Korngold, Erich Wolfgang: Seine Werke

  • Hallo Korngold-Freunde,


    von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) kenne ich herzlich wenig.
    Nur sein Violinkonzert habe ich in einer mittelprächtigen Aufnahme mit Mutter/Previn (DG) auf CD.
    Man merkt dieser Aufnahme an, das da "noch mehr drinn ist". Denn Heifetz scheint da doch mehr zu bieten.


    :yes: Ich möchte diesen Thread eröffnen um über Korngold´s CD-Aufnahmen eine Grundlage für interessante "Gespräche" zu haben.


    Nun habe ich gestern den neuen jpc-Courier aufgeschlagen und da ist mir eine interessante und preisewerte (19.99) cpo-Neuerscheinung ins Auge gefallen:
    Auf 4CD´werden die wichtigsten Orchesterwerke von Korngold geboten.
    Dabei sind seine Sinfonie, die ein Tamino unter seinen Lieblingssinfonien geäußert hatte, die Sinfonietta, Cellokonzert, Klavierkonzert:



    Orchesterwerke Vol. 1-4
    Der Schneemann-Vorspiel, Serenade & Entracte;
    Schauspiel-Ouvertüre op. 4;Sinfonietta op. 5;
    Viel Lärm um Nichts op. 11;Sursum corda op. 13;
    Klavierkonzert für die linke Hand op. 17;
    Baby Serenade op. 24;Cellokonzert op. 37;
    Symphonische Serenade op. 39;Symphonie op. 40;
    Thema und Variationen op. 42;Straussiana (1953)

    Steven de Groote, Klavier;Julius Berger,
    Cello; Nordwestdeutsche Philharmonie,
    Werner Andreas Albert

    cpo; Aufnahmen 1985-1991, DDD


    Meine Bedenken zu der Aufnahme beziehen sich allerdings auf Werner Andreas Albert, der schon beim Hindemith-Projekt gezeigt hatte, dass er lange nicht diese Durchschlagskräftigkeit anderer Interpreten zeigt - da ist Bernstein bei Hindemith von ganz anderem Kaliber !!!


    :hello: Wie sieht es mit Werner Andreas Albert hier bei Korngold aus ???
    Simd die Aufnahmen, die es beisher auch als Einzel-CD gegeben hat brauchbar ? Die Zusammenstellung ist schon sehr interessant - aber auch die Interpretation eines Albert, der mir mit dem Repertoire, mit dem ich ihn bisher kennengelernt habe, einfach zu sachlich und konservativ ist.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Da Korngold als Komponist nicht so bekannt ist und nicht gerade ausgetretene Pfade betritt, ist eine Antwort schwer zu bekommen.


    Ich habe aber von einem sehr geschätzten Forianer gestern eine PN bekommen, die Antwort auf meine Frage gibt ob Werner Andres Albert der richtige Dirigent für Korngold ist.


    :hello: Ich erlaube mir einen Auszug zu posten, da dieser Abschnitt für alle Korngold-Interessierten sehr interessante Aufschlüsse gibt und auf den Dirigenten Mathias Bamert verweist, den ich aus seiner Bonner Zeit gut kenne:


    Zitat

    Ich selbst habe bisher auch eher einen Bogen um die CPO-Einspielungen unter Leitung von Werner Andreas Albert gemacht. Das hat nicht nur etwas mit dem Dirigenten zu tun; denn bei verschiedenen anderen Komponisten schätze ich Alberts Dirigate durchaus (z. B. bei Siegfried Wagner).


    Was Korngold betrifft braucht, es aber, meiner Meinung nach,
    - einen Orchesterleiter, der - neben dem Romantisch-Schwelgerischen - das Jugendlich-Dynamische in Korngolds Stil rüberbringen kann und außerdem
    - eine exzellente Klangqualität, um die äußerst elegant-luxuriösen wie rauschhaft-bombastischen Klänge erlebbar zu machen.
    In dieser Hinsicht sind sicher die Chandos-Produktionen (unter Matthias Bamert) allererste Wahl!

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo,


    Ich forsche auch grade in Sachen Korngold... ;) :D
    Ich keine bisher sien Klavierkonzert für die linke Hand in folgender Aufnahme:


    Ein Tolles Werk, welches aber weitaus "gewagter" ist als vieles andere von Korngold. DEN Zugang hatte ich beim ersten Hören nicht - mittlerweile mag ich es aber sehr! Bemerkenswert auch der Schluss... :hahahaha: Ich hörete das Konzert zum ersten mal im Radio! (Ohne zu wissen von wem es ist) - Als ich Korngold hörte war ich sehr überrascht, aber es erregte mein Interesse an diesem Komponisten!


    Sein Violinenkonzert habe ich in diesem Live-Mtschnitt von den Salzburger Festspielen 2004. Es wird auch nach dem 1.Satz Applaudiert (Ist das da gewöhnlich?! ?(). Das Werk gefällt mir sehr; interessant, dass sogar "Pop-Interpreten" wie Mutter sich seiner annehmen, nicht?. Nächste Spielzeit steht in Dortmund ein Konzert mit dem Concertgebouworkest unter Previn und der Mutter an der Geige an wo auch das Korngold konzert gegeben wird - ein mekwürdiges Revival.
    Die Aufnahme ist jedenfalls äußerst gelungen und weiß die großartigen Seiten Korngolds Musik schön herauszuarbeiten!



    Die von die Angesprochene CPO-Kollektion habe ich auch schon bestellt!
    Sie dürfte mogen oder übermorgen eintreffen! - Ich bin schon sehr gespannt!


    LG
    Raphael

  • Ich habe die CPO Collection schon vor Jahren als einzelne CDs gekauft (grrrrh). Bis jetzt habe ich sie oft und gerne gehört und würde die Aufnahmen zumindest als solide bezeichnen. Große Vergleichmöglichkeiten habe ich allerdings nicht. Die Sinfonie op. 40 habe ich über diese CDs kennen und lieben gelernt. Ich habe noch eine EMI Aufnahme der Sinfonie mit Welser-Möst und finde diese nun nicht um Klassen besser.


    Bei dem Preis würde ich sagen: bedenkenlos zugreifen!


    LG,
    calaf

    Without deviation from the norm, progress is not possible.
    (Frank Zappa)

  • Hallo, miteinander!



    Zunächst kann ich mich den genannten Empfehlungen für das Konzert für die linke Hand anschließen, sowohl Steven de Groote als auch Marc Andre Hamelin sind hier lohnend.


    Die Fis-Dur-Sinfonie ist ein etwas spröderes späteres Werk, in dem die Reizharmonik und der Breitwand-Filmmusik-Duktus Korngolds nicht außen vor bleiben, aber doch zurücktreten angesichts differenzierter Verarbeitung und gelegentlicher rhythmischer Schärfe. Das Wienerische trifft hier den Schostakowitsch der Ballette. Ich besitze die Aufnahme mit Welser-Möst und bin zufrieden.


    Wer den jugendlich frischen Korngold kennen lernen, aber bereits die gesamte Reizharmonik auskosten will, der wird sich mit der Sinfonietta, op. 5, noch leichter tun als etwa mit dem Klavierkonzert. Hier habe ich allerdings nur einen Rundfunkmitschnitt und könnte keine der greifbaren Aufnahmen gezielt empfehlen - da ich keine kenne.


    Das Violinkonzert hat sich für mich ein wenig verbraucht; es ist mir mittlerweile zu effekthascherisch und süßlich. Dafür habe ich es früher um so öfter gehört. :D


    Auf der günstig zu erwerbenden, interpretatorisch wie klanglich ausgezeichneten abgebildeten CD befindet sich das Violin-Klavier-Werk. Neben der virtuosen, auch zum Hören sehr dankbaren, klassizistischen, noch nicht unbedingt stiltypischen Sonate op.6 sind das Miniaturen von unverwechselbarem Charme. Wer die "tote Stadt" gerne hört (tue ich, obwohl wahrlich kein großer Opernkenner :P), mag gewiss den Hit "Mariettas Lied". Ich dilettiere Korngolds eigene Kammermusikversion auch mit einem befreundeten Hobbygeiger. Das hat echt was! :angel:


    @ teleton:
    Mag sein, dass der Albert-Hindemith, den ich auch in drei dicken Kassetten besitze, noch zu übertreffen ist, aber wann bekommt man so viel so billig auf einen Schlag. Und schlecht finde ich die Aufnahmen keineswegs. :)


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

    Einmal editiert, zuletzt von WolfgangZ ()

  • Die Korngold-Aufnahmen auf cpo mit W.A.Albert sind zumindest klanglich voll OK. Davon konnte ich mich jetzt schonmal am Beispiel der Korngold Sinfonie op.40 / Thema und Variationen op.42 und Staussiana (1953) überzeugen.


    Nicht so voll überzeugen, wie die Sinfonietta op.5 in der sehr guten Aufnahme mit M.Bamert konnte mich die Sinfonie op.40, die mir als Werk einfach zu spröde erscheint. Ganz anders die Staussiana, bei der ich wieder "aufgewacht" bin.
    :] Welch ein lebensspühender Sound bei der Sinfonietta.
    Ich finde Korngold hat den Namen verfehlt und er hätte die Sinfonie Sinfonietta op.40 und die Sinfonietta Sinfonie op.5 nennen sollen. So wirkt das bisherige Hörergebnis jedenfalls auf mich !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo,

    Zitat

    Nur sein Violinkonzert habe ich in einer mittelprächtigen Aufnahme mit Mutter/Previn (DG) auf CD. Man merkt dieser Aufnahme an, das da "noch mehr drinn ist".


    DA gibt es noch eine wirklich schöne Aufnahme mit Perlman, die genau den Hollywoodschmelz verströmt, den dieses Konzert braucht. Darüberhinaus ist darauf auch noch das nicht minder schöne Goldmark Violinkonzert



    Gruss :hello:


    Syrinx

  • Hallo zusammen,
    was Korngolds Violinkonzert anbetrifft, würde ich Syrix vorbehaltlos zustimmen. Sehr schön - und irgendwie authentisch (oh je, ich habe das Wort benutzt) - ist die Aufnahme mit Jascha Heifetz, die auf ergreifende Weise die Exilathmosphäre atmet, in der das Werk entstanden ist:



    Mitgeliefert bekommt man gleich noch einige Werke, die nicht grade üppig discographiert sind: Mikols Rozsas Sinfonia concertante op. 29 f. Violine, Cello und Orchester sowie Franz Waxmans Carmen-Fantasie.


    Herzlichst,
    Medard

  • Zitat

    Original von Klawirr
    Sehr schön - und irgendwie authentisch (oh je, ich habe das Wort benutzt) - ist die Aufnahme mit Jascha Heifetz, die auf ergreifende Weise die Exilathmosphäre atmet, in der das Werk entstanden ist


    Ich kann das Votum von Klawirr nur unterstreichen und die vorgestellte Aufnahme wärmstens weiterempfehlen. Der Preis liegt mit 4,99 nun wirklich im unteren Bereich. Heifetz ist der Solist, der 1947 die Uraufführung des Werkes vorgenommen hat. Die spärlichen Informationen im Beiheft geben keinen Aufschluss, ob die hier aufgenommene Fassung diese Uraufführung ist. Vom Klang her würde ich eher vermuten, dass nicht. Auch die anderen, mir bisher völlig unbekannten Werke sind sehr hörenswert.


    Freundliche Grüße von der Küstenlinie, Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Zitat

    Original von Andrew
    Auch die anderen, mir bisher völlig unbekannten Werke sind sehr hörenswert.


    Zwar lange nicht gehört, aber Waxmans Carmen-Fantasie war immer eines meiner meistgehassten Virtuosenmusikgeschmacklosigkeiten, die von spieltechnikanbetenden Geigern gerne armen Opfern vorgedudelt werden.

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister


    Zwar lange nicht gehört, aber Waxmans Carmen-Fantasie war immer eines meiner meistgehassten Virtuosenmusikgeschmacklosigkeiten, die von spieltechnikanbetenden Geigern gerne armen Opfern vorgedudelt werden.


    Hallo KSM, hallo Andrew,
    stimmt, der Waxman ist schon ziemliches Gefrickel - aber hin und wieder doch recht nett. Heifetz macht Korngolds Violinkonzert aber zu einem Erlebnis. Schon allein dafür lohnt sich der Heiermann (heute ja leider nur noch in Scheinform - und zudem doppelt so teuer) allemal!!
    Herzlichst,
    Medard

  • Zitat

    Original von Andrew


    Ich kann das Votum von Klawirr nur unterstreichen und die vorgestellte Aufnahme wärmstens weiterempfehlen. Der Preis liegt mit 4,99 nun wirklich im unteren Bereich. Heifetz ist der Solist, der 1947 die Uraufführung des Werkes vorgenommen hat. Die spärlichen Informationen im Beiheft geben keinen Aufschluss, ob die hier aufgenommene Fassung diese Uraufführung ist. Vom Klang her würde ich eher vermuten, dass nicht. Auch die anderen, mir bisher völlig unbekannten Werke sind sehr hörenswert.


    Ich habe eine etwas ältere Ausgabe mit den entsprechenden Daten:


    Korngold 1953 (mono, aber sehr guter Klang, durchsichtig und rauscharm)


    Rozsa op.24 1956 (stereo), op.29 1963 (stereo)


    Waxman 1946


    Habe die CD aber erst ein oder zweimal gehört; IIRC gefiel mir der Rozsa etwas besser als Korngold. Hübsch ist das alles und weltbewegend will es eh nicht sein.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo Johannes,


    besten Dank für die Information und für die - wie so oft - treffende Formulierung:


    Zitat

    Original von JR:
    Hübsch ist das alles und weltbewegend will es eh nicht sein


    Genau so ist es! :yes::yes:


    Ich habe bei JPC geschaut und festgestellt, dass es gar nicht so viele Einspielungen dieses Violinkonzertes gibt. Der Perlman ist noch erhältlich (in Kombination mit dem Sibelius-Konzert), dann gibt es noch eine Aufnahme mit Shaham und ein paar andere ... und das war es dann.


    Welche anderen außer den hier benannten Einspielungen von Perlman, Heifetz und Schmid sind noch empfehlenswert?


    Freundliche Grüße, Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Also ich traue es mich ja fast gar nicht zu sagen, aber ich finde die Mutter-Aufnahme auch nicht so übel. Habe aber Heifetz noch nicht gehört und das muss sich bald ändern, also hole ich ihn mir mal auf die Merkliste.


    :hello:



    Gruß, Peter.

  • Hallo,
    zur Sinfonie:


    Es gibt ganz hervorragende weitere Aufnahmen unter Kempe (Varese Sarabande- eigentlich als LP eine RCA-Aufnahme, diese war die erste Aufnahme nach der Uraufführung, produziert von George Korngold), Downes ( Chandos), Previn (DG) und de Preist (Delos) .


    Jede dieser Aufnahmen hat ihre Stärken und ist es wert, zu einem späteren Zeitpunkt im Detail besprochen zu werden.


    Mein absoluter Favorit, der m.e. alle anderen Aufnahmen in den Schatten stellt ist eine Live-Aufnahme aus der Carnegie Hall mit dem Orchester der Mcgill-Universität unter dem Korngoldianer Timothy Vernon.

    Diese Aufnahme schlug seinerzeit (1991) nicht nur bei mir, sondern bei Korngoldianern wie Brendan Carroll und Bernd Rachold von der Korngold-Gesellschaft ein wie eine Bombe.
    Das Orchester spielt nicht nur unglaublich professionell, sondern es bringt diese bemerkenswerte-und sauschwer zu spielende- Sinfonie geradezu zum Funkeln.
    Auch die Aufnahmetechnik ist tadellos, sehr lebendig und "live"haftig.


    Obwohl Korngold in dieser Sinfonie Teile seiner Filmmusiken zu "Captain Blood", "The Sea Wolf", "Kings Row" u.a. verarbeitet, handelt es sich absolut nicht um ein Filmmusiknahes Werk- obwohl John Williams hier tüchtig geklaut hat, aber das ist sein Problem :D
    Es ist bekannt, das Mitropoulus am Ende seines Lebens sagte, daß er lange nach der perfekten "modernen" Sinfonie gesucht habe und diese nun in Korngolds Sinfonie gefunden hat.


    Leider starb er , bevor er sie aufführen konnte.


    Die Umstände, welche dazu führten ,daß die Uraufführung unter Alois Melichar zum Desaster führten, habe ich hier
    Violinkonzerte im 20. Jahrhundert
    bereits erläutert.


    Über diese Seite http://www.music.mcgill.ca/res…gillRecords/Korngold.html
    wird man die Aufnahme des Mcgill-Orchesters hoffentlich noch beziehen können.
    Dort befindet sich auch eine Audiodatei mit dem Scherzo.


    Viele Grüße,
    Michael


    Übrigens Wolfgang, :hello:
    sorry, aber die Sinfonie ist beileibe keine Sinfonietta, während der Titel für op.5 schon gerechtfertigt ist, alleine durch Korngolds "Motiv des fröhlichen Herzens" , welches direkt am Anfang zu hören ist und das gesammte Werk durchdringt.

    Zitat

    Welch ein lebensspühender Sound bei der Sinfonietta


    Korngold war bei der Komposition ein 15jähriger :jubel:
    Die Bamert-Aufnahme ist sehr, sehr gut, aber ich möchte nicht ohne die Aufnahmen unter Gerd Albrecht( Deutsches Sinfonieorchester) oder Andrew Litton( Dallas Symphony Orchestra) leben, obwohl die Bamert-Aufnahme auch m.e. die beste ist.


    Aber dazu ein anderes mal mehr.


    Andrew: Die Heifetz-Aufnahme von 1953 unter Wallenstein ist natürlich nicht die Uraufführung und es gibt noch einen bemerkenswerten Livemitschnitt unter Efrem Kurtz mit Heifetz auf Music and Arts, der vielleicht sogar noch besser ist.
    Auch dazu ein anderes mal mehr.

  • Heute vor 115 Jahren geboren:


    "Wunderkind" Erich Wolfgang Korngold (* 29. Mai 1897 in Brünn, Österreich-Ungarn; † 29. November 1957 in Los Angeles) war ein österreichisch-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist.



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Inzwischen sind Korngolds Opern nicht mehr nur bei Raritätensammlern bekannt. "Die Tote Stadt" gehört sogar zu den häufiger gespielten Werken.


    Über viele Jahre hat Korngold seinen Lebensunterhalt in Hollywodd mit dem Komponieren von Filmmusik verdient und sogar einige Oscars dafür bekommen.

    Die Musik zu Robin Hood, König der Vagabunden erreichte Platz 11 in der Liste der 25 Besten Filmmusiken aus 100 Jahren, welche vom American Film Institute zusammengestellt wurde.


    Ich selber kenne von den zahlreichen Filme nur den Robin Hood , aber einige Soundtracks gab es sogar auf Platte. Kennt jemand irgendwelche Aufnahmen?


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    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • In diesem Jahr steht der 125. Geburtstag und 65. Todestag des Komponisten Erich Wolfgang Korngold an. Aus diesem Anlaß erschien ein Erich Wolfgang Korngold-Lesebuch



    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Tatsächlich ist es etwas traurig, wie wenig hier zu diesem Komponisten steht. Korngold steht mittlerweile auch als Kammermusiker wieder in der Gunst so manches Ensembles. Ich möchte hir nur ein paar in meinen Augen sehr schöne Aufnahmen erwähnen


    Seine Streichquartette gehören für mich zu den gerne gehörten Werken. Korngold steht schon ein wenig in der Tradition der Spätromantik, aber sein Können in der Instrumentierung lässt seine Streichquartette trotz aller Opulenz durchsichtig erscheinen. Dazu kommt sein erstes Quartett für mich experimentell inspiriert bei mir an. Es steht durchaus auf der Höhe der Zeit und sollte einen Vergleich mit den Spitzenwerken wie denen von Hindemith und Bartók nicht einmal scheuen ... Genug der Lobhudelei ...


    Das britische Doric String Quartet hat eine wundervolle Einspielung geliefert



    Die Quartette sind 1922, 1937 und 1944 entstanden und man hört den Hollywood-Einfluss bei den späteren Quartetten. Selbstverständlich ist Korngolds Musik nie sentimental, wie man es bei Filmmusiknähe ja häufig erwarten kann....


    Korngold war bei seinem ersten Quartett schon 25 und damit ein reifer Komponist. Von nicht ganz derselben gedanklichen Durchdringung ist das Klaviertrio Op. 1, ein Werk des Dreizehnjährigen. Kunstvolles Schwelgen und noch wenig Polyphonie, aber was für eine Schwelgerei ... :)


    Mitglieder des Spectrum Concerts Berlin liefern hier eine ausgezeichnete Einspielung


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  • Tatsächlich ist es etwas traurig, wie wenig hier zu diesem Komponisten steht.

    Lieber astewes, es gibt ja durchaus Korngoldianer hier im Tamino-Forum. Mich zieht es immer in seine Opern, und wenn ich - selten genug - Kammermusik höre, dann seine. Es grüßt Hans

    ..., eine spe*ifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifi*ierbar.
    -- Aydan Ö*oğu*

  • Zitat von astewes

    Tatsächlich ist es etwas traurig, wie wenig hier zu diesem Komponisten steht.

    Das ist aber auch bei vielen anderen Komponist der Fall! :pfeif:

    Das Forum ist sehr einseitig geworden! :(



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Vom 05. Juni - 25. Juni 2023 kommt an der Wiener Kammeroper (Fleischmarkt 24, 1010 Wien) Korngolds letztes Bühnenwerk "Die stumme Serenade" 69 Jahre nach der Uraufführung in Dortmund 1954 zur österreichischen Erstaufführung. Die bisherigen Produktionen: 2007 München, 2009 St. Gallen, 2014 Arnheim und Berlin, 2017 Coburg, 2021 Schleswig-Holsteinisches Landestheater (Aufzeichnung s.u.)


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    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Das Forum ist sehr einseitig geworden! :(

    Als ich im Forum anfing (vor etwa 2,5 Jahren) gab es eigentlich fast nur Diskussionen über Stimmen. Ich war schon dabei Opern zu hören, nur um irgendwie mitreden zu können.


    Ich habe nun Lully und Monteverdi, die ich ohne dieses Forum kaum gehört hätte und zu Weihnachten gibts den Messias von Händel in HIPer Form, auch eine Novität zuhause.


    Die Opernfreunde sind an Anzahl ein bisschen zurückgegangen. Irgendwie aber auch die Streitereien, finde ich. Wenn Du die vielen Themen auf die aktiven Teilnehmer verteilst, sieht es doch gar nicht sooo schlecht aus, oder?

  • Erich Wolfgang schrieb als 11-jähriger seine erste Klaviersonate, ein schönes Stück. Mit dreizehn Jahren seine zweite, ein beeindruckendes Werk. Gould fühlte sich zur Auseinandersetzung angetrieben und musste dem Werk einen gewissen Respekt zollen .....


    Alle drei Sonaten findet man in der schönen Einspielung von Michael Schäfer



    Alte Freunde von Korngolds Klaviermusik kennen natürlich auch die Einspielung von Matthijs Verschoor aus dem Jahre 1986 bei ETCETERA.


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    Verschoors Einspielung findet sich im Web


  • In diesem Jahr steht der 125. Geburtstag und 65. Todestag des Komponisten Erich Wolfgang Korngold an. Aus diesem Anlaß erschien ein Erich Wolfgang Korngold-Lesebuch


    Ich habe das Buch zuhause stehen. Es war ein Geschenk, weil ich mit zwei der Autoren befreundet bzw. gut bekannt bin.

    Der Band ist uneinheitlich, aber es sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein.

    Mich persönlich hat natürlich Korngolds Verbindung zum Salzkammergut und seine Rezeption bei den Salzburger Festspielen interessiert. Das wurde beides sehr schön aufgearbeitet.

  • Recollections of Zemlinsky from My Years of Study


    Mit der Klavierfassung der "Pantomime in zwei Bildern" Der Schneemann startete der erst 11-jährige Erich Wolfgang Korngold seine Karriere. Das Werk erlangte die Aufmerksamkeit der Baronesse von Nienerth, der Frau des damaligen Premierministers. Sie bat darum, das Werk auf einem Empfang aufzuführen, den sie im Palast des Ministerpräsidenten gab. Und so fand die Uraufführung von „Der Schneemann“ in einer Fassung für Klavier zu vier Händen mit Violinen-Obbligato am 14. April 1910 unter ihrer Schutzherrschaft statt. Es traten Korngold und Richard Pahlen am Klavier, Fritz Brunner an der Violine gemeinsam mit den Tänzern des kaiserlichen Balletts auf. Das Werk wurde so gut angenommen, dass es am 26. April 1910 auf einem Benefizkonzert für das Witwen- und Waisenhaus des Kaisers Franz Josef erneut aufgeführt wurde. Bei diesem ausverkauften Konzert saß die Elite der Wiener Gesellschaft im Publikum. Schon bald folgte die Einladung, eine Orchesterversion des Werks bei einem Konzert zur Feier des Namenstags von Kaiser Franz Josef aufzuführen. Von seinem Lehrer Alexander von Zemlinsky wurde die Pantomime orchestriert und in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef uraufgeführt. Die Partitur von Der Schneemann war ursprünglich unter der Bedingung publiziert worden, sie nicht für die öffentliche Aufführung freizugeben und stattdessen nur einem kleinen Kreis von Musikern und Komponisten zur Verfügung zu stellen. Es war Julius Korngold, der die öffentliche Verbreitung der Kompositionen seines Sohns untersagte. Der Grund war wahrscheinlich, dass er befürchtete, seine eigenen Feinde würden Kritik an der Musik seines Sohns üben, um sich für manche kritischen Standpunkte des Vaters zu rächen. Gustav Mahler, Richard Strauss und Giocomo Puccini lobten das Werk in den höchsten Tönen und nannten Korngold das wichtigste musikalische Wunderkind seiner Generation.



    Die Uraufführung der orchestrierten Fassung fand am 4. Oktober 1910 in Abwesenheit des Vaters statt

    Poster for the stage première of Der Schneemann, Oct 4 1910. The Brendan G Carroll Collection

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo

  • Vom 05. Juni - 25. Juni 2023 kommt an der Wiener Kammeroper (Fleischmarkt 24, 1010 Wien) Korngolds letztes Bühnenwerk "Die stumme Serenade" 69 Jahre nach der Uraufführung in Dortmund 1954 zur österreichischen Erstaufführung. Die bisherigen Produktionen: 2007 München, 2009 St. Gallen, 2014 Arnheim und Berlin, 2017 Coburg, 2021 Schleswig-Holsteinisches Landestheater (Aufzeichnung s.u.)


    Lieber Orfeo, ein hübsches Detail ist, daß die Stumme Serenade in der letzten Spielzeit in Schleswig-Holstein in zwei unterschiedlichen Inszenierungen lief. Kornelia Repschläger hatte in Rendsburg inszeniert, Michael Wallner in Lübeck. Beide Inszenierungen habe ich mit großem Vergnügen gesehen, in beiden hat Amelie Müller die Partie der schönen Schauspielerin Silvia Lombardi, der Geliebten des schurkischen Ministerpräsidenten, gesungen.

    Das von Dir verlinkte Cover stammt m.E. nicht von einer der aktuellen Inszenierungen in SH. Es grüßt Hans

    ..., eine spe*ifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifi*ierbar.
    -- Aydan Ö*oğu*

  • Das von Dir verlinkte Cover stammt m.E. nicht von einer der aktuellen Inszenierungen in SH.

    Lieber Hans,

    stimmt! Ich habe nur "Holstein Sinfonietta" gelesen und daraus die falschen Rückschlüsse gezogen.

    Alles Gute und einen Gruß von Orfeo