Diana Damrau

  • Lieber Fiesco!

    Fazit für mich: ich bin begeistert! :jubel:

    Die Begeisterung will Dir keiner nehmen. Vermutlich werden auch andere Melomanen begeistert sein.

    Es gibt aber auch Melomanen, die sind weniger begeistert. Zu denen gehöre auch ich!


    Warum?
    Ich könnte eigentlich das, die ich über ihre Meyerbeer-CD geschrieben habe, in den wesentlichen Punkten wiederholen! Diana Damrau

    Vielleicht würde ich jetzt manchen kritischen Einwand gegen die Stimme und gegen ihren Gesang jetzt etwas zuspitzen.
    Dies ist für mich jedenfalls keine CD, mit der ich mich anfreunden könnte. Jede der Schlussszenen würde ich lieber in anderen Aufnahmen hören. Trotzdem bleibt die Frage, wer denn heute besser wäre.

    Vielleicht Lisette Oropesa?

    Es wäre an der Zeit, ihr die Chance zu geben, so ein Programm einzuspielen"


    Beste Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Als ich Diana Damrau in Dresden live als Gilda hörte, war ich restlos begeistert.. Sie hatte an diesem Abend Juan Diego Florez glatt in den Schatten gestellt.

    Seitdem habe ich sie nicht mehr gehört. Aber in meiner Erinnerung war sie in einer szenisch sehr gewöhnungsbedürftigen Aufführung ein Lichtstrahl. Mein Urteilsvermögen resultiert allerdings aus dem Bauchgefühl und orientiert sich nicht an empirischen Postulaten.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.


  • Von "glatt in den Schatten stellen" kann meines Erachtens überhaupt keine Rede sein, wenn man sich das unvoreingenommen anhört. Abgesehen davon ist das zwölf Jahre her. Als ich Frau Damrau 2017 oder 2018 in der Semperoper mit einem französischen Arienabend (zusammen mit ihrem Mann erlebte), war das - bei aller Bewunderung für ihr Ausdrucksfeuerwerk - stimmlich freilich nicht durchgängig unanfechtbar, sondern teilweise wirklich problematisch.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • ich habe mir die neue Tudor CD grade ganz angehört und sie gefällt mir recht gut.


    Ich mag besonders ihre Elisabetta, da trifft sie den Charakter besonders gut. Am besten klingt ihre Stimme in der Mittellage. Auch die tieferen Töne drückt sie kaum nach und bindet sie klanglich gut ein, das habe ich auch schon anders gehört. Technisch hat sie ja sehr viele Möglichkeiten und zeigt das auch, manchmal für meinen Geschmack zu viel und ist dann nicht mehr ganz im Dienst der Rolle bzw. der Musik; z.B. beim Gebet von Maria Stuarda. Das hätte ich mir inniger gewünscht.
    Die ganz exponierten Spitzentöne sind nicht so geschmeidig und ich finde sie klanglich ein wenig dünn, besonders bei den Anna Bolena Arien.
    Aber darüber kann ich hinweghören, das trübt nicht meinen positiven Gesamteindruck.


    Viele Grüße

    Boismortier

  • Ich habe jetzt beim Echo-Klassikpreis zugehört, da gab es ein Duett von Lehar (Lippen schweigen) mit Diana Damrau und Jonas Kaufmann. Beide haben mir nicht zugesagt. Ich finde Kaufmann zu baritonal, und Diana Damrau hat sich leider in der letzten Zeit ein ziemliches Vibrato zugelegt.

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Ja, mehr sollte es nicht werden. Allerdings finde ich es nicht generell zuviel: bei den lauten Stellen passt es. Bei den mezzoforte-Tönen ist es manches mal zu stark und erdrückt den Ton. Also bei dieser CD meine ich jetzt.

  • ich habe mir die neue Tudor CD grade ganz angehört und sie gefällt mir recht gut.


    Ich mag besonders ihre Elisabetta, da trifft sie den Charakter besonders gut. Am besten klingt ihre Stimme in der Mittellage. Auch die tieferen Töne drückt sie kaum nach und bindet sie klanglich gut ein, das habe ich auch schon anders gehört. Technisch hat sie ja sehr viele Möglichkeiten und zeigt das auch, manchmal für meinen Geschmack zu viel und ist dann nicht mehr ganz im Dienst der Rolle bzw. der Musik; z.B. beim Gebet von Maria Stuarda. Das hätte ich mir inniger gewünscht.
    Die ganz exponierten Spitzentöne sind nicht so geschmeidig und ich finde sie klanglich ein wenig dünn, besonders bei den Anna Bolena Arien.
    Aber darüber kann ich hinweghören, das trübt nicht meinen positiven Gesamteindruck.


    Viele Grüße

    Boismortier

    Lieber Boismortier, ich empfinde ähnlich wie du :thumbup:, was nützt nur ein schöner Gesang wenn nichts rüberkommt!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Ich habe jetzt beim Echo-Klassikpreis zugehört, da gab es ein Duett von Lehar (Lippen schweigen) mit Diana Damrau und Jonas Kaufmann. Beide haben mir nicht zugesagt. Ich finde Kaufmann zu baritonal, und Diana Damrau hat sich leider in der letzten Zeit ein ziemliches Vibrato zugelegt.

    Lieber Dr. Pingel, liebe Freunde*innen,

    darstellerisch mag es durch die Corona bedingten Abstände schwierig gewesen sein, Stimmung zu erzeugen. Was jedoch stimmlich von beiden geboten war unerwartet schwach. Kein liebvoller Ausdruck, fehlendes Feuer, eine Pflichtübung, einfach runtergesungen. Wobei es bei dieser Gala - besser wäre die Bezeichnung "Schala" - nur zwei befriedigende Darbietungen gab. Elina Garanca, wobei Granada ein für sie wenig passenden Lied war und den immer besser werdenden Daniel Behle.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Operus,

    wir sind gerade vom Hauptthema etwas abgewichen, daher erlaube mir bitte die Frage: Woran machst du es fest, dass Daniel Behle immer besser wird?

    Ich habe unlängst das genaue Gegenteil erlebt, als ich die Übertragung von Mozarts Entführung aus der WSO hörte.
    Meine Eindrücke habe ich im dortigen Thread beschrieben.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Ich fand Behle im Februar 2018 in Hamburg als Erik unglaublich schwach: sehr dünne Tiefe und Mittellage und auch die Höhe nicht wirklich strahlend - in Vergleich dazu ist Herr Vogt ein Stimm-Riese mit Klang-Fluten, die jedes Orchester mühelos überragen (so etwa bei der Dresdner "Meistersinger"-Premiere in diesem Januar), was Herrn Behle als Erik nun wirklich nicht vergönt war.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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  • Sein Stuttgarter Lohengrin war auch alles andere als berauschend. Ich möchte hier aber kein Behle bashing aufziehen. Jeder möge sich seine eigene Meinung bilden.

    Laut einem Interview gehöre ich ohnehin nicht mehr zu seiner geschätzten Zielgruppe.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Bitte an die Mods: könntet ihr die letzten Beiträge in einen passenden Thread verschieben? Frau Damrau hätte sicher nichts dagegen.

    Freundliche Grüße Siegfried

  • wir sind gerade vom Hauptthema etwas abgewichen, daher erlaube mir bitte die Frage: Woran machst du es fest, dass Daniel Behle immer besser wird?

    Lieber Siegfried,

    ich machte ohne große Recherche meinen Eindruck an der guten Darbietung bei der Gala zur Opus Klassik Verleihung fest. Wir hörten ihn und auch meine Ingrid sagte WoW Behle hat sich aber entwickelt. Also eine Momentaufnahmen. bitte werte sie auch als solche. :hello:

    Herzlichst

    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Für die Verehrer von Diana Damrau:


    Heute Nacht sendet 'Arte' um 0.35 Uhr eine Aufzeichnung des Konzerts vom 7. 2. 2020 aus der Salle Pierre Boulez in der Pariser Philharmonie. Begleitet von den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev singt Diana Damrau die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss; im zweiten Teil des Konzerts erklingt die fünfte Symphonie von Gustav Mahler. Diese Aufzeichnung ist auch im Internet zu sehen.


    Carlo

  • Für die Verehrer von Diana Damrau:


    Heute Nacht sendet 'Arte' um 0.35 Uhr eine Aufzeichnung des Konzerts vom 7. 2. 2020 aus der Salle Pierre Boulez in der Pariser Philharmonie. Begleitet von den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev singt Diana Damrau die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss; im zweiten Teil des Konzerts erklingt die fünfte Symphonie von Gustav Mahler. Diese Aufzeichnung ist auch im Internet zu sehen.


    Carlo

    Nach den ersten 20 Takten der "Vier letzten Lieder" habe ich den Fernseher ausgeschaltet.:(

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Diana Damrau ist für für mich ein Grenzfall. Früher gab es von ihr Aufführungen, in denen sie vorbildlich im Körper gesungen hat hat und mich durchaus überzeugen konnte. Vor ca 20 Jahren war ihre Mannheimer Königin der Nachteinfach sensationell. Und auch ihre Baden-Badener- Rosenkavalier-Sophie konnte sich sehen lassen. Leider singt sie inzwischen nicht mehr auf diesem Niveau. Ihre Tudor-CD und auch Strauss' Vier letzte Lieder lassen doch arg zu wünschen übrig. Da geht sie immer wieder vom Körper weg und lässt ihre einstige Klangpracht doch stark vermissen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

  • Ich hatte sie auch in guter Erinnerung und war jetzt ziemlich traurig, den Anfang der letzten Lieder zu hören. Vor allem ihr Tremolo, das bei Strauss bei bestimmten Stellen nicht stört, ist doch sehr beherrschend geworden. Ich bin kein Experte, aber ist das der Preis für zu vieles Wagner-Singen?

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Zitat von Dr.Pingel

    aber ist das der Preis für zu vieles Wagner-Singen?

    :hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha::hahahaha:

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

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  • Ich meinte das ernst, denn es ist ja ein durchaus nicht seltenes Phänomen. Außerdem war es eine echte Frage, weil ich weder Diana Damrau noch Wagner besonders gut kenne. Deswegen wäre ich für eine Antwort dankbar, aber bitte nur von Boismortier!

    Beide Antworten zeigen, dass man sich hier mit echten Fragen schwer tut.:(:(:(:(

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Lieber. Dr. Pingel , ich bin zwar nicht Boismortier, aber Frau Damrau singt hauptsächlich Belcanto Partien und bei Verdi kenn ich Sie nur als Violetta. Aber Wagner Partien hat sie nicht gesungen.

  • Zitat von Dr.Pingel

    weder Diana Damrau noch Wagner besonders gut kenne

    Dann sollte man aber auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen! :pfeif:

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Dann sollte man aber auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen! :pfeif:

    Nicht? Dabei habe ich das so intensiv geübt. Unser oberster Beckmesser hier muss doch Futter haben. Aber vielleicht musst du akzeptieren, dass nicht alle so b r e i t aufgestellt sind wie du. Obwohl, was sagte Goethe dazu: "Getretner Quark wird breit, nicht stark."

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Lieber Dr.Pingel,


    wenn ich Dich richtig interpretiere zielt Deine Frage eher in die allgemeine Richtung: „ Kann man sich mit dramatischem Gesang (Wagner) die Stimme kaputtmachen (Vibrato wird immer ausufernder) ?

    Darauf lautet die Antwort: Ja, auf Dauer, wenn man die falsche Technik verwendet.
    Richtigen dramatischen Stimmen sollte das nicht schaden, bei korrekter Technik.

    Frau Damrau singt meines Wissens allerdings keine Partien, die für sie ungeeignet wären, aber da bin ich nicht genügend informiert und man kann mich gerne korrigieren.

    Ich habe aber auch gehört, dass die Kontrolle über das Vibrato mit zunehmendem Alter nachlässt, als natürlicher Verlauf der Stimmalterung.


    Viele Grüße

    Boismortier

    (die findet, dass man in einem Forum ruhig alle möglichen Fragen stellen darf und nicht dafür ausgelacht werden sollte)

  • Liebe Boismortier, vielen Dank für deine Unterstützung hier!

    Die Sache mit dem Tremolo kenne ich aus dem Chorgesang. Hier ist es leider so, dass mit zunehmendem Alter es den Sopran besonders hart trifft. Bei professionellen Chören kann man übrigens hören, wieweit der Alterungsprozess gediehen ist. Bis vor ein paar Jahren hatte der WDR-Rundfunkchor vor allem bei den Frauen sehr an Glanz verloren. Bei Aufführungen mit Orchester ging es noch gut, aber a-cappella war es sub standard. Inzwischen ist der Chor stark verjüngt und singt wieder besser.

    Eine Sache, die mich immer amüsiert: Karajan wird ja nachgesagt, dass er jeden Sänger haben konnte, den er wollte. In seinen Aufnahmen, in denen ein Chor verlangt wird, schien ihm die Besetzung des Chores egal zu sein. Das war damals die Konzertvereinigung, über 100 Mitglieder und stimmlich wegen Überalterung nicht in bester Verfassung. Das änderte sich erst, als der "Arnold-Schönberg-Chor" gegründet wurde, der fortan mit dem Rias-Kammerchor konkurrieren konnte.

    Noch ein Detail: wir streiten uns hier regelmäßig über die Passionsmusiken von Bach: nämlich Karl Richter gegenüber HIP, etwa Gardiner, Harnoncourt, Herreweghe, Koopmann. Wer gut zuhört bei Richter, entdeckt Folgendes (ich jedenfalls, andere denken anders!): der Chor ist zu groß, die Stimmqualität entbehrt vor allem bei den Frauen der Frische, es waren durchweg Laienchöre, dazu die langsamen Tempi. Man muss natürlich schon sagen, dass das damals eindrucksvoll war. Auf die gleiche Art wurde etwa die Matthäuspassion in Düsseldorf unter Eugen Szenkar gespielt. Als erste kamen im Orchester immer mindestens 6 Kontrabässe herein. Damals haben wir gedacht, das muss so sein.

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)