Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2008)

  • Hallo zusammen,


    also bekennender Silvestermuffel nutze ich wenigstens die Gelegenheit, den (hoffentlich) ersten thread des neuen Jahres zu eröffnen und allen Taminos und Mitlesern ein gutes Jahr 2008 zu wünschen.


    Mein Jahr beginnt musikalisch mit dieser Aufnahme


    Georg Friedrich Händel
    MUSIC FOR THE ROYAL FIREWORKS (Feuerwerksmusik)


    Händelfestspielorchester des Opernhauses Halle
    (auf historischen Instrumenten)
    Anton Steck
    Label: Edition Opernhaus Halle, 2001



    PROSIT NEUJAHR!


    Elisabeth

  • Zitat

    Original von Elisabeth
    als bekennender Silvestermuffel nutze ich wenigstens die Gelegenheit, den (hoffentlich) ersten thread des neuen Jahres zu eröffnen und allen Taminos und Mitlesern ein gutes Jahr 2008 zu wünschen.


    dem möchte ich mich voll inhaltlich anschließen! Allen Taminesen und die es werden wollen ein gutes und schönes neues Jahr 2008!!!


    Inzwischen erklingt hier eine meiner liebsten, beschwingtesten Neujahrsmusiken:


    Herbert Howells (1892-1983):
    King's Herald
    für Orgel und Orchester 1937
    London Symphony Orchestra, Richard Hickox
    Chandos, 1995, 2 CD



    :hello:
    Johannes

  • Und jetzt - passend zu den schönen Kirchenglocken, die hier das Neue Jahr eingeläutet haben - eine meiner Lieblingsaufnahmen:



    Max Bruch (1838-1920)
    Das Lied von der Glocke op. 45


    Selbig, Graf, Bleidorn, Eckert, Singakademie
    Dresden, Dresdner Philharmonie, Rademann
    Label: Tho , DDD/LA, 95




    LG, Elisabeth

  • Prosit Neujahr :hello:


    Beginne das Jahr mit




    Johann Sebastian Bach


    Brandenburgisches Konzert Nr. 3
    Konzert für Oboe & Violine BWV 1060
    Konzert f. 2 Violinen BWV 1043
    Ouvertüre BWV 1066



    Mit dem Ensemble Cafe Zimmermann :jubel: :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Liebe Taminos,


    ein wunderschönes neues Jahr, mit allen Höhen und Tiefen die das Leben ausmachen, wünsche ich Euch.


    Mögen die Höhen überwiegen und die Tiefen Euch zu neuen Höhen führen. Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute.


    Ich wünsche mir ein weiteres tolles Taminojahr, mit Euch als meine Taminofreunde und natürlich mit der großartigsten Musik die die Menschheit je erschaffen hat.





    Ich höre mir jetzt diese an.



    Seid alle ganz herzlich gegrüßt


    Maggie




    __________________

  • Ludwig van Beethoven: Der Kuß op. 128


    [amx=B0000035S9]300[/amx]


    Hier singt Peter Schreier, begleitet von Walter Olbertz.


    Warum greift Beethoven 24 Jahre später noch einen Entwurf auf? Es mag ein Vorgang der Ökonomie gewesen sein, als er sich zur Mahnung noch einmal das Projekt auf die Werkliste setzte und es vollendete. Aber es zeigt sicher auch seine Wertschätzung dieses inzwischen ganz aus der Mode geratenen Gedichtes.


    Bereits 1798 hat er demonstriert, wie er bei der Vertonung die üblichen Konventionen überschreitet. Das Gedicht bringt Sanglichkeit mit sich, eignet sich also gut zur herkömmlichen Liedkomposition - und das hätte bedeutet: in einfacher Vertonung bei unveränderter Strophenform. Die Komposition Beethovens aber behandelt einzelne Worte und Phrasen, die er betont, so, dass er ihren Sinn verstärkt und erweitert - mit dem Ziel auf die überraschende Schlusspointe.



    Ich war bei Chloen ganz allein,
    Und küssen wollt ich sie:
    Jedoch sie sprach,
    Sie würde schrein,
    Es sei vergebne Müh.


    Ich wagt es doch und küßte sie,
    Trotz ihrer Gegenwehr.
    Und schrie sie nicht?
    Jawohl, sie schrie,
    Doch lange hinterher.


    Liebe Grüße zum neuen Jahr


  • Annette Dasch: Deutsche Barocklieder



    Philipp Heinrich Erlebach: Amor, eile und erteile treuen Rat


    Philipp Heinrich Erlebach war in Rudolstadt tätig. Sein Werk wurde von den Zeitgenossen durchaus unterschiedlich beurteilt, was daran lag, dass er in mancher Hinsicht Großes geleistet hat, dafür in anderen Bereichen mehr Durchschnittliches ablieferte. Von den Zeitgenossen wurde sein Liedschaffen nicht erwähnt, was u.a. an der Qualität der Texte lag, die er vertonte. Bei Amor eile fällt die reiche Verzierung auf, die von der Rezeption der französischen Air her kommt. Die Vertonung als Strophenlied bringt allerdings das Problem, dass textliche Ausdeutungen zwar für die erste Strophe passen, aber nicht mehr für die zweite.



    Amor, eile und erteile treuen Rat,
    Sag was mich betöret hat!
    Nichts von Küssen will ich wissen,
    Meinem Herzen ist dies Scherzen Missetat.


    Amor, eile und zerteile meine Pein!
    Ich will ungequälet sein
    Freies Wesen sich erlesen
    Liebessachen zu verlachen trägt was ein.


    Liebe Grüße Peter


  • Da man seine Vorsätze für das neue Jahr wenigstens an Neujahr noch halten sollte, höre ich gleich diese Oper um mich auf den versprochenen Thread vorzubereiten:



    Hector Berlioz: Beatrice et Benedict
    Graham, Viala, McNair, Robbin, Cachemaille,
    Orch. der Oper Lyon, Nelson


    Wirklich erstaunlich, wie einen dieser Komponist, von dem man oft ein derart festgefügtes Bild hat, immer wieder überraschen kann.


    Ich hoffe, Ihr hattet alle eine nuit paisible et serene und beginnt das neue Jahr so schön und friedlich, wie es für jedermann weiter gehen soll(te).


    :hello: Rideamus

  • Guten Morgen


    Philipp Jaroussky singt mir Motetten für die Jungfrau zwischen Rom und Vendig:




    Italienische Marienmotetten von Grandi, Legrenzi,
    Cavalli, Rigatti, Caprioli, Frescobaldi, Sances, Bassani,
    Mattioli, Casati, Colonna
    Mit Philippe Jaroussky (Countertenor), und dem Ensemble Artaserse :jubel: :jubel:


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Hallo!


    Ich habe mir erst mal diese Sinfonie aufgelegt:



    Robert Simpson (1921-1997)
    Sinfonie Nr.4 (1970-72)
    Bournemouth Symphony Orchestra / Vernon Handley


    Im Grunde genommen ein fröhliches, gut gelauntes Werk, auch wenn Simpson nicht mit kräftigen Dissonanzen spart. Die Sinfonie ist viersätzig, dauert eine gute Dreiviertelstunde und steht mehr oder weniger in Es-Dur, jedenfalls ist diese Tonart an zentralen Stellen (Ende des ersten und letzten Satzes) deutlich erkennbar. Im zweiten Satz, einem groß angelegten Scherzo, bezieht sich Simpson eindeutig auf das Scherzo aus Beethovens Neunter Sinfonie (vor allem in den prägnanten Paukeneinsätzen), aber wohl auch auf Haydn: laut Beiheft wird eine Passage aus dessen Sinfonie Nr.76 zitiert - müsste ich bei Gelegenheit mal überprüfen. Der langsame Satz ist der Ruhepol der Sinfonie, das Finale sprüht dagegen vor Kraft und Vitalität. Die Sinfonie ist in ihrer Tonsprache trotz der erwähnten Zitate und Referenzen (was bei Simpson aber gar nicht mal so unüblich ist) insgesamt ein typischer "Simpson". Die CD-Box mit seinen elf Sinfonien ist bei jpc für 50 Euro zu haben - ich empfehle sie hiermit noch einmal nachdrücklich!


    Viele Grüße
    Holger

  • Zwar bin ich kein solcher Silvester- wie Faschingsmuffel, aber eine hartnäckige und ziemlich fiese Erkältung hat mich diesmal von verqualmten Parties und schwarzpulvergeschwängerten Raketenabschußplätzen Abstand nehmen lassen...


    Jetzt läuft gerade die 5. Kantate (Ehre sei Dir Gott gesungen), davor die passende 4. zum Neujahrstag, anstelle der weniger bekannten Neujahrskantaten (weil ich auch einer von denen bin, die oft bei der ersten CD des WO hängenbleiben)



    Sicher eine der besten Einspielungen dieses Werks! :jubel:


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Carmina Burana - Vol. 3
    Flete, fideles anime


    [amx=B000001354]300[/amx]


    Eine bewegende Marienklage, die auch Aufnahme in das Passionsspiel fand. Hier singt Catherine Bott begleitet von David Roblou an der Orgel. Ein stilles Stück.


    Flete, fideles anime,
    flete, sorores optime,
    ut sint mulitplices
    doloris indices
    planctus et lacrime,


    [...]


    O mentes perfidas
    et linguas duplices,
    o testes subdolos
    et falsos iudices,
    senes cum iunioribus!
    solent maioribus
    criminibus
    damnati
    ferre suspendium
    stipendium
    peccati


    Liebe Grüße Peter


  • Diese:



    H. I. F. Biber: Harmonia artificiosa-ariosa
    Musica Antiqua Köln


    Diese Einspielung von Bibers WunderWerken ist ja nicht ganz unumstritten - »zu sperrig«, »zu schwer«, »zu langsam«. Alles richtig - vergleichsweise langsam, recht schwer und überaus sperrig, dazu rauh und schroff ist die Interpretation. Nur für meine Begriffe nicht »zu«, sondern genau richtig!!


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Für mich die schönste und ergreifendste Interpretation dieser Werke - noch vor der ebenfalls exzellenten Einspielung durch die seltenen Früchte, die einen ganz anderen, tänzerisch-leichten Zugang wählen (die Einspielungen durch die Tafelmusik und das Purcell-Quartet fallen IMO deutlich ab).


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Moin und ein Frohes Neues Jahr,


    eigentlich wollte ich ja erstmal keine Cellomusik mehr hören. Aber was macht man mit Geschenken:



    Erster Eindruck: sehr viel Hall, aber wirklich keine überflüssige Aufnahme. Teilweise sehr schnelle Tempi, sehr reiner Celloton.

  • guten Morgen äähh Mahlzeit allerseits und allen ein schönes neues Jahr. Ich geb's zu, ich bin ein bisschen abergläubisch, aber grad deswegen, weil 2008 so eine schöne runde Zahl ist, glaube ich dass das ein gutes und schönes Jahr wird.


    Und weil mir vorhin gleich dieser Thread entgegengehüpft ist, fange ich das Jahr gleich mit einem ziemlichen Brocken an; vielleicht schreibe ich ja dann auch was dazu :



    Reinhold Glière, Symphonie Nr 3 "Il'ya Muromets", Johanos

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • Ludwig van Beethoven: 10 variierte Themen für Klavier, Flöte oder Violine ad. lib. op. 107


    Nr. 9 Variationen über "Oh! Thou art the lad of my Heart, Willy"




    Zwei Merkmale machen die Vertonung und die Variationsreihe dieses schottischen Liedes aus, das eine ist der "scottish snap", das rhythmische Markenzeichen der schottischen Folklore, das andere die harmonische Vielfalt.



    Oh! Thou are the lad of my heart, Willy,
    There's love and there's life and glee,
    There's a cheer in thy voice, and thy bounding step,
    And there's bliss in thy blithesome ee.
    But, oh, how my heart was tried, Willy,
    For little I thought to see,
    That the lad who won the lasses all,
    Would ever be won by me.


    Adown this path we came, Willy,
    T'was just at this hour of eve;
    And will he or will he not, I thought,
    My fluttering heart relieve?
    So oft as he paused, as we saunter'd on,
    T'was fear and hope and fear;
    But here at the wood, as we parting stood,
    T'was rapture his vows to hear!


    Ah vows so soft thy vows, Willy!
    Who would not, like me, be proud!
    Sweet lark! with thy soaring echoing song,
    Come down from thy rosy cloud.
    Come down to thy nest, and tell thy mate,
    But tell thy mate alone,
    Thou hast seen a maid, whose heart of love,
    Is merry and light as thine own.


    Liebe Grüße Peter


  • Zitat

    Original von Elisabeth
    Hallo zusammen,


    also bekennender Silvestermuffel nutze ich wenigstens die Gelegenheit, den (hoffentlich) ersten thread des neuen Jahres zu eröffnen und allen Taminos und Mitlesern ein gutes Jahr 2008 zu wünschen.


    Hallo!


    Es ist mir eine besondere Freude, daß Du diesmal den Thread, der ständiger Begleiter ist, eröffnet hast. :lips: Ein perfektes timing übrigens...


    Ich wünsche allen Benutzern dieses Threads ganz wunderbare Hörerlebnisse.


    Bei mir beginnt das neue Jahr gleich während des Kofferpackens mit:



    Georg Friedrich Händel [1685-1759]
    ORLANDO


    James Bowman [Orlando]
    Arleen Auger [Angelica]
    Catherine Robbin [Medoro]
    Emma Kirkby [Dorinda]
    David Thomas [Zoroastro]


    Academy of Ancient Music
    Christopher Hogwood


    :hello:


    Ulli

  • Hallo Forianer,


    Pretre dirigiert nicht Johann Strauß, sondern er zelebriert ihn. Es ist eine wahre Augen- und Ohrenweide dem Orchester unter dem Altmeister des Taktstockes zu sehen und zu lauschen, der nun fast 84 Jahre alt ist.


    Der Maestro, bei dem man keine Alters- und Ermüdungserscheinúngen erkennen kann, hat alle Stücke für das Konzert auswendig gelernt und interpretiert sie in beachtenswerter lange nicht mehr so gehörter hoher Qualität.


    Nach den großen Enttäuschungen der letzten Jahren (auch Jansons!) endlich wieder ein Konzert von bleibendem Wert!




    Herzliche Grüße
    von LT :hello:

  • Joonas Kokkonen: Klaviertrio ( 1948 )


    [amx=B0000252WB]300[/amx]


    Kokkonen schreibt zu seinem Werk: Mit seinen deutlichen Einflüssen von Sibelius und Madetoja, gewürzt mit einigen Eigentümlichkeiten, die ich aus der zeitgenössischen europäischen Musik aufgelesen hatte, war das Trio mehr die Endstation einer Periode von halbherzigem Komponieren, das ich in meiner Schulzeit begonnen hatte, als der Beginn einer ernsthaften Laufbahn als Komponist. Geprägt ist das Klaviertrio vom Neoklassizismus und der Spätromantik, die einfache Schönheit des Mittelsatzes überzeugt auch heute mit seiner Melancholie.


    LG Peter


  • Eine sehr schöne Aufnahme!
    Danke für den Tipp und Prosit Neujahr! :hello:

  • Walther von der Vogelweide: Under der linden an der heide



    Unter der Linde in der Heide - das heißt außerhalb des gesellschaftlichen Bereiches treffen sich der ritterliche Geliebte und das Mädchen, das er wie eine hohe Dame empfängt. Wenn man die mittellateinische Dichtung kennt, so findet man viele Topoi - und trotzdem oder gerade deshalb hat dieses Lied seinen eigenen unverwechselbaren Zauber.



    under der linden an der heide,
    dâ unser zweier bette was,
    dâ mugt ir vinden
    schône beide gebrochen bluomen unde gras.
    vor dem walde in einem tal -
    tandaradei!
    schône sanc diu nahtegal.


    ich kam gegangen zuo der ouwe,
    dô was mîn friedel komen ê.
    dâ wart ich enpfangen hêre frouwe,
    daz ich bin sælic iemer mê.
    kuster mich? Wol tûsentstunt!
    tandaradei!
    seht wie rôt mir ist der munt.


    dô het er gemachet alsô rîche
    von bluomen eine bettestat.
    des wirt noch gelachet inneclîche,
    kumt iemen an daz selbe pfat.
    bî den rôsen er wol mac -
    tandaradei!
    merken, wâ mirz houbet lac.


    daz er bî mir læge, wessez iemen,
    - nu enwelle got - sô schamt ich mich.
    wes er mit mir pflæge, niemer niemen
    bevinde daz, wan er und ich,
    und ein kleinez vogellîn -
    tandaradei!
    daz mac wol getriuwe sîn.


    Liebe Grüße Peter


  • Lokalpatriotischer Nachtrag zum Beitrag von pbrixius über Erlebach:

    Erlebach war Ostfriese.


    Zitat

    Er war der einzige Sohn des ehemaligen ostfriesischen Hofmusikers und späteren Vogts in Seriem (bei Esens) und Bense Johann Philipp Erlebach (1604-1660) und dessen dritter Ehefrau Margarete (Gretke) Henrichs, Witwe des Norder Organisten Lucas Felthusen, erhielt seine musikalische Ausbildung vermutlich am ostfriesischen Hof in Aurich. Von dort aus wurde er durch verwandtschaftliche Beziehungen des regierenden Hauses Cirksena nach Thüringen empfohlen, wo er ab 1678/79 zunächst als "Musicus und Cammerdiener" und ab 1681 als "Capelldirector" in der Kapelle des Grafen Albert Anthon von Schwarzburg-Rudolstadt tätig war.


    Grüße aus dem Fürstentum von Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“