Placido Domingo - Plus Ultra

  • Kammersänger Placido DOMINGO bekam nach der Vorstellung von Simon Boccanegra letzten Mittwoch den EHRENRING der Wiener Staatsoper!! Ehrenmitglied war er ja schon!


    :hello:

    mucaxel

  • Hallo,


    hier ist allgemein bekannt, daß ich Ramon Vinay verehre, allerdings nur die Aufnahmen aus seiner Heldentenor-Phase 1947-1961. Es gibt eine Carmen-Aufnahme von 1967 mit Domingo als Don Jose und Vinay als Escamillo. Ich finde die Bariton-Aufnahmen Vinays nur interessant wegen seiner vorherigen Karriere. Das Überlieferte als Escamillo, Telramund, Jago oder Falstaff ist kritikwürdig. Genauso kann ich dieses über Domingos Auftritte als Simone oder Rigoletto sagen. Findet es hier nicht auch jemand bezeichnet, daß dieses Jahr noch bei Sony 2 CDs mit Verdi-Arien erscheinen ? Jonas Kaufmann als Tenor und Domingo mit Bariton-Arien. Ich bin der Meinung, daß wir zukünftig von Sony irgendeinen Knall-Effekt zu erwarten haben. Wer weiß, einen Othello-Mitschnitt mit Kaufmann in der Titelrolle mit Domingo als Jago oder einen Lohengrin mit Kaufmann oder Vogt als Schwanenritter mit Domingo als Telramund ? Domingo will seine Einzigartigkeit zementieren, indem er Vinays Weg nachvollzieht. Sollen wir das erhoffen, ovationieren oder befürchten ? Ich bitte um Meinungen.


    Gruß,
    Antalwin

  • Meiner Meinung nach sollte Domingo aufhören, er hat alles erreicht was man erreichen kann. :pfeif:
    Diesen Wechsel ins Baritonfach finde ich wirklich nicht gut.
    Auch als Dirigent bekommt er nun auch eine sehr negative Presse!
    Ich hörte eine Fledermaus in Wien mit ihm am Pult, da fragt man sich, muß das sein.
    Schade! :no:
    Er ist Jahrgang 1941.

    mucaxel

  • Meiner Meinung nach sollte Domingo aufhören,er hat alles erreicht was man erreichen kann.


    Dem kann ich nur beipflichten. Als Künstler alles erreicht. Der Stimmwechsel in das Baritonfach ist die Kehrtwendung seiner bisherigen Karriere! Aber das begann eigentlich schon mit der Zeit, als er begann, Wagner zu singen. Sein Stolzing ist noch recht respektvoll, sein Lohengrin schon nicht mehr. Heute ist er ein alter Mann, der neue künstlerische Ambitionen in einem anderen Stimmfach sucht. Soweit mir bekannt, war er vor seiner Karriere als Tenor schon Bariton. Seine Interpretation des "Rigoletto" im Fernsehen war ein Desaster! Die "Erwerbsdrüsen" arbeiten immer noch wie zu alten Zeiten.


    Man fragt sich "Warum tut er sich das an?" Er hat doch alles erreicht, was man als Künstler erreichen konnte. Warum diese "Eigendemontage?" Kann man noch wirklich gute Arbeit leisten, wenn man auf dutzenden Hochzeiten tanzen will? Seine Tätigkeit als Generaldirektor der Opera Washington hat er ja mittlerweile aufgegeben, aber in Los Angeles ist er noch immer. Wie geht das alles in dem Alter noch zusammen? Die Qualität ist weg, die Quantität ist da.


    Übrigens...für mich hat er am schönsten die Rolle des Don Carlo unter Guilini gesungen! Und nie war er besser!


    Gruß


    Bernard :hello:

    Keine Kunst wirkt auf den Menschen so unmittelbar, so tief wie die MUSIK,
    eben weil keine uns das wahre Wesen der Welt so tief und unmittelbar erkennen lässt



    Arthur Schopenhauer

  • Ich denke auch, das er da einen schwierigen Weg gewählt hat. Als Tenor war er erstklassig; als Bariton kann er m. E. nicht denselben Status erreichen. Hier steht er im Vergleich zu Hampson, Milnes, Bastianini, Cappucili und wie sie alle heißen - und da fehlt ihm, denke ich, trotz aller gestalterischen Intelligenz und Erfahrung einfach die Durchschlagskraft in der Tiefe, das typische Timbre eines Baritons.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Übrigens...für mich hat er am schönsten die Rolle des Don Carlo unter Guilini gesungen! Und nie war er besser!

    Hallo Bernard,


    wie findest Du ihn denn als Carlo VII in "Giovanna D'Arco" unter James Levine (Aufnahme: 1972)? - Für mich eine seiner besten Leistungen ...


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • wie findest Du ihn denn als Carlo VII in "Giovanna D'Arco" unter James Levine (Aufnahme: 1972)? - Für mich eine seiner besten Leistungen ...


    Als die Einspielung auf den Markt kam, war diese erste Gesamtaufnahme der Oper eine Sensation. Auch hier hat Domingo eine seiner besten Leistungen abgeliefert.


    Gruß


    Bernard :hello:

    Keine Kunst wirkt auf den Menschen so unmittelbar, so tief wie die MUSIK,
    eben weil keine uns das wahre Wesen der Welt so tief und unmittelbar erkennen lässt



    Arthur Schopenhauer

  • Man fragt sich "Warum tut er sich das an?" Er hat doch alles erreicht, was man als Künstler erreichen konnte. Warum diese "Eigendemontage?"


    So fragwürdig dies Verhalten aus künstlerischer Sicht auch sein mag, so menschlich und psychologisch nachvollziehbar ist es doch auch: Wie groß ist die Angst nach Jahrzehnten des Rampenlichts möglicherweise in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden (und Beispiele dafür gibt es sicherlich genug)? Ich glaube kaum, dass dies etwas mit den "Erwerbsdrüsen" zu tun hat! - Interessanterweise scheint es mir hier große Parallelen zur Politik zu geben, wobei dort neben der Prominenz noch eine gewisse Machtkomponente ins Spiel kommt. Z.B. sah ich vor einiger Zeit auf dem Hamburger Hauptbahnhof eine ehemalige Ministerpräsidenten Schleswig Holsteins sitzen, ohne Ordonanz, ohne jegliche Beachtung und augenscheinlich sehr einsam und sehr traurig ... sofort war mir die Vehemenz, mit welcher sich besagte Person in drei erfolglosen Wahlgängen an ihren Posten geklammert hatte, plausibel.

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Ich schätze Placido Domingo auch nicht so ein, als dass er aus Geltungssucht oder Profitgier Wege sucht, weiterzumachen. Er wird mit Sicherheit schon lange finanziell ausgesorgt haben, und er braucht auch niemandem mehr etwas zu beweisen, sein Status als ganz großer Sänger ist sicherlich nach wie vor unangefochten.
    Wenn er sich also nicht mit Beschäftigungen abseits der Bühne zufrieden gibt, sondern nach wie vor alle Facetten der Oper lebt, als Generalmusikdirektor, Intendant, Dirigent - und als Sänger, dann hat dies andere Gründe.
    Ich denke einfach, dass er viel zu sehr Sänger ist, um damit aufzuhören, dass er von derselben bedingungslosen Hingabe beseelt ist, die auch Maria Callas und ähnliche Ausnahmesänger erfüllt hat, die den Gesang nicht als "Job" sehen, sondern vollständig darin aufgehen.
    Von dieser Warte aus erfüllt mich das Wirken von Domingo mit größter Sympathie, wenn ich auch Zweifel daran habe, dass er im Baritonfach gut aufgehoben ist, vielleicht hätte er mit kluger Repertoirewahl auch noch die ein- oder andere Tenorpartie gefunden, die er bewältigen kann?
    In diesem Zusammenhang muss man eh konstatieren, dass Domingo auch schon als betagterer Sänger immer noch ganz hervorragende Aufnahmen gemacht hat, und sich nach einer solchen Karriere ein solch' stimmliches Niveau zu bewahren, verdient allerhöchsten Respekt.
    Jedenfalls werde ich auch nach wie vor mit größtem Interesse verfolgen, was dieser Tausendsassa noch alles anstellt, und selbst, wenn er sich irgendwo in zweifelhaften Bariton-Experimenten verzettelt - meiner Sympathie und Hoachachtung kann er sich jederzeit gewiss sein.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • An Domingo erleben wir, was Brecht einst den Abstieg in den Ruhm nannte. Wenn er so weitermacht - und er wird weitermachen - bleibt er als mittelmäßiger Bariton in Erinnerung. Daran habe ich keinen Zweifel. Schade. Ich frage mich wirklich, warum Menschen nicht aufhören und auf dem Hohepunkt ihres Wirkens abtreten können. Sich für unersetzlich zu halten, betrachte ich als eine der Fehlkonstruktionen menschlichen Sozialverhaltens. Das Bild von Frau S. auf dem Bahnhof, das MSchenk weiter oben beschreibend einstellte, trifft als Vergleich gut. Domingo war ein hinreißender Tenor, wahrhaftig in seiner Kunst, ohne Allüren. Das machte ihn sehr sympathisch. Dieses Bild verwischt. Ich höre nicht mehr die aktuellen Sachen, und ich möchte ihn nicht umsonst mehr sehen auf der Bühne Vielleicht gelingt es mir so, meine ganz persönlichen Erinnerungen an einen der bedeutendsten Sänger unbeschadet zu bewahren.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

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  • Interessanterweise scheint es mir hier große Parallelen zur Politik zu geben, wobei dort neben der Prominenz noch eine gewisse Machtkomponente ins Spiel kommt.


    Bravo, hier kommen wir den Tatsachen näher. Die "Machtkomponente" ist Herrn Domingo wichtig. Aber was hat das denn mit dem zu tun, was wir doch so mögen? Den Künstler! Und dieser hat nur eine Aufgabe - der Kunst zu dienen!


    Wenn ich allerdings alle Hebel in Bewegung setzte und meine Opernarien mittlerweile bei "Aldi" zum Sonderpreis verramsche, dann spielen die "Erwerbsdrüsen" doch noch eine Rolle. Die alte Konstellation Macht und Geld sind auch im Opernbetrieb so aktuell wie nie.


    Gehen wir doch mal von den natürlichen Voraussetzungen eines Opernsängers aus....
    Die Stimme im mittleren Lebensabschnitt 20-50 Jahre
    Der Stimmumfang beträgt bei einem normalen Menschen 2 Oktaven, ausgebildete Sänger können einen Tonumfang von über drei Oktaven erreichen.


    Die Altersstimme
    Sie ist meist schwächer, dünn und nimmt einen spröden, brüchigen Klang an. Sehr typisch ist das Auftreten eines Alterstremolos, einer Schwankung der Stimme, die seine Ursache in der mangelnden Kontinuierlichkeit des Atemstromes, aber auch in der gestörten Steuerung des Kehlkopfes hat. Männliche Stimmen neigen dazu, im Alter an Höhe zu gewinnen, können jedoch nicht das Alterstremolo umgehen.


    Domingo ist Geburtsjahr 1941, also seit Januar 2013 Zweiundsiebzig Jahre alt. Er kann machen was er will, er kann die Natur nicht umgehen. Viele Sänger, wie z.B. Nicolai Gedda, haben dies erkannt und haben ihre Karriere zu einem Zeitpunkt beendet, der Ihre Popularität auf Dauer konserviert. Domingo macht genau das Gegenteil. Da werden Konzerte veranstaltet, wo der Preis für die billigste Karte bei 100 EUR (fast 200 DM) liegt, um einen alten Mann singen zu hören, der höchstens noch eine mittelmäßige Leistung zum Besten geben kann, für die aber hochklassig bezahlt werden soll. Nein Danke!


    Gruß


    Bernard :hello:

    Keine Kunst wirkt auf den Menschen so unmittelbar, so tief wie die MUSIK,
    eben weil keine uns das wahre Wesen der Welt so tief und unmittelbar erkennen lässt



    Arthur Schopenhauer

  • Bravo, hier kommen wir den Tatsachen näher. Die "Machtkomponente" ist Herrn Domingo wichtig. Aber was hat das denn mit dem zu tun, was wir doch so mögen? Den Künstler! Und dieser hat nur eine Aufgabe - der Kunst zu dienen!

    Warum sollten sich Künstlertum und Machtbewusstsein widersprechen? - Es kommt doch wohl auch immer darauf an, wie sich Machtbewusstsein äußert und dies muss beileibe nicht immer auf negative Art sein. Man schaue sich z.B. Dirigenten an, denen ein gewisses Machtbewusstsein insbesondere, wenn es sich in Form von Führungsstärke äußert, durchaus bei der Ausübung ihres Berufes oder ihrer Berufung hilfreich sein kann.


    Es ist einfach nicht so, wie wir vielleicht alle gerne glauben mögen, dass Künstler die besseren oder moralischeren Menschen sind! - Die müssen genauso ihr Geld verdienen, die können genauso altersuneinsichtig sein, dass können wohl auch richtige A... sein, mit denen man privat nie verkehren würde.



    Wenn ich allerdings alle Hebel in Bewegung setzte und meine Opernarien mittlerweile bei "Aldi" zum Sonderpreis verramsche, dann spielen die "Erwerbsdrüsen" doch noch eine Rolle. Die alte Konstellation Macht und Geld sind auch im Opernbetrieb so aktuell wie nie.

    Ob Herr Domingo tatsächlich Einfluß darauf hat, was bei einem Discounter in den Regalen steht? Und nochmal: Wie will ich denn einen Großbetrieb, wie es eine Oper nun einmal ist, bitteschön ohne Machtbewusstsein/Führungsstärke und Geld führen?



    Domingo ist Geburtsjahr 1941, also seit Januar 2013 Zweiundsiebzig Jahre alt. Er kann machen was er will, er kann die Natur nicht umgehen. Viele Sänger, wie z.B. Nicolai Gedda, haben dies erkannt und haben ihre Karriere zu einem Zeitpunkt beendet, der Ihre Popularität auf Dauer konserviert. Domingo macht genau das Gegenteil. Da werden Konzerte veranstaltet, wo der Preis für die billigste Karte bei 100 EUR (fast 200 DM) liegt, um einen alten Mann singen zu hören, der höchstens noch eine mittelmäßige Leistung zum Besten geben kann, für die aber hochklassig bezahlt werden soll. Nein Danke

    Die Stones sind kaum jünger und kaum günstiger ... aber man muss es ja nicht bezahlen!

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Hallo,


    ich danke für die Antworten ! Domingo ist und bleibt der erfolgreichste Tenor der Operngeschichte. Die Tatsache, daß er offenkundig nicht begreift, daß seine Bariton-Versuche nur als kuriose Marotte des bekanntesten Opernsängers des 20. Jhs. in Erinnerung bleiben werden, stimmt mich traurig. Er wollte so berühmt werden, wie Caruso, dank der ähnlichen Stimme gelang es ihm. Er wollte das größte Repertoire abdecken, was je ein Tenor hatte, es gelang ihm. Er wollte, als einer von wenigen südeuropäischen Tenören, Wagner singen, er tat es. Er wollte die meisten Aufführungen singen und bei den meisten Gesamtaufnahmen mitwirken, es gelang ihm ! Bei diesen epochalen Tatsachen sollte es Domingo belassen !


    Gruß,


    Antalwin

  • Dass Domingo der erfolgreichste Tenor der Operngeschichte war, möchte ich doch vehement bestreiten.
    Sogar zu seiner Zeit gab es ja Pavarotti, der mindestens genau so erfolgreich war.
    Von den unendlich vielen, die vor ihm waren, seit es Opern gibt ganz zu schweigen.



    :hello: Herbert

    Tutto nel mondo è burla.

  • Ich verstehe nur nicht warum alle über Domingo meckern. Was die Anzahl seiner Rollen angeht, da vermute ich mal das das kein Tenor vor ihm das geschafft hat. Und er steht heute immer noch auf der Bühne obwohl er schon lange seinen Ruhestand genießen könnte. Und das er im Alter noch ins Bariton Fach wechselt, na und ? Warten wir einige Jahre ab dann wird Herr Kaufmann das gleiche machen, wenn er dann noch im Geschäft ist.

  • Viele Sänger, wie z.B. Nicolai Gedda, haben dies erkannt und haben ihre Karriere zu einem Zeitpunkt beendet, der Ihre Popularität auf Dauer konserviert.


    Generell verstehe ich ja nicht, warum Menschen sich dazu berufen fühlen, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie ihre berufliche Karriere zu gestalten haben. Peinlich wird es aber, wenn dann auch noch mit falschen Fakten operiert wird. Nicolai Gedda hat seine letzte Plattenaufnahme im Jahre 2003 gemacht - da war er 78!!!


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Ich teile Theophilus' Ansicht: Niemand von uns ist berufen, darüber zu befinden, wie Placido Domingo sein Karriereende zu gestalten gedenkt.
    Dieser Sänger hat sich so große Verdienste erworben, er kann wahrlich singen, solange er Freude dabei empfindet. Wem es nicht mehr gefällt, braucht ja nicht zuzuhören.


    Jedenfalls benötigt er noch keine Gehhilfe und auch kein Pult, um sich beim Singen darauf abzustützen wie andere "ausgereifte" Sänger vor ihm.


    Schönen Tag zusammen!

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Plácido Domingo polarisiert....und das ist doch schon mal was!


    Ich verfolge seinen künstlerischen Weg seit fast 40 Jahren und bin felsenfest davon überzeugt, dass kein Künstler der Nachkriegszeit mehr für die Oper getan hat als er...in allen seinen Facetten.
    Dem einen oder anderen mögen seine "Ausflüge" ins Baritonfach nicht gefallen...was soll's?! Ich schätze ihn sowohl gesanglich als auch gestalterisch in diesen Rollen sehr, habe sie aber auch fast alle bereits live gehört und gesehen!


    Natürlich muss er niemandem mehr irgendetwas beweisen....und "Genörgel" an ihm, seiner Stimme, seinen Rollengestaltungen, hat es von Beginn seiner Karriere an gegeben, das ficht ihn nicht an!


    Zu seinen Anfängen: er hat als hoher Bariton in den Zarzuelas, die die Truppe seiner Eltern in ganz Mittel- u. Südamerika aufführte begonnen...da war er 16 Jahre alt und wollte eigentlich nicht singen sondern dirigieren, zudem spielte er Klavier! Dann kamen private "Umstände" ins Spiel, er musste Geld verdienen und ein Feund schlug ihm vor, an der mexikanischen Nationaloper in Mexico-City vozusingen...was er auch tat. Dort wurde ihm dann mitgeteilt, er sei kein Bariton sondern ein Tenor und so sang er...und tut es dann und wann heute noch...gut 50(!) Jahre lang Tenorpartien....nicht so ganz ohne Erfolg.


    Ich kenne eine Menge Sänger/Innen, die seiner Großzügigkeit, seinem Engagement und seiner sprichwörtlichen Unermüdlchkeit ... man denke nur an seinen Opernwettbewerb "Operalia" ... sehr viel verdanken!


    Falls irgendwer hier glauben sollte, das P.D. "nur" noch Konzerte gibt....allein in diesem Jahr hat er in Valencia "Francesco Foscari" gesungen, an der Met "Giorgio Germont", "Simon Boccanegra" in Wien, "Nabucco" in London, Peking, St. Petersburg und Verona! Er hat in Valencia, Los Angeles und Wien diverse Konzerte und Opernaufführungen dirigiert, darunter eine Welturaufführung und im vergangenen Juni drei Konzerte in Holland, Belgien und Deutschland gegeben.
    Zur Zeit ist er in seiner Heimatstadt Madrid und probt "Il Postino"...der "Pablo Neruda" ist übrigens eine Tenorrolle!!!


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!

  • Ein Domingo singt heute noch


    Wie ich heute hörte, scheint es um die Gesundheit von Placido Domingo nicht gut bestellt zu sein.
    Einzelheiten kenne ich noch nicht; er soll mit einer Embolie in eine Klinik im Madrid eingeliefert worden sein.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • Wie ich heute hörte, scheint es um die Gesundheit von Placido Domingo nicht gut bestellt zu sein.
    er soll mit einer Embolie in eine Klinik im Madrid eingeliefert worden sein.

    Das wurde aktuell heute auch in einer Pressemitteilung erwähnt. Es handelt sich um eine Lungenembolie und bis auf Weiteres sind alle künstlerischen Termine abgesagt.
    Auch wenn er es nicht lesen wird - ich wünsche gute Besserung und eine rasche und vollständige Genesung
    Herzlichst
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Dass Domingo der erfolgreichste Tenor der Operngeschichte war, möchte ich doch vehement bestreiten.
    zu seiner Zeit gab es ja Pavarotti, der mindestens genau so erfolgreich war.

    Und gerade das von Dir zu lesen, mein lieber Herbert, ist wie honigsüßer Balsam.
    Ich meine, zu ihren Glanzzeiten haben beide, jeder für sich, in der Klassik Musikgeschichte geschrieben.
    Die Meinung einiger meiner Vorgänger hier, daß sie sich (in diesem Falle beide) ihr monumentales Denkmal durch nicht rechtzeitiges Loslassen beschädigen, teile ich.
    Herzliche Grüße
    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Jetzt gibt es den Bariton Placido Domingo auch auf LP (180g) und CD:



    Placido Domingo singt Verdi-Arien für Bariton
    Arien aus Macbeth, Rigoletto, Un Ballo in Maschera, La Traviata, Simon Boccanegra, Ernani, Il Trovatore, Don Carlos, La Forza del destino


    Cor de la Generalitat Valenciana,
    Orquestra de la Comunítat Valenciana,
    Dir.: Pablo Heras-Casado


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Dass Domingo der erfolgreichste Tenor der Operngeschichte war, möchte ich doch vehement bestreiten.
    Sogar zu seiner Zeit gab es ja Pavarotti, der mindestens genau so erfolgreich war.
    Von den unendlich vielen, die vor ihm waren, seit es Opern gibt ganz zu schweigen.


    Bei aller Liebe zum wahrhaft bedeutenden Tenor Placido Domingo schon auf Grund seines wunderschönen Timbres, seiner stupenden Musikalität und seiner beachtlichen Vielseitigkeit gebe ich Dir recht, lieber Herbert, denn gerade die Vergangenheit brachte (von Caruso über Fleta, Lauri-Volpi, Pertile, Slezak, Tauber, Melchior ... bis Björling, Windgassen und Wunderlich) Tenöre hervor, die ebenfalls Operngeschichte geschrieben haben. - Man möge aber bitte nicht die einen gegen die anderen ausspielen, das wäre unseriös und ungerecht.


    Schätzen wir uns doch glücklich, daß wir in der Lage sind, solch unvergängliche Stimmen, wann immer es uns beliebt, aus dem Regal zu holen und uns an ihrer Kunst zu begeistern.

    Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

  • Hallo,


    es verwundert mich, daß das substantivierte Adjektiv "Der Erfolgreichste" für Domingo so viel Widerspruch hervorruft. Ich wollte gar nicht sagen, daß Domingo der beste Tenor ist. Ich habe lediglich auf die numererischen Tatsachen des umfangreichsten Repertoires, der meisten Gesamtaufnahmen und der meisten gesungenen Aufführungen hingewiesen, außerdem auf sein für einen südeuropäischen Tenor ungewöhnliches Engagement in Wagner-Partien. All dies macht Placido Domingo unsterblich !


    Gruß,
    Antalwin

  • Domingo hat - wie die anderen von Milletre genannten und auch viele nichtgenannte Tenöre - unbestreitbar große Verdienste um die Oper erworben. Nicht nur, daß er den Nachwuchs mit seinem "Operalia"-Wettbewerb förderte und gegen Regietheaterverunstaltungen auftrat (seinetwegen mußte ja in Berlin sogar die Boccanegra-Aufführung szenisch verändert werden, dafür sei ihm Dank), auch sein umstrittenes Mitwirken bei den " 3 Tenören" hat mehr zur Popularisierung von Opernmusik beigetragen als es die heutigen Regisseure je schaffen werden. Auch wenn das nicht jedermanns Geschmack war!! Aber ich habe 1990 aus den Caracalla-Thermen die Übertragung verschlungen und war begeistert von Big P und Domingo, und ich war glücklich, daß Carreras seine schwere Krankheit überwunden hatte.


    Und er hatte eine sehr schöne Tenorstimme. Kraftvoll, sichere Höhe, dazu eine gute Bühnenwirkung. Er gehört auf jeden Fall in die erste Reihe der Tenöre.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Es mag sein, daß Domingo die (bisher) meisten Gesamtaufnahmen gemacht hat, aber zur Zeit anderer großer, erfolgreicher Opernsänger gab es noch keine Gesamtaufnahmen.
    Viele erfolgreichen Sänger(innen) konnten nur Arien in einen Trichter singen.
    Viele erfolgreichen Sänger(innen) mussten zu ihren Gastspielen per Schiff reisen.


    (Domingo hat eine sehr schöne Stimme, und war einer der erfolgreichsten Operntenöre seiner Zeit, reicht das?)


    :hello: Herbert

    Tutto nel mondo è burla.

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