Lieblingswerke der Moderne

  • Liebe Forianer,


    "Wenn es dem Esel zu gut geht , dann geht er aufs Eis tanzen"
    sagt ein altes Sprichwort .
    Und genau das mache ich jetzt:


    Die Lieblingswerke-Threads sind nicht so harmlos und seicht, wie sie manchem scheinen - sie geben einerseits ein Abbild des derzeitigen Forengeschmacks - andererseits sind sie Anregung zu Käufen für andere Forianer UND - natürlich für die Mitleser.


    Das heutige Thema ist ein wenig ungewöhnlich - und ich fürtchte der Thread wird sehr kurz :baeh01:


    Gefragt ist nach Lieblingswerken der Moderne:


    ACHTUNG:


    Es sollen JE 3 Werke "Klassische Moderne" und "Moderne" (ab ca 1950)nominiert werden - insgesamt also 6 WERKE.


    Wer auf Werke verzichtet, so dies birre duch einen Leereintrag: -------
    kundtun.
    Begründungen, WARUM man ein Werk gewählt hat , sind unterhalb möglich und erwünscht - aber nicht obligat.
    Ebenso kann eine ganz bestimmte Aufnahme referenziert werden, ein Bestimmter Dirigent oder Interpret etc - sei es durch erwähnung oder (wenn die Aufnahme schon erwähnt wurde) durch einen Link innerhalb des Forums


    Viel Spaß


    und freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,


    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Das heutige Thema ist ein wenig ungewöhnlich - und ich fürchte der Thread wird sehr kurz :baeh01:


    Das hättest Du wohl gerne :baeh01:


    Klassische Moderne:


    Strawinskij - Der Feuervogel (abwechselnd mit Sacre du Printemps)
    Prokofiew - Skythische Suite op. 20
    Ives - Sinfonie Nr. 2


    Moderne (ab ca 1950):


    Britten - War Requiem Op. 66
    Messiaen - Turangalîla-Sinfonie


    --------- Ein drittes Lieblings-Werk fällt mir nicht ein; in der Moderne kenne ich mich nicht so gut aus.


    Weil das alles gängige Werke sind (bzw. ich schon Begründungen und Interpreten in den entsprechenden Threads genannt habe), lasse ich die Werke zunächst kommentarlos so stehen.


    Gruß, Cosima

  • hallo,


    klassische moderne:


    berg - violinkonzert
    einer der klassiker der 2. wiener schule.


    antheil - ballet mecanique
    damals ein skandal (8 klaviere, schlagzeug, sirenen, etc. und ein flugzeugpropeller!), auch heute immer noch gut. leider oft in der "abgespeckten" version für orchester zu hören.


    varese - ameriques
    zukunftsweisendes werk. wenn man das heute hört, glaubt man kaum, dass das um 1920 komponiert worden ist.


    moderne:


    lachenmann - streichquartett nr. 2 "reigen seliger geister"
    von lachenmann könnte ich hier mehrere werke anführen, aber das quartett beeindruckt mich bis heute immer noch am meisten. ich hab das mal bei wien modern mit dem arditti quartett gesehen, das war der nackte wahnsinn, die haben für ihr leben gespielt. die musik bewegt sich ja meist an der hörschwelle, und nachdem das stück aus war, war es zunächst ganz still im saal. und dann brandete ein jubel los, der wollte nicht mehr aufhören - eines der ganz großen konzerte meiner "klassik-karriere".


    b.a. zimmermann - requiem für einen jungen dichter
    zimmermann ist überhaupt ein ganz großer der moderne. seine werke sind auch aufgrund ihrer humanistischen grundhaltung zeitlos gültig.


    schnittke - concerto grosso nr. 2
    auch die anderen grossos sind coole stücke, aber das 2te gefällt mir am besten. ich hab da eine alte melodiya-cd mit roshdestwensky, die ist sehr gut.


    greetings, uhlmann

  • Als Opernfan wähle ich natürlich Werke des Musiktheater.


    1. Korngold "Die tote Stadt"
    Die irreale Geschichte aus dem pestverseuchten Brügge
    enthalt den Knaller "Glück das mir verblieb."


    2. Hindemith "Das Nusch-Nuschi"
    Mit birmanesischen Marionetten hat sich bisher noch kein
    Komponist auseinandergesetzt. Eine irre Orchestersprache!


    3. Respighi "Semirama" Kompositorisch ein Äquivalent zur Strauss-Salome. Ein surrealistisch anmutendes Textbuch (CD-Einspielung mit Eva Marton)


    -----------------------------------------


    ab 1950


    1. Wilfried Hiller "Der Rattenfänger" Ein Hamelner Totentanz
    Michael Ende hat ein Libretto geschrieben, welches das Hausmärchen um Schwarze Messen erweitert. Für Martha Mödel ist die Partie des Abtes Lambert eigens komponiert


    2. Philippe Hersant "Das Karpatenschloss"
    Eine geheimnisvolle Geschichte um eine Primadonna, die auf rätselhafte Weise stirbt, aber trotzdem durch einen Zaubermechanismus weitersingt.


    3. Magret Wolf "Kirisk" nach einer Novelle des Kirgisen Aitmatow. Ein Daseinskampf um den täglichen Fisch.
    Untertitel: " Der Junge und das Meer."




    Ergänzung zu 1 (Staffel 1)


    4. Albeniz "Merlin" Neues vom keltischen Zauberer und Morgan le Fay in englischer Sprache


    5. Prokofieff "Der feurige Engel" Eine Rocky Horror Picture Show auf Russisch


    6. Roussel "Das Festmahl der Spinne" Das Ballett erzählt von einer Tragödie unter Insekten im Schrebergarten.




    Ergänzung zu 2 (Staffel 2)


    4. Von Einem "Der Besuch der alten Dame"
    siehe Eintrag Alfred im Opernführer. Hommage an Christa Ludwig


    5. Nicolae Bretan "Arald" Der Awarenkönig Arald erscheint mit seiner toten Geliebten
    in der Unterwelt, und möchte, dass man sie wieder zum Leben erweckt.
    Sie will schmusen, aber als der Hahn kräht ist der Spuk vorbei.


    6. Poulence: "Dialog der Carmeliterinnen" ein Nonnenschicksal zur Zeit der französischen Revolution. Driftet ab ins Übersinnliche.


    -------



    Anmerkung:
    Ich habe nicht danach geurteilt, wie schräg die Musik daherkommt,
    sondern wie originell das Thema ist.


    Alle Avantgardisten habe ich ausgeklammert



    Engelbert

  • hallo,


    sektion I:


    bartok: musik für saiteninstrumente, schlagzeug und celesta
    bartok: konzert für orchester
    strawinsky: le sacre du printemps


    sektion II:


    penderecki: violinkonzert nr.1
    schostakowitsch: v'cellokonzert nr.1
    schostakowitsch: v'cellokonzert nr.2


    ich habe mich hierbei an orchestrale werke orientiert, also klavierwerke völlig ausgeklammert, auch klavierkonzerte, da diese schon bewertet wurden.


    gruß, siamak

  • Hallo,


    nach reiflicher Überlegung hier meine Favoriten:


    Klassische Moderne


    1. Oper: Ferruccio Busoni: "Doktor Faust" (eine "intellektuelle", etwas spröde Oper mit philosphischem Anspruch, unterlegt mit einfach großartiger Musik); alternativ: Alban Berg: "Wozzeck" (äußerst komplex und vertrackt komponiert, dabei aber auch für den Musiklaien unmittelbar sinnlich erfaßbare Musik mit großem Erschütterungspotential)


    2. Orchesterwerk: Igor Strawinskij: "Le Sacre du Printemps" (sicher, ein vielgespieltes Stück, gleichwohl entfaltet es immer noch eine archaische Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann); alternativ: Witold Lutoslawski: "Konzert für Orchester" (auch hier Rhythmus, Pulsieren, magische Klangfarben, aber kühler serviert)


    3. Kammermusik: Paul Hindemith: "Kammermusik Nr. 1" (Hindemith als "junger Wilder"); alternativ: Francis Poulenc: "Sextett für Klavier und Bläser" (Poulenc intim: Gefühle ohne Masken, dabei immer präzise und nie larmoyant)


    Moderne


    1. Oper: Benjamin Britten: "Billy Budd" (eine Geschichte von (Un-)Schuld und Sühne auf hoher See Britten fängt das Meer akustisch ein wie kein anderer; gehört eigentlich in die "klassische Moderne"); alternativ: Philip Glass: "Akhnaten" (hier läßt sich die oftmals repetitive Minimal Music at its best erleben: hypnotisierende Schönheit der Klänge)


    2. Orchesterwerk / Vokalwerk: Bernd Alois Zimmermann: "Photoptosis" (Musik als "Kugelgestalt der Zeit", die angesichts von unterschiedlichen Belichtungen immer wieder neue, magische und faszinierende Texturen enthüllt); alternativ: György Ligeti: "Lux Aeterna" (nicht nur wegen "2001": eine Musik für die Ewigkeit)


    3. Kammermusik: Olivier Messiaen: "Vingts régards sur l´enfant Jésus" (Bekenntnismusik, welche die Grenze zum Kitsch nicht überschreitet. Eine gewisse Offenheit des Zuhörers für Naivität im positiven Sinne natürlich vorausgesetzt); alternativ: György Ligeti: "Etüden für Klavier" (Transzendentale Anforderungen an den Pianisten, transzendentale Wirkung beim Publikum)


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Alfred, was ist denn mit Dir passiert? Ich hoffe, es geht Dir mittlerweile wieder besser! Aber wenn sich schon die Gelegenheit ergibt, mache ich natürlich gerne mit. (Wie stets bei mir in alphabetischer und damit nicht-wertender Reihenfolge.)


    Klassische Moderne
    Britten: "Billy Budd"
    Messiaen: "Eclairs sur l'Au-delà"
    Schostakowitsch: 8. Symphonie


    Moderne
    Boulez: "Sur incises"
    Lutoslawski: 3. Symphonie
    Schtschedrin: 2. Symphonie


    Und bevor ich jetzt wieder geprügelt werde wie neulich bei den Klavierkonzerten, schließe ich meine Begründung gleich freiwillig an.


    Wer im 19. Jahrhundert geboren wurde und sich im Repertoire durchgesetzt hat, ist für mich ein Klassiker, nicht Klassische Moderne. Daher kommen Strawinskij, Bartók, Hindemith, Orff etc. nicht vor.


    "Billy Budd" ist eine der vielschichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts, Seemannsoper und Mysterienspiel zugleich. Die Musik ist von großer konstruktiver Dichte - und trifft doch mitten ins Herz.
    In den "Eclairs" zieht Messiaen die Summe seines kompositorischen Werkes - und schreibt eine Musik, die noch viel inspirierter ist als die gefälligere "Turangalila".
    Die 8. Schostakowitsch ist Klage und Anklage, für mich eines der erschütterndsten Werke, das je geschrieben wurde.


    "Sur incises" ist brillant, klangschön, genau durchkonstruiert und wirkt doch spontan. Der rhythmische Drive ist unwiderstehlich. Musik, die intelligent und "süffig" zugleich ist.
    Lutoslawskis 3. ist ein Weg zur Melodie, die dann, am Schluss, strahlend hervortritt. Spannender kann Symphonik nicht sein.
    Schtschedrins Zweite ist Ausdrucksmusik pur und eine formal unglaublich eigenwillige Anlage. Dissonante Blöcke wechseln mit Kantilenen - ein Werk der Postmoderne, noch ehe sie in der Musik als Allgemeingut Einzug gehalten hat.

  • Hallo,


    im Beitrag von Siamak fiel mir eben Schostakowitsch auf. Den habe ich insgesamt – obwohl er ja bis 1975 lebte und natürlich nach 1950 komponierte – eher zur Klassischen Moderne gerechnet.


    Aber da er sein Streichquartett Nr. 8 erst 1960 schrieb, gehört es wohl zur Moderne. Damit wäre die Lücke gefüllt.


    Ganz streng genommen müsste man eigentlich Messiaen - Turangalîla-Sinfonie zur Klassischen Moderne zählen, weil schon 1948 komponiert. Wird hier eigentlich tatsächlich eine so strenge Grenze gezogen? Und dann noch: Was genau kennzeichnet die Klassische Moderne im Gegensatz zur Moderne? Die Jahreszahl, in der eine Komposition entstand, wird doch wohl nicht das einzige Kriterium sein.


    Entschuldigt die vielleicht naiven Fragen, aber auf dem Gebiet habe ich noch viel Nachholbedarf.


    Gruß, Cosima

  • Zitat

    Original von Cosima
    im Beitrag von Siamak fiel mir eben Schostakowitsch auf. Den habe ich insgesamt – obwohl er ja bis 1975 lebte und natürlich nach 1950 komponierte – eher zur Klassischen Moderne gerechnet.


    Aber da er sein Streichquartett Nr. 8 erst 1960 schrieb, gehört es wohl zur Moderne. Damit wäre die Lücke gefüllt.


    Ganz streng genommen müsste man eigentlich Messiaen - Turangalîla-Sinfonie zur Klassischen Moderne zählen, weil schon 1948 komponiert. Wird hier eigentlich tatsächlich eine so strenge Grenze gezogen? Und dann noch: Was genau kennzeichnet die Klassische Moderne im Gegensatz zur Moderne? Die Jahreszahl, in der eine Komposition entstand, wird doch wohl nicht das einzige Kriterium sein.


    Nein, da wird natürlich noch weniger eine enge Grenze gezogen als zwischen anderen Epochen. Dafür ist die Musik von 1900 bis heute viel zu vielfältig. Daher sind von der Abgrenzung abgesehen, die beiden Begriffe "klassische Moderne" und "Moderne" selbst viel zu vage.
    In meinem Sprachgebrauch z.B. ist Moderne = Klassische Moderne und Werke lebendener Komponisten würde ich "Zeitgenössische Musik" nennen, auch wenn dei Stücke schon 50 Jahre alt sind. Aber besser ist das auch nicht.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • hallo Cosima, Alfred et al.,


    Cosimas intermezzo ist in jedem falle wichtig ! gilt es, werke des 20. jahrhunderts bis 1950 und ab 1950 zu berücksichtigen, oder ist damit ein noch spezielleres einschlusskriterium durch die begriffe klassische moderne und moderne gemeint ? was ist mit 'avantgarde# z.b.. liege ich mit meinen lieblingen, z.b. bartok oder penderecki oder schostakowitsch falsch ? wenn tatsächlich werke gemeint sind, wo z.b. auf helikoptergeräusche oder das ständige verwenden experimenteller klänge zurückgegriffen wird, so würde ich dazu nichts beisteuern können, da ich solcherlei nicht höre und als schmerzhaft empfinde !


    gruß, siamak

  • Hallo,


    ich hatte es grds. so verstanden, daß die Grenze zwischen "Klassischer Moderne" und "Moderne" bei ca. 1950 verlaufen soll (Alfreds musikalischer "Schmerzäquator" :D) Ich habe mich allerdings auch nicht konsequent dran gehalten (der Messiaen z.B. entstand ja 1944). Aber ich möchte noch eine Korrektur anbringen: ich nehme die "Mathis"-Symphonie raus (obwohl ich sie sehr liebe, war sie schon 1934 nicht gerade "modern") und ersetze sie durch Lutoslawskis "Konzert für Orchester", das zwar von 1954 stammt, musikalisch aber eher der Musik Bartoks und der "klassischen Moderne" verpflichtet ist.


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • nachdem wir den ersten anfall von rätselitis mit glück ( :D ) überstanden haben, ist hier im forum jetzt die listose ausgebrochen. man kommt ja nicht mehr nach...



    janacek: sinfonietta 1923


    bartok: konzert für orchester 1943


    schostakowitsch: konzert für violoncello und orchester es-dur op 107 1959


    stockhausen: stimmung 1968


    feldman: for bunita marcus 1985


    grisey: 4 chants pour franchir le seuil 1998


    :hello:

  • Klassiche Moderne:


    Bartok - Klavierkonzert Nr. 3
    Sibelius - Sinfonie Nr. 5
    Sibelius - Violinkonzert


    Drei Werke die sich durch in der zeitgenössischen Musik sehr seltene brillante Melodik auszeichnen.


    Aus der Morderne kenn ich nix

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • bis 1950:


    I. Stravinsky - Sacre
    B. Bartok - Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug & Celesta
    D. Schostakowitsch - Michelangelo-Lieder Op.145a (Suite op.145a - für Baß und Orchester)


    ab 1950:


    S. Gubaidulina - Johannes-Passion
    A. Pettersson - Sinfonie Nr.6
    K. Penderecki - Lukas-Passion



    Gruß
    Uwe

  • Hallo,


    1. Messiaen: Turangalîla-Sinfonie
    2. Strawinsky: Petruschka
    3. Bartók: 1. Klavierkonzert
    4. Schostakowitsch: 1. Violinkonzert
    5. Duruflé: Prélude, Adagio et Choral varié sur le thème "Veni, Creator"
    6. Prokofjew: 3. Klavierkonzert



    Gruß, Peter.

  • Zitat

    1950 ... Alfreds musikalischer "Schmerzäquator" :D


    Ich entdecke an Alfred immer neue und immer sympathischere Seiten!
    Jetzt weiß ich, was er macht, wenn er nicht gerade bei Tamino blöde Forumsbeiträge irgendwo in einer Ecke deponiert.
    Er hört
    Pierre Boulez: 2. Klaviersonate (1947)
    John Cage: Sonatas and Interludes (1948 )
    Luigi Nono: Variazioni canoniche (1949)
    Aber natürlich nur, wenn er sich nicht einen feschen Webern 'reinzieht... :baeh01: :hello:

  • Nun denn, die Beschränkung fällt schon schwer, aber was soll's:



    Klassische Moderne:


    Alban Berg, Klaviersonate, op. 1,
    Feruccio Busoni, Fantasia conappuntistica
    Paul Hindemith, Klaviersonate Nr. 3


    Richard Strauss lasse ich in dieser Auflistung mal völlig außen vor.



    Moderne:


    modern und wieder nicht modern, nämlich Arvo Pärt, Fratres aber auch Cantus in Memory of Benjamin Britten. Der Großteil des Pärtschen Werkes will allerdings noch entdeckt werden.


    Benjamin Britten, War Requiem, op. 66.

  • Zitat

    Original von Uwe Schoof
    Hallo Alfred,


    sind hier lediglich Orchesterwerke gemeint (da Du in dieser Rubrik gepostet hast) oder sämtliche Werke?


    Uwe


    Ich will nicht vorgreifen, aber Solowerke sind schließlich auch Instrumentalwerke.

  • Klassische Moderne


    Leos Janacek: 1. Streichquartett


    Maurice Ravel: Klavierkonzert für die linke Hand


    Serge Prokofjew: 7. Klaviersonate


    Moderne


    Steve Reich: Drumming


    György Ligeti: Klavier-Etüden


    Michael Gordon: I buried Paul
    (stellvertretend für die Komponisten von Bang on a Can)


    Viele Grüße,


    Walter

  • Hallo zusammen!


    Für mich sind folgende Werke die Schönsten der Moderne:


    Klassische Moderne:


    Schönberg: Verklärte Nacht (Fassung für Quartett)
    Schönberg: Gurre-Lieder
    Berg: Violinkonzert


    Moderne:
    Britten: Peter Grimes
    Reimann: König Lear
    Cerha: Der Riese vom Steinfeld

  • Hallo,


    dafü, dass Alfred die Beteiligung als sehr gering eingeschätzt hätte, sind ja doch schon ein paar Listen zusammengekommen...



    Klassische Moderne:


    1. Britten - Klavierkonzert op.13 (1938 )
    2. Khachaturian - Violinkonzert d-Moll (1940)
    3. Rachmaninoff - Symphonische Tänze


    Oh weh...hier fehlt noch so einiges, was jetzt nicht genannt wurde.
    Die klassische Moderne hat viele Schätze, von denen auch ich schon etwas kenne. Deshalb fiel hier eine Entscheidung sehr schwer!



    Von der Moderne kenne ich noch sehr, sehr wenig.
    Mir fällt eigentlich nur Meyer ein. Berg (VC) und Messian (Turangalila) hätte ich zwar auch zur Moderne geschätzt, aber da gehören sie ja nicht hin...Zudem konnte ich mich mit diesen Werken noch nicht so sehr anfreunden, dass ich sie zu meinen Lieblingswerken zählen könnte.
    Deshalb eine sehr kurze Liste, aber dieses Werk gefällt mir - und zwar gleich von Beginn an, ohne groß den Zugang zu suchen.



    Moderne


    1. Meyer - Violinkonzert (1999)



    Diese Erstellung fand ich für mich schon alleine deshalb hilfreich und nützlich, weil mir aufgefallen ist, dass mir ziemlich viele Werke aus der klassischen Moderne gefallen und mich begeistern...



    Gruß, Maik

  • Hallo,


    Rachmaninov hätte ich der Romantik zugeordnet. Bei Messiaen würde ich eher auf Moderne tippen, wen scheren diese 2 Jahre? Und was ist nun mit Schostakowitsch – Klassische Moderne also doch? Britten wird mal in die Klassische Moderne und mal in die Moderne gesteckt.


    Ich blicke hier nicht mehr durch. Wo ist überhaupt Alfred, der etwas Ordnung in dieses Chaos bringen könnte? Er wird sich doch nicht aus Verzweiflung darüber, dass der Thread so gut läuft, verkrümelt haben? :D


    Gruß, Cosima

  • Hallo Cosima,


    da wir hier nach Kompositionsdatum gehen, ist ein Komponist, je nach Werk, mal Moderne oder klassische Moderne.
    Deshalb habe ich auch (außer bei Rachmaninoff - da weiß ich nicht wann die Tänze komponiert wurden) die Jahreszahl der Komposition mit angegeben.


    Vielleicht bringt das für dich etwas Licht ins Dunkel und vielleicht kann mir jemand sagen, wann Rachmaninoffs Tänze komponiert wurden!?
    Dann tausche ich noch gegen ein anderes Werk...es gibt ja noch so einiges :yes:


    Lieben Gruß, Maik

  • Zitat

    Original von Maik
    da wir hier nach Kompositionsdatum gehen, ist ein Komponist, je nach Werk, mal Moderne oder klassische Moderne.


    Ach so.


    Vielleicht hätte Alfred dann die Begriffe „Klassische Moderne“ und „Moderne“ ganz weglassen und stattdessen einfach formulieren sollen: Werke des 20 Jhds., die vor oder nach 1950 komponiert worden sind. Aber dann macht diese 1950-Grenze im Grunde auch keinen Sinn mehr.


    Die Sinf. Tänze wurden 1940 komponiert.


    So richtig erleuchtet fühlte ich mich aber immer noch nicht.


    LG, Cosima :)

  • Liebe Taminos,


    hier meine Liste:



    Klassische Moderne:


    1. Alban Berg, Violinkonzert


    2. Arnold Schönberg, Klavierkonzert


    3. Anton Webern, Fünf Orchesterstücke



    Moderne:


    1. Penderecki: Violinkonzert, No. 2


    2. Rihm: Gesungene Zeit


    3. Penderecki: Passio



    Herzliche Grüße,:hello:


    Christian

  • ich hätte nicht gedacht, daß mich diese Frage so in Verlegenheit bringen würde...


    nun, mit Lieblingswerken bin ich sowieso vorsichtig, weil die Phasen "heißer Liebe" zu einem Stück wechseln sehr oft bei mir.


    Stücke, die mich wirklich begeistern, sind im 20.Jh selten - meine nüchterne Erkenntnis lautet - ich bin daran interessiert, aber ich liebe es nicht wirklich!


    Jedoch gibt es auch die "zeitweise heiß geliebten" Stücke, die ich dann wirklich dutzendemale gehört habe:


    Strawinski: Sacre du printemps
    Messiaen: Turangalila- Symphonie (hab ich wahrscheinlich an die 100 mal gehört)


    Tja, und dann gibt es zeitgenössische Opern, bei deren Produktion ich positive Gefühle hatte:
    F.Schreker: Irrelohe (eigentlich romantisch)
    Thomas Adés: Powder her face (werde dieses Jahr mit meiner Freundin die Duchess studieren - sie singt das in der Schweiz- ich weiß noch nichts genaues..)


    und eigentlich auch heuer bei
    nicholas Maw: Sophie`s Choice - war unheimlich viel Arbeit, aber ein schönes Erlebnis


    Aber den Großteil dieser Musik spiele ich nur aus Interesse (Schönberg, Boulez...)
    Nur Kompositionen, die auch Emotionen vermitteln (OK, das kann Schönberg teilweise auch...), berühren mich und können einen Eindruck hinterlassen...


    Meiner Einschätzung zufolge ist der "rein intellektuelle" Kompositionsstil des 20.Jh ohnehin passé...

    Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
    (frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

  • Hallo Cosima,


    danke für das Jahr.
    Dann kann ich sie ja drin lassen :]


    tom
    Stimmt schon, dass er 1943 gestorben ist, aber auch 1873 geboren und somit blieben ihm noch 25 Jahre in der Romantik (bitte, bitte legt das nicht auf die Goldwaage ;))...



    Lieben Gruß, Maik

  • Hallo,


    meine Wertung:


    Klassische Moderne:


    - DMITRI SCHOSTAKOWITSCH - 4. Streichquartett
    - DMITRI SCHOSTAKOWITSCH - 15. Streichquartett
    - BENJAMIN BRITTEN - The Turn of the Screw



    Moderne:


    - KRZYSZTOF MEYER - Klarinettenquintett op. 66
    - WITOLD LUTOSLAWSKI - Streichquartett
    - GYÖRGI LIGETI - Requiem



    Warum?


    Die Schostakowitsch - Streichquartette wegen der Kombination: viel Technik - viel Emotionen


    Brittens Oper, weil es da wegen der psychologischen Aura nur so kribbelt; nach der Oper bin ich richtig ausgepumpt und in einer anderen Welt


    Meyers Klarinettenquintett ist richtig schön - elegant und klar


    Lutoslawskis Streichquartett ist für mich ein Gemälde, auf dem Zeitverläufe zu sehen sind


    Ligetis Requiem wegen der unvergleichlichen Sphäre - langsame Veränderungen von Klangwolken, ruhend und bewegend zugleich


    Uwe