Was lernt man heute in der Schule im Musikunterricht?

  • Also Unsinn würd ich das nicht gerade nennen, Rappy.
    Ich habe gegen ende der Grundschule genau die Erfahrung gemacht, die Mignon hier angesprochen hat

    Zitat


    Zwar bin auch ich Kritikerin des Mainstream, jedoch zeigt sich immer wieder, wie leicht Kinder zu Einzelgängern werden können, wenn sie andere Musik als die anderen hören, andere Bücher lesen und auch andere Kleidung tragen. Diese Kinder und Jugendlichen haben zwar einen immensen Bildungsvorsprung vor anderen, können sich aber in den Klassenverband nur schlecht einfügen und haben oft wenig Freunde.


    Ich hab schon immer Klassische Musik gehört, schon allein, weil ich damit aufgewachsen bin (bzw. es immer noch tue) das kahm aber damals bei meinen Klassenkameraden nicht sonderlich gut an, das ganze hat dann darin seinen Höhepunkt gefunden, dass ich verprügelt wurde und mit blutender Lippe nach Hause kahm.


    Inzwischen hat sich das relativiert, die meisten Jugendlichen in unserem Alter besitzen doch glücklicherweise die Reife einen anderen Musikgeschack als den eigenen zu Respektieren bzw. zu tollerieren.

  • Wow, also so Erfahrung hab ich noch nie gemacht. Höchstens dass einem mal gesagt wird, das und das ist besser. Man muss ja auch nicht gerade arrogant damit rumprahlen, Klassik zu hören.

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Ich habe als Klassikhörer eigentlich nie Probleme mit Gleichaltrigen gehabt und habe auch jetzt keine. Die Probleme waren immer anderen Ursprungs (Lange hielt sich das Gerücht, ich würde meine Nachmittage ausschließlich lernenderweise verbringen, was man auch mit einem unschönen Substantiv ausdrückte; aber irgendwann hat doch jeder überrissen, dass ich meine Freizeit nicht mit solch banalen Dingen vertue - suspekt war auch vielen mein Modestil, der nicht und nicht dem Mainstream folgen wollte). Die Musik erschien den anderen in der Kritik an meiner Person immer nebensächlich, obwohl ich meine Vorliebe an klassischer Musik immer sehr freizügig ausgelebt habe. :D Es hat sich nicht einmal jemand getraut zu sagen, das oder das sei besser - das erste Mal habe ich diese Aussage gehört, als ich einen Klassenkollegen zum Grazer Jazzsommer mitgenommen habe! :baeh01:
    Und mittlerweile... - nur möchte ich das folgende Zitat generalisieren -


    Zitat

    Original von Floristan
    die meisten Jugendlichen in unserem Alter besitzen doch glücklicherweise die Reife einen anderen [Musik]geschmack als den eigenen zu respektieren bzw. zu tolerieren.

  • .... bei den meisten Postings hier scheint sich das zu bewahrheiten, was man oft im Zusammenhang mit dem Thema "Schule" hört und liest:


    "Die Qualität des Unterrichts steht und fällt mit der Motivation des dafür verantwortlichen Lehrers"


    Diejenigen, die hier von grusligem Musikunterricht erzählt haben, hatten entweder desinteressierte (desillusionierte?) Lehrkräfte als Musiklehrer (oder gar keine und der Unterricht fiel dauernd aus) - und diejenigen, die von ihrem Musikunterricht schwärmen, hatten auch echte Musik-Liebhaber, die ihre Begeisterung auch als Lehrer glaubhaft vermitteln und weitergeben konnten!
    Uns als Klassik-Freunden konnten diese lehrenden "Negativ-Beispiele" die Neugier und Freude an dieser Musik nicht austreiben - aber für evtl. nur potentiell interessierte/ neugierige Schüler sind solche Pauker natürlich reines Gift! Statt eine evtl. vorhandene Saat vorsichtig keimen zu lassen und zu pflegen, wird sie direkt rigoros kaputtgetreten X(


    Das scheint mir das größte Risiko/ Ärgernis an schlechtem Musikunterricht zu sein!
    Bei diesem eh als nicht so besonders wichtig erachteten Fach (im Gegensatz zur Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften - hoho!) -das sehen ja leider nicht nur viele Schüler, sondern leider auch einige Pädagogen und Politiker so- hängt so viel davon ab, was für eine Lehrerpersönlichkeit da nicht nur nacktes Wissen, sondern auch die in diesem künstlerischen Sektor so immens wichtige Begeisterung und Freude an der Sache vermittelt!
    Es ist schön, wenn der Mathelehrer den Spaß, den er an seinen Gleichungen und Formeln hat, auch auf seine Schüler zu übertragen weiß, aber das geht zur Not auch ohne denselben *seufz* -es muss halt sein....
    Aber das sieht beim Musikunterricht ganz anders aus - wenn da kein Funke überspringt, dann kann man es vergessen - denn die Motivation der Schüler ist in solchen Fächern sowieso schon etwas geringer, als in den (Haupt-)Fächern, in denen es "um etwas geht".


    Wieviele lebenslange Freunde klassischer Musik könn(t)en gewonnen werden, wenn da schon in der Schulzeit nicht soviel versäumt/ verdorben würde....
    Viele "Klassiker" haben erst im vorgerückteren Alter zu dieser Musik (zurück-)gefunden und das ist so viel verlorene Zeit ;(


    An diesen meinen Bemerkungen kann man es wohl schon erahnen - ich hatte Glück mit meinen Musiklehrern :]


    Ich hätte mir allerdings einen Leistungskurs in Musik gewünscht, nicht nur die mageren 2 Wochenstunden, die auch nur bis zur 12. Klasse reichten. ;(


    Auch wenn wir "Instrumentalisten" in der Klasse etwas im Vorteil waren, weil wir durch praktische Betätigung am klingenden Objekt bereits Noten lesen gelernt hatten (was auf diesem Weg immer einfacher ist als "nur" theoretisch), wurden uns allen(!) einige klassische Werke abwechslungsreich und spannend vermittelt (jedenfalls habe ich es so empfunden). Was wir lernten, machte Neugier auf "mehr" aus diesem Sektor - private "Entdeckungen" konnten gezielt ansetzen, weil man Orientierungshilfen vermittelt bekommen hatte und schon ein paar Komponisten und deren Stile kannte.
    Ich muss allerdings zugeben, dass ich das Notenlesen auch nicht begriffen hätte, wenn ich allein auf meine damalige Musiklehrerein in der Schule angewiesen wäre - die zäumte das Pferd buchstäblich von hinten auf und verfuhr nach dem Prinzip: "Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?" :D


    Das mit dem Abgrenzen von den Klassenkameraden, weil man andere Musik als die meisten hörte, kann ich zumindest in Ansätzen nachvollziehen - es kam halt darauf an, wie sehr man sich auf diese "Separatisten-Nummer" einließ und sein Image als "Sonderling" pflegte. In anderen Punkten konnte man doch ohne Probleme mit der Masse schwimmen und sich hier unauffällig "integrieren" (z. B. Sport, nicht-musikalische Hobbies...)


    Außerdem: Wenn mir Popmusik gefällt, habe ich auch kein Problem damit, diese zu hören - da fällt mir kein Zacken aus der Klassik-Krone :D
    Zu meiner Schulzeit stand ich neben Mozart und Tschaikowsky z.B. total auf A-ha, Depeche Mode & ähnliche (das tu ich heute noch!) - da waren also allein auf musikalischem Gebiet schon genug Gemeinsamkeiten und Gesprächsthemen vorhanden...


    Ich wäre gerne Musiklehrer geworden (war immer mein Traumberuf) - aber die Zugangsvoraussetzungen waren einfach zu hoch!
    Vielleicht ein Grund, warum es heute zu wenig Musiklehrer gibt ?(
    Viele der (bloß) Begeisterten mit "Missionsdrang" (zu denen rechne ich mich) scheitern wahrscheinlich an den rein "technischen" Voraussetzungen (Musikhochschule!) :(
    Schade eigentlich....

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Hallo Marc,


    Zitat

    Ich wäre gerne Musiklehrer geworden (war immer mein Traumberuf) - aber die Zugangsvoraussetzungen waren einfach zu hoch!
    Vielleicht ein Grund, warum es heute zu wenig Musiklehrer gibt


    da ich selber gerade das Studium für den Musiklehrer absolviere, weiß ich ein bisschen Bescheid über die Anforderungen und die sehe ich als überhaupt nicht hoch an. Man darf das nicht mit den Anforderungen an ein künstlerisches Fach (z.B. Klavier oder Komposition) verwechseln, denn die sind fast nicht schaffbar, da muss man schon ordentlich was auf der Schippe haben.
    Ansonsten brauchst du ein wenig musiktheoretisches Wissen (Intervalle, Tonleitern, Instrumentenkunde, ein wenig Funktionsharmonik - das meiste lernst du im Studium [Generalbass, Kontrapunkt, Harmonielehre]), Fähigkeit, eine ca. 10-köpfige Gruppe anzuleiten, also in 10 Minuten ein selbst arrangiertes Musikstück einzustudieren und schließlich Praxis am Instrument. Ich bin am Klavier mit einem Schostakowitsch-Präludium und einem einfachen Beethoven-Satz (op. 49) gut durchgekommen. Dann noch ein Stück singen und das war es auch schon. Ich fand es nicht schwer, aber es wird halt doch nur ca. die Hälfte der Bewerber genommen.
    Wir sind jetzt in Berlin ungefähr 30 Leute, die im Studiengang Musik auf Lehramt studieren, die Chancen auf eine Stelle nach dem Studium sehen nicht allzu rosig aus. :(



    Gruß, Peter.



    Gruß, Peter.

  • Hallo Peter,


    Du schreibst:

    Zitat

    die Chancen auf eine Stelle nach dem Studium sehen nicht allzu rosig aus.


    Das überrascht mich - ich dachte, gerade Musiklehrer gibt es viel zu wenige (viele derzeit noch aktive sind mittlerweile schon gefährlich in Pensionsnähe gerückt) und würden händeringend gesucht?!?!


    Vor ein paar Jahren (in 2001) ist ein Freund von mir, der gerade sein Referendariat (Latein und Englisch) beendet hatte und seine erste Stelle antrat, direkt "fachfremd" auch als Musiklehrer für die Sekundarstufe I (also 5.-7. Klasse) mitverpflichtet worden, weil die Schule keine "echten" Musiklehrer kriegen konnte. Er spielt "lediglich" ein bissel Klavier (hobbymäßig) und singt im Kirchenchor - aber das reichte als "Vorkenntnis" völlig aus ?(


    Weil es mit meinen Musiklehrer-Plänen nicht geklappt hat, habe ich damals "testweise" ein bisschen in die Musikwissenschaft reingerochen (ca. 2 Semester...)
    Ein Großteil meiner damaligen Kommilitonen war bereits in der Prüfung an der Musik-Hochschule gescheitert und konnte somit nicht Musiklehrer werden. Ich kam mir ein bisschen vor, wie in einem Studiengang für "gescheiterte" Musiker, die immerhin als "Ersatzbefriedigung" jetzt noch MuWis werden wollten - es war bizarr und deprimierend zugleich :wacky:


    So einfach wie Du schreibst kann das also nicht sein mit der Zulassung zur Hochschule für künftige Musiklehrer....
    Bin froh, dass ich es in einem Akt der maßlosen Selbstüberschätzung gar nicht erst versucht habe mit dieser Zulassungsprüfung... nur in der Theorie gut zu sein, reicht ja leider nicht aus :(
    Nur sollte man sich dann nicht wundern, wenn der Musikunterricht immer schlechter wird oder gleich ganz ausfällt, weil keine Fachlehrer mehr in ausreichender Anzahl "nachwachsen" - ich bin überzeugt, dass viele talentierte und begeisterungsfähige Musiker unseren Schülern die Schönheit der (klassischen) Musik weitergeben könnten, wenn man es ihnen bloß ermöglichen/ etwas einfacher machen würde....

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Hallo Taminos,


    ein anständiger Musiklehrer sollte seine im Internet surfenden Schüler auf das
    TAMINO-Forum
    aufmerksam machen, damit sie noch zusätzlich was lernen können !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo Marc,


    ich kenne auch nur die Bedingungen hier in Berlin an der hiesigen Uni, wie es an anderen Standorten aussieht, dazu kann ich nichts beitragen. Ich habe mich vor einem Jahr auch nur in Berlin beworben und wurde dort glücklicherweise auch prompt genommen.


    Die Aussichten auf eine Stelle nach dem Studium sind wohl tatsächlich nicht so aussichtsreich, wie man vielleicht vermutet. Die entscheidende Sache ist die, dass der Staat und somit auch die Länder Geld sparen müssen. Und das tun sie ja nicht nur gerne bei kulturellen Dingen, sondern zunehmend auch in der Bildung. Und so werden nicht nur Unterrichtsstunden, sondern auch Lehrplätze peu a peu gestrichen.
    Es gibt zwar Stellen, man muss dafür aber auch oft Opfer bringen und weite Wege gehen...


    Ich hoffe, dass der Aufschwung jetzt mal so richtig kommt und die Lage in ein paar Jahren wieder besser aussehen lässt als jetzt.



    Gruß, Peter.

  • Meine Meinung zu dem Thema - als Referendar für Sekundarstufe II in den Fächern Englisch und Geschichte in Baden-Württemberg kann ich mich da doch relativ kompetent äußern:


    1. Die regulär ausgebildeten Musiklehrer an Gymnasien müssen eine Musikhochschule besucht habe - und dort sind die Aufnahmeprüfungen höllisch schwer. Viele Kollegen haben nach Ende der Schulzeit ein reines Übungsjahr eingelegt. An Grund-, Haupt- und Realschulen erfolgt die Ausbildung an der PH, die freilich nicht im gleichen Maße so anspruchsvoll ist, mit viel Praxis aber vergleichsweise wenig Theorie. O-Ton meiner Hornlehrerin: "Für die Musikhochschule reicht das bei dir nie, aber für die PH reicht's...."


    2. Die Einstellungschancen für Musiklehrer sind besser als je zuvor, daher auch tummeln sich in dem Fach auch viele Fachfremde. Wer Musik als reguläres Fach hat, kann nicht nur mit einer sofortigen Anstellung rechnen, sondern sich aus die Schule relativ frei aussuchen. Ein Privileg, das ich mit meinen Fächern leider nicht genieße...


    3. Es gibt verpflichtende Lehrpläne - und die sind auch irgendwo im Internet einsehbar. Bei speziellen Fragen kann ich auch gerne mal nachschlagen. Sie werden aber relativ flexibel gehandhabt. Auch ich habe weniger gute Musiklehrer gehabt - aber bei der neuen Lehrergeneration würde ich gerne nochmal die Schulbank drücken, vor allem in den mir früher so verhassten Naturwissenschaften. So viel sei gesagt: Es hat sich viel in der Methodik getan !


    4. Diskutierende Forumsmitglieder sollten nicht vergesen, dass sie zu einer geringen Minderheit zählen und einfach andere intellektuelle Ansprüche an den Musikunterricht gestellt haben als der Durchschnittsschüler, bei dem froh sein kann, wenn er ein paar Epochen in die richtige Reihenfolge bringt. Was ist mir in meinen Fächern in der relativ kurzen Zeit schon an absurden Antworten untergekommen...


    5. Musik lebt vom Selbermachen - und das kann fast nur im Einzelunterricht geschehen. Das kann aber die Institution Schule schlicht nicht leisten - weder organisatorisch noch finanziell. Wer kein Instrument spielt, für den bleibt ein einfacher Dreiklang ein Buch mit sieben Siegeln, da er nichts damit verbinden kann. Erziehung muss im gleichen Maße zuhause statt finden - Kinder können eben nicht zum Nulltarif an der Schule abgegeben werden.

  • Zitat

    Original von ulfk179
    2. Die Einstellungschancen für Musiklehrer sind besser als je zuvor, daher auch tummeln sich in dem Fach auch viele Fachfremde. Wer Musik als reguläres Fach hat, kann nicht nur mit einer sofortigen Anstellung rechnen, sondern sich aus die Schule relativ frei aussuchen. Ein Privileg, das ich mit meinen Fächern leider nicht genieße...


    Salut,


    soweit mir es bekannt geworden ist, ist aber ein abgeschlossenes [praktisches und/oder theoretisches] Musikstudium an einer Musikhochschule zumindest in BW und RLP nicht ausreichend. Es gehört in jedem Falle eine pädagogische Ausbildung [ob es unbedingt Bestandteil des Studiums sein muß?] sowie auch eine gewisse "Erfahrung" [also Referendariat?] dazu. Wer dies nicht vorweisen kann, hat - als Quereinsteiger - eher schlechte Chancen. Und wie soll man die geforderte Praxiserfahrung nachholen können?


    :hello:


    Ulli

  • Bonjour,


    zu RLP kann ich mich nicht äußern. NATÜRLICH zählt zur Ausbildung auch Pädagogik (aber nur wenig), ein weiteres Nebenfach (wird an der Uni studiert) und ein anschließendes Referendariat. DANACH hat man aber seine Stelle aber so gut wie sicher in der Tache. Quereinstieg ist immer problematisch - aus mehreren Gründen. Ich weiß aber u.a. von einem ausgebildeten Clown (!), der an einem Gymnasium den Kunstunterricht übernommen hat...


    ulfk179

  • Salut,


    ich wollte ja nur den Unterschied darlegen zwischen einem Studium "Musik Lehramt" und "Musik Instrument" [auch da ist Pädagogik ein kleiner Bestandteil des Studiums - logisch], weil Du schriebst "Wer Musik als reguläres Fach hat..."


    :hello:


    Ulli

  • Hallo Zusammen


    Bei mir ist der Musikunterricht auch schon etwas her, aber trotzdem wird er an dieser Schule nach wie vor genau so schlecht weiter praktiziert - wenn er dann überhaupt stattfindet.


    Es unterrichten fast ausschließlich Hobbymusiker, die auf spezielle Fragen grundsätzlich erst in der nächsten Stunde antworten können (wenn überhaupt) und die einen Unterricht durchführen, der keinen Schüler - auch nicht die wirklich musikinteressierten - fesselt.


    2 Jahre lang genoß ich allerdings einen wirklich schönen Musikunterricht. Da hatten wir als Lehrer einen singenden Winzer, der ein bißchen Klavier spielen konnte. Jede Musikstunde flogen die Musikbücher "Die schönsten Volkslieder aus aller Welt" auf den Tisch, und jeder durfte sich ein Lied daraus wünschen, das gesungen wurde - das hat richtig Spaß gemacht! =)


    Wir waren wirklich traurig als er seinen Dienst quittierte und wir als Nachfolger den Lehrer Lämpel aus Max und Moritz bekamen - jedenfalls hatte er so riesig lange Hände mit unglaublich dünnen Fingern dran. Er spielte uns "Die Petersburger Schlittenfahrt" vor, die wir interpretieren sollten. Als er damit fertig war, ging eine Mitschülerin nach vorne, setzte sich an das Klavier und spielte das Stück nochmal und zwar so, daß Herr F. uns nie wieder etwas auf dem Klavier vorspielte und zudem nach einem Jahr die Schule verließ. Komisch.


    Bis zum Ende der Schulzeit hatten wir dann einen speckigen Lockenkopf mit Schweißrändern unter den Achseln bis zur Hüfte, die über das gesamte Jahr hindurch seine Poloshirts zierten. Der konnte wenigsten Klarinette spielen, was er dann auch nahezu den gesamten Unterricht hindurch tat. Wir fanden es gut, weil es ein nicht so lautes Instrument ist und wir uns somit prächtig unterhalten konnten, ohne dabei laut schreien zu müssen. Allerdings löste er regelmäßig wildes Entsetzen aus, wenn er das Rohrblatt seiner Klarinette zu Beginn und Ende des Spieles ausgiebig mit der Zunge bearbeitet, weil man dies so pflegen müßte, wie er uns damals erklärte :kotz: ...


    Viele Grüße - Mimi

    che gelida manina....

  • Mein Musik-Schulunterricht in Deutschland / Hessen liegt schon sehr lange zurück. Ich kann mich nur noch an wenig erinnern.


    Schrecklich waren die Zeiten, als wir das Spieln von Blockflöte lernen sollten. Und meine ungeschickten Finger einfach nicht wollten...


    Später hatten wir einen von Musik begeisterten, aber ädagogisch ungeschickten Musiklehrer, der sich keine Autorität zu verschaffen wußte.
    Ich weiß noch, dass er die Moldau von Smetana ganz toll kommentiert hat. So dass ich wirklich zu verfolgen lernte, wie die Musik den Verlauf des Flusses vom plätschernden Bächlein bis zum reißenden Strom schildert.
    Und ich weiß, dass er sich sehr verständnisvoll zur frage von besonderer Kleidung bei klassischen Konzerten / Opernbesuchen geäußert hat. Für ihn war es innere Vorbereitung, sich dazu irgendwie besonders (nicht total teuer, aufwendig oder an Konventionen orientiert) zu kleiden.

    Anna-Beate

  • Wirklich etwas gelernt im Musikunterricht? Bei mir eher nicht!
    1. ist der Unterricht so gut wie immer ausgefallen, wir hatten dann auch ende der 11.Klasse die Zeugnisnote der 10.Klasse bekommen da wir keinen Musiklehrer hatten! Und alles was wir vorher gemacht haben, so ab der 5.Klasse waren die Rolling Stones, die Beatles und Elvis, aber von klassischer Musik keine Spur! Vll. ist es ja auch eine Ausnahme wie das bei uns abgelaufen war! Bei meiner Schwester, welche gerade die 11.Klasse einer FOS besucht, wurde im Musikunterricht sehr viel Gewichtung auf klassisch-musische Bildung gesetzte, sehr zum Leidwesen meiner Schwester und ihrer Freunde :D !


    Ich erinnre mich an Aussagen meiner Schwester, dass die hälfte der Klasse immer aus dem Saal gerannt ist, weil sie angeblich Kopfschmerzen von klassischer Musik bekämen! Einer hatte sogar laut meiner Schwester ein Attest vom Arzt, dass ihn vom Musikunterricht deshalb befreit hat! Unglaublich sowas :D

  • Nun mal realistisch: es gibt eine klare Hierarchie der Fächer in der Schule.


    Mathe, Deutsch und Englisch sind Fächer der ersten Kategorie, sie werden ernstgenommen, die meisten Schüler wollen dort was reißen, zumindest möchten sie den Anschluß an das Mittelfeld halten.
    Physik und Französisch (für die schwächeren Schüler: Geschichte und Latein) bilden die Kategorie II, also noch ernstzunehmen, aber nicht zuuu ernst, Hausaufgaben muß man da nur noch bedingt machen.
    Zur Kategorie III zählen die weiteren Spezialfächer wie Chemie, Bio, Philo, Erdkitsch, WiSo (Wieso ??, gg) etc., bei denen man sich nicht mehr groß anstrengen muß, um eine passable Note zu erhalten.
    Kategorie IV umfaßt Fächer, bei denen man sich von den Anstrengungen der Fächer in den Kategorien I und II erholen kann: Reli, Sport, Kunst und, na klar, Musik.


    Kein Wunder, daß dort nicht alles, was im Lehrplan steht, auch tatsächlich vermittelt wird.

  • Ich hatte das Glück das wir einen sehr engagierten Musikleher am Gymnasium hatten, der auch die dortige Folk AG geleitet hat. In der 6. Klasse war es für uns natürlich nicht so spannend klassische Musik zu hören, aber er verstand es zumindestens einigen von uns sie schmackhaft zu machen. Später in der Mittelstufe fingen wir dann an Partituren zu lesen und er hat diese dann am Klavier nachgespielt. Und in der Mittelstufe bin ich dann auch zum ersten Mal in ein Konzert gegangen. Ob aber " Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny " die richtige Oper ist für den Einstieg wage ich zu bezweifeln.
    Der Sohn von meiner Bekannten analysiert heute im Musikunterricht am Laptop Videoclips von irgendwelchen Rappern. Notenlesen wird wohl auch nicht mehr gelernt.

  • Wenn man mich im Musikunterricht dazu gezwungen hätte, Videoclips von irgendwelchen Rappern zu Analysieren, wär ich aufgestanden und hätte darum gebeten mir direkt eine 6 zu geben, und wäre nachhause gegangen :D

  • jaja, ich erinnere mich noch, als unser musiklehrer meinte, wir könnten uns doch wenigstens alle einigen, dass die beatles gute musik seien, zeigte ich deutlich, dass ich das nicht so sehe.

  • Dass es eine klare Hierarchie bei den Schulfächern gäbe, halte ich zwar ein Gerücht, weil doch wohl ziemlich stark von der entsprechenden Begabung und dem Interesse des Schülers abhängt, was ihm wichtig ist bzw. wo er Arbeit reinstecken muss, um durchzukommen. Und manche Schüler sind überall faule Säcke und kommen damit durch, oder eben auch nicht...
    (Dennoch sind meiner Erinnerung nach Physik, Latein, Chemie und Französisch meistens "anstrengender" (bzw. mit höherer Mangelhaftwahrscheinlichkeit, wenn man schwach ist) als Deutsch. Nur kann man Physik und Latein eben manchmal abwählen, während das bei Deutsch wohl unmöglich ist...)


    Aber natürlich ist Musik normalerweise kein Fach, weswegen jemand durchfällt. Ich meine, wir hätten da in der Mittelstufe auch keine oder kaum Arbeiten geschrieben. Mit dem Ausruhen ist es freilich so eine Sache, wenn man vorsingen muss... :D


    Mein Musikunterricht (1980er Jahre) bedeutete von der Grundschule bis weit in die Mittelstufe, oft schlicht Singen. Normalerweise kein einzelnes Vorsingen (obwohl es das gab und benotet wurde, wer alle Töne traf, bekam eine Zwei). Er war meiner Erinnerung nach, besonders in der 5.-10. Klasse sehr lückenhaft, mal ein Semester oder ein ganzes Jahr gar kein Musik, mal nur eine Stunde. Dadurch konnte kaum je auf etwas aufgebaut werden, obwohl schon in der Grundschule ansatzweise Noten gelesen (Fritz Aß CitronenEis Gern) und Rhythmen geklatscht wurden. Meistens dann aber doch wieder gesungen...
    In der Oberstufe konnte man dann zwischen Musik/Kunst wählen und ich hatte zwei Jahre durchgehend zwei Stunden, was eigentlich ganz nett war. Da haben wir dann basale Harmonie- und Formenlehre gemacht, ein Semester auch Jazz etc. Nur war in der 12. Klasse eben das Problem, dass Musik in der 7.+8. Stunde, also ca. 13-14:30 nach "ernsthaften" Fächern seit 7:45 und ohne richtige Mittagspause stattfand. D.h. die Hälfte hat geschlafen oder mit dem Schlaf gekämpft.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Das mit dieser Hierachie wär mir auch neu...und gerade Geschichte und Latein für die "schwächeren" Schüler zu nennen...Latein? Ernsthaft? Für mich gibt es nichts Schwereres (außer noch Chemie).


    Also mein Musikunterricht war sicher nicht mustergültig, aber auch keine totale Katastrophe. Gerade in späteren Stufen hatte ich einen sehr engagierten Lehrer, der es sehr verstanden hat, einem auch Klassik nahe zu bringen. Allgemein mussten wir viel singen von Volksliedern bis hin zu Pink Floyd (auch vorne allein, wer nur den Text aufsagte, bekam immerhin eine 4), haben Hörspiele gemacht oder Musikfilme gesehen oder Vorträge über Musikstile gehalten. Da mein Lehrer ein großer Stones-Fan war, hat er auch immer versucht die wenn möglich einzubringen...so haben wir zB den Song "Sympathy for the devil" in der Originalversion und zwei Coverversionen verglichen und analysiert.
    Notenschreiben hatte ich auch, aber nur sehr oberflächkich (heute kann ich da kaum noch was von) und Blockflöte spielen. Und allgemeiner Instrumentenkunde.
    An Klassik hatten wir Beethoven-Sinfonien, allerdings nur in Auszügen, Dvoraks "Moldau", Prokofjews "Romeo und Julia" (was ich seitdem liebe), Zauberflöte...an mehr erinnern ich mich jetzt nicht.
    In der Oberstufe habe ich dann Kunst gewählt, weiß aber von Mitschülern, die Musik hatten, dass da u.a. Vivaldis 4 Jahreszeiten durchgenommen wurden.

    "Die Glücklichen sind neugierig."
    (Friedrich Nietzsche)

  • In der 11./12. Klasse weiß ich noch, dass ich mit einem Kumpel ein Referat über das 2. Brandenburgische Konzert gehalten habe. (Das war gerade zu der Zeit, als ich mich seit ein oder zwei Jahren für klassische Musik begeistert hatte) Vorher hatten wir, wie gesagt, elementare Harmonie- und Formenlehre.
    Ich weiß noch, dass Sonatenhauptsatz im Unterricht an Beethoven op.2/1 erläutert wurde und in der Klausur kam dann der erste Satz von op.49/2. Sehr elementar, keine differenzierte harmonische Analyse, nur Phrasenstruktur, Haupthema, Seitenthema, Überleitungen, Durchführung, Reprise usw. Ich habe da jedenfalls einiges gelernt bzw. passte es sehr gut zu dem, was mich ohnehin interessierte.


    In der 12 war ein Semester "Musik im Umbruch" (oder so), das basierte wohl auf einem älteren Funkkolleg des hr, da haben wir hauptsächlich Entstehung des Barock, Monteverdi (Cruda Amarilli) vs. Artusi und Beginn der Moderne gemacht. Was genau, weiß ich nicht mehr; vage erinnere ich mich an Pierrot Lunaire ("einen weißen Fleck") und Geschichte vom Soldaten. In dem Jazz-Halbjahr gab es wohl so einen groben Überblick über die Entwicklung von den Anfängen bis in die 1960er/70er. In der Klausur musste man was zu einem Jazz-Stück (ich glaube ESP von Miles Davis, oder hatten wir das vorher) schreiben. Sicher auch nichts Tiefgreifendes, ich kann mich nicht erinnern, jemals Jazzharmonik kapiert zu haben und hatte aber bestimmt dennoch eine Note im Zweierbereich.


    "mit Latein für die schwächeren Schüler" meinte er vielleicht, dass eher schwächere Schüler dort Probleme haben. (Zu meiner Zeit wählten die schwächeren Schüler typischerweise französisch und hatten dann dort Probleme :D) Nach meinen Erinnerungen waren in meiner Klasse, solange man nichts abwählen konnte, die Fächer, die am häufigsten zu gefährdeten oder gescheiterten Versetzungen führten, Mathe und Physik (mit einigem Abstand). (War natürlich auch fies, da das nicht selten vom gleichen Lehrer unterrichtet wurde; war jemand eh schwach, kam dazu mit dem Stil des Lehrers nicht zurecht, sah es schnell düster aus.) Dann vermutlich Chemie und die Fremdsprachen. Drei oder vier Schüler von ca. 25 im Lateinkurs bekamen in der 11. das Latinum nicht, weil sie zu schlecht waren (obwohl es ein fairer Lehrer war und das Niveau nicht besonders hoch)

    Struck by the sounds before the sun,
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    (Bob Dylan)

  • Da gebe ich dir völlig Recht, lieber Chrissy, der Musiklehrer von kurzstückmeister hätte vielleicht statt dieses Vorschlages die Musik sprechen lassen sollen. Ich habe mich in der Beziehung, obwohl ich bis zu meiner Pensionierung Anfang 2011 praktisch 40 Jahre lang Musikunterricht quasi als Hobbyfach gegeben habe, von den Schülern nie unter Druck setzen lassen oder mit ihnen diskutiert, was wir denn durchnehmen sollten. Sie mussten alles über sich ergehen lassen, Zauberflöte, Winterrerise,
    Hänsel und Gretel, Die schöne Müllerin, aus der Pop- und Rockmusik natürlich die Beatles, die Rolling Stones, Simon and Garfunkel u. a. m. Ich habe sogar mal in einer Klasse 10 (Hauptschule) eine Deutscharbeit (Gedichtinterpretation) zum Abschluss (lange, bevor die Abschlussprüfungen eingeführt wurden) mit dem Abspielen des Gedichts "In einem kühlen Grunde" von Joseph von Eichendorff als Männerchor in einer Einspielung eines der besten Männerchöre Deutschlands, des Männerchores des Leipziger Rundfunks, eingeleitet. Die entsprechenden Aufgaben, die die Schüler zu bearbeiten hatten, hatte ich exakt schriftlich formuliert. Anders war das Ganze in dieser Schulform nicht zu bewältigen. Der Erfolg der Klassenarbeit war erstaunlich, zwei mal "sehr gut", keine "Fünf", und das in der Hauptschule. Dieser Erfolg hat mich ermutigt, später in einer Musikgruppe einen Test mit entsprechenden Fragen über die Interpretation des Gedichtes "Der Erlkönig" von Goethe in der musikalischen Fassung von Schubert in der Interpretation von Dietrich Fischer-Dieskau schreiben zu lassen. Auch diese Sache ging gut.
    Wenn man auf dieser Ebene arbeitet, darf man sich nicht auf Diskussionen mit Schülern einlassen. Wichtig ist es aber auch, wenn möglich, mit den Schülern Konzerte zu besuchen. Der Besuch eines Rockkonzertes in den 60er Jahren in der Halle Münsterland vor 9000 Zuschauern mit der holländischen Rockgruppe Ekseption, das 1972 stattfand, war ein voller Erfolg, ein weiterer Besuch des Musicals "Westside-Story" etwas später im Musik-Theater im Revier in Gelsenkirchen war grenzwertig, weil Mitglieder der Gruppe, die ich dabei hatte, an zu lachen fingen, als Tony in den Armen von Maria nach dem Schuss aus Chinos Pistole starb. Das war mir doch sehr peinlich, aber wir haben die Angelegenheit dann in der Nachbearbeitung im Unterricht aufgearbeitet.
    Empfehlenswert ist es auch, wenn man auf dem Lande tätig ist, die Schüler zu ermutigen, sich in örtlichen Musikgruppen (z.B. Spielmannszügen oder Blasorchestern) zu betätigen. Ich hatte einmal vor etlichen Jahren zwei Brüder in meinem Unterricht, von denen der eine Posaune und der andere Tenorhorn in der örtlichen Blaskapelle spielte. Diese und auch andere konnte ich im Musikunterricht immer zu Demonstratiosnzwecken heranziehen, was sie sehr gern taten. Natürlich musste man in solchen Situationen als Lehrer immer dafür sorgen, dass die teuren Instrumente in den Pausen gut gesichert waren.
    Wenn mir das auch keiner glaubt, so konnte ich doch in der 10. Klasse im Wahlfach mal einen erfolgreichen Test über die Achte Bruckner schreiben. Faszinierend war für mich vor allem, wie konzentriert die Schüler der Vorführung lauschten.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Wir haben das immer wieder zu meinem Leidwesen singen müssen.
    :D


    Beatles?


    In der Mittelstufe hatten wir einen ziemlich erratischen Lehrer; der einmal den Schulflügel mit Radiergummis u.ä. "prepared" hat. Der sprang von Woche zu Woche zwischen Cage, Orff, Schumann und "Aufstehen, Kinder, heute wird gesungen!" (meistens Volkslieder wie "Bunt sind schon die Wälder") hin und her.

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    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ja, am öftesten Beatles und Webber. Ich habe es gehasst, komponierte ich doch schon mit 14 12-tönig und mit 16 punktuell. Zwar hat mich unser Lehrer in irgendeiner Weise hochgeschätzt (und hätte mir einmal fast gesundheitsbedingt den Unterricht während der Stunde übergeben) aber abgesehen von einer gemeinsamen Ligeti-Hochschätzung hatten wir bezüglich Musik der 60er-Jahre aufwärts wenig Gemeinsamkeiten. Immerhin habe ich es sehr genossen, als einmal Stockhausens Klavierstück erklang, weil es im Schulbuch vorkam. Alle haben sich gewundert, dass mir das gefällt ...

  • Ich hatte einen tollen Musiklehrer auf dem Gymnasium - nicht imklassischen Sinne, aber er hat es geschafft uns freiwillig in die Oper und in Konzerte zubekommen.


    Im Unterricht haben wir fast nur Schallplatten gehört. An Opern gab es immer das, was gerade bei uns im Opernhaus gab. Wir bekamen immer zu zweit ein Reklamheftchen und mussten die Texte mitlesen. Vorher hat er den Inhalt der Oper erklärt und sich zur Musik ausgelassen. Manchmal mussten wir einige Stellen, die er besonders wichtig fand, mehrfach anhören. Dann hat er uns Eintrittskarten für die Deutsche Oper am Rhein besorgt. Die kosteten damals 3,50 DM. Das war damals schon spottbilig. Ein Kinokarte kostete normalerweise 8,00 DM, am Kinotag 6,00 DM.
    Wir sind also oft, freiwillig zusammen in die Oper gegangen. Das war eine schöne Zeit und hat viel Spaß gemacht.


    Er hatte ein sehr eigenes Benotungssystem: wen er mochte bekam auf dem Zeugnis eine 1, wen er nicht mochte bekam eine 2.
    Er war der Ansicht, Musik sei ein Fach, das man nicht bewerten könnte :thumbsup:
    Sehe ich bis heute noch genau so.


    Dasselbe gilt für mich für Sport und Kunst.

    Viele Grüße,


    Marnie