoehlEtwas wie "Das Zügenglöcklein" ist dagegen hart an der Grenze und auch kein besonders tolles Lied.


    Ich finde das Lied sehr schön, schließlich hört man das Glöckchen sogar in der Klavierbegleitung :)
    Außerdem ist J. G. Seidl immer noch niveauvoller als der oberkrasse Freiherr von Schlechta:


    Hier unten steht ein Ritter
    im hellen Mondenstrahl
    und singt zu seiner Zither
    ein Lied voll süßer Qual


    Aua, das schmerzt... 8o


    Etliche Heine-Gedichte bewegen sich meiner Ansicht nach durchaus auf vergleichbarem Niveau *Indeckunggeh*

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von CRCDietrich Fischer-Dieskau hat die Höhe. Das klingt dann schon ganz anders.


    Dafür habe ich mal eine Einspielung von Goethes "An den Mond" (die zweite Vertonung von Schubert) gehört, wo DiFiDi ein kleines a oder g (weiß nicht, ob es in Originaltonart war...) nach oben transponiert.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)


  • Bei Heine ist sowas natürlich ironisch gemeint oder hat jedenfalls einen ironischen Zug. Wobei es auch funktioniert, wenn diese Ironie wie zB in Schuberts Vertonung des "Atlas" vom Komponisten komplett ignoriert wird.
    Die ironsiche Veräppelung der Romantik sind bei Heine oft nicht von durchaus ernst gemeinten Ausbrüchen zu trennen. Das wird ja in einigen Liedern selbst thematisiert, wenn zur BEwältigung der unglücklichen Lieb diese in einem Buch (Schumann op. 24) oder in einen märchenhaften Riesensarg (Dichterliebe) abgelegt wird.
    Aber es stimmt wahrscheinlich, dass wir viele Heine-Gedichte auch hauptsächlich wegen der Vertonungen noch so gut kennen...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Oh weh!!!
    Da schreibe ich, dass ich BISHER noch keine Lied-CD besitze, dabei ist dies vollkommen falsch...
    EINE befindet sich doch schon in meinem Besitz :O
    Und damit es noch schlimmer wird und ich noch mehr :motz: mit mir bin, ist es auch noch von Dvorák - die Biblischen Lieder. Reinhard hat mich eben im anderen Thread über symphonische Liedzyklen drauf gebracht :rolleyes:


    Aber dennoch noch sehr spärlich...und das wird sich im Laufe der Jahre ändern...


    vergessliche Grüße, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Zitat

    Original von Maik
    Reinhard hat mich eben im anderen Thread über symphonische Liedzyklen drauf gebracht :rolleyes:


    Es war mir ein Vergnügen. :D Welche Aufnahme hast Du?



    Zum Thema des Threads: Lieder mit symphonischer Begleitung sind einige wenige Aufnahmen vorhanden, Dvorak, Mahler, Strauss, Canteloube, Novák,..


    Lieder in Begleitung eines Soloinstrumentes eigentlich nur eine CD mit Mussorgsky-Lieder mit Boris Christoff, die ich aber lang nicht mehr gehört habe. Daneben nur das was sich auf den paar Samplern, die ich doch in der Sammlung habe, findet

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Hallo Reinhard,


    ich habe die Lieder bedingt durch das Requiem.
    Und zwar von DG / Dietrich Fischer-Dieskau & Jörg Demus.
    (Hauptwerk ist das Requiem op.89 - Karel Ancerl / tschechischer Chor und PO.)


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Lieder sind für mich unverzichtbar!!!!!!!!!!!!!!!!!!! und ich besitze einige hundert liedcds ... das lied ist für mich sogar der urquell der musik und deren eigentliche seele .. wie das gedicht für mich ein gesprochenes/gelesenes lied ist (so kommt ja auch lyrik von lyra)
    :jubel:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Wenn Lieder mit Orchesterbegleitung auch zählen, dann habe ich allerdings auch Aufnahmen. Erst kürzlich erworben die "4 letzten Lieder" von Strauss und seit einiger Zeit schon Mahlers Lied von der Erde.



    Gruß, Peter.

  • Zitat

    Original von Johannes RoehlBei Heine ist sowas natürlich ironisch gemeint oder hat jedenfalls einen ironischen Zug. Wobei es auch funktioniert, wenn diese Ironie wie zB in Schuberts Vertonung des "Atlas" vom Komponisten komplett ignoriert wird.
    Die ironsiche Veräppelung der Romantik sind bei Heine oft nicht von durchaus ernst gemeinten Ausbrüchen zu trennen.


    Da liegt das Problem bei Heine. Damals wurde vieles für bare Münze genommen, was man heute als ironisch rezipiert. Ich schätze allerdings Leidenschaft und Bekenntnishaftigkeit im Gedicht mehr als Spöttelei.
    Der Erfolg von Heine liegt m. E. zum Großteil im Mißverständnis seiner Zeitgenossen wie Silcher, der zu dem m. E. zwischen Kitsch und Ironie unentschieden hin und her oszillierenden Gedicht "Lorelei" ganz naiv eine wunderbare Melodie verfaßt hat. Mit Schuberts Vertonungen im sogenannten "Schwanengesang" verhält es sich ähnlich.


    Ich halte es mehr mit Lyriker(innen)n wie Droste-Hülshoff und Meyer, die leider für die große Welle romantischer Liedkunst zu spät kamen.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Schade, dass hier nicht mehr Taminoianer mitmachen - und sei es nur für die Statistik!

    "Muss es sein? - Es muss sein!" Grave man non troppo tratto.

  • Zitat

    Original von CRC
    Schade, dass hier nicht mehr Taminoianer mitmachen - und sei es nur für die Statistik!


    Na gut, dann eben schonmal für die Statistik und wenn ich die Lieder wieder höre auch mehr :]. Schubert, Schumann, Mahler - das sind so die liebsten Liederkomponisten. Vom BR habe ich vor einiger Zeit die vergriffenen kompletten Lieder von Alexander von Zemlinsky als Mitschnitt bekommen (sie wurden in den BR-Studios aufgezeichnet, so war das möglich) und warten ebenfalls geduldig. Zählen werde ich die Aufnahmen nun nicht - es sind so zwischen 10 und 20 - weitere Anschaffungen nicht ausgeschlossen ;).


    Sophia