Klassik-Hits in Pop und Rock

  • Hallo :hello:


    bin nicht sicher ob´s so nen Thread schon gibt - wenn ja - bitte verbinden.

    Frage: was haltet ihr davon wenn sich Pop- oder Rockmusiker bei der Klassik bedienen.


    Zum Beispiel spielte die deutsche Heavy Metal Band Accept im Song Metal Heart Beethovens Für Elise mit E-Gitarren und untermalte dies in der zweiten Strophhe des Liedes mit einem bombastischen Chor.


    Oder die britische Punkband Sigue Sigue Sputnik leitete in den 80ern ihren Hit 21st Century Boy mit dem Beginn von Bachs Tocccata und Fuge ein.


    An anderer Stelle erwähnte ich auch Emerson, Lake and Palmer - die in den 70ern den Bilder einer Ausstellung eine ganze Doppel LP widmeten
    Findet ihr das schlecht, lächerlich, toll, reizend, egal?


    Ich finde es reizend und freu mich darüber, wenn ich auch hier mit bekannten Klassiktönen konfrontiert werde.


    LG Paul? :angel:

  • Die Rock-Bilder einer Baustelle finde ich ok, alles andere gehört verboten :D


    Man stelle sich vor, man hätte eine verzogene, pubertierende Tochter, die den ganzen Tag lang mit einer Scheißdreck-Rock-Version von Für Elise das Haus beschallt. Ist ja noch schlimmer, als wenn sie monatelang die echte Elise am Klavier üben würde.


    :kotz:

  • Salut,


    mir es dies mittlerweile völlig gleichgültig, denn ich höre mir das ohnehin nicht an. Früher hätte ich diese "Bearbeitungen" verflucht - heute belächele ich dies, denn es zeigt, wie gut die damalige Musik war und wie wenig eigene Einfälle solche Musiker selbst haben.


    Ich höre lieber die Originale, auch wenn es "Für Elise" sein muss... :D


    Viele Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Tangiert mich ehrlich gesagt peripher.
    Da werden einfach musikalische Ideen von längst verstorbenen Komponisten genommen (teilweise weil den heutigen Bands selbst nichts einfällt) und passend mit "krassen" Beats oder "kuhlen" E-Gitarren und "steilen" Drums auf ein Zielpublikum umgearbeitet.
    Leider geht dabei oft die Seele und der Charme des ursprünglichen Stücks komplett flöten.


    mit Grüßen
    Christoph

  • Hallo


    Noch vor ELP hat sich die Holländische Gruppe Exception mit Adaptionen klassischer Titel in Pop-Manier einen Namen gemacht und ist mit ihrer Version der 5. Beethoven die Charts hinaufgestürmt. War ganz nett und in einzelnen Fällen funktioniert es auch irgendwie, aber es zeigt sich dabei, dass im Pop-Bereich meist zuwenig Substanz bei der Verarbeitung musikalischer Themen vorhanden ist. Beim Jazz geht das besser, aber dort herrscht das Problem, dass die Stilmittel derart unterschiedlich sind, dass klassische Themen von vornherein immer ein wenig fremd wirken.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Aus dem Stehgreif fällt mir gerade kein Beispiel ein, welches ich als geglückte Adaption bezeichnen würde. Dafür aber ein ganz schreckliches Erlebnis mit einem Hip-Hop-Mist, der Beethovens 5. mit reingewurstet hat :kotz: :angry:
    Leider geht es mir nicht immer wie Ulli und man kann dieser Grütze nicht immer konsequent ausweichen - weswegen man sich die Geschmacksnerven partiell verdirbt :motz:


    :hello:
    Stefan


    PS: Auch bisher gehörte verjazzte Versionen von z.B. Bach oder Mozart geben mir gar nichts, wobei ich nicht ausschließen kann, dass es Adaptionen geben mag, die mir gefallen könnten...

    Viva la libertà!

  • Salut,


    Rondo Veneziano finde ich ganz gut - wenn es nicht immer dieselbe Leier wäre...


    :beatnik:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Mir fällt auch gerade kein gelungenes Beispiel ein (wie originell...), aber ich würde einen Unterschied machen zwischen serienproduzierten Pop-Hits, die der besseren Ohrengängigkeit halber abgedroschene Klassik-Tunes einfließen lassen, und mit Bedacht ausgesuchten, intelligent arrangierten Musikzitaten. Es ist wie mit den Nackedeiszenen im Regietheater: Man kann alles machen, man muss es nur gut machen.


    Ich weiß nicht, ob es hierher passt, weil es nicht um bekannte Klassiktöne geht und sich auch keiner beim anderen "bedient", aber ich bin übrigens eine bekennende Freundin von Benefiz-Crossovers wie Pavarotti & Friends. Da treffen klassische und Pop-/Rock-Elemente auf Augenhöhe aufeinander, und so mancher, der nur wegen der Eurythmics oder Bono oder George Michael eingeschaltet hat, war vielleicht überrascht, dass klassischer Gesang doch gar nicht so nach "da schlägt jemand seinen Hund" klingt.


    Edit: Heeee, zweiter Stern! <------ :D

  • Gelungene Klassikbearbeitungen gibt es einige, bei Pop-/Rock zwar weniger, wobei ich die Gruppe Ekseption durchaus dazu zählen würde. Procul Harums "A whiter shade of pale" zitiert den Pachelbel-Kanon, und die Bee Gee's hatten in den sechzigern auch mal klassisches zitiert. Wohlverstanden, nur zitiert.


    Beim Jazz wird man schön fündiger. Fangen wir doch direkt mit der Miles-Davis Platte "Sketches of Spain" an. Die beginnt direkt mit einer Bearbeitung des Aranjuez-Konzertes vn Rodrigo. Vor allem aber das Modern Jazz Quartett. Mitgründer und Pianist John Lewis war bekennder Bach-Verehrer und hat sowohl mit dem MJQ, als auch Solo faszinierende Bach-Platten aufgenommen. Sehr zu empfehlen: Das wohltemperierte Klavier, Teil 1, die allerdings, wie ich gerade sehe, von Polygram vom Markt genommen wurde (elende Industrie :motz: ).
    Ansonsten habe die Holländer ein gutes Händchen für Klassik-Adaptionen: Louis van Dijk, Pianist mit klassischer Ausbildung, vornehmlich aber im Jazz aktiv zählt dazu, Pim Jacobs, Chris Hinze, die Flötistin Anneke de Vries, die fallen mir gerade so aus dem Kopfe ein (bin leider nicht in der Nähe meines Plattenschrankes, sonst könnte ich nach weiterem kramen). Und bevors vergessen wird: Jaques Loussier-Trio, die nicht nur Bach spielen, sondern kürzlich eine feine Satie CD bei Telarc veröffentlicht haben: Auflegen, hinsetzen und genießen

    (Wenigstens die ist noch auf dem Markt)
    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • In den Stilrichtungen "True Metal" und "Power Metal" wird das gerne gemacht, z. B. hat die spanische Formation "Dark Moor" ein über zehnminütiges Stück namens "Dies Irae (Amadeus)" eingespielt, das auf verschiedenen Melodien aus Mozarts Requiem basiert. Über das Konzept kann man streiten, aber versierte Musiker sind die Spanier schon.


    "A whiter shade of pale" basiert m. W. nicht auf dem Pachelbel-Kanon, sondern auf einer Melodie von Bach. Vielleicht auf der bekannten "Air" aus der Ouvertüre ("Orchestersuite") Nr. 3, aber die hört sich etwas anders an.


    Sonst habe ich noch Erinnerungen an Jeanette Biedermanns Version von "Schwanensee" :( , an irgendeinen Hip-Hop mit besagter "Air" von Bach X( und an Michael Schanzes Gesang zur verpoppten Mozart-Klaviersonate A-Dur KV ??? mit dem Text "Hey, hey, Mozart" (irgendwann in den 70er Jahren, glaube ich)...


    Mit meinen Lieblingsschätzen aus dem Bereich der klassischen Musik lässt sich sowas wohl weniger leicht anstellen, da diese meist nicht so melodiefixiert sind...

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

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  • Wobei man sagen muss, dass der Pachelbel-Kanon in zig Liedern aufgegriffen wurde.


    Generell finde ich nicht, dass solche Adaptionen automatisch von Einfallslosigkeit der Musiker zeugen. Sie als das zu verteufeln, ignoriert den künstlerischen Wert vieler Rockmusiker. Klar, das ist kein Beethoven aber auf ihre Weise sind sie ebenfalls große Künstler. Ein Freund hat mir eine DVD von Gorilliaz geborgt und diese Musik ist ebenfalls sehr formschön und verhältnismäßg melodisch.
    Wenn dann wieder eine remixte Version von Mozart 40 die Charts stürmt, zeigt das nur auch nicht Klassik-Liebhaber auf die Musik ansprechen. Daraus schließe ich, dass Klassikvorliebe kein "Gendeffekt" ist wie viele meinen, sondern sich sehr oft einstellt, wenn man seit Kindesbeinen damit in berührung kommt oder einfach mal Beethoven 5 länger als 1 Minute hört. Aber das führt jetzt zuweit.


    Draugur: Solange diese Lieber keinen Anspruch haben ernsthafte Klassikbearbeitungen zu sein, ist es mir recht. Aber das was André Rieu oder Liberace mach(t)en ist viel schlimmer, weil die Leute dann glauben, sie hören auch Klassik.

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Hallo Paul,


    ich finde die Verbindung von Rock, Pop, Jazz in dem Moment gut und angemessen, wenn die Komposition eine Eigenkomposition ist.
    Wenn aber, wie in Deinen Beispielen, die Musik quasi geklaut wird um die eigene Tonsprache drüberzustülpen, dann ist dass für mich absolut verfehlt.
    Darin möchte ich den Stellungnahmen von Barezzi, Hayate, Ulli, ThomasBernhard zustimmen.


    :( Diese von Dir genannten Stücke haben nur durch die Urkomponisten und der hohen Qualität des Themenmaterials ihre Bekannt-und Beliebheit in "Popkreisen " erlangt - für mich ist das "SCHROTT".


    :lips: Eine ganz gut geratene Verbindung von Rock und Klassik fand ich damals in meiner Jugend die Deep Purple-Sachen von Malcolm Arnold dirigiert.


    :) Eine gelungene Verbindung von Jazz und Klassik ist für mich
    William Russo: 3 Stücke für Blues Band & Orchester op. 50 (1972)

    3 Stücke für Blues Band & Orchester op. 50
    Blues Concerto op. 65 "Street Music"

    Gershwin:An American in Paris
    Siegel, Siegel-Schwall-Band, San Francisco SO, Ozawa
    DG 1972/76 ADD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Moin, moin!


    Ihr habt die lebenden Pullover ....äh.. Toten Hosen vergessen: "Hier kommt Alex" beginnt mit der Einleitung des 2. Satzes aus Beethovens 9. Symphonie.


    Leider ist gerade dieses Lied so populär geworden, obwohl es zu einen der schwächeren Hosen-Songs gehört..... :rolleyes:


    :hello:
    Wulf.


    P.S. Die HipHop-Version von Beethovens 5. fand ich eigentlich ganz witzig...genauso wie die Pachelbel-Adaption.... :untertauch::D


  • Hallo Wulf! :hello:


    Das muss auch so sein.
    denn mit Alex ist jener Alex gemeint der im Anthony Burgess Roman "A Clockwork Orange" sein Unwesen treibt.
    Das Buch wurde von Stanley Kubrick verfilmt - mit Malcolm McDowel in der hauptrolle.


    Jener Alex hört ständig Beethoven - den er immer nur als "Ludwig Van" bezeichnet. Es ist ein ganz wichtiges Element des Romans und des Films.


    LG Paul? :angel:

  • Hallo Paul,


    weiß ich doch ;)


    Dennoch...den Song als solches finde ich eher schwach....(fanden die Hosen sogar selbst, aber der Produzent war das erste mal zufrieden.... :wacky: )


    :hello:
    Wulf.


    P.S. Der Film ist schon echt heftig.....

  • Ich kann mit den wenigsten Adaptionen was anfangen. Speziell Manowars Version vom Hummelflug fällt mir hier ein. Aber ich bleibe dabei, daß auf diese Art und Weise die Pop- und Rockhörer wenigstens mit "lebendiger" Klassik in Berührung kommen. Lebendig, weil nicht im Unterricht langweilig vorgestellt und zu Tode zerkaut. Aus diesen Zufällen kann dann ja mehr erwachsen.


    Wogegen ich mich ein wenig wehre, ist die Pauschalisierung, daß heutigen Musikern nichts mehr einfällt. Auch früher schon wurden Themen von anderen Komponisten verarbeitet und variiert. Beethovens Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen" funktionieren nunmal nur, weil es ein Original gibt. Wenn eigene Ideen einfließen, wunderbar. Ansonsten ist es einfach geklaut. Das finde ich dann natürlich auch nicht toll.


    :hello:Jürgen

    Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück...

  • Zitat

    Wogegen ich mich ein wenig wehre, ist die Pauschalisierung, daß heutigen Musikern nichts mehr einfällt. Auch früher schon wurden Themen von anderen Komponisten verarbeitet und variiert.


    Und das Spielchen geht ja heutzutage munter weiter. Nur heißt es jetzt Cover Version. Der Großteil dieser Titel scheint ja nur eine Adaption an einen gängigen Sound zu sein, und daher liegt ihre einzige Berechtigung in der Lizenz zum Gelddrucken. Es gibt aber doch gelegentlich lobenswerte Ausnahmen (man denke z.B. an Joe Cockers Version des Beatles-Songs With a little help from my friends).

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Es gibt aber doch gelegentlich lobenswerte Ausnahmen (man denke z.B. an Joe Cockers Version des Beatles-Songs With a little help from my friends).


    Korrekt, großartiges Beispiel. Solange etwas eigenes entsteht, muß mir das Ergebnis nicht unbedingt gefallen, aber zumindest hat sich jemand Gedanken gemacht. Was mich wirklich ärgert sind diese Dinger, bei denen man nur einen Beat dazu mischt. Ich warte immer noch mit Grausen auf "Freude, schöner Götterfunken" im Technogewand. Eigentlich bietet sich diese Musik nämlich hervorragend dafür an. (Hoffentlich liest hier kein DJ mit...)

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  • Zitat

    Original von Hans Sachs


    Ich warte immer noch mit Grausen auf "Freude, schöner Götterfunken" im Technogewand. Eigentlich bietet sich diese Musik nämlich hervorragend dafür an. (Hoffentlich liest hier kein DJ mit...)


    Hör dir mal "Götterfunken" von der Gruppe Tanzwut an (oder auch nicht, wenn dich das folgende beunruhigt ;) ). Das Arrangement ist für meinen Begriff ziemlich technolastig. Dazu spielt ein Dudelsack die "Freude..."-Melodie, muss aber den untersten Ton nach oben oktavieren... Als wäre das nicht genug, wird dazu auch noch Text aus Goethes Faust rezitiert! Tolle Mischung.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • :pfeif: :pfeif:

    Zitat

    Original von Draugur


    Hör dir mal "Götterfunken" von der Gruppe Tanzwut an (oder auch nicht, wenn dich das folgende beunruhigt ;) ). Das Arrangement ist für meinen Begriff ziemlich technolastig. Dazu spielt ein Dudelsack die "Freude..."-Melodie, muss aber den untersten Ton nach oben oktavieren... Als wäre das nicht genug, wird dazu auch noch Text aus Goethes Faust rezitiert! Tolle Mischung.


    Klingt "interessant" - im Zweifelsfalle immer Goethe, was?

    Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück...

  • Zitat

    Original von musicophil
    Auch wenn man z.B. Bach oder Mozart vergewaltigt, ihre Musik ist im Wesen so schön, daß die Essenz behalten bleibt.


    LG, Paul


    ...weshalb man sie ja heute auch als Instrumentationsgenies bezeichnet... :D


    ;)


    Viele Grüße
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Vivaldi
    Hier hab ich noch was:


    http://www.greatkat.com/44/preview.htm


    Die Musikerin sieht zwar ziemlich abgefahren aus, hat aber eine klassische Ausbildung an der Violine hinter sich.


    Also das ist ja unter aller *** :kotz:
    Dieses Biedermann-Gejodel, welches den armen Pjotr Iljitsch um seine Totenruhe gebracht hat, habe ich nur verdrängt, sonst hätte ichs auch schon erwähnt...


    @ Paul:
    Ich hasse Vergewaltigungen!!! Und wenn man Mozart vergewaltigt könnte ich selbst schreien :angry:


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Vivaldi
    Hier hab ich noch was:


    http://www.greatkat.com/44/preview.htm


    Die Musikerin sieht zwar ziemlich abgefahren aus, hat aber eine klassische Ausbildung an der Violine hinter sich.


    Die geht ja tierisch ab... :jubel: :jubel::jubel: *Heiratsantrag ausdenk* :D


    Besonders gefallen mir Titel wie:
    "Bloody Vivaldi"
    "Rossini's Rape" 8o
    "Wagner's War"

    So könnte doch Frau Mutter auch mal an den Start gehen, das würde ihr eine ganz neue Zielgruppe erschließen.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Ich finde, dass die Pop/Rock-Musik meistens solche Stücke aus der "Klassik" aufgreift, die ohnehin nicht zu den besten gehören, dafür aber eingängige Melodien oder Rhythmen aufweisen. Kaum ein Liebhaber klassischer Musik wird Beethoven in erster Linie wegen "Für Elise" lieben, oder weil die "Freude schöner Götterfunken"-Melodie für sich betrachtet so toll wäre.


    Ich glaube, Adorno hat irgendwo geschrieben, dass die Popularität vieler Meisterwerke auf einem Mißverständnis beruht. Etwa, wenn man glaubt, man kenne Beethovens Neunte, wenn man die "Freude..."-Melodie nachsingen kann, oder wenn man glaubt, man kenne den Faust, wenn man die rührende Geschichte der Margarethe kennt.


    Ähnlich scheint mir das bei der Pop-Musik zu sein - einige leichtverdauliche Versatzstücke werden aus der Klassik herausgenommen, mit dem Ergebnis, dass die breite Masse der Musikhörer einen völlig falschen Eindruck davon bekommt, was klassische Musik eigentlich ist.


    :hello:

  • Ich nutz nochmal das Sommerloch...


    ELPs Pictures und die Toccata von Exception wurden ja schon genannt, aber wer erinnert sich noch an folgendes (aus den frühen 70ern; betrifft wohl eher die etwas Älteren unter uns): :pfeif:


    Cindy & Bert – Rosen von Malaga
    Miguel Rios – Song of Joy
    Freddy Breck – Bianca
    Freddy Breck – Überall auf der Welt
    Freddy Breck - Rote Rosen
    Vicky Leandros – Ich hab die Liebe gesehen


    Ach, schee wars ... :untertauch: Bringts von Euch noch jemand zusammen, wer die ursprünglichen Komponisten waren?
    Und kennt jemand noch weitere?
    Grüße
    Thomas

  • Hallo, Thomas!


    "Bianca" - das war das "Capriccio Italien" von Tschaikowsky, stimmt`s? Ich kannte den Schlager als Jugendlicher zuerst, dann vernahm ich - als beinahe Erwachsener, der seine Zeit nicht mehr mit solchen Schlagern zubringen wollte - erstmals das Original ... und das mochte ich dann nur mehr selten hören.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Guten Morgen Wolfgang,
    Richtig, das ist die schöne Melodie aus dem Capriccio Italien. Damals (das war immerhin schon 1973 und ein Dauerbrenner in D T Hecks Hitparade) hab ich natürlich von Klassik noch keine Ahnung gehabt und die Überraschung war dann einige Jahre später groß, als ich das Tchaikovski-Stück auf dem Plattenteller liegen hatte. Dies wurde bei mir aber damals ein Dauerbrenner (war ja mit auf der genialen 1812-Platte von Kunzel).


    Für ganz Mutige:
    "http://www.youtube.com/watch?v=x-TyN3N7IcE" - aber nur auf eigene Gefahr :pfeif:

  • Liebe Taminos !


    Als Zeugnis für meinen manchmal schlechten Geschmack johle ich freudig auf, wenn ein- bis zweimal im Jahr im Radio eine Rossini-Verarbeitung mit dem Text "the Opera, the Opera, we arrive the opera" erklingt, weil sich so schön mitsingen lässt.


    Aber nur manchmal !!!


    Meint euer -


    Operngernhörer :hello:

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

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