Die MET im Kino

  • Bei uns gibt es heute Abend im Kino "La figlia del Regimento" aus der Met mit Dessay und Florez. :angel: :angel: :angel:


    Ich habe noch nie Oper im Kino gesehen, hoffe, dass wir noch Karten bekommen und bin sehr gespannt!



    F.Q.


  • Hallo Fairy,
    heißt das, an der MET spielt man die italienische Version??? Das hätte mich natürlich auch interessiert!
    lg Severina :hello:

  • Keine Ahnung! Bin spontan von einem Freund eingeladen worden mitzukommen und erzähle es dir morgen. Die DEUTSCHE Version ist es gewiss nicht, da würde keiner wagen, mich einzuladen...... :evil: :D


    F.Q.

  • bei den vorschauen im kino(in der pause der vorherigen MET-aufführungen im kino),wurden immer ausschnitte aus der ROH u.WSO gezeigt.
    leider muss ich arbeiten,sonst hätte ich mir's auch wieder im kino angesehen.
    aber ich hab' ja eh' die video-aufzeichnung aus wien.
    lg

  • In Berlin lief heute auch die Regimentstochter.
    Es handelte sich in der Tat um Diese:



    Hier im Laden läuft sie auch gut sichtbar für alle.
    Mir gefällt das Bühnenbild übrigens sehr gut. Die Landkarten mit Relief haben was!



    LG, Peter.

  • Ich war drin und bin in jeder Hinsicht restlos begeistert!
    18 Euro für eine Aufführung, bei der wir uns mit einer Riesenleinwand wie live in der MET fühlen konnten. Das Publikum war enthusistisch und wir haben geklatscht und Bravo geschrien, als wären die Sänger wirklich da.
    Dabei 10 mal besser, sowohl was die musikalische, sängerische als auch die szenische Qualität, als auch Sicht , Klang und Bequemlichkeit der Plätze anging als in Paris , wo wir neulich 100 Euro für einen(nicht mal superguten!) Platz gezahlt in Luisa Miller gezahlt haben. Wir sind von diesem ersten Opernkino-Erlebnis schon süchtig und werden alle nur môglichen Weiteren besuchen. :jubel:
    Zur Aufführung selbst: ich mag diese Oper eigentlich nicht besonders nd war von einer Aufführung in Deutschland einmal so gelangweilt, dass ich in der Pause gegangen bin.
    Das hier aber war Vergnügen pur und die drei Stunden vergingen wie im Fluge.
    Eine so inspirierte und witzige Umsetzung macht auch aus schwächeren Libretti ein grossartiges Erlebnis. Die Dialoge wurden aufpoliert und aktualisiert, was dem Ganzen einen weiteren positiven Kick gegeben hat.
    Absolut umwerfend das Traumpaar Dessay und Florez! :jubel: :jubel: :jubel:
    Wobei ich sagen muss, dass Florez heute abend stimmlch in Topform war und zu Recht noch längere Ovations bekam als Notre Natalie Nationale. Einen besserren Tenor seines Fachs kann man nciht finden und ich höre, dass die Stimme sehr an Rundung und Strahlkraft dazugewonnen hat. Die 9 hohen C waren fabulös! :jubel: :jubel: :jubel:
    NNN hat mich vor allem durch ihr Spiel überwältigt und diese Mörderpartie der Marie zwar serh gut durch gestanden, alle Höhen und Koloraturen waren da, aber mit etwas weniger geschmeidigem Glanz als ich es von ihr kenne, gesungen. Dennoch: eine bessere lyrische Koloratur als gibt es derzeit auch ncihtDas was sie als Sing-Schauspielerin leistet, wird immer legendärer. Und sie hat dazu den Mut zur Hässlichkeit und Komik und ist immer natürlich und sympathisch , was ich zutiefst bewundere!


    Dei anderen Rollen waren ebenfalls prächtigst besetzt und ich kann nciht anders als in den Höchsten Tönen von dieser Pellay-Armiliato Produktion zu schwärmen.
    Jedem, der die Gelegnheit hat, auch wenn er eigentlich kein Donizetti-Fan ist, wärmstens zu empfehlen!


    Renée Fleming als Werbeschild der Met und Moderatorin hat sich auch nciht schlecht gemacht!
    Ich hoffe, sie in der neuen Saison als Thais im Kino erleben zu können-zusammen mit Hampson!!!!!!



    Fairy Queen

  • Hallo Fairy,
    dann verstehst du jetzt vielleicht, warum ich bei uns in allen neun Vorstellungen (mit der GP waren's sogar 10!) drin war :] :] :] :]
    lg Severina :hello:

  • Was warst du??? :faint: :faint: :faint:
    Aber ja, diese Form von fortgeschrittenem und offenbar unheilbarem Wahnsinn verstehe ich voll und ganz........ :lips:


    Welch Glück, dass ich nicht in Wien wohne- zwei siamesich Wahnsinnige verkraftet vielleicht nicht mal dei WSO...... :D

  • Metropolitan Opera Live in HD im Kino


    20. Dezember 2008, 18 Uhr
    Massenet: THAIS
    (ca. 3h20 – zwei Pausen)


    Die großartige Renée Fleming singt die Rolle der ägyptischen Kurtisane, die sich auf den Weg der spirituellen Erkenntnis begibt. Den in Ungnade gefallenen Mönch Athanaël gibt Thomas Hampson. Massenets sinnliche Musik in einer Neupro-duktion von John Cox.


    Dirigent: Jesús López-Cobos.
    Regie: John Cox.
    Mit Renée Fleming, Michael Schade, Thomas Hampson



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    07. Februar 2009, 19 Uhr
    Donizetti: LUCIA DI LAMMERMOOR
    (ca. 3h20 – zwei Pausen)


    Anna Netrebko in der Rolle von Donizettis zerbrechlicher Heroine. Rolando Villazón gibt Lucias Geliebten Edgardo. Bariton Mariusz Kwiecien ihren tyrannischen Bruder. Mary Zimmermans Erfolgsproduktion erinnert an eine viktorianische Geistergeschichte.



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    07. März 2009, 19 Uhr
    Puccini : MADAMA BUTTERFLY
    (ca. 3h20 – zwei Pausen)


    Cristina Gallardo-Domâs, die Originalbesetzung der Premiere in 2006, kehrt mit dieser Rolle als Madama Butterfly an die Met zurück. Anthony Minghellas Produktion zählt mittlerweile zu den atemberaubenden neuen Klassikern im Repertoire der Met.


    Dirigent: Patrick Summers.
    Regie: Anthony Minghella.
    Mit Cristina Gallardo-Domâs, Marcello Giordani, Dwayne Croft, Maria Zifchak



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    21. März 2009, 18 Uhr
    Bellini : LA SONNAMBULA
    (ca. 2h40 – eine Pause)


    In der Interpretation von Natalie Dessay und Juan Diego Flórez erhebt sich Bellinis eindringlich lyrische Musik in schwindelerregende Höhen. Mary Zimmerman verbindet in ihrer Produktion die gegensetzlichen Elemente Schlaf und Schlaflosigkeit in einer faszinierend gegenwärtigen Inszenierung.


    Dirigent: Evelino Pidò.
    Regie: Mary Zimmerman.
    Mit Natalie Dessay, Juan Diego Flórez, Michele Pertusi.



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    09. Mai 2009, 18:30 Uhr
    Rossini : LA CENERENTOLA
    (ca. 3h00 – eine Pause)


    Unmittelbar nach ihrem Triumph als Rosina in “Il barbiere di Siviglia” portraitiert Elina Garan
    a eine weitere Rossini Rolle in schönster Belcanto-Manier. Lawrence Brownlee ist ihr Märchenprinz Don Ramiro. Der altgediente Bariton Alssandro Corbelli beweist sein unnachahmliches komisches Talent, das er dem majestätischen Bass von John Relyea entgegensetzt.


    Dirigent: Maurizio Benini.
    Regie: Cesare Lievi.
    Mit Elina Garan
    a, Lawrence Brownlee, Simone Alberghini, Alessandro Corbelli, John Relyea



    LG


    :hello: :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Ich bin immer noch ein Bißchen skeptisch. Bei uns läuft da was in kleineren Programmkinos - weiss noch nicht genau was und wie teuer.


    Aber ich bin immer noch skeptisch: bei den letzten Malen, wenn ich im Kino war, ist mir (bei Filmen, zugegeben) immer die Lautstärke unangenehm aufgefallen. Ich weiss ja, dass wir in einer Zeit der Gehörkranken jungen Leute leben, aber das war denn doch stets des Guten zuviel.
    Ich mag Oper in Originallautstärke, aber irgendwie habe ich Angst, dass die dann noch verstärkt wird.


    Wie sind denn da so Eure Erfahrungen?

  • Also es gab sicherlich Vorstellungen wo die Lautstärke nicht optimal war, und einmal - der fehler lag aber in New York - war immer ein unschönes Rauschen im Klang. Nichts desto trotz kann ich diese Ereignisse nur empfehlen. ich habe schon viele Vorstellungen daraus gesehen un d war immer zufrieden bis begeistert.


    Auch auf diese Reihe bin ich sehr gespannt:


    10.10.: Tosca
    Conductor: James Levine; Production: Luc Bondy; Karita Mattila, Marcelo Álvarez, Juha Uusitalo, Paul Plishka


    24.10: Aida (wird nicht in Münster übertragen)
    Conductor: Daniele Gatti; Production: Sonja Frisell; Violeta Urmana, Dolora Zajick, Johan Botha, Carlo Guelfi, Roberto Scandiuzzi, Stefan Kocán


    07.11.: Turandot
    Conductor: Andris Nelsons; Production: Franco Zeffirelli; Maria Guleghina, Marina Poplavskaya, Marcello Giordani, Samuel Ramey


    19.12: Les contes d'hoffmann
    Conductor:James Levine; Production: Bartlett Sher; Kathleen Kim, Anna Netrebko, Ekaterina Gubanova, Kate Lindsey, Joseph Calleja, Alan Held


    (Hier ist es natürlich schade, dass die Garanca aus der Produktion ausgestiegen ist, dafür wird sie gleich als Carmen genannt. Die ursprünglich vorgesehene Gheorgiu ist zwar in der Produktion drin, aber wird nicht in der Serie um die Übertragung herum auftreten, möchte gern mal wissen warum)


    16.01.: Carmen
    Conductor: Yannick Nézet-Séguin; Production: Richard Eyre; Barbara Frittoli, El+na Garan
    a, Roberto Alagna, Mariusz Kwiecien


    06.02. Simon Boccanegra
    Conductor: James Levine; Production: Giancarlo del Monaco; Adrianne Pieczonka, Marcello Giordani, Plácido Domingo, James Morris


    27.03. Hamlet
    Conductor: Louis Langrée; Production: Patrice Caurier/Moshe Leiser; Natalie Dessay, Jennifer Larmore, Toby Spence, Simon Keenlyside, James Morris


    01.05. Armida
    Conductor: Riccardo Frizza; Production: Mary Zimmerman; Renée Fleming, Lawrence Brownlee, Bruce Ford, José Manuel Zapata, Barry Banks, Kobie van Rensburg

  • Zitat

    Original von WotanCB
    Also es gab sicherlich Vorstellungen wo die Lautstärke nicht optimal war, und einmal - der fehler lag aber in New York - war immer ein unschönes Rauschen im Klang. Nichts desto trotz kann ich diese Ereignisse nur empfehlen. ich habe schon viele Vorstellungen daraus gesehen un d war immer zufrieden bis begeistert.


    Das konnte meine Bedenken jetzt noch nicht restlos ausräumen. Ich hasse verstärkte Klassik, und befürchte daher einen ähnlichen Effekt.
    Wie sind denn sonst so die Erfahrungen mit der Lautstärke und dem Klang hier im Forum?

  • Zitat

    Original von Travinius
    [Das konnte meine Bedenken jetzt noch nicht restlos ausräumen. Ich hasse verstärkte Klassik, und befürchte daher einen ähnlichen Effekt.
    Wie sind denn sonst so die Erfahrungen mit der Lautstärke und dem Klang hier im Forum?


    Naja, also bei uns im Cineplex achten die Betreiber schon darauf den bestmöglichen Klang anzubieten. Was die Verstärkung angeht ist das halt so als wenn du in deinem Wohnzimmer ein paar Boxen mehr stehen hast. Also wie bei einem Rock-konzert klingt das nicht, wenn ich dir da eine Sorge nehmen kann.
    Ich kann dir nur raten probier es einfach mal aus. Sicher ist es elektronisch verstärkt, aber es wird auch nicht übertrieben.

  • In der nächsten Saison kommen noch weitere Städte mit Liveübertragungen aus der Met dazu, so dass ich nun auch ein Kino in erreichbarer Nähe habe.
    Ich werde das auf jeden Fall einmal ausprobieren. In die Met werde ich sowieso nie in meinem Leben kommen.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

  • Zitat

    Original von Knusperhexe
    Gibt es neue Aufführungsdaten oder ist das Ganze eingeschlafen? Im Kölner Cinedom konnte man mir jedenfalls keine Auskunft geben.


    Die Daten, die WotanCB genannt hat, sind auch diejenigen, die mir bekannt sind. Die Kinos selbst sind da wohl noch nicht ganz informiert, denn die Seite des Oberhausener Cinestar ist dazu noch leer. Das wird sicher bald kommen.


    LG
    :hello:
    Jolanthe

  • also, ich fand den abend wirklich gelungen:
    die schlichte, aber wirkungsvolle Inszenierung von Luc Bondy als guter Kontrast zu der alten Zeffirelli-Inszenierung.
    Mattila war eine besonders ausdrucksstarke Tosca (reiner schöngesang war noch nie ihre Sache), Alvarez glänzte als Cavardossi, Gagnidze untermauerte seine Absichten einer der führenden Heldenbaritöne zu werden.


    war noch jemand da?

  • Ja ich war auch dort ....und wär fast in der Pause nach Hause gegangen
    Sorry Wotan - aber mein Eindruck ist ganz gegensätzlich.
    Eine der miesesten Toscas, die ich je gesehen hab und leider die schlechteste meiner bisherigen Met-Cineplexx-Aufführungen.
    Zugegeben, ich hab live in der Oper seit sehr vielen Jahren keine Tosca mehr gesehen und messe wohl mit verschiedenem und für heute wohl nicht mehr passendem Maß. Doch wenn es das ist jetzt, kann ich leicht verzichten.
    Alles mißfiel. Die Sänger (wobei Gadnidze, der nur im 2. Akt mit Höhen- und Volumens-Problemen zu kämpfen hatten, sonst aber eine interessante Erscheinung ist), die Inszenierung (vor allem die Personenführung in der Regie - Puccini auf Pathetisch - God bless us!) bis zum Orchestergraben und wohl damit zum Dirigat. Die musikalische Interpretation hat irgendwie zur Regie gepaßt: Plump und vordergründig.
    Nacher recht verzweifelt auf ein Bier gegangen, haben wir diskutiert: Vielleicht kann man heute Puccini wirklich nicht mehr spielen. Keine Sängerpersönlichkeiten. Kein Gespür, kein Stil dafür. Da ist es schon OK, wenn denen, die nix anderes kennen, das Gebotene gefällt.
    Marcello Alvarez: Er singt manchmal sehr laut und kriegt auch hohe Töne hin. Hat überhaupt kein Piano, keine Gesangskultur, ist als Typ - nun ich will nicht beleidigend sein - eher ein "Würstel", dem man weder den damals berühmten Maler, noch den leidenschaftlichen Liebhaber und schon gar nicht den politisch Engagierten "Dissidenten" abnimmt. E lucevan le stelle ist keine weinerliche Schluchz-Arie - die ist schön und ergreifend, wenn mit einem gewissen Stolz und einer gewissen Würde gesungen.
    Karita Matila: Was war bitte an ihr gut?? Sie singt ohne jegliche Herzenswärme. Hat Schwierigkeiten in der Höhe und einen häßlichen Registerbruch nach unten hin. Ausdrucksstark bringt sie irgendwas Hysterisch-Gewöhnliches rüber. Kein Mensch glaubt ihr die Dame, die gefeierte Sängerin, die nur in besten Kreisen verkehrt. Kein Mensch glaubt ihr die liebende Frau. Denn Tosca ist nicht nur der jähzornige Trampel, den sie im ersten Akt ein bißchen mimt. Auch dass kann man mit Charme und Herzenswärme spielen - nur dann funktioniert das Stück. Ihre Eifersucht ist in gewisser weise spielerisch nicht so wie bei Herrn Bondy, der ihr das Bild der (barbusigen!) Magdalena bzw. Marquesa Attavanti in einem Wutanfall zerstechen läßt.
    Scarpia - OK der Sänger war nicht übel - sehr jung, im Pauseninterview sympathisch - und vielleicht in Verdi-Rollen wirklich interessant und beobachtenswert: Scarpia ist der mächtige Polizeichef von Rom, ein lüserner Knülch aber dennoch ein Sir, ein Mann von gesellschaftlichem Format. Er hatte wohl Kurtisanen, das ist anzunehmen. Aber keine solche billigen Nutten à la Bondy die mit blankem Busen im Amtszimmer sitzen und es ihm dort auf offener Bühne besorgen. Auch wär er nie auf die Idee gekommen, Tosca im Palazzo Farnese neben dem Schreibtisch zu vergewaltigen, wie es hier dargestellt wird. Ja, eine Liebesnacht mit ihr wollte er - aber das wohl nicht. Das hat bitte mit modern auch nix zu tun.
    Die Bühnenbilder waren wieder fein und praktisch für Budgetkrisen. Im letzten Akt könnte man unschwer auch Fidelio oder Nabucco spielen mit einiger Mühe sogar Aida.
    Nein, ich bin nicht wirklich konservativ. Auch in Wien könnten wir eine neue Tosca gebrauchen. Wir haben doch noch immer die Wallman-Inszenierung? Oder hab ich was versäumt? Aber neu muß nicht gleich schlecht sein.
    Die Personen so dargestellt, dass wir sie in der Gegenwart nachempfinden können, hat Bondy angeblich. Nein, das ist nicht gelungen. So viel Vordergründigkeit und Holzhammer-Pathos macht alles kaputt.
    Meine Freundin, die mit mir war (und sie ist im Gegensatz zu mir ein großer Fan "moderner" Regie) hat gesagt: "Einfach ohne irgendwelchen Stil. Da fehlt alles, was Italien so ausmacht". Ja, Tosca ist eine durch und durch italienische Oper. Vom Schauplatz und der Handlung her auch. Was wir gesehen und gehört haben, war irgendwas. Noch nie eine Tosca gehört, die mich keinen Moment lang irgendwie berührt hat. Traurig.
    Etwas seltsam anmutend auch die Pauseninterviews (allerdings wie immer wunderbar moderiert von der von mir sehr geliebten Susan Graham): Ein etwas farblos wirkender Met-Direktor Gelb, der sichtlich mit seinen Zähnen sprachemäßig irgend ein Problem hat und dann der Regisseur, der wohl denselben Zahnarzt aufsucht :D und darüberhinaus auch sinngemäß kaum einen geraden Satz heraus bringt. Da wundert einem ja nichts mehr.

  • Brangäne und WotanCB


    Hola, liebe Brangäne, dass ist ja ein rechter Verriss!


    Ich bin wahrlich kein Opernkenner und gewiss gibt es hier in Lima keinen Vergleich. Gleichwohl neige ich in vielen (Live-) Opern zum Einschlafen, selbst wenn ich recht weit vorn sitze. So habe ich von der hochgelobten Inszenierung in Hamburg nur wenig wach erlebt.


    Auch bei der MET-Kinovorstellung habe ich Teile des ersten Aktes mit halbgeschlossenen Augen erlebt, doch die letzten beiden Akte fand ich wirklich spannend und faszinierend. Scarpia hat eine wunderbare Stimme, dass er kein Italienischer Polizeichef, sondern ein Russenmafioso ist, finde ich nicht schlimm. Ob irgendwas italienisch aussieht, ist mir noch gleichgültiger und m.E. kein Kriterium für die Güte. - Die darstellerische Leistung von Karitata Matila hat mich sehr überzeugt, ihre Stimme fand ich passend. Alvarez fand ich - im Gegensatz zu meiner Frau - allerdings nur mittelmäßig. (Die Peruaner waren natürlich wiederum über den lateinamerikanischen Sänger begeistert!)


    Die letzte Sekunde (Sprung der Tosca in den Tod) fand ich sehr schön gemacht. Und die Personenführung (Regie) hat mich bewegt. Susan Graham fand ich allerdings schlaftablettig-träge. Unverbindliche Fragen, an denen sie selbst kaum Interesse hatte. Die Matila hat sie ganz schön ins Schwitzen gebracht mit ihrer unverblümten Art...


    Gleichwohl finde ich Deine Kritik sehr inspirierend. Auch so kann man es also erlebt haben!

  • Ja die Wallmann Inszenierung lebt immer noch in Wien. Und ich weiß trotz allem nicht, ob ich mir eine neue wünschen soll - gerade bei Tosca kann man viel Unfug produzieren.
    Habe die MET Übertragung nicht gesehen, aber dank des ausführlichen und prägnanten Resumés kann ich es mir ganz gut vorstellen. Leere Bühnen sind ja momentan sehr "in", weil sonst allzu sehr "von der psychologischen Durchdrungenheit der handelnden Personen abgelenkt wird." Wenn ich das schon höre. Wenn ein Regisseur sein hochgeistiges Konzept erst ausführlich erläutern muß, damit es auch den Einfältigsten im Publikum verständlich wird, bin ich schon skeptisch.
    Ich werde mir den Hoffmann anschauen, obwohl 30 Euro nicht wenig sind.....

  • Ich hab mir nun auch einmal Oper im Kino gegeben und war sehr angetan von der Erfahrung an sich. Was diese Tosca betrifft, verstehe ich nicht ganz die Aufregung die diese Inszenierung in New York verursacht hat. Ich würde nicht sagen, daß der sogenannte "Euro-Trash" an der MET eingezogen ist. Das war doch alles recht harmlos. Es war halt alles eher spärlich ausgestattet, aber die Kirche und die Engelsburg waren wohl gut zu erkennen. Der zweite Akt mit seinen orangegefärbten Wänden erinnerte wohl nicht an den Palazzo Farnese, aber ansonsten eine recht gediegene Inszenierung und sicher kein Euro-Trash.


    Daß Cavaradossi's Maria Magdalena eine entblößte Brust zeigt, regt wahrscheinlich in Europa keinen mehr auf, und daß sich der Scarpia im zweiten Akt mit leichten Mädchen vergnügt, die zudem auch noch etwas mehr nackte Haut zeigen, sollte auch niemanden schockieren. Zumal doch niemand ernsthaft glauben wird, daß sich solche Szenen früher nicht tatsächlich abgespielt haben.


    Gespannt war ich auf Karita Mattila in der Titelrolle und ich muß zugeben, daß sie die Partie besser bewältigte als ich dachte. Nein, sie ist kein Puccini-Sopran und stimmlich ist sie eine wohl zu herbe Tosca. Sie mühte sich im höheren Registerbereich und klang gelegentlich etwas scharf. Vissi d'arte hat man natürlich schon eindringlicher gehört, doch sie kompensierte diese Mängel mit intensivem Spiel und mit Hingabe an die Rolle.
    Star des Abends war aber eindeutig Marcelo Alvarez, der beim Schlußvorhang doch deutlich hörbar den größten Jubel des Publikums einfuhr. Mit Recht. Vom ersten Ton an voll da, bereits Jubel nach Recondita armonia. Die Stimme springt in allen Lagen wunderbar an, er besitzt zudem eine gute Höhe. Die Stimme hat richtig Strahlkraft, was Puccini guttut. Natürlich ließ sich Alvarez es nicht nehmen, vor einem weltweiten Publikum mit einem tollen Vittoria aufzutrumpfen, aber das Highlight war sicher E lucevan le stelle, das er ganz wunderbar und mit viel Leidenschaft vortrug.
    Der Scarpia des George Gagnidze, der vom Typ und von Kostüm und Maske her vielleicht nicht ganz unbeabsichtigt an Napoleon erinnerte, hatte nicht den Effekt den man von dieser Figur erwarten darf. Sein Bariton stieß doch an seine Grenzen, wie im Te Deum und auch teilweise im zweiten Akt, aber in seiner Gesamtheit gesehen war die Leistung des Sängers ok.
    Das Finale war vielleicht doch etwas zu viel des Guten. Tosca, die kurz vor ihrem Sprung noch mit Gesten ihre Verfolger anlockte, so nach dem Motto 'na komm nur und schau ob du mich kriegst', wirkte etwas zu aufgesetzt. Aber ansonsten eine recht biedere Inszenierung, wirkliche Aufreger gab es nicht.


    Aber mit Peter Gelb scheint zumindest ein neuer Wind in der MET zu wehen. Einer, der die eher zu konventionellen, teils auch kitschigen Inszenierungen ins Out wehen will.


    Gregor

  • Ich hab da mal 'ne Frage: Ist es eigentlich üblich, nach Schluss der Vorstellung gemeinsam mit dem New Yorker Publikum zu applaudieren oder geht man nach den letzten Takten raus?
    Und: Ist es ratsam, Karten vorzubestellen?


    :hello:

  • Ich war zwar erst bei 2 Vorführungen, aber geklatscht hat niemand.


    Hier in Münster muss man vorbestellen, der Hoffmann ist schon lange ausverkauft und die anderen Vorstellungen sind fast ausverkauft!

  • Bereits vor drei Monaten habe ich mir Karten online gekauft und konnte sie selbst ausdrucken.
    Es wird meine erste Oper im Kino sein und ich bin schon sehr gespannt auf meine Eindrücke.
    Von anderen Städten weiß ich, dass die Karten rasend schnell weggehen. Es ist also sicher ratsam, sich rechtzeitig um Karten zu kümmern.


    :hello:
    Jolanthe

  • Nun habe ich meine erste MET-Vorstellung im Kino hinter mir und es wird sicherlich nicht meine letzte gewesen sein.


    Natürlich ist ein Opernabend im Opernhaus immer noch vorzuziehen, aber es ist wirklich eine echte Alternative.


    Ab und an gab es leichte Bildstörungen.


    Geklatscht hat hier in Oberhausen übrigens auch niemand.


    Die Lautstärke war sehr angenehm und entsprach eigentlich der, die man sonst auch im Opernhaus hat.


    Gestört hat mich allerdings, dass viele Leute schon gegangen sind, nachdem der letzte Ton verklungen war.
    Für mich gehört der anschließende Applaus grundsätzlich dazu.


    :hello: :hello:
    und gute Nacht
    Jolanthe

  • ...also ich kann mich Brangäne nur anschließen und bin froh, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Als Neuling hätte ich mich nicht getraut, die Dinge so beim Namen zu nennen. Danke!
    Ansonsten bin ich von der Met-im-Kino-Idee ganz begeistert und freue mich für die Opernwelt, dass dieses Medium so gut angenommen wird.

    Beste Grüße, KFB
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    Being individual is more important than being popular