Lautenlieder und Lautenmusik der Renaissance

  • Liebe Forianer


    Ich weiß , daß ich hiemit kein populäres Thema anschneide, aber einige Interessierte gibt es sicherlich hier.
    Lautenlieder erfreuten sich in der Renaissance vor allem in England großer Beliebtheit, ja es entwickelte sich eine ganze Kultur, die dieses Genre pflegte.


    Einiges ist bis heute unvergessen, so beispielsweise "It was a lover and his lass" von Thomas Morley oder "Flow my tears" von John Dowland.



    Manche dieser Lieder wurden auch speziell zur Verwendung in Theaterstücken geschrieben, beispielsweise für jene von William Shakespeare.


    Auf mich übt diese Musik eine eigenartige Faszination aus, sie erzeugt in mir eine Mischung aus süsser Melancholie und Gelassenheit verbunden mit einer gewissen Sehnsucht nach jener Zeit (die sicher so gut nicht war) isch sehe vor mir dieTudors und die Stuarts, deren Zeit und Eigenarten mir eigenartig vertraut erscheinen.


    Mancher Einsteiger wird im ersten Moment diese Musik vielleicht eintönig oder langweilig empfinden, ich finde aber sie besitzt eine geradezu hypnotische Wirkung


    Die bedeutendsten Vertreter dieser Musikgattung sind John Dowland, Thomas Morley, John WIlson, William Byrd. Natürlich gibt es etlche mehr, manche kenne ich wahrscheinlich gar nicht.


    Von der Interpretenseite ist der Countertenor Alfred Deller wahrscheinlich die erste Wahl, aber es gibt auch Alternativen.


    Und genau hier ist mein Ansatz: Wer von Euch kennt empfehlenswerte Einspielungen, Inerpreten und Aufnahmen die man haben sollte, vielleicht aber bisher übersehen hat......?



    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Eine meiner langjährigen Lieblingsaufnahmen sind von Dowland die


    Ayres and Lute Lessons


    Aufnahme mit Mark Deller und dem Deller Consort. Inzwischen in der sehr günstigen Reihe bei harmonia mundi france zu erstehen.



    Mit besten Grüßen zum Sonntag


    Matthias

  • Alfred Deller ist natürlich der absolute Vorreiter dieser Musik, er hat in den 60er und 70er Jahren wahre Pionierarbeit geleistet.
    Aber die damit verbundene mangelnde Aufnahmetechnik ist gerade bei solcher Musik schon fast verheerend, denn jedes Rauschen stört ungemein.


    Eine recht schöne neuere Aufnahme von englischen Lautenliedern der Zeit Elizabeth I. :
    English Folksongs & Lute Songs
    Andreas Scholl / Andreas Martin (Laute)


    Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe Aufnahmen mit frz. Musik der Zeit. Zum einen sind das echte Lautenlieder, oftmals aber auch die letzten Überbleibsel der Hofballette. Manchmal ähneln sie auch mehr dem Madrigal.


    Von der Serie Musique d'Abord
    Airs de Cour
    mit René Jacobs und Konrad Junghänel
    (Allerdings Lautenlieder um 1600 bis hin zu Couperin)


    Eine ganz besonders schöne CD:


    Pierre Guedron - Le Consert des Consorts
    Musik zur Zeit Heinrich IV und Louis XIII
    Lautenlieder und Ensemblestücke
    (La Poème Harmonique / Dumestre - Alpha)


    Ein wichtiger Vertreter der englischen Lautenlieder ist noch Thomas Campion 1567-1620, er war Lautenspieler Elizabeth I.


    Hier noch eine sehr schöne CD mit frz. Lautenliedern, allerdings aus dem Barock, passt aber trotzdem zur Thematik:


    Sébastien Le Camus 1610-1677 - Airs de Cour
    Veronique Gens / Jean Paul Fouchécourt / Pascal Monteilhet (Théorbe)

  • Gibt auch ein wunderschönes Recital mit Liedern von Dowland und Purcell, bei Decca wenn ich mich richtig erinnere, habe die Platte gerade nicht zur Hand. Eine meiner Lieblingsplatten!


    Auch die neue Platte von Anne Sofie von Otter (Music for a while, bei der DG Archiv-Produktion) enthält einige Lautenlieder. Neben Dowland und Purcell auch eine Reihe von Stücken weitgehend vergessener italienischer Komponisten. Kann beide Platten wärmstens empfehlen!


    Es ist eine Sorte von Musik, die ich unwahrscheinlich gerne höre. Die melancholischen, zum Teil düsteren Texte von Dowland wirken ja fragil, zerbrechlich- und da ist eben die Laute der ideale Begleiter.


    Interessant auch das Experiment von John Potter bei ECM. Auf dem Album "In Darkness let me dwell" musiziert Potter Stücke von Dowland mit Jazz-Musikern. Und- ich finde das Experiment gelungen!


    Später hat Potter das Experiment mit italienischer Renaissance-Musik wiederholt.

  • Hallo,


    seit einigen Monaten habe ich sehr großen Gefallen an der Musik von John Dowland gefunden und experimentiere jetzt ein bißchen mit möglichen Neuarrangements, wiewohl der Meister selbst ja auch z. B. die "Lacrimae" (Flow my tears) in verschiedensten Bearbeitungen hinterlassen hat. Die wunderbare Einfachheit und dabei unvergleichliche melancholische Schönheit der Lieder verleitet mich zu dem Gedanken, daß man Dowland in gewisser Weise den Schubert der Renaissance nennen könnte. Meine Lieblingslieder sind derzeit "Me, me and none but me" und "Now, o now I needs must part". Neben den schon genannten Aufnahmen finde ich diese

    mit Emma Kirkby :angel:, Anthony Rooley und anderen,
    aber auch die NAXOS

    mit Stephen Rickards und Dorothy Linell empfehlenswert.


    Die Laute an sich schmeißt mich als Instrument nicht gerade um, da der Klang meistens ziemlich trocken und kurzlebig ist, ich hoffe, daß ich mich da verständlich ausdrücke.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Auch hier möchte ich noch mal auf die wunderschöne Aufnahme mit Rufus Müller hinweisen:



    Es wird das erste Buch dargeboten.


    Reingehört habe ich gerade noch hier:



    Klang auch ganz nett, die Laute fand ich etwas besser als Dorothy Linell auf der Naxos-Aufnahme.


    Das ECM-Experiment mit Potter und anderen hat mir nicht so besonders gefallen, erfordert aber vielleicht mehrere Durchgänge.


    Wird eigentlich mal Zeit, dass Andreas Scholl sich dem Werk Dowlands umfänglich widmet.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Unverzichtbar:
    Dowland - Bookes of Songs - The Consort of Musicke, Anthony Rooley (6 LPs - Decca)


    Des weiteren:
    Dowland - Ayres - The Hilliard Ensemble (EMI)
    "Songs to my Lady" - English Songs and Lute Pieces - Paul Esswood / Jürgen Hübscher (Laute)
    Elizabethan Songs - Emma Kirkby / Anthony Rooley


    Herzlichst
    tuonela

  • Höre gerade die erste CD von einer Virgin-veritas-Doppel-CD. Emma Kirkby singt mit ihrer süßen Stimme Lieder von Dowland (Auswahl aus vier Büchern) zur Lauten- und Orpharionbegleitung von Rooley. Gleich beim ersten musste ich mich allerdings wundern: Bei "Awake, sweet love" kamen anstelle der mir geläufigen weiblichen Personalpronomen, wenn über die geliebte Person gesungen wird, männliche (he, his...). Zunächst dachte ich, das sei eine primitive Textfälschung und Frau Kirkby wolle sich des Verdachts des Lesbierinnentums erwehren. So hat ja auch Karen Carpenter bei ihrer Version des Beatles-Stücks "Ticket to Ride" die Personalpronomen sowie "girl" durch "boy" ersetzt, was ich ziemlich bescheuert finde. Beim nächsten Lied "Can she excuse my wrongs" blieb bei Frau Kirkby aber alles beim alten - weil "she" schon in der Titelzeile steht??
    Der nächste Gedanke, der mir kam, war, ob vielleicht tatsächlich zwei Textversionen existieren und die männlichen Pronomen auf den Brauch der Knabenliebe zurückzuführen sein könnten (siehe Shakespeares Sonette)?


    Abgesehen von dieser Irritation ist die Aufnahme hervorragend!!


    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)



  • Hallo Caesar73,


    eines vorweg: Ich schätze Sting sehr, habe auch Songs von ihm und war sehr gespannt, als ich die neue Dowland-Sting-CD in den Händen hatte!


    Mein erster Eindruck: Ich musste schmunzeln :D


    Sting ist Klasse, Dowlands Musik ist sehr schön, aber die Kombination aus beidem fand ich zum Davonlaufen..... :no:


    Mein Tip: Wenn schon Dowland, dann aber richtig!!! Es gibt so viele gute Einspielungen, ich denke da z.B. nur an Andreas Scholl... :]


    LG Bernhard

  • Was mich vor allem stört, ist Stings Ansicht, dass Dowland ein "Popmusiker" seiner Zeit war. Diese Trivialisierung finde ich nicht angemessen.


    Zudem passt die heisere Stimme einfach nicht. Sting gehört in der heutigen Popszene sicher zur Oberliga, aber gerade als versierter Musiker müsste er sich doch denken können, dass er zum zarten Lautenspiel nicht so loskrächzen kann. Dann hätte er gleich ein richtig tragfähiges Arrangement mit kräftigem Bass stricken sollen, das diese Stimme auszugleichen vermag.


    Hat Andreas Scholl Herrn Dowland eigentlich schon mal eine CD gewidmet? Ich dachte, er hätte sich diesem Komponisten bisher nur in vereinzelten Liedern gewidmet.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Ich besitze auch die oben abgebildete Naxos-Einspielung mit Stephen Rickards und Dorothy Linell und höre diese sehr gerne. Ursprünglich hab ich die mir vor allem gekauft, um mich in den Gesang von Countertenören einzuhören, da ich damit früher wenig bis gar nicht zurecht kam. Hat funktioniert und mir eine Reihe neuer Einkaufsmöglichkeiten geöffnet.


    Gruß
    Sascha

  • Zitat

    Original von Draugur
    Hat Andreas Scholl Herrn Dowland eigentlich schon mal eine CD gewidmet? Ich dachte, er hätte sich diesem Komponisten bisher nur in vereinzelten Liedern gewidmet.


    ...kenne leider auch nur einzelne Lieder.... :(


    ...lässt sich aber sicher über das Internet erfragen, ob Scholl auch eine ganze CD dem Schaffen Dowlands gewidmet hat, aber meines Wissens eher nicht....


    Gruß Bernhard :hello:

  • Ich verstehe nicht ganz, warum der Begriff "Popmusiker" trivialisiert. Es müssen ja nicht alle unterste Schublade sein. Auch heute ist das ein weites Spektrum.
    Aus Sicht eines Verkäufers kann ich zur Sting-CD nur sagen: kein einziger der Kunden, die sich diese CD gekauft haben, hätte sich freiwillig Dowland angehört. Jetzt tun sie's. Kann es einen größeren Erfolg geben? Musik ist dazu da, um gehört zu werden.
    Ansonsten gilt: ich bin auch kein Riesenfan dieser Einspielung.


    Bezüglich Scholl und Dowland: ich habe 17 verschiedene Lieder gefunden, eingespielt teilweise bei Harmonia Mundi und bei Decca.

  • Guten Abend


    jede Menge herrlicher von Lautenliedern enthält diese




    CD des Lauten´buches der Elisabeth von Hessen unter dem Titel hi mi sente cantar mit Klaus Mertens Bass-Bariton und Joachim Held Laute/Theorbe :jubel:


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Hallo,


    Da muss ich doch noch auf diese Aufnahme hinweisen:



    Hier sind zwei grosse Musiker am Werk, die sehr lebendig miteinander musizieren und diese Musik wohl auch erst in unserem Jahrhundert bekannt gemacht haben.- auch wenn Peter Pears schon ein bisschen alt ist und Bream nicht gerade nach neuesten historischen Erkentnissen musiziert. Trotzdem, ich bin quasi mit dieser Aufnahme aufgewachsen.


    Ansonsten finde ich es auch schön , dass Sting Dowland etwas bekannter gemacht hat, wenngleich ich der CD auch nicht viel abgewinnen kann.


    Gruss :hello:


    Syrinx

  • Zitat

    Original von Hans Sachs
    Ich verstehe nicht ganz, warum der Begriff "Popmusiker" trivialisiert. Es müssen ja nicht alle unterste Schublade sein. Auch heute ist das ein weites Spektrum.


    Hallo!


    Ich habe diese Antwort auf meinen obigen Beitrag damals leider gar nicht wahrgenommen, daher jetzt noch die verspätete Antwort. Ich gebe dir im Prinzip recht, es gibt sehr hochwertige Popmusik, wie ich gerade in letzter Zeit wieder entdecke. Trivialisierung war wohl ein falscher Ausdruck, ich meine eher, dass auf einen Musiker wie Dowland, der sich am u. a. dänischen Königshof aufhielt und mit einem erheblich vorgebildeten Publikum rechnen konnte, der Ausdruck "Popmusiker" kaum passt - da "Popmusik" die Wendung an ein Publikum aller Alters- und Bildungsschichten impliziert. Davon konnte bei Dowland keine Rede sein, obwohl - und insofern verstehe ich die Äußerung - im sehr eingängige und ohrwurmartige Kompositionen zu verdanken sind.


    Die Einspielung von Deller hat sicher wegen der Pionierrolle des Mannes einen Sonderwert, allerdings finde ich ihn als Countertenor nicht so überzeugend wie Andreas Scholl (der leider wie gesagt nur einzelne Lieder eingespielt hat).


    Inzwischen bin ich im Besitz der Gesamtaufnahme des "Consort of Musicke"


    Ich kann sie leider nicht uneingeschränkt empfehlen, und zwar gibt es für mich einen erheblichen Störfaktor: den Bass David Thomas. Ich weiß nicht, was er für ein Problem hat, aber er klingt häufig wie ein tiefergestimmter Kermit-der-Frosch, weil er sich vielleicht bemüht, sein Vibrato zu unterdrücken(??), seine Intonation scheint mir oft ungenau, kurzum, er verdirbt mir viele der Stücke (wenn er allein singt, sowieso, aber auch bei vierstimmigen Sätzen), und wenn er mit der wunderbaren Emma Kirkby im Duett singt, dann ist das für mich - bitte den Ausdruck zu entschuldigen - wie Sch***e und Gold.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Zitat: Original von Hans Sachs Ich verstehe nicht ganz, warum der Begriff "Popmusiker" trivialisiert. Es müssen ja nicht alle unterste Schublade sein. Auch heute ist das ein weites Spektrum. Hallo! Ich habe diese Antwort auf meinen obigen Beitrag damals leider gar nicht wahrgenommen, daher jetzt noch die verspätete Antwort. Ich gebe dir im Prinzip recht, es gibt sehr hochwertige Popmusik, wie ich gerade in letzter Zeit wieder entdecke. Trivialisierung war wohl ein falscher Ausdruck, ich meine eher, dass auf einen Musiker wie Dowland, der sich am u. a. dänischen Königshof aufhielt und mit einem erheblich vorgebildeten Publikum rechnen konnte, der Ausdruck "Popmusiker" kaum passt - da "Popmusik" die Wendung an ein Publikum aller Alters- und Bildungsschichten impliziert. Davon konnte bei Dowland keine Rede sein, obwohl - und insofern verstehe ich die Äußerung - im sehr eingängige und ohrwurmartige Kompositionen zu verdanken sind.



    Hallo,
    Ich teile Deine Meinung, dass sich Dowland schwerlich als Popmusik bezeichnen lässt, aber aus anderen Gründen. Zum einen sind Dowlands Werke zum grossen Teil von einer selbstzerstörerischen Melancholie und Todessehnsucht geprägt (Come heavy sleep, etc) was auf Dauer wohl nicht allzu populär sein kann. Zum anderen war Dowland in seinen Instrumentalstücken ein Meister der Polyphonie, so dass viel eSachen doch sehr komplex sind. Was die Vorbildung der Zuhörerschaft am dänischen Hof betrifft, weiss ich nichts genaues, aber in England hat er auf jeden Fall nicht die wertschätzung erfahren, die er verdiente, worunter er sein Leben lang litt.


    Gruss :hello:


    Syrinx

  • Ich weiss nciht genau ob das hier der passende Ort ist, aber ich frage einfach mal: weiss jemand von euch, ob man Dowlands Lautenbegleitung mit einer Gitarre spielen kann, ohne grossartige Transkriptionen vorzunehmen? Oder muss man alles komplett umschreiben, weil vollkomen andere Stimmung, Tabulatur oder was auch immer? Und wie sähe das mit einer Harfe aus?
    Ich habe in Berlin einige Lieder für Gitarre transkribiert gefunden, aber meine Lieblingssongs "If my complaints " und "Flow my tears" waren leider nicht dabei. :(


    Ich empfehle übrigens eine Aufnahme mit Barbara Bonney, ihre für mich nach wie vor allerschönste Cd:


    Barbara Bonney
    " Fairest Isle"
    Dowland, Purcell, Byrd, Campion etc
    Christopher Hodgwood The Academy of Ancient Music


    :jubel: :jubel: :jubel:



    Daruaf auc hdie von Alfred im Eingangsposting erwähnten: "It was a lover and his lasse" und "Flow my tears"



    Fairy Queen :angel:


  • Liebe Fairy Queen,


    hier das Cover zu Deiner Empfehlung


    [amx=B000055XGE]300[/amx]


    Liebe Grüße


    Peter

  • Zitat

    Original von Draugur
    Inzwischen bin ich im Besitz der Gesamtaufnahme des "Consort of Musicke"


    Ich kann sie leider nicht uneingeschränkt empfehlen, und zwar gibt es für mich einen erheblichen Störfaktor: den Bass David Thomas. Ich weiß nicht, was er für ein Problem hat, aber er klingt häufig wie ein tiefergestimmter Kermit-der-Frosch, weil er sich vielleicht bemüht, sein Vibrato zu unterdrücken(??), seine Intonation scheint mir oft ungenau, kurzum, er verdirbt mir viele der Stücke (wenn er allein singt, sowieso, aber auch bei vierstimmigen Sätzen), und wenn er mit der wunderbaren Emma Kirkby im Duett singt, dann ist das für mich - bitte den Ausdruck zu entschuldigen - wie Sch***e und Gold.


    Ich hatte mir seinerzeit noch die LP-Ausgabe gekauft - ohne sie vorher anhören zu können, und war auch von den Sängern enttäuscht, außer von Kirkby.


    Meine Lieblingsplatte mit Dowland ist diese:



    John Dowland: I saw my lady weep. Songs & Lachrimae.
    Studio der frühen Musik, Thomas E. Binkley.
    2002 Archiv Produktion | CD 002894717212


    Auch hier ist eine Sängerin etwas "daneben" - Andrea von Ramm. Die anderen: Nigel Rogers, Grayston Burgess und Karl-Heinz Klein, sind gut, vor allem Rogers, der "Sorrow, Stay" schöner singt als ich je von jemand anders gehört habe.
    Rogers hat später eine ganze Dowland CD mit Paul O'Dette für Virgin Veritas gemacht (1988, leider schon lange vergriffen).
    Neben Rogers finde ich John Elwes noch einen guten Dowland-Sänger, aber von dem gibt es auch zur Zeit nichts mehr ...


    Andreas Scholl hat wirklich nur die eine CD mit Folksongs und Lute Songs gemacht.


  • Liebe Fairy Queen,


    das ist auch eine meiner Lieblingsaufnahmen dieser Stücke im Allgemeinen und Barbara Bonneys im Besonderen. Die CD rechne ich zu meinem persönlichen Kanon meiner "Unverzichtbaren". Bonneys silbriger Sopran passt einfach zu diesen zerbrechlichen Miniaturen unwahrscheinlich gut- und einfühlsam begleitet wird sie obendrein!


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Guten Abend


    möchte noch auf diese



    Einspielung mit Andreas Scholl hinweisen.
    Auf dieser CD sind 20 Lieder der Shakespeare-Zeit
    von Dowland, Holborne, Hales, Batchelar,
    Tessier, Guedron, Caccini, Megli & anonymen
    Meistern -größtenteils mit Lautenbegleitung- aufgenommen.


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Zitat

    Ich weiss nciht genau ob das hier der passende Ort ist, aber ich frage einfach mal: weiss jemand von euch, ob man Dowlands Lautenbegleitung mit einer Gitarre spielen kann, ohne grossartige Transkriptionen vorzunehmen? Oder muss man alles komplett umschreiben, weil vollkomen andere Stimmung, Tabulatur oder was auch immer? Und wie sähe das mit einer Harfe aus?


    Hallo Fairy Queen,


    Die Dowlandlieder existieren in vielen Bearbeitungen mit Gitarre. Schau mal unter http://www.trekel.de. Auch "If my complaints" und "flow my tears" gibt es. Die Bearbeitungen klingen recht gut auf der Gitarre- vor allen Dingen ist es für die Gesangsstimme angenehmer, was die Dynamik betrifft- da eine Laute doch einiges leiser ist als eine Gitarre.


    Beste Grüsse


    :hello:Syrinx