Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik 2007)

  • Carmina Burana - Vol. 2
    Sic mea fata
    In taberna quando sumus


    [amx=B000001354]300[/amx]


    Zwei sehr unterschiedliche Lieder zum Abschied von Vol. 2: "Sic mea fata" ist eine Liebesklage. War es gestern ein Mischgedicht aus mittelhochdeutschem und lateinischem Text, ist dies ein Zwitter von quantifizierendem und rhythmischen Vers. Bei rhythmischen Zeilen akzentuiert man (wie im modernen Vers) die betonten Silben, beim quantifizierenden geht es um die Silbenlänge, nicht die Betonung im Wort (wie in antiken Versen). "In taberna quando sumus" ist vor allem bekannt in der Vertonung von Carl Orff, interessant, es einmal mit der Originalmelodie zu hören.



    Sic mea fata canendo solor,
    ut nece proxima facit olor.
    Blandus heret meo corde dolor.
    roseus effugit ore color.
    Cura crescente,
    labore vigente,
    vigore labente
    miser morior:
    tam male pectora multat amor.
    A morior,
    a morior,
    a morior,
    dum, quod amem, cogor et non amor!

    Felicitate Jovem supero,
    si me dignetur quam desidero,
    si sua labra semel novero;
    una cum illa si dormiero,
    mortem subire,
    placenter obire
    vitamque finire
    statim potero,
    tanta si gaudia non rupero.
    A potero,
    a potero,
    a potero,
    prima si gaudia concepero!


    Liebe Grüße Peter


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  • Von brilliant gab es einmal bei 2001 eine 10-CD-Reihe "Niederländische Orgeln" (oder so ähnlich) zu kaufen.
    Einige dieser Scheiben gehören zum Besten, was auf dem Sektor veröffentlicht worden ist, so z. B. die mit Wim van Beek (Bach, Böhm, Bruhns) an der Schnitgerorgel der Martinikerk in Groningen.



  • Ich besitze diese Doppel-CD seit wenigen Tagen und habe sie gestern ebenfalls probegehört (Nr. 1 und 2).


    In der Tat eine ungemein differenzierte und spannende Aufnahme, beeindruckender als die recht glatte Einspielung mit Pascal Rogé, die ich schon länger besitze. Klangtechnisch erscheint mir Hough dennoch etwas zu dicht, wohl ein häufiges Problem bei den Hyperion-Einspielungen.


    :) Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

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  • Gibt es hierfür auch einen deutschen Text?
    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Sigfrid Karg-Elert (1877 - 1933)


    Symphonie für Orgel fis-moll op. 143 (1930)


    Hans Fagius


    BIS



    Dass der Komponist ausführlich über einen geeigneten Titel nachdachte, zeigt schon, dass es sich bei seinem op. 143 nicht um eine Sinfonie konventioneller Bauart handelt. Sie ist ohne Unterbrechungen in einem 598 Takte langen Satz durchkomponiert, wobei dieser deutlich eine der traditionsgebundenen Formgestaltung entsprechende mehrteilige Anlage durchscheinen lässt. Die Harmonik ist, für den Spätstil Sigfrid Karg-Elerts typisch, stellenweise bis an die Grenzen der Tonalität getrieben, erscheint jedoch aufgrund der Behandlung des Tonsystems nach der vom Komponisten selbst entwickelten polaren Tonalitätslehre stets durchsichtig und nie willkürlich überladen. Weiterhin fallen häufige Taktwechsel auch innerhalb der einzelnen Sektionen auf, welche die metrische Ebene der Komposition sehr lebendig erscheinen lassen. Die Spieldauer beträgt ca. 35 Minuten.


    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Traditionsgemäß höre ich in der Adventszeit überwiegend Weihnachts- und Adventlieder.
    Heute ja es mir aber mal nach Franz Schuberts Unvollendeten. Sinfonie Nr.8 h-Moll
    Viele Grüße
    Padre

  • Zitat

    Original von Siegfried


    Gibt es hierfür auch einen deutschen Text?
    :hello:


    Ja, wenn ich ihn herstelle ... Ich kann Dir das Lied gerne mal übertragen und stelle das in "Lieblingsgedichte" oder unter mein Eigenes ein.


    LG Peter

  • Bitte vorher die interne Zensurstelle um Erlaubnis fragen...... :D
    Wobei ich nach dem "Origin du monde" eigentlich keine Bedenken mehr habe. :]
    Wenn manche Choristen ahnen würden, was sie bei der Carmina Burana so alles singen :pfeif:
    F.Q.

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  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Bitte vorher die interne Zensurstelle um Erlaubnis fragen...... :D
    Wenn manche Choristen ahnen würden, was sie bei der Carmina Burana so alles singen :pfeif:
    F.Q.


    Liebe Fairy Queen,


    ich kann ja stattdessen Interessenten die Übersetzung per PN zusenden - gegen Altersnachweis selbstverständlich für Leute, die mir nicht bekannt sind. Bei Siegfried habe ich glaubhafte Zeugen, da kann ich darauf dann verzichten ...


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von Rideamus


    Biste wegen "ludum faciamus" schon wieder am Ludern?


    Lieber Rideamus,


    nicht das "ludum faciamus" lässt Fairy ludern, sondern das "purgelin" und das "cuspide erecta", nehme ich mal an.


    Liebe Grüße Peter

  • Na da misch' ich mich von der Seite doch auch mal in die polyglotten Schlüpfrigkeiten! Wie's der Zufall will, habe ich eben während der Heimfahrt von dieser Scheibe



    u.a. den schönen Titel »Fuck this song« gehört. Irgendwie zu direkt, oder? Die Kapelle heißt übrigens Babe the Blue Ox - Songtitel und Bandname sind in ihren vielfältigen Bedeutungsdimensionen wohl leider nicht angemessen ins Deutsche, Französische oder Lateinische zu übersetzten.
    Die Kapelle war IMO die Mitte der 1990er Jahre so ziemlich avancierteste Art-Rock-Kapelle der amerikanische Ostküste. Tolle Musik - wenn jemand hier sich zufällig für intelligente Rock-Musik interessieren sollte...


    :untertauch:


    So jetzt wieder ziviles - nochmals diese:



    J. J. Froberger: Suiten
    Ludger Rémy (Cembalo, Martin Skowroneck [1992] nach einem franko-flämischen Modell [ist das dann nicht vielleicht wallonisch???]).


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Hätte der alte Froberger sich wohl nicht träumen lassen, daß er mal mit »Babe the Blue Ox« in einem Posting erwähnt wird...


    Herzlichst,
    Medard

  • Zum Ausspülen des Ohres von zuviel Klassik - obwohl Chabrier das nicht nötig hat - sowie als Vorbereitung des Übergangs zum demnächst fälligen Noel Coward-Thread mal was ganz Anderes, das es leider auch nicht mehr gibt:



    Daher derzeit ohne Bild.


    Die Platte heißt EARLY KERN und versammelt geschlagene 27 Hitnummern aus der frühen Zeit Jerome Kerns, des ersten Großmeisters des Musicals (rermember SHOW BOAT?), obwohl er noch stark von der Operette geprägt war. Gerade diese Ausschnitte aus seinen zahlreichen Shows der 1910er und 20er Jahre belegen jedoch, wieviel Berlin, Gershwin, Porter und alle ihre Nachfolger ihm verdanken.


    Ein Highlight ist eine köstliche Nummer mit Kim Criswell: "Little Tune, Go Away".


    Wer jemals eine Melodie nicht aus dem Ohr gekriegt hat, obwohl sie ihm zu banal war und er sie gerne losgeworden wäre, weiß, wovon sie singt.


    :hello: Rideamus

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  • Jetzt etwas von meinem "Zu hören"-Stapel ;):




    Eine gute Einspielung. Habe ich aber mit einem amerikanischen Orchester auf WDR 3 schon mal druckvoller und mitreißender vernommen.


    Grüße


    Frank :)

  • Und mitten hinein in den Sound der Weimarer Republik, höchst erfreulich gerade:


    Berthold Goldschmidt: Suite für Ochester op. 5 (1927)
    Roberto Gerhard: Concertino für Streicher op. 12 (1927/28)
    Kurt Weill: Symphonie Nr. 2 (1933)


    Kammersymphonie Berlin, Ltg.: Jürgen Bruns



    Was die "Edition Abseits" hier hervorbringt, kann nur gerühmt werden!!!

  • Hier venezianisches Geflirre einer kleinen Baßgeige:


    [jpc]6627890 [/jpc]


    Antonio Vivaldi 1678-1741
    Cello Concertos


    Roel Dieltiens, Violoncello
    Roel Dieltiens, Violoncello piccolo [RV 405/415]
    Christine Busch, Violine [RV 544]
    Richte van der Meer, Violoncello [RV 561]


    :hello:


    Ulli

    Wie ... „Das kann man so nicht sagen“? - Wenn ich's doch grad so gesagt hab!
    (Volker Pispers)

  • Seit eineinhalb Stunden höre ich im Hessischen Rundfunk eine Sondersendung über Karlheinz Stockhausen (bis 23.00 Uhr).


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

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  • Es wäre fürchterlich nett und Portemonnaie-schonend, wenn Klawirr nicht permanent solche exzellenten Tipps abgeben würde. Dieser hier war gottlob schon im Bestand:


    Karl Amadeus Hartmanns Sinfonie Nr. 6. Es dirigiert Rafael Kubelik.



    Liebe Grüße vom Thomas

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Guten Morgen


    eben aufgelegt



    "Elizabethan Consort Music"


    Interpretiert vom Spitzenensemble Hesperion XX :jubel: :jubel:


    Angeregt zu dieser Musik hat mich der TV-Film "Elizabeth I " gestern im BR; dabei erklangen ähnliche Weisen.


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Zitat

    Original von Bernhard


    Angeregt zu dieser Musik hat mich der TV-Film "Elizabeth I " gestern im BR;


    Ab und zu gibt es sogar was Anständiges im Fernsehen. :yes:


    Aber jetzt zu dem neuen Kistchen:



    Hinten angefangen mit den Concerti grossi op. VI.
    Belder und seine Kapelle machen das aber ganz frisch und ordentlich.
    :jubel: :jubel: :jubel:

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