Benutzt Ihr Nachschlagewerke im Klassikbereich?

  • Salut,


    ich benutzt natürlich das MGG - etwas ältere Ausgabe - finde allerdigs entweder das Gewünschte nicht oder einfach zuviel des Guten. Für schnelles "mal eben nachblättern" wenig geeignet.


    Dazu brauche ich natürlich oft das Köchelverzeichnis und das Deutschverzeichnis - auch beide nicht mehr neu, aber für grobe Anhaltpunkte durchaus geeignet. Etwas genauer sind dann noch Mozart betreffend die Texte "Zum vorliegenden Band" der Neue Ausgabe sämtlicher Werke W. A. Mozarts sowie verschieden Ausgaben von Mozarts Briefen [alle unvollständige Auswahlen].


    Beste Grüße,
    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Hallo,


    Meine riesigen Gedächtnislücken füllen diese 2 übergewichtigen Lexikas


    Für Opern:
    Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters: Oper - Operette - Musical - Ballett
    << Behandelt in 6 Bänden mehr als 2400 Werke aus den Bereichen Oper, Operette, Zarzuela, Musical, Ballett, Tanztheater, Melodram sowie musikalische Misch- und Sonderformen>>


    Dazu der immer noch "neu erscheinende" MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart. 9 Bände Sachteil + bis jetzt 12 Bände Personenteil (es werden wohl noch min. 6 Bände dazu kommen)
    IMO das beste Musiklexikon, dass es gibt! Sauteuer und beim Umzug megaschwer, dafür steht alles drin was das Thema Musik je getroffen oder gestreift hat. Im Personenteil klar übersichtliche Tabellen sämtlicher Werke, ihrer Bezeichnungen und Hinweise etc und jeweils im Anhang viele weitere Verweise, wo man noch suchen könnte, um für eine Person noch mehr in Erfahrung zu bringen.


    Warum ich vom MGG die Buchversion habe? als vor vielen, vielen Jahren bekannt wurde, dass der MGG überarbeitet werden soll und man ihn verbiligt erhalten könne, wenn man sich als "Abonnent" anmeldet, habe ich dies getan ohne zu wissen, dass es ein "Lebenswerk" werden würde. Zudem war damals das Thema PC noch gar nicht so allgegenwärtig.
    Aber ich bin sehr zufrieden!



    Gruss
    Chistoph

    Über Geschmack kann man - aber muss man nicht streiten!

  • Zitat

    Original von Chr_Glaus
    ...Warum ich vom MGG die Buchversion habe?...


    Gibt es das MGG auch als digitale Ausgabe?


    Gruß,
    Oliver

  • Hi Oliver,


    ich weiss es nicht! nach dem Erscheinen des x-ten Bandes des Sachteils, als die Muiskwissenschaft feststellen musste, dass der neuen MGG immense Ausmasse erreichen wird, wurde die Idee vom MGG auf CD-ROM evtl DVD-ROM geboren und diskutiert. Ob es diese gibt oder geben wird ist (noch) nicht ersichtlich.


    Nähere Infos und Fakten zum neuen MGG hier:http://www.mgg-online.com/


    Ob aber eine PC-Version auch für den Otto-Normalverbraucher zu kaufen ist, weiss ich nicht. Ich kann mir es nur so vorstellen, weil der komplette MGG in Buchform bei der Erneuerung, Überarbeitung und Druck enorme Kosten verschlingt - der Sachteil mit 10 Bänden kann man als Gesamtpaket verbilligt für 1'779 Euro kaufen (Normalpreis 2035Euro) und der Personenteil ist beinahe doppelt so umfangreich und wird wohl ca 3'460Euro Gesamtpreis kosten.
    Daher würde ich behaupten, dass Du für eine DVD-ROM des neuen MGG, falls diese einmal erhältlich sein sollte, bereits jetzt mit sparen beginnen müsstest.


    Den alten MGG gibt es als CD-ROM, der ist jedoch nur noch ein Schatten des Neuen.


    Ich hoffe, ich habe Dir weiterhelfen können.


    Gruss Christoph

    Über Geschmack kann man - aber muss man nicht streiten!

  • Sagitt meint:


    Kürzlich erwarb ich aus dem Brockhaus Verlag den Opernführer, der ziemlich umfassend informiert. Überdies möchte ich die launigen Werke von Konrad Beikircher hinweisen, kundig und witzig- was will man mehr ?

  • Hallo,


    was haltet ihr von den diversen zz. noch erhältlichen Büchern von Nicolas Slonimsky?
    Ich will sie jetzt alle gar nicht aufzählen, denn wenn man bei amazon.co.uk den Namen eintippt bekommt man etliche Bücher angeboten, z.T. recht teure Ausgaben. Kennt jemand was davon? Mich würden Bücher zum 20. Jahrhundert, Orchesterwerke und Komponisten interessieren..


    Gruß,

  • Hallo yarpel,


    die Titel habe ich auch schon alle gefunden. Mich würde mehr interessieren, ob der Inhalt auch gut ist. Zum Beispiel:


    Music since 1900


    oder


    Baker's Biographical Dictionary of Twentieth-Century Classical Composers


    Die Preise sind ziemlich deftig (140 und 85 € für die beiden oben genannten), sind sie es auch wert? Und was genau erwartet mich? Das waren eher meine Fragen...


    Gruß,

  • Hallo van Rossum,


    abgesehen davon, daß Baker's Dictionary im ZVAB, 2. Seite, dritter Eintrag von oben für 20,52 Euro + 6 Euro Versand angeboten wird, kann ich weiteres nicht beitragen, da ich von Herrn Slonimsky nichts kenne. Aber ich werde den Fortgang dieses Threads zu meiner Weiterbildung verfolgen.


    Gruß
    yarpel

  • Hallo yarpel,


    mal abgesehen von der Tatsache, dass


    1. das Buch 2. Seite, 3. Eintrag insgesamt (also Buch PLUS Porto) nur 20,52 € kostet, wirst du sicherlich


    2. bemerkt haben, dass es sich dabei um das Buch "Baker's bla bla bla of MUSICIANS" handelt, ich aber gerne die COMPOSERS hätte.


    Wie gesagt, bei dem Hernn Slonimsky gibts ziemlich viel zu entdecken. Und vieles ist sicherlich auch Mist. Ma muss nur wissen, was zu welcher Kategorie gehört. Im Sinne meiner diesbezüglichen Weiterbildung hoffe ich auf die nächsten Beiträge.


    Gruß,

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Zitat

    Original von fuchsbuhl


    [...]
    Attila Csampais Konzertführer ist auch gut.



    Der Hinweis auf Csampai/Holland findet sich leider ein wenig versteckt am Ende eines längeren Beitrags, weshalb ich noch einmal nachdrücklich auf deren "Konzertführer", der die Orchestermusik vom Beginn des 18. Jhdts. (Bach) bis zur Gegenwart (Lachenmann, Hespos, Holliger u.a.) umfaßt, aufmerksam machen möchte.

  • @Buxtehude


    Zitat

    Die Musik des 20. Jh. ist meines Erachtens gut vertreten,...


    Nur wenn man ignoriert, dass z.B. ein Ralph Vaughan-Williams überhaupt nicht vorkommt!




    @Alfred
    Harenberg gehört jetzt zu MEYER!

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hallo,


    das registriere ich hier gerade beim stöbern:


    Zitat

    Original von Radagast
    ich habe noch zwei Opernfüher, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, und beide in meinem Regal stehen. Ist halt nicht so dröge wie mein uralter Pahlen.



    Ich meine mich zu erinnern, daß ich dieses Buch schon an anderer Stelle im Forum gesehen habe. Jedenfalls hatte ich es mir im vergangenen Sommer ausgeliehen. Die Einleitung las ich noch konzentriert und überflog die Seiten dann nur noch, die "Witze" fand ich zunehmend unsäglich und platt. Noch wenn ich heute in eine Partitur schaue und eine Fermate sehe denke ich an den "Merkspruch" aus diesem Buch "Ich bin eine Fermate, halt mich". Das kann man nun gut oder schlecht finden, mir hat das Buch in seiner derben Plattheit nicht gefallen. Dazu las ich, was die Vorstellung der Opern betraf, nur die Inhaltsangabe zum "Ring des NIbelungen" und sie enthielt einige Fehler. Da starben einfach die falschen Leute ;)


    Grüße
    Sophia

  • Hallo Sophia,


    ich staune manchmal echt, warum ich mir manches merken kann und anderes wieder nicht :D


    Ich denke du hast das Buch hier schon einmal gesehen...


    Übrigens habe ich es mir nicht gekauft :wacky:



    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Zitat

    Original von tom


    Der Hinweis auf Csampai/Holland findet sich leider ein wenig versteckt am Ende eines längeren Beitrags, weshalb ich noch einmal nachdrücklich auf deren "Konzertführer", der die Orchestermusik vom Beginn des 18. Jhdts. (Bach) bis zur Gegenwart (Lachenmann, Hespos, Holliger u.a.) umfaßt, aufmerksam machen möchte.


    Wenn ich recht erinnere enthält der Csampai/Holland keine einziges Notenbeispiel, was ihn in meinem Augen massiv entwertet :( Dazu brüstet man sich, alle Haydn-Sinfonien zu behandeln, dann werden jedoch selbst die "Pariser" nur kursorisch besprochen (Ich hoffe ich verwechlse keine Bücher).
    Ich kenne die Neubearbeitung des Reclam-Führer nicht. Der alte Reclam-Führer ist mit Vorsicht zu genießen und weitgehend auf mainstream beschränkt. Bei allen Schwächen die verbleiben, halte ich unter neueren Führern die von Konold herausgegebene Reihe für das beste, was es gibt (teils nurmehr antiquarisch erhältlich). Zwar oft sehr knapp und über die Auswahl könnte man immer streiten. Aber wenigstens keine uralten Klischees zum wiederholten Male breitgetreten und immerhin Notenbeispiele.



    viele Grüße


    JR


    P.S. 100 Gummipunkte, wer das Werk auf dem Titelbild erkennt :D

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)


  • Tja, hüstel, da ich der Missetäter war :O, gelobe ich hiermit feierlich, nie wieder ein Buch zu empfehlen, das ich selbst nicht gelesen habe. Man soll sich halt nicht auf amazon-Rezensionen verlassen.


    In angemessener Scham


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • N´Abend Maik,


    stimmt, das ist ein Volltreffer. Bei der Vielzahl der Themen habe ich das erst gar nicht mehr begonnen zu suchen weil ich nicht wußte wo beginnen. Im Schrank stehen zwar zwei dicke Wälzer von U. Schreiber, dafür nehme ich mir aber nicht oft genug Zeit zum lesen und liebäugele schon eine Weile mit dem Buch hier, das sieht jedenfalls handlich aus ;).



    Naja, gekauft wird vorläufig nichts (noch so ein Vorsatz für 2006 :D ). Hier liegt noch so viel Interessantes...


    Giselher, Empfehlungen sind immer gerne gesehen. Viel wichtiger ist bzw. finde ich, keine Bücher zu verschenken die man nicht selber kennt.


    Grüße
    Sophia


  • Liebe Sophia,


    da muss ich ja gleich etwas zu antworten. Wenn z.B. Alfred mich nach einem Opernführer fragen würde, würde ich ihm nie den Dummies empfehlen, höchstens erwähnen und mit der Warnung versehen, das wäre nichts für ihn.
    Aber meine 11jährige Tochter liest ihn freiwillig und hat viel Freude daran. Auch ich kann mich über einige Sachen amüsieren. Es gibt also eine Zielgruppe, Zu der Du vielleicht und Alfred sicherlich nicht gehören. Mein uneingeschränkt ganz oben war also falsch. Ich nehme es hiermit zurück und bereue diese Jugendtat. :yes:


    In meiner Ausgabe sterben im Ring die richtigen Leute und sogar, man staune, in der richtigen Reihenfolge. :D

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Hallo,


    Da ich ja grade selbst an UNSEREM Opernführer mitarbeite, ziehe ich gelegentlich auch andere Opernführer zu Rate. Ich besitze deren vier.
    Der älteste stammt aus dem Jahr 1916, dan 1961, 1975, der Harenber ist von 1996 oder 97 glaub ich.....


    Diese Opernführe entstammen den verschiedensten Epochen.
    Was sie jedoch alle gemeinsam haben: Sie strotzen voller Fehler.
    Wobei einschränken gesagt werden muß, daß man ganz deutlich sehen kann WIE sie offensichtlich zumeist zustande kamen: Zeitgeistige Abweichungen vom Original , durch Inszenierungen realisiert (das gabe es offenbar schon 1916) wurden vom Opernführer als normal dargestellt.


    Wer da meint ich wäre borniert und nähme Opernführer allzu ernst, der hat sich UNSEREN noch nicht angeschaut.
    Eine Sternstunde der Opernführergeschichte ist Engelberts sehr persönlich gefärbte Darstellung von Verdis Aida.
    Ich habe mich bemüht diesem Stil ein Pendent entgegenzusetzen und habe "Rigoletto in ähnlicher Form dargestellt, wobei natürlich jeder seinen eigenen Stil hat....... :baeh01:


    LG


    Alfred


    Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

    (stammt von Oscar Wilde - Hätte aber auch von mir sein können....)


  • Hallo,


    ich benutze zum Nachschlagen vor allem Reclams Konzertführer und Reclams Kammermusik-Führer. Ich habe aber noch Schwierigkeiten, die ganzen Fachbegriffe und musiktheoretischen Hinweise, einschließlich der Notenbeispiele, zu verstehen und es gelingt mir nur ansatzweise, ein Stück anhand des Führers nach zu vollziehen.


    Außerdem habe ich das Cambridge Buch zur Musik (auf deutsch), dass für mich aber mehr als ein Werk zum Lesen und Durch"arbeiten" ist als ein Nachschlagewerk.
    Ich habe die Cds dazu und halte sie auch für notwendig, um etwas von den Musikbeispielen im Buch zu haben. Außerdem habe ich auf diese Art eine erste Auswahl von Musikwerken verschiedener Epochen, Komponisten, Gattungen. Auch von solchen, zu denen ich noch keinen rechten Zugang habe, mit denen ich mich aber vielleicht durch intensives Hören "anfreunden" kann.

    Anna-Beate

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner
  • Den Reclam Kammermusikführer habe ich auch seit etwa 8 Wochen (mit den gleichen Problemen wie Du :yes: ) . Ich komme sehr gut damit zurecht und habe mich besonders auf die Hinweise zu nicht so bekannten Komponisten gefreut wie man sie oft zB im cpo-Repertoire findet (Volkmann, Goetz, Farrenc, von Herzogenberg, Marx, von Schilling usw.) Da etliches für 5 Euronen zu haben ist, habe ich meinen kammermusikalischen Horizent ganz schön erweitern können.


    Als nächstes werde ich mir die beiden Reclam Klaviermusikführer und den Reclam Liedführer holen.

  • Zitat

    Original von Robert Stuhr
    Den Reclam Kammermusikführer habe ich auch seit etwa 8 Wochen (mit den gleichen Problemen wie Du :yes: ) . Ich komme sehr gut damit zurecht und habe mich besonders auf die Hinweise zu nicht so bekannten Komponisten gefreut wie man sie oft zB im cpo-Repertoire findet (Volkmann, Goetz, Farrenc, von Herzogenberg, Marx, von Schilling usw.) Da etliches für 5 Euronen zu haben ist, habe ich meinen kammermusikalischen Horizent ganz schön erweitern können.


    Als nächstes werde ich mir die beiden Reclam Klaviermusikführer und den Reclam Liedführer holen.


    Bei den Reclam-Führern muß man höllisch aufpassen: einige sind in den letzen Jahren grundlegend überarbeitet, d.h. faktisch neu geschrieben worden, u.a. der für Kammermusik, der richtig gut ist (inzwischen wohl auch der f. Orchestermusik, ich weiß nicht, ob die andern von Dir genannten). Bis ca. 1990 findet man jedoch noch (zigste, kaum überarbeitete) Auflagen der Opern- und Orchestermusikführer, die ziemlich durchwachsen sind und teils entweder persönliche oder gar aus den tausend in die 50er Jahre gerettete Vorurteile enthalten, geschweige denn Repertoireänderungen (wie Barockoper etc.) angemessen berücksichtigen.
    Auch der (alte) Klaviermusikführer diente vor einiger Zeit in einem andern Forum als Lachnummer (u.a. wegen einer unergründlichen Animosität des Verfasser gegenüber Brahms..)


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Stimmt, die Hinweise bei Amazon zu den Klavierführern von Reclam habe ich auch gelesen. Man merkt auch oft schon am Stil, wenn die Führer älteren Datums sind. Der Band Schubert bis heute ist aber 2003 neu erschienen und überarbeitet, Teil 1 und der Liedführer nicht.

  • Sehr interessant, dass der Kammermusikführer und der Konzertführer neu geschrieben wurden. Was mich vor allem interessiert: welche sind die Komponisten geboren ab 1930, die im Hauptteil (also als Kapitel) behandelt werden und mit wieviel Werken (einige Komponisten werden ja nur ganz grob behandelt, ohne dass einzelne Werke besprochen werden)?

  • Hallo,


    wie benutzt ihr eure Konzert- und Kammermusikführer bei Live-Konzerten?


    Lest ihr da vorher genau die Beschreibung? Entscheidet euch dann aufgrund dessen vielleicht sogar für oder gegen den Konzertbesuch? So mache ich es; wobei es mir aber nur um eine erste grobe Orientierung geht. Ich versuche nicht, im Konzert selbst das heraus zu hören, was ich zuvor gelesen habe.


    Oder lasst ihr die Musik ganz unvoreingenommen einfach auf euch wirken? Und lest dann hinterher über das Gehörte nach? Könnt ihr euch dann noch gut an Einzelheiten der Musik erinnern?
    Ich lese selbst hinterher nur zu den Stücken des Konzerts, die mich sehr angesprochen haben oder bei denen mir etwas aufgefallen ist.
    Oft merke ich dann, dass ich mich an genauer beschriebene Teile nicht mehr so recht erinnere. Hat mir das Stück gut gefallen, dann besorge ich mir die CD dazu und lese dazu die Beschreibung.

    Anna-Beate

  • Zitat

    Original von Anna-Beate
    Hallo,
    wie benutzt ihr eure Konzert- und Kammermusikführer bei Live-Konzerten?


    Nie, denn ich gehe nicht in Konzerte. War da nicht letztes Jahr ein Thread zu dem Thema?


    Ich benutze die Führer in erster Linie als allg. Nachschlagwerke, also welche Kammermusik die Komponisten, die mir gefallen, noch geschrieben haben. Als ich Faures Klavierquintette mit dem Auryn Quartett und Peter Orth auf cpo gehört hatte, wollte ich unbedingt noch mehr Kammer- und Klaviermusik von ihm haben, also flugs im KMF nachgeschlagen. Und bei der Gelegenheit auch gleich den Horizont erweitert mit anderer franz. Kammermusik dieser Epoche (Farrenc, Saint-Saens, Ravel, Debussy, Koechlin zB.).

  • Hallo Robert,


    warum gehst du überhaupt nicht in Konzerte?


    Ich selbst gehe zwar auch nicht oft, finde es aber dann schön, die Instrumente auch zu sehen, nicht nur zu hören. Und irgendwie hat so ein Live-Konzert auch eine bestimmte Atmosphäre, die mich anspricht.
    Auch wenn ich daheim beim Cd-Hören mehr Ruhe habe, auch begleitend meinen Konzertführer oder das CD-Booklet nutzen kann.

    Anna-Beate

  • Hallo Anna-Beate,


    es hat mehrere Gründe, warum ich nicht ins Konzert gehe.


    Rein praktische sind die Entfernung vom Dorf in die Stadt (hin und zurück ca. 80km nach Köln, 50km nach Bonn). Ich müßte oft schon losfahren, da fange ich als Anwalt gerade erst an, ruhig zu arbeiten. Und wer kümmert sich um die kleine Tochter? Jedesmal im Dorf einen Babysitter finden ist nicht leicht.


    Weiter stören mich die Parkplatzsuche, die gedrängten Menschenmassen, wenn es regnet oder regnen könnte, schleppt man den Schirm noch mit, der Ärger mit der Garderobe. Das steht alles in keinem Verhältnis zur CD im eigenen Haus, wo ich zudem Pause machen kann, wann ich will. Ich kann einen Satz wiederholen, das Programm wechseln, kurz, ich bin der Chef.


    Wenn ich nächste Woche den Umzug nach Erding hinter mir habe, dann ergeben sich wohl bessere Möglichkeiten, zB. in München. Mal sehen, ob ich dann meine Meinung ändere. Wahrscheinlich ja, und zwar für die Kammermusik.

  • hallo,


    ich kann gar nicht genug bekommen von lexika und musikführern ..angefangen vom new grove, dem mgg, den harenberg-, reclams-, knaurs- führern aller arten und sonstigen speziellen musikalischen wegweisern ...
    ob nun alles gold ist, was darin zu glänzen scheint, ist eine andere frage ... aber zum entdecken, einfach-mal-so-blättern und sich vertie´fen : UNVERZICHTBAR ...


    :hello:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister
    Sehr interessant, dass der Kammermusikführer und der Konzertführer neu geschrieben wurden. Was mich vor allem interessiert: welche sind die Komponisten geboren ab 1930, die im Hauptteil (also als Kapitel) behandelt werden und mit wieviel Werken (einige Komponisten werden ja nur ganz grob behandelt, ohne dass einzelne Werke besprochen werden)?


    Beim Stöbern in diesemThread ist mir aufgefallen, daß die Frage vom Kurzstückmeister noch nicht beantwortet worden ist:


    Der KMF umfaßt einschl. Register 1235 Seiten. Ab Seite 133 werden die einzelnen Komponisten und ihre Werke in chronologischer Reihenfolge vorgestellt, dazu gibt es einzelne Zwischenüberblicke (darunter u.a. USA, Die "Groupe des Six" mit Neoklassizisten und deren Zeitgenossen, Neutöner und Traditionalisten - die Schönberg-Ära, Kammermusik nach dem 2.Weltkrieg, Entwicklungen nach 1968 ).


    Kammermusik nach dem 2.WK beginnt Seite 951 und geht bis 985. Danach folgen ausführliche Besprechungen einzelner Komponisten und ihrer Werke, es geht los mit Scelsi, Henze beginnt ab S. 1071, dann folgen Kurtag, Killmayer, Stockhausen und Crumb u.a..


    Der Zwischenüberblick "Entwicklungen nach 1968" umfaßt die Seiten 1106 - 1143, dann wieder einzelne Komponisten: Schnebel, Kagel, Penderecki, Globokar, Lachenmann, Wyttenbach, Reimann, Zender, Holliger, Stahmer, Ferneyhough, Wittinger, Winbeck, Ruzicka, Brass, Hamary und Rihm.

  • Tamino Beethoven_Moedling Banner