Bitterböse Lang - Lang - Kritik

  • Hi , liebe Forianer!


    Ich bin zugegebenermaßen kein Lang - Lang - Fan, aber hat er das verdient:


    "SALZBURG: Kabaretthaftes Intermezzo beim Festspiel-Konzert des Pianisten Lang Lang


    Die Glitzerleiche eines Klavierjünglings
    Es wurde geklatscht, und wie! Nach dem verhalten ausklingenden ersten Teil von Schumanns Fantasie C-Dur op. 17. Nach dem zweiten, martialisch zu Ende gedonnerten Satz natürlich auch. Und dann in den leise verklingenden Schlusston des Finales hinein, noch weit bevor Lang Lang das Pedal losgelassen hatte. Was den unmusikalischen Paschern dann aber doch verdächtig vorgekommen ist, sie hörten auf. Aber dann war keiner da, im ganzen riesigen Festspielhaus nicht, der beherzt signalisiert hätte: Jetzt ist es wirklich aus. Peinlich, denn nun blieb der Beifall aus...


    Lang Lang wird aus dieser kabarettreifen Begebenheit hoffentlich seine Schlüsse ziehen, was Beifall wert ist. Es waren auch die Standing Ovations nichts wert an diesem einigermaßen deprimierenden Abend, ebenso wenig wie die Pianistik des 25-jährigen Chinesen. Die Rakete, vorschnell hinausgeschossen in die Höhenluft künstlerischer Ausgesetztheit, scheint hoffnungslos ausgebrannt. Es funktionierten an diesem Abend auch die rasanten, technisch herausfordernden Stücke nicht so recht. Die rabiate Steigerung am Ende von Liszts sechster Ungarischer Rhapsodie hat zwar mächtig Lärm und ergo Effekt gemacht, konnte aber nicht hinwegtäuschen über schlampige Artikulation, ja: Hilflosigkeit. Auch Granados "Los requiebros", ein Funkelstück sondergleichen, war zwar auf Tempobolzerei angelegt, blieb aber ein Schwarzweißbild von einem Motiv, das ob seiner Farbenpracht bezaubern müsste.


    Extra-Wolke Pomade


    Aber Lang Lang ist längst zum Popstar mutiert, was zählen da solche Einwände. Angebot und Nachfrage passten zusammen. Oder anders gesagt: Jedes Publikum bekommt den Pianisten, den es verdient. Also einen, der Mozarts Sonate in B-Dur mit einer Extra-Wolke Pomade einstäubt und sich im Übrigen von Manierismus zu Manierismus hantelt. Noch verkitschter kann man das nicht spielen. Schumanns Fantasie C-Dur lässt Lang Lang losrollen, noch bevor er richtig auf dem Hocker sitzt. So etwas wie Sammlung ist ihm fremd, von innerer Dramaturgie, von aufgebauter Spannung keine Rede. "Isoldes Liebestod" in der Liszt-Transkription hat manuell noch am ehesten überzeugt.


    Ein eigenes Kapitel: die "traditionellen chinesischen Werke", die er auch gern spielt. Das klingt in etwa so, wie wenn Klavierschüler die Pentatonik an den schwarzen Tasten entdecken. Natürlich ausgefeilter, aber die Substanz ist nie höher als die wackere Zwischendurch-Impro eines Barpianisten.


    Fazit: Zu erleben war da eine im schwarzen Anzug mit Funkelsteinen adrett drapierte pianistische Leiche. Zum Weinen, wenn einer fast noch im Jünglingsalter verscheidet. Bevor ihm die Musikindustrie und bevor er selbst sich die Chance gegeben hat, aus seiner Fingerkunst irgendetwas zu machen außer Geld."


    Selten so eine gemeine Kritik gelesen, auf der anderen Seite gefällt sie mir auch irgendwie...


    Was meint ihr dazu?


    LG Florian


    :hello:

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

  • Ich muß zugeben, solche Rezensionen hinreichend ermüdend zu finden. Denn was hier dem "Opfer" abgesprochen wird, nämlich Substanz, fehlt m. E. dem ganzen Text.


    Oder kann irgendwer herauslesen was denn nun so fürchterlich gewesen sein soll (außer dem Publikum)?


    Mit Begriffen wie "Tempobolzerei" kann zumindest ich wenig anfangen.


    Es sollte halt mal wieder ein "gehypter" Medienliebling geschlachtet werden. Richtig merkwürdig wird's ja zum Schluß:


    Zitat

    Ein eigenes Kapitel: die "traditionellen chinesischen Werke", die er auch gern spielt. Das klingt in etwa so, wie wenn Klavierschüler die Pentatonik an den schwarzen Tasten entdecken. Natürlich ausgefeilter, aber die Substanz ist nie höher als die wackere Zwischendurch-Impro eines Barpianisten.


    Traditionelle chinesiche Musik = ausgefeilte Pentatonik ohne Substanz?


    Nun weiß ich natürlich nicht, was dort gespielt wurde (muß man ja nicht erwähnen, wenn man's eh' zerreißt), aber der Bildungsvorsprung eines Kritikers, der die Kompetenz besitzt neben einem Klavierabend auch spontan die chinesische Musik abzuwatschen (wieviele Mitteleuropäer sind schon in der Lage, so etwas überhaupt zu beurteilen?), ist mir geradezu unheimlich. :no:


    Liebe Grüße!

    "Der Aufführung fehlte es nicht an Sensibilität, Gefühl und Verstand, aber am Gleichmaß von Harmonie, Not und Glück" (J. Kaiser)

    Einmal editiert, zuletzt von Tizian ()

  • Lieber Flo,


    mein Eindruck: Der Kritiker brennt hier ein feuilltonistisches Feuerwerk ab, hinter den Rauchschwaden kann man dann das eine oder andere substantielle Argument durchscheinen sehen. Nur: Was sind hier "Manierismen", "Artikulation" ? In gewisser Weise scheint mir Lang Lang auch ein Opfer des Systems zu sein: Schnell zu einem Superstar hochgejubelt, folgt jetzt scheinbar ebenso schnell die öffentliche Kreuzigung. Man mag Lang Lang mögen oder nicht: Ob er so eine Kritik verdient hat?


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Servus,


    der Vollständigkeit halber und weil sich's so gehört, hier die Quelle, von der die Rezension stammt:


    "http://www.nachrichten.at/kultur/584374




    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Also ich hab mir den Kerl letztens bei Youtube angesehen und es war einfach schrecklich... einen Wiener Walzer mit reingebolzter staccatissimo-Begleitung etc. - ich wüsste nicht, ob man viel Gutes über diesen Pianisten sagen kann. Aber ich mein.. solange er Erfolg hat und Leute ihn sehen wollen, kann man ihn doch lassen. Wer ihn nicht hören will, muss ihn ja nicht hören.

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Zunächst einmal finde ich es sehr nervend, wenn ein Rezensent so hilfreiche Werkangaben macht wie "Mozarts Sonate B-Dur". Spontan fallen mir wenigstens drei davon ein. Zum anderen erscheint mir die geschriebene Kritik zum Teil eine am Publikum und nicht am Pianisten zu sein.


    Was die musikalischen Einwände angeht, so sind diese sehr schwer zu greifen. Sie sind vom Autor auch nicht in einer konkreten, deutlich fassbaren, an einzelnen Beispielen belegbaren Form vorgetragen worden.


    Leider habe ich Lang Lang noch nicht live gehört und kann ihn daher nur schwer einschätzen. Die Fernsehaufzeichnungen der Wanderer-Fantasie und der Lisztschen "Reminiscences de Don Juan" finde ich wenigstens der weitergehenden Auseinandersetzung damit wert.


    In dem Salzburger Programm hat der Pianist es sich möglicherweise selber mit der Werkauswahl sehr schwer gemacht. Die C-Dur-Fantasie von Schumann ist aufgrund ihres Ablaufes und ihres ideellen Gehaltes viel schwerer sinnvoll zu gestalten als die meisten anderen Werke zwischen Opus 1 und 23. Für Pianisten in den Startlöchern ihrer Karriere ist es sicher sinnvoller, den Carnaval oder auch die Sinfonischen Etüden zu spielen. Auch eine Entscheidung für die Goldberg-Variationen oder ein Buch der Chopin-Etüden - beides Werke, die er gemäß eigener Auskunft in Interviews gespielt hat - hätte weniger musikalische Fallen bereit gestellt.


    Mozart ist, wie hier jedermann weiß, immer ein Problem ganz besonderer Art und nach Arthur Schnabel too easy for children, too difficult for adults. Children are given Mozart to play because of the quantity of notes; grown-ups avoid him because of the quality of notes. Da Lang Lang ausgerechnet die in ihrer Ausdruckswelt sehr ambivalente "Seufzersonate" KV 333 auf sein Programm gesetzt hatte, konnten in Salzburg Schnabels Bedenken sicher zutreffen.
    Also Lang Lang hätte es sich hier damit leichter gemacht, stattdessen zum Beispiel eine Beethovensonate zu spielen, meinetwegen auch eine der eindrucksvollen Monumente wie Sturmsonate oder Appasionata.


    Ein Freund von mir, der nicht so klavierorientiert ist wie ich, sondern eher von der Orchestermusik kommt, hörte Lang Lang in Köln mit Chopins e-moll-Konzert und war davon sehr angetan. In jedem Fall sind pauschale Verurteilung wie die Salzburger Rezension nicht ungefährlich. Kritier sollten sich ihrer Macht bewusst sein und damit vorsichtig umgehen. Persönlich glaube ich übrigens nicht, dass Lang Lang nur eine so geringe musikalische Haltbarkeit zeigen wird wie Herr Sgouros.


    Hier noch eine Auskunft:


    Das Konzert wird vom ORF aufgezeichnet und am Montag, 27. August, um 10.05 im Programm Ö1 gesendet.

  • Zitat

    Original von TizianTraditionelle chinesiche Musik = ausgefeilte Pentatonik ohne Substanz?


    Nun weiß ich natürlich nicht, was dort gespielt wurde (muß man ja nicht erwähnen, wenn man's eh' zerreißt), aber der Bildungsvorsprung eines Kritikers, der die Kompetenz besitzt neben einem Klavierabend auch spontan die chinesische Musik abzuwatschen (wieviele Mitteleuropäer sind schon in der Lage, so etwas überhaupt zu beurteilen?), ist mir geradezu unheimlich. :no:


    Ich meine, dass der Rezensent recht hat, denn er schreibt


    Zitat


    Ein eigenes Kapitel: die "traditionellen chinesischen Werke", die er auch gern spielt. Das klingt in etwa so, wie wenn Klavierschüler die Pentatonik an den schwarzen Tasten entdecken. Natürlich ausgefeilter, aber die Substanz ist nie höher als die wackere Zwischendurch-Impro eines Barpianisten


    und betont dabei ausdrücklich mit den Anführungszeichen, dass ihm das Wort "taditionelle chinesische Musik" nicht passt. Ich vermute, dass Lang ähnlich "traditionelle" chinesische Stücke wie auf seiner yellow-river-concerto-CD gespielt hat, die eben mit richtiger "traditioneller" chinesischer Musik nichts zu tun haben können. Oder ist traditionelle chinesische Musik für Konzertflügel komponiert worden und klingt nebenher noch zufällig enorm nach Debussy und derartigen europäischen Kollen?

  • ich habe zwei Klavierkonzerte diesen von der Presse hochgejubelten Wundermenschen spielen hören (Beethoven 1 und Grieg). Er ist weder der Tasten-Gott, den die Werbung feiert, noch wird er zu einem Tasten-Trampel degenerieren, wenn es der Presse gefällt, ihn niederzuschreiben. Ein sympathischer junger Pianist präsentiert sich, der sich offensichtlich am wohlsten fühlt, wenn er sich virtuos durch die Tastatur donnert. Die beiden Konzerte sind dafür allerdings nur bedingt geeignet. Wie soll er also die absurden Erwartungen, er werde Beethoven und Grieg quasi neu "erfinden", erfüllen? Er versucht es mit mancherlei Manierismen, mit Zerdehnungen und überraschenden Beschleunigungen, nicht zu reden von der liebevollen Pflege der Rubati. Ungewöhnlich ist das nicht, gerade in jungen Jahren. Man denke an Pogorelich.
    Fazit: Wenn die Presse herumposaunt, ist es meistens ein Sturm im Wasserglas. So auch hier.


    Florian

  • Hallo,
    Es ist wirklich schwer was zu sagen, wenn man das Konzert nicht gehört hat. Vielleicht hatte der Kritiker auch vorher in unserem Forum recherchiert :D
    Wie auch immer, jeder von uns hat vielleicht schon mal ein grauenhaftes KOnzert erlebt, nachdem das Publikum fand, es müsse "Standing Ovations" geben. Mich persönlich packt da die kalte Wut und das ist dem Kritiker vermutlich auch so gegangen. Wie schon jemand geschrieben hat, hier wird mit dem Medienhype und dem Publikum abgerechnet.
    Trotzdem bin ich jetzt noch nicht so weit, mit unserem jungen Klaviermillionär Mitleid zu haben. Möglicherweise sind die schlechten Kritiken die einzige Chance für Lang Lang doch noch zu einem grossen Pianisten zu werden, wenn es nicht völlig an ihm abprallt.


    Gruss :hello:
    Syrinx

  • Hallo,
    hauptsache er liest die Kritiken!!!
    Ansonstenbin ich ganz Deiner Meinung,Die Medien machen leider viel kaputt.
    Wollen wir mal sehen.


    Gruss Rita

  • Hi!


    Wie man sieht, gehen eure Meinungen - wie immer - auseinander.
    Einig sind wir uns, glaube ich jedenfalls, dass der Kritiker etwas gar hart vorgegangen ist, wenn auch auf sprachlich (wengistens) hohem Niveau.


    So ganz warm werde ich mit dem Lang - Lang trotzdem nicht :evil:


    LG Florian


    :hello:

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

  • Ich finde diesen thread sehr interessant, denn er berührt m.E. zwei verschiedene Dinge, die ob ihrer Augenfälligkeit zu Unrecht als trivial bezeichnet werden könnten.


    Ich habe einen Faible für's Feuilleton (wer hätte das gedacht?). Ich mag eine geschliffene Sprache, es darf gerne mal raunen, essayhaft angerissene Sentenzen, die einer herkömmlichen Kritik eigentlich gar nicht angemessen sind. Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer. Für wen schreiben "Feuilleton-Schmierer"? Für ein Publikum, das sich informieren will? Für Kollegen, damit sie vor Neid erblassen? Wieviel Eitelkeit schleicht sich in die Phrasen, die in Pseudo-Demut die Arroganz nur schwerlich verbergen, dass man sicherlich eine genaue, analytische Kritik ablassen könnte, die man sich aber zwischen zwei Espressi nicht leisten will, den das wäre doch zuwenig Nonchalance? Wie oft steht unischtbar zwischen den Zeilen ein "Ihr wisst schon, was ich meine"?


    Ich mag Feuilleton. Als Literaturform. Deswegen ist mir der Inhalt eigentlich egal. Aber die als Kritik getarnte, in eitle Prosa gehauene Mitgliedskarte des "Ich-kann-die-Welt-erklären-und-Kunst-interpretiere-ich-mal-locker-vor-dem-Frühstück-Clubs" gehen mir selbst völlig auf den Zeiger. Aber ich lese sie trotzdem gerne :D

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard
    Ich vermute, dass Lang ähnlich "traditionelle" chinesische Stücke wie auf seiner yellow-river-concerto-CD gespielt hat, die eben mit richtiger "traditioneller" chinesischer Musik nichts zu tun haben können. Oder ist traditionelle chinesische Musik für Konzertflügel komponiert worden und klingt nebenher noch zufällig enorm nach Debussy und derartigen europäischen Kollen?


    Ich kenne die CD von LL nicht, aber es gibt eine chinesische Klassik im europäischen Stil. Bei Thorofon ist zB mal eine CD mit chin Klavierkonzerten erschienen. Diese Klassik hat mit der traditionellen chin Musik nichts zu tun. Sie erinnert eher an spätromantische oder gemäßigt moderne europäische Musik.


    Andererseits sind unsägliche Bearbeitungen traditioneller chin Musik auch in China nicht selten, das typische Hintergrundgedudel für China-Restaurants.

  • Ja, der Kritiker läßt ordentlich die Sau raus. Aber ich muss zugeben, wenn ich das Hirn ausschalte und die Zeilen, die da stehen, einfach nur wirken lasse, dann tut es mir irgenwie gut diese zu lesen :beatnik:!


    Ich mache keinen Hehl daraus. Auch ich mag Lang Lang nicht und ich kann das auch nicht substanziell begründen. Mir fehlt es an Gefühl. Er berührt mich nicht. Und dennoch wird er hochgejubelt. Irgenjemand hat Ihn mal als chinesische Tastenmaschine bezeichnet. Klingt auch hart, aber was solls. Ich denke er bekommt genügend Schmerzensgeld.


    Nix für ungut
    GalloNero

    ... da wurde mir wieder weit ums Herz ... (G. Mahler)

  • ich freue mich vor allem an der kritik am publikum,
    nach jedem satz wird geklatscht wie verrückt,


    ich war bisher auf einem konzert von lang lang,
    ich war sowas von unbeeindruckt, um es milde auszudrücken,
    aber trotzdem bekam er standing ovations und beifall ohne ende,
    mir kam es fast so vor, als hätte LL Leute dafü bezahlt, zu jubeln und die menge "anzuheizen".


    Lang Lang ist mir, um ehrlich zu sein, sehr symphatisch,
    und für einen layen auch sicher, vom musikalischen standpunkt her, sehr beeindruckend,
    aber wenn man die werke, die lang lang interpretiert,
    mit denen von pianisten wie richter, cliburn etc. vergleicht,
    merkt man einen großen unterschied,
    aber man muss auch bedenken, dass LL erst 24 jahre auf dem buckel hat

    Lob bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen!


    Mozi

    Einmal editiert, zuletzt von Mozi ()

  • Eine wahre Geschichte!
    Ein wahrer Brief an einen Kritiker!


    "Sehr geehrter Kritiker!
    Ich sitze gerade am stillsten Ort meiner Wohnung und habe ihr Kritik, von meinem letzten Konzert vor mir! Ich habe es aber auch gleich hinter mir!"


    Ich denke mir, Kritiker, ja einfach Journalisten haben eine zu große Macht!
    Es gibt doch auch sehr viele, die selber mal ein Instrument studiert haben und halt einfach nicht...
    Naja, soll sich jeder den Satz selber fertig denken.
    Ich finde es nur so unfair, einen jungen Menschen so auzugreifen!
    In dieser Kritik geht es doch auch sehr wenig um das Spiel, mehr um das Rundum!
    Also für mich keine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Künstler, Lang Lang.
    Würde eher sagen, Thema verfehlt!


    :boese2:

  • da habe ich einmal einen sehr klugen satz gehört,
    ich finde sogar das dieser satz einer der klügsten ist, den ich je gehört habe:


    "es gibt keine öffentliche Meinung, es gibt nur eine veröffentlichte Meinung"

    Lob bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen!


    Mozi

    Einmal editiert, zuletzt von Mozi ()

  • Zitat

    Original von Maximilian Schöner
    Eine wahre Geschichte!
    Ein wahrer Brief an einen Kritiker!


    "Sehr geehrter Kritiker!
    Ich sitze gerade am stillsten Ort meiner Wohnung und habe ihr Kritik, von meinem letzten Konzert vor mir! Ich habe es aber auch gleich hinter mir!"


    Eigentlich hat es Reger hübscher formuliert:
    "Ich sitze im kleinsten Raum meines Hauses und lese ihre Kritik. Noch habe ich sie vor mir."
    Ganz wörtlich ist das auch nicht, ich finde die Stelle jetzt nicht. (war gelogen, bin zu faul zum Suchen :pfeif: )


    Und zum Thema: Er lässt sich halt auch als teilweiser Popstar aufbauen, und da war doch klar, dass früher oder später und auch öfter solche Granaten einschlagen.
    Wer sich in Gefahr begibt...
    Immerhin kann er Tröstung durch Anschauen seiner Kontoauszüge erfahren.

  • Zitat

    Original von Hildebrandt
    Immerhin kann er Tröstung durch Anschauen seiner Kontoauszüge erfahren.


    Dieses Argument wurde bereits mehrfach ins Feld geführt. Nimmt ein Künstler, der so bejubelt, als Popstar aufgebaut wird, oben auf den Verkaufshitparaden zu schwimmen scheint, so eine Kritik überhaupt wahr?

    "Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
    Miroslaw Lem, Tenor

  • Zitat

    Original von Gentilhombre


    Dieses Argument wurde bereits mehrfach ins Feld geführt. Nimmt ein Künstler, der so bejubelt, als Popstar aufgebaut wird, oben auf den Verkaufshitparaden zu schwimmen scheint, so eine Kritik überhaupt wahr?


    Kommt auf den Einzelfall an. Der eine hat ein dickes Fell und ignoriert's, der andere liest's und nimmt sich's zu Herzen.

  • Vielleicht kann ja Lang Langs Darbietung des Klavierquintetts "Die Forelle"
    (Salmo trutta) des Komponisten Flanz Schubelt Aufklärung über die Möglichkeiten und Grenzen Lang Langs geben. Heute um 19 Uhr auf Arte. Mitstreiter des chinesischen Pianisten sind Mitglieder des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks aus der Wiesn-Metropole München, nämlich Radoslaw Szulc , Hermann Menninghaus , Sebastian Klinger , Karl Wagner.


    Als Zugabe hier noch mein Programmvorschlag für ein Salzburger Lang-Lang-Konzert, das vielleicht weniger Anlass zu kritischen Mäkeleien gegeben hätte:


    Josef Haydn: Sonate e-moll oder Beethoven, Sonate As, Opus 26 (oder Sturmsonate oder Appassionata) (statt Mozart KV 333)


    Robert Schumann: Carnaval oder Frederic Chopin: Etüden Opus 10 oder Opus 25
    (statt Schumann Fantasie C-Dur)


    (ab hier dann wie gehabt)


    Traditionelle chinesische Werke


    Enrique Granados
    Aus den Goyescas H 64 Nr. 1: Los Requiebros


    Franz Liszt
    Isoldens Liebestod aus Tristan und Isolde in der Transkription für Klavier (nach Richard Wagner) S 447


    Franz Liszt
    Ungarische Rhapsodie Nr. 6 Des-Dur S 244/6 (oder Nr. 12 oder 13 oder Spanische Rhapsodie)

  • Meine Lieben


    Klappern gehört zum Handwerk - und kleine Bosheiten zur Kritik.
    Sachliche Kritik liest heute niemand mehr - vielleicht hat man sie nie gelesen.


    In der Tat wird von der Kritik neben der Information vor allem ein gewisser Unterhaltungswert verlangt. Desto perfider eine Kritik abgefasst ist, desto mehr Aufmerksamkeit darf der Kritiker erhoffen.


    Es gibt hier verschiede Techniken (vielleicht werden Edwin Baumgartner und ich mal ein Referat drüber halten ??) sein Opfer fertig zu machen. Die lesende Meute erwartet es geradezu, daß das auf humorvolle und elegante Weise geschieht, daß man sein Opfer am wunden Punkt erwischt und es (natürlich nur symbolisch) zerfleischt und dann ausbluten lässt.
    Dabei muß die Kritik im Kernpunkt zutreffen - sonst wird sie zahnlos ...


    In meiner Jugend boten Klassikzeitschriften solche Kritiken laufend an - und jeder war begierig sie zu lesen. Heute hab en wir eine Art "Gefälligkeitskritik" und eine "HabkeineAhnungKritik" wie nie zuvor, etliche Kritiker scheinen lediglich die PR-Texte der entsprechenden Plattenfirma leicht abgeändert zu veröffentlichen.


    Im Falle Lang-Lang könnte man das Publikum in etwa so einstufen.
    Eine Gruppe ahnungsloser bescheidener von Klassik weitgehend unbeleckter junger Leute jubelt einem jungen Chinesen zu, bloß weil er ihrer Generation angehört, sich mit ihrem Multi-Kulti-Weltbild deckt, und er sooo nett lächelt und ssoo laut und kraftvoll spielt....


    Das bringt natürlich die Kenner auf die Palme, die miterleben müssen, wie weit talentiertere Pianisten unter den Teppich gekehrt werden, nur weil sie nicht jene PR haben die LL zuteil wird.
    Und nun beginnen sie gehässig zu schreiben - Egal wie man die Kritik im einzelnen als zutreffend findet oder nicht: Das Wort ist eine Waffe, die sämliche anderen dagegen harmlios werden lässt....


    Ich finde es erfrischend, wenn Kritiker die Wahrheit schreiben - in einer Form die gehört wird - und zu Diskussionen Anlass gibt


    Im Prinzip ist diese Kritik IMO nichts anderes als eine Abrechnung mit den Mittelmässigen unserer Zeit, die uns schon seit geraumer Zeit das Leben verbittern - und mit jenen die deren Hochkommen erst ermöglichen - jener applaudierenden Masse, die überhaupt nicht unterscheiden kann was gut und schlecht ist, aber die immer wieder gerne als "Referenz" herangezogen wird...


    mfg
    aus Wien


    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Zitat

    Original von Tizian
    Ich muß zugeben, solche Rezensionen hinreichend ermüdend zu finden. Denn was hier dem "Opfer" abgesprochen wird, nämlich Substanz, fehlt m. E. dem ganzen Text.


    hmmm... ich glaube, dem kann ich mich anschließen, weil ich den eindruck habe, dass der artikel seine schlagkraft ebenfalls nur aus "lärm und ergo effekt" gewinnt und "nicht hinwegtäuschen kann über schlampige artikulation, ja: hilflosigkeit" im ausdruck.


    es mag sein, dass lang lang kein guter pianist ist und es mag daher auch sein, dass der ärger darüber, dass ausgerechnet er einen solchen erfolg feiert, wohingegen andere pianisten kaum beachtet werden, gerechtfertigt ist.


    trotzdem kann ich mich, mal allgemein gesagt, nicht des eindrucks erwehren, dass jeder künstler oder interpret, der ein kleines nischenpublikum anspricht (weil er klassische musik spielt, weil er heavy metal spielt oder was weiß ich was), von den "insidern" sofort und reflexartig niedergemacht wird, sobald er ein größeres publikum anspricht und das blöde massenpublikum, das ja sogar zu dumm ist, um im richtigen augenblick zu klatschen, ihn ebenfalls feiert.
    (überhaupt: die masse - was für ein schlimmes wort! da wird ja selbst der harmlose tourismus zum üblen massen-tourismus...)
    noch schlimmer scheint es nur zu sein, wenn der entsprechende künstler damit auch noch richtig geld verdient, weil das ist dann ja "kommerz"...


    ...da ich ausserdem nicht finde, dass die aufgabe der kritik darin besteht, ein "opfer" "fertig zu machen", zu "zerfleischen" und dann "ausbluten zu lassen" (schon das vokabular gefällt mir nicht), spricht mich so ein artikel mehr an:


    Wenn ich mir vorstelle, was es für Deutschland bedeuten würde, wenn die heilige Kuh zu uns käme, welches Glück und welcher Segen ginge von allgegenwärtigen heiligen Kühen aus!

  • Hi , Alfred!


    Zitat


    Original von Alfred_Schmidt


    Im Prinzip ist diese Kritik IMO nichts anderes als eine Abrechnung mit den Mittelmässigen unserer Zeit, die uns schon seit geraumer Zeit das Leben verbittern - und mit jenen die deren Hochkommen erst ermöglichen - jener applaudierenden Masse, die überhaupt nicht unterscheiden kann was gut und schlecht ist, aber die immer wieder gerne als "Referenz" herangezogen wird...


    :jubel:


    LG Florian


    :hello:

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."


  • Den NZZ-Artikel kann man allerdings auch als Karikatur einer Kritik lesen und sich, sollte man böswillig veranlagt sein, der Frage anschließen, ob es sich bei Herrn Meyer um einen verhinderten Lyriker handelt. Allerdings kann man mit solchen Bildern wie "während die Linke wegsah" vielleicht im Parlament reüssieren, jeder Anatom hingegen... naja, lassen wir das.


    Nicht alle Kritiker sind blutrünstige Monster. Und nicht alle schreiben Geschwurbel. Manche sollen sich rechtschaffen um Gerechtigkeit gegenüber Musik und Musiker bemühen. Tatsächlich.

  • Lieber Herr Schmied!
    Dazu muss ich aber sagen, Herr Baumgartner war immer ein Kritiker, der die Musiker sehr unterstützt hat, ebenso mich! Ich habe mich immer gefreut, wenn er eine Kritik in der Wiener Zeitung über mich verfasst hat!
    LG Maximilian

  • Zitat

    Lieber Herr Schmied!


    Schlecht recherchiert, Schmidt ist mein Name, stet einige tausenmd mal im Forum - (oder sollte hier eine kleine Spitze verborgen sein ?)


    NATÜRLICH hat Edwin die Musiker unterstützt - wenn er sie für unterstützenswert hiielt.
    Im Prinzip tut das IMO aber JEDER Kritiker.
    Die Aufgabe eines Kritikers ist es jedoch nicht, mittelmäßige Talente als große Stars zu bejubeln, sonderns sie so zu bewerten wie es der Realität entspricht.


    Das ist leider heute nur mehr selten der Fall. "Kritiken" werden heutzutage nicht selten vorgfertigt von der PR-Abteilung eines Stars an die Kritik als "Informationshilfe" versandt.


    PR und Kritik bilden so eine Symbiose zum Schaden des interessierten Klassikfreundes.


    Böse Kritiken bedeuten aber nicht immer die Vernichtung eines Künstlers:
    Es hat sich herausgestellt, daß bei besonders vernichtenden Kritiken das Interesse des Publikums sogar ansteigt, sprich die CD-Verkäufe ansteigen.


    Daß man als Kritiker - wenn man überzeugt, daß ein Künstler über - oder unterbewertet ist - gegenzusteuern versucht ist IMO legitim. Hiebei wird der Kritiker seine Persönlichkeit in die Waage zu werfen haben.
    Kritiken und deren Sprache muß man aber oft im Konext der Zeit sehen wann sie geschrieben wurden:


    "akkurat und sauber gespielt" - mochte zwar einst als positive Aussage gewertet werden - "heute würde ich "akademisch und einfallslos dargeboten" dahinter herauslesen.


    Im konkreten Fall (siehe Threadtitel) hanelt es sich um einen Interpreten, der vor allem durch PR "gepusht" wird - Wer hier gegensteuern will, muß schon ein wenig drastischer formulieren. -Oder aber sehr feinsinnig -letzteres würde zwar 50 oder 60 Schöngeister ansprechen - der gewünschte Effekt wäre aber ausgeblieben. Es war ja eine Kritik für die breite Masse - Kenner wissen ja woran sie sind wenn man ihnen gewisse "Shooting-Stars" präsentiert......


    Daß Edwin nicht ALLE Künstler fördert ist durch das Beispiel von A.N bestens belegt. Bei der Beurteilung dieser Sängerin bin ich mit ihm d´accord - lediglich meine Taktik dagege iwäre anders. Ich persönlich hätte über sie weder eine Kritik geschrieben - noch sie im Forum überhaupt wesentlich erwähnt..... Auch DAS ist eine Form der Kritik.


    Im übrigen hat die meiner Meinung nach passendste Kritik zu LL bereits Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben - über Clementi
    :baeh01:


    mfg
    aus Wien


    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Lieber Marc,


    Zitat

    Original von Marc
    es mag sein, dass lang lang kein guter pianist ist


    das mag natürlich nicht sein. Lass Dir so etwas nicht einreden.


    Lang Lang gehört im Hinblick auf seine manuellen Fähigkeiten und seine Brillanz fraglos zur Weltspitze. Das ist in technischer Hinsicht die Extraklasse. Ich warte noch immer darauf, dass mir einer nachvollziehbar (also am pianistischen Detail) erklärt, warum z. B. das Klavierspiel Lang Langs auf der Aufnahme seines Auftritts in der Carnegie Hall das Spiel eines mittelmäßigen Pianisten sein soll. Das ist einfach nur lächerlich! Es gibt Menschen, die machen sich offenbar keinen Begriff mehr davon, was es heißt, einen solchen Auftritt mit diesem Programm und an diesem Ort so zu meistern, noch dazu in so jungen Jahren. Dem geht – trotz allen überragenden Talents – ein Leben voller Hingabe und Entbehrungen voraus. Das gilt nicht nur für Lang Lang, sondern natürlich in gleichem Maße für alle ausführenden Weltklassemusiker, die sich in dieser Weise ihrem Instrument verschrieben haben. Unser Applaus und unsere Anerkennung sind zunächst einmal das Mindeste, was wir ihnen schulden - jedenfalls wenn wir vom unausgesetzten Hören der ultimativen und jederzeit verfügbaren Einspielungen anderer Weltklassepianisten nicht jegliches Maß verloren haben.


    Der Umstand, dass es in dieser Weltspitze (die wegen der enormen weltweiten Konkurrenz durchaus eine relative Breite hat) auch Pianisten gibt, die technisch auf gleichem oder ähnlichem Niveau spielen, dabei aber nicht so bekannt (populär) werden, sollte einen nicht dazu verleiten, den (aus welchen Gründen auch immer) populäreren Pianisten auf unsachliche Weise (im Sinne einer vermeintlich ausgleichenden Gerechtigkeit) abzuqualifizieren. Damit ist Keinem gedient. Den zurückgesetzten Kollegen nicht, weil die Welt (auch die kulturelle) nun einmal ist wie sie ist und letztlich der ganze Kulturapparat von den (glücklichen) „Stars“ der Branche lebt. Dabei zieht ein „Star“ regelmäßig andere nach sich. Das Publikum wiederum kann sich ob solcher Kritiken nur wundern oder die Orientierung verlieren. Ist der Leser erfahren, so wird der die Kritik amüsiert oder verärgert zur Seite legen. Fehlt ihm die Erfahrung, wird der Leser leicht zu abstrusen Annahmen verführt (z. B. „Lang Lang kann nur mittelmäßig Klavier spielen“), jedenfalls aber wird die unausgewogene Kritik ihm kaum helfen, seine eigene Urteilsfähigkeit adäquat auszubilden.


    Was die Interpretationsfähigkeiten Lang Langs angeht, so bleibt diese hinter seinen stupenden technischen Fähigkeiten nach derzeit in der Kritik vorherrschender Meinung im Ganzen gesehen wohl etwas zurück (was gemessen an den herausragenden technischen Fähigkeiten auch kaum verwundern kann). Wenn sachliche Kritik geäußert wird, dann in dieser Hinsicht, wobei es wohlgemerkt um einen noch jungen Künstler und um höchste Ansprüche geht!


    Außerdem ist zu berücksichtigen, dass dieser Teil der künstlerischen Leistung Lang Langs überhaupt nur äußerst bedingt messbar und nicht objektivierbar ist. Auch insoweit hat Lang Lang jedoch durchaus schon Anerkennung erfahren. Seine Einspielung des 1. Klavierkonzert Tschaikowskys mit Daniel Barenboim als Dirigent etwa kann neben anderen berühmten Aufnahmen durchaus bestehen (bei Gramophone wird sie sogar unter den herausragenden Einspielungen geführt). Lang Langs zart dargebrachte Träumerei (nicht gerade ein showpiece) kann wahrscheinlich nur angemessen würdigen und neben anderen berühmten Einspielungen wie etwa der wunderbar schlichten Moskauer Darbietung des alten Horowitz als hörenswerten künstlerischen Ausdruck schätzen, wer sich selbst sein Leben lang an diesem kurzen Stück abarbeitet.


    Übrigens:


    Was haben Lang Lang und die Tastatur-Pianisten der rezensierenden Zunft gemeinsam? - Bei beiden sind die Finger oft so flink, dass das Denken nicht hinterher kommt.


    Und worin besteht nun der Unterschied? - Das Ergebnis bei Lang Lang lässt sich hören.


    :hahahaha:


    Loge

  • Zitat

    Original von Hildebrandt
    Und Alfreds Worte legen zudem nah, dass Kritiker nah am Fleischhauerhandwerk arbeiten.


    Nun, wer sich mästen läßt, muss damit rechnen, dass er irgendwann einmal geschlachtet wird. Es sei denn, er entwickelt sich zu einem außergewöhnlichen Individuum, das zum Abschlachten viel zu wertvoll ist.


    Anscheinend ist LL nicht dieses wertvolle Individuum.



    Gruß
    Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Hallo Loge,


    vielen Dank für deine besonnenen Worte! :yes: :hello: :)


    Es ist ja auch bei anderen Instrumenten so, dass "Technik" (i. d. R. wohl im Sinne von Spielgeschwindigkeit gebraucht) und "Gefühl" (angemessene Dynamik, etc. - was doch also eigentlich genau genommen auch "Technik" ist, oder?) sich geradezu gegenseitig ausschließen. In den Opernthreads gab es ein ähnliches Problem, nämlich das der Vereinbarkeit von Schöngesang und Schauspielkunst. Auch hier ist es m. E. so, dass, wer Schöngesang erwartet, bei der Spielkunst Abstriche machen muss und vice versa.

    Viele Gruesse.
    Holger.