Kurzweil: Mozarts "lustigstes Stück"

  • Salut,


    ich frage mich seit ein paar Tagen, welches wohl Mozarts "lustigstes Stück" ist? Auszulegen ist das, wie Ihr wollt: Es kann ein Satz oder eine Arie eines Werkes sein, aber auch ein ganzes [mehrsätziges] Werk.


    Ich habe selbst noch keine passende Antwort gefunden.


    ?(


    Ich bitte um Nominierungen.


    Cordialement
    Ulli

  • Hallo Ulli,


    gute Frage, da "lustig" ja in viele Richtungen hin interpretiert werden kann.


    Am meisten zum lachen anregen soll wohl der "musikalische Spaß" KV 522, während zum "schmunzeln" (heitere Fröhlichkiet) so etwas wie die Registerarie des Leporello anregt. Euphorische Heiterkeit löst auch die letzte Minute des Figarofinale aus - eine Vorwegnahme Rossinis.

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard
    Hallo Ulli,


    gute Frage, da "lustig" ja in viele Richtungen hin interpretiert werden kann.


    Salut,


    ja, genau.


    Die Registerarie z.B. finde ich eher komisch als lustig. Den musikalischen Spaß verstehe ich definitiv als solchen: Spaß eben, eigentlich sogar bitterer Ernst, auch heute noch. :D


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Pius
    Hallo!


    Darüber muß ich lange nachdenken. Und das ist gar nicht lustig...


    So geht's mir auch seit ein paar Tagen.


    :hello:

  • Hallo!!


    Ich würde den musikalischen Spass KV 522 nennen und aus der Zauberflöte Papagenos Befreiung vom Schloss vor dem Mund "Hm!Hm!"
    und das Aufeinandertreffen von Monostatos und Papageno. "Ah, das ist der Teufel, sicherlich!"


    LG Joschi

  • Zitat

    Original von Der Unzeitgemäße
    "Eine kleine Gigue" KV 574


    :]


    D. U.


    Ja, das ist schon die engere Auswahl [bei mir]. Wobei ich die kleine Gigue ja auch schon beinah "böse" [im Sinne von Horst des Lullisten] empfinde.


    :hello:


    Ulli

  • Hallo, Ulli!



    Ja (ist das verboten?). Ist der Satz in a-moll?
    Jedenfalls bringt er mich immer zum Schmunzeln. Ich finde das irgendwie "lustig".


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Salut,


    Nein, der Satz ist nicht in a-moll, er ist in C-Dur; deswegen schrieb ich ja auch "a-moll-Teil".


    Du hast Galgenhumor... ;) [oder Mozart?]


    :hello:


    Ulli

  • ich ärgere mich immer über dieses Rondo.... die Sonate hat so einen genialen, nach dem zugegebener maßen von vielen klavierschülern strapazierten ersten satz kommenden, mittelteil (G-Dur, dann g-moll) dass mir der Schlusssatz danach gar nicht zusagt.


    Den mittelteil habe ich inzwischen komischerweise schon 2mal als zugabe gehört...

  • Das "Dorfmusikantensextett" KV 522 war schon mehrfach genannt worden,darum mache ich einen Ausflug in die Zauberflöte:Szene 15 und 24 im 2.Akt,Sprechszenen zwar: als bei Papageno der Groschen fällt und er sich als Geliebter der 18 Jahre und 2 Minuten alten Hexe wiederfindet,und dann der Treueschwur auf einem Bein und mit gekreuzten Fingern,um nicht dem Kerker bei Wasser und Brot anheimzufallen.Dann Papagenos Fassungslosigkeit nach der Verwandlung der Alten in sein Herzenstäubchen Papagena.Das ist die Heiterkeit pur,welche dann im Happy-end-Duett der Beiden in der 29.Szene gipfelt: Pa-Pa-Pa...
    Eigentlich nicht vorstellbar,daß Mozart wenige Wochen später bereits tot war.Er lebte wie ein Jet-Setter und das in der Postkutschenzeit.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Spontan fällt mir der nette Canon ein den Du mir vorgespielt hast.


    Für alle Freunde des derb gesungenen Wortes :D:D:D


    Den Text werde ich nicht zitieren, denn ich will nicht aus dem Forum fliegen.........



    :hello:

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Zauberflöte:Szene 15 und 24 im 2.Akt,Sprechszenen zwar: als bei Papageno der Groschen fällt und er sich als Geliebter der 18 Jahre und 2 Minuten alten Hexe wiederfindet,und dann der Treueschwur auf einem Bein und mit gekreuzten Fingern,um nicht dem Kerker bei Wasser und Brot anheimzufallen...


    Salut,


    das ist sicher Schikaneders lustigstes Stück...


    :hello:


    Ulli


  • Salut,


    Du würdest garantiert nicht aus dem Forum verbannt, denn der Text stammt ja von Mozart persönlich - dann müssten wir ihn auch verbannen.


    :baeh01:


    Interessant finde ich derzeit die Häufung der Assoziation von Text und Musik. Mir geht es aber [vielleicht?] eher um die reine Musik, die man als "lustig" bezeichnen könnte.


    Ich muß da noch weiter drüber nachdenken.


    Cordialement
    Ulli

  • @ Ulli,


    du hast natürlich recht,was das Libretto betrifft.Mein Beitrag zielte eigentlich auf das Duett der "Vogelmenschen" hin,und da glaubte ich bisher,die Musik sei von Mozart. :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hallo Ulli,


    Richtig lustig!?


    Das "Bandelterzett" (mit Walter Berry wenn möglich) KV 441
    "Caro mio Druck und Schluck" KV 571a


    LG, Paul

  • Wenn auch schon einige Jahre hier keine Wortmeldungen mehr erfolgt sind, will ich doch meine lustigsten - es sind tatsächliche mehrere - mitteilen. Unter den für gesellige Runden geschriebenen Kanons gibt es einige, die Mozarts Hang zum Fabulieren mit Wort und Musik zeigen und mich zum Grinsen reizen:


    Difficile lectu mihi mars.
    Was man durchaus als obszönes Wortspiel bezeichnen darf!


    In der Familie Mozart waren Anal-Sprüche durchaus gängig und so wundert es nicht, daß es darüber auch Kanons gibt:


    Bona nox! bist a rechter Ox;
    Bona notte, liebe Lotte;
    Bonne nuit, pfui, pfui
    Good night, good night,
    Heut müß ma nich weit;
    Gute Nacht, gute Nacht,
    Scheiß ins Bett, daß' kracht;
    Gute Nacht, schlaf fein g'sund
    und reck den Arsch zum Mund.


    In die gleiche Richtung zielen auch KV 559 (O du eselhafter Peierl) oder auch KV 232 (Lieber Freistädtler).

    .


    MUSIKWANDERER

  • "Das Butterbrot" von Wolfgang Amadeus Mozart


    Gleich DREIMAL biete ich den geschätzten Mitgliedern diese Trovaille aus Mozarts Hand als Verlinkung an
    Die erste Interpretation ist zwar beinahe meisterlich - indes fehlt noch ein Hauch Ironie -, der Witz wird aber bei der zweiten Darbietung etwas pointierter serviert.
    Die dritte Einspielung zeigt indes, mit welch aristokratischer Noblesse man ein Butterbrot streichen kann....
    Miesepeter aller Schattierungen werden die Feinheiten des Werke vermutlich nicht in ihem vollen Umfang zu schätzen wissen......





    Wer schon nach der ersten Einspielung aussteigt, der ist selber schuld


    mfg aus Wien
    Alfred

    Ich bitte alle Mitglieder, die über 25 Beiträge verfasst haben und noch keinen AVATAR besitzen

    sich im Thread Baustelle Avatarpool neu einen auszusuchen und am Threadende (gaaaanz weit untenI zu bestellen

  • Chapeau, dieses Brutterbrot kannte ich noch nicht, lieber Alfred, in der Tat, ein sehr vergnügliches Gustostückerl :D


    Ansonsten erheitert mich immer die "Entführung aus dem Serail", vor allem die Szenen zwischen dem polternden Osmin und Pedrillo, die hier exemplarisch wunderschön musiziert und gespielt werden.


  • Mein Favorit für eine Antwort auf dieses Rubrik-Thema: Der Finalsatz der Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Nicht fehlen darf auch Mozarts - "Lieber Freistädtler, lieber Gaulimauli", hier nachzuvollziehen:



    was für ein Nonsens, was für ein wunderschöner :thumbsup: