Eure liebsten ersten Takte einer Oper - Best Of


  • Lieber Wulf!


    Ich brauche mich auf meine Lieblingsopern nicht viel vorbereiten, habe es lieber wenn die Protagonisten gut vorbereitet sind.


    Was ich sonst in der Oper mache, bei den jetzigen Inszenierungen - nicht hingehen, denn um den Preis einer Karte bekomme ich schon eine CD oder DVD wo mir alles gefällt.


    Und ich muss sagen bei Verdi gefällt mir fast jeder Anfang,


    bei Wagner eigentlich nur "Holländer" oder "Tannhäuser".


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello:

  • Lieber oper337,


    war ja auch nur ein kleines Späßle, gell??


    Was hältst Du denn vom Beginn der Rusalka?? Finde ich persönlich auch sehr hübsch, vielleicht nicht einer der markantesten Anfänge, aber auch sehr stimmungsvoll.



    :hello:
    Wulf

  • Hatten wir eigentlich schon Gershwins "Porgy and Bess" - dieses Kurzthema, das sich immer mehr auflädt, bis dann das Klavier einsetzt und die nächste Steigerungswelle einleitet? Fabelhaft komponiert! Ich glaube, ich habe Gershwin doch etwas unterschätzt...


    Noch ein Anfang fällt mir ein, der fabelhaft ist, obwohl ich die restliche Oper nur für gehobenes Kunsthandwerk halte. Ich meine Gian Carlo Menottis "Consul". Keine Einleitung, Vorhang auf, Wohnung von John und Magda Sorel. Von draußen klingt ein französischer Schlager herein, könnte Piaf sein (ist aber von Menotti komponiert). Plötzlich reißt der verwundete John Sorel die Tür auf. In diesem Moment heftige chromatisch verbeulte, fast zusammenhanglose Gestalten im Orchester. Sorel ruft (Sprechstimme!) nach seiner Frau. Erst wenn sie ihm antwortet, geschieht das singend in abgehacktem Rezitativ. Dann das erste Arioso John Sorels - womit der Abstieg in puccineske Sphären leider eingeleitet wird. Aber bis zu diesem Moment ist das ein Knüller non plus ultra.
    :hello:

    ...

  • Noch nicht genannt (oder von mir übersehen ...) wurde:


    - "Tiefland" von D'Albert: Wie er im Vorspiel mit einer Soloklarinette im Handumdrehen ein Stimmungsbild zeichnet, das ist schon aller Ehren wert!


    - "Die ersten Menschen" von Rudi Stephan


    Ansonsten schließe ich mich denen an, die viel bei Wagner gefunden haben: "Der fliegende Holländer", "Lohengrin", "Tristan und Isolde", "Das Rheingold", "Die Walküre", "Götterdämmerung" und "Parsifal" - alles höchst faszinierend! Beim "Tannhäuser" finde ich die Ouvertüre umwerfend, die ersten Takte (auf die wir uns ja hier beschränken) sind meiner bescheidenen Meinung nach aber eher unspektatulär.


    Best, DiO :beatnik:

  • Hallo,


    Jepp! Tiefland - du sagst es...heute den Anfangl per zufall 2x in meiner "Best Off-Playlist" ( :untertauch:...ja, ich habe sowas... :rolleyes: ) auf dem ipod gehört und es gefällt mir sehr, wie ich mich erinnern musste!


    Ähnlich gut gefällt mir der beginn von Enescus "Oedipe"...(Wenn ich mich entsinne auch ein eher ruhiger einstieg mit Harfe die uns in das antike Griechenland entführen...


    LG
    Raphael

  • Zitat

    Original von Rosenkavalier


    Ich baue darauf, dass hier die Meinungsfreiheit herrscht :boese2:


    Wenn Du schon anfängst, Dich zu rechtfertigen. :O

  • Zitat

    Original von Wulf


    Wenn Du schon anfängst, Dich zu rechtfertigen. :O


    Ich trau' mich wenigstens, dazu zu stehen :beatnik: - mehr noch - ich liebe die ganze Ouvertüre. Aber hier sind ja nur die ersten Takte gefragt und ich fange beim Einsatz der Hörner nunmal an zu schwelgen.


    :hello:
    Rosenkavalier

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  • Ich kenn die gar nicht. Zieh Dir mal - zur Abwechslung - was Vernünftiges rein: z.B. Glinka. Der wird leider viel zu selten genannt.

  • Giacomo Meyerbeer


    Gli Ugunotti :jubel:


    mit Dame Joan Sutherland, Giuletta Simionato und natürlich Franco Corelli. Scala Milano 1962.



    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello:

  • Hallo zusammen,


    folgende Opernanfänge höre ich am liebsten:


    La Traviata
    Don Pasquale
    Le Nozze di Figaro
    Der Wildschütz
    Der fliegende Holländer
    Hänsel und Gretel (und die wird nicht disqualifiziert lieber böser W(o)ulf) :D



    LG


    Maggie

  • Liebe Maggie,

    Zitat

    Hänsel und Gretel (und die wird nicht disqualifiziert lieber böser W(o)ulf)


    Sollte der Wo(u)lf es nicht wagen, kann ich für ihn die Prügel beziehen... :D


    Aber ich muß gestehen, ich bin ein gebranntes Kind: Ich hab' das einmal gehört mit einem Hornisten, der offenbar das Horn in einer falsche Stimmung erwischt hatte. Der Satz war bitonal. Sehr interessant, aber für mich auf Dauer prägend, leider... :(
    :hello:

    ...

  • Meine Lieblingsanfänge:


    Janácek, Jenufa (mit dem wunderbar atmosphärischen, aber auch eine dramatische Funktion habenden Xylophongeklappere der Mühle; noch genialer finde ich übrigens das Zwischenspiel zum zweiten Akt!)
    Janácek, Aus einem Totenhaus (mit dieser herrlichen Melodie in den Violinen gleich zu Beginn!)
    Tschaikowski, Eugen Onegin
    Wagner, Götterdämmerung (und eigentlich die ganze Nornenszene)
    Bártok, Herzog Blaubarts Burg :jubel:


    :hello: Martin

  • Nach einigem überlegen kommt mir in den Sinn, dass ich Brittens "Sommernachtstraum" auch sehr mag - Knartschende Bäume: Famos! ^^


    Gute Nacht.

  • Alle Anfänge der Wagner Ring-Opern sowie der Anfang des Tristans finde ich auch besonders faszinierend.


    Besonders gelungen ist für mich aber auch der Anfang von Wolfgang Rihms "Die Eroberung von Mexiko" nach Antonin Artaud. Zu Beginn nur überwiegend tiefe Trommeln, die sich erst allmälich zu einem Rhythmus, ja einer Art Melodie fügen. Erst nach einigen Minuten setzt ein anhaltender, seltsam fahl klingender Streicherton an, der schließlich in eine Art Staccato übergeht und immer wieder von lauten Toms überdröhnt wird, während Pauken und Base-Drums weiter den Rhythmus halten. Erst nach fast einer Viertelstunde kommen sprachlose Frauenstimmen dazu. Der gesamte erste Teil ist "Die Vorzeichen" benannt, daraus der 14-minütige Beginn "Melodie einer Lanschaft, die das Gewitter kommen spürt" - und diese noch unbestimmt bedrohliche Stimmung voll großer, sich steigernder und etwas enervierender Spannung wird meisterhaft musikalisch ausgemalt.


    :hello: Matthias

  • Spontan denke ich bei der Fragestellung meiner liebsten Anfangstakte an Wagners "Parsifal".


    Es ist ein wunderbarer Sphäreneintritt, und durch die langsamen, feinklingenden Unisono- bzw. Oktavverdopplungsläufe wird direkt, aber unaufdringlich, auf den reinen Ton bzw. reinen Tor =) gedeutet.


    Auch die Überleitung zum Fanfarenmotiv und die dann folgende Entwicklung ist mit sehr ans Herz gewachsen - wie dann schließlich die ganze Oper.


    Gruß,


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

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  • Lieber Wulf!


    Entschuldige, dass ich erst heute antworte, aber Du hast völlig Recht, die ersten Takte von "Rusalka" finde ich genauso hübsch, wie Diabolus die ersten Takte von "Tiefland" findet.


    Liebe Grüße Peter aus den frühlinghaften Wien (+12°C am 1.12., passt ja) :hello: :hello:

  • Lieber oper337,


    ist doch kein Problem ;) Einen weiteren, mich beeindruckenden Beginn findet man bei Albeniz' Merlin.


    Grüße zurück aus dem nasskalten Berlin (4°C - passt auch irgendwie..zu Berlin :wacky: )


    :hello:
    Wulf

  • Takten...


    Meine Favoriten im Gegensatz zu den letzten Takten... die ersten Takte der Vivaldi Opern und natürlich die spanischen Barockopern und Zarzuelas...


    1) Tomás de Torrejón y Velasco: La Púrpura de la Rosa
    2) Antonio Vivaldi: Montezuma
    3) Antonio Vivaldi: Griselda
    4) Antonio Vivaldi: La verità in cimento
    5) Antonio Vivaldi: L'Atenaide
    6) Claudio Monteverdi: Il ballo delle ingrate


    und modernere Werke:


    1) Nikolai Rimsky-Korsakov: Die Zarenbraut
    2) Camille Saint-Saëns: Samson et Dalia
    3) Giuseppe Verdi: Falstaff
    4) Aulis Sallinen: Kullervo
    5) Armas Launis: Aslak Hetta
    6) Aulis Sallinen: Punainen viiva

    Our cultural heritage belongs to all of us, that's why we must preserve it
    Unser Kulturgut gehört uns allen, deshalb müssen wir es bewahren
    http://www.publicdomain.ch

  • Ich liebe die Anfangstakte der Ouvertüre zu Mozarts "Figaros Hochzeit", so dynamisch und schwungvoll, dabei muss ich immer an Bienen denken, die unter Zeitnot im Bienenstock herumsurren ... surren ist in diesem Kontext das Stichwort
    (bei der Zauberflöten-Ouvertüre gefallen mir wiederrum die Schlusstakte am besten; Mozart einmal so rum, einmal so ;))


    Ja, und das ebenfalls wie bei einigen Forianern der Eingangsmelodie zu "La Traviata", das sie u.a. schon das traurige Ende vorwegnimmt.


    Generell finde ich Mozarts und Verdis Ouvertüren am beeindruckendsten und mitreißendsten (im euphorischen wie auch melancholischem Sinne; zweiterer ist m.E. auch ein Könner der Schlusstakte, wiederrum Stichwort ,Traviata!)

    "Oh ew´ge Nacht, wann wirst du schwinden,..."

  • Zitat

    Original von Honoria Lucasta
    Ich liebe die ersten Takte von "Tosca", weil diese Oper ohne lästige Ouvertüre auskommt und es sozusagen gleich losgeht http://www.tamino-klassikforum…ges/smilies/stumm.gif....
    Ouvertüren höre ich lieber im Konzertsaal.


    Lästige Ouvertüre??? SHOCKING!!! Als Kind sprach ich immer von der schönen Vormusik, bis man mir beibrachte, dasss das eine Ouvertüre sei:-)


    Meine liebsten, aller-, allerliebsten Anfangstöne sind und bleiben die von "Hänsel und Gretel". Bitte Herbert nicht grinsen;-) Ich kenne nun wirklich mehrere hundert Opern, aber diese Takte treffen mich immer voll ins Herz:


    Ehe sich der Vorhang teilt, leiten Märchentöne die Oper ein. Das Orchester ist im Vergleich zum Vorspiel merklich reduziert, und allmählich bildet sich aus einer langen Note der Hörner und des Fagotts das erste thematische Element heraus, hinzu tritt eine Begleitung der Bratschen und Violoncello, die sich auf die schlichte Aussage des Grunddreiklangs beschränken. Nachdem die Flöten und Klarinetten das Motiv leicht angedeutet haben, kommt die Melodie allmählich zur Entfaltung, bis sie sich schließlich in vollem Umfang darbietet.


    In Farben ist das für mich immer ein dunkels Grün, das sich in Gelb wandelt. Es vermittelt Wärme und ein kindliches "Es war einmal...". Natürlich ist das auch mit meinem ersten Openbesuch verbunden: Die goldenen Sonnenstrahlen, die durch das geöffnete Fenster in die Waldhütte scheinen. Schön war's!

  • Liebe Knusperhexe,


    so völlig ernst habe ich's auch nicht gemeint, wenngleich ich schon finde, daß Ouvertüren bisweilen nicht sehr organisch mit dem, was folgt, zusammenhängen - wie meist z.B. bei Rossini, der halt irgendwas Fertiges dazupackte, sobald ihm der Impressario die fertige Partitur aus den Händen riß.


    Aber wenn ich schon eine Lieblingsouvertüre nennen sollte, dann wäre es die zu "Ruslan und Ludmilla", weil sie sehr schwungvoll melodiös ist und von angenehmen zeitlichen Ausmaßen. Und kennt noch irgendwer die einst sehr beliebte Ouvertüre zu "Donna Diana"? Ihr Hauptmotiv leitete vor Urzeiten die beliebte TV-Sendung "Erkennen Sie die Melodie?" ein...

    "...and suddenly everybody burst out singing"
    Busman's Honeymoon

  • Zitat

    Original von Honoria Lucasta
    Liebe Knusperhexe,


    so völlig ernst habe ich's auch nicht gemeint, wenngleich ich schon finde, daß Ouvertüren bisweilen nicht sehr organisch mit dem, was folgt, zusammenhängen -


    Liebe Honoria,


    das geht ganz vielen so. Ich persönlich genieße es einfach, mich einzustimmen - wenn die Lichter gedimmt werden, dann der Applaus, wenn der Dirigent kommt, dieses Wogen der Musik vor geschlossenem Vorhang, die Spannung in der Luft...Das gehört für mich alles dazu. Ich bin immer etwas überrascht, wenn die Ouvertüre fehlt.


    :hello:


    Knuspi

  • Zitat

    Original von Honoria Lucasta
    Und kennt noch irgendwer die einst sehr beliebte Ouvertüre zu "Donna Diana"? Ihr Hauptmotiv leitete vor Urzeiten die beliebte TV-Sendung "Erkennen Sie die Melodie?" ein...


    Das gibt es immer noch: Der ZDF-Theaterkanal wiederholt alle Sendungen mit Ernst Stankowsky "Erkennen Sie die Melodie" - und Vor- und Nachspann werden in voller Länge gespielt....


    Vor ein paar Jahren wurde die - längste vergessene - Oper "Donna Diana" wieder ausgegraben und in Kiel aufgeführt - davon ist auch eine CD entstanden!



    Leider ist unser Spezialist hier im Forum für den Komponisten Nikolaus von Reznicek ("Davidoff") kürzlich entschwunden, aber seine Beiträge sind uns noch erhalten!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Wie immer bei einer solchen oder ähnlichen Frage hängt meine Antwort sehr von meinen letzten Hörerlebnissen, von Erinnerungen und erfahrenen Anregungen ab - außerdem gilt die Antwort nur für heute - Hier meine Lieblingsanfänge:


    Die "klassische" romantische Ouvertüre zu Webers Der Freischütz, die erschütternden "Schläge" der Don Giovanni Ouvertüre, die mich direkt in das drama giocosa hineinziehen, aber auch der Beginn von Verdis Otello, das sind, neben den Vorspielen zu Die Meistersinger von Nürnberg oder Die Walküre für heute und nur für heute meine "Lieblings-Anfänge" - Rossini (La scala di Seta), Beethoven (Leonore 3!!!), Mozart (Le nozze di Figaro) und wenn ich meine lyrischen Tage habe Verdi (Aida) bzw. Wagner (Lohengrin) usw. mögen mir verzeihen.

    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)

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