Casta Diva - Der schwule Opernführer

  • Ob die Welt das braucht oder nicht, das ist eine Frage, die man sich bei so vielen am Markt erhältlichen Dingen fragen kann,

    Die Frage ist vielmehr, ob es hierfür einen Markt gibt. Oder ob die Autoren auch bereit sind sowas zu verfassen wenn es kaum eine Makt findet., bzw ob sich ein Verlag dafür findet. IMO gibt das Thema aber nicht genug her, man wird "künsteln" müssen, soll heissen, Dinge so auszulegen wie sie einem ins Konzept passen, auch wenn es hier gar keinen wirklichen Hintergrund gibt. Sowas findet sich IMO schon im "normalen" Regietheater zuhauf.

    Sieht man sich aber das "Promotion-Foto" der 3 Iniatoren des Projekts an, so meine ich eine leicht selbstbespöttelnde Betrachtung zu sehen, die erwarten lässt, daß das geplante Projekt durchaus unterhaltsam sein könnte.

    Und in diesem Falle : Warum nicht ?


    mfg aus Wien

    Alfred

    Ich bitte alle Mitglieder, die über 25 Beiträge verfasst haben und noch keinen AVATAR besitzen

    sich im Thread Baustelle Avatarpool neu einen auszusuchen und am Threadende (gaaaanz weit untenI zu bestellen

  • Von mir aus! Ich weiß aber schon jetzt, dass ich mir solchen, an den Haaren herbeigezogenen, verquirlten Quark niemals zulegen würde.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Sieht man sich aber das "Promotion-Foto" der 3 Iniatoren des Projekts an, so meine ich eine leicht selbstbespöttelnde Betrachtung zu sehen, die erwarten lässt, daß das geplante Projekt durchaus unterhaltsam sein könnte.

    Und in diesem Falle : Warum nicht ?

    Gut getroffen. So sehe ich das auch. Und ziehe durchaus in Betracht, mir diesen Opernführer zuzulegen. Neue und ungewöhnliche Sichten interessieren mich seit jeher. Die traditionellen Opernführer konzentrieren sich ja meist auf die Handlung und die Werkgeschichte. Historische Opernführer rümpfen gern bei erotischen Aspekte die Nase, umschreiben sie umständlich - oder kehren sie gleich unter den Teppich. Ein ehr interpretierendes Nachschlagewerk hätte gewiss seine Reize. Ob nun die Welt so ein Buch brachte wie Mme. Cortese fragt, weiß ich nicht. Darüber muss die Welt schon selbst befinden. ;)

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Historische Opernführer rümpfen gern bei erotischen Aspekte die Nase, umschreiben sie umständlich - oder kehren sie gleich unter den Teppich. Ein ehr interpretierendes Nachschlagewerk hätte gewiss seine Reize. Ob nun die Welt so ein Buch brachte wie Mme. Cortese fragt, weiß ich nicht. Darüber muss die Welt schon selbst befinden. ;)

    Die Frage, ob die Welt so etwas braucht, versuche ich gar nicht erst zu ergründen. Eher überlege ich, ob die direkte Beschreibung erotischer Opern-Inhalte notwendig ist. Ist das eine Zeiterscheinung, der man nachgeben muss? Mir fällt dabei Werner Finck ein, der (in einem anderen Zusammenhang) in einem Sketch behauptete, dass es früher genügte, mit einem kleinen Stäbchen an eine ebenso kleine Klingel zu tippen. Das übertrug sich wie Sturmläuten über das ganze Land. Heute kann man mit einem Mordsklöppel an eine dicke Pummerin kloppen und das Publikum fragt, ob da wohl jemand geläutet hat...

    :(

  • Man kann aber auch fragen: Warum? Ich habe bisher derartiges nicht vermisst. Bei vielen Stücken gibt es Interpretationsmöglichkeiten, deren Antwort so oder so lauten kann. Mir fällt auf Anhieb nur Brittens "Billy Budd" ein, das ist ja eine reine Männeroper und könnte in dieses Buch Aufnahme finden. Aber die "Traviata"??? Sicher ist, hier wird eine Marktlücke geschlossen und das Buch wird deshalb einen (geringen) Zuspruch finden. Jedenfalls sind der Phantasie wie immer keine Grenzen gesetzt, wer gute Ideen zu dieser Thematik hat, bitte melden!

    :hello:

  • Von mir aus sollen die machen was sie wollen. Wenn es eine Marktlücke ist, werden sich auch Käufer finden. Ich werde nicht dazu gehören.

    Ich hoffe nur, daß sich daraus keine Anregungen für Regisseure ableiten lassen wird und man Homosexualität dahin interpretiert, wo bisher keine interpretiert wurde.


    Herzlichst La Roche

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Zitat von La Roche

    Ich hoffe nur, daß sich daraus keine Anregungen für Regisseure ableiten lassen wird und man Homosexualität dahin interpretiert, wo bisher keine interpretiert wurde.

    Da hasst du aber so einiges verpasst!

    Weiteres erspar ich mir, allein deshalb was man hier schon an Postings liest!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich weiß aber schon jetzt, dass ich mir solchen, an den Haaren herbeigezogenen, verquirlten Quark niemals zulegen würde.

    Praktisch, dass du über den Inhalt bereits so gründlich informiert bist. Denn ich erwäge diesen Opernführer an Freunde zu verschenken und mir auch selbst reinzuziehn. Daher wäre es interessant zu erfahren, was genau an diesem Opernführer Gegenstand deiner harschen Kritik bildet.

  • Dass Erotik ein Thema der Oper seit ihren Anfängen ist, wird doch niemand ernsthaft bestreiten. Wieso dies also eine Zeiterscheinung sein soll, erschließt sich mir mitnichten. Die Prüderie des 19. Jahrhunderts wirkt wohl bis heute nach. Und einzig Brittens Billy Budd soll einem da in den Sinn kommen? Allein von diesem Komponisten gäbe es mindestens zwei weitere Opern, die genannt werden müssten: Peter Grimes and Death in Venice. Und von wegen nur im modernen Regietheater. Schon Siegfried Wagner inszenierte den Tannhäuser mit homoerotischer Komponente im Venusberg. Dass man den Fliegenden Holländer auch dergestalt deuten kann (nicht muss!), ist zumindest zum Nachdenken anregend.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zitat von Joseph II

    Dass man den Fliegenden Holländer auch dergestalt deuten kann (nicht muss!), ist zumindest zum Nachdenken anregend.

    Das gab es auch schon zu sehen!

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Interessant finde ich ja, dass das Vorhaben der drei Herren, einen "schwulen Opernführer" herauszubringen, relativ unmittelbar mit dem Thema der Erotik verbunden wird:

    Eher überlege ich, ob die direkte Beschreibung erotischer Opern-Inhalte notwendig ist.

    Dass Erotik ein Thema der Oper seit ihren Anfängen ist, wird doch niemand ernsthaft bestreiten.

    Wahrscheinlich wird auch dies ein Aspekt der Betrachtung sein, aber eben nur ein Aspekt, der - sofern für das Stück relevant - auch in jedem "heterosexuellen Opernführer" Beachtung finden sollte. Ansonsten denke ich, dass es sich um ein Interessantes und durchaus ambitioniertes Projekt (ca. 500 Seiten, 150 Komponisten, 200 Werke) handelt, welches, so es gelingt, eine spannende Ergänzung zu anderen "etwas anderen" Opernführeren, wie z.B. zum Schreiber sein kann. Und das Ganze a priori als

    an den Haaren herbeigezogenen, verquirlten Quark

    zu bezeichnen ... :no:

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

  • Vielleicht sollte man das Buch doch kaufen. Evtl. hat man bisher etwas verpaßt, z.B. könnten Jochanaan oder Don Giovanni schwul gewesen sein, oder Carmen lesbisch.


    Herzlichst La Roche

    Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag - Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater, Aussage des Theaterdirektors

  • Vielleicht sollte man das Buch doch kaufen. Evtl. hat man bisher etwas verpaßt, z.B. könnten Jochanaan oder Don Giovanni schwul gewesen sein, oder Carmen lesbisch.


    Herzlichst La Roche

    Lieber LaRoche,


    sie werden dir sicherlich noch weitere Verrücktheiten "andrehen" wollen, obwohl es schon verrückte Ideen genug gibt. Mein Geld ist mir für so etwas zu schade. Wir verpassen sicherlich nichts. Mögen sich die damit beschäftigen, die etwas zu verpassen fürchten.


    Liebe Grüße

    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Ach, dafür beschäftigt ihr euch aber in dieser Rubrik relativ viel damit. Endlich kann unter dem Deckmantel eines Kunst-Themas mal wieder richtig schön Gesellschaftspolitik betrieben werden. :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Historische Opernführer rümpfen gern bei erotischen Aspekte die Nase, umschreiben sie umständlich - oder kehren sie gleich unter den Teppich.

    Lieber Rheingold!

    Nicht nur historische Opernführer sind eigentümlich verschämt, wenn es um die Sexualität geht. Musterbeispiele dafür findest Du auch im Opernführer unseres Forums. Schau zum Beispiel mal den genanten Beitrag über die DAPHNE von Richard Strauss an!

    Caruso41

  • sie werden dir sicherlich noch weitere Verrücktheiten "andrehen" wollen, obwohl es schon verrückte Ideen genug gibt. Mein Geld ist mir für so etwas zu schade. Wir verpassen sicherlich nichts. Mögen sich die damit beschäftigen, die etwas zu verpassen fürchten.

    Hier droht wieder mal ein interessanter Beitrag zu entgleisen, da niemand den Opernführer kennt, aber einige Taminos schon jetzt glauben, ihn beurteilen zu können. Das Thema „schwule Sicht der Dinge“ ist meiner Meinung nach hochinteressant und kann dazu beitragen, dass die eigene Sicht sich vielleicht als nur eine von vielen Möglichkeiten erweist.


    Mir kam jetzt wieder etwas aus der tiefsten Vergangenheit in Erinnerung. In Brittens „The Turn oft the Screw“ richtet der kleine Miles die letzten Worte an die Gouvernante (auf deren bohrende Frage, was ihn so bedrängt) mit einem Aufschrei: „Peter Quint, you devil“. Ich dachte anfangs immer, damit richte er sich an die Erscheinung des Quint. Ein schwuler Bekannter sah das vollkommen anders. Seiner Meinung nach war der Aufschrei zu teilen: „Peter Quint“ als Ursache der seelischen Störung durch sexuelle Übergriffe, „you devil“ dagegen richtet sich an die Gouvernante, die ihn durch ihre Fragerei quält.


    Wer meinen Beitrag zu Hippolyte et Aricie gelesen hat, hat vielleicht noch im Gedächtnis, dass ich die Szenen im Hades, in denen Theseus den Verlust seines Freundes mit einem Lamento beklagt und dem Gott der Unterwelt sein eigenes Leben anbietet, um den Freund zu retten, da ohne den Freund das eigen Leben nicht mehr lebenswert sei, als ziemlich zweideutig deutete . In Verbindung mit der Musik war recht klar, dass es um mehr als einen Freund ging, mit dem man in der Jugend viele Abenteuer erlebt hat. Wer Französich kann, sollte den Hades-Akt mal im Libretto studieren.


    Wenn ein Opernführer solche Aspekte hervorhebt, ist er mir sehr willkomen

    „Denn das weiss das Publikum nicht und mag es nicht wissen, dass um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muss. Ferruccio Busoni

    In diesem Sinne grüsst Richard


  • Von wegen, da fällt einem nur Britten ein! Ganz aktuell zum Thema: neue schwule Opern in 2019


    Charles Wuorinen hat die Erfolgsstory des schwulen Films Brokeback Mountain vertont. Uraufführung war in Aachen


    Andrea Lorenzo Scartazzinis Oper Edward II in Berlin

    „Denn das weiss das Publikum nicht und mag es nicht wissen, dass um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muss. Ferruccio Busoni

    In diesem Sinne grüsst Richard


  • Ich zweifle nicht daran, dass Inhalte, die mit Homosexualität zu tun haben, sich auf Grund ihrer gesellschaftlichen/politischen Brisanz mitunter als "versteckte Andeutung" auch in Opernlibretti finden. Wie auch weitere Inhalte, die man zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten nicht offen darstellen wollte, weil man z.B. "Ärger" befürchtete. Insofern wäre es für mich ein nachvollziehbarer Ansatz, solchen Andeutungen mal gezielt auf die Spur zu kommen. Wenn sowas gut gemacht ist, kann das doch sehr erhellend sein.

  • Von wegen, da fällt einem nur Britten ein! Ganz aktuell zum Thema: neue schwule Opern in 2019


    Charles Wuorinen hat die Erfolgsstory des schwulen Films Brokeback Mountain vertont. Uraufführung war in Aachen

    Charles Wuorinens "Brokeback Montain" bildet (neben Emmanuel Nunes "Das Märchen") m.E. das gelungenste, beeindruckenste, was in den letzten Jahren an Opern neu fabriziert wurde:

    Kompositorischer Kraft und vor allem was dabei den Orchesterpart angeht; dabei Impulse von Schönberg aufgreifend (wie etwa Dallapiccola Impulse von Anton Webern aufnahm) aber als Resultat entstand eigenständiges Werk Wuorinens. Die Qualität des Librettos lässt ebenfalls keinen Zweifel aufkommen.


    UA erfolgte in Madrid, BRD-Premiere in Aachen.

    Brokeback Montain lediglich als schwule Oper zu identifizieren, gleitet mir zu sehr an Wuorinens Meisterwerk ab.

  • Ich habe einige homosexuelle Bekannte, mit denen ich nun wirklich völlig unvoreingenommen und "normal" umgehe, weil mich ihre sexuelle Ausrichtung schlicht nicht interessiert.

    Bei einem Opernführer tut sie es allerdings auch nicht...

  • Es fasziniert mich inzwischen zu sehen, wie homosexuelle Aspekte oft einfach unter den Tisch fallen. Gerade bei Hipployte et Aricie fand ich nirgendwo einen Hinweis auf eine innige und intensive Beziehung zwischen zwei Männern (da war das antike Griechenland weniger prüde als wir im 21. Jahrhundert). Ich will Theseus wirklich nicht zum Schwulen machen, aber anscheinend hatte der Verfasser des Libretto, Abbé Simon-Joseph Pellegrin, keine Hemmungen, etwas in der Richtung anzudeuten.


    Ich habe mal eine kurze Passage aus der Hades-Szene übersetzt


    THESEE.

    Ah ! Qu’avec lui je partage,

    Ce sort que tu viens m’annoncer,

    Rends-moi Pirithoüs, je me livre à ta rage ;

    Mais sur lui, s’il se peut, cesse de l’exercer.

    TISIPHONE.

    La mort, la seule mort a droit de vous unir,

    THESEE.

    Mort propice, mort favorable,

    Pour me rendre moins misérable,

    Commence donc à me punir.



    Theseus

    Ah ! Lass mich das Schicksal teilen,

    Welches du mir angekündigt hast,

    Gib mir Pirithous zurück, lass deine Wut an mir aus;

    Aber wenn möglich verschone ihn.


    Tisiphone

    Der Tod, der Tod allein kann euch vereinigen


    Theseus

    Glückverheißender Tod, gnädiger Tod,

    Damit ich mich weniger elend fühle,

    Beginne also, mich zu bestrafen.

    „Denn das weiss das Publikum nicht und mag es nicht wissen, dass um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muss. Ferruccio Busoni

    In diesem Sinne grüsst Richard


    Einmal editiert, zuletzt von Souffleur ()

  • Ich habe einige homosexuelle Bekannte, mit denen ich nun wirklich völlig unvoreingenommen und "normal" umgehe, weil mich ihre sexuelle Ausrichtung schlicht nicht interessiert.

    Bei einem Opernführer tut sie es allerdings auch nicht...

    Eine Äußerung, die ich unterschreibe.


    :hello:

  • Auch ich kann die Aussage von Uranus voll unterstreichen. Ich habe im Leben manche netten Leute mit homosexuellen Neigungen (männlich und weiblich) kennen und schätzen gelernt, mit denen ich normalen Umgang hatte und deren Veranlagung mich absolut nicht interessiert hat.

    Aber nun krampfhaft in der Oper nach vermeintlichen Anspielungen auf Homosexualität zu suchen und damit vielleicht sogar einen ganzen Opernführer zusammenzustellen, halte ich für ausgemachten Schwachsinn. Aber heutzutage wird ja jeder Blödsinn nach allen Regeln der Kunst untersucht.

    Ich glaube auch nicht, dass sich viele Homosexuelle drum reißen werden.

    Wie gesagt, von mir aus, aber ich weiß im Voraus, dass ich mir solchen Unsinn nicht antun werde.


    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Ich glaube, dass haben inzwischen alle verstanden!

    :thumbup::hahahaha::!:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Aber nun krampfhaft in der Oper nach vermeintlichen Anspielungen auf Homosexualität zu suchen und damit vielleicht sogar einen ganzen Opernführer zusammenzustellen, halte ich für ausgemachten Schwachsinn.

    Krampfhaft zu leugnen, dass Homosexualität in etlichen Opern mehr oder weniger unterschwellig eine Rolle spielt, halte ich für ausgemachten Schwachsinn.

  • Ich habe einige homosexuelle Bekannte, mit denen ich nun wirklich völlig unvoreingenommen und "normal" umgehe, weil mich ihre sexuelle Ausrichtung schlicht nicht interessiert.

    Ich habe wiederum einige heterosexuelle Bekannte, mit denen ich völlig vorurteilsfrei und ganz besonders "normal" verkehre, weil mich ihre sexuelle Orientierung nicht interessiert.


    (Dass mich ihre sexuelle Orientierung "nicht interessiert" klingt in diesem Zusammenhang tolerant und progressiv, wenngleich auch ein bisschen selbstgefällig. Ich könnte auch schreiben: Es ist okay mit ihnen, solange sie ihren Hetero-Kram für sich behalten und mich nicht damit belästigen. Aber damit würde meine Heterophobie nur allzu offensichtlich werden.)


    Achtung: Teile dieses Beitrags sind nur satirisch gemeint.

  • Okay, die sexuelle Ausrichtung interessiert mich genauso wie ob jemand Links- oder Rechtshänder ist, Vegetarier oder Veganer, konservativ oder progressiv, katholisch oder evangelisch, Bäcker oder Metzger... wenn es dadurch weniger selbstgefällig klingt.


    Die sexuelle Ausrichtung ist für mich nur eine von vielen Eigenschaften meiner Mitmenschen - wissenswert, aber keineswegs essentiell.